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Rônin

Shinjidai

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Mittwoch, 19. Oktober 2011, 14:47

Das globale Bewusstsein

Roger Nelson ist der Direktor des GCP; des Global Consciousness Projects. Das Ziel dieses Projekts, das seit Ende der 90er läuft, ist es, so etwas wie ein globales Bewusstsein nachzuweisen. Zu diesem Zwecke hat die GCP weltweit mittlerweile über 50 Zufallsgeneratoren (wegen ihrer Form EGGs genannt) verteilt, in denen Geigerzähler den Zerfall von radioaktivem Strontium konstant messen und in ein binäres Zahlensystem übersetzen. Normalerweise sollten die Zahlen 1 und 0 langfristig ungefähr gleichmäßig erscheinen; graphisch in einer Zickzackkurve dargestellt.
Solche Generatoren werden von Forschern, die sich mit Telekinese beschäftigen, häufiger benutzt, da es sich hier prinzipiell um den perfekten Zufall auf kleinster Ebene handelt. Telekinetisch begabte Personen sollen dann in der Lage sein, die Regelmäßigkeit signifikant zu stören. Wenn man den Telekineseforschern glaubt, ist das natürlich schon häufiger passiert, aber unter korrekten experimentellen Bedingungen konnte der Effekt noch nie reproduziert werden.
Das GCP geht da nochmal einen Schritt weiter, und lässt seine EGGs einfach ununterbrochen laufen, ohne sie irgendwie zu beeinflussen. Trotzdem sollen sich nun bei gewissen Ereignissen signifikante Abweichungen gezeigt haben - so z.B. bei der Beerdigung von Princess Diana, dem Kosovokrieg, Saddam Husseins Sturz, den Madrider Zuganschlägen oder an 9/11; noch bevor die Flugzeugentführungen überhaupt begonnen hatten. Also Ereignisse, die bekanntermaßen weltweit starke emotionale Reaktionen hervorgerufen haben. Dazu gehören auch Jahreswechsel und Großveranstaltungen; hier schlägt die Nadel anscheinend in die andere Richtung aus.
Roger Nelson sieht das als Beweis für die Existenz eines globalen Bewusstseins an. Weiterführend würde das auch bedeuten, dass die Menschheit in Zuständen emotionaler Einigkeit tatsächlich messbare Energien erzeugen würde... mit ihren Gedanken.

Das Projekt wird natürlich auch kritisiert. Auffälligkeiten können immer erst im Nachhinein mit bestimmten Ereignissen in Verbindung gebracht werden - und bei all den Dingen die weltweit ständig passieren, lässt sich da fast immer was Passendes finden, egal ob positiv oder negativ. Die Ergebnisse werden dann als extrem auffällig präsentiert, ohne dass genau angegeben wird, was eigentlich die Normwerte wären. Manches passt noch nichtmal ganz, wie bei 9/11, wo die Schwankungen bereits vorher begannen - was für Nelson aber keinen Widerspruch darstellt.
Andersherum wird natürlich besonders in Krisenzeiten selektiv auf die Ergebnisse geachtet - es sind aber unzählige großkalibrige Ereignisse vorbeigezogen, ohne dass sich das GCP gemeldet hätte. Weil die Ergebnisse im normalen Bereich lagen?
Konkret werden Nelson und dem GCP also unbewusste Datenmanipulation und unwissenschaftliche Methoden vorgeworfen. Die Ergebnisse werden falsch analysiert, und sind daher eigentlich nichtssagend.

Homepage des Projekts: http://www.global-mind.org/intro_bottom.html
Kritischer Bericht auf Heise online: http://www.heise.de/tp/artikel/18/18193/1.html#s1

Was haltet ihr vom GCP, und der Idee eines globalen Bewusstseins im Allgemeinen? Ist sowas realistisch; und wenn ja, welche Implikationen ergeben sich daraus?
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Andersich (19.10.2011)

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Mittwoch, 19. Oktober 2011, 15:17

Hallo,

also ich habe zur zeit einfach zu wenig zeit, mir alles anzuschauen zu diesem projekt, aber ich habe eben meine eigenen erfahrungen gemacht. Ich lese immernoch keine esobücher :mrgreen:
und trotzdem bewegen mich ganz bestimmte dinge immer wieder.
Ich weiss nicht, ob es telekinese wirklich gibt, aber aus eigener erfahrung weiss, bzw. spüre ich etwa 5-10 sekunden bevor meine freundin mich anruft, dass sie gleich durchklingelt, genauso verhält es sich mit mir nahestehenden personen, zumeist meinen partnern, die immer auch meine besten freunde in der vergangenheit waren, dass etwas entscheidenen passiert ist, ich spüre, ein überwältigendes gefühl, egal welcher form, ob angst oder freude...genauso träume ich von vorfällen, die mit den menschen, die mir nahe sind, zu tun haben...;-) da es sehr intime und persönliche dinge sind, werde ich nicht weiter drauf eingehen, aber es stimmt fast immer...;-(((

Wieso soll also nicht auch ein massenbewusstsein geben...???
Es ist erstaunlich, dass der mensch nur hinter seiner maske er selbst ist...

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Freitag, 21. Oktober 2011, 12:39

Zitat von »Andersich«

Wieso soll also nicht auch ein massenbewusstsein geben...???
Weil deine Geschichte was ganz Anderes ist (aus paranormaler Sicht wäre das mehr Telepathie als Telekinese), und außerdem völlig normal erklärt werden kann. ;)
Mir als Individualisten würde der Gedanke eines globalen Bewusstseins widerstreben. Bei sowas denkt man ja eher an die Borg aus Star Trek als an sonstwas. Wobei ich das, was das GCP zu beweisen versucht, nichtmal als "Bewusstsein" umschreiben würde. Es geht eigentlich ja nur darum, dass viele Gedanken mehr Energie ausstrahlen als einzelne. Wenn man Telekinese als gegeben annimmt, ist diese Schlussfolgerung natürlich mehr als logisch.
Das "Bewusstsein" kommt da erst ansatzweise hinzu, wenn die EGGs schon ein paar Stunden vor 9/11 ausschlagen. Da das für Nelson keinen Widerspruch darstellt, müsste man hier als Erklärung tatsächlich Präkognition bzw. Telepathie ranziehen. Insofern erstaunlich, als dass 9/11 erst 2001 passiert ist, und Nelson seine Forschungen bereits seit '97 betreibt. Wie gesagt; mit Bewusstsein hat das für mich kaum was zu tun. Besonders wenn man davon ausgeht, dass sich über 9/11 auch ein nicht unbedeutender Teil der Weltbevölkerung gefreut haben haben dürfte. Es gibt, vermute ich, auf dieser Erde wohl nichts, was tatsächlich "emotionale Einigkeit" hervorrufen könnte. Dem weit größten Teil der Weltbevölkerung dürfte das alles wohl auch ziemlich schnurz gewesen sein - zum großen Teil auch, weil sie gar nichts davon mitgekriegt hat.
Für ein globales Bewusstsein wäre also schon ein wenig mehr Gleichgesinntheit nötig - ansonsten wäre dieses globale Bewusstsein wohl ziemlich schizophren.
Aber wie gesagt; ich bin kein besonders emphatischer Mensch, und kann mit dieser Vorstellung nicht wirklich was anfangen. Außer vielleicht, wenn man sie ein wenig modifiziert... denn wenn es überhaupt sowas wie ein globales Bewusstsein gibt, wird es mit Sicherheit durch das Internet repräsentiert.
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Andersich

