Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: :: Paraportal.org :: Das Forum für Grenzwissenschaften. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Rônin

Moderator

  • »Rônin« ist der Autor dieses Themas
  • Deutschland

Beiträge: 3 238

Registrierungsdatum: 24. September 2009

Wohnort: NRW

Danksagungen: 877

  • Private Nachricht senden

1

Donnerstag, 5. April 2012, 18:52

Solipsismus - ist die Außenwelt nur ein Traum?

"metaphysischer Solipsismus: Nur das eigene Ich existiert. Nichts außerhalb des eigenen Bewusstseins existiert, auch kein anderes Bewusstsein." - Wikipedia

Das ist eine philosophische These die mir, im Nachhinein betrachtet, besonders als Kind selbst häufig durch den Kopf geschossen ist. Woher weiß ich, dass andere Menschen auch denken und fühlen? Woher weiß ich, dass überhaupt irgendetwas passiert, wenn ich gerade nicht hingucke, bzw. es mir vorstelle? Ist es überhaupt möglich, das zu beweisen; also die These des Solipsismus zu widerlegen? Das einzige dessen man sich sicher sein kann, ist das eigene Bewusstsein; und in der Philosophie ist sogar das manchmal noch ein Streitpunkt.
Was denkt ihr; existiert ihr wirklich, oder seid ihr nur ein Abbild meines Bewusstseins? Oder bin ich ein Abbild eures Bewusstseins? :mrgreen:
"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

kleine Hexe

Forenhexe

Beiträge: 1 500

Registrierungsdatum: 17. August 2006

Wohnort: 1815 m.ü.M.

Danksagungen: 123

  • Private Nachricht senden

2

Samstag, 7. April 2012, 21:47

Kann sein dass ich die These jetzt falsch verstehe, aber wenn es nichts gibt, was du dir nicht mit deinem Bewusstsein erschaffst, wie gibt es dann Zufälle resp. wie geschehen dann für dich unvorhergesehene Dinge? Widerspricht sich das dann nicht? So weit ich das verstehe, geschieht doch dann alles quasi nach deinem Gedankenmuster oder nicht? :?
"Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
- Albert Einstein

Rexr

Nachwuchsvampir

Beiträge: 40

Registrierungsdatum: 4. Februar 2010

  • Private Nachricht senden

3

Sonntag, 8. April 2012, 08:53

Hallo Leute,

Sehr Interresantes Thema muss ich sagen.


Zitat

Das ist eine philosophische These die mir, im Nachhinein betrachtet, besonders als Kind selbst häufig durch den Kopf geschossen ist


Das ging mir genau so.

Das ist eigentlich ein Thema zudem man einen Roman schreiben kann.

Also gehen wir davon aus das wir uns alles was wir Wahrnehmen einbilden. Warum sollte es so sein? Welchen Sinn hätte sowas?



Zitat

Kann sein dass ich die These jetzt falsch verstehe, aber wenn es nichts gibt, was du dir nicht mit deinem Bewusstsein erschaffst, wie gibt es dann Zufälle resp. wie geschehen dann für dich unvorhergesehene Dinge? Widerspricht sich das dann nicht? So weit ich das verstehe, geschieht doch dann alles quasi nach deinem Gedankenmuster oder nicht?




Hmm ich denke wenn sich das ganze in etwa so verhällt wie beim träumen, dann wird das praktisch alles vom Unterbewusstsein gesteuert und man kann nur Einfluss nehmen wenn man sich dessen bewusst ist das man träumt.

Ich gehe aber einmal davon aus das es nicht so ist das nur ich existiere. Wie muss man sich das vorstellen das bewusstsein hängt körperlos in einem dunklen Nichts rum und damit ihm nicht langweilig wird bildet es sich einfach eine eigene Welt ein? dann muss man sich fragen wozu ist es gut das es in einem Nichts rumhängt. Dass ist doch irgendwo sinnlos? und vor allem wenn das Bewusstsein nichts anderes kennt wie das dunkle Nichts wie schafft es dann das Bewusstsein sich Farbe,Licht, und das alles vorzustellen?

