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mostwanted

Geisterjäger

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1

Freitag, 13. Dezember 2013, 09:00

[Urheberrechte] Abmahnwelle in Deutschland wegen Porno

Hallo zusammen

Vor einigen Tagen wurde über eine Abmahnwelle gegen illegale Pornokonsumenten im Internet berichtet. Dies aufgrund der Urheberrechtsverletzung.

Einige Quellen

spiegel
ntv
wieder spiegel

Zitat

1. Warum hat das Gericht Download und Stream verwechselt?

In einem Beschluss des Landgerichts Köln in Sachen Archive-AG-Pornos ist eindeutig nachzulesen, dass das Gericht - wenn es die Anträge denn überhaupt aufmerksam gelesen hat - da etwas falsch verstanden hat. In dem Beschluss ist die Rede davon, dass die Inhaber der IP-Adresse die geschützten Werke über eine "Tauschbörse" unbefugt öffentlich zugänglich gemacht hätten. Wegen dieser Rechtsverletzung müsse der Internetprovider in diesem Fall die Identität seiner Nutzer preisgeben.

Das Problem: Es geht bei dem Werk gar nicht um einen Download mit gleichzeitigem Anbieten der Daten in einer Tauschbörse, sondern um Streaming, also das Abrufen von Videos im Browser. In den Abmahnungen, die später wegen des Abrufs dieses Pornofilmchens verschickt wurden, steht nichts von Tauschbörsen, sondern von Streaming. Die für The Archive AG abmahnende Kanzlei argumentiert in der Abmahnung, die beim Streamen technisch notwendige Zwischenspeicherung erschaffe eine Raubkopie, da der Rechteinhaber diese nicht genehmigt habe.

Wie kam das Landgericht nur darauf, dass es sich um Tauschbörsen handelt? Es könnte daran liegen, dass das Gericht sich nicht eingehend mit der Materie beschäftigt hat. Allerdings wird aus dem Antrag auf Datenherausgabe nicht klar, dass es hier um Streaming geht.

2. Woher haben die Abmahner die IP-Adressen?

Sehr vage ist in dem Antrag auf die Herausgabe der Identitäten beim Landgericht Köln beschrieben, woher die erfassten IP-Adressen eigentlich kommen. Es ist nur von Überwachungssoftware die Rede. Denkbar ist: Der Betreiber von Redtube.com hat die Daten herausgegeben. Die Firma hinter dem Portal Manwin antwortet nicht auf entsprechende Anfragen.

3. Wie funktioniert die Überwachungssoftware?

Der Antrag beim Landgericht Köln erwähnt eine Überwachungssoftware namens GLADII 1.1.3. Mit dieser Software soll die vom Rechteinhaber beauftragte Firma itGuards Inc Download-Portale für Filme überwachen. Wie diese Software funktioniert, steht nicht im Antrag. In einer eidesstattlichen Versicherung eines Mitarbeiters der Firma heißt es, die Software könne "die Teilnahme von Nutzern sogenannter Download-Portale für Filme im Internet" erfassen. Wie das gehen soll, geht aus dem Dokument nicht hervor.

Es gibt im Netz die spärliche Online-Präsenz einer Firma namens itGuards Inc, die laut Website in einem Bürogebäude im kalifornischen San José ansässig sein soll. Im Firmenverzeichnis des Staates Kalifornien ist eine itGuards Inc nicht zu finden.

4. Was steht im Software-Gutachten?

Im Antrag auf Datenherausgabe in Köln wird das Gutachten der Münchner Patentkanzlei Diehl & Partner vom 22. März 2013 erwähnt. Es soll bescheinigen, dass die Überwachungssoftware auf "üblichen und gebräuchlichen Internet-Technologien" beruht. Dieses Gutachten ist bislang nicht öffentlich. Die verantwortliche Patentkanzlei beantwortet Fragen nach dem Inhalt dieses Gutachtens so: Man dürfe "aus rechtlichen Gründen" keine Auskünfte zu einem für einen Mandanten erstellten Gutachten erteilen.
5. Was ist das Geschäftsmodell des Rechteinhabers?

In den Anträgen und Abmahnungen in Sachen Redtube-Abmahnungen wird die im schweizerischen Bassersdorf ansässige The Archive AG als Rechteinhaber der abgemahnten Pornoclips aufgeführt. Die Firma wurde 2011 gegründet. Ihre Webpräsenz liegt laut Domaintools beim selben Webspace-Anbieter wie die von itGuards Inc. Auf der Webseite wird als Geschäftsmodell nur vage von software-basierter Identifizierung von Raubkopien im Netz gesprochen. Für welche Firmen The Archive AG tätig ist, ist der Webseite nicht zu entnehmen. Am Dienstag ging unter der Schweizer Büronummer niemand ans Telefon.