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Samstag, 22. Oktober 2011, 08:25

Hi ronin,

ich hab doch auch keine ahnung, aber eventuell gibt es eine art gitternetz um den erdball herum, das all unsere gedanken sammelt und knotenpunkte bildet, die dann sowas wie errechnete prognosen darstellen....sowas wurde doch schon mal diskutiert, dass man aufgrund der dinge, die unmittelbar passieren, prognosen für die zukunft erstellen kann, alles eine grosse rechnung mit konstant wechselnnen parametern...;-) aber hauptkomponenten.

Dann könnte ich mir die ergebnisse des tests erklären.
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Jack Sperrow

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Samstag, 22. Oktober 2011, 10:50

Interessanter Weise gibt es ein Phänomen, das irgend wie zu dem Thema passen könnte . :denk:
Die Zahl der Betroffenen, bei einem Unglück, ist fast nie so hoch, wie er an einem "normalen" Tag gewesen wäre :? .
Äh ja, im ersten Moment .... :ratlos:
Also Beispiel:
Bei den Anschlägen am 9/11 waren von den mehreren zehntausend Menschen( ca. 50.000 ), die normalerweise täglich im WTC arbeiten und den ca. 80.000 Besuchern täglich nur ca. 17.000 ( ungefähr ) anwesend.
In den vier Flugzeugen ( B-757 ) befanden sich gerade mal 157 Menschen, inklusive der Crew und den Entführern, also knapp weniger als 40 Menschen pro Flugzeug !
Eine B-757 kann ca. knapp bis zu 200 Passagiere aufnehmen. Das war dann eine durchschnittliche Auslastung von gerade mal ca. 20% !
Wie ist das zu erklären. Zufall ? Oder die frühe Urzeit ?
Der sechste Sinn, oder so etwas wie ein "globales Frühwarnsystem" ? :mrgreen:
Nur komischer Weise ist das tatsächlich nicht so selten wie man glaubt.
Züge die entgleisen sind sehr oft, bei weitem nicht so voll besetzt wie normalerweise, an anderen Tagen.
An so viele Zufälle kann man dabei glauben, muss es aber nicht unbedingt. :mrgreen:

Jack
Das Wort Windows stammt aus einem alten Dialekt der Apachen und bedeutet: 'Weißer Mann starren durch Glasscheibe auf Sanduhr'.

Rônin

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Samstag, 22. Oktober 2011, 12:01

Zitat von »Sperrow«

Wie ist das zu erklären. Zufall ? Oder die frühe Urzeit ?
Das kommt ja sehr auf das Verhältnis an. Wenig Betrieb ist überall mal; und wenn die Züge oder Flugzeuge bei ein paar Unglücken etwas leerer waren als sonst, ist daran statistisch nichts Ungewöhnliches.
Wenn sie aber bei sehr vielen Unglücken leerer sind als sie sein könnten, obwohl sie an den Tagen davor noch relativ voll waren (das ist wichtig), wirkt es schon verdächtig. Hast du dazu irgendwelche Statistiken bzw. Quellen - gerade bei 9/11, wie viele Plätze sind um die Uhrzeit denn durchschnittlich besetzt? Wie weit ist die Spannweite; und wie oft kommt es vor, dass genausowenig oder noch weniger Plätze besetzt sind? Gut, ich verlange jetzt nicht von dir, das alles zu recherchieren. :mrgreen: Aber ohne solche Vergleichsdaten ist das eben genau die unbewusste Datenmanipulation (bzw. Überinterpretation), die auch das GCP betreibt.
Wie so ein unbewusstes Frühwarnsystem funktionieren sollte, kann ich mir nicht vorstellen. Es ist ja nicht so, dass an den Tagen ungewöhnlich viele Plätze gecancelt, also abgesagt werden (oder?). Dieses Frühwarnsystem müsste also dafür sorgen, dass einige Leute schon Tage vor einem Unglück gar nicht auf die Idee kommen, eine Karte zu kaufen. Das wiederum würde implizieren, dass besagte Leute ohne ihr Frühwarnsystem dann doch auf die Idee gekommen wären, Zug zu fahren. Und das ist irgendwie zuviel des Guten. Wo kommen dann die ganzen Leute her, die trotzdem Zug fahren? Sind die vom Schicksal zum Sterben auserwählt?

Zitat von »Andersich«

ich hab doch auch keine ahnung, aber eventuell gibt es eine art gitternetz um den erdball herum, das all unsere gedanken sammelt und knotenpunkte bildet, die dann sowas wie errechnete prognosen darstellen....
Wow. :shock: Eigene Idee oder irgendwo gelesen?
Erinnert mich irgendwie an dieses globale Naturnetzwerk, dass es in Camerons "Avatar" gibt. So flach der Rest des Films auch ist; diese Idee fand ich sehr originell. Deine Idee wäre dann das gleiche, bloß atmosphärisch gesehen?
Finde ich ehrlich gesagt etwas sehr weit hergeholt. Profane Telekinese ist da meiner Meinung nach tatsächlich weniger umständlich.

