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Librarian

Spukhausbewohner

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46

Freitag, 7. September 2012, 18:50

Ich weiß, der Thread ist zwar schon ein bisschen alt, aber dennoch wurden hier einige Aussagen zu dem Zeitraum, den wir heute vereinfachend als "Mittelalter" bezeichnen geschrieben, die man so nicht wirklich stehen lassen kann.



Also:

1.) Das "Mittelalter" als vereinfachender Zeitbegriff entstammt der frühen Neuzeit und bezeichnet etwa die Jahre zwischen 500 und 1500 n.Chr. Dieser Zeitraum ist nicht homogen, d.h. verallgemeinernde Aussagen über "das Mittelalter" können eigentlich nicht getroffen werden.

2.) Zum Thema Infrastruktur: Diese verfiel (in den damals bekannten Grenzen) im Zuge des Niedergangs des Römischen Imperiums und der islamischen Expansion, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Z.B. waren die Ostanbindungen der zentraleuropäischen Königreiche im Spätmittelalter deutlich besser als jemals während der römisch-antiken Kaiserzeit.

3.) Die Kirche ist NICHT für den Wissensverlust verantwortlich zu machen, ganz im Gegenteil: alle Schriften antiker (römischer wie griechischer) Philosophen überdauerten in Europa nicht trotz, sondern dank der Kirche, waren es doch v.a. die Klöster, in denen solches Wissen tradiert wurde. Wir hätten heute kein einziges Werk Caesars, Ciceros, Aristoteles, Platons etc., hätten "mittelalterliche" Kleriker und Mönche diese nicht für überlieferungswürdig gehalten und daher abgeschrieben, kopiert und der Nachwelt erhalten.

4.) Zum Thema "soziales": Sklaverei gab es im Mittelalter - auch dank der Kirche - zumindest offiziell und in den christlichen Königreichen nicht. Die Unveräußerlichkeit menschlichen Lebens verdanken wir nicht der antiken Philosophie, sondern christlich-abendländischem Gedankengut.

5.) Zur Inquisition: Diese ist zwar in der Tat eine mittelalterliche Erfindung, doch trug sie ihre dunkelsten Früchte nicht in jener Periode; die Hexen-, Ketzer-, Werwolfs- etc. Prozesse erreichten ihren traurigen Höhepunkt erst in der frühen Neuzeit. Allein in den Jahren zwischen 1650 und 1700 wurden mehr Leute durch Inqisitionsgerichte verurteilt als im ganzen "Mittelalter" zusammengenommen. auch beschränkte sich die Inquisition nicht ausschließlich auf die katholische Kirche, die Protestanten waren dabei genauso eifrig.

6.) Das "helle" Mittelalter: Die Zahl der heute noch erhsltenen Quellen hat mit dem Mittelalter nicht ab-, sondern zugenommen. Die ersten Jahre ausgenommen, verfügen wir heute über deutlich mehr Wissen über den Zeitraum von 500-1500, als für die 1000 Jahre zuvor.

Einige meiner Vorredner waren ja ebenfalls schon bestrebt, dem ganzen Rechnung zu tragen (wie z.B. Bjarne), von daher gehen meine besonderen Grüße auch an diese.



So long!

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Bjarne (15.10.2012)

nurliebeheilt

Poltergeist

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47

Freitag, 29. Mai 2015, 23:33

Und an Stelle von Forschung bauten damals alle auf den Glauben.

Doch es gab immerhin noch einige Forscher, die sich dagegen wehrten. Einige wurden sogar von der Kirche wegen Ketzerei verbrannt, weil sie auf der Vorstellung beharrten, die Welt sei nicht der Mittelpunkt des Universums.
Genau so würde ich das auch sehen: die Hauptursache ist die verdrängung der forschung/ wissenscahft durch dogmatische kirchenlehren und ihren absurden verboten. Habe mir die Frage schon oft gestelltund dies bisher als plausibelste antwort erhalten. 3sat hat auch was ganz interessantes dzau http://www.3sat.de/page/?source=/special…0611/index.html


Wenn man sich mal ausmalt, wo der mensch stehen könnte, hötte man die entwicklugn der antike fortgesetzt... dann wären wir wohl vor fast 1000 Jahren dort gewesen, wo wir heute stehen - und würden heute dann vermutlich schon weltraumkolonien besiedeln.

Estebenjo

Psiball-Erzeuger

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48

Samstag, 30. Mai 2015, 14:51

Naja, das muss nicht zwingend sein. Man kann ja heute verstärkt beobachten, dass viele Leute...na sagen wir mal angst vor Wissenschaft haben und das diese uns alle Magie klaut. Weswegen sich vermehrt wieder viele Leute in Religion oder anderen Hokuspokus wie Esoterik und son Müll flüchten.
"Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens


Wer weiß muss nicht glauben.

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Tina (31.05.2015)

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