Laut Handelsregister schied am 8. April 2013 der Gründungsdirektor der Firma aus, im November 2013 wurde der deutsche Musik-Unternehmer Ralf Reichert Mitglied des Verwaltungsrats. Reichert leitet die Offenbacher Musikvertriebsfirma Intergroove. Auf Fragen nach dem Geschäftsmodell von The Archive AG und der Herkunft der IP-Adressen antwortete Reichert am Dienstagmittag nur: "Hierzu wird es innerhalb der nächsten 24 Stunden eine Presseerklärung geben."

Quelle



Wie auch in den News ersichtlich, ist das ganze schon sehr sehr grenzwertig. Nach dieser Logik müsste man auch bezahlen, wenn jemand auf seiner Seite ein Bild ohne Urheberrecht veröffentlicht und jemand diese Seite besucht. Liege ich da richtig?

Was haltet ihr davon? Geht das ganze nicht zu weit?
„Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“

„Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“

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Erich Fromm

Schattenkanzler

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2

Freitag, 13. Dezember 2013, 11:02

Schafft euch für den Fall der Fälle eine gute Rechtschutzversicherung an. Diese Abmahnwellen sind extrem in der rechtlichen Grauzohne angesiedelt, meistens jedenfalls.
Wenn jemand ein solche Abmahnung bekommt sollte er auf keinen Fall zahlen sondern schnurstraks damit zum Anwalt gehen und mit diesem dann dagegen angehen,
wobei eine Rechtschutzversicherung (die gar nicht mal so teuer sein müssen), sehr nützlich ist.

Grüße Schatti :winks:
Wenn das, was du sagen möchtest, nicht schöner ist als die Stille, dann schweige!

Jack Sperrow

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3

Freitag, 13. Dezember 2013, 16:59

In solchen Fällen zum Anwalt gehen ist völlig richtig.
Zahlen auf keinen Fall und vor allem nichts unterschreiben !!

Zitat von »"Schattenkanzler"«

Schafft euch für den Fall der Fälle eine gute Rechtschutzversicherung an.

Bei Urheberechtsverletzungen ( auch wenn sie nur abgemahnt werden ) greift keine Rechtsschutzversicherung ;) .
Ausnahme: bei langjährigen Kunden wird die Erstberatung übernommen.

Trotzdem wird sich die klagende Kanzlei warm anziehen müssen, denn jetzt hat sogar dieses Pornoportal, um das es hier geht, rechtliche Schritte gegen die in ihren Augen unrechtmäßige Ermittlung der IP-Adressen angekündigt:

rechtliche Schritte dagegen

Jack
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4

Freitag, 13. Dezember 2013, 19:29

Eine Urheberrechtsverletzung besteht erst dann wenn man sich den Film gedown/-uploaded hat, das reine abspielen eines verfügbaren Clips ist noch keine Urheberrechtsverletzung.
Und wenn eine Abmahnung berechtigt ist muss die Abmahnung verhältnismäßig sein, also wegen eines Filmchens dürfen z.B. nicht gleich 1000,-€ verlangt werden.

Was das Portal angeht, die werden mit ihrer Klage nicht durchkommen und selber einen auf dem Deckel bekommen, da sie ja das urheberrechtlich geschützte Material ins Netz gestellt haben.
Und ja die Künstler (auch Pornoproduzenten) haben ein Recht darauf gegen Schädlinge ermitteln zu lassen.

Dass es im Internet in Wirklichkeit gar keine kostenlosen Pornos gibt müsste doch schon jeder begriffen haben.

Irrwisch

Tückebothe

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5

Freitag, 13. Dezember 2013, 21:01

Bei dieser Streaming-Abmahnwelle ist es, wie schon von mostwanted gesagt, sehr sehr grenzwertig.