Zitat

sowas wurde doch schon mal diskutiert, dass man aufgrund der dinge, die unmittelbar passieren, prognosen für die zukunft erstellen kann
Klar, Menschen können das. Wir können Vorgänge beobachten, Daten auswerten, und aus Erfahrungen Rückschlüsse ziehen. Ich glaube z.B., dass ich ziemlich gut abschätzen kann, was in nächster Zeit in Libyen passiert. Natürlich nur grob. Jemand, der besseren Zugang zur Materie hat, kann sich auch genauere Schätzungen erlauben - die Richtigkeit ist dabei aber nie garantiert. Sowas wie Schicksal gibt es nicht; Soziologie hängt von unzähligen Faktoren ab.
Muss aber sagen, dass ich jetzt nicht verstehe, was das mit dem Thema zu tun hat. :mrgreen: Hat das was mit deiner Gitternetz-Theorie zu tun? Wär praktisch, wenn du das noch weiter ausführen könntest.
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Andersich

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Samstag, 22. Oktober 2011, 12:20

@ronin

Ich kenne deinen avatarfilm nicht, schaue mir sowas nicht an....;-) hatte aber dieses bild im kopf heute morgen. Ich lese so gut, wie nichts, schwer zu glauben, ist aber so...wenn dann nur mal fachliteratur, aber sicher nicht zu solchen themen.
Also kann ich dieser gittertheorie nichts weiter hinzufügen....war nur ne idee...;-)
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Schlüssel

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Samstag, 22. Oktober 2011, 15:18

Zur Erklärung des Phänomens eines globalen Bewusstseins zitiere ich folgende Passage von Radin 2006:

Zitat

Instead of inferring coherence in a small group of people engaged in a common event, the GCP [Global Consciousness Project] allows us to infer periods of global mental coherence as a result of major news events that attract widespread attention. With the advent of instant world-wide media and a growing number of internet-based news alerts services, the GCP postulates that within minutes of such major events, a sizeable percentage of the world´s population will learn about those events, and as a result shift in global attention and the accompanying mental coherence, the RNGs l(Ramdom Number Generators) located around the world would also begin to deviate from chance behaviour. (Dean Radin: Entangled Minds - Extrasensory Experiences in a Quantum Reality)

Anstatt Zusammenhänge aus einer kleinen Gruppe von Personen abzuleiten, die in gewöhnlichen Ereignissen eingebunden sind, erlaubt uns das GCP (Global Consciousness Project) Schlüsse aus dem Auftreten eines globalen Bewusstseins als Ergebnis von Großnachrichtenereignissen, die weitverbreitete Beachtung finden, zu ziehen. Mit dem Aufkommen der sofort reagierenden, weltweiten Medien und der steigenden Anzahl von internetbasierten News Alert Services, postuliert das GCP, dass innerhalb von Minuten nach solchen Großereignissen ein beachtlicher Prozentsatz der Weltbevölkerung von diesen Ereignissen erfahren wird und folglich die globale Aufmerksamkeit und das begleitende globale Bewusstsein verändern, wodurch die Zufallsgeneratoren über den ganzen Globus beginnen, auch vom Zufallsverhalten abzuweichen.(Eigene Übersetzung)
Die Operationalisierung der Hypothese zur Untersuchung des Phänomens ist soweit schlüssig. Auch ist es schlüssig, dass es sotwas wie "kohärentes Denken einer Vielzahl von Menschen um den Globus hinweg", also ein globales Bewusstsein, gibt und dass dieses globale Bewusstsein ein neues Phänomen ist, da es erst durch die Prozesse der Globalisierung der Massenmedien und dem Aufkommen des Internets entstanden sein kann. Dass die Medien zumeist in der Darstellung von Großerignissen einen ähnlichen Tenor benutzen und daher ähnliche Gefühle und Erregungen bei den Menschen bewirken (oder bezwecken, je nachdem), könnte hier auch auf Zustimmung im Forum treffen.
Ob sich dieses massenpsychologische Phänomen jedoch mit physikalischen Messgeräten messen lässt, bleibt die offene Frage. Wenn es denn messbar sei, dann würde dies

1.) ein Beweis sein, dass nicht nur das globale Bewusstsein existiert und messbar ist, sondern auch, dass psychische Phänomene der physikalischen Realität angehören.
2.) bedeuten, dass auch die Wechselwirkungen von Geist auf Materie reell bestehen, da ja die elektrischen Ströme in Gehirnen, vielmehr noch die Gefühle und Erregungen in Menschen, eine Abweichung der Zufallsgeneratoren bewirken.


Diese zwei Punkte werden schlichtweg nur deswegen nicht für wahr gehalten, da man immer noch keine Erklärung dafür hat, warum psychische Ereignisse mit physikalischen Ereignissen wechselwirken, obwohl die meisten Wissenschaftler ja davon ausgehen, dass sich psychische Prozesse auf physikalische reduzieren lassen, wenn sie zum Beispiel postulieren, dass Gedanken und Gefühle auf das Gehirn zurückzuführen sind.
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Andersich

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Samstag, 22. Oktober 2011, 15:42

@schlüssel

Also ich dachte immer, dass gefühle vor allem im hippocampus verarbeitet werden und je nachdem, wie die gewichtung ist, in anderen teilen des gehirns abgespeichert werden.
Traumapatienten haben EEG-Veränderungen im hippocampus...;-)
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Schlüssel

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Samstag, 22. Oktober 2011, 18:40

Also ich dachte immer, dass gefühle vor allem im hippocampus verarbeitet werden und je nachdem, wie die gewichtung ist, in anderen teilen des gehirns abgespeichert werden.

Traumapatienten haben EEG-Veränderungen im hippocampus...;-)

Sicher. Das könnte man so vereinfachen, bleibt aber eine Vereinfachung. Gefühle entstehen auch körperlich an anderen Stellen (Fingerspitzen, Bauch) und werden wohl im Hippocampus verarbeitet. Aber die Information nützt leider niemals, das "globale Bewusstsein" nachzuweisen, denn du kannst nicht alle Köpfe aller Menschen der Erde "aufschneiden" zu einem bestimmten Zeitpunkt X und untersuchen, ob sie das gleiche Bewusstsein haben zum Zeitpunkt X. Du kannst noch nicht einmal bei 2 beliebigen Menschen messen, ob sie das gleiche Bewusstsein haben, denn der Begriff "Bewusstsein" lässt sich bisher ÜBERHAUPT nicht so operationalisieren, dass er physikalisierbar und daher messbar wäre. Somit bleibt Bewusstsein eigentlich ein Thema der Philosophie, Psychologie und im Fall von Massenbewusstsein (Globalem Bewusstsein) der Soziologie.
Somit bleibt die Frage des Threads, ob es ein globales Bewusstsein gibt, tatsächlich nach naturwissenschaftlichen Kriterien am besten vom Global Conscious Projekt auf einer physikalischen Ebene operationalisierrt, auch wenn die Korrelation zwischen Bewusstsein und physikalischem Zufallsgenerator parawissenschaftlich ist, und man kann gespannt auf die Ergebnisse sein. Aber um gleich die Hoffnungen zu nehmen: solch ein Projekt muss über Dekaden, wenn nicht über Jahrhunderte, laufen, um signifikante Ergebnisse zu bringen, die auch repräsentativ sind. Die Fälle von Princess Diana und 9/11 sind aber schon sehr vielversprechend, leider aber ist die Fallzahl zu gering! Quantitativ (hinsichtlich der Fallanzahl) sind die Ergebnisse des GCP bisher schlecht, qualitativ sehr gut (weil extreme Fälle)!
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Rônin

