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Manticor

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Sonntag, 28. Dezember 2014, 16:53

Anzu wyliei - das "Huhn aus der Hölle"

Paläontologen haben im Hell Creek, einer Gesteinsformation, die sich über North und South Dakota erstreckt, die fossilen Überrreste einer neuen Dinosaurierspezies entdeckt. Der Allesfresser (Oviraptor) wurde 1,5 Meter hoch, 3 Meter lang, etwa 300 kg schwer, besaß einen zahnlosen Schnabel, einen Kamm auf dem Kopf und Federn; deshalb sah er vermutlich aus, wie ein Raubsaurier mit einem Hühnerkopf. Aufgrund dieser Tatsache und des Namens des Fundortes gaben ihm die Wissenschaftler den Spitznamen "the chicken from hell", zu Deutsch "das Huhn aus der Hölle":




Seinen Namen enthielt das Tier von einem alten mesopotamischen Vogeldämon namens Anzu und dem dinosaurierbegeisterten Enkel des Museumskurators, Wylie.

Überraschend an diesem Fund ist sowohl, dass Anzu wyliei erst vor etwa 66 Millionen Jahren lebte und somit der jüngste bekannte Oviraptor unter den Dinosauriern ist, als auch, dass Skelette dieser Gruppe von Dinosauriern meist nur in Zentral- und Ostasien gefunden werden. Somit ist Anzu wyliei auch der größte Oviraptor, der je in Nordamerika entdeckt wurde.

Die einzelnen Skelettteile lagen den Paläontologen schon länger vor, allerdings bei verschiedenen Forschern, die zu Beginn vermuteten, jeder hätte Knochen einer anderen Spezies. Zwischen 2006 und 2014 trugen die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse und Fossilien zusammen, sodass in diesem Jahr endlich der neue Dinosaurier beschrieben und die schon lange vermutete Existenz von Oviraptoren in Nordamerika bewiesen werden konnnte.

Quellen:
n-tv
sci-news
Smithsonian

und wer sich die wissenschaftliche Arbeit dazu durchlesen will: Plos One
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Sonntag, 28. Dezember 2014, 20:37

War vermutlich kein besonders effektiver Jäger, oder? Mit seinem zahnlosen Schnabel und den dünnen Hühnerbeinen für nen 300 Kilo schweren Körper.
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Montag, 29. Dezember 2014, 02:13

Soweit ich mich erinnern kann, sollen Oviraptoren ja Nesträuber gewesen sein (bzw. wurde das immer vermutet). Leider sind meine Kenntnisse im Bereich Paläontologie momentan etwas eingerostet. Aber ich denke auch, dass er eher Nesträuber oder Aasfresser war (vielleicht sogar manchmal Pflanzen)
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Montag, 29. Dezember 2014, 04:36

Hallo.

Es wird vermutet das Anzu ein Allesfresser war. Und wie hier schon richtig geschrieben wurde war er möglicherweise auch ein Nesträuber und fraß Eier, darauf deuten vor allem seine Zacken im Schnabel hin. Ich glaube auch in einer Doku mal gesehen zu haben das er kleines Getier fraß. Ein großer Jäger war er angeblich nicht aber seine Hände ermöglichten ihm kleine Beutetiere zu ergreifen.

Mehr fällt mir daweil auch nicht ein. :-) Mich würd aber noch interessieren wie schwer der Dino war?

Lg
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Montag, 29. Dezember 2014, 08:39

300 Kilo, wie gesagt.
Schweine machen das ja ähnlich; ernähren sich zwar omnivor, aber jagen nicht. Aas kommt dann ja auch immer gut. Insekten brachten dem Höllenhuhn vermutlich nicht viel.
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Montag, 29. Dezember 2014, 13:22

Insekten brachten dem Höllenhuhn vermutlich nicht viel.

Och naja, man muss bedenken damals waren auch die Insekten en bisschen größer. Zwar nichtmehr so riesig wie in grauer Vorzeit, aber immernoch mehr als unsere Viecher heute.

Ich würde dem Tier nichtmal unterstellen ein so schlechter Jäger gewesen zu sein. Immerhin gab es in der Erdgeschichte eine Ära in der riesige, zweibeinige Laufvögel die Toppredatoren waren ;)
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Montag, 29. Dezember 2014, 13:46

Gerade mal nachgesehen; Anzu hat in der späten Kreide existiert, in der Zeit sind u.a. auch die ersten Ameisen, Termiten, Schmetterlinge, Motten und Grashüpfer aufgetaucht.
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Dienstag, 30. Dezember 2014, 01:48

Naja, die Ernährungsweise und Schnabelform entspricht der des heutigen Straußes. Ich nehme an, dass er auch entsprechend "gejagt" hat. Durch Abpflücken von Blättern und Insekten und flinkes Aufsammeln von vorbeilaufenden Kleintieren.
Dass er zur Gattung der Oviraptoren gehört, heißt ja nicht zwangsläufig, dass er Eier gefressen hat. Selbst bei der Nominatform der Oviraptoren wird heute die Vorliebe für Eier angezweifelt.
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Dienstag, 30. Dezember 2014, 06:35

Orviraptor (der in der Mongolei/Asien lebte) war kein Nesträuber, da man rausgefunden hatte daß das Nest bei dem das Fossil entdeckt wurde, behütet/bebrütet wurde, da es eigene Eier waren.

Dieser Anzu kann durchaus ein erfolgreicher Jäger gewesen sein, passende Beute gab es durchaus, und mit einen kräftigen Hieb/Tritt töten und runterschlingen dürfte kein Problem sein.

Estebenjo

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Dienstag, 30. Dezember 2014, 13:52

War das nicht dieser Fund mit dem Protoceratops zusammen?
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Mittwoch, 31. Dezember 2014, 08:50

War das nicht dieser Fund mit dem Protoceratops zusammen?


Nein, der Protoceratops wurde durch ein anderes Gelege mit Embryonen oder sogar schlüpfenden Jungtieren bekannt.

Richtig ist natürlich daß beide Arten (Protoceratps und Orviraptor) im selben Habitat lebten.

Orviraptor fand man über ein Gelege, woraus man schlußfolgerte er würde die Eier rauben (daher hatte er auch den Name: Eierräuber heißt Orviraptor übersetzt) nach besseren Rekonstruktionen kam man später zu den Schluß daß er das Nest nicht raubte sondern eher versuchte unter sich zu verbergen.
Also vermutlich eher brüten oder schützen.

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Donnerstag, 1. Januar 2015, 17:12

Ok...aber ich habe so ein Bild im Kopf eine kleine Ceratops Spezies mit einem Raubsaurier zusammen gefunden wurde, die scheinbar beide in dieses Kampf gestorben sind. Die lagen da halt ganz ineinander verknotet :D
Kennt das jemand?
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Manticor

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Donnerstag, 1. Januar 2015, 23:29

Ja, der Fund sagt mir was. Ich glaube aber, es waren ein Protoceratops und ein Velociraptor, die in sich verkeilt in einem Gelege gefunden worden sind.
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Freitag, 2. Januar 2015, 02:57

Ja oder sowas :D Muss ich bei Gelegenheit mal raussuchen
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