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Ricya

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Samstag, 15. Januar 2011, 17:23

Sammelthread Geisterstädte

In diesem Sammelthread möchte ich Euch nach und nach interessante Geisterstädte vorstellen. Wie sie entstanden sind und warum sie wieder verlassen wurden.
Ich sehe mir gerne Bilder solcher Orte an und interessiere mich für deren Geschichte.
Deshalb möchte ich meine Recherchen mit Euch teilen.
Vielleicht kann auch der Eine oder Andere von Euch etwas dazu beitragen. Das würde mich freuen. :)

Anfangen möchte ich mit einer Stadt namens Centralia:

Zitat

Centralia ist eine Gemeinde (engl. Borough) im östlichen Kohlerevier Pennsylvanias. Unter der Stadt brennt seit 1962 die Kohle, wodurch die Region nahezu unbewohnbar wurde. Die Einwohnerzahl sank von über 1000 im Jahr 1981 auf 20 Einwohner im Jahr 2007


(Text entnommen von Wikipedia)

http://de.wikipedia.org/wiki/Centralia_(Pennsylvania)

Aber der Reihe nach.
Die Stadt wurde um 1841 gegründet. Sie war aufgrund der großen Kohlevorkommen sehr interessant für die Bergbauindustrie. Die wachsende Anzahl der Bewohner bestand hauptsächlich aus Bergbauarbeitern und ihren Familien. Der Kohleabbau in Centralia wurde bis in die 1960er Jahre betrieben.

1962 begann dann durch das Entzünden der unteririschen Kohlevorkommen das Ende der Stadt.
Angeblich fing die Kohle Feuer als versucht wurde Müll in einer benachbarten Deponie zu verbrennen. Was als „Versehen“ anfing, brennt nun seit mehr als 50 Jahren unter der Erddecke von Centralia und ließ sie zu einer Geisterstadt werden.
Zumindest fast, denn obwohl die Gemeinde von der Regierung in den 80er Jahren umgesiedelt wurde weil die Angst vor giftigen Dämpfen stieg, blieben einige Menschen trotzdem in ihrem Heimatort, den sie bis heute nicht gewillt sind, zu verlassen.

Wieviele nun dort noch genau leben, ist scheinbar unbekannt. Mal ist die Rede von 17, dann mal wieder nur von 8 Personen…….
Fakt ist, dass von dieser einst großen Stadt nur noch 7 Gebäude stehen.
Nach der Umsiedlung der Bewohner wurde Centralia wortwörtlich dem Erdboden gleichgemacht und alles wurde abgerissen.
Heute existieren neben den 7 (eigentlich 8 Häusern, denn das Gemeinderathaus steht auch noch) nur noch das Straßennetz auf dem einst reger Verkehr herrschte.


(Bild entnommen von: http://www.offroaders.com/album/centralia/centralia.htm )

Durch die Hitze im Untergrund platzt hier der Asphalt auf und wird den Straßen im Laufe der Zeit auch den Garaus machen.

(Bild entnommen von http://de.wikipedia.org/wiki/Centralia_(Pennsylvania) )

Experten vermuten, dass das Feuer noch ca. 200 Jahre brennen wird, bis alle Kohle aufgebraucht ist, die den Brand nährt.

Man sieht hier einen Vergleich:

Eine Straße in Centralia vor der Umsiedlung:


und hier dieselbe Straße aus dem gleichen Blickwinkel heute:


(Beide Bilder stammen von hier: http://www.offroaders.com/album/centralia/centralia.htm)

Weitere Quelle:

http://www.focus.de/panorama/welt/tid-12…aid_337398.html

Hier hatte ich vor Jahren schon einen Thread zum Thema Kohlebrände eröffnet und Centralia dort schon mal vorgestellt:
http://www.paraportal.de/index.php?page=Thread&threadID=8285

So, das war es mal für´s Erste, weitere Orte werden folgen! ;)

Lg Ricya
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2

Samstag, 15. Januar 2011, 18:42

Auch bei dem nächsten Ort den ich Euch vorstellen möchte, handelt es sich um eine ehemalige Kohleabbaustelle.