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Samstag, 22. Oktober 2011, 19:18

Zitat von »Schlüssel«

Gefühle entstehen auch körperlich an anderen Stellen (Fingerspitzen, Bauch) und werden wohl im Hippocampus verarbeitet.
Mit den Fingern kannst du Reize wahrnehmen. Verwechsle dieses "Fühlen" erstmal bitte nicht mit "Gefühlen" im Sinne von Emotionen; sonst wirds nur unnötig verworren. "Das könnte man so vereinfachen, bleibt aber eine Vereinfachung", in deinen Worten. ;) Emotionen selbst entstehen weder in der Milz noch in der Leber, sondern im Gehirn. Und das ist auch kein Postulat, sondern schlicht eine Tatsache.

Zitat

Auch ist es schlüssig, dass es sotwas wie "kohärentes Denken einer Vielzahl von Menschen um den Globus hinweg", also ein globales Bewusstsein, gibt
Wieso ist das schlüssig? Bisschen genauer wäre schon schön.

Zitat

und dass dieses globale Bewusstsein ein neues Phänomen ist, da es erst durch die Prozesse der Globalisierung der Massenmedien und dem Aufkommen des Internets entstanden sein kann.
Wieso das? Gerade das Internet ermöglicht einem ja unabhängigere Meinungsbilder als je zuvor. Und dass die Massenmedien immer die gleichen Standpunkte verteten, stimmt so auch nicht. Gerade im Bezug auf Großereignisse wirst du an den folgenden Tagen nach sowas durch die Informationsflut stark voneinander abweichende Informationen finden; und auch danach hängt die Darstellung stark von den politischen Ansichten der Redaktion ab.
Meiner Meinung nach kann das Internet das "globale Bewusstsein" wie gesagt nur repräsentieren. Wobei der Begriff Bewusstsein eben kaum zutreffend ist, da es sich nur um viele einzelne Meinungen handelt. Bewusstsein würde ein von vornherein identisches Denken und Handeln voraussetzen; und sowas gibt es nicht. Das ist auch gut so - ich denke da wie schon erwähnt noch immer an die Borg. Die fühlen sich natürlich alle echt toll; eine Gesellschaft ohne Probleme... nur brauchts dafür erst eine massive Gehirnwäsche.

Zitat

da man immer noch keine Erklärung dafür hat, warum psychische Ereignisse mit physikalischen Ereignissen wechselwirken
z.B.?

Zitat

Quantitativ (hinsichtlich der Fallanzahl) sind die Ergebnisse des GCP bisher schlecht, qualitativ sehr gut (weil extreme Fälle)!
Weil ich dieses Thema eröffnet habe, ist es natürlich eher kontraproduktiv, wenn ich einen auf Spaßbremse mache - aber den Punkt, dass die Daten des GCP prinzipiell in jeder Hinsicht wertlos sind, hast du mitbekommen? Mit dieser Art der Zahlenfummlerei kann man einfach alles beweisen, wenn man es will. Zusätzlich zu den bereits angeführten Kritikpunkten ist auch der Zusammenhang konstruiert, um mal von vorne anzufangen. Warum geht Nelson davon aus, dass die "Ergebnisse" von einem globalen Bewusstsein verursacht werden; und nicht z.B. von Gott, oder schlicht durch die Forscher vor Ort? Er stellt seine Theorie auf, und veröffentlicht fortan selektiv alles, was theoriebestätigend interpretiert werden kann. Dass da über die Jahre einiges zusammenkommt, ist klar. Wie gesagt, mit diesem Vorgehen lässt sich alles beweisen.
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Samstag, 22. Oktober 2011, 20:06

Erstmal zum für die allgemeine Diskussion wichtigsten Punkt:
Mit dieser Art der Zahlenfummlerei kann man einfach alles beweisen, wenn man es will. Zusätzlich zu den bereits angeführten Kritikpunkten ist auch der Zusammenhang konstruiert, um mal von vorne anzufangen. Warum geht Nelson davon aus, dass die "Ergebnisse" von einem globalen Bewusstsein verursacht werden; und nicht z.B. von Gott, oder schlicht durch die Forscher vor Ort? Er stellt seine Theorie auf, und veröffentlicht fortan selektiv alles, was theoriebestätigend interpretiert werden kann. Dass da über die Jahre einiges zusammenkommt, ist klar. Wie gesagt, mit diesem Vorgehen lässt sich alles beweisen.

Das ist auch richtig so, dass ersteinmal nur die theoriebestätigenden Ergebnisse berücksichtigt werden, denn wir wissen ja nicht, wie valide solch ein Messinstrument wie der Zufallszahlengenerator ist. Wir wissen nur, dass er nicht sonderlich reliabel bei Psychokinese-Experimenten anderer Machart ist. Das macht es eben nicht einfacher. Bisher gibt es aber meiner Kenntnis nach gar kein anderes besseres Messinstrument als die Zufalssgeneratoren um paranormale Wechselwikungen von Geist auf Materie zu meseen. Also müssen zwangsläufig die Ergebnisse dem Messinstrument angepasst werden und nur die bestätigenden Ergebnisse gesammet werden. Wenn wir das nicht nachmachen würden, wäre die Wissenschaft im 21. Jahrhundert ja davon ausgegangen, dass wir alle inerlich tot sind. Und dann macht eine Wechselwirkung der Psyche mit der Maschine ja keinen Sinn. Wie gesagt, ein besseres Messinstrument gibt es ja nicht.