Schafft euch für den Fall der Fälle eine gute Rechtschutzversicherung an. Diese Abmahnwellen sind extrem in der rechtlichen Grauzohne angesiedelt, meistens jedenfalls.
Wenn jemand ein solche Abmahnung bekommt sollte er auf keinen Fall zahlen sondern schnurstraks damit zum Anwalt gehen und mit diesem dann dagegen angehen,
Nun ja, bei einer Streaming-Abmahnung ist es wohl noch in einer Grauzone. Bei einer Tauschbörsen-Abmahnung sieht es schon etwas anders aus. Allerdings hilft da eine Rechtschutzversicherung nichts, weil sie nicht für die Anwaltskosten aufkommt, da die "Tat" vorsätzlich geschah.
Wichtig ist bei einer Tauschbörsen-Abmahnung, den Termin einzuhalten und erstmal eine modifizierte Unterlassungserklärung (modUE) abzuschicken und nicht die UE, die der Abmahnung bei liegt. Das kann sonst später noch teuer werden. Wichtig bei der modUE ist, dass sie als Einschreiben mit Rückschein geschickt wird. Dann weiß man, dass es angekommen ist, auch wenn keine Rückantwort der Akzeptanz oder Ablehnung kommt. Denn manche Abmahner schicken nichts, und man sitzt 3 Jahre bis zur Verjährung auf glühenden Kohlen, bis kurz vor Jahreswechsel der Mahnbescheid kommt. Kurz vor Jahreswechsel deshalb, weil die Verjährung quasi keine 3 Jahre dauert, sondern wenn im Januar abgemahnt 3 Jahre bis Jahresende, da die Frist am 31.12. des "Erwischt-Jahres" beginnt. Also quasi Abmahnung im Februar 2012, dann verjährt erst am 31.12.2015.


Und wenn eine Abmahnung berechtigt ist muss die Abmahnung verhältnismäßig sein, also wegen eines Filmchens dürfen z.B. nicht gleich 1000,-€ verlangt werden.
Wenn die erste Abmahnung kommt, dann wird erstmal "nur" etwas unter 1000 € verlangt (zumindest kenne ich noch keine, die darüber lag). Wenn die modUE abgelehnt wird, dann kommt ein Schreiben mit einer höheren Forderung. Kann dann schon das doppelte sein. Ab da lohnt sich der Weg zum Anwalt. Später kommt ein Vergleichsangebot, was unter der ersten Forderung liegt.
Manchmal kommt nach der unbeantworteten modUE nach knapp 3 Jahren gleich ein Schreiben vom Inkasso-Büro. Hier erstmal Widerspruch einlegen und auf den gerichtlichen Mahnbescheid warten. Und ab da bin ich auch schon neugierig. ;)

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6

Samstag, 14. Dezember 2013, 00:18

Im Falle einer berechtigten AM bezweifle ich daß so eine Verzögerungstaktik klappt, und wenn man dann die Zahlung einfach verweigert gehts wieder zum Strafverfahren. Die 5 Jahre sind aber eher unwahrscheinlich, meist kommen nur Bußgeld/Bewährungsstrafen.

Die IP-Adresse bekommen die Anwälte indem sie erst einen Strafantrag wegen Urheberrechtsverletzung stellen, durch das Strafverfahren wird der Datenschutz aufgehoben und der Provider ist verpflichtet die IP rauszurücken. Dann wird das Strafverfahren erstmal gegen die zivilrechtliche Schadenersatzforderung zurückgestellt, so kommt dann die AM zustande.

Im diesen Falle gehts ja um RedTube, der ja in den USA ist. Wieso hat das FBI die nicht einfach hochgenommen? In den USA ist das FBI für UV zuständig.

Fraggman

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7

Samstag, 14. Dezember 2013, 01:00

Im diesen Falle gehts ja um RedTube, der ja in den USA ist. Wieso hat das FBI die nicht einfach hochgenommen? In den USA ist das FBI für UV zuständig.
Warum werden Youtube-Accounts, die komplette Filme hochladen, nichtmal in Deutschland hochgenommen? ;)

Im vorliegenden Fall ist äußerst dubios, wie man an die IP-Adressen gekommen ist (welche offensichtlich zu einem nicht unerheblichen Teil inkorrekt bzw. irrelevant sind).

Mein Tipp: Die abmahnende Kanzlei und evtl. auch die Dienststelle, welche den ganzen Scheiß abgenickt hat, wird noch ordentlich einen drauf bekommen. Verdienterweise. :mrgreen:
Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendbrot gibt. Freiheit ist, wenn das Schaf eine Heckler&Koch hat.

Konquistadore:
Mit einem großen Knall auftauchen macht eben viel viel mehr Eindruck als wenn einer angeschlurft kommt und sagt:"Jo, denne bin euer Gott, läuft!"