Die japanische Insel Hashima, die zu Nagasaki gehört.
( Auch bekannt unter dem Namen „Gunkanjima“ was soviel wie Kriegsschiff-Insel heißt, was sie ihrer Form/Aussehen zu verdanken hat. )



(Bildquelle:
http://www.tabibito.de/japan/gunkanjima.html )


1887 wurde mit dem unterseeischen Kohleabbau begonnen. Um 1916 herrschte dort Hochkonjunktur. Das alles stand unter der Leitung des Mitsubishi-Konzerns, der auch zu dieser Zeit damit anfing Hochhäuser für die Arbeiter auf die Insel zu bauen. Das war rentabler als sie jeden Tag vom Festland hierher und wieder zurück zu schippern.
Immer mehr Häuser für immer mehr Menschen entstanden auf dem Eiland.

Bis zu 5259 Menschen lebten zu Höchstzeiten auf der Insel. Und das bei einer Inselgröße von 6,3 Hektar!

Zitat

1959 wurde eine Bevölkerungsdichte von 83.476,2 Einwohnern pro Quadratkilometer festgestellt – eine der höchsten jemals aufgezeichneten Bevölkerungsdichten der Welt.

(Text entnommen von: http://de.wikipedia.org/wiki/Hashima_(Insel) )

Im zweiten Weltkrieg wurden dann die bisherigen Beschäftigten durch Zwangsarbeiter aus China und Korea ersetzt.

Zitat

Die Infrastruktur wurde laufend ausgebaut, aufgrund der begrenzten Fläche auch vielfach unterirdisch. Neben den Wohn- und Verwaltungsgebäuden existierten auch Tempelanlagen und Schreine, eine Polizeistation, ein Postamt, Badeanstalten, eine Kläranlage, ein Kindergarten, Grund- und weiterführende Schulen, eine Turnhalle, ein Kino, Gaststätten, eine Kegelbahn, 25 Geschäfte, ein Hotel, ein Krankenhaus, ein Swimming-Pool und sogar ein Bordell; lediglich ein Bestattungswesen fehlte. Elektrizität und Wasser kam über unterseeische Leitungen von der Hauptinsel, Gemüse, Tee oder Kräuter wurden von den Bewohnern auf Dachgärten angebaut.


(Text entnommen von: http://de.wikipedia.org/wiki/Hashima_(Insel) )

Weil von Kohle auf Erdöl umgestellt wurde, bedeutet dies nach einem Entschluß vom 15. Januar 1974 das Ende vom Kohleabbau auf Gunkanjima.
Sehr schnell verließ daraufhin die arbeitslose Belegschaft die Insel.
Schon am 20.April 1974 war Hashima menschenleer.

Nur die Gebäude blieben zurück. Aber nicht nur die. Sämtliche Maschinen, Gebrauchsgegenstände, Möbel……alles blieb an Ort und Stelle weil die Abtransportkosten zu hoch gewesen wären.

Noch heute kann man also zum Teil die Sachen in den ehemaligen Wohnungen liegen sehen…….wenn man denn die Insel betreten dürfte!
Wegen akuter Einsturzgefahr ist das Betreten nämlich verboten!
Seit 2009 besteht allerdings die Möglichkeit im Zusammenhang mit einer Bootsrundfahrt um die Insel diese auch kurz auf einem eigens gesicherten Pfad zu begutachten.

2001 wurde Hashima von Mitsubishi an die Stadt Takashima übergeben.
Für die Japaner steht Gunkanjima noch heute als Symbol für die Ausbeutung an Mensch und Natur. Man darf nicht vergessen, dass aufgrund der Bedingungen die auf der Insel und bei der Arbeit auf ihr herrschten, 1300 Menschen starben!

Für mich persönlich besteht die Faszination dieses Ortes darin, zu sehen, wie sehr die Menschen damals aufeinandergepfercht lebten. Noch heute wird einem das bedrückende Gefühl vermittelt, wenn man Fotos von den Bauwerken ansieht.
Alles aufeinander, übereinander, auf engstem Raum. Stellenweise drang nicht einmal Tageslicht in die Innenhöfe und schmalen Verbindungswege.






(Bilderquelle:
http://www.artificialowl.net/2008/08/has…a-nagasaki.html )



Weitere Quellen:
http://www.tabibito.de/japan/gunkanjima.html

Eine Seite mit ganzen tollen Bildern dazu:
http://gakuranman.com/gunkanjima-ruins-o…rbidden-island/

Lg Ricya
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Sonntag, 16. Januar 2011, 19:53

Die nächste Stadt heißt „Detroit“.