Und wenn du behauptest, das wäre Zufall, dass die theoriebstätigenden Messergebnisse nicht besonders betrachtet werden sollten, dann stelllst du dich gegen den Forschungsfortschritt der Parawissenschaften, wo es eh zuwenig Korrelationshypothesen zwischen Messgegenstand (Psyche) und Messinstrument gbt. Man kann so nur einen Forschungszweig tot reden.


Zu deinem ersten Punkt über die Emotionen: Okay, müssen wir nicht hier darüber philosophieren. Ich habe eh widerlegt, dass Gehirnfunktionen zielführend sind, ein "Bewusstsein", oder gar ein "globales Bewusstsein", nachzuweisen.

Dazu, dass es "kohärentes Denken einer Vielzahl von Menschen um den Globus hinweg" gibt: Dass Menschen ähnliche Normen und Wetre besitzen ist Paradigma der Kulturwissenschaften. Dass Menschen in Gruppen und Kollektiven gleiche Ideen und Denkarten haben ist Paradigma der Soziologie. Dass Menschen gleiche Vorstellungen teilen ist Paradigma der Sozialpsychologie. Wenn diese Paradigmen in Zweifel gezogen werden sollten, könnten auch gleich die genannten Wissenschaften abgeschafft werden, was doch etwas anmaßend vom Paraportal wäre. In Vorlesungen aller Fächer saß ich und ich kann nur bestätigen, dass diese Disziplinen gerne mal Menschen "über einen Kamm scheren", auch wenn ihr das nicht gerne hört. Aber ob deswegen die psychischen Inhalte 1:1 geteilt werden, wäre ein philosophische Frage, über die man gerne weiterdiskutieren kann.

Wieso das? Gerade das Internet ermöglicht einem ja unabhängigere Meinungsbilder als je zuvor. Und dass die Massenmedien immer die gleichen Standpunkte verteten, stimmt so auch nicht. Gerade im Bezug auf Großereignisse wirst du an den folgenden Tagen nach sowas durch die Informationsflut stark voneinander abweichende Informationen finden; und auch danach hängt die Darstellung stark von den politischen Ansichten der Redaktion ab.
Also beim Internet muss ich dir zustimmen, dass da die Nachrichtendarstellung auswählbar und nicht so manipulatiiv hinsichtlich einer matschigen Masse von Menschen ist, wie bei den Massenmedien. Trotzdem postulieren die Forscher des GCP nicht, dass die Nachrichtenvermittlung gleich ist, sondern die Verarbeitung schockierender Nachrichten sorgt so oder so für eine gewisse Aufregung, unabhängig von deren Performation, die aber in den Massenmedien schon medienökonomischen Verkaufswerten entspricht. Ich denke, Menschen zeigen auf den Tod von tausenden von Menschen alle die gleiche schockierte Reaktion, unabhängig der Darbietung der Information.
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Samstag, 22. Oktober 2011, 20:47

Zitat von »Schlüssel«

Das ist auch richtig so, dass ersteinmal nur die theoriebestätigenden Ergebnisse berücksichtigt werden
Irgendwie nicht. Ich kann auch die These stellen, dass Hitler Jedermanns Lebensstandard verbessen wollte, und als Bestätigung dafür die Autobahnen anführen, während ich den Holocaust ignoriere. Soll keine Nazikeule sein; ist nur das Erste, was mir einfiel.
Das GCP forscht nicht, da es niemals von seiner These abweichen wird; egal wie die gesamte Sachlage aussieht. Die Zahlen können wie erwähnt vom Zufall bis zum göttlichen Eingreifen beliebig erklärt werden, aber das GCP wählt sich eine Erklärung aus. Sehr engstirning, meiner Meinung nach - mit dem "open-minded", was die Esoterik oft für sich propagiert, hat das nichts zu tun.
Natürlich steht am Anfang eines Experiments immer die Theorie. Aber meiner Meinung nach haben sich in den über 10 Jahren, die das GCP läuft, genug Widersprüche angesammelt, um die Theorie zumindest zu modifizieren.

Zitat

Bisher gibt es aber meiner Kenntnis nach gar kein anderes besseres Messinstrument als die Zufalssgeneratoren um paranormale Wechselwikungen von Geist auf Materie zu meseen.
Richtig. Komisch nur, dass bisher unter ernsthaften Bedingungen (ohne Zahlenfummlerei) nie so etwas nachgewiesen werden konnte.
Und nochmal: Was sagt uns, dass die Ergebnisse des GCP nicht auch einfach von den anwesenden Forschern kommen? Zwar auch durch Telekinese, aber eben nur von Einzelpersonen.
Die Theorie ist einfach viel zu schwammig, die Parameter in denen von Beweisen gesprochen wird viel zu groß. Da kann das Experiment auch nochmal hundert Jahre laufen, ohne dass sich jemand gezwungen sieht, etwas daran zu überdenken.
So schadet man einem Forschungszweig.

Zitat

Wenn wir das nicht nachmachen würden, wäre die Wissenschaft im 21. Jahrhundert ja davon ausgegangen, dass wir alle inerlich tot sind.
Hä?

Zitat

Dass Menschen ähnliche Normen und Wetre besitzen ist Paradigma der Kulturwissenschaften. Dass Menschen in Gruppen und Kollektiven gleiche Ideen und Denkarten haben ist Paradigma der Soziologie. Dass Menschen gleiche Vorstellungen teilen ist Paradigma der Sozialpsychologie.
Stichwort teilen. Ein übergeordnetes Bewusstsein gibts deshalb trotzdem nicht. Du weißt nicht, dass jemand Anders dieselbe Idee hat wie du, bis er es dir mitteilt.

Zitat

In Vorlesungen aller Fächer saß ich und ich kann nur bestätigen, dass diese Disziplinen gerne mal Menschen "über einen Kamm scheren", auch wenn ihr das nicht gerne hört.
Das höre ich in der Tat nicht gerne. Theoretische Psychologen mit ihren Modellen etc. bringen das Fach nur in Verruf. Sobald sich ein Psychologe oder Soziologe mindestens einmal ernsthaft mit Menschen beschäftigt hat, entwickelt er etwas mehr Respekt vor der menschlichen Psyche. Einzelne Menschen kannst du analysieren und ihr Verhalten schätzen. Einzelne Gruppen kannst du analysieren und ihr Verhalten schätzen. Aber auch wenn bei Gruppe A irgendwannmal Muster erkennbar werden, kann Gruppe B sich trotzdem völlig anders verhalten. Gesamtmodelle sind daher grundsätzlich hinfällig, wenn sie nicht gerade sehr grob gehalten sind. Ich könnte jetzt behaupten, dass Menschen vor bedrohlichen Situationen automatisch wegrennen (Fight or Flight), und hätte nichtmal damit immer recht.
Klar, Prognosen kann man immer stellen, habe ich vorhin ja auch noch selbst erwähnt. Aber wenn du im Glauben bist, dich so gut mit der menschlichen Psyche auszukennen, dass du ein übergreifendes Verhaltensmodell entwickeln kannst, hast du prinzipiell überhaupt keine Ahnung von der menschlichen Psyche.
Ein einheitliches globales Bewusstsein macht daher kaum einen Sinn.

