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Encyricon

Verschwörungstheoretiker

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31

Montag, 16. November 2009, 02:11

Re: Das dunkle Mittelalter

dem letzten satzt schließe ich mich an.
die kirche ist und war absolut fortschrittlich.
sie hat verzweifelt versucht dem plebs.. den aberglauben auszubläuen. (kräuterhexen..magie..und sonstige geistige verfehlungen).

geist und lehre der kirche bedeutet nur eins (!) liebe.
und niemals war es anders.

Encyricon
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32

Montag, 16. November 2009, 07:03

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat

geist und lehre der kirche bedeutet nur eins (!) liebe.


Das ist doch Quark.

Wenn du dir zum Beispiel das römische Imprium im Vergleich zum Mittelalter anschaust oder späte Ägyptische Kulturen da waren die was Medizin, Bildung, Schrift, Bautechnik, Waffentechnik etc. schon viel weiter entwickelt. Nur weil diese Kulturen andere Götter hatten wie die Christen wurde dieses Wissen verteufelt und durte nicht genutzt werden. Viele Schriftrollen der Römer wurden verbannt von den gutn Christen.

Jeder Mediziner durfte nur noch Aderlasse machen weil ein Mensch keinen anderen Mensch heilen kann, das kann nur Gott lt. Kirche. Also durfte oft nur gebetet werden.

JE
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33

Montag, 16. November 2009, 14:42

Re: Das dunkle Mittelalter

Hallo,
hier habe ich eine ganz nette Seite gefunden, wo mal ein paar Erfindungen aufgelistet sind, die im Mittelalter gemacht wurden.
Völlig denkfaul und abergläubisch war man in dieser Epoche nämlich auch nicht.
I'm not so bad... Once you get to know me...

Akascha

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34

Montag, 16. November 2009, 14:56

Re: Das dunkle Mittelalter

Das glaube ich jetzt nicht-die Kirche war fortschrittlich und hat aus Liebe gehandel?
Also die Kirche hat aus Liebe blutige Kreuzzüge geführt und aus Liebe unschuldige Frauen als Hexe verbrannt.
Außerdem hat die Kirche den Aberglauben geschürt um den Menschen Angst zu machen und um sie klein und dumm zu halten. Der Teufel, die Hölle, Höllenqualen erwarten jeden, der nicht brav ist, glaubt und sich an die Gebote hält.
Tut mir leid Kirche war im Mittelalter absoluet Heuchlei (auf heute möcht ich da jetzt nich eingehen) Päpste haben wild in der Gegen rumgef....., hatten Huren, haben berrauschende Feste gefeiert, und dem Volk das Geld aus der Tasche gezogen und ein Haufen Geld angesammelt. Viele Geistige haben genau das Gegenteil von dem gemacht was sie gepredigt haben.
Und das die Hexenverbrennung sinnvolles gegen Aberglaube gewesen sein soll ist doch auch ein Witz, oder. Kräuterfrauen hatten mit Hexen und Magie überhaupt nichts zu tun. Es waren Frauen, die viel über Kräuterheilkunde wussten, die oft auch als Hebamme oder Arzt tätig war. Und vielen Menschen geholfen haben. Das ganze Wissen dieser Frauen hat die Kirche durch ihre schwachsinnige Jagd auf Hexen zu nichte gemacht.
Schon immer war die Frau das schlechte aus der Sicht der Kirche. Die Frau hat die Erbsünde begangen und wird dafür mit dem Blut bestraft. Die bösen Frauen die die Männer verführen.
:evil:
So könnt jetzt noch ne Weile so weiter machen, muss jetzt aber mal durchatmen gehen. :abhau:

