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Rônin

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Donnerstag, 26. November 2009, 18:26

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat von »"CatOfDarkness"«

Was würdet ihr als erstes tun?
Realistisch gedacht würde ich sagen: Erstmal erbrechen. Nicht auszuschliessen, dass durch den Absturz ein Schock verursacht wurde. Nachdem alle etwas ruhiger geworden sind, werden die Toten ausgeraubt - man geht ja davon aus, dass man davonkommen wird. Nachdem man ihnen alles abgenommen hat, begräbt man sie. Dann fangen die Streits an, weil ein paar Idioten nicht genug haben können.
Aber sicher ist auch jemand vernünftig geblieben: Derjenige sammelt Ess- und Trinkbares, und versucht es zu rationieren. Immer wieder mal gibt es Streitereien, aber die Tage vergehen recht eintönig.
......

Zitat von »"CatOfDarkness"«

Und wie lang und intensiv die Diskussionen über Grundsätze, Moral und Philosophie war?
Nach ein paar Tagen geht das Essen langsam aus, und obwohl immer wieder kleine "Expeditionen" gestartet wurden, hat noch niemand neues gefunden.
Die erste, die den Gedanken hat die Toten wieder auszugraben, ist eine Frau mitte 30. Die ersten, die es tatsächlich tun, sind zwei Männer mitte 20. (Keine Ahnung warum, ich hab das im Gefühl) Mit spärlichem Feuer, das man mithilfe von Kleidern und Flugzeugsitzen unter historischen Methoden entfacht hat, werden die Toten angekokelt und abgeknabbert. Erst mal die Beine, schliesslich hat man kein richtiges Messer dabei. Für Philosophie interessiert sich hier keiner.
Der, der vorher vernünftig war, protestiert natürlich angeekelt, und mit ihm ein paar andere. Aber was sollen sie tun? Schlussendlich buddeln sie auch nach Toten. Nur ein paar wenige hungern sich tatsächlich lieber zu Tode.........und werden dann auch gegessen.

So ist meine Interpretation. Ich wäre einer derjenigen, die sich am Anfang prügeln. Am Schluss wäre ich dann einer der Standhaften, die aber schliesslich doch nachgeben.
Was passiert, wenn keine Rettung kommt? Bringen wir uns dann gegenseitig um? Und dann? Selbstamputation?
Will ich gar nicht drüber nachdenken.

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CatOfDarkness

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Donnerstag, 26. November 2009, 18:49

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Du hast das ganz in eine Geschichte gewurstelt, ist es die Vorstellung wie alles abgelaufen sein könnte oder ist es das was DU tun würdest. Das ist ja der Hintergrund meiner Fragerei.

Zitat von »"Rônin"«

Mit spärlichem Feuer, das man mithilfe von Kleidern und Flugzeugsitzen unter historischen Methoden entfacht hat

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meinst du, dass das bei -40°C einfach so klappt? Wie willst du das Feuer entfachen? Bei so vielen Passagieren ist bestimmt ein Raucher dabei, der ein Feuerzeug in der Jackentasche und alternativ im Handgepäck dabei hat (insofern es nicht verloren/kaputt gegangen ist). So würde ich auf jeden Fall ran gehen, wenn überhaupt. Eigentlich würde ich sowas wie Kleidung lieber nicht verbrennen wollen, man wird es sicher brauchen. Auch der Aufwand ist zu bedenken - lohnt es sich wirklich?

Rônin

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18

Donnerstag, 26. November 2009, 19:04

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat von »"CatOfDarkness"«

Du hast das ganz in eine Geschichte gewurstelt, ist es die Vorstellung wie alles abgelaufen sein könnte oder ist es das was DU tun würdest.
Im Prinzip ist es beides. Welche Rolle ich spielen würde, habe ich ja gegen Ende kurz angerissen.

Zitat von »"CatOfDarkness"«

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meinst du, dass das bei -40°C einfach so klappt?
Ich denke mal, solange das Feuer nicht nass wird, dürfte das kein Problem sein, wenn man das Nötige Werkzeug dafür hat; und das ist eben die Schwierigkeit. Es werden vielleicht sogar noch Flugzeugreste übrig sein, die eine Art windgeschützte Höhle bilden.

Zitat von »"CatOfDarkness"«

Auch der Aufwand ist zu bedenken - lohnt es sich wirklich?
Wenn es, wie du sagst, 40 Grad Minus hat, ist Wärme sogar das Wichtigste. Mit der Kleidung hast du recht, das wäre dämlich. Aber auf die Dauer reicht Gruppenkuscheln nicht mehr aus, da muss schon ein Feuer her. Feuerzeuge jedoch kannst du in dem Fall vergessen, bei diesen Temperaturen sind die zugefroren.
Und mit Pfadfindermethoden kenne ich mich nicht aus - vielleicht könnte man sich so eine Art Brennglas basteln, oder irgendwelche Flugzeugteile gegeneinanderschlagen, um Funken zu bilden. Vielleicht sind auch Leuchtraketen an Bord.