Also entweder das Bewusstsein ist etwas ganz anderes, und das was wir als Bewusstsein wahrnehmen ist nur irgendwo ein Dämmerzustand. oder es ist praktisch ausgeschlossen das wir nur allein existieren.

lg Rexr

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rexr« (8. April 2012, 09:00)


Jack Sperrow

Traumwanderer

Beiträge: 430

Registrierungsdatum: 6. September 2011

Danksagungen: 333

  • Private Nachricht senden

4

Sonntag, 8. April 2012, 22:29

Ist das der Stoff aus dem die Träume sind :lol: ?

Apropos Träume: Das Ganze, obwohl es im Kern ganz anders ist, erinnert mich irgendwie an das Matrix-Thema ;).

Eventuell finden sich Ideen zu Antworten aus dieser gedanklichen Sackgasse in folgender, wie ich finde, sehr kurzweiligen Abhandlung:

:lookthere: Existens einmal skeptisch betrachtet

Jack
Es gibt immer mehr Leute, die alles wissen ... vor allem alles besser !

Feynûri

Wipfelläufer

    Deutschland

Beiträge: 234

Registrierungsdatum: 11. April 2012

Wohnort: Solingen

Danksagungen: 79

  • Private Nachricht senden

5

Mittwoch, 11. April 2012, 23:35

Hu, interessant, dass Leute sich dieselben Fragen stellen wie ich :D

In der 7. Klasse, gerade angefangen mit dem praktischen Philosophieunterricht auf unserer Schule war das ein hochdiskutiertes Thema von mir und meinen Freunden. (Ja, wir waren ein wenig krank :lol: )

Es ging um solche Fragen wie ob man mit Gewissheit sagen konnte, dass hinter der nächsten Hausecke genau der Junge steht, der gerade dahinter verschwunden ist. Oder ob er überhaupt da existiert, wenn wir ihn nicht sehen. Woher wissen wir das denn?
Letztlich ist es doch unser Gedächtnis, was uns sagt "Da war gerade jemand, der ist da hingegangen, also muss er dort jetzt noch immer sein". Aber genau wissen tun wir es nicht. Genauso gut könnte besagter Junge einfach nicht existieren. So wie für uns das Mädchen nicht existiert, mit dem er da jetzt an der Hauswand steht, außerhalb unseres Sichtbereiches, weil wir nicht wissen, dass sie da ist. Für uns existiert sie nicht. Aber sie ist ja augenscheinlich da. Oder doch nicht?
Das ist eben die Frage, auf die wir damals eine Antwort gesucht haben.

Wenn man diese gestellten Situationen weiterführt, dann muss man sich auch fragen, ob es einen Unterschied macht, ob der Junge hinter der Ecke verschwindet oder vor uns stehen bleibt. Letztlich sagt lediglich unser Auge, dass dort ein Junge steht. Vielleicht noch unsere Ohren, wenn er redet oder Geräusche macht. Aber können wir uns dadurch sicher sein, dass er existiert? Trugbilder und Co gibt es sicher genug, die uns einen Menschen "vorgaukeln", wo gar keiner ist. Das könnte doch auch immer so sein...
Selbst wenn man einen Menschen berührt und ein Gespräch mit ihm führt, landen wir in einer Situation, wo man sich fragen muss, ob er wirklich existient ist.

Letztlich weiß man nur von der eigenen Existenz mit Gewissheit. Alles andere sind Mutmaßungen, so würde ich es definieren, wenn man ganz streng ist.

Von da aus ist der Schritt zu "Die gesamte Außenwelt ist nur Schein. Ein Traum." nicht gerade weit. Deswegen kann ich da den Gedankengang sehr gut verstehen.
"Wir ziehen in den Krieg. Die Elfen sind im Begriff unseren Wald zu verlassen. Und wir werden im Triumph heimkehren - oder gar nicht."