Grüßle
Akasch
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Hesekiel

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35

Dienstag, 17. November 2009, 00:10

Re: Das dunkle Mittelalter

also nochmal...im mittelalter gab es keine hekzenverbrennung oder verfolgung.
und nochmal zur medizin. Die Medizin war nicht nur im Mittelalter schlecht auch in der frühen Neuzeit bzw. bis zur erfindung des insulins war alle medizin schlecht. Aber man hat sich auch schon im Mittelalter gedanken gemacht über anatomie und wirkung von verschiedenen Tränken und Kräutern. Und nein die Frau ist nicht immer "der arsch" gewesen im Mittelalter. zuhause hatte sie definitiv die Hosen an. lies doch mal ein paar quellen über häusliche gewalt im Mittelalter die ging nicht etwa vom Mann aus. (das nur am Rande)
kommt von dem gedanken weg das das mittelalter ein furchtbar finsteres zeitalter war. das stimmt so nicht und dann können wir weiterdisskutieren. ev war zwar nich toll aber auch nicht so schlecht wie man es uns in der schule begebracht hat. :-)
Wenn es nicht beides geben würde, Leben und Tod, dann gäbe es auch keine Unergründlichkeit. Wenn es nur Dunkelheit gäbe, dann wäre alles klar. Aber gerade weil es nicht nur Dunkelheit gibt, sondern auch Licht, wird unsere Lage unerklärlich

Ragnarsson

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36

Dienstag, 17. November 2009, 03:12

Re: Das dunkle Mittelalter

Ich muss als erstes sagen, dass ich nicht bis zum Schluss gelesen habe, was ich aber bis dahin gelesen habe stimmt einfach nicht. Das Mittelalter war in keinster Art und weise Dunkel und der Begriff des Dunklen bezieht sich hierbei auch ausschliesslich auf die Informationen die man hat, bzw hatte. Das liegt daran, dass das meiste , was irgentwie mit Wissen und Bildung zu tun hat, von der Kirche reglimitiert wurde. Ausnahme waren Kriegsrelevante Künste wie etwas Vermessungen oder Militärische Taktiken. Was auch nicht stimmt, ist dass es im Vergleich zwischen Mittelalter und Antike viel mehr Analphabeten gab. Das stimmt absolut nicht. Bildung war teuer, stimmt, die Bauern im Mittelalter konnten auch zum Grossteil nicht lesen und schreiben, stimmt auch. Aber das war in der Antike ebenso. Die Menschen in den Städten konnten lesen, bis auf die Sklaven. Wer jedoch als Sklave geboren war, oder als Kind versklavt wurde, konnte auch nicht lesen. Die gebildeten Sklaven, die Lesen und Schreiben konnten, konnten dies, weil sie oder ihre Familie einmal sehr viel Geld hatten. Und im Gegensatz zum Mittelalter, konnten viele Adlige bzw höher Gestellte Menschen und Beamte NICHT lesen, weil sie ihre Sklaven dazu hatten.
Im Mittelalter war es beispielsweise nötig um in eine Zunft zu kommen, Buchführung zu beherrschen und dies Beinhaltet Lesen sowie Schreiben. Das "Problem" das das Mittelalter hat, ist so traurig es klingt, ein modernes Problem. Denn die Literatur war es, die dem Mittelalter ein so düsteres Ansehen erbrachte. Natürlich haben die "einfachen" Menschen gelitten, aber das haben sie schon immer und tun sie heutzutage auch noch. Aber in der Renaissance war es einfach besser wenn die Protagonisten von Romanen, Balladen, Gedichten etc ihr Leben lang alle Qual der Welt auf den Schultern hatten und dann zum Glücklichsten Menschen der Welt wurde. Auch der Irrglaube, dass Wissenschaftler getötet wurden wegen ihrer "besonderen" Weltansicht, ist schlichtweg Falsch. Es wurden Menschen zum Tode verurteilt weil sie Forscher waren, stimmt, aber meistens haben sie gegen Kirchliche Gesete verstossen wie etwas Anatomien durchgeführt, etc. Das Mittelalter war alles andere als dunkel oder schlecht. Aus den Augen eines einfachen Bauern sicherlich, aber ich denke auch als Sklave in Rom war das Leben in der Regel nicht sehr schön. Es gibt Diverse Beispiele iin der Kunst die veranschaulichen, dass das Mittelalter auch sehr viele schöne Zeiten hatte. Was auch noch hinzukommen für diesen Falschen Ruf, ist dass aus dem Mittelalter viele Skandale überliefert waren bzw heutzutage bekannt sind. Siehe gewisse Englische Königedie alles andere als Freundlich waren und reihenweise Frauen getötet haben, etc. Das selbe gilt aber auch für die Antike, nur dass es da nicht sonderlich bekannt ist. Als beispiel sei das Attentat auf Cäsar zu nennen oder auch die GEschichte von CAligula, die wohl den Wenigsten ein Begrifff ist.