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19

Donnerstag, 26. November 2009, 19:16

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Also das mit der Leuchtrakete ist schon mal ein guter Einfall. Müsste man in dem Fall nach unten abschießen, denn nach oben hat es keinen Sinn (dort werden wir ja durch die Rettungsflugzeuge nicht gefunden).

Zitat

Wenn es, wie du sagst, 40 Grad Minus hat, ist Wärme sogar das Wichtigste.

Es ist voraus zu sehen, dass man die nächsten Tage nicht weg kommt. Wie sinnvoll ist es Feuer zu machen? Wenn es sehr gut läuft, hält das Feuer ein paar Stunden oder maximal einen halben Tag, bis das brennbare Material ausgeht. Wie gesagt, wenn es überhaupt brennt (die Luft ist dort oben sehr dünn, das wirkt sich sicher darauf aus). Aber dann sind die Körper erwährt und kühlen sehr schnell wieder auf die -40°C runter...bestimmt kein sehr angenehmes Gefühl.

Man könnte Schnee schmelzen um ihn zu trinken, aber das lohnt sich auch nicht, weil es wieder einfriert.

Rônin

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Donnerstag, 26. November 2009, 19:30

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat von »"CatOfDarkness"«

Es ist voraus zu sehen, dass man die nächsten Tage nicht weg kommt.
Wir haben keine Ahnung, wie lang wir dort noch festsitzen. Und mit der fortschreitenden Kälte werden langsam die Extremitäten unbrauchbar - Dann schlägt das Herz langsamer, der Körper fällt in eine Art Koma. Als letztes beendet das Hirn seine Funktion, aber das bekommst du dann schon gar nicht mehr mit.
Hört sich nicht nach Spaß an - Wärme ist also fast noch wichtiger als essen. Ohne Essen kann man recht lange überleben wenns sein muss, und trinken ist kein Problem: Eis kann man auch lutschen, das muss nicht aufgetaut werden. (Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob einem bei der Kälte nicht die Zunge kleben bleibt)
Ich würde also definitiv versuchen, Feuer zu machen.
Und um den Kannibalismus nochmal anzuschneiden: Es kostet schon Überwindung genug, die Leichen überhaupt erst auszugraben, geschweige denn, sie zu essen. Ich denke, dass ein Mensch - bevor er sich vollkommen in ein Tier verwandelt und das Fleisch roh isst - zuallererst versuchen wird, es zu braten. So sind die Menschen aus fortschrittlicheren Ländern nunmal, rohes Fleisch ist für uns erstens mal schwer verdaulich, und zweitens mal verschleiert der Bratvorgang die Tatsache, dass man gerade seinen besten Freund frühstückt.

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Gamma

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Donnerstag, 26. November 2009, 21:26

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Kurze Bemerkung am Rande:
Die Geschichte mit dem Flugzeugabsturz in den Anden ist keine Erfindung von Cat of Darkness, sondern hat tatsächlich stattgefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Uruguayan-Air-Force-Flug_571

Das wollte ich nur mal kurz klarstellen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, dass es sich bei dieser Diskussion nur um ein reines Gedankenexperiment handelt.

CatOfDarkness

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22

Donnerstag, 26. November 2009, 21:43

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Danke Gamma,
aber das hatte ich schon ganz am Anfang geschrieben und inzwischen schon ein weiteres Mal bestätigt. Ich habe das Gefühl, dass einige gar nicht lesen was hier steht und nur schreiben um irgendwas geschrieben zu haben.
Das Gedankenexperiment besteht darin, dass ihr euch in die Rolle eines Überlebenden versetzen sollt.

Zum Thema:
Hm...Feuer zu machen (wenn es denn funktioniert) und dann das Fleisch zu braten, halte ich für eine gute Lösung. Einbuddeln kann man es danach immer noch, um es frisch zu halten und so wäre mir um einiges wohler (wie wohl es einen eben dabei gehen kann...), wenn ich mich von dem Fleisch ernähren muss.

