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Vivajohn

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16

Mittwoch, 4. Februar 2015, 13:27

Zitat

Hui, jetzt ist mir ganz schwindelig, das ist aber auch ein Thema...:)
Aye! Da hab ich was vom Zaun gerissen!^^

Manetuwak

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17

Mittwoch, 4. Februar 2015, 13:56

Spinnen wir doch den gedanken weiter, an genau diesem Punkt: "Frei fühlt man sich, wenn man tun und lassen kann, was man will!" Betonung bleibt hier auf dem Wörtchen "Will".
Gut. Der Satz ist nicht voll ausformuliert. Also anders :) :
"Frei fühle ich mich, wenn ich tun und lassen kann was ich will, ohne dabei auf irgendwen oder irgendetwas, außer mir selbst, Rücksicht zu nehmen."

Wenn ich jemanden Töten will, bin ich auch frei, das zu tun! Und da kommt die Moral ins Spiel! Es geht nicht darum, dass wir frei sind zu tun, was wir wollen! Es geht darum, dass wir frei sind, dass zu tun, was wir wollen, ohne dabei Konsequenzen anderer tragen zu müssen!
Natürlich. Faktisch und nur vom Punkt der Durchführung des eigenen Willens betrachtet, kann ein jeder tun und lassen was man will. Jo. Was einen davon abhält ist individuell und von Faktoren wie dem eigenen Selbstbild, Planbarkeit, Erziehung, usw. abhängig und natürlich auch von der eigenen moralischen Vorstellung.

Es kommt auf den gefühlten Zustand des Unterdrückten an! Denke man an Phänomen, wie z.B. das Stockholm-Syndrom
Gut. Stimmt wohl. :)

Unterdrückung muss doch nicht zwingend "Aktiv und bewusst" ausgeführt werden... Wenn jemand vor mir und meinen Freunden etwas falsch macht, kann mir vielleicht sowas rausrutschen wie "Jetzt macht er das schon wieder!". Das kann vollständig im Affekt geschehen, also unterbewusst! Es kann eine unterdrückende Wirkung auf das Ziel haben ("Er soll das lassen!")
Es ist aber zumindest aktiv, von mir aus dann eben auch unbewusst. Das lässt sich dennoch auf, in diesem Fall, deine Vorstellungen und Werte zurückführen. Dein Egoismus wird durch den anderen verletzt. Er macht es aus deinen Augen nicht richtig. Das ist für denjenigen aber erstmal bestenfalls zweitrangig, z. B. wenn er dein Azubi ist. Dann steht für ihn unterbewusst natürlich fest, "Mein Meister/Geselle schaut zu. Ich sollte das richtig machen.". Und dennoch hat es nichts mit deiner oder seiner Einstellung zu moralischen Handlungen zu tun.

Wenn ich das nur so laut sage, dass es nur meine Freunde hören, muss das im Moment nicht mal eine unterdrückende Wirkung haben, sondern wirkt passiv in dem Sinne, dass sich die Meinung meiner Kollegen über ihn ändern!
In dem Fall ist es demjenigen doch vollkommen egal, da dies Informationen sind, die ihm nicht zugänglich sind.

Deshalb den einzelnen Menschen innerhalb der Gesellschaft als amoralisch zu betrachten, lehne ich aber ab!
Kannst du ;) , es ist dennoch richtig. Wir alle handeln, um anderen zu gefallen. Weil wir das beigebracht bekommen. Wir bekommen es erzogen. Und nur deswegen funktioniert unsere Gesellschaft. Wir legen Wert auf die Meinung anderer, aber in der Regel nur, weil es uns persönlich irgendwelche Vorzüge bringt. In dem Sinne also, handeln wir alle in höchstem Maße amoralisch, weil wir es genießen anderen in den Hintern zu krabbeln...zumindest bei Vorgesetzte, Eltern, Großelter etc.. Belohnungen usw. was du auch angesprochen hast. Wir sind darauf konditioniert. Egoistischen Handeln bringt einem persönlich eigentlich nicht viel. Womit wir auch bei den von dir erwähnten psychischen Dissonanzen sind.

Man stellt sich die Fähigkeit des Gehirns vor, sich imaginäre Freunde zu projizieren!
Was aber eher für eine gestörte Persönlichkeit hinweist und/oder auf ein schweres Trauma.