Edit: Oh und btw: Die Kirche hat sehr viel Scheisse gebaut, Päpste mit Gruppensexorgien, Kreuzzüge, Ablasshandel etc. Das selbe gabs aber immer und wird es immer geben und das "Problem" wurde im Mittelalter bereits von Herrn Luther bekämpft.
Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

Akascha

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37

Dienstag, 17. November 2009, 07:36

Re: Das dunkle Mittelalter

Ich wollte nur sagen, dass ich auf die Kirche eingegangen bin. Wann die Hexenverbrennungen genau waren ist mir jetzt erst mal egal. Ich fand es nur daneben, dass Die Kirche in den Himmel gelobt wird. Sie hat einfach Mist gebaut. Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die Kirche nur im Mittelalter Mist gebaut hat.

Grüßle

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38

Freitag, 20. November 2009, 18:21

Re: Das dunkle Mittelalter

@ Ragnarsson

super Posting. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Nur wgn den blutigen Legenden von Calligula & Co: viel davon wurde auch von nachfolgenden Kaisern, Räten völlig übertrieben dargestellt, schlicht und einfach damit diese besser dastanden - vom Volk als "Befreier" gefeiert.

Auch in der "modernen" Geschichtsschreibung nicht gänzlich unbekannt.

Und dann noch die Sache mit den "Hexenverbrennungen" - welche auch bei Weitem nicht das waren was wir alle vor dem geistigen Auge sehen wenn wir darüber lesen.
(Z.Bp. das diese in ländlichen Gegenden vorkamen und nicht selten vom "heidnischen" Aberglauben herrührten - die hl. Inquisition wurde gegründet und eingesetzt um dem GEGENZUWIRKEN. - Denn manche der regionalen Kirchenfürsten führten sich selbstherlich und destruktiv auf als hätten sie die Legitimation des Papstes selber, was dem Vatikan nat. überhaupt nicht passte.)
Zum Sterbenden, der gerade noch die Antwort röcheln kann:
"Was siehst du? Einen Tunnel? Ein Licht? Beides?"
"Nur einen Idioten der zuviele Romane gelesen hat."
Aus "Wanted", österr. Satire von 1999.

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39

Donnerstag, 26. November 2009, 00:01

Re: Das dunkle Mittelalter

Zitat

Das liegt daran, dass das meiste , was irgentwie mit Wissen und Bildung zu tun hat, von der Kirche reglimitiert wurde.

Auch das stimmt nicht. Im Gegenteil: im Mittelalter gab es viele Lehreinrichtungen, und bis ins Spätmittelalter hinein (als städtische Universitäten aufkamen) wurden sie von Klöstern geführt. Dort wurden zunächst die "artes liberales", die sieben freien Künste gelehrt, bevor man sich auf ein Fachgebiet spezialisierte.
Als die Humanisten des 15. und 16. Jahrhunderts die wissenschaftlichen Schriften der Antike wiederentdeckten, waren sie übrigens sehr enttäuscht: es wurde allerhand Quark verzapft. Das geozentrische Weltbild, gegen das Kopernikus, Galilei und co. so hart ankämpften, wurde zum Beispiel von Aristoteles bereits im 4. Jh. v. Chr. vertreten. Das soll die Errungenschaften der Antike nicht herabwerten, noch soll es die grauenvolle Scholastik ins falsche Licht rücken - aber es ist eben nicht alles schwarz oder weiß.
~ felix qui potuit rerum cognoscere causas ~

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40

Mittwoch, 5. Mai 2010, 14:30

also es stimmt die römer waren sehr zivilisiert (mehr als im MA) ich glaube ja das es an der völkerwanderung (kleine barbarische stämme ) lag da diese in rom eingedrungen war ...
mfg Tobi