Arcordia

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23

Donnerstag, 26. November 2009, 21:58

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Mir kam gerade noch ein Gedanke :shock:

gehen wir mal in der Zeit voraus ----- Was wenn die Leichen verspeist sind und nichts mehr da was man essen könnte ?? :? Würden wir dann ein "schwaches Glied" der Überlebenden umbringen (ermorden), um selbst überleben zu können ? :shock:

Boahhhh was ein Gedanke :shock:

Ich fürchte DANN würde man sogar soweit gehen ?! :roll:

lG
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24

Freitag, 27. November 2009, 01:26

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat

Es kostet schon Überwindung genug, die Leichen überhaupt erst auszugraben


Okay wenn ich das richtig gelesen hab "befinden wir uns" nach einem Flugzeugabsturz in den Bergen, bei -40 Grad...ich denke da wäre es reine Energie verschwendung die Leichen überhaupt erst zu begraben. Bei den Temperaturen und diesem Untergrund dürfte es wenig Sinn machen zu versuchen Löcher zu graben die groß genug sind um eine bzw mehrere Leichen darin unterzukriegen. Wenn man es überhaupt schaffen würde da zu Graben wäre man dannach bestimmt ziehmlich erschöpft und man muss wieder essen um die Energie zurück zu bekommen. Nur mal so ein Gedanke den ich grad hatte.

Zitat

Würden wir dann ein "schwaches Glied" der Überlebenden umbringen (ermorden), um selbst überleben zu können ?


Hört sich schon krass an aber ich glaube das genau das passieren wird. Nach so einem Absturz gibt es bestimmt einige schwerverletzte (die meisten werden aber wahrscheinlich sterben bevor die Leichen verspeist sind) die, ich sags ma ganz hart, zu nichts mehr zu gebrauchen sind. So werden die anderen Überlebenden früher oder später auch denken und dann werden aus Kannibalen Mörder. Was angesichts der Umstände vieleicht sogar der nächste logische Schritt wäre. Aber irgendwann is ja keiner mehr da zum Essen...entweder einer bleibt zum Schluss übrig oder alle töten sich gegenseitig, auf lange sicht hin bringt das ganze also auch nichts, sondern verlängert nur das unausweichliche. Es sei den mann wird gerettet und darauf basiert ja eig alles, die Zeit bis zur Rettung überleben (und das mit allen Mitteln und Wegen).
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Lexidriver

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Freitag, 27. November 2009, 07:55

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Als erstes schreibe ich einmal Allgemein ein paar Worte zum Thema.

Ich glaube das bei so einem Ereignis viel von der Gruppendynamik abhängig ist. Wenn es ein "Alphamännchen" gibt, wird sich die Gruppe nach ihm richten und seinen "Befehlen" Folge leisten. Ansonsten würde wahrscheinlich die Gruppe als ganzes entscheiden. Sollte man wirklich an dem Punkt angelangt sein das man keine Leichen mehr zu essen hat gehe ich davon aus das über kurz oder lang einer geopfert wird.

Die Vergangenheit zeigte da ein paar Beispiele.
Auf N24 (glaube ich) lief einmal eine Doku über Kanibalismus in Extremsituationen. Eine Situation war auf einem Boot, die haben den jüngsten geopfert. Eine andere Situation war ein Gefängnisausbruch, da hat das "Alphamännchen" nach und nach alle umgebracht und gegessen. Ich denke einfach das ab einem gewissen Punkt bei jedem Menschen das Tier zum Vorschein kommt, und das solche Handlungen auch psychologisch zu erklären sind(ich kann es nicht ;) )


Nun zum Szenario des Flugzeugabsturzes.

Ich beginne beim Absturz, ich weiß nicht wie ich in dieser Situation handeln würde aber ich gehe einfach von meinen normalen Handlungen aus, und da ist es so das ich in Stresssituationen eigentlich immer einen kühlen Kopf bewahre und logisch handle.

Ich würde erstes Schwerverletzte und Verletzte Personen in einen geschützten Bereich bringen. Der geschützte Bereich wäre bei mir ein intaktes windgeschütztes Teil des Wracks. Danach würde ich die unverletzten und leichtverletzten Person "einteilen". Einer sucht Komunikationsmittel(Funkgerät etc.), ein andere soll nach Proviant, Kleidung, Decken, Verbandskasten, etc. gucken. Ein anderer sollte sich das Gebiet einmal ansehen, und der Rest der "gesunden" sollte sich um die Verletzten kümmern.

Nachdem die Situation geklärt ist, würde ich die "Unterkunft" so warm als möglich machen, eventuell mit Löcher mit Wrackteilen bedecken und einfach dafür sorgen das man vor Wind und dergleichen geschützt ist. Die Leichen würde ich in einem Bereich wo man sie nicht sieht zusammenlegen und eventuell abdecken. Die Frage eines Feuers erübrigt sich da das Brennmaterial nur begrenzt zur Verfügung stünde.

Sollten nun die Vorräte(wenn vorhanden) aufgebraucht sein, wird sicher irgend jemand die Leichen ansprechen. Diese Entscheidung würde ich wahrscheinlich so lange als möglich heraus zögern. Sollte es aber dann soweit sein, würde ich auch diese Nahrungsquelle stark rationieren da ich ja nicht weiß wie lange ich hier noch verharren müsste.Durch die extreme Kälte läuft meines Wissens nach ein Prozess ab der das Fleisch "genießbarer" macht, es gibt ein paar Lebensmittel die werden nur durch Kälte essbar.