Ja, Ihr habt richtig gelesen…..Detroit.
Ist Detroit nicht eine große Stadt in den USA?
Richtig!
Oder besser gesagt: sie war es!
Zwar leben noch immer gut 900.000 Menschen dort, aber angesichts der ehemaligen Einwohnerzahl von fast 2 Millionen ist ersichtlich, wie stark die Stadt geschrumpft ist.
Die meisten Einwohner leben eher in den Randbezirken von Detroit, was bedeutet, dass die Innenstadt, genannt „Inner City“, in der Tat zu einer „Geisterstadt“ verkommen ist, die überwiegend aus Ruinen, vernagelten und dem Verfall preisgegebenen Gebäuden besteht.

Was ist passiert?

Detroit nahm seinen Besiedlungsanfang durch die Franzosen schon 1701.
Als wichtiger Stützpunkt bei den Kriegen zwischen Frankreich und den Briten um Nordamerika wurde dort das Fort „Ponchartrain du Détroit“ erbaut, was Detroit auch zu seinem heutigen Namen verhalf.
Am 29. September 1760 übergab Frankreich das Fort an die Briten.
Schon 1765 zählte Detroit 800 Einwohner.

1909 begann dann die Massenproduktion von Automobilen der Marke Ford. Auch General Motors und Chrysler bauten ihre Produktionsstätten dort, was dazu führte, dass Detroit zu einer sehr großen Industriestadt wurde und den Spitznamen „Motor City“ bekam.

Weil durch die wachsende Autoindustrie Anfang des 20. Jahrhunderts auch die Zahl der Arbeitsplätze in Detroit stieg, kamen viele Auswanderer um dort Arbeit und ihr Glück zu finden.
Die Zahl der Einwohner stieg also zwischen 1900 bis 1950 von 285.700 auf 1,85 Millionen.
Trotzdem begann mit dem Boom dieser Stadt zugleich sein Zerfall wenn man so möchte.
Zum Einen kamen sehr viele Schwarze Zuwanderer, welche einen Rassenkonflikt auslösten. Die „Weißen“ ortsansässigen in Detroit wollten sich nicht mit ihren „Schwarzen“ Nachbarn anfreunden, was zum Teil zu schweren Ausschreitungen führte.

Zitat

In der Stadt kam es im 20. Jahrhundert mehrmals zu Rassenunruhen, so im Jahre 1943, als die dreitägigen Tumulte erst durch Bundestruppen beendet werden konnten und 34 Menschen starben. 1967 kamen bei Unruhen 43 Menschen ums Leben.

(Text entnommen: http://de.wikipedia.org/wiki/Detroit)

Dies hatte zur Folge, dass die „Weißen“ die Inner City verließen und in den Randbereich von Detroit zogen.

Zitat

Zwischen 1940 und 1960 wuchs der Anteil der Schwarzen auf ein Drittel der Einwohnerschaft. Die weißen Mittelschichten, voller Ressentiment gegen die schwarzen Unterschichten, flohen an die Peripherie. 1998 waren 78 Prozent der Menschen in den Vororten weiß, 79 Prozent der Menschen aus der Innenstadt schwarz.



(Text und Bildquelle: http://www.shrinkingcities.com/index.php…&L=0&no_cache=1 )

Zum Anderen stieg die Kriminalitätsrate enorm. Die Angst wuchs, was auch für viele Anlaß war umzuziehen. Noch heute ist Detroit eins der „heißesten Eisen“ in den USA.


Zitat

In den 90er-Jahren war Detroit USA-weit führend in der Kriminalitäts- und Mordstatistik, mit einer der höchsten Mordraten unter Jugendlichen. Charlene, eine junge schwarze Frau, die es aus dem Detroiter Ghetto ihrer Kindheit und Jugend in die Abendklasse des Henry Ford Community Colleges in Dearborn geschafft hat, sagt, sie werde alles tun, um zu verhindern, dass ihre Kinder in Detroit aufwachsen und zur Schule gehen müssen. "Wenn du dort anfängst, kannst du gleich aufhören".
(Text entnommen: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/01/10/a0118 )

Zu guter Letzt war auch die Automobilindustrie am Untergang der Stadt schuld. Einst das Zugpferd der „Motor City“, später der wirtschaftliche Ruin, als in den 1970er Jahren die Automobilproduktion in eine Krise schlitterte und seine Werke in Detroit überwiegend schloß um andere, effizientere Standorte zu errichten.

Zitat

Die "großen drei" Ford, Chrysler und General Motors, reagierten auf die Absatzflaute mit der Schließung alter, ineffizienter Standorte und dem Aufbau moderner Fertigungsanlagen im Umland. Sie zogen dorthin, wo ein Großteil ihrer weißen Angestellten und Arbeiter längst wohnten. Ihnen wiederum folgten die Geschäfte. In Detroit selbst blieben nur die Schwarzen. Sie waren bald unter sich.

