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donnie darko

Spukhausbewohner

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16

Montag, 26. Juli 2010, 12:30

Möchte auch mein Bedauern aussprechen, ein schreckliches Ereignis.

2 Punkte liegen mir am Herzen:

1. Hat kommen müssen. Meines E.nach wurde der Punkt erreicht und überschritten wo die Spaßgesellschaft, die ja glaubt völlig ohne Regeln auskommen zu müssen brutal auf den Boden der Wirklichkeit zurrückgeholt wurde. Die Sicherheitssprecher, auch der Polizei, sagten ja das die Leute absolut nicht auf ihre Anweisungen gehört haben als die Situation anfing zu kippen. Eh klar, fast jeder völlig euphorisch, dabei aber total unzurechnungsfähig - obwohl man selber glaubt alles 100%ig im Griff zu haben.

Jeder Polizist muss doch mit Bauchweh dortstehen wenn da tausende Leute, auf jeden möglichen synthetischen Schei_dreck drauf, vorrüberziehen. Denn das da nix großes passieren darf ist klar - ist jedes mal ein Hochrisiko.

Hedonismus gut und schön, bin auch kein Kostverrächter - aber wenn Warner und Sicherheitsexperten mittlerweile im Vorfeld abgewunken werden weil sie als Spaßverderber oder Kleinkariert gelten - dann ist so ein Massenauflauf dehydrierter Euphorisierter mehr ein soziales Experiment als eine Veranstaltung - den Blaulichtorganisationen kann man auf jeden Fall die wenigsten Vorwürfe machen.

2. Die Absperrgitter links und rechts vorm Tunnel !!

Wenn ich mich entschließe sowas zuzulassen kann ich doch die Masse nicht auch noch einkesseln ! Das ist für mich ehrlich unfassbar. Eine Massenpanik kann immer passieren - ist die Masse erstmal in Bewegung lässt sie sich nicht mehr aufhalten - da brauchts Auslauffläche!

Wir hatten in Ö auch vor rund 10 Jahren eine ähnliche Katastrophe:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,55451,00.html

Lg
donnie !
Zum Sterbenden, der gerade noch die Antwort röcheln kann:
"Was siehst du? Einen Tunnel? Ein Licht? Beides?"
"Nur einen Idioten der zuviele Romane gelesen hat."
Aus "Wanted", österr. Satire von 1999.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »donnie darko« (26. Juli 2010, 12:35)


Abnormal.

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17

Montag, 26. Juli 2010, 12:47

Und ich glaube nicht, dass es viele nicht interessiert hat. Ich vermute einfach, dass sie schlichtweg überhaupt nicht wussten was da los war!
Stell dir mal vor, wenn sie das da auch noch rumgebrüllt hätten. Was meinst du was passiert wäre - Panik?
Gestern als ich SpiegelTV auf RTL geschaut habe, wurden Leute befragt, warum sie noch feiern würden und die antowort war, dass es nicht ihr Probelm wäre und dass sich sowieso niemand dafür interessiert.
Dαss Glück ist im Grunde nicht's αnderes αls der mutige Wille, zu leben, indem mαn die Bedingungen des Leben's αnnimmt.' Mαurice Bαrrès (1862 - 1923)

Dazee

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18

Montag, 26. Juli 2010, 12:48

mittlerweile heißt es, dass der platz selber für 250.000 ausgelegt war und 500.000 offiziell vom veranstalter angemeldet.
es hieß auch, dass die veranstalter der meinung waren, die leute würden sich über die ganze stadt verteilen und haben auf dem weg zur eigentlichen veranstaltung an den seiten bühnen, mit dj's, aufgestellt in der hoffnung das einige dort kleben bleiben.
das das fernab von jeglicher realität liegt bedarf keiner erwähnung, denn das zeigen die vorangegangenen jahre und der fakt das 2009 keine loveparade stattfand und somit damit gerechnet werden mußte das sogar noch ein paar mehr kommen würden, mit dem gedanken das man ja nicht wissen könne ob es noch einmal eine geben würde.

die aussage mit den 150.000 wurde soweit korrigiert als das die herren sich eingestanden haben das das die zahlen bis 14 uhr waren. allerdings scheint mir auch das sehr gewollt zurecht gebogen wie alle anderen argumente bisher.