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41

Mittwoch, 5. Mai 2010, 14:34

Tobias, wenn du schon einen toten Thread ausgräbst, beziehungsweise wenn du postest, würde ich dich darum bitten etwas mehr Informationen darzubrigen.
Derartige Einsatzpostings stellen nämlich nicht die Norm eines guten Beitrags dar.
Sit down before fact as a little child, be prepared to give up every preconceived notion, follow humbly wherever and to whatever abysses nature leads, or you shall learn nothing. -Thomas Henry Huxley

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42

Mittwoch, 5. Mai 2010, 15:04

also es stimmt die römer waren sehr zivilisiert (mehr als im MA) ich glaube ja das es an der völkerwanderung (kleine barbarische stämme ) lag da diese in rom eingedrungen war ...
mfg Tobi

Mit welcher Begründung behauptest du das denn? Weil sie Aquädukte bauten, oder andere schöne Bauwerke errichteten und hübsche Bäder bauten? >>> das konnten andere Völker auch.<<<
Die Römer hatten zwar eine besondere Regierungsform und konnten sich gut organisieren, bedeutet aber nicht, das sie irgendwie zivilisiert waren. Ich finde Höhlenmenschen waren zivilisierter.
Die Römer haben Sklaven und Unschuldige in den Coloseum von Raubtieren zerreißen lassen, oder 1000 sende gekreuzigt. Ständig haben sie versucht andere Völker zu unterdrücken und zu kontrollieren.
Das alles halte ich nicht für Zivilisiert. Und heute sind wir kein deut besser. Trotz der ganzen Entwicklung und der Techhnologien sind wir nicht Intelligenter, als jene ersten Homosapiens, die vor ca 120 000 Jahren auf tauchten.

hermundurus

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43

Mittwoch, 5. Mai 2010, 21:49

Den Begriff "finsteres Mittelalter" lehne ich generell ab. Jede Zeit hat ihre finsteren Seiten. Auf die negativen will ich hier nicht eingehen, dazu wurde hier schon genug gesagt.

Das Mittelalter mit seinen rund 1000 Jahren Dauer war eine sehr dynamische Epoche. Gewiß hat jede Region Europas in ihrer Entwicklung Besonderheiten. Aber gerade in Deutschland und anderen von germanischen und slawischen Völkern gegründeten Staaten ausgehend, wandelte sich die Gesellschaft von der Stammesgesellschaft zur frühbürgerlichen.

Hier einige positive Fakten:

Der Schreibwut der Mönche ist es zu verdanken, dass wenigstens ein Teil des antiken Wissens erhalten blieb, lange Zeit waren die Wissenschaftler zugleich Geistliche. Es gab eine agrarische Revolution (Dreifelderwirtschaft, zahlreiche Arbeitsgeräte), die ermöglichte, die wachsende Bevölkerung der Städte mitzuernähren. Die Wasserkraft wurde verstärkt als Energieträger für die Mühlen verschiedenster Art genutzt. Es entstanden Städte, die im Gegensatz zu denen der Römer, durch ein besonderes Stadtrecht geschützt waren. Es entstanden Universitäten als Zentren der Bildung. Das Rechtswesen wurde weiterentwickelt Wissenschaften wurden weiterentwickelt. Ein großer Teil unseres kulturellen Erbes entstand in dieser Zeit.

Feelgood

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44

Dienstag, 7. September 2010, 00:43

Hallo,

im bin zwar neu hier, habe aber diesen Thread mit Interesse gelesen.

Hesekiel hat übrigens recht.

Vieles was wir als typisch für das " finstere Mittelalter" betrachten, z.B. die Inquisition gehörte schon in die Renaissance.

Das war wirklich eine extrem reaktionäre Zeit, ganz im Gegensatz zum gar nicht so finsteren (Hoch)Mittelalter.

Wirklich "Finster" war allenfalls die chaotische Zeit zwischen dem Niedergang des römischen Reiches und der Neuordnung Europas durch Karl den Großen.