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8

Samstag, 14. Dezember 2013, 15:50

Alles was im YouToube Urheberrechtsverletzend ist wurde von YT gesperrt (soweit wie möglich) was du auf YT sonst noch sehen kannst ist dann wohl auch freigegeben wie Dokus oder Animeserien als Fanservice usw.
Pornos sind auf YT wegen Jugendschutz eh nicht vorhanden (zumindest nicht unzensiert).

Wie das jetzt mit RedTube ist weiss ich nicht. Dort gibs ja auch keine kompletten Filme wie auf DVD/BR, sondern nur "Szenen". Möglich dass die Pornobranche solche Portale zulässt, damit die Zuschauer noch die kompletten Pornos kauft oder in Videotheken nachfragen. Gegebenenfalls noch zu den kommerziellen Webanbietern wie Brazzers.com usw. kommen. Werbung für Livecam/chatts usw. gibs auf solchen Portalen ja auch noch.
Es ist durchaus möglich dass RT und ähnliches aus kommerziellen Gründen legal sein könnten.

Nobby

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9

Samstag, 14. Dezember 2013, 16:51

Zitat von »"Mostwanted"«

Wie auch in den News ersichtlich, ist das ganze schon sehr sehr grenzwertig. Nach dieser Logik müsste man auch bezahlen, wenn jemand auf seiner Seite ein Bild ohne Urheberrecht veröffentlicht und jemand diese Seite besucht. Liege ich da richtig?

Was haltet ihr davon? Geht das ganze nicht zu weit?

Danke Most, du hast das Szenario sehr schön dargestellt. :thumbsup:

Grundsätzlich ist Streaming nicht strafbar, sonst könnten solche Seiten wie Youtube schon lange zu machen.
Strafbar kann es erst werden, wenn der Streaming-Portalbetreiber die Filme auf seinem Portal den Nutzern zugänglich macht.
Dabei bedient er sich dem Recht der öffentlichen Zugänglichmachung aus § 19a UrhG. Dieses Recht steht jedoch nur dem Urheber zu (§ 15 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 UrhG). ( Wer hat nicht schon gelesen, dass z.B. Youtube ein Video aus urheberrechtlichen Gründen entfernt hat. Genau das ist der Grund.)
Sollte also der Portal-Betreiber Werke auf seinem Portal haben, bei denen er diese Urheberrechte verletzt, dann macht sich nur der Portalbetreiber strafbar, nicht der Nutzer.

Die AM bezieht sich darauf, dass der Nutzer wenn er sich dat Filmchen ansieht, eine Kopie zieht, nämlich ins Cache, was aber eine technische Notwendigkeit darstellt, um sich das Filmchen überhaupt vernünftig anschauen zu können.
Weil das Filmchen aber unrechtmäßig auf dem Portal steht, macht sich dem Kläger zu Folge auch der Nutzer starfbar, durch diese Kopie im Cache.

Es heißt zwar, Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, aber in dem Fall, kann es der Nutzer nicht wissen, woher auch.

Inzwischen hat ja der Portal-Betreiber öffentlich bekannt gegeben, dass er die IP`s nicht gezogen hat.
Bedeutet also, dass diese Daten schon mal unrechtmäßig erfasst wurden.
Selbst wenn die Software mit der das gezogen wurde funktioniert, was ich als Fachmann bezweifle, wenn die Software nicht gezielt AUF dem Portal eingesetzt wurde, denn von dritter Seite kannst du damit keine Streaming Verbindung scannen.
Von verschiedenen Leuten wurde inzwischen das Inhaltsverzeichnis des Portals inklusive der gelöschten Inhalte der letzten 6 Monate gezogen und bemerkt, dass sich die zur Anzeige gebrachten Inhalte zu keiner Zeit überhaupt auf dem Portal befunden haben ;) .

Meine persönliche Theorie ist ( die wird inzwischen auch von anderen geteilt ;) ), dass Redtube, um Kohle zu machen, Traffic an bestimmte Hoster verkauft hat ( z.B. Trafficholder.com ). Die verkaufen das dann weiter, und zwar nicht an den Verein christlicher Nächstenliebe :twisted:
Das ganze nennt man skimmed traffic.