(Text: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/01/10/a0118 )

So verkommt die Innenstadt von Detroit also immer mehr....unaufhaltsam.

Zitat

"Wo gibt es hier ein Geschäft, ich brauche eine Mütze gegen den kalten Wind?", fragt eine Besucherin eine der wenigen weißen Frauen in Bürokleidung auf der Woodward. "Ein Geschäft?", fragt diese überrascht und überlegt. Ein Geschäft gibt es hier nicht, sagt sie schließlich, aber 15 Meilen weiter draußen, da sei eine schöne, große Shoppingmall. Aha. Detroit existiert also gar nicht mehr, die Menschen sind westwärts weitergezogen und haben sich andernorts neue Städte gebaut.

(Text: http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/01/10/a0118 )

1913 wurde die Michigan Railroad Station erbaut. Ein imposantes 16-stöckiges Gebäude, dass den Wohlstand der Stadt bekundete.
Am 5.Januar 1988 schließlich verließ der letzte Zug die Station. Seither ist sie geschlossen und verfällt zunehmens. Ein im Jahre 2009 beschlossener Abriß erfolgte bisher nicht.

Michigan Railroad Station:



(Bilquelle: Wikipedia)


In den 1970ern wurde mit dem Bau des Renaissance Center´s ein Versuch gestartet wieder etwas Leben in die Inner City zu bringen. Trotz des imposanten Bauwerks, dass mehrere Dinge zur Freizeitbeschäftigung enthält, schlug das Vorhaben fehl.

Ein weiteres Phänomen, dass die Situation der Stadt beschreibt, ist das der „Devil´s Night in Detroit“. Gemeint ist damit die Nacht des 30. Oktober, also die Nacht vor Halloween.
Während in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts diese Nacht mit „kleinerem Vandalismus“ (Bäume in Klopapier eingewickelt, mit Seife beschmierte Fenster, faules Obst rumwerfen) „praktiziert“ wurde, nahm es ab den 1970ern in Detroit extreme Formen an. Die leerstehenden Häuser in Inner City wurden zur Zielscheibe und jedes Jahr in hohen Zahlen niedergebrannt. Desweiteren breitete sich die Brandtsiftung auf alles aus, was sich in dem Gebiet befand. Parkende Autos, Müllcontainer. Die schlimmste Devil´s Night war 1985, als binnen kurzer Zeit 297 Häuser in Brand standen.
Ab diesem Zeitpunkt ging der Vandalismus zur Devil´s Night zurück, da vom Bürgermeister der Stadt angeordnete Wachmänner in dieser Nacht verstärkt durch die Straßen ziehen.
Dennoch nutzten viele Hausbesitzer diese Art der Gewalt zu ihrem Nutzen. Zig Häuser wurden von ihnen selbst angezündet um hohe Versicherungssummen zu kassieren.

Auf dieser Website kann man viele Fotos der Ruinen von Detroit ansehen, darunter auch eine Menge der abgebrannten Häuser, um deren Reste sich natürlich keiner mehr kümmert:
http://www.kevinbauman.com/100abandonedhouses/

Infos zur Devil´s Night:

http://en.wikipedia.org/wiki/Devil's_Night

Weitere Quellen und Fotos zum Thema Detroit:


http://www.monde-diplomatique.de/pm/2010…kel,a0009.idx,1
http://community.livejournal.com/abandon…176.html#cutid1
http://www.seedetroit.com/pictures/mcsweb/
http://www.detroityes.com/toc.htm
http://www.guardian.co.uk/artanddesign/g…0173054&index=0

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Montag, 17. Januar 2011, 17:32

Begeben wir uns nun in südlichere Gefilde um uns die nächste Geisterstadt anzusehen, nämlich

Kolmannskuppe in Namibia, Afrika:

Die Geschichte dieser Stadt fasziniert mich wieder einmal besonders, weil
sie einerseits so schnell und pompös erbaut wurde, dass man sie wirklich als„Traum-Oase in der Wüste“ bezeichnen kann, aber sie andererseits auch genau so schnell ihren Glanz und Prunk verlor und wieder der Wüste übergeben wurde.