Sobald das Frankenreich wieder Ordnung ins Chaos brachte, ging es eigentlich nur permanent aufwärts.

Und selbst die angeblich so blutrünstigen Wikinger waren in erster Linie allgemein geschätzez Händler, die weit mehr Nutzen daraus zogen den Warenverkehr zwischen dem Norden und Süden quasi als Vorläufer der Großhändler und Spediteure abzuwickeln.

Nur davon steht nicht viel in den Geschichtsbüchern, das schon vor über 1000 Jahren die Sensationsgier der Menschen halt lieber wilde Raubzüge dokumentierte als friedlichen, unspektakulären Handel.

Wer sich ein unbefangenes Bild über diese Zeit machen möchte, dem empfehle ich den Besuch von Haithabu in S-H.

Wie gesagt , mit der Aufteilung Europas in Frankenreich und dem heiligen römischen Reich deutscher Nation begann eine lange und politisch extrem stabile Zeit in Europa. Die Einführung der Drei-Felder-Wirtschaft steigerte die Produktion von Lebensmittel ganz enorm, und Wirtschaft und Handwerk erreichte eine hohe Blüte und der allgemeine Wohlstand nahm zumindest in den Städten enorm zu.

Anders wäre es auch gar nicht möglich gewesen diese unglaubliche Leistungen zu erbringen, welche für die Errichtung immer ausgefeilterer Dome und Sakralbauten zwigend erforderlich war. Dazu trug natürlich auch das ausgeklügelte Gilden-System bei, welches einer festgelegten Anzahl and Handwerksmeisteren und Gesellen das gesicherte Auskommen sicherte.

Einen richtigen "Technologie-Schub" erreichte man aber dadurch das man die "Junggesellen" (damals noch anders assoziert als heute) nach Beendigung der Lehre auf die "Walz" schickte. 3 Jahre und einen Tag durften die Gesellen sich nicht mehr als ca. 50 km der Heimatstadt nähern und mussten also in der Fremde um Arbeit nachfragen. Nur dadurch konnte sich das handwerkliche Wissen so ungeheuer schnell in ganz Europa verbreiten und austauschen.

Der Spruch: " Wer immer nur das macht was er schon kann, der bleibt auf immer dort wo er schon ist" wird zwar Henry Ford zugeschrieben, diese Weisheit stammt aber mit Sicherheit schon aus dem Hoch-Mittelalter.

Also dumm und ungebildet waren die Leute damals mit Sicherheit nicht, auch wenn die meisten allenfalls ihren Namen eher malen als schreiben konnten, Rechnen musste aber eigentlich JEDER können, denn mit der Umstellun von der Tauschwirtschaft zur arbeitsteiligen Geldwirtschaft ging es gar nicht mehr anders. Klar, höhere Mathematik war vom einfachen Volk nicht zu erwarten, aber mit den Einheiten "Gros" und "Schock", also im recht komplizierten 6er- oder 12er-System kam wohl ein einfacher Bauer klar.

Überhaupt war Schreiben damals eine extrem teure Angelegenheit, denn Papier wurde erst nach und nach erschwinglich, Pergamenrt als Schreibmaterial war unbezahlbar.

Ich denke mal das vielleicht doch mehr Leute lesen und schreiben konnten als wir es heute glauben , aber da aus Kostengründen wohl eher Schiefertafeln genutzt wurden, sind einfach keine Dokumente aus den einfacheren Schichten überliefert wurden. Und Bücher hatte eh keiner zu Hause, denn die kosteten mehr als ein Patrizierhaus.

Was die blutigen Kreuzzüge angeht, so waren die eher eine Folge des steigenden Wohlstandes als eine Glaubensfrage.

Wie sah es denn im elften bis dreizehnten Jahrhundert in Europa aus ? Die Grenzen der großen Königreiche lagen seit langem fest, und meistens herrschte Friede.

Die Ritter vertrieben sich , mangels Schlachten, ihre Zeit damit sich bei Turnieren als potenzielle Helden zu etablieren und stellten fleissig den der Minne gar nicht so abgeneigten Burgfräuleins nach. Oft mit Erfolg, denn auch die Zahl der gelangweiltern, bzw. nicht erbberechtigten später geborenen Söhne nahm kräftig zu.

