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Mittwoch, 2. April 2008, 19:02

Re: Erich von Däniken

Zitat

Ebenso spekuliert EvD genauso, wie alle anderen.

Hallo Phaethon,

das ist eben gerade der Unterschied zwischen Däniken und der Wissenschaft. Die Wissenschaft lässt nur wenig Platz für Spekulationen und das ist auch ganz gut so.

Am einfachsten ausgedrückt ist der Unterschied zwischen Däniken und der Wissenschaft folgender: Bei Däniken steht zuerst die Idee und dann werden die archäologischen Funde in diese Idee hineingepresst. Die Wissenschaft betrachtet zuerst unvoreingenommen alle Funde und bildet dann erst eine Theorie.

Frank D hat das Beispiel Särge schon ganz wunderbar erklärt. Ich möchte nochmal auf die Pyramiden eingehen. Däniken sagt, die Pyramiden von Gizeh seien wohl viel älter als die Wissenschaft behauptet und sie wären unter der Anleitung von Außerirdischen entstanden. Wie gesagt, diese Meinung steht schon fest, BEVOR er anfängt, dafür Belege zu sammeln. Dann nennt er beeindruckende Zahlen, zeigt auf, wieviele Steine verbaut wurden und in welchem Tempo das geschehen musste. Letztlich sind diese Zahlen aber gar kein Beleg für seine Behauptung, sondern sie sollen nur die (scheinbare) Unglaubwürdigkeit der ägyptologischen Erklärungen untermauern. Dann nimmt er Cheops ins Visier, der ja keinesfalls der Bauherr seiner Pyramide gewesen sein darf. Sonst hätten ja die Ägyptologen recht und nicht Däniken. Er macht deshalb aus ihm einen völlig unbedeutenden Pharao, denn schließlich existiert ja nur eine einzige winzige Statuette von ihm.

Hierbei verschweigt er aber mehrere entscheidende Tatsachen:
- aus dem Alten Reich sind lediglich von Chephren und Mykerinos zahlreiche Statuen erhalten, von den anderen Herrschern nur sehr wenige. Die Anzahl der erhaltenen Statuen taugt daher nicht, um etwas über die Bedeutsamkeit der damaligen Pharaonen auszusagen.
- abgesehen davon existieren sehr wohl mehr als nur diese ein Statuette. Nur sind die meisten sehr schlecht erhalten oder die Zuordnung zu Cheops ist nicht eindeutig.
- gegen die Behauptung, er wäre "unbedeutend" gewesen spricht auch, dass er bis in die Ptolemäerzeit hinein große Verehrung genoss.

Hinzu gesellt sich die Behauptung, dass es gar keine Beweise gäbe, dass Cheops der Erbauer der Pyramide war, schließlich existiert lediglich der Bericht von Herodot und der Namenszug, den Howard Vyse in der Pyramide gefunden haben will, wurde in Wirklichkeit von ihm gefälscht. Auch hier werden Tatsachen verschwiegen:
- Der angebliche Schreibfehler im Namen, der die Fälschung beweisen soll, existiert überhaupt nicht.
- Die betreffenden Graffiti enthalten auch den Horus-Namen des Cheops, der zu Vyses Zeiten noch gar nicht bekannt war.
- Die Graffiti verlaufen unter Steinfugen weiter, sie können daher unmöglich gefälscht sein, sondern müssen von den Erbauern angebracht worden sein.
- Neben Herodot gibt es zahlreiche ägyptische Zeugnisse, die Cheops als Erbauer nennen (Papyrus Westcar, zwei Stelen aus dem Neuen Reich, eine Stele aus der Saitenzeit).
- Cheops' Familie und Hofstaat sind in der Umgebung der Pyramide begraben.