Das wollte ich doch damit sagen? :shock: Also der Satz "Das tut man nicht, weil..." ist eine direkte Ableitung/Ausformulierung von "Was du nicht willst, ..."
Gut :mrgreen: , entschuldige. Dann meinen wir das gleiche.

Ich biete dir Aussicht auf Belohnung, z.B. Oder aber ich versuche, dir ein schlechtes Selbstwertgefühl einzureden. Oder aber ich rede dir die Sinnlosigkeit einer möglichen Auflehnung ein... Das alles funktioniert ohne Selbstbeherrschung des unterdrückten Individuums...
Das ist Konditionierung bzw. Erpressung. Aus Sicht des Betroffenen ist das nach gängiger Meinung total unmoralisch. Aus Sicht des anderen ist es die Ausübung von Druck durch entsprechende Mittel und Wege, gesellschaftlich auch nicht gern gesehen und damit amoralisch.
Natürlich muss sich das Individuum dennoch beherrschen. Irgendeinen unangenehmen Konflikt im Innern jener Person löst du damit nämlich aus.

Des Menschen Hang dazu, von anderen anerkennt zu werden, also der Herdentrieb steht aber immer im krassen Kontext zu der Aussage des "vollständigen Egoismus"!
Steht im Gegensatz zum "TOTALEN EGOISMUS", gehört aber gesellschaftlich dazu. Wir reden hier über psychische Effekte von Individuen, sozialen Gruppen, bis hoch zum Staatsgebilde, ich find's nur logisch das dabei Widersprüche zu Tage kommen. Es gibt eben allein schon den Konflikt zwischen meinen persönlichen Wünschen und dem was gesellschaftlich zur Funktion der sozialen Gruppe beiträgt. Das lässt sich nicht in ein paar Zeilen analysieren und ich glaube, den Anspruch sollten wir auch nicht entwickeln.

Ja aber eben, er kommt nie in den Genuss, die Folgen seiner Taten zu "geniessen". Das steht im klaren Widerspruch zu einem voll von "Egoismus" getriebenem Wesens... Die letzte "Bastion" des Egoismus, der Selbserhalt, wird überlistet...
Doch. Während das A****loch den Abzug betätigt. Mit jedem Mal kommt er in höchste Genüße. Er braucht kein "danach". Der Augenblick zählt.
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 14:20

Aber ich sags mal so, wenn du als Kind ein schweres Trauma erlebst, und das Glück hast keinen seelischen Schaden davonzutragen, hat das nichts mit deinem freien Willen zu tun; dein Eingangssatz klang jetzt irgendwie, als würde man wählen ob man in dieser Situation Schaden davonträgt oder nicht. Dem ist ja nicht so.


Nein, so etwas würde ich nie schreiben.
Ich meinte damit, dass man entscheiden kann, ob man anderen Schaden zufügt oder nicht, das zeigt ja das Beispiel, dass es "Psychopathen" gibt, die eben nicht morden. Es bezog sich auf die erwähnten Serienkiller.
Es hat logischerweise nichts mit dem freien Willen zu tun, ob man von einer tragischen und lieblosen Kindheit traumatisiert wird oder nicht, ich glaube auch nicht, dass ich das so geschrieben hab^^.
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 14:33

Spinnen wir doch den gedanken weiter, an genau diesem Punkt: "Frei fühlt man sich, wenn man tun und lassen kann, was man will!" Betonung bleibt hier auf dem Wörtchen "Will". Ein jeder Mensch hat doch nun objektiv betrachtet, tatsächlich die Möglichkeit, das zu tun, was er will! Egal wo, egal wann! Wenn ich jemanden Töten will, bin ich auch frei, das zu tun! Und da kommt die Moral ins Spiel! Es geht nicht darum, dass wir frei sind zu tun, was wir wollen! Es geht darum, dass wir frei sind, dass zu tun, was wir wollen, ohne dabei Konsequenzen anderer tragen zu müssen!