Da brauten sich abso eine Menge Frust und Aggressionen bei den auf jungen Rittern auf, deren einzige Chance die Burg zu erben war den älteren Bruder vorzeitig ableben zu lassen.

Also wurden kurzerhand die Araber, die damals in Palästina eher offene Türen eingerannt hatten als das sie das Land auf klassische Art erobert hatten, zu erzfeinden des Christentums ernannt.

Und anstatt sich gegenseitig aus Frust und Langeweilean die Gurgel zu gehen, folgten die Kreuzritter begeitert den päpstlichen Aufruf das "heilige Land" aus den Klauen der Ungläubigen zu befreien. Tja, damals waren die Rollen halt noch andersherum verteilt, und die religiösen Fanatiker eher unter den Christen zu finden.

Na ja, die Aussicht sich auf dem Kreuzzug ganz nebenbei so eine kleine Burg oder eine Grafschaft unter den Nagel reissen zu können, war wohl eher der Hauptgrund gen Jerusalem ins Feld zu ziehen.

Süffisanterweise wollten weder die Juden, noch die Christen in Jerusalem "befreit" werden, denn die lebten ganz leger miteinander anstatt gegeneinader und beschäftigten sich lieber damit den Pilgern aller Konfessionen bei der Entleerung derer Geldbeutel nach Möglichkeit kräftig behilflich zu sein. (In Syrien ist das übrigens heute noch so, denn wenn keine Moschee in der Nähe ist, dann betet mancher Moslem halt in einer Kirche oder umgekehrt. Das finden die dort völlig normal)

Na ja, mal abgesehen von den heftigen Kollateralschäden durch ausser Kontrolle gertene Gemetzel (also ganz ähnlich wie es heute noch gelegentlich bei Fussballspielen vorkommt) hatten sich die Kreuzritter, die nicht an Krummsäbelhieben, Hunger, Durst oder Syphillis verschieden sind, etliche arabische Sitten und Gebräuche kopiert und mit in die kalte Heimat gebracht.

So zum Beispiel die orientalischen Sitte, einen Großteil der Mußestunden im öffentlichen Badehaus zu verbringen. Und da wurde nicht nur der Körper gereinigt sondern auch ganz anderer Druck von den jungen oder älteren Recken genommen. Heute noch nennt man die Nachfahren dieser Etablissements immer noch gerne SAUNA- oder FKK-Club.

Das angeblich "finstere Mittelalter" war also schon eine recht sinnenfrohe Zeit, in der man sehr wohl wusste wie man sich die aufgrund unzähliger kirchlicher Feiertage doch ziemlich reichliche Freieit vertreiben konnte.

Mangels Privatfernsehen und den heute üblichen Kötten- und Oberpeinlich-Shows, sowie fehlender virueller Monsterschlächtereien an PC oder Playstaton oder gar "Rock-Events", ging man halt gerne mal zum Live-Gemetzel und schaute sich zur Erbauung der Seele halt gerne mal eine öffentliche Hinrichtung an. In heute noch im Früh-Mittelalter steckengebliebenen Staaten wie Saudi-Arabien, dem Iran und deren "Brudermord-Staaten" wird das (mangels anderer Zerstreuungen die der abstinente Prophet nun einmal verboten hat) heute noch gerne so zelebriert.

Also, genau betrachtet, war die Zeit gar nicht so verschieden von der unsrigen.

Ich denke mal bis zu der Zeit als die Pest halb Europa ausrottete, hätte man es damals ganz gut aushalten können. In der Kasbah von Marrakesch läuft das Leben ja heute noch so ähnlich ab, und wirklich unzufrieden kamen mir die Leute dort in ihrem selbstgewählten Mittelalter eigentlich nicht vor.

Nee , so richtig ungemütlich wurde es in Europa eigentlich erst als die "Neuzeit" anbrach, und die Kirche in ihrem Übereifer der ganzen neuentdeckten Welt ihre Überzeugung aufzuzwingen (also ganz ähnlich wie es heute noch eine bekannte Supermacht in relrechter Manie es immer noch versucht) einfach viel zu weit über das Ziel hinausgeschossen ist, und gleich die eigenen Landsleute unter Generalverdacht stellte und "zwangsläutern" wollte.