Fassen wir zusammen: Däniken versucht, die ägyptologischen Erklärungen zum Pyramidenbau als unglaubwürdig hinzustellen, anschließend stellt er zusätzlich den historischen Rahmen als unbewiesen hin (beides mittels Verschweigen entscheidender Fakten). Gewürzt mit einer kräftigen Portion Polemik erscheint dem unbedarften Leser Dänikens Version nun natürlich als wesentlich einleuchtender. Das Problem ist allerdings, dass seine alternativen Erklärungen bei kritischer Betrachtung auch nicht viel Sinn ergeben. Da will ich aber nicht näher ins Detail gehen, vieles davon hat Frank D auf seiner Homepage sehr ausführlich dargelegt.

Wie aber verhält es sich jetzt mit der Wissenschaft? Weshalb hält sie Cheops für den Erbauer der nach ihm benannten Pyramide? Nun eben genau wegen der oben genannten Fakten, die Däniken seinen Lesern verschweigt, nicht weil sie es vorher so festgelegt haben.

Auch bei den Theorien zum Bau basiert nichts auf reinen Behauptungen. Däniken macht sich ja gern lustig über die Idee, dass die Steine mittels Rampen aufeinandergeschichtet wurden. Dumm nur, dass an mehreren kleineren Pyramiden tatsächlich Reste solcher Rampen entdeckt wurden. Auch die große Menge an Steinen ließ sich problemlos innerhalb der Regierungszeit mit den damaligen Mitteln transportieren. Das lässt sich mathematisch sehr gut berechnen.

Däniken zieht nicht umsonst mit einer gehörigen Portion Polemik über die seriösen Forscher her. Denn wenn der Leser sie erstmal für einfältig, ignorant und dogmatisch hält, wird er sich kaum die Mühe machen, ihre Aussagen wirklich nachzuprüfen, sondern Däniken einfach glauben, was er sagt. Genau das ist es, was er mit seinem Schreibstil zu bezwecken versucht, auch wenn er immer wieder scheinheilig behauptet "Glauben sie mir kein Wort!". Dieser Satz ist ein reiner psychologischer Trick, aber wer ihn sich wirklich zu Herzen nimmt, der wird feststellen, wie wenig an Dänikens Behauptungen dran ist.

Zitat

Wo bzw. wie komme ich an die einschlägige Fachliteratur, in der die fachgerechten Antworten zu Papier gebracht wurden? Im Endeffekt würde ich mir das schon gerne mal durchlesen, aber ich muß gestehen, daß mir die Ausdauer und die finanziellen Mittel fehlen, mir eine kleine Privatbibliothek über diese doch recht breit gefächerten Themengebiete anzulegen

Wer Dänikens Aussagen wirklich objektiv beurteilen will, kommt nicht drumrum, sich ausführlich mit der "Gegenseite" zu beschäftigen. Zugegeben, Literaturrecherchen sind zeitaufwändig, aber teuer müssen sie nicht zwangsläufig sein. Gerade zum Thema Ägypten und Pyramiden gibt es eine wahre Fülle von guten Einstiegs-Werken, die teilweise schon für weniger als 10 Euro zu haben sind. Fachliteratur bekommst du an jeder Universitätsbibliothek, entweder direkt aus deren Bestand oder per Fernleihe. Bücher kannst du dort ausleihen, von Fachartikeln bekommst du i. d. R. eine Kopie die du behalten kannst. Dafür musst du nichtmal Student sein, es genügt völlig, wenn du über 18 Jahre als bist.

