Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: :: Paraportal.org :: Das Forum für Grenzwissenschaften. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

femshep

unregistriert

1

Freitag, 14. November 2014, 14:27

Nachkriegsmärchen

Bezug nehmend auf den 2. Weltkrieg Thread möchte ich hier mal
über etwas debattieren, das etwas kontroverser ist. Vorab möchte
ich allerdings zwei Sachen klar stellen.


  1. Es geht mir nicht darum alle Deutschen zu Verbrechern zu
    machen.

  2. Revisionisten und ähnliche Spinner die meinen jetzt eine
    Plattform für ihren braunen Dung zu finden, mögen bitte einfach
    weiter klicken. Ich kann euch so viel versprechen, ihr würdet euch
    höchstens lächerlich machen.





Also dann fangen wir mal an mit Punkt 1.



These: „Wir haben Glück das das Attentat vom 20. Juni
gescheitert ist“



Recht provokant, ich weiß. Aber sehen wir uns mal die
Hintergründe an. Es fällt mir irgendwie schwer zu glauben das die
Verschwörer alle mehr oder weniger zur selben Zeit Gewissensbisse
bekommen habe, zufälliger Weise auch zu dem Zeitpunkt als der Krieg
offensichtlich verloren war, nämlich 1943. Fakt ist auch das
Stauffenberg einer der Nutznießer der Hitler-Politik war der somit
vier Jahre lang den Krieg mitgetragen hat und die deutschen als
Herrenrasse ansahen. Und auch die Restlichen der Verschwörer
rekrutierte sich aus den selben Kreisen. So bezweifle ich ernsthaft
das es darum ging die Demokratie wieder her zu stellen. Es ging darum
mit Hitler das Hindernis für einen Waffenstillstand aus dem Weg zu
räumen. Doch was wäre passiert wenn es tatsächlich funktioniert
hätte? Hätten sie die Konzentrationslager geöffnet und gesagt
„Nichts für Ungut Jungs.“ Wohl eher nicht. Der selbe
Machtapparat hätte sich weiterhin gehalten, vielleicht wäre sogar
Bormann der nächste Führer geworden. Geändert hätte sich nichts,
außer das vielleicht der Krieg geendet hätte. Somit war es nötig
das Deutschland endgültig militärisch besiegt wurde was zwar noch
einmal viele Tote forderte aber vielleicht die bessere Alternative
wäre als weitere zwanzig bis dreißig Jahre Nationalsozialismus.

Ich denke das man das auch auf Alliierter Seite so gesehen hat,
trotzdem werden diese Leute heute als Gewissensmenschen gefeiert.
Aber wieso eigentlich? Und wieso weiß jeder wer Stauffenberg ist,
aber sicherlich weiß kaum jemand wer Assner, Mylius, Kordt und noch
so einige mehr sind ohne zu googlen. Obwohl sie alle das selbe getan
haben, zum Teil sogar als Selbstmordattentäter.


Doch im Zuge des kalten Krieges und der Wiederbewaffnung brauchte
man eine militärische Tradition auf die man zurück greifen konnte.
Im Osten berief man sich auf den kommunistischen Widerstand und das
NKWD (auch wenn das wohl nicht unbedingt Kommunisten waren) berufen.
Das konnte man natürlich im Westen nicht. Und so wurde die Wehrmacht
zur sauberen Armee erklärt und Stauffenberg wurde ihre
Galleonsfigur. Zwar hat sich der erste Mythos langsam gelegt, aber
Stauffenberg wird noch immer als Held gefeiert. Vielleicht doch nicht
ganz zu Recht.


Bezug nehmen darauf gleich die zweite These.

„Es war ein großer Zaubertrick alle Nazis auf einmal
verschwinden zu lassen.“



Wir kennen ja sicherlich die alten Geschichten. Als die Alliierten
in Deutschland einrückten, gab es keine Nazis mehr. Niemand war
dabei gewesen und keiner hatte irgendetwas gewusst. Fakt ist aber das
vor allem die Bildungselite welche überlebt hatte sich durchaus
zumindest mit dem System arrangiert hatte. Das stellte die Westmächte
vor ein paar Probleme (im Osten hatte es man da einfacher da man
einfach eine Diktatur durch die andere ersetzt hatte. Deshalb ging es
dort auch zunächst besser voran aber dazu später mehr in einem
anderen Thread, wenn der hier gut läuft und nicht von irgendwelchen
Braunhemden gehijacked wird. In der BRD konnte man aber nicht
irgendeinen dahergelaufenen Dachdecker zum Kanzler machen), denn ohne
Akademiker kann man schlechterdings ein demokratisches System
aufbauen. Sie können ja nicht nur Willy Brandt aufstellen und die
meisten anderen Akademiker, welche den Krieg überlebt hatten, waren
entweder tot oder dauerhaft im Ausland. Also startete man den
Entnazifizierungsprozess wo schneller Persilscheine ausgestellt
wurden als man „Heil Hitler“ brüllen konnte. So setzte sich die
CDU zu Beginn fast ausschließlich aus Hitlers Steigbügelhaltern
zusammen und Männer wie Kiesinger konnten Bundeskanzler werden. Als
Paradebeispiel dafür kann sicherlich Albert Speer angesehen werden.
Der musste zwar 20 Jahre absitzen, wurde (und wird) aber noch immer
als der „gute Nazi“ verklärt. Im Film und Fernsehen wird er
immer noch als Mahner dargestellt (vgl. der Untergang oder die Filme
über die Nürnberger Prozesse). Wie das nun bei „Speer und Er“
ist kann ich nicht sagen, da ich mir „Kommisar Rex“ als Hitler
nicht antun wollte. Aber selbst wenn da ein differenzierteres Bild
dargestellt wird, ist das maximal ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Speer wurde, genau wie Stauffenberg dazu genutzt das eigene Gewissen
zu reinigen (wenn er ein guter Nazi war, war ich auch ein guter Nazi)
und gleichzeitig um zu rechtfertigen wieso man den selben Gesellen
die vor ein paar Jahren noch Hitler zugejubelt haben nun die Führung
des deutschen Staates überlasst.


Soweit erstmal die Fakten (meiner Meinung nach) Nun natürlich die
Frage wie das zu bewerten ist. Und das ist recht schwierig. So ungern
ich es auch zugebe, man brauchte und braucht die CDU für ein
pluralistisches Meinungsbild und auch damals zumindest noch die
Bundeswehr. Deshalb bin ich mir nicht sicher ob es die falsche
Entscheidung war die Vergangenheit zu übersehen um die Zukunft zu
sichern. Ob es allerdings komplett richtig war, weiß ich auch nicht.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Einsamer Schütze (14.11.2014), Manetuwak (17.11.2014)

nurliebeheilt

Poltergeist

Beiträge: 15

Registrierungsdatum: 21. November 2014

Danksagungen: 3

  • Private Nachricht senden

2

Freitag, 29. Mai 2015, 23:11

Wow, den ersten Gedankengang zum gesch. Attentat habe ich noch NIE gehört und war zuerst abgeneigt, aber einige ARgumente klingen recht vernünftig, gar nachvollziehbar! WOmöglich konnte der nationalsoz. Geist nur durch eine bedingungslose Kapitulation ausgetrieben werden.

Ähnliche Themen

Social Bookmarks

Counter:

Hits heute: 1 042 | Hits gestern: 3 291 | Hits Tagesrekord: 53 992 | Hits gesamt: 13 420 349 | Gezählt seit: 11. September 2011, 15:03