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Bjarne

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16

Dienstag, 1. September 2009, 14:33

Re: Das dunkle Mittelalter

@Nacktaffe

Man muss aber bedenken, dass selbst die Römer gebildete Sklaven hatten, die u. a. als Schreiber oder Hauslehrer angestellt waren. Diese waren aber im Vergleich zu den auf dem Feld oder am Bau beschäftigten Sklaven eher in der Minderheit.
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silvercloud

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17

Mittwoch, 2. September 2009, 12:21

Re: Das dunkle Mittelalter

Ja,

jetzt sollte man aber nicht vergessen das die Schule in Rom fast nur von gebildeten Sklaven besetzt waren. Viele Sklaven entstammten ja durchaus auch höher gestellten Familien und aus Gegenden in denen die Allgemeinheit durchaus gebildet war.
Ich denke auch hier kann man es nicht verallgemeinern, aber Sklaven waren halt nicht nur tumbe Arbeitskräfte die nur ackerten (die gab es auch, natürlich) sondern durchaus hochgebildete Facharbeiter.
Und aus diesem Verhältnis entstammen auch die "Rechte" der Sklaven. Teilweise jahrelang an die Familie gebunden ergab sich von alleine eine enge Bindung an die Sklavenhalter. So das es klar war das man ihnen nichts tat.
Abgesehen davon war es ja auch ein finanzieller Verlust, so ein Sklave war nicht billig, weder im Kauf noch im Unterhalt (fast wie ein Auto)
Silver

Bjarne

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18

Mittwoch, 2. September 2009, 16:11

Re: Das dunkle Mittelalter

@silvercloud

Natürlich, dies sollte man schon bedenken, doch waren vielen von den gebildeten Sklaven doch eher die Minderheit.
Ich möchte aber gern noch mal etwas zum Thema Mittelalter beitragen.
Ich bin ja wirklich der Ansicht, dass wir es uns zu finster malen. Natürlich hat es auch eine Reihe von wirklich negativen Ereignissen gegeben. Doch die z.B. die großen Hexenverfolgungen und das Wirken der Inquisition kamen erst im 13. Jahrhundert auf.
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Nacktaffe

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19

Mittwoch, 2. September 2009, 16:30

Re: Das dunkle Mittelalter

Die Hexenverfolgungen und die Inquisition konnten nur solche Ausmaße annehmen, weil große Teile der Bevölkerung völlig vergiftet waren von Leuten, die im Namen des Herren ihre Geschichten verbreiteten. Damit wären wir wieder bei der katholischen Kirche als Urheber für die meisten Dummheiten, die im Mittelalter so begangen wurden...

Ich glaube allerdings auch, dass es zumindest in einigen Epochen wesentlich zivilisierter zuging, als wir uns das heute vorstellen. Man neigt ja leider dazu, alles was früher war, gleichzeitig als primitiv zu betrachten.
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Bjarne

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Mittwoch, 2. September 2009, 16:39

Re: Das dunkle Mittelalter

Ja, das ist auch eine Ursache. Die Kirche setzte teilweise auf das Prinzip Angst, um ihre Macht zu stärken. Kein neuer Gedanke, aber es wurde eben auf die Bereiche des alltäglichen Lebens der Menschen angewendet.
Ein immer wiederkehrendes Prinzip, doch es ist nicht ganz so einfach, aber diese Schablone hat sich leider für die herrschende Klasse öfter bewährt.
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Mittwoch, 2. September 2009, 16:55

Re: Das dunkle Mittelalter

Diese Schablone bewährt sich ja selbst heute noch... Siehe Terrorismus, Schweinegrippe usw... Menschen, die in Angst leben, sind Menschen, die bereit sind einiges über sich ergehen zu lassen, nur um ein kleines Stück Sicherheit zu erhaschen. Außerdem denken solche Menschen nicht so viel nach, was ja auch immer schon im Interesse der Herrschenden war.
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Bjarne

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22

Mittwoch, 2. September 2009, 17:11

Re: Das dunkle Mittelalter

Absolut, man kann dies ja auch mit der beinahe gewollten Verkümmerung der Bildung in unserer Zeit vergleichen.
Auch wenn es zu absurd ist es so einfach zu vergleichen. Damals war es nur einer Elite möglich ein hohes Maß an Bildung zu erlangen. Stichwort Studiengebühren.
Aber vielleicht führt das auch zu weit.
Zum Mittelalter möchte ich gern nochmal etwas in die Runde fragen.
Kennt jemand noch die Ständepyramide aus den Geschichtsbüchern? Diese ist auch so ein Beitrag dazu, dass wir das Mittelalter immer noch missverstehen.
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Volucris