(Bildquelle: Wikipedia)

Blicken wir zurück ins Jahr 1908. In die Stadt Lüderitz, in Namibia.
Ein Mann namens August Stauch, der als Bahnbediensteter damit beauftragt war, Kilometer 18 bis 27 der Eisenbahnlinie vor Ort ständig vom Wüstensand zu befreien, würde bald eine alles verändernde Entdeckung machen.
Stauch war aufgrund seiner Asthamerkrankung von Deutschland nach Lüderitz in Namibia gekommen. Der Arzt riet ihm zu Luftveränderung und so ließ er sich von seiner Firma Lenz & Co, die eine Eisenbahnlinie Deutsch-Südwestafrika bauen sollte, dorthin versetzen.
Da saß er nun jeden Tag 25km von Lüderitz entfernt, mitten in der Wüste um sich auf dem sogenannten „Grasplatz“ (auf dem nie ein Halm Gras wuchs) um die eingewehten Gleise zu kümmern.
Mit ihm arbeitete ein Einheimischer namens Zacharias Lewala.
Und genau der, brachte am 10. April 1908 einen Stein zu Stauch und sagte: „mooi klip“ – „schöner Stein“.

Stauch begutachtete den Stein, ritzte mit ihm in das Glas seiner Taschenuhr und wusste: hier gibt es Diamanten!

Weil er sich für Mineralien in dieser Gegend interessierte, hatte er sich zuvor schon Schürfrechte in diesem Gebiet gesichert. Das war nun sein großes Ding! Schnell waren seine Claims abgesteckt. Mit zwei seinen Freunden, Regierungsbaumeister Weidtmann und Sönke Nissen, gründete Stauch das erste deutsche Diamanten-Syndikat.

An die Diamanten vor Ort war nicht schwer heran zu kommen. Sie lagen wie Obst, dass vom Baum fällt einfach im Wüstensand herum und warteten nur darauf aufgesammelt zu werden.

Das sprach sich herum, und bald kamen immer mehr und mehr Leute um ihr Glück mit den Diamanten zu versuchen.

Eine Siedlung entstand mitten in der Wüste. Sie erhielt den Namen „Kolmannskuppe“, benannt nach einem Transportkutscher, der mit seinem Karren in einer Düne steckenblieb und verdurstete.

Zitat

Gewaltige Mengen an Diamanten holten die Arbeiter damals aus dem Sand: 70.000 Karat waren es auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 1909 in jedem Monat. Ein Fünftel der gesamten Weltproduktion kam zu diesem Zeitpunkt aus diesem Gebiet – nicht eingerechnet die Mengen, die durch Diebstahl verloren gingen. Kein Wunder, dass Kolmannskuppe die reichste Stadt Afrikas gewesen sein soll.

(Textquelle: http://www.presse.uni-wuerzburg.de/publi…k0902/namibia1/ )


Die Einwohner waren also reich. Und was taten sie mit ihrem Reichtum?
Ließen sich alles erdenkliche an Baumaterial und Luxusgütern aus Deutschland einschippern und bauten eine Stadt im Kolonialstil mitten in die Wüste.

Mit jedem noch so erdenklichen Luxus:

Zitat

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich die Stadt auf dem Höhepunkt ihres kurzen Daseins, prunkten die Straßen mit dem Luxus und dem Reichtum ihrer Bewohner. Wer nach Kolmannskuppe in den Süden Namibias – dem damaligen Deutsch-Südwestafrika – reiste, stieß mitten in der lebensfeindlichen Wüste auf alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten des modernen Lebens: Badewannen, Kühlaggregate, Grammophone, das erste Röntgengerät in Afrika. Bäume schmückten die Straßen, die Stadt besaß ein Schwimmbad, eine Limonadenfabrik, Schulen, einen Kegelclub, ein Theater. Künstler wurden aus Europa engagiert und kostspielig mit dem Schiff in die Wüstenstadt gebracht. Eine Meerwasserentsalzungsanlage sorgte dafür, dass auch in der Wüste die Brunnen sprudeln konnten. Zu ihrem Betrieb wurde eigens ein Elektrizitätswerk errichtet – der damals leistungsfähigste Stromproduzent auf der südlichen Halbkugel.

(Textquelle: http://www.presse.uni-wuerzburg.de/publi…k0902/namibia1/ )




(Bildquelle: Wikipedia)


Und dann?
Tja dann……wurde dem Diamantrausch 1915 schon sein Ende beschehrt. Das Gebiet um Kolmannskuppe wurde zum Sperrgebiet erklärt.
Einzig Stauch´s Firma behielt seine Schürfrechte dort.