Zitat

Ich denke, Menschen zeigen auf den Tod von tausenden von Menschen alle die gleiche schockierte Reaktion, unabhängig der Darbietung der Information.
Definitiv nein. Irgendjemand kann sich immer freuen - z.B. wenn eine feindliche Armee erfolgreich niedergeschlagen wurde.
Und die Darbietung ist auf jeden Fall wichtig. Die linken mögen einen Vorfall "Liberale Demonstranten verhindern Aufstand von wilder Nazihorde" nennen, während die rechten dazu "Chaotische Punks schlagen friedliche Demonstration der Konservativen gewaltsam nieder" sagen. In Wirklichkeit haben dann nur ein paar besoffene Politaktivisten aufeinander eingeprügelt. :mrgreen: Deshalb arbeitet man immer mit mehreren Quellen, und verzichtet auf manche ganz.
Wie dem auch sei; sowas wie gedankliche Einigkeit wird es niemals geben, da man dazu die Art des Menschen an sich ändern müsste. Ich glaube ehrlich gesagt, dass es viel mehr Zwietracht geben würde, wenn alle Menschen immer der gleichen Meinung wären. ;) Da wird man ja psychotisch.
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Sonntag, 23. Oktober 2011, 14:17

Kritik am Falsifikationismus, also daran, dass man nur über die
Widerlegung von Hypothesen einen Erkenntnisfortschritt gewinnt,
unterbreiteten viele Philosophen, ohne dass dies die Mainstreammethoden
der Normalwissenschaften bisher davon abgehalten hat, einen "naiven
Falisifikationismus" zu betreiben, sondern die Kritik von Thomas S.
Kuhn, die im Folgenden angerissen wird, führte nur zu einer Rettung von
Poppers Falsifikationismus durch Lakatos, was für mich Kuhn um so
plausibler macht:


Zitat

Thomas S. Kuhn vertrat die Auffassung, dass Wissenschaftler im normalen
Wissenschaftsbetrieb nicht nach Falsifikationen suchen, sondern
innerhalb eines akzeptierten Paradigmas
– einer grundlegenden Theorie – an der Lösung von Rätseln und der
Klärung von Anomalien arbeiten (‚Normalwissenschaft‘). „Kein bisher
durch das historische Studium der wissenschaftlichen Entwicklung
aufgedeckter Prozess hat irgendwelche Ähnlichkeit mit der
methodologischen Schablone der Falsifikation durch unmittelbaren
Vergleich mit der Natur.“
Wissenschaftlicher Wandel entsteht nach Kuhn erst, wenn die Anomalien
so groß sind, dass es zu einer wissenschaftlichen Krise kommt. Eine
solche Krise findet statt, wenn das Paradigma aufgrund der Anomalien
seine allgemeine Anerkennung verliert und so die Einigkeit unter den
Wissenschaftlern bezüglich der Grundlagen zersplittert wird.[...]Der Wechsel zu einem neuen Paradigma ist daher eher mit einer
politischen Entscheidung oder einer religiösen Bekehrung zu vergleichen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Falsifikationismus



Nun, zum einen befinden wir uns mit der Parapsychologie gar nicht bei
den "Normalwissenschaften", sondern beim Stiefkind, den
Grenzwissenschaften. Das leuchtet mir gar nicht so recht ein, warum
dieser abgestossene Zweig sich überhaupt an die Forschungsparadigmen -
und der Falsifikationismus ist für mich nichts anderes als ein
Paradigma, welches auch wieder abgelöst werden kann und vielleicht sogar
den Forschungsfortschritt in den Parawissenschaften aufhält-, überhaupt
halten soll. Wie ihr seht, meint Kuhn, dass die Normalwissenschaft selbst dazu neigen ihre Theorien zu bestätigen innerhalb ihres eigenene Paradigmas und damitv Paraphänomene ausschließen. Es ist auch bereits belegt, dass die Parawissenschaften
stärker als andere zur Konfirmation der eigenen Theorien neigen, aber
das kann man ohne Orthodoxie zu betreiben oder eine gewisse
Feindlichkeit am Paranormalen zu haben, nicht wirklich an den
Parawissenschaften kritisieren, schließlich werden die Inhalte ihrer
Forschung von den anderen Wissenschaften kategorisch ausgeschlossen. Die
"Normalwissenschaften" operieren aber, indem sie die Inhalte der
Parapsychologie teilweise eben ausschließen, auch mit keinem anderen
Code als der Gläubigkeit an die eigenen Inhalte. Deswegen werden wir
wohl alle der Wahrheit nur auf die Spur kommen, wenn die nächste
wissenschaftliche Krise nach Thomas S. Kuhn kommt, und wir können uns
glücklich schätzen, denn die Parawissenschaften haben das Potential
diese auszulösen, sollten sie ihre eigenen Theorien verifizieren können.



Noch mehr als wie Kuhn, der mich auch beeinflusst hat, denke ich jedoch
wie Feyerabend, den ich leider noch nicht ausführlich gelesen habe.
Hierzu auf der gleichen Wikipedia-Site:




Zitat

Insbesondere neue Forschungsprogramme seien erheblichen Widerständen
ausgesetzt und es sei eher eine Frage des Zufalls, ob und in welchem
Zeitraum sie sich etablieren können. Es gebe keine Gründe, warum man
nicht neuen Theorien mit irrationalen Methoden zur Geltung verhelfen
solle.