Zitat

sagten ja das die Leute absolut nicht auf ihre Anweisungen gehört haben als die Situation anfing zu kippen.


wie sollen 1000de von menschen sich beruhigen wenn sie todesangst haben und total panisch sind? die polizei hatte nicht einmal die möglichkeit sich mit megaphonen gehört zu verschaffen weil diese einfach nicht vorhanden waren.


alles in allem gefällt mir der unterton nicht das dort alle auf diversen illegalen substanzen waren. es ist klar das es dort einige gab die dort "unterwegs" waren aber die sind erfahrungsgemäß um die uhrzeit wo die lp schon seit einigen stunden lief nicht am ein oder ausgang sondern tanzen sich die seele aus dem leib.
außerdem wirkt es so als wenn man denen die schuld ein wenig in die schuhe schieben möchte: "wenn ihr bei klarem verstand gewesen wärt, wäre das nicht geschehen". großer irrtum. jeder mensch wäre in der situation durchgedreht und hätte einfach nur raus gewollt. das ist der natürlich instinkt zu überleben!
und diese fluchtmöglichkeit war dort NICHT gegeben.

Zitat

Was ich auch schlimm finde ist das die Loveparade trotzdem noch statt gefunden hat


die lp war in vollem gange und ein abbrechen hätte vermutlich noch mehr panik und verletzte oder gar tote gebracht. ein weiterlaufen lassen war die einzig mögliche konsequenz in anbetracht der lage.
Alles ist Hase.

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Montag, 26. Juli 2010, 13:03

Zitat

Meines E.nach wurde der Punkt erreicht und überschritten wo die Spaßgesellschaft, die ja glaubt völlig ohne Regeln auskommen zu müssen brutal auf den Boden der Wirklichkeit zurrückgeholt wurde

Ich bin sicher kein Fürsprecher der "Spaßgesellschaft". Ich bin so ziemlich der spießigste Nachbar, den man sich vorstellen kann - wenn's nicht ruhig ist, wenn ich ins Bett will, reg ich mich auf. Aber: ich bin ein bedingungsloser Fürsprecher einer liberalen Gesellschaft, denn diese Freiheiten sind es eben, die uns von islamistischen Gottesstaaten oder kommunistischen Betonkopfgesellschaften abgrenzen. Das darf so weit gehen, wie es will, solange dabei niemand (unverhältnismäßig) zu Schaden kommt. Man muss die Loveparade nicht gut finden, man wird auch nicht gezwungen daran teilzunehmen - aber erstens ist sie Ausdruck einer Gesellschaft, die es sich erlauben kann, sich barbusig auf einen Wagen zu stellen und zu Technoklängen zu tanzen (und das ist durchaus eine Errungenschaft!) und zum zweiten hat das Konzept an sich nichts mit dem Unglück zu tun. DIe Schuld ist eben nicht vor allem bei den Ravern zu suchen, sondern bei den Organisatoren hinter den Kulissen - jenen, die das ursprüngliche, von Dr. Motte entwickelte Konzept zu einem reinen monetären Investment umfunktionierten und sich um die Belange der Besucher dabei (möglicherweise) nicht ausreichend kümmerten. Das Unglück kann genauso gut beim Weltjugendtag der katholischen Kirche passieren, wenn die zigtausenden Besucher auf engstem Raum zusammengepfercht werden.

Zitat

Die Sicherheitssprecher, auch der Polizei, sagten ja das die Leute absolut nicht auf ihre Anweisungen gehört haben als die Situation anfing zu kippen.

Das ist völlig normales Verhalten bei einer Extremsituation, vor allem bei einer Massenpanik: dem eigenen Überlebenstrieb wird alles untergeordnet, das Gehirn kann die Situation nicht mehr richtig verarbeiten und reduziert seine Aktivitäten auf primitives Fluchtverhalten. Anweisungen nützen da nichts, man müsste hingegen versuchen, beruhigend auf die Teilnehmer einzuwirken und die Situation so weit als möglich zu entschärfen. Das ist aber nicht in erster Linie Aufgabe der Polizei, sondern speziell ausgebildeter Securities, die auf solche Situationen vorbereitet sind. Dass sich nicht jeder korrekt verhalten hat, ist klar - liegt aber nicht am Veranstaltungskonzept, sondern am menschlichen Wesen: homo homini lupus.
Tatsächlich sind die meisten, die gestorben sind, nicht im Tunnel erdrückt oder niedergetrampelt worden, sondern sie starben beim Versuch, die Treppe oder den Masten hochzuklettern - was sie allerdings nur deswegen taten, weil sie dem Gedränge unten entkommen wollten. Es gibt genug Zeugenaussagen, die das bestätigen. Ursache ist also die extreme Raumnot, die schließlich zur Massenpanik und zum unberechenbaren Verhalten der Besucher führte.