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23

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 16:36

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat von »"Nacktaffe"«

Die Hexenverfolgungen und die Inquisition konnten nur solche Ausmaße annehmen, weil große Teile der Bevölkerung völlig vergiftet waren von Leuten, die im Namen des Herren ihre Geschichten verbreiteten. Damit wären wir wieder bei der katholischen Kirche als Urheber für die meisten Dummheiten, die im Mittelalter so begangen wurden...

Ich glaube allerdings auch, dass es zumindest in einigen Epochen wesentlich zivilisierter zuging, als wir uns das heute vorstellen. Man neigt ja leider dazu, alles was früher war, gleichzeitig als primitiv zu betrachten.


Also wenn ich bedenke, wie es speziell im 14. Jahrhundert zuging, bezweifel ich, dass die Kirche alleine daran schuld war. Man bedenke, dass hier eine kleine Eiszeit statt fand und gleichzeitig die Pest die Leute dahin raffte. Das einzige, was den Menschen noch blieb, war die Hoffnung, das zu überleben. Also der Glaube. Abgesehen davon war da noch der Hundertjährige Krieg für jene, die zuweit im Westen lebten. Also zusammen gefasst: Wenn man nicht an der Pest krepierte, frass einen der Hunger auf. Wenn der Hunger einen nicht umbrachte, tat es vielleicht der Nachbar, weil *er* hunger hatte und dein Essen wollte. Tat es nicht der Nachbar, waren vielleicht feindliche Soldaten auf dem Weg zu deinem Gehöft.

Für die Ernte ausfälle und der Pest hatte man ein Ventil gebraucht. Ein Grund, warum es allen so schlecht ging. Dass es das Wetter war und die mangelnde Hygiene, war für die Leute schwer zu glauben - zumal man dies ja nicht erforschen durfte, dank der Kirche. Denn wer sich gut mit dem Wetter auskannte, war auch schuld daran, dass das Wetter so war. Und das muss eine Hexe gewesen sein. Ein Mensch war eine Sache, die man begriff. Etwas, woran man seine Wut auslassen konnte und die Möglichkeit offen lies, dass sich etwas ändert, wenn man ihn umbringt. Und somit war eine neue Hexenjagt geboren, auf dass die Ernten besser wird und die Pest vorrüber geht.

Auch interessant ist die Tatsache, dass man früher das Korn mit anderen Kräutern streckte, um mehr davon zu haben. Darunter war auch ein Kraut, welches heute als Rauschgift bekannt ist - welches genau, müsst ich nochmal nachsehen. Könnte Mohn gewesen sein. Jedenfalls merkte man, wenn man das in die Zutaten mit hinein mischte, hatte man danach weniger Hunger. Tatsache war eher, dass es einem egal war, dass man Hunger hatte. Auch erschien dadurch die Welt einem Freundlicher und machte die Zeit erträglicher. Naja. Und dann war da noch der Krieg im Westen.

Ach und was noch passiert hätte können: Jemand hat ein Verbrechen bei wem entdeckt (ob es stimmte oder nicht) und dieser wurde zur Strafe zum Kreuzzug geschickt - Buße tun.

Aber zum eigentlichen Thema:
Ich denke mal, dass die Kirche schon einen großen Teil dazu beigetraten hat. Forschung war Teufels Werk. Ausserdem hatte man wichtigere Sachen zu klären, als so etwas - Kreuzzüge z.B.

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Donnerstag, 22. Oktober 2009, 17:06

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat

Jemand hat ein Verbrechen bei wem entdeckt (ob es stimmte oder nicht) und dieser wurde zur Strafe zum Kreuzzug geschickt - Buße tun


hmm soweit ich weiß, waren alle Kreuzritter freiwillig (außer natürlich die Lehenssoldaten) dabei und wurden nicht aus "Stafe" hingeschickt.
Warum trauerst du dem Mantel nach, den man dir stahl, wenn du dir, mit der dir verblieben Zeit, einen Neuen kaufen könntest.