Du meinst dann damit also die Moral anderer? Wenn ich also nach meiner Moral jemanden theoretisch umbringen könnte aber die Moral der anderen mich daran hindert?
Klar, ich könnte Leute umbringen, die mich nerven, aber da ich nicht in den Knast will, lasse ich es besser...meinst Du das?
Also mein Wunsch nach Freiheit hängt an meiner Moral und nicht an der Moral der anderen? Ich glaub langsam verstehe ich was du meinst und dann meinen wir fast das gleiche...irgendwie...ist schön, wenn mans merkt :)
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 14:42

Also mein Wunsch nach Freiheit hängt an meiner Moral und nicht an der Moral der anderen?

Aber dadurch begibst du dich indirekt doch wieder in die Hände anderer, da Moral durch die Gesellschaft konstruiert wird. :denk:
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 14:53

..ja, dass müsste dann eigentlich der Fall sein.
Ich wäre gerne frei, damit ich nach meiner Moral leben kann, bin aber unfrei, weil ich mich an der hiesigen Moral orientieren muss, solange ich darin leben will, muss ich mich und meinen Egoismus unterdrücken..
...ich glaube wir meinen wahrscheinlich alle was ähnliches, nutzen aber andere Worte, oder? ;)
Kinners, dat is aber auch verzwickt ;)..ich glaub ich brauch mal Pause *g
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22

Mittwoch, 4. Februar 2015, 14:57

...ich glaube wir meinen wahrscheinlich alle was ähnliches, nutzen aber andere Worte, oder? ;)

Jo, glaube ich auch.
Wobei ich allerdings dabei bleibe, dass der Mensch, wenn allein und nicht in einer sozialen Gruppe, im Grunde amoralisch ist. Wenn man ganz, ganz ehrlich zu sich selbst ist, könnte man zu dem Schluss kommen. Ich jedenfalls denke das von mir, sobald ich vollkommen alleine bin. Gott bewahre...ich gehe dann nicht auf ekelhafte Websites oder fröhne irgendwelchen perversen Göttern...aber ich fühle mich keiner Moral mehr verpflichtet. Ja. Das will ich damit sagen :D
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 15:17

Zitat

Kannst du ;) , es ist dennoch richtig. Wir alle handeln, um anderen zu gefallen. Weil wir das beigebracht bekommen. Wir bekommen es erzogen. Und nur deswegen funktioniert unsere Gesellschaft. Wir legen Wert auf die Meinung anderer, aber in der Regel nur, weil es uns persönlich irgendwelche Vorzüge bringt. In dem Sinne also, handeln wir alle in höchstem Maße amoralisch, weil wir es genießen anderen in den Hintern zu krabbeln...zumindest bei Vorgesetzte, Eltern, Großelter etc.. Belohnungen usw. was du auch angesprochen hast. Wir sind darauf konditioniert.
Na, altruistisches Handeln bietet durchaus Möglichkeiten, frei von irgendwelchen "Vorzügen" zu handeln. Nicht, weil wir uns für uns persönlich einen bestimmten Vorteil erhoffen(anderen Gefallen), sondern weil wir eine bestimmte Sache nur wegen der Sache an sich tuen wollen! (Intrinsische Motivation)
Der Mensch benötigt nicht mehr immer einen persönlichen Nutzen.


Zitat

Aus Sicht des Betroffenen ist das nach gängiger Meinung total unmoralisch.
Wird aber nicht immer als Unmoralisch empfunden. Man bedenke z.B. Opfer von Mobbing.


Zitat

Doch. Während das A****loch den Abzug betätigt. Mit jedem Mal kommt er in höchste Genüße. Er braucht kein "danach". Der Augenblick zählt.
Colles Beispiel, Danke! :mrgreen: Das funktioniert jetzt genau, nach meinem im Eingangspost verwendeten Logiken. Du baust gegenüber dem A***loch, wie du so schön formulierst, eine künstliche moralische Diskrepanz auf, um zu rechtfertigen! ;)
Stell dir jetzt mal folgendes Szenario vor: Ein Amokläufer überrascht dich und deinen guten Kollegen! Er erschiesst deinen Kollegen vor deinen Augen! Währenddessen kommst du zu einer Waffe. Du hast die Möglichkeit, in zur Strecke zu bringen: Was "fühlst" du in dem Moment, in welchem du den Abzug betätigst? Doch nicht etwa den "Genuss", den du selber beschreibst. ;) Dieser "Genuss" von dem wir hier reden, ist doch nichts weiter als "Rache" oder "Wiedergutmachung". Und damit eingänlich an unsere Moralvorstellung gekoppelt! In diesem Szenario wäre es dir vermutlich sogar egal, wenn du selbst auch noch eine Kugel abkriegst und verblutest... Es geht aber nicht einfach um den "Genuss"... Das ganze ist eng Gekoppelt mit Moral!
Aber nochmal: Inwiefern unterscheidet sich dein Verhalten nun von dem des Amokläufers?
--> Das ist doch am Schluss nur noch dadurch zu entscheiden, welchem Verhalten gegenüber wir mehr Sympathie und mehr moralischem Verständnis gegenüberbringen!