Zu Literaturrecherche gezüglich Ägypten hilft dir dese Seite: http://www.aigyptos.uni-muenchen.de/
Zudem wird seit einigen Jahren verstärkt (zumeist ältere) Fachliteratur digitalisiert. Bezüglich Ägypten ist da diese Seite hilfreich: http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/f…gypt/online.htm
Eine wahre Fundgrube zu Gizeh gibt es hier: http://www.gizapyramids.org/code/emuseum…ge=authors_list
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Frank D

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Mittwoch, 2. April 2008, 23:56

Re: Erich von Däniken

Ich vergaß noch, klarzustellen: Es ist ABSOLUT gesichert, wozu die Sarkophage dienten, weil die Ägypter uns in ihrer geschwätzigen Weise genauestens erklärt haben, was in welchem Sarg gewesen ist. Inklusive kompletter Biografien. Daher ist das was die Ägyptologie dazu sagt keine "Theorie" (wie gesagt, mal kundig machen was "Theorie" bedeutet), sondern ein wirklich bewiesener Fakt. Und Dänikens Schauergeschichte basiert darauf, daß er schlicht keine Ahnung vom Stoff hat.

Das ist übrigens nichtmal was besonders Neues (wo man ja noch argumentieren könnte "Däniken konnte es noch nicht wissen"), diese gesammelte Information stammt aus J.P. Lauers "Saqquara" von 1976. Lauer war der Grabungsleiter in Sakkara, wo das Serapeum ist, und war logischerweise DIE Autorität zum Thema. Däniken brachte seine Stiersarg-Horrorstory seit "Augen der Sphinx" von 1989, also 13 Jahre nach der Veröffentlichung von Lauer, und treibt das Zeug bis heute durch seine Vorträge und Reisen.

Aber auch vor Lauer gabs entsprechende Veröffentlichungen, allerdings meines Wissens nach nur auf Französisch. Denn das Serapeum mit den wichtigsten Dingen wurde um 1850 entdeckt und weitgehend ausgegraben.

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Donnerstag, 3. April 2008, 02:10

Re: Erich von Däniken

Leute - ich will die Archäologie nicht schlechtmachen - und natürlich würde ich die Ergebnisse nicht in einem direkten Vergleich mit Dänikens Theorien bestehen lassen...

aber es ist nunmal Tatsache dass man in der Archäologie eine bruchstückhaft bewiesene Theorie einfach gern mit passenden Behauptungen auffüllt...

euer Beispiel mit den Pyramiden...natürlich wurden an kleineren Pyramiden Reste solcher Rampen entdeckt...jedoch nicht an den Großen...was natürlich nicht heißen soll dass es diese nicht gab!
Anfangs hat man also einfach behauptet es wäre eine kilometerlange Rampe gebaut worden - ohne Bewiese dazu gefunden zu haben - später, als man herausfand dass diese Theorie vielleicht nicht haltbar war, kam man auf die Erklärung mit mehreren Rampen, wieder später auf Rampen rund um den Bau herum, neuerdings sogar auf innenliegende Rampen mit Wendeplattformen an den Ecken - für alles fand man einige wenige Indizienbeweise, allerdings KEINE stichhaltigen Beweise...

also ebenfalls nur Spekulation...man wusste an kleinen Pyramiden exestierten Rampen also müssen an den Großen auch welche gewesen sein...erst die Behauptung-dann die (bisher erfolglose) Beweissuche - nicht anders als Däniken - auch wenn seine Behauptungen ganz andere Sphären erreichen

Falls ich mich natürlich irren sollte und es sind bereits EINDEUTIGE Beweise gefunden worden - Ich hab davon noch nichts mitgekriegt....
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Donnerstag, 3. April 2008, 03:26

Re: Erich von Däniken

Zitat

aber es ist nunmal Tatsache dass man in der Archäologie eine bruchstückhaft bewiesene Theorie einfach gern mit passenden Behauptungen auffüllt...

Und eben hier bist du Däniken auf den Leim gegangen, der gern sehr konplexe Fragestellungen zu sehr vereinfacht, um sie so als lächerlich darzustellen.

Rampen? Die wären doch viel zu lang und hätten ein mehrfaches des Volumens der eigentlichen Pyramide. Die Ägyptologen müssen schon selten dämliche Vögel sein, wenn sie ernsthaft so was behaupten.

Nur leider ist der Sachverhalt mit den Rampen etwas komplizierter als Däniken es darstellt.