"In diesem Sinne..."
Prof. Dr. Harald Lesch

Volucris

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25

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 17:23

Re: Das dunkle Mittelalter

Die meisten auf jedenfall. War ja eine Glaubens- und Ehrenfrage. Aber dennoch gab es da ein paar, die zur Buße ins Gelobte Land geschickt wurden. Ich gestehe: Bei diesem Punkt hab ich übertrieben, wobei es so wenige auch nicht waren. Und man muss auch jene hinzurechnen, die zwar freiwillig dort waren, aber sie hingingen, weil man es von ihnen verlangte. Wo der Vater vom Sohn verlangte, dass er zum Helden wird usw.

Ansonsten waren natürlich Glaube, Ehre und ganz besonders der Wirtschaftliche Aspekt die Hauptgründe (neue Lehen, Länderein, Städte usw.) für die Kreuzüge. Sorry für die falsche Gewichtung bei diesem Punkt.

Gamma

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26

Donnerstag, 22. Oktober 2009, 19:16

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat von »"Volucris"«

Auch interessant ist die Tatsache, dass man früher das Korn mit anderen Kräutern streckte, um mehr davon zu haben. Darunter war auch ein Kraut, welches heute als Rauschgift bekannt ist - welches genau, müsst ich nochmal nachsehen. Könnte Mohn gewesen sein. Jedenfalls merkte man, wenn man das in die Zutaten mit hinein mischte, hatte man danach weniger Hunger. Tatsache war eher, dass es einem egal war, dass man Hunger hatte. Auch erschien dadurch die Welt einem Freundlicher und machte die Zeit erträglicher. Naja. Und dann war da noch der Krieg im Westen.

Warum sollte man das Korn mit Kräutern strecken, wenn daraus später Mehl gemahlen werden soll? Kann es vielleicht sein, dass du Mutterkorn meinst?
Das ist aber kein Kraut, sondern ein giftiger Pilz der Getreide befällt und unter anderem Halluzinationen verursacht. Interessanterweise gibt es die Theorie, dass zwischen Mutterkornvergiftungen und einigen Fällen von Hexenhysterie ein Zusammenhang bestehen könnte, insbesondere bei den Hexenverfolgungen von Salem.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mutterkorn
Auch durch Mutterkorn verseuchtes Getreide und daraus resultierende Fälle von Ergotismus mit Wahnvorstellungen wurden als Ursache vermutet http://de.wikipedia.org/wiki/Hexenprozesse_von_Salem

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar immer wiederkehrende Irrtümer zum Thema Hexenverfolgungen richtigstellen:

1. Hexenverfolgungen, so wie wir sie kennen, gab es im Mittelalter nicht. Zu dieser Zeit wurde nur ganz vereinzelt mal jemand als Hexe(r) angeklagt und bei einem Schuldspruch nicht gleich verbrannt, sondern höchstens an den Pranger gestellt oder aus der Stadt verbannt.
Der Höhepunkt der Hexenverfolgungen war vor allem die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648)

2. Es gab keine grossen Unterschiede zwischen katholischen und evangelischen Ländern, was das Außmass der Verfolgungen betrifft. Bemerkenswert ist hierbei, dass es in Italien und Spanien kaum zu Hexenverfolgungen kam:

Zitat

In Spanien ist die Jagd auf Hexen ein begrenztes Phänomen, eine Ausnahme ist allerdings das Baskenland, wo sie ähnliche Ausbreitung wie beispielsweise in Deutschland oder Frankreich findet.
Die gefürchtete spanische Inquisition (die strenger organisiert ist als beispielsweise die römische) geht kaum gegen die angeblichen Hexen vor. Oft greift sie nur widerwillig ein, auf Anfrage der jeweiligen Gemeinden und der zivilen Justiz.

Zitat

Meist beschäftigte sich die italienische Inquisition mit privaten Streitigkeiten unter Bürgern. Streitigkeiten, die bei den Hexenprozessen in Deutschland meist zum Tode der Angeklagten geführt hätten, wurden hier meist milde bestraft oder auch gar nicht. 1579 wird eine der Hexerei beschuldigte Frau in Modena freigesprochen. Eine Prostituierte, die wegen erotischer Beschwörungen vor Gericht stand, wird öffentlich ausgepeitscht und in die Verbannung geschickt.
Anders aber wenn es um die Wissenschaft geht. Im Jahre 1600 wird der Humanist Giordano Bruno öffentlich verbrannt, weil er für das heliozentrische Weltbild des Kopernikus eintrat. Galilei muss sich 1633 vor dem Heiligen Offizium verantworten (selbe Anschuldigung) und nur weil er widerrief, kommt er mit dem Leben davon und wird unter Hausarrest gestellt. http://mitglied.lycos.de/mundball/Inquisition.htm