Zitat

Du meinst dann damit also die Moral anderer? Wenn ich also nach meiner Moral jemanden theoretisch umbringen könnte aber die Moral der anderen mich daran hindert?
Klar, ich könnte Leute umbringen, die mich nerven, aber da ich nicht in den Knast will, lasse ich es besser...meinst Du das?
Also mein Wunsch nach Freiheit hängt an meiner Moral und nicht an der Moral der anderen? Ich glaub langsam verstehe ich was du meinst und dann meinen wir fast das gleiche...irgendwie...ist schön, wenn mans merkt :)

Hmm.. Du hast innerhalb deiner moralischen Denkprozesse, über Empathie, auch Zugriff auf die moralischen Denkprozesse anderer. Oft reicht schon der Grundgedanke, man könnte moralisch "negativ" bewertet werden, um eine Tat nicht zu tun. Weitergehende, logische Konsequenzen daraus, ergeben sich meist erst in späteren logischen Denkprozessen, nicht in den initialen, emotional geführten Denkprozessen. Ganz grob gesagt hat der Mensch auch die Tendenz, moralische Denkprozesse zu "assimilieren", wenn sie nicht zu weit der eigenen Entfernt sind. Insofern, ja, ist dein Wunsch nach Freiheit zuerst ein Begriff deiner eigenen Moral, welche aber durch andere auch Fremdbestimmt sein kann! ;)

Vivajohn

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24

Mittwoch, 4. Februar 2015, 15:43

Zitat


Zitat


Zitat von »Kassiopeia«

...ich glaube wir meinen wahrscheinlich alle was ähnliches, nutzen aber andere Worte, oder? ;)
Jo, glaube ich auch.

Ich denke auch, dass wir sehr Nahe sind :mrgreen:

Zitat

Wobei ich allerdings dabei bleibe, dass der Mensch, wenn allein und nicht in einer sozialen Gruppe, im Grunde amoralisch ist. Wenn man ganz, ganz ehrlich zu sich selbst ist, könnte man zu dem Schluss kommen. Ich jedenfalls denke das von mir, sobald ich vollkommen alleine bin. Gott bewahre...ich gehe dann nicht auf ekelhafte Websites oder fröhne irgendwelchen perversen Göttern...aber ich fühle mich keiner Moral mehr verpflichtet. Ja. Das will ich damit sagen :D
Also sind alle Einsiedler unsägliche Egoisten? ;)

Manetuwak

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25

Mittwoch, 4. Februar 2015, 16:26

altruistisches Handeln bietet durchaus Möglichkeiten, frei von irgendwelchen "Vorzügen" zu handeln.
Ist die frage. Ist altruismus nicht ein Mittel zum Zweck?


Der Mensch benötigt nicht mehr immer einen persönlichen Nutzen.