Rônin

Moderator

  • »Rônin« ist der Autor dieses Themas
  • Deutschland

Beiträge: 3 238

Registrierungsdatum: 24. September 2009

Wohnort: NRW

Danksagungen: 877

  • Private Nachricht senden

6

Donnerstag, 19. April 2012, 01:36

Das ging mir genau so.
Interessanter Punkt; es scheint vielen so zu gehen, dass sie diese Gedanken besonders in der Kindheit von ganz alleine hatten. Weil die emphatischen Fähigkeiten noch nicht ausgeprägt genug sind, um sich andere Menschen als genauso komplexe Wesen vorzustellen, wie man selbst es ist?

Es ging um solche Fragen wie ob man mit Gewissheit sagen konnte, dass hinter der nächsten Hausecke genau der Junge steht, der gerade dahinter verschwunden ist. Oder ob er überhaupt da existiert, wenn wir ihn nicht sehen. Woher wissen wir das denn?
Genau das - aus heutiger Sicht würde ich das wohl mit Videospiellogik vergleichen; woher weiß ich, dass die Realität "weiterläuft", wenn ich gerade nicht anwesend bin? Menschen gehen und sie kommen wieder; und wenn sie wiederkommen, haben sie neue Geschichten zu erzählen. Wo kommen diese Geschichten her?

Ich glaube nicht, dass sich Solipsismus logisch wiederlegen lässt - wie eigentlich viele Gedankenspiele dieser Art; spontan fällt mir z.B. die 5-Minuten-Theorie ein. Das liegt aber auch daran, dass die Grundannahme grundsätzlich eigentlich übernatürlich sein muss und somit widerum auch nicht beweisbar ist... nach diesem Schema argumentieren auch die meisten Religionen; immerhin lassen sich Götter nicht widerlegen, also müssen sie ja im Umkehrschluss existieren.
"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

Feynûri

Wipfelläufer

    Deutschland

Beiträge: 234

Registrierungsdatum: 11. April 2012

Wohnort: Solingen

Danksagungen: 79

  • Private Nachricht senden

7

Montag, 23. April 2012, 01:17

Interessanter Punkt; es scheint vielen so zu gehen, dass sie diese Gedanken besonders in der Kindheit von ganz alleine hatten. Weil die emphatischen Fähigkeiten noch nicht ausgeprägt genug sind, um sich andere Menschen als genauso komplexe Wesen vorzustellen, wie man selbst es ist?

Nein, ich glaub nicht. Zu dem Zeitpunkt, wo die empathischen Fähigkeiten noch nicht so ausgeprägt sind, stellen sich Kinder noch keine so komplexen philosophischen Fragen.
Bei mir für meinen Teil war es etwa mit 12 bis 14 Jahren. Ich denke da sollte so etwas schon weit genug entwickelt sein. Ich würde eher behaupten, dass so etwas recht häufig bei Kindern auftritt, die langsam anfangen ihre Welt zu hinterfragen. In der Kindheit gibt es eine Zeit, wo man anfängt die Aussagen der Eltern zu hinterfragen, mit etwa 5-7 Jahren glaube ich. Etwas ähnliches gibt es auch mit dem Anfang der Pubertät, wo ein Jugendlicher beginnt über die Welt nachzudenken, die Philosophie, Politik, das aktuelle Weltbild. Man beginnt zu hinterfragen, überlegt, wie es sein könnte, warum... Ich glaube in genau dieser Entwicklungsphase stellt man sich solche Fragen wie diese ;)
Die Frage, was eigentlich "Realität" ist, was man wirklich mit Sicherheit weiß, passt eben genau dahin. Genau zu dem Zeitpunkt beginnt ja auch der Praktische Philosophie-Unterricht, der sich mit solchen Fragen beschäftigt.