Damit wären wir auch schon beim nächsten Punkt:
3. Die Inquisition war für Hexenprozesse gar nicht zuständig, weil Schadenszauber in den Bereich der weltlichen Gerichtsbarkeit fielen, während die Inqusition dazu geschaffen wurde, Häretiker, d.h. Abweichler von der katholischen Glaubenslehre, zu bekämpfen. Bestes Beispiel dafür sind die http://de.wikipedia.org/wiki/Katharer, von denen sich das deutsche Wort "Ketzer" herleitet.

4. Die weitaus meisten Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen kamen aus dem Volk und nicht von der Obrigkeit.
Nachdem man dieses Filmchen gesehen hat, kann man das auch sehr gut nachvollziehen:

http://www.youtube.com/watch?v=uumjIGE3GNU

Vor 400 Jahren hätten sich die Protagonisten vermutlich gegenseitig der Hexerei bezichtigt und die Fürsten, in deren Ländern es zu solchen Anschuldigungen kam, konnten auf solche lästigen Unruhestifter und Volksaufwiegler wahrscheinlich genauso gut verzichten, wie Barbara Salesch auf Regina Zindler.

Ich glaube das waren die wichtigsten Punkte.
Dass es auch eine grosse Anzahl von Männern und auch Kindern gab, die dem Hexenwahn zum Opfer fielen, dürfte wohl allgemein bekannt sein.

Volucris

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Donnerstag, 22. Oktober 2009, 20:19

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat von »"Gamma"«

4. Die weitaus meisten Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen kamen aus dem Volk und nicht von der Obrigkeit.


Wort! Eigentlich hatte ich gehofft, es gesagt zu haben, als ich meinte, dass die Ernte nicht klappen wollte und die Leute deswegen Eigenjustiz verübte.

Und die Inquisitoren verbrannten dennoch Hexen. Allerdings vllt nicht jeden, der beschuldigt wurde. Dennoch gibt es den Wicca-Glauben und dieser ist ein anderer Glaube als der Christliche. Daher jagte man eben diese "echten" Hexen und verbrannte sie.

Wegen dem Brot: Hab festgestellt, dass ich die zeit zum 30 Jährigen Krieg meinte. Da wurde das Brot so knapp, dass es eben sehr Wertvoll wurde. Das Brot das die Armen assen hieß Hundebrot und wurde mit Schlafmohn, Bilsenkraut und Mutternkorn (wie du ja sagst) gestreckt. Leider finde ich aber im Internet die drei Kräuter nur im zusammenhang mit der Hexensalbe. Und zum Hundebrot find ich eben nur, dass es mit Kräutern, die Drogen gleich kommen, gestreckt wurde.

Gamma

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28

Freitag, 23. Oktober 2009, 17:59

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat von »"Volucris"«

Und die Inquisitoren verbrannten dennoch Hexen. Allerdings vllt nicht jeden, der beschuldigt wurde.
Wikipedia meint dazu:

Zitat

Die weit verbreitete Annahme, die vor allem im 15.–18. Jahrhundert stattgefundenen Hexenverfolgungen gingen hauptsächlich auf das Konto der kirchlichen Inquisition, ist historisch falsch. Die weit überwiegende Anzahl der Hexenprozesse wurde vor weltlichen Gerichten verhandelt. Parallelen in der Verhandlungsführung bestehen jedoch insofern, als sich auch weltliche Gerichtstribunale zur Hexenverfolgung des juridischen Instruments des Inquisitionsverfahrens samt Folter bedienten. Obwohl der Anteil der Inquisition an der Hexenverfolgung zwar insgesamt gering ist, war sie dennoch daran nicht unbeteiligt[url=http://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition

[quote="Volucris"]Dennoch gibt es den Wicca-Glauben und dieser ist ein anderer Glaube als der Christliche. Daher jagte man eben diese "echten" Hexen und verbrannte sie.