Das ist richtig.
Wird aber nicht immer als Unmoralisch empfunden. Man bedenke z.B. Opfer von Mobbing.
Warum verknüpfst du das immer mit Handlungen im Rahmen einer sozialen Gruppe. Solange du die beibehälst, konstruierst du immer ein Hintergrundrauschen ab gesellschaftlichen (moralischen) Grundeinstellungen.
Du baust gegenüber dem A***loch, wie du so schön formulierst, eine künstliche moralische Diskrepanz auf, um zu rechtfertigen!
Natürlich bin ich nicht frei von Wertung. Ich habe natürlich was dagegen. Aber aus seiner Sicht liegt der Sachverhalt anders. Insofern rechtfertige ich nichts, erst recht nicht die Motivationen oder Taten solcher Menschen. Nietzsche ist hier ein passender Philosoph.
Dieser "Genuss" von dem wir hier reden, ist doch nichts weiter als "Rache" oder "Wiedergutmachung". Und damit eingänlich an unsere Moralvorstellung gekoppelt!
Ist es für einen soziopathen oder Psychopathen auch so. Ich bezweifle das die Figur des Jokers aus dem Film "the dark knight" eine fiktive ist. Es gibt Menschen die auch in diesem Bereich eine perverse Form des altruismus zu tage fördern. Menschen wie jener Joker brauchen keine Anlässe für "Rache" oder "Wiedergutmachung. Wie Alfred auch dort sagte. "manche menschen wollen die Welt einfach nur brennen sehen."
Aber nochmal: Inwiefern unterscheidet sich dein Verhalten nun von dem des Amokläufers?
--> Das ist doch am Schluss nur noch dadurch zu entscheiden, welchem Verhalten gegenüber wir mehr Sympathie und mehr moralischem Verständnis gegenüberbringen!
Nein. In diesem Fall, ich übe Rache für meinen besten freund, ist mir die moralische Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft vollkommen egal. Ich handle erneut aus Egoismus. Mein bester freund wurde mir genommen...
Oft reicht schon der Grundgedanke, man könnte moralisch "negativ" bewertet werden, um eine Tat nicht zu tun. Weitergehende, logische Konsequenzen daraus, ergeben sich meist erst in späteren logischen Denkprozessen, nicht in den initialen, emotional geführten Denkprozessen.
Das meinte ich mit gesellschaftlichem druck.
Also sind alle Einsiedler unsägliche Egoisten?
Im Grunde ja. Sie leben ihr Leben eben anders als der Rest.


Und nur fürs Protokoll. In diesem Zusammenhang hier, bewerte ich Egoismus nicht negativ. Es ist aber die Grundmotivation.
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 19:56

Zitat

Ist die frage. Ist altruismus nicht ein Mittel zum Zweck?
Aus der Perspektive einer objektiven Sicht auf die Gesellschaft, vieleicht. Auf das Individuum betrachtet stehen sich doch Altruismus und Egoismus aber gegenüber...

Zitat

Solange du die beibehälst, konstruierst du immer ein Hintergrundrauschen ab gesellschaftlichen (moralischen) Grundeinstellungen.
éhm... wie meinst du das?

Zitat

Natürlich bin ich nicht frei von Wertung. Ich habe natürlich was dagegen. Aber aus seiner Sicht liegt der Sachverhalt anders. Insofern rechtfertige ich nichts, erst recht nicht die Motivationen oder Taten solcher Menschen.
Ich meine du rechtfertigst damit eine Antipathie gegenüber dieser Person.

Zitat

Ist es für einen soziopathen oder Psychopathen auch so.
Naja, eben... Psychopathen würde nach ganz anderen Masstäben begutachten...

Zitat

Nein. In diesem Fall, ich übe Rache für meinen besten freund, ist mir die moralische Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft vollkommen egal. Ich handle erneut aus Egoismus. Mein bester freund wurde mir genommen...
Hier meine ich eine eher objektiv gesehene Perspektive, oder eine Beobachterrolle


Zitat

Das meinte ich mit gesellschaftlichem druck.
Arrrhhh! Ok, das muss aber nicht zwingend als "Druck" (insbesonder einseitig) ausgelegt werden.... Naja, immerhin besteht da ja eine gegenseitige Wechselwirkung!

Zitat

Im Grunde ja. Sie leben ihr Leben eben anders als der Rest.

Und nur fürs Protokoll. In diesem Zusammenhang hier, bewerte ich Egoismus nicht negativ. Es ist aber die Grundmotivation.
Hmm.. ich bin immer noch nicht überzeugt, ob die volle Reduzierung jeglicher Handlung oder Denkprozesses auf Egoismus richtig ist. Aus diesem Aspekt müsste man jegliche zwischenmenschliche Kooperation auf einen direkt fassbaren gegenseitigen Nutzen reduzieren, um ein geregeltes Zussammenspiel zu optimieren. Und das erscheint mir "falsch". --> Also nicht "falsch" im eigentlichen Sinne, ein "gefühltes Falsch"



Ich merke gerade, dass ich nicht immer in der Lage, meine verschiedenen Perspektiven bei verschiedenen Meinungen richtig rüber zubringen.