Wer sich für diese miese Geschäftstechnik interessiert ( aber vorsicht die Seite nur gut gesichert ( mindestens aktueller, aktiver Virenscanner vorhanden ) aufrufen ):

Hier erklärt Trafficholder ihr mieses Geschäft sogar relativ verständlich

Damit wäre auch klar, wie die an die IPs gekommen sind. Die sehen die IPs, weil sie am Server sitzen. :clap:

Das Miese ist: Ob es die Videos wirklich gab ist denen egal, denn das kann der Abgemahnte ja nie beweisen. Und der Abgemahnte hat leider die Beweislast. :shock:

Mein Fazit ist:
Wenn die deutsche Rechtssprechung nicht total bescheuert ist, und die Richter sich erstmal Rat bei Fachleuten holen, ehe sie Recht sprechen, bekommen die Kläger sowas von eins auf die Fresse, denn inzwischen sind massenweise auch Strafanträge gegen die Abmahner am laufen :lol:

In diesem Sinne, wenn jemand betroffen ist: Ruhe bewahren sich unfassend informieren und dann weiter sehen.

Alles wird gut :pope:

cu
Nobby
Womit man auch immer schreibt, das Wunder bleibt das Selbe:
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10

Montag, 16. Dezember 2013, 20:29

@Nobby

Ich denke deine Theorie wird sich zu fast 100% bewahrheiten.

Indizienkette zur IP-Ermittlung

Respekt :anbet:
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Jack
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Nobby

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Dienstag, 17. Dezember 2013, 19:10

Zitat von »"Jack Sperrow"«

Ich denke deine Theorie wird sich zu fast 100% bewahrheiten.

Na ja, aber in groben Zügen kommt es wahrscheinlich schon hin ;) .

Problematisch an der ganzen Sache ist, dass viele nur ihr Ding sehen.
Also die lesen: Porno-Abmahnung und denken, o.k. geht mich nix an, deren Problem wenn die so´n Scheiß angucken.

Das erinnert mich an das bekannte Sprichwort: Stell dir vor, es gibt Krieg und keiner geht hin.
Die meisten kennen nicht die Quintessenz von dem wie es weiter geht, nämlich: Dann kommt der Krieg zu dir!

Das Ding ist ganz einfach gesagt, dass diese Abmahnungen bezogen auf ein Pornoportal nur der Anfang sein könnte, nämlich der Anfang einer noch viel größeren Abzockwelle.
Denn den Recherchen einiger fähigen Leute zufolge, wurden sogar i-net-surfer abgemahnt ( Frauen wie Männer ) die niemals wissendlich auf diesem Portal gewesen sind, sondern einfach durch Weiterleitung, unwissendlich, neben anderen Sachen, dorthin geroutet wurden.
Im Klartext: Es kann theoretisch fast jeden treffen, der nicht peinlich genau seine Seiten aussucht auf denen er sich bewegt.

Die bisherige Abmahnwelle ist erstmal im hauptsächlichen ein Geschäft mit der Scham und der Peinlichkeit.
Wenn Papi so einen Brief bekommt, wird er sich hüten Mami kurz vor Weihnachten zu erzählen, dass er eine Abmahnung von einer Pornoseite bekommen hat.
Egal ob das stimmt oder nicht.
Statistiken zufolge bezahlt und unterschreibt jeder fünfte Abgemahnte lieber alles, als dass er sich dagegen wehrt, aus Schamgefühl und Angst vor familiärem Ärger.
Bei vorsichtigen Schätzungen zufolge von ca. 50.000 Abmahnungen ( 10-20.000 wurden schon verschickt und ca. 30.000 werden noch folgen ), a 250.- Euronen macht das von vorn herein schon mal schlappe 2,5 Mio.
Dafür muss ne Oma lange für stricken.

Wenn dieser Scheiße, auf deutsch gesagt, nicht möglichst knallhart und möglichst schnell ein Riegel vorgeschoben wird ( da baue ich eher auf findige INternetfreak´s, als auf die Justiz ), dann kannst du dich bald nicht mehr frei im Net bewegen, ohne Gefahr zu laufen sofort verklagt zu werden.
Warum ich der Justiz nicht viel zutraue in dieser Sache.
Wer verdient den am meisten an der Sache: richtig die Anwälte! Die, die klagen und die, die verteidigen.
Wie ich erst gestern gelesen habe, bietet eine Kanzlei schon eine Art Flatrate an : 5 Abmahnungen werden bearbeitet zum Preis von 2, sprich für 500,- Euro.
Es gibt nur wenige rühmliche Ausnahmen der Anwaltszunft, die auch kostenlos die Leute in Foren mit Tipps versorgen.

