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Ragnarsson

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46

Samstag, 31. Juli 2010, 03:47

Naja die Aussage "Da ja jeder Dahergelaufene sehen konnte daß das mit diesem engen Tunnel schiefgehen mußte " halte ich für nicht richtig. Hier passt es natürlich mal wieder aber ich denke dass bei jedem grossen Event, sich Leute finden lassen, die vorher ein Unheil prophezeit haben. Sicher schmälert dass die Tragödie in keinster Art und Weise aber der OB hat mich Sicherheit weniger Schuld, als andere Prüfer und Behörden, sowie der Veranstalter. Und einfach mal spontan absagen ist auch nicht so leicht wie man es sich denkt, denn da hängt auch sehr viel Ansehen und Geld für die Stadt dahinter, dass man da nicht einfach sagen kann: "Ne lassen wir bleiben" wie bei einem Grillabend mit Freunden an dem es spontan regnet.
Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

Aragon70

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47

Samstag, 31. Juli 2010, 15:27

Naja die Aussage "Da ja jeder Dahergelaufene sehen konnte daß das mit diesem engen Tunnel schiefgehen mußte " halte ich für nicht richtig.


Wer bei einer früheren Loveparade dabei war, und diesen Tunnel gesehen hat, dem muß klar sein daß das die Chance sehr hoch ist das es dort, falls der Durchlauf nicht reibungslos klappt zu einer Katastrophe kommen kann. einfach weil es eben kaum eine Möglchkeit gab seitlich auszuweichen falls es enger wird.

Es wäre vielleicht auch mit diesem Tunnel möglich gewesen es ohne Tote und Verletzte über die Bühne zu bringen, aber dann hätte man einen sehr hohen Aufwand betreiben müssen um das unter Kontrolle zu bringen.


Hier passt es natürlich mal wieder aber ich denke dass bei jedem grossen Event, sich Leute finden lassen, die vorher ein Unheil prophezeit haben.


Das stimmt schon, aber hier warens doch weit mehr kritische Stimmen als in Essen oder Dortmund.


Sicher schmälert dass die Tragödie in keinster Art und Weise aber der OB hat mich Sicherheit weniger Schuld, als andere Prüfer und Behörden, sowie der Veranstalter.


Er hat ja nun ein sehr geschickt formuliertes Interview gegeben wo er gesagt hat das er nicht zurücktreten kann weil er dann ja nicht bei der Aufklärung helfen kann. Er hatte vorher keinen Plan wie es organisiert war und will sich jetzt darum kümmert wo es zu spät ist. Das ist an Dreistigkeit fast nicht mehr zu überbieten.

Tatsache ist, er ist das letzte Glied der "Befehlskette" und hat damit die Verantwortung. Wenn es so war das die Leute, welche seitens der Stadt für die Sicherheit verantwortlich waren, ihrer Aufgabe nicht nachgekommen sind ist er trotzdem Schuld, weil er dann die falschen Leute für diesen Job beauftragt hat. Er hätte bei geringen Zweifeln, immerhin hatte er alle Infos, eben noch weitere externe Leute dazuholen müssen die das nochmals gegenchecken.

Natürlich kann er nicht alleine für schuldig befunden werden, es werden sich auch andere verantworten müssen.


Und einfach mal spontan absagen ist auch nicht so leicht wie man es sich denkt, denn da hängt auch sehr viel Ansehen und Geld für die Stadt dahinter, dass man da nicht einfach sagen kann: "Ne lassen wir bleiben" wie bei einem Grillabend mit Freunden an dem es spontan regnet.


Das kann ich schon nachvollziehen. Wenn es abgesagt worden wäre und man hätte das sehr gut begründen können, wäre das schon akzeptiert worden. Bochum hat man ja auch akzeptiert.

Noch viel besser wäre natürlich gewesen, man hätte, bevor man vor Jahren großspurig ankündigt das die Loveparade im Ruhrgebiet statt findet und dann jedes Jahr in einer anderen Stadt, schonmal Gedanken gemacht ob das überhaupt möglich ist. Bevor sie in Essen war, war natürlich nicht direkt klar ob die Leute eine Ruhrgebietsloveparade akzeptieren, hätten ja auch nur ein paar tausend kommen können, dann hätte mans überall stattfinden lassen können.

Aber man mußte es ab da. Und dann hätte man längst abwägen können wo sie nun stattfinden kann und wo nicht und ob überhaupt. In Essen hat es ja,relativ gut geklappt, also hätte man sagen können sie findet nochmal in Essen statt, wir kennen die Situation dort und die Engpässe sind bekannt.

Man hätte bereits vor Jahren anfangen können ein brauchbares Gelände herzurichten und das von allen möglichen Leuten prüfen lassen. Wenn die WM oder die Olympiade statt findet werden ja auch schon ewig vorher Stadien gebaut und alles genauestens geprüft. Aber hier wirkts so als ob man 3 Wochen vorher überhaupt mal geprüft hat wo in Duisburg das stattfinden könnte.

Ach ja, hier hat übrigens jemand den Hergang live gefilmt. Das wirkt beängstigend und man kann sich gut in die Stuation hineinversetzen.

http://www.crankworld.de/archives/1125

Man sieht hier auch das es Blödsinn ist die Katastrophe an Drogen oder Alkohol festzumachen. Genauso armselig ist es den Leuten vorzuwerfen sie hätten sich nicht an die Vorschriften gehalten und weil sie seitlich an diesen Gestängen hochgeklettert sind. Anfangs hieß es ja noch es wären nurz Sturzverletzte, ein armseliger Versuch so zu tun als wäre das Problem nicht der enge Tunnel gewesen.

Die haben dort um ihr Überleben gekämpft und versucht irgendwie halbwegs heil da rauszukommen.

Also ich bleibe dabei, der OB sollte gehen. Für die Ermittlung des Tatbestands braucht man ihn nicht. Man wird nun eh hunderte von Sicherheitsexperten von überall dran setzen, die werden alles bis ins Detail analyisieren und die werden sicher mehr Ahnung von der Materie haben als der OB.

Rônin

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48

Mittwoch, 26. April 2017, 00:35

Nach sieben Jahren wird jetzt demnächst die Verhandlung gegen die zehn Angeklagten eröffnet.
https://community.beck.de/2017/04/25/lov…h-sieben-jahren
Das deutsche Rechtssystem ist geil; so zügig. Zeugen erinnern sich dann noch detailreich an alles, und so weiter.
"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

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