Tatsache ist, dass die meisten Abhandlungen, die sich um Rampen drehen, auf die Cheopspyramide bezogen sind. Da diese fertig gestellt wurde, ist es nur allzu verständlich, dass hier keine größeren Reste einer Baurampe gefunden wurden.

Tatsache ist aber auch, dass aus früherer und späterer Zeit Beispiele von Rampen existieren. Gut erhalten sind sie etwa bei der Pyramide von Sinki Hier gibt es ganze vier Rampen, je eine auf jeder Seite. Nun ist das freilich eine recht kleine Pyramide. Doch auch bei größeren Pyramiden fand man Reste von Rampen, etwa an der unvollendet gebliebenen Sechemchet-Pyramide oder der Meidum-Pyramide.

Bezüglich der Cheopspyramide ergaben sich nun freilich einige Probleme: Die archäologisch nachweisbaren Rampen waren alle linear. Das Problem mit dem riesigen Volumen einer linearen Cheops-Rampe ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Aus diesem Grund hielten einige Forscher spiralförmige Rampen für plausibler. Leider ist dieser Typ archäologisch bisher nicht nachgewiesen.

So ist letztlich bis heute keine hundertprozentig eindeutige Lösung im Falle der Cheops-Pyramide gefunden, dennoch sind all die verschiedenen Rampentheorien durchaus plausibel begründet. Sie hängen nicht einfach im Raum wie Dänikens Ideen und sie stellen auch keinen Absolutheitanspruch.

Detailliertere Infos liefert Dieter Arnold: "Building in Egypt".
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Donnerstag, 3. April 2008, 03:32

Re: Erich von Däniken

@Schütze - hab ich jetzt irgendwas anderes behauptet???ich hab weder gesagt dass ich Dänikens Ansichten teile, noch dass es überhaupt keine Rampen gab, sondern dass an den drei großen Pyramiden keine Reste gefunden wurden und dass bis heute noch nicht klar ist wie man diverse Rampen angelegt hat - eine andere Möglichkeit als die Arbeit über eine Rampe zu bauen sehe ich auch nicht, nur dass "wie" ist die Frage...

meine Aussage zur Archäologie war übrigens allgemein bezogen, nicht nur auf die Pyramiden...
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381

Donnerstag, 3. April 2008, 03:48

Re: Erich von Däniken

@draco
nun, du schriebst, die archäologie würde gern mit bloßen behauptungen um sich werfen. am beispiel pyramidenrampen habe ich versucht, dir deutlich zu machen, dass dem nicht so ist und dass wissenschaftliche aussagen stets auf fakten begründet sind. alle rampentheorien sind erklärungsVERSUCHE und genau als solche werden sie eben auch ausgegeben. wo also ist jetzt das problem?
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382

Donnerstag, 3. April 2008, 12:31

Re: Erich von Däniken

@ Schütze - du verdrehst mir die Behauptungen im Munde

ich habe gesagt dass meine Aussage zur Archäologie algemein bezogen war und nicht nur auf die Pyramiden...
ich habe niemals behauptet die Archäologie "würde gern mit bloßen behauptungen um sich werfen", sondern dass "man in der Archäologie eine bruchstückhaft bewiesene Theorie einfach gern mit passenden Behauptungen auffüllt..."

zwischen "bloßen" Behauptungen und "passenden" Behauptungen liegt der Unterschied...

nehmen wir zum Beispiel diverse Tonstatuetten aus der Steinzeit, die "Venus von Willendorf", z.B. und ähnliche

man hat diese Statuen gefunden, hat weder Schriftüberlieferungen noch sonst irgendetwas, die allgemeine Meinung der Archäologen ist aber dass es sich dabei um einen verbreiteten Fruchtbarkeitskult handelt oder um Götterdarstellungen- reine Spekulation, es könnte ebensogut nur Kunst sein - niemand weiß oder wird jemals wissen wie die Menschen damals wirklich dachten...
natürlich gibt es auch hier ein paar Ausnahmetheorien , wie z.B. die oft verlachte PinUp-Theorie....
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Frank D

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Donnerstag, 3. April 2008, 20:49

Re: Erich von Däniken

Hallo Draco!