Ob ich nach einiger Zeit eine "Expedition" starten würde weiß ich nicht, aber ich denke schon, denn man kann sich denken das nicht mehr nach einem gesucht wird und man es selbst in die Hand nehmen muss.

Wenn die Leichen alle gegessen sind, wüsste ich nicht wie es weiter geht, aber ich denke mir das durch das fehlen von Nahrung der schwächste stirb,
und der wird dann wieder gegessen.........


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Freitag, 27. November 2009, 10:41

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat von »"Lexidriver"«

Auf N24 (glaube ich) lief einmal eine Doku über Kanibalismus in Extremsituationen.

Nicht nur einmal. Die läuft so ziemlich einmal im Monat.

Zitat von »"Lexidriver"«

Eine Situation war auf einem Boot, die haben den jüngsten geopfert.

Der Hintergrund war, das die auf einem kleinen Rettungsboot waren (zu viert), ohne Wasser und Essbarem. Der Jüngste hat den Durst nicht ausgehalten und Salzwasser getrunken, wovon er krank geworden ist. Die anderen haben ihn nach mehreren Tagen erst getötet, weil es für ihn eh keine Rettung mehr gab. Ich meine aber, sie haben es in erster Linie nicht wegen dem Fleisch, sondern wegen dem Blut gemacht, da sie Flüssigkeit brauchten.

lg Davy
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27

Freitag, 27. November 2009, 11:23

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat

Nicht nur einmal. Die läuft so ziemlich einmal im Monat.
Ist glaube ich schon gut ein Jahr her das ich die gesehen habe.

Zitat

Der Jüngste hat den Durst nicht ausgehalten und Salzwasser getrunken, wovon er krank geworden ist.
Sagen die Überlebenden?!
Ich würde mich auch hinter so einer Behauptung verstecken wenn ich jemanden töten müsste um selber nicht zu sterben.
Ich glaube einfach das sich da nach einer gewissen Zeit eine ganz eigenartige Situation und Dynamik bildet die im normalen Leben nie zustande kommen würde.


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28

Freitag, 27. November 2009, 11:59

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat von »"Lexidriver"«

Ist glaube ich schon gut ein Jahr her das ich die gesehen habe.

Glaub mir, die kam vor kurzem auch grad erst wieder.

Zitat von »"Lexidriver"«

Sagen die Überlebenden?!

Ja, aber unter den drei Überlebenden war auch einer, der den Jungen nicht verzehrt oder sein Blut getrunken hat. (Welcher aber übrigens das größte Trauma von den dreien davongetragen hat)

lg Davy
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Rônin

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29

Freitag, 27. November 2009, 12:48

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Also gut, was ist denn, wenn wir noch weiter denken? Alles Essen ist weg, nur noch einer hat überlebt: du selbst.
Wird man soweit gehen, seine eigenen Arme und Beine zu fressen? Da kämpft dann ja der Selbsterhaltungstrieb gegen den Selbsterhaltungstrieb.
Das erinnert mich an einen tierisch schlechten Horrorfilm: Ein paar junge Leute stürzen in einen Schacht und werden zugeschüttet. Als nach Tagen keine Rettung kommt, losen sie aus, wer seinen Arm opfern muss. Einer hat Pech, und kurz nachdem das Fleisch verspeist ist, werden sie gerettet.
Danach kommt natürlich das übliche Racheszenario, einer nach dem anderen wird von dem Einarmigen umgebracht.
Wie der Film hieß, keine Ahnung. Die Storybeschreibung war auf jeden Fall um einiges gruseliger als der eigentliche Film.

Zitat von »"Gamma"«

Das wollte ich nur mal kurz klarstellen, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, dass es sich bei dieser Diskussion nur um ein reines Gedankenexperiment handelt.
Das war mir übrigens durchaus klar, aber das war ja eine hypothetische Diskussion über das eigene Verhalten in so einem Fall.

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donnie darko

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30

Freitag, 27. November 2009, 15:02

Re: „Wenn du isst, was du bist“ – Kannibalismus

Zitat

Ich glaube einfach das sich da nach einer gewissen Zeit eine ganz eigenartige Situation und Dynamik bildet die im normalen Leben nie zustande kommen würde.


Klar. Ist eine akut lebensbedrohliche Ausnahmesituation. Da übernimmt der Überlebenstrieb das Ruder. Das "bewußte Ich" ist dann nur mehr Passagier...
Zum Sterbenden, der gerade noch die Antwort röcheln kann:
"Was siehst du? Einen Tunnel? Ein Licht? Beides?"
"Nur einen Idioten der zuviele Romane gelesen hat."
Aus "Wanted", österr. Satire von 1999.

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