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 20:12

Hmm.. ich bin immer noch nicht überzeugt, ob die volle Reduzierung jeglicher Handlung oder Denkprozesses auf Egoismus richtig ist. Aus diesem Aspekt müsste man jegliche zwischenmenschliche Kooperation auf einen direkt fassbaren gegenseitigen Nutzen reduzieren, um ein geregeltes Zussammenspiel zu optimieren. Und das erscheint mir "falsch". --> Also nicht "falsch" im eigentlichen Sinne, ein "gefühltes Falsch"



Ich merke gerade, dass ich nicht immer in der Lage, meine verschiedenen Perspektiven bei verschiedenen Meinungen richtig rüber zubringen.


Vielleicht liegt es daran, dass Egoismus überwiegend negativ belegt ist, wobei grundsätzlich auch Selbsterhaltungstrieb hinzuzählt, sehe ich jedenfalls so. Egomanie ist wieder was anderes...
Jeder ist egoistisch,... suchen wir nicht Paarbeziehungen, damit wir nicht alleine sind? Lieben wir nicht auch, weil wir hoffen, dass man uns auch liebt?Machen wir nicht (auch) Gutes, weil es, wenn auch indirekt "belohnt" wird, oder man sich eine Belohnung (wenn auch nur Karmapunkte^^) erhofft. Ist das nicht egoistisch in einem nicht negativen Sinne?
Wenn man genau überlegt und es zulässt, hat jede zwischenmenschliche Beziehung einen gegenseitigen Nutzen, jedenfalls wenn es eine gesunde Beziehung ist. Sei es freundschaftlich, familiär, romantisch oder gar Geschäftsbeziehungen. Ich sehe da überall den gegenseitigen Nutzen und ich sehe da nichts Schlechtes...wobei oberflächliche Begegnungen mit Fremden (z.B. Türe aufhalten), vielleicht nicht passen...obwohl, vielleicht bekommt man ein "Danke", wobei das heutzutage anscheinend auch nicht mehr zum guten Ton gehört.


Man verfranst sich schnell bei diesen Themen und redet aneinander vorbei ;)
Ich wünsche allseits einen schönen Feierabend...
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 20:58

Zitat

Man verfranst sich schnell bei diesen Themen und redet aneinander vorbei ;)
Hehe, ich stelle gerade fest, dass auch innerhalb der Fachwelt der Begriff des Egoismus sehr umstritten ist... Es gibt durchaus Leute, welche mit Hilfe dieses Begriffes jedwelche Handlung, auch jede Altruistische, auf einen Eigennutzen zurückführen!

Es erklärt mir nun mal nicht die inneren Konflikte, welche innerhalb eines Menschen entstehen. Würde ich ein Konflikt 2er Entscheidungswege immer auf den Egoismus hin auflösen, wäre es völlig egal, wie ich mich entscheide. Es ist mir aber nicht egal! Und der Konflikt bleibt bestehen! Damit kann auch in beiden Entscheidungswegen den Egoismus (zumindest derjenige Anteil, welcher als "Selbsterhalt" auflösbar ist) ebensogut ausblenden. Da wären wir dann wieder in den Problematiken meines Eingangsposts, welche den Aspekt dieses Egoismusteiles nicht berücksichten. (und nicht wollen)

Zitat

Ich wünsche allseits einen schönen Feierabend...
Danke! Das wünsche ich dir auch!

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 21:38

Falls jemand Interesse hat, hier ist ein deutscher Selbsttest zu psychopathischen, antisozialen, narzisstischen und histrionischen Persönlichkeitsstörungen:
http://www.psychotherapiepraxis.at/surve…chopathie.phtml
Wie bei jedem Online-Selbsttest dieser Art sollte man damit vorsichtig sein, aber ich finde ihn recht gut, weil er sehr umfangreich fragt, und auch sehr umfangreich antwortet.
"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

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Donnerstag, 5. Februar 2015, 09:45

Es erklärt mir nun mal nicht die inneren Konflikte, welche innerhalb eines Menschen entstehen. Würde ich ein Konflikt