Zitat

aber wenn Warner und Sicherheitsexperten mittlerweile im Vorfeld abgewunken werden weil sie als Spaßverderber oder Kleinkariert gelten

Warner wurden im Vorfeld abgewunken, weil die Veranstalter die Sorgen nicht ernst genommen haben und glaubten, alles im Griff zu haben. Wie man den zahlreichen kritischen Stimmen im Internet entnehmen kann, die sich teilweise schon Anfang Juni über das unsichere Konzept beschwerten, handelte es sich zum großen Teil um Besucher der Loveparade - von "Spaßverderber"-Vorwürfen keine Spur:

Zitat

"Janinschwein": "Die Leute wie Vieh einpferchen und dann zu sagen, es solle die Massen entzerren ist ja wohl echt ein Witz!! Nein, wirklich sehr, sehr schade, hätte gut werden können, aber sowas... da bleib ich zu Hause! Tottrampeln lassen wollte ich mich eigentlich nicht!"

"ein Anwohner": "Oh Mann! Anstatt die Rettungswege hintenraus freizumachen und die Raver direkt auf das Gelände zu führen... da provoziert die Verwaltung Zwischenfälle. Es ist nicht zu fassen. Der Gewaltmarsch in Dortmund war schon ätzend."

"klotsche": "Sehe ich das richtig, dass die versuchen, eine Million Menschen über die einspurige Tunnelstraße Karl-Lehr-Straße mit zwischendurch zwei kleinen Trampelpfaden hoch zum Veranstaltungsgelände zu führen? Also, in meinen Augen ist das eine Falle. Das kann doch nie und nimmer gut gehen. Wer in Essen und Dortmund dabei war, weiß, wie groß das Gedränge schon auf recht weitläufigen Zugangswegen war. Das war schon eine Katastrophe und die wollen ernsthaft den Zugang über nen einspurigen Tunnel leiten? Ich fasse es nicht! Ich sehe schon Tote, wenn nach der Abschlusskundgebung alle auf einmal über diese mickrige Straße das Gelände verlassen wollen."

"computerprinzessin": "Ich wünsche den Mitwirkenden gutes Gelingen! Ich selbst tue mir das nicht an."

(Quelle: SpOn)

Zitat

den Blaulichtorganisationen kann man auf jeden Fall die wenigsten Vorwürfe machen.

Wem man Vorwürfe machen kann, können wir hier in der Distanz sowieso kaum entscheiden. Das müssen die Ermittlungen klären. Ich wäre darum mit Schuldzuweisungen auch vorsichtig. Klar ist aber: der Platz war für eine derartige Besuchermasse vollkommen ungeeignet, die warnenden Stimmen im Vorfeld wirken nun geradezu prophetisch.

Was Eva Herman da verzapft hat, ist einfach nur menschenverachtend. Dieses Ereignis nun auch noch politisch auszuschlachten, um dem Feind ("den 68ern") mal wieder eines reinzuwürgen und das eigene, aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Weltbild zu untermauern, ist erbärmlich. Und nein, sie hat damit nicht recht, auch kein "bisschen". Ihre indirekte Beurteilung des Geschehens als "Strafe Gottes" zeigt vielmehr, worin sich die extrem Konservativen aller Länder einig sind: Frauen an den Herd, jeden Tag ins Gotteshaus, immer adrett anziehen und vor sich hin frömmeln. Zum Kotzen.

santiago
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20

Montag, 26. Juli 2010, 13:28

Hallo!

Arbeite in Duisburg
Wir sind hier alle geschockt! Bevor ich zur Arbeit heute ging bin ich an der Unglücksstelle vorbei..habe ein paar Blumen und Kerzen niedergelegt...

Duisburg ist heute wie ausgestorben. Es ist ruhig..kein Lärm...die Büroräume sind so gut wie stumm...Uns fehlen hier einfach die Worte es ist eine Tragödie. Die Stimmung hier ist sehr depressiv...

Mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen! Ich selber habe erst Samstag Abend von dem Unglück erfahren als mich meine Eltern fassungslos anriefen und mir davon erzählten. Ich war geschockt....Ich fahre so gut wie jeden Tag an der Stelle vorbei...Für mich wird mein Arbeitsweg nicht mehr derselbe sein!



RIP

donnie darko

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21

Montag, 26. Juli 2010, 15:07

Ich habe das von der Eva Herman noch gar nicht gelesen, wenn wer mit Gottesstrafen daherkommt ist die Sache für mich sowieso gegessen, wurscht wer das ist.

Zu meinem Vorposting, ich habe ja nicht gemeint das alle dort bummdicht sind, aber eben sehr, sehr viele. Und das gerade synthetische Substanzen dieser Art dazu führen das man sich selber überschätzt - die Gefahr erst wahrnimmt wenn sie eintritt und dann eben in dem selben Maß, indem man zuvor euphorisch war eben in Todesangst panisch wird, und dass das sicher nicht hilfreich war in der Situation-wenn es nicht sogar eskalierend beigetragen hat,
ich finde das kann man am Rande einer Katastrophe während der Loveparade, schon fragen,

war auch oft genug auf Raves, coole Klientel - gibts nix, aber die reden ja eh eine deutliche Sprache mit Einem - also eine Ausnahmeerscheinung ist Synthetisches aller Art sicherlich nicht dort.

Auch wenn bei der Loveparade die große Mehrheit nur mitmarschiert, sich sowas oft nur einmal im Jahr gibt, das weis ich eh auch.

Das eine Reihe von Sicherheitspannen geschehen sind liegt auf der Hand, bin gespannt was rauskommt, hat der Veranstalter Sicherheitsaspekte anderen Aspekten untergeordnet (es gab sehr wohl konkrete Warnungen), wenn ja warum, haben sie sich wirklich einfach überhoben, ist schon wieder mal an der falschen Stelle gespart worden - sowas interessiert mich....



wie sollen 1000de von menschen sich beruhigen wenn sie todesangst haben und total panisch sind? die polizei hatte nicht einmal die möglichkeit sich mit megaphonen gehört zu verschaffen weil diese einfach nicht vorhanden waren.


Das hab ich eh nicht gemeint, gestern haben sie - sogar bei der Konferenz glaub ich - ja gesagt es sei nicht gelungen den Strom der Nachträngenden aufzuhalten um den Druck vorne abzubauen. Gut, wenn die keine Megaphone hatten wie du schreibst - kann ich fast gar nicht glauben!

Offenbar hatten sie keine Absperrmöglichkeit, finde ich auch völlig chaotisch, da haben sie links und rechts des Weges diese hohen Gitter zusammengeschraubt - aber diese niedrigen, mobilen Tret - Absperrgitter, um vorrübergehend dicht zu machen, hatten sie nicht?

Gut, in Wahrheit muss ich schon weit vorher dicht machen können..

Wollte aber mit meinem Vorposting niemandem zu Nahe treten - auch beziehen sich meine Aussagen ja nicht auf die Verunglückten - wie gesagt, wenn die Masse mal in Bewegung ist dann ist sie nicht mehr zu stoppen - dieser Tunnel, diese übermannshohen Baustellen - Absperrgitter, schön großgewindig miteinander verschraubt (damit sie ja nicht nachgeben können) - das tut einem richtig in den Augen weh, eine Todesfalle (zehntausende Menschen durch ein Flaschenhalssystem pressen zu wollen !!!).

Eine Verkettung ungünstigster Umstände und menschlicher Fahrlässigkeit.

Lg
donnie !
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CatOfDarkness

Traumwanderer

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22

Montag, 26. Juli 2010, 16:58

@Abnormal. :

Zitat

Gestern als ich SpiegelTV auf RTL geschaut habe, wurden Leute befragt, warum sie noch feiern würden und die antowort war, dass es nicht ihr Probelm wäre und dass sich sowieso niemand dafür interessiert.

Ich hab mir das Video mal rausgesucht, von dem du sprichst. Diesen einen Mann den sie dort interviewen geht davon aus, dass es sich um körperliche Beschwerden gehandelt hat und nicht um eine Folge der Panik.

Zitat


Reporter: Aber warum feiert ihr denn noch?