Deiner Aussage, daß "man in der Archäologie eine bruchstückhaft bewiesene Theorie einfach gern mit passenden Behauptungen auffüllt..." muß ich heftigst widersprechen.

Erstmal: bitte, bitte mach Dich schlau, was eine Theorie und was ein Beweis ist - eine bewiesene Theorie ist z.B. keine Theorie mehr, sondenr ain Fakt :D
Du meinst eher eine lückenhaft belegte Hypothese - und die Lücken werden nicht mit Behauptungen, sondern mit

kenntlich gemachten und begründeten Spekulationen gefüllt. Kein Fachmann würde behaupten "das ist so", sondern "Ich meine, daß deis soundso ist, weil folgende Argumente dafür sprechen..."

Bitte verwechsele auch in diesem Zusammenhang nicht Fachliteratur von Experten mit populärwissenschaftlicher Literatur (die überwiegend vo Laien, z.B. Journalisten verfaßt wird) - die kann in der Tat oft entsprechende Behauptungen enthalten.

GreWi-Autoren verwenden übrigens gerne ainen trick, um "die Wissenschaft" zu verunglimpfen: Einfach einen Laienautor, der eindeutig Unsinn schreibt, zum Fachmann hochstilisieren und diesen dann auseinandernehmen. In "Augen der Sphinx" macht Däniken z.B. aus einem pensionierten Architekturprofessor den Chefägyptologen Österreichs, um dann auf mehreren Seiten eine wirklich dämliche Bauthese genüßlich zu zerlegen. Dabei schreibt der Autor selbst in seinem Vorwort, daß sein Buch von den Fachleuten verlacht und von den Verlagen verspottet wurde, und er es daher im Selbstverlag veröffentlichen mußte.

Die Spekulationen der Experten halten sich normalerweise auch an das vorgegebene Faktenskelett, was die Intensität der Spekulationen sehr limitiert. Das wirkt im Vergleich zu GreWi-Spekulationen natürlich nur langweilig.

Beispiel: Das Alter der Sphinx.
GreWi-Spekulation dazu: 12000 Jahre alt, untergegangene Kultur, Atlantis, und so weiter.
Ägyptologische Spekulation: Wurde sie von Cheops, Djedefre oder Chefren angefertigt?

Wieso die Diskrepanz? Weil die Grewi sämtliche bekannten Fakten ignoriert und lediglich eine schwer beweisbare Wassererosion als einzige Basis nimmt (für die es übrigens auch eine andere geologische Erklärung gibt).

Was sind die Fakten? Der Graben, in dessen Mitte der Sphinx steht (der ein Knubbel für den Bau ungeeigneten, zu weichen Kalksteins ist, der bei Ausbeutung des Steinbruchs stehengelassen und nachher in Form gehauen wurde) war einer der 5 bekannten Steinbrüche für die Pyramiden. Von dort führt eine Schleifpiste zur Cheopspyramide, und in den unteren Lagen wurden Steine aus dem Sphinxgraben gefunden.
Der danebenliegende Sphinxtempel wurde ebenso wie der Totentempel des Chefren aus diesem Material gebaut, und noch eine Umfassungsmauer der Chefren-Pyramide.
Unter dem Fundament des Sphinxtempels wurde Keramik aus der Zeit von Snofru, dem Vater von Cheops, gefunden. Da der Sphinx erst formbar war, nachdem der Steinbruch ausgebeutet war, ist er daher unverrückbar in die Zeit zwischen Snofru und Chefren festgenagelt. Will man den Sphinx 12000 Jahre alt machen, muß man die gesamten 4 ersten Pharaonen der 4 Dynastie ebenfalls umdatieren.
Das aber ist nicht möglich, da wir etliche Königslisten und andere Datierungen haben, die die Chronologie dieser Pharaonen auch auf ein paar Jahrzehnte genau fixiert.
Und was ist mit den Erosionsspuren? Nun, in der Nähe der Mykerinospyramide tritt die Gesteinsschicht, aus der der Sphinx besteht, aus der Steinbruchflanke aus und bildet das Dach dreier Gräber, z.B. der Chentkaus-"Pyramide". Und zeigt dort absolut identische Erosionsmuster. Nur: Der Platz dieser Gräbe wurde erst beim Abbau der Steine für die Chefren-Pyramide freigelegt, war also definitiv vorher keiner Erosion ausgesetzt. Das bedeutet, daß es keinerlei Notwendigkeit für 6000 Jahre Erosion gibt, um in diesem Gestein diese Spuren zu erzeugen.Das gestein ist einfach so schlecht, daß die bis heute immer noch auftretenden teils heftige Regenfälle vollständig ausreichen.