Doch bald war es auch damit vorbei.
Die diamantengierigen Großfirmen zogen weiter nach Oranjemund am Atlantik, wo große Diamantvorkommen gemeldet wurden, während hier schon alles ausgebeutet war.
Aus…..der Glanz von Kolmannskuppe.

Immer mehr Leute gingen weg und überließen ihre Häuser wieder der Wüste.
Das Krankenhaus in Kolmannskuppe entließ 1954 seine letzten Patienten und 1956 ging auch der letzte Einwohner fort.

Der Sand nahm ab jetzt Besitz ein, von den einst prächtigen Bauten…….



(Bildquelle: http://www.griotphoto.org/kolmannskuppe.htm )

Heute gilt Kolmannskuppe als Museumsort, den man bei Namibiarundfahrten besuchen und besichtigen kann. Einige der Häuser wurden wieder liebevoll restauriert und möbliert, so dass man sich vorstellen kann, wie „normal“ die Stadt war, obwohl sie mitten in einem heißen, trockenen, öden Wüstengebiet lag.


Und…..ach ja…..was war eigentlich mit August Stauch, dem ehemaligen Diamanten-Multi-Millionär?

Auch er fand sein Glück nicht mit den Diamanten.

Zitat

Deutschlands Diamantenkönig wurde 1931 ein Opfer der Weltwirtschaftskrise. Sein Glück hatte ihn verlassen, als es darum ging, die Diamantenmillionen gewinnbringend anzulegen. Über Nacht verlor er sein Vermögen. Als er 1947 in einem Eisenacher Krankenhaus mit 69 Jahren an Magenkrebs verstarb, fand man in seinen Taschen 2,50 Mark.

(Textquelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeit…0004/index.html )


Weitere Quellen und Bilder:

http://www.pbase.com/perofsweden/kolmannskuppe
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Kolmannskuppe
http://einestages.spiegel.de/static/docu…eaturedDocument
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit…0004/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Kolmanskuppe
http://www.stz-online.de/nachrichten/thu…/art2448,775374

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Dienstag, 1. Februar 2011, 09:08

Geisterstädte sind überall auf der Welt zu finden.
Meist liegen sie abseits, fern von Menschenansiedlungen und modern vor sich hin.

Nicht so Varosha auf Zypern.

Diese Geisterstadt liegt mitten, nein, eigentlich mehr NEBEN einem großen Touristengebiet, in Famagusta, auf der schönen Insel Zypern.


(Bildquelle: Wikipedia)

Es wirkt seltsam, dieses Varosha. Nur Stacheldraht und verrostete Zäune, trennen den Strand der Geisterstadt von dem, auf dem sich die Touristen unter Sonnenschirmen aalen.
Genaugenommen, könnte man auf seiner Liege lümmelnd mit einem Steinwurf eines der verlassenen Häuser Varosha´s treffen.


(Bildquelle: Wikipedia)

Wie kommt das?

Anfang der sechziger Jahre erkannte man das Potenzial der kleinen Stadt als Urlaubsziel.
Schnell waren ansässige Investoren gefunden und ein regelrechter „Hotel-Bau-Boom“ brach aus.
Der Massentourismus kam und brachte dem Land eine gute Einnahmequelle.


Zitat

Im Jahre 1973 erwirtschaftete Varosia 53,7% der Gesamteinnahmen des Tourismusgewerbes auf der Insel

(Textquelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Varosia )


Ob es heute noch den Geschmack des erholungssuchenden Urlaubers treffen würde, ist fraglich:

Zitat

Außerdem vereinen sich hier alle Bausünden des Massentourismus, reiht sich eine Betonburg an die andere - ein Albtraum, wie man ihn sonst nur noch von spanischen Küsten kennt, die Sonne verdeckend, den Sand wegwaschend, das Meer verschmutzend. Der damaligen Entscheidung für den Ausbau des Küstenstreifens lagen simple Überlegungen zugrunde. Es gab einen passablen Sandstrand, die Erschließungskosten waren relativ niedrig und viele lokale Investoren, durchweg griechische Zyprer ohne nennenswertes Know-how, wollten in das Projekt einsteigen. Sie waren durch den Orangenanbau zu Geld gekommen, hatten sich im „Import/Export“ eine goldene Nase verdient oder als Geldverleiher verpfändete Küstenparzellen an sich gebracht. Sofort stiegen die Bodenpreise ins Uferlose.