Meines Wissens gab es zur Zeit der Hexenverfolgungen niemanden, der sich selbst als Hexe, Zauberer oder ähnliches bezeichnet hätte, ausser natürlich unter dem Einfluss von Folter, Drogen (Mutterkorn?) oder psychischen Erkrankungen. Soweit ich weiss, gab es damals auch keinerlei heidnische Kulte, die man vielleicht als "echten" Hexenglauben interpretieren könnte.

Der Wicca-Glaube ist übrigens eine neuzeitliche Erfindung:

Zitat von »"Wikipedia"«

Wicca ist eine neureligiöse Bewegung und enthält synkretisch-moderne Mysterienelemente.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wicca

Zitat von »"Volucris"«

Das Brot das die Armen assen hieß Hundebrot und wurde mit Schlafmohn, Bilsenkraut und Mutternkorn (wie du ja sagst) gestreckt. Leider finde ich aber im Internet die drei Kräuter nur im zusammenhang mit der Hexensalbe. Und zum Hundebrot find ich eben nur, dass es mit Kräutern, die Drogen gleich kommen, gestreckt wurde.

Sorry, ich verstehe nicht ganz, wie es möglich sein soll, Getreide bzw. Mehl mit Kräutern zu strecken?
Wahrscheinlich ist das aber nur ein bißchen unglücklich formuliert und du meinst mit "strecken" nicht die Vortäuschung einer grösseren Menge, sondern nur die Beimischung bestimmter Substanzen.
Es wäre auch hilfreich, wenn du die Seite mit dem Hundebrot mal verlinken könntest. Bei Google finde ich unter diesem Begriff nämlich nur Seiten über Hundefutter. :shock:

Volucris

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29

Freitag, 23. Oktober 2009, 19:48

Re: Das dunkle Mittelalter

Öhm. Ich gab dir bereits recht?:

Zitat von »"Volucris"«

Gamma hat geschrieben:
4. Die weitaus meisten Anschuldigungen gegen vermeintliche Hexen kamen aus dem Volk und nicht von der Obrigkeit.


Wort! Eigentlich hatte ich gehofft, es gesagt zu haben, als ich meinte, dass die Ernte nicht klappen wollte und die Leute deswegen Eigenjustiz verübte.


Zitat von »"Volucris"«

Und die Inquisitoren verbrannten dennoch Hexen. Allerdings vllt nicht jeden, der beschuldigt wurde.

Wicci:

Zitat

Obwohl der Anteil der Inquisition an der Hexenverfolgung zwar insgesamt gering ist, war sie dennoch daran nicht unbeteiligt.

Wo schliesst das eine das ander aus? Mit beschuldigen meine ich die, die von der Inquisition beschuldigt wurde. Die weltlichen Gerichte meine ich nun nicht damit.

Zitat von »"Gamma"«

Meines Wissens gab es zur Zeit der Hexenverfolgungen niemanden, der sich selbst als Hexe, Zauberer oder ähnliches bezeichnet hätte, ausser natürlich unter dem Einfluss von Folter, Drogen (Mutterkorn?) oder psychischen Erkrankungen. Soweit ich weiss, gab es damals auch keinerlei heidnische Kulte, die man vielleicht als "echten" Hexenglauben interpretieren könnte.

Heidnische Kulte wurden vom Christentum verboten. D.h. Andersgläubige wurden zwangskonvertiert. Jeder der dann noch offen zugab, er gehört nicht zum Christentum musste mit Konsequenzen rechnen . Ich rede jetzt aber von frühen Mittelalter, nicht von der Zeit, zu der das Christentum schon ein Standart war. Aber auch später musste man mit Konsequenzen rechnen, wenn man sagte, man hat einen heidnischen Glauben. Wenn man bedenkt, wo die Kelten und Germanen herkamen, kann man sich selbst denken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass deren Kulturen auch die Zeit überdauerten - natürlich nicht mehr in aller Öffentlichkeit.

Die Kirche selbst sorgte auch dafür, dass man alle Überlieferungen dieser Kulte vernichtete, um sie auszurotten. Daher wurde alles aus diesem Glauben nur noch wörtlich überliefert, um so wenig Beweise wie möglichst zuhause zu haben.