Daher bleibt den Archäologen nur die Spekulation, welcher der 3 in Frage kommenden Pharaonen es denn nun wirklich war.

Und jetzt sag mir, daß es da keinen Unterschied zwischen der Gre- und der E(cht)-Wi gibt :)

dracopainter

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Freitag, 4. April 2008, 00:52

Re: Erich von Däniken

Wieso leitet eigentlich jeder meine allgemeinen Aussagen immer wieder auf die Ägyptologie zurück?Und warum versucht jeder mir zu erklären wie alt die Pyramiden oder die Sphinx sind, dass hab ich nie gefragt oder auch nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu in Frage gestellt...

Die Ägyptologie ist der bekannteste und wahrscheinlich am besten erforschte Teil der gesamten Archäologie, dass dort wenige (im Vergleich zu anderen Teilgebieten) Sachverhalte ungenügend erklärt sind versteht sich da wohl von selbst...

aber Archäologie ist mehr als nur Ägypten und der Mittelmeerraum...

@Frank - das mit der bruchstückhaft bewiesenen Theorie war durchaus so gemeint - ist vielleicht für dich wissenschaftlich gesehen nicht der richtige Ausdruck, Hypothese wäre vielleicht richtig, aber umgangssprachlich sagt man zumindest da wo ich herkomme Theorie dazu...ich bezweifle dass die meisten Leute bei mir in der Firma dass Wort Hypothese überhaupt kennen...

zur Erläuterung...

ein Fakt ist einwandfrei bewiesen.
eine Theorie ist erstmal reine Spekulation.

eine bruchstückhaft bewiesene Theorie ist für mich in dem Fall eine Theorie, für die einige Beweise sprechen, die aber noch nicht 100% sicher bewiesen ist.

Und zu deinen Fachmännern die niemals "das ist so" sagen - gibt es leider zu viele auf dieser Welt, wer als "Fachmann" gilt und wer nicht ist auch Ansichtssache...
früher galten die "wirklichen" Experten auch nicht als Fachmänner, sondern oft als Ketzer die ihre Meinung zum eigenen Wohle besser für sich behalten hätten - ansonsten kam so n netter Verein mit Namen Inquisition gern mal auf nen Kaffee vorbei
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Frank D

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385

Freitag, 4. April 2008, 01:02

Re: Erich von Däniken

Nein, Draco, eine Theorie ist keine "pure Spekulation". Bitte mach Dich mal kundig, was eine Theorie ist, ansonsten reden wir noch ellenlang aneinander vorbei (siehe z.B. die Definition bei Wikipedia)

dracopainter

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386

Freitag, 4. April 2008, 22:43

Re: Erich von Däniken

Hab mich kundig gemacht - wissenschaftlich gesehen hat Frank natürlich Recht, umgangssprachlich für dass gemeine Volk stehe ich immer noch zu meiner Meinung über Theorien...