Wir können hier (un-)gerne einen neuen Positivismusstreit aufmachen.
Aber ohne einen Vorschlag einer besseren Methode zur Untersuchung der
parapsychologischen Phänomene können wir wohl nichts anderes machen, als
es eben so hinnehmen, dass die Forscher sich dieser oder jener Methode
bedienen. Für mich steht fest, dass sie sich rein gar nicht an die
Methoden der Normalwissenschaften zu halten haben, die sie so
respektloser Weise marginalisieren und im schlimmsten Fall gegen die
Parawissenschaften agititieren. Das wird schon seine Gründe haben, warum
die Phänomene nicht so leicht verifizierbar sind. Es macht auch sicher
Sinn, dass eine widerlegende Methode bei Phänomenen, die sich noch nicht
einmal richtig bestätigen lassen, zu noch weniger Ergebnissen führen
würde, denn wie könnte man und warum sollte man etwas mit den Paradigmen
der Normalwissenschaften widerlegen, was selbst außerhalb dieser
Paradigmen steht? Das ist zumindest meine Position.



Ich wollte nur anmerken, dass bei Theorien, deren Widerlegung mit den
gängigen Methoden zu leicht wäre, die sich aber dennoch beharrlich ab
und zu bestätigen, kein Falsifikationismus greifen muss - und dass es
dafür auch andere Stimmen in der Methodentheorie gibt. Man kann es ja
fordern, aber dann operiert man eben innerhalb der Normalwissenschaften,
wo wir uns offensichtlich nicht befinden.

Zitat

Ein
übergeordnetes Bewusstsein gibts deshalb trotzdem nicht. Du weißt
nicht, dass jemand Anders dieselbe Idee hat wie du, bis er es dir
mitteilt.


Darüber könnte man ja weiterdiskutieren. Das liegt sicher auch in deinem Interesse Für- und Gegenargumente dazu auszutauschen.

Mein Argument (eigentlich ein Analogieschluss, der auch nicht in die "Normalwissenschaften gehört", aber gerade deswegen): Menschen
variieren genetisch von Individuum zu Individuum auch nur um 1%. Daraus
schließe ich, dass bei der geteilten Sphäre (Globus) und der geteilten
Anlage (99% DNA) auch geteilter Geist da ist.
Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schlüssel« (23. Oktober 2011, 14:27)


Rônin

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Sonntag, 23. Oktober 2011, 16:07

Der obere Teil deines Posts scheint langsam Richtung Grundsatzdiskussion abzudriften (wenn ich dich über all den mehrere Zeilen langen Bandwurmsätzen und Absätzen nach jedem fünften Wort überhaupt richtig verstanden habe; worauf ich nicht wetten würde), also gehe ich mal nurnoch auf den Schluss ein. Da du anscheinend ungern weiter über die pro-contra-Positivismussache diskutieren würdest, ist dir das vermutlich auch recht.

Zitat von »Schlüssel«

Menschen variieren genetisch von Individuum zu Individuum auch nur um 1%. Daraus schließe ich, dass bei der geteilten Sphäre (Globus) und der geteilten Anlage (99% DNA) auch geteilter Geist da ist.
Das ist kein Argument. Menschen teilen auch ca. 95% ihres Erbguts mit Mäusen - deshalb würde ich trotzdem nicht behaupten, dass wir ein globales Bewusstsein mit den Mäusen teilen. Die 99% machen uns zu Menschen, das eine Prozent dann zu Individuen. Und immer dran denken, dass Lebensumstände, Umwelt, Zeit, Zufall und eigene Entscheidungen nicht in den Genen festgelegt sind. Der "Geist" somit ebenfalls nicht.
Kann das "globale Bewusstsein" überhaupt in den Genen festgelegt sein? Das was uns ausmacht, sind eben nicht unsere Gemeinsamkeiten, sondern unsere Unterschiede. Wie könnten sonst solche Diskussionen wie diese hier zustandekommen? Geteilter Geist... das ist natürlich das Prinzip der Emphatie. Manche beherrschen das mehr, manche weniger. Diese Fähigkeit muss aber trainiert werden. Und ist ganz bestimmt nicht global - manche Menschen kennt man einfach besser als andere. Und deswegen weiß man trotzdem noch nicht, ob man den anderen richtig eingeschätzt hat, bis er es einem bestätigt hat.
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16

Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:52

Und immer dran denken, dass Lebensumstände, Umwelt, Zeit, Zufall und eigene Entscheidungen nicht in den Genen festgelegt sind. Der "Geist" somit ebenfalls nicht.
Darauf wollte ich eigentlich auch nicht hinaus. In meinem Analogieschluss ist eigentlich eine operationale Definition versteckt.
Menschen
variieren genetisch von Individuum zu Individuum auch nur um 1%. Daraus
schließe ich, dass bei der geteilten Sphäre (Globus) und der geteilten
Anlage (99% DNA) auch geteilter Geist da ist.
Ein kleines Zahlenspiel.
Menschen variieren um 1 % genetisch. Das macht ihren physischen Körper individuell.
Menschen varrieren (angenommener Weise) zu 99 % im Geiste voneinander, nämlich je nachdem aufgrund ihrer Religion, Ethnie, Nation, Gesinnung, sonstigen Gruppenzugehörigkeiten und allen sonstigen ganz nur auf Einzelpersonen zu treffenden sozialpsychologischen Faktoren. Nun bleibt sicher nur ein kleiner Rest von 1 % des menschlichen Geistes, der nicht variiert, aber der ist mit Sicherheit da. 0,5 % davon sind wiederum allgemeine Fähigkeiten, die aus den Genen resultieren, z. B. Fähigkeit zu Grammatik und Spracherwerb, ohne die Qualität der Ausprägung.
__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Da bleiben unter dem Strich nur 0,5 % Deckung von gemeinsamen Ideen und Gefühlen, die nicht variieren und nicht physio-biologisch begründet sind.
Sie sind aber darin begründet, dass wir uns schlichtweg eine essenzielle Sache alle teilen: Wir leben auf dem gleichen Planeten. Und dass wir alle Erdenmenschen sind, dessen sind sich alle Menschen erst nach der Entdeckung aller Kontinente durch die Europäer sowie der Aufklärung gewiss, womit diese Erkenntnis aber zum geteilten globalen Bewusstsein gehört.
__________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Unter dem Strich bleiben also weniger als 0,5 % des menschlichen Geistes übrig, an denen alle Menschen die gleiche Erfahrungswerte haben. Ein globales Bewusstsein ist nun selbst nur durch die geteilte Sphäre des Globus möglich. Paranormale Aktivitäten sind es nun, wenn tatsächlich die Aufmerksamkeit (fast) aller Menschen auf ein Ereignis gelenkt wird.