Zitat von »"Gamma"«

Der Wicca-Glaube ist übrigens eine neuzeitliche Erfindung:

Auch hier wiederspreche ich dir nicht. Doch ich hätte auch sagen können: Die keltischen und germanischen Naturreligion hatten weiterhin bestand, auch wenn nicht mehr öffentlich - wie gesagt: Sie wurden gezwungen und ich bezweifel, dass du *wirklich* an Geister glaubst, wenn du es sagst, damit man dich nicht umbringt ;).
Aber wenn du im übrigen weiterliest ;):

Zitat

Andere Elemente des Wicca stammen tatsächlich aus vorchristlicher Zeit, so die Verehrung von Göttinnen, teilweise auch die einer dreifachen Göttin und viele der Feste des Jahreskreises. So wurden Imbolc, Beltaine, Lugnasadh und Samhain bei keltischen Stämmen der britischen Inseln tatsächlich gefeiert. Sonnenwendfeiern sind bei den Germanen überliefert. Allerdings ist über Einzelheiten dieser Feste nur wenig bekannt. Die Vorstellung vom Sommerland und der Anderswelt stammen ebenfalls von den Kelten. Die Aussagen verschiedener Quellen zum Thema Wiedergeburtsglauben bei den Kelten sind widersprüchlich, aber die aktuelle wissenschaftliche Auffassung ist, dass es bei den Kelten zwar den Glauben an Gestaltwandler, Wiedergänger und Wiederbelebung von Toten gab, es aber keine gesicherten Belege für den Glauben an Reinkarnation oder Seelenwanderung gibt.

Nur weil der Glaube von den Kelten oder Germanen herkam, heißt es nicht, dass er durch das Christentum gänzlich ausgerottet werden konnte. Es gab jemanden in Deutschland (leider), der auch versuchte, eine gewisse Kutlur auszurotten und schaffte es nicht.

Zitat von »"Gamma"«

Es wäre auch hilfreich, wenn du die Seite mit dem Hundebrot mal verlinken könntest. Bei Google finde ich unter diesem Begriff nämlich nur Seiten über Hundefutter. :shock:

Stimmt oO. Find gerade auch nichts. Wenn es dir genügt, dass ich dir den Titel einer Dokumentation heraussuche, in der das Thema behandelt wurde, dann schau ich gleich nach, wo das drin war. Denke nicht, dass es eine Erfindung des Autors war - muss ja irgendwoher kommen ;).

Hesekiel

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Sonntag, 15. November 2009, 23:38

Re: Das dunkle Mittelalter

wir haben im allgemeinen ein viel zu schlechtes bild über das Mittelalter zum einen sind ja die hekzenverbrennungen ein phänomän der frühen neuzeit...das gab es im mittelalter nicht aus dem einen Grund laut der christlichen lehre gibt es gar keine zauberei..wie also konnte man da jemanden der zauberei beschuldigen? :-)
auch die pest gehört in die frühe neuzeit...
auch die absolute ablehnung von heidnischen und anderen glauben ist ein irrtum...bzw. wurde nicht mit tod und verbannung etc bestraft...das wahre machtinstrument der kirche bzw. der christen war es doch andere religionen zu unterwandern. die mönche und "missionare" waren ja nicht dumm.. die kirche hatte etwas zu bieten quasi wie ein dienstleister..Feste..einen kalender..ein ewiges leben..etc.
Für einen Normannen beispielsweiße klang das sehr verlockend und dieser hatte auch kein Problem damit neben seinen vielen göttern eben noch einen mehr zu haben...jedoch der wahre clou kam erst nach einigen jahren..wenn man sich der christlichen kirche anschloss wurde man stückchenweiße in ein gesellschaftliches system eingebunden...nicht brachial sondern schleichend..das ist die wahre kunst des christentums...

überhaupt ist es schwierig den standart der römischen hochkultur mit den kulturen aus der peripherie und aus dem nahen osten (völkerwanderung) zu vergleichen..die sind nunmal gekommen und haben allen anderen mit einem knüppel auf den kopf gehauen...das musste sich alles erst wieder neu entwickeln...

im übrigen war die kirche im mittelalter das non plus ultra was fortschritt und technik anbelangt.. den dort saßen die gelehrten dort wurde geforscht.. ich bin kein christ aber verdummung durch die kirche als fakt kann ich nicht durchlassen ;)
Wenn es nicht beides geben würde, Leben und Tod, dann gäbe es auch keine Unergründlichkeit. Wenn es nur Dunkelheit gäbe, dann wäre alles klar. Aber gerade weil es nicht nur Dunkelheit gibt, sondern auch Licht, wird unsere Lage unerklärlich

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