was übrigens jetzt mit meiner Meinung zum Verhalten von Archäologen keinen Unterschied macht....
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387

Freitag, 4. April 2008, 23:23

Re: Erich von Däniken

Naja, wie schon paar mal geschrieben, ist der entscheidende, grundlegende Unterschied
die Vorgehensweise. Die Wissenschaft sammelt erstmal Fakten, die dann möglichst alle
zur Bildung einer Theorie mit einbezogen werden. Widersprüche wiederlegen Theorien
gewöhnlich zunächst. In den Märchen hat man da erstmal ein Phantasiegebilde, mag es
auch noch so abstrus erscheinen, Hauptsache spektakulär, und alles was einem so über den
Weg läuft wird dann mit eingeschustert. Kann (oder soll) sein, dass es dann ein popularistisches
Interesse für diese Gebiete weckt, daher auch Populärwissenschaft, aber denkts du wirklich Dänikens
Motivation wäre es etwas für die Forschung beizutragen?

dracopainter

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388

Freitag, 4. April 2008, 23:54

Re: Erich von Däniken

@Intruder - ja ich denke tatsächlich Dänikens ursprüngliche Motivation hat damit zu tun gehabt der Forschung beizutragen, bzw. von ihm angenommene Missstände der Forschung in eine andere Richtung zu lenken....
ich denke jedoch auch dass seine ursprüngliche Motivation recht schnell in Geld - und Geltungsgier umschlug (meine persönliche Meinung)
wer einmal im Rampenlicht stand, will dort wieder hin, bzw. dort bleiben - um jeden Preis...

ich glaube Däniken hielt sich anfangs für einen "Forscher" des alten Schlags, wie die Abenteurer des 18. oder Anfang 19. Jahrhunderts, die auzogen um vergessene Schätze und versunkene Städte zu entdecken, dabei aber ohne viel Professionalität vorgingen

nachdem er gemerkt hat dass seine Theorien bei den Lesern auf fruchtbaren Boden fielen, musste er nachlegen, um dass Interesse an ihm und seiner Geschichte aufrecht zu erhalten
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Intruder

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389

Samstag, 5. April 2008, 00:14

Re: Erich von Däniken

hmm.. ich hab mich ja nun auch nicht ausgiebig mit däniken befasst *hust*
aber das meiste von ihm ritt doch irgenwie auf der ufowelle. alles was dem
so begegnet ist war meist außerirdischen ursprungs. fakten, widersprüche,..
sche**egal. veraltete, verdrehte thesen, werden als sogenannte beweise
herangezogen. und er ist/war hotelier, was eine gewisse wirtschaftlich
orientierte ausbildung zu grunde legt. und was die professionalität im
18. oder 19. Jahrhundert angeht, naja ist ja nun auch ein anderes
Thema, außer dass er damit vielleicht eine gewisse, markttaugliche
Romantik beim Leser wecken wollte... würd ich mal sagen.

dracopainter

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390

Samstag, 5. April 2008, 00:34

Re: Erich von Däniken

Das mit dem Forscher des alten Schlages hat Däniken selbst soweit ich weiß nie gesagt...dass ist eine reine Annahme von mir!Folglich kann man nicht sagen dass damit etwas bezweckt wurde...

mit Däniken großartig befasst hab ich mich auch nicht - im Lauf der Jahre hab ich wohl drei oder vier Bücher von ihm gelesen...das meiste zielt wirklich auf einen Ausserirdischen Ursprung oder zumindest Besuch ab - aber dass ist ja auch der Grundstein seiner Behauptungen und viele seiner "Beweise" sehen auf den ersten Blick ziemlich einleuchtend aus...

dass er eine wirtschaftliche Ausbildung hat ist logisch - damit kann man sich aber auch nicht ausrechnen ob ein Buch zu einem Thema nun Erfolg hat oder nicht
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