Mann: Ja weil eigentlich...wie sag ich das...es ist nicht unser Problem. Also ...ich mein das ist selbst Schuld, wenn man... so...also wenn man Probleme hat, dann soll man schon Zuhause bleiben oder irgendwo weit von der Masse halt, ne? Also das ist schwierig halt...also wenn ich Probleme hab mit Kreislauf oder keine Ahnung, scheiß egal, dann bleib ich entweder Zuhause oder wie gesagt, ein bisschen entfernt von der Scheiße. Muss nicht unbedingt - muss nicht unbedingt drinnen in der Masse sein.


Aber darüber kann sich jeder selbst Gedanken machen.
Hier das Video: http://www.spiegel.de/video/video-1076855.html

Ich denke nicht, dass du das auf die ganze Masse ausdehnen kannst und darfst. Die handvoll Leute die dort noch auf dem Platz sind und feiern, obwohl sie das miterlebt haben...kann ich nicht nachvollziehen. Da wär mir alles andere als nach feiern zu mute, aber das muss jeder selbst wissen und ob sie auch so reagiert hätten, wenn sie bei klarem Verstand gewesen wären.

Und die Leute die schon bei der Veranstaltung waren, konnten davon nichts mitbekommen haben. Vielleicht ein paar einzelne durch SMS' der Freunde und Verwandten, aber ich glaube kaum, dass die Polizisten so scharf drauf waren sich mit Megaphon hinzustellen und rum zubrüllen, dass da eben (zu dem Zeitpunkt) 15 Menschen tot getreten wurden!

Dazee

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Montag, 26. Juli 2010, 17:06

eine 21jährige erlag heut mittag ihren schweren verletzungen.
die zahl der toten steigt nun, laut dem wdr, auf 20 und die zahl der verletzten beläuft sich nun offiziell auf 511.
Alles ist Hase.

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24

Montag, 26. Juli 2010, 17:45

Ich denke nicht, dass du das auf die ganze Masse ausdehnen kannst und darfst.
Natürlich nicht, aber die meisten die da bei standen sagten nicht dass sie anderer Meinung wären.
Dαss Glück ist im Grunde nicht's αnderes αls der mutige Wille, zu leben, indem mαn die Bedingungen des Leben's αnnimmt.' Mαurice Bαrrès (1862 - 1923)

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Montag, 26. Juli 2010, 20:32

Ich habe gerade Nachrichten gesehen. Heute wie gestern heißt es ganz klar: "Wichtig ist erst mal, einen Sündenbock zu finden, und nicht die Schadensbegrenzung." Also gut, stürzen wir uns darauf wie Geier; die Nachrichtensender freuen sich, dass sie mal wieder 5 Tage in der Dauerschleife was zum Berichten haben, und die unfähigen Politiker und Polizisten freuen sich, dass sie mal wieder aus dem Licht raus sind und aasen fröhlich mit.
Ein Satz, den man zurzeit ganz oft hört: "Selbst im Internet haben ganz normale Leute schon Tage vorher die Gefahren erkannt - warum wurde die Loveparade trotzdem abgehalten?" Das kommt mir komisch vor. Ich habe mich nämlich gleich gefragt: "Selbst im Internet haben ganz normale Leute schon Tage vorher die Gefahren erkannt - warum gehen die Leute dann trotzdem zur Loveparade?" Das verschiebt die Ursachenfrage etwas. Mal ehrlich, wenn ich zu so einer Massenveranstaltung gehe, erwarte ich doch, totgetrampelt zu werden?
Bei der Loveparade sind Verletzte doch Standard. Wer mir da erzählen will, dass er aus Spaß und nicht aus Lebensmüdigkeit da hingeht; weil er keine Ahnung davon hatte, wie hochgefährlich das ist - nee.

Sicher, jeder der Idioten die daran mitgeplant haben, gehört eingesperrt für seine Unfähigkeit offensichtliche Gefahren zu erkennen. Aber keiner der Teilnehmer kann ehrlich sagen, dass er nicht wusste, was auf ihn zukommt. Leider, leider eignet sich der Vorfall mal wieder großartig als Kapitalismuskritik - da wird natürlich auf ein realistisches Gesamtbild verzichtet, bei der tollen Möglichkeit, seine politischen Gegner durch den Dreck zu ziehen.
"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

TaekwonDoughnut

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26

Montag, 26. Juli 2010, 20:47

Die Polizei Duisburg hat die Ermittlungen an die Polizei Köln abgegeben!
http://www.rp-online.de/niederrheinnord/…aid_886274.html

Wie Dazee richtigerweise (leider) erwähnte, ist die Zahl der Verstorbenen gestiegen. Eine 21jährige erlag an ihren schweren Verletzungen.
http://www.rp-online.de/public/kompakt/n…igt-auf-20.html

Dazu sehr interessant der Artikel aus Spiegel-Online.
Ich zitiere die wichtigsten Stellen:

Zitat

Ein internes Verwaltungsdokument zeigt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gravierende Mängel beim Sicherheitskonzept für die Love Parade. Demnach war das Gelände in Duisburg für 250.000 Menschen freigegeben - dabei rechneten die Veranstalter mit deutlich mehr als einer Million.