(Textquelle:
http://www.schwarzaufweiss.de/Nordzypern…sta-varosha.htm)



Wir werden es nie herausfinden!

Im August 1974 fand Varosha sowohl als Urlaubsziel als auch Heimat für viele Zyprer ein jähes Ende.
Als Folge des sogenannten Zypernkonflikts, nahmen türkische Invasoren die Stadt ein. Die Einwohner flüchteten aus Angst, glaubten jedoch bald wieder zurückkehren zu können.
Manche ließen noch ihre Wäsche auf den Leinen und die Lichter brennen……….

Die Wäsche hing jahrelang, und auch die Lichter schaltete niemand mehr aus.
Die Stadt wurde von den türkischen Eroberern zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Betreten verboten!
Der einstige Urlaubsort sollte als Druckmittel im Zypernkonflikt dienen.
Man versprach sich viel davon, diesen „Goldesel“ des Tourismus in der Hand zu halten.
Doch die Rechnung ging nicht auf. Man baute einfach woanders neue Touristenstädte.

Bis heute ist es nicht zu einer Einigung gekommen, was das Schicksal Varosha´s weiter im Ungewissen lässt.


Zitat

Der seit 1974 verlassene Stadtteil Varosha (zu Famagusta) ist seit vielen Jahren Gegenstand von Debatten. Varosha ist verlassen und wird von der türkischen Armee bewacht. Die griechische Seite fordert seit jeher die sofortige Rückgabe. Der zyperntürkische Premier Irsen Kücük (UBP) hat nun aber noch einmal verdeutlicht, dass aus Sicht der Zyperntürken nur eine Lösung im Rahmen einer umfassenden Gesamtlösung in Frage kommt. Alle anderslautenden Vorschläge halte der UBP-Chef für nicht zielführend.

(Textquelle: http://uli-piller.blogspot.com/2010/10/l…esamtpaket.html )

Der Zug ist wohl abgefahren. Die ganzen Gebäude/Hotelanlagen sind zu verfallen um sie wieder aufzubauen. Man müsste alles dem Erdboden gleichmachen und neu auferstehen lassen, was sich finanziell wohl keiner antun wird.

So erobert die Natur die einstige Touristenhochburg Stück für Stück zurück.
Und zumindest die Schildkröten haben ihre Freude an der Stadt, denn die haben den Strand von Varosha mittlerweile zum bevorzugten Brutgebiet erklärt. ;)

Weitere Quellen und Bilder:

http://www.rhinocarhire.com/Car-Hire-Blo…Ghost-Town.aspx
http://www.michaeltotten.com/archives/000985.html

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Dienstag, 1. Februar 2011, 22:05

Wer hat als Kind nicht gerne Cowboy und Indianer gespielt und sich vorgestellt, wie es wohl wäre im wilden Westen zu leben?

Die Zeit kann man nicht zurückdrehen, aber man kann Orte besuchen an denen sie still zu stehen scheint.
Wer also das Gefühl des wilden Westens noch spüren möchte, sollte in die USA, genauer gesagt nach Kalifornien reisen.

Östlich von San Francisco befindet sich nämlich ein Ort namens Bodie, eine waschechte Stadt aus Goldgräberzeiten, die noch im Originalzustand zu besichtigen ist.

Was hat es mit Bodie auf sich, und warum ist diese Geisterstadt so interessant?

Fangen wir von vorne an:

1859 entdeckte ein Mann namens,........ ja, wie hieß er nun eigentlich? :denk:
Er wird mit unterschiedlichen Namen geführt. Mal heißt er William, dann Waterman und dann wurden wieder Briefe an seine Frau gefunden, in denen der Vorname Wakeman lautet.

Soll uns aber nicht weiter belasten, wir vereinfachen das Ganze und nennen diesen Mann kurz:
W.S. Bodey. ;)

Gut, W.S. Bodey entdeckte also 1859 Gold in der Sierra Nevada, ca. 20 Meilen nördlich des Mono Lake.
Zusammen mit seinem Partner „little Black“ Taylor machte er sich auf um in einer benachbarten Stadt neuen Proviant zu besorgen.
Er wird nie zurückkehren!
Die beiden verirren sich auf dem Rückweg in einem schweren Schneesturm. Während Taylor überlebt, wird die Leiche Bodey´s ein Jahr später gefunden.