Vielleicht sollten wir vor jedem signifikanten Erlebnis und Ergebnis Respekt haben, da solch ein globales Bewusstsein eigentlich so unwahrscheinlich ist.

Das was uns ausmacht, sind eben nicht unsere Gemeinsamkeiten, sondern unsere Unterschiede.
Das siehst du ganz richtig. Und deswegen habe ich gerade gezeigt, wie unwahrscheinlich deswegen ein globales Bewusstsein ist. Wir haben trotz der genetischen Übereinstimmung eben doch mehr Unterschiede zueinander.
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Andersich

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17

Sonntag, 23. Oktober 2011, 19:17

Ok, jetzt haben wir geklärt, besser ihr, was individuen ausmachen-unsere unterschiede, aber es gibt enorm viele dinge, die wir gemein haben!!!

Unsere ängste, zukunftsangst, überlebensangst...neid, eifersucht, hass, angst vor verlusten, angst nicht geliebt zu werden, nicht dazu zugehören....etc...ich denke, um diese starken emotionen geht es, die eventuell im experiment zu tragen gekommen sind.

Und ich gehe nach wie vor davon aus, dass gedanken an emotionen gekoppelt sind, mal stärker mal weniger und dass diese sehr wohl im hirn verarbeitet werden und abgespeichert werden, sonst gäbe es keine vernünftge erinnerung, denn mensch erinnert sich über bilder, gerüche, farben, emotionen an fakten...und wenn diese verarbeitung gestört ist, gibt es fehlinterpretationen, was zu vielen kompensationen der psyche führt. Die psyche ist ein teil unseres körpers, denn sie entsteht aus ihm, ist aber in eine andere energieform gebettet und wenn es sowas wie bewusstsein gibt, dann ist es feinstofflich und eventuell messbar, so wie in dem experiment...;-)
Es ist erstaunlich, dass der mensch nur hinter seiner maske er selbst ist...

( A.E. Poe )


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18

Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:12

Die meisten Ängste und dergleichen resultieren aber aus der Gesellschaft und/oder der Erziehung und dem Umfeld. Die Genetische gleichheit bedeutet nicht, dass die Menschen sich identisch sind, sondern dass sie Biologisch gleich sind, das ist ein himmelweiter unterschied.
Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

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19

Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:21

@ragnarsson

Ich will damit nur sagen, dass diese masse an positiven und negativen emotionen in uns allen wohnt und ganz sicher sind sie verschiedenen ursprungs, doch wirken sie alle gleich. Das heisst, dass sie sehr stark sind und wenn die masse der menschen zur gleichen zeit ganz bestimmte ängste , oder positive emotionen hat, obwohl ich denke, dass ängste einfach stärker wirken ( denn der mensch versucht seit jeher sich vor seinen urängsten zu schützen, er verbraucht mehr energie negative sachen zu meiden oder auszugleichen, als für positive, auch prägen sich negative dinge schneller und nachhaltiger ein ). Wenn es sowas wie globales bewusstsein gibt, denke ich, dass es auf emotionen beruht, auf positiven, wie auch auf negativen.
Es ist erstaunlich, dass der mensch nur hinter seiner maske er selbst ist...

( A.E. Poe )


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20

Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:35

Joa wenn man aber einmal sieht, was Emotionen sind und zwar Biochemische Vorgänge, nicht mehr und nicht weniger, dürfte klar sein, dass man da aussenstehend nichts messen kann.
Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

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21

Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:40

Joa, aber das heisst ja dann auch, dass es sie nicht gibt, wenn man sie nicht messen kann, sie gibt es aber...;-)
Es ist erstaunlich, dass der mensch nur hinter seiner maske er selbst ist...

( A.E. Poe )


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22

Dienstag, 17. Januar 2012, 16:06

Ich bin der Meinung, dass Emotionen, Gedanken und Körper nicht voreinander zu trennen sind. Es gibt ja auch die sogenannte Psychosomatik - die medizinische Verbindnung von Körper und Geist sozusagen. Es ist zum Beispiel erwiesen, dass glückliche Menschen länger leben und weniger krank werden. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Beziehung des Menschen zu einem anderen Menschen. Wenn man es biologisch betrachtet, sind wir keine Einzelgänger sondern sozial agierende Lebewesen, die in der Gruppe stärker sind als allein. Auch das ist ein überlebenswichtiger Faktor.

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Andersich (18.01.2012)

Rônin

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Freitag, 27. Januar 2012, 16:22

Zitat von »secretmagic«

Wenn man es biologisch betrachtet, sind wir keine Einzelgänger sondern sozial agierende Lebewesen, die in der Gruppe stärker sind als allein. Auch das ist ein überlebenswichtiger Faktor.
Das kommt aber sehr auf die Größe der Gruppe an. Nach den Studien von Robin Dunbar scheint eine Gruppengröße von 150 Personen ideal für das menschliche Zusammenleben zu sein; wie bei den ganzen Aussteigerkommunen, die völlig ohne autoritäre Strukturen zurechtkommen. Nur wenn es keine Menschen über und unter Menschen gibt, lässt sich das Ganze meiner Meinung nach noch als Zusammenleben bezeichnen - ansonsten handelt es sich logischerweise um Übereinander- oder Untereinanderleben.
Die Menschheit an sich ist keine Gruppe; das wird wohl kaum jemand bestreiten. Funktionierende Gruppen definieren sich meist durch ähnliche Ansichten und Bedürfnisse. Ist es in der Hinsicht überhaupt erstrebenswert, dass die gesamte Menschheit als Gruppe agiert? Man könnte Gewaltiges vollbringen; aber je größer eine Gruppe ist, desto schwerer ist es auch, seine Individualität zum Ausruck zu bringen. Einzelne Leute gehen in der Masse unter; das ist eine Tatsache.
Wenn die gesamte Menschheit eine solche Gruppe wäre, könnte man ohne Zweifel von einem globalen Bewusstsein sprechen. Nur schießen mir da unweigerlich wieder einmal die Borg aus Star Trek ins Hirn. "Wir sind die Menschheit."
Ich frage mich, ob es überhaupt möglich ist, dass die gesamte Menschheit miteinander für gemeinsame Ziele arbeitet, ohne dass das Individuum seinen Wert verliert. Allzuoft kann eine Einzelperson deutlich stärker sein als jede Gruppe. Auch das ist ein überlebenswichtiger Faktor.
Wer gewarnt ist, ist gewappnet.

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