Als dann noch Luther seinerseits verscuhte gleichzeitig Amtskirche UND die Gläubigen auf den "rechten Weg" zu bringen, konnte das eigentlcih nur fürchterlich in die Hose gehen.

Im Grunde genommen war doch Luther so eine Art "religiöser Sarrazin-Vorgänger", denn der hatte ursprünglich gar nicht vor eine neue Kirche zu gründen, sondern wollte durch seine provokanten Thesen nur das "kirchliche Establishment" wieder vom hohen Ross herunterholen. Der Mann war überzeugter Katholik, und er wäre der letzte gewesen der gewollt hätte das sich aus seinen Thesen eine eue Kirche abspaltet.

Na ja, immerhin hatte er erreicht das aus dem "Heiligen röischen reich deutscher Nation" nach 30 Jahren nur ein Trümmerhaufen übrig blieb, Deutschland ein politischer Flickenteppich war und die Sitten im Land nach Gutdünken der Klein-, Kleinst- und Nanofürsten völig verrohten.

By the way, die Hexenverfolgung (die heute noch als Sinnbild des finsteren Mittelaters interpretiert wird, obwohl diese erst im 15ten Jahrhundert begann) war keinesfalls eine Exklusiv-Nummer der Katholiken. Dei Evangelen waren genauso (wenn nicht sogar noch mehr) darauf erpicht vorzugsweise rothaarige Damen und Leute die klüger waren als sie selber in Asche zu verwandeln.

Also Leutz, nicht das Mittelalter war finster, sondern der Beginn der Neuzeit, also "unsere Aera".

Gruß und Gute Nacht

Feelgood

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Feelgood« (7. September 2010, 00:50)


Ravyn

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Samstag, 11. Juni 2011, 19:03

@Feelgood Stimmt so nicht, die Hexenverfolgung gehörte nicht nur in die Renaissance ;) In Bayern z.B. wurde die letzte sog. Hexe im 18. oder 19. Jahrhundert hingerichtet und auch im Mittelalter gab es schon Anfälle von Verfolgung, nur, dass die da nicht so stark ausgeprägt waren mit Verbrennen und so ;)

Und es stimmt auch nicht, dass sie Zeit von der Spätantike bis zu den Karolingern mit Karl dem Großen so dunkel war. Ich studiere Archäologie und die Zeit der Merowinger war alles andere als dunkel. Wir wissen relativ genau, was damals vor sich ging, es gab kulturelle Fortschritte (z.B. den Übergang von der Reihengräbersitte zur Kirchenbestattung [mit Ausnahmen auch Rückkehr zur Hügelgräbersitte als Protest gegen Fremdherrschaft] sowie das Edictum Chlotarii, welches ich als ganz besonders fortschrittlich erachte). Auch sind durch Grabbeigaben viele handwerkliche Arbeiten erhalten. Zudem herrschte auch ein Austausch zwischen dem Mittelmeerraum und dem Frankenreich, der Alamannia und den Bajuwaren. Mit finster wäre ich da ganz ganz vorsichtig.

Natürlich, man muss bedenken, dass seit dem Ende der Antike ungefähr 1500 Jahre vergangen sind, da ist viel passiert, vor allem die französische Revolution hat viele Zeugnisse der Zeit ausgelöscht. Außerdem verlief das Ende der Antike ja auch ein bisschen unschön: Völkerwanderungen, Reiternomadeneinfälle, die Goten, neue religiöse Gruppen, die Spaltung des römischen Reichs... Das geht nicht spurlos an den Menschen vorbei und es ist klar, dass es dann erstmal andere Probleme gab, als großes Kunst- oder Kulturschaffen. Außerdem ist es nur normal, dass es nach dem Untergang einer Hochkultur erstmal Wirren gibt, bevor sich etwas Neues ordnen kann ;)

Liebe Grüße,
Ravyn

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