Der Abmahnkanzlei U+C kann finanziell auch nicht viel passieren, denn die ist oh Wunder eine GmbH. Bei 25.000 Euro Haftung ist dann mal Schluß ;) .
Dann steigt der Herr Rechtsverdreher in seinen, von den 2,5 Mio gemieteten Learjet und fliegt in den Urlaub und lacht alle aus.

Inzwischen laufen sogar schon Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln, bzgl. Bandenmäßiger/Mafiöser Strukturen, die diese ganze Kette bis zur Abmahnung erst möglich machten.

Ich will hoffen, dass ich mich in der deutschen Justiz täusche und sie diesen Abzockern wirklich mal das Handwerk legen und die gesetzliche Grundlage auf den Weg bringen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr, oder wenigstens nicht mehr so einfach zu machen ist.

Es gibt nur wenige rühmliche Ausnahmen der Anwaltszunft, die auch kostenlos die Leute in Foren mit Tipps versorgen.
Der einheitliche Tenor bleibt:
Nichts unterschreiben.
Keine HInweise zum Sachverhalt.
Nichts bezahlen.
Widerspruch gegen alle Behauptungen der Abmahnung einlegen, denn dann müssen die Bewiese vorlegen und vor allem darlegen woher sie die Daten ( IP, downloadstrem-aufzeichnung etc. ) haben.
Selbst wenn sie das entgegen meiner Meinung schaffen würden, bliebe immer noch das gesetzlich verprämte Recht auf eine Privatkopie, von urherberechtlich nicht geschützten Inhalten.
Und davon müssen die User einer legalen Seite ( auch wenn es Porno ist ) mit kostenlosen, freizugänglichen Inhalten ausgehen ;).

Zitat von »"Jack Sperrow"«

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Mittwoch, 18. Dezember 2013, 11:35

Abgemahnt wird auch für Musik, Film/Serien usw. Pornos sind schon lange gesellschaftsfähig, ich kann mich normal mit meinem Videothekenbetreiber darüber unterhalten welche Produktionen mir besser gefallen usw. Sexshops werden mittlerweile von jüngeren Erwachsenen und Frauen besucht. Auch junge Frauen die in der Videothek nach harten Pornos fragen, habe ich schon erlebt, auch akzeptieren Ehepartner Pornokonsum eher als einen Puffbesuch.

AM für Pornos kommen daher weil die ebenfalls urheberrechtlich geschützt sind, und viele noch glauben Pornos würden von der Justiz wegen "Schmuddelkram" urheberrechtlich nicht akzeptiert werden.

Der Hauptgrund für die Abmahnwelle (und es wurde angeblich noch mehr angekündigt) ist die unklare Sache mit dem Streaming, da muss eine klare Regelung her.
Also streamen ist technisch auch ein Download (Cache), sonst kann man nicht gucken. Da kann sich der Durchschnittsuser aber nicht mit auskennen.
Beste Regelung wäre: Bestraft oder auf Schadenersatz verklagt wird nur der Streamanbieter (in diesem Fall RedTube).
Was Tauschbörsen usw. betrifft, da sind Abgemahnte dann wirklich selber schuld.

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Samstag, 21. Dezember 2013, 11:26

HA!

Habt ihr das neuste schon gehört?

Redtube hat sich geäußert und gemeldet das die NIEMALS Userdaten oder IP Adressen raus gegeben haben. Das die Kanzlei diese nicht auf legalem Weg erhalten haben kann.

Auch das Gericht das die Adressen zu den IP´s rausgegeben hat kommt sich verarscht vor. Denn dort wurde behauptet das man im Auftrag von Redtube und den dahinter stehenden Produkitonsfirmen arbeitet.

Auf jeden Fall ermittelt jetzt dei Staatsanwaltschaft gegen die Anwaltskanzlei wegen einigen ernstzunehmenden Verbrechen.

Kann eben auch nach hinten los gehen.
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Samstag, 21. Dezember 2013, 17:55

Das Schreiben vom Gericht sprach ja offensichtlich auch von einer Tauschbörse, um die es sich eben nicht handelt. Da haben einige Leute ihre Arbeit schlampig erledigt und sich nicht die Mühe gemacht, zu recherchieren worum es sich eigentlich handelt.
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Samstag, 21. Dezember 2013, 20:28

Da haben wohl einige Anwälte versucht eine Betrugsmasche aufzuziehen. Ob die Richter das sofort hätten merken müssen, lässt sich ohne weitere Infos auch nicht klären.

Dass zum Streaming eine klares Urteil fehlt, steht aber ausser Zweifel.

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