[...]

Wie SPIEGEL ONLINE aus der Duisburger Polizeiführung erfuhr, hatten Polizei und Feuerwehr ein eigenes Sicherheitskonzept für die Love Parade entwickelt, mit dem sie sich allerdings nicht hatten durchsetzen können. Demnach wollten die Beamten die Raver "großflächiger" anreisen lassen und Nadelöhrsituationen unbedingt verhindern. Der Plan hätte aber einen weitaus größeren Personaleinsatz erfordert, hieß es, und sei von der Verwaltung schließlich verworfen worden.

[...]

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hieß es, von Rechnern der Bundespolizei seien Unterlagen zur Love Parade gelöscht worden. Dies ist nach unseren Recherchen auch der Fall - in mindestens einer Dienststelle, aber nicht unbedingt flächendeckend bei der gesamten Bundespolizei. Wir bitten, die Ungenauigkeit zu entschuldigen.


http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708426,00.html

Der gesamte Artikel ist aber aussserordentlich interessant.


Aus ethischen Gründen werde ich keine Videos (und ja, die gibt es) von den Opfern einstellen.

Die brisanten Neuigkeiten sind interessant genug.



Liebe Grüße von TaekwonDoughnut, der hofft, dass die Ermittlungen schnellstmöglich abgeschlossen und Köpfe rollen werden

Gamma

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Montag, 26. Juli 2010, 22:04

Ich bin nicht nur betroffen und tieftraurig, sondern dermassen am Boden zerstört, dass mir nur noch zum Jammern, Heulen und Wehklagen zumute ist!

Für die nächste Woche habe ich erstmal Urlaub beantragt und mir einen Termin bei einem Psychotherapeuten geben lassen, um die schockierenden Fernsehbilder besser verarbeiten zu können. Zwar war ich noch nie auf einer Loveparade, weil ich den Elektrostampf und das Gedränge auf Massenveranstaltungen eigentlich hasse, aber ich leide dennoch unsäglich mit den armen Opfern und deren Angehörigen mit. Aktuell warte ich nur noch darauf, dass BILD endlich die Porträts der Opfer, mitsamt einem vollständigen Lebenslauf irgendwo im Internet zusammenklau(b)t und in einer der nächsten Ausgaben veröffentlicht. Dann gäbe es auch endlich die passende Wixvorlage zur Befriedigung meiner Rührungsbedürfnisse.

Zitat

Die Abnutzung von «Trauer»
Es ist verblüffend, in welchem Maße eine medial, in Presse und Medien vielfach gespiegelte Anteilnahme öffentlicher Personen sich zumindest für mich persönlich abnutzt. Abgesehen davon, dass man vielleicht unterscheiden muss zwischen dem empathischen allgemeinen Schock über die Un- und Todesfälle auf der Loveparade und der persönlichen, unmittelbaren also eben echten Trauer, weil ein geliebter Mensch gestorben ist, muß man nicht sonderlich zynisch sein, um in den öffentlichen formelhaften Trauerbekundungen vieler Politiker – allen voran der neue Bundespräsident, der hier zumindest unbewußt eine Profilierungsoption zu sehen scheint – einen Hautgout zu finden, weil sie nur die falschen, weil endlos abgegriffene Worte, finden. Die Art und Weise, wie Politiker und Medienfiguren heute zunehmend öffentlich auftreten – stets unangreifbar vorbereitet, geschliffen, gefasst, immer bereit, nie zu sehr bei sich selbst, immer in der Rolle – scheint deplaciert, wenn es doch gerade darum ginge, die Maske abzulegen und Mensch zu sein, nicht Funktion. Dass dies kaum noch gelingt (auch weil jeder Fehlgriff authentischer Trauerbekundung medial und vom politischen Gegner ausgeschlachtet wird und es insofern sicherer ist, die professionelle Hülle gar nicht mehr zu verlassen) und eben auch «Trauer» und «Betroffenheit» in der Öffentlichkeit zu einer Art Kabuki geworden sind, ist die Tragödie in der Tragödie.

http://www.hdschellnack.de/tod-und-spektakel/

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TaekwonDoughnut

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Montag, 26. Juli 2010, 22:20

Vorab, ich wünsche dir alles erdenklich Gute, damit du diesen Schock schnell überwindest. Ich kann dich sehr gut verstehen und zolle dir Respekt, dass du deine Betroffenheit und den Besuch beim Psychotherapeuten eingestehst.
Meinen Segen hast du, wirklich!