Ich glaube nicht, dass sich Solipsismus logisch wiederlegen lässt - wie eigentlich viele Gedankenspiele dieser Art; spontan fällt mir z.B. die 5-Minuten-Theorie ein. Das liegt aber auch daran, dass die Grundannahme grundsätzlich eigentlich übernatürlich sein muss und somit widerum auch nicht beweisbar ist... nach diesem Schema argumentieren auch die meisten Religionen; immerhin lassen sich Götter nicht widerlegen, also müssen sie ja im Umkehrschluss existieren.

Was genau ist denn an der Solipsismus-Theorie übernatürlich? Ich denke wir befinden uns sehr stark im wissenschaftlichen Bereich hier. Es geht um Raum-Zeit (Einstein) und Marterie, ein wenig philosophische Fragen, aber größtenteils doch eher um die Existenz selbst.
Dass sie logisch nicht widerlegbar ist, da stimme ich dir aber zu. Zumindest mit den heutigen Mitteln nicht.
"Wir ziehen in den Krieg. Die Elfen sind im Begriff unseren Wald zu verlassen. Und wir werden im Triumph heimkehren - oder gar nicht."

yasmina

Alien

Beiträge: 7

Registrierungsdatum: 3. Mai 2012

  • Private Nachricht senden

8

Dienstag, 8. Mai 2012, 01:39

Ich weiss nicht, dass klingt mir alles ein Wenig zu abstrakt....hat so ein bisschen was von Matrix :D

Ich kann es mir irgendwie nicht vorstellen, dass ich alleine bin und mir alles, also alle Personen nur einbilde oder erträume. Woher kommt es dann, dass man mit anderen Personen Gefühle austauschen kann, dass andere Personen mir Dinge sagen oder zeigen können, auf die ich selbst nie gekommen wäre? Wie gesagt, das hat so ein bisschen was von Matrix oder diesem Spiel Second Life. Vielleicht sind wir ja alle so etwas wie Avatare und denken, dass wir in dieser Welt leben aber in Wirklichkeit liegen wir irgendwo an medizinischen Geräten, die uns am Leben erhalten und träumen dieses Leben nur?

Rônin

Moderator

  • »Rônin« ist der Autor dieses Themas
  • Deutschland

Beiträge: 3 238

Registrierungsdatum: 24. September 2009

Wohnort: NRW

Danksagungen: 877

  • Private Nachricht senden

9

Samstag, 18. Februar 2017, 19:38

Das Konzept/Gefühl hat scheints auch ein exaktes Gegenteil: Sonder; der bewusste Gedanke, dass jeder flüchtige Passant ne umfangreiche Geschichte hat.

"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

mostwanted

Geisterjäger

    Schweiz (Confoederatio Helvetica)

Beiträge: 862

Danksagungen: 420

  • Private Nachricht senden

10

Montag, 27. Februar 2017, 14:36

https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/a…-These-auf.html

Die These stützt sich mit folgenden Tatsachen

Wir haben beispielsweise folgende physikalische Grenzen

  • Die Lichtgeschwindigkeit
  • Der absolute Nullpunkt
  • Planck-Einheiten


Würden wir eine Simulation nach unserem Ebenbild errichten, so wären wir ebenso gezwungen, Grenzen zu setzen. Elon Musk nimmt an, dass wir in einer Welt "leben", welche die tatsächliche Welt unserer Schöpfer simuliert, weswegen auch diese Grenzen existieren. Es wird auch diskutiert, ob das Universum in Kausalketten zu begründen ist, oder in ringförmige Ketten. Das würde dann heissen, dass wir die Schöpfer unserer Schöpfer wären und somit unsere Schöpfer, Schöpfer und Geschöpfte gleichzeitig sind.

Sollte eines meiner Aussagen nicht den Aussagen von Musk entsprechen, dann bitte ich um Entschuldigung. Ich habe die Texte lediglich überflogen.
„Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“

„Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“

„Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung".“

Erich Fromm

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Manetuwak (28.02.2017)

Social Bookmarks

Counter:

Hits heute: 1 966 | Hits gestern: 2 867 | Hits Tagesrekord: 53 992 | Hits gesamt: 12 420 521 | Gezählt seit: 11. September 2011, 15:03