1861 wird dann die erste Mine errichtet und eine kleine Ansiedlung aus Bergbauarbeitern entsteht.
Die Siedlung sollte den Namen des verstorbenen W.S.Bodey tragen. Da aber Bodey von der Aussprache her übersetzt soviel wie :“Leiche“ bedeutet, veränderte man die Schreibweise kurzerhand in „Bodie.“

Eine Stadt war geboren.
Eine Stadt, die noch sehr groß werden und es auf 10.000 Einwohner bringen sollte.


(Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Bodie)

Mit den vielen Einwohnern kamen auch die ganzen Annehmlichkeiten des damaligen alltäglichen Lebens nach Bodie: Hotels, Saloons, Banken, Geschäfte, Brauereien, Kirchen und eine Eisenbahn.
Auch ein Rotlichtviertel mit Bordellen und Opiumhöhlen entstand.

Wo so vieles geboten wird, ist natürlich auch das Verbrechen nicht weit.
Bodie gehörte zu den wildesten und gefährlichsten Städten im Westen.
Schießereien und Tote gab es täglich.

Berühmt wurde das Zitat eines Mädchens, das mit seinen Eltern nach Bodie zog:
„Good-Bye God, I´m going to Bodie!” :pope:

Der Ausdruck “Badman Bodie” stand im Westen als Inbegriff für einen gewalttätigen, gefährlichen und skrupellosen Menschen.
Noch heute rätselt man, ob hinter diesem Ausdruck ein real lebender Mann steckt, oder es wirklich nur eine Art Metapher war.

Wie bei vielen Städten, die im Goldrausch entstanden, war auch Bodie dem Schicksal unterworfen, dass sich die Menschen davonmachten, als der Goldpreis fiel und die Minen nicht mehr rentabel waren.

Als dann 1932 auch noch ein Großbrand den größten Teil von Bodie zerstörte, war das Ende da. Die einst blühende Stadt, die nun nur noch aus 170 Gebäuden bestand, war bald menschenleer.

Dennoch gibt es so etwas wie ein „Happy End“ für Bodie.
Seit 1962 nämlich wurde es zum „Bodie State Historic Park“ erklärt und wird nun in seinem Zustand erhalten, damit es nicht weiter dem Verfall preisgegeben wird.
Man achtet sehr darauf, alles im Originalzustand zu belassen. Die alten Wagen parken noch hinterm Haus, oder stehen an der Tankstelle vor den Zapfsäulen.
Es stehen noch die alten Möbel da. In den Geschäften reihen sich die damaligen Waren aneinander, und in den Saloons stehen die Bierflaschen auf den Billiardtischen……..gerade so, als wären die Menschen noch da.



(Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Bodie )

Und gerade das ist es, was diese Geisterstadt so interessant macht. Man muß sich nicht vorstellen, wie es damals war, man kann es ansehen. ;)

Diese Seite dazu ist lesenswert:
http://www.westkueste-usa.de/2007/mn_Bodie.htm

Es wird die genaue Geschichte Bodie´s erzählt und man kann einen Fotorundgang durch die Stadt betrachten

Und hier gibt es tolle Bilder:
http://www.ghosttowngallery.com/htmd/bodie.htm

Lg Ricya
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Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

jonas

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7

Samstag, 27. April 2013, 04:21

Ein interessantes Thema. Wie wäre es mal mit einer untergegangenen Stadt.

z.B. Dwarka.
Dwarka oder auch Dvaraka lag an der Südspitze einer Halbinsel namens Saurashtra im Bundesstaat Jamnagar in Indien. Die Stadt ging irgendwann zwischen 1800 und 1000 v. Chr. samt der Spitze der Halbinsel unter und ist laut den alten Puranas die heilige Stadt des Gottes Krishna. Später hat man dann ein neues Dwarka auf der Halbinsel gebaut. Diese Stadt gehört zu den sieben heiligsten Städten des Hinduismus.

Interessant ist nun das sie genau in der Vedischen Zeit unter ging und somit tatsächlich eine damalige Stadt vollständig erhalten blieb soweit das im Meer möglich ist.
Sogar die Tempel stehen zum Teil noch. Leider ist sie wohl aufgrund von Strömungen sehr schlecht zu betauchen. Interessant ist aber das man ein Siegel fand, das in einer der heiligen Schriften exakt so beschrieben wurde. Demnach benutzten die Einwohner das Siegel um Feind und Freund zu unterscheiden. Damals versuchte ein König namens Salwa die ganze Halbinsel zu übernehmen. Der wurde dann von Krishna besiegt. Auf der anderen Seite der Halbinsel soll auch noch eine versunkene Stadt sein.

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