Aktuell warte ich nur noch darauf, dass BILD endlich die Porträts der Opfer, mitsamt einem vollständigen Lebenslauf irgendwo im Internet zusammenklau(b)t und in einer der nächsten Ausgaben veröffentlicht. Dann gäbe es endlich die passende Wixvorlage zur Befriedigung meiner Rührungsbedürfnisse.


Schon passiert. BILD war die erste (und einzige) Zeitung, die Nahaufnahmen der Leichen (wenn auch zugedeckt) gezeigt hat.
Nach zahlreichen Beschwerden haben sie diese dann wohl rausgenommen (bestätigen kann ich es nicht, habe nur die Screenshots gesehen. Besuche diese Seite schon seit Jahren nicht mehr).

Und ich bitte nicht nur dich, sondern auch alle anderen (und nicht nur zum Thema Loveparade), solltet ihr irgendwann wieder solche Fotos bei BILD finden, screent es und beschwert euch unter folgender Seite: http://www.presserat.info/inhalt/beschwerde/anleitung.html

So, und nur so kann man diesem widerlichen Drecksblatt Einhalt gebieten, in der Hoffnung auf Erfolg. Vielen, vielen Dank!

Zurück zum Thema. Ich möchte euch mal die Flashvideos von SpiegelTV ans Herz legen. Sehr interessante, und auch emotional sehr traurige Worte, Bilder und Fakten (@ Gamma: Dir rate ich davon ab, denn ich möchte nicht, dass du zusammenbrichst). http://www.spiegel.de/flash/0,,23952,00.html

Hier noch ein lesenswerter Artikel aus der FAZ. http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B0874667…n~Sspezial.html
Diesem kann ich Wort für Wort zustimmen.


Und hier auch meine Bilder des Tages:
(ebenfalls aus der FAZ)

1 Notfallseelsorger und 1 Einsatznachsorge im schier unendlich langen Tunnel....


2 Polizisten im scheinbar unendlich langen Tunnel...


+1, Möget ihr in Frieden ruh'n.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TaekwonDoughnut« (26. Juli 2010, 22:28)


Gamma

Traumwanderer

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Montag, 26. Juli 2010, 23:33

Zitat von »TaekwonDoughnut«

Vorab, ich wünsche dir alles erdenklich Gute, damit du diesen Schock schnell überwindest. Ich kann dich sehr gut verstehen und zolle dir Respekt, dass du deine Betroffenheit und den Besuch beim Psychotherapeuten eingestehst.
Meinen Segen hast du, wirklich!


Deine Anteilnahme rührt mich wirklich. Echt jetzt!
Ich finds nur schade, dass Ironie ohne Smileys im Web 2.0 ums Verrecken nicht funktioniert. ;)

Zitat

Und ich bitte nicht nur dich, sondern auch alle anderen (und nicht nur zum Thema Loveparade), solltet ihr irgendwann wieder solche Fotos bei BILD finden, screent es und beschwert euch unter folgender Seite: http://www.presserat.info/inhalt/beschwerde/anleitung.html


Kein schlechter Tip! Kann man machen!
Nur beim Presserat verläuft so eine Beschwerde in der Regel meistens im Sande oder man bekommt vom Ausgang selten was mit.
Weitaus erfolgversprechender wäre da schon eine Meldung an medienkritische Seiten, die einen hohen Bekanntheitsgrad besitzen, z.B. an BILDblog oder Fernsehkritik.TV.

Dazee

Mutti

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Dienstag, 27. Juli 2010, 11:54

Gamma, dein Post und deine Absicht das hier ironisch darzubringen ist abartig, niederträchtig und unpassend.

Halte Dich aus diesem Thread fern wenn Du nichts konstruktives Beitragen kannst!
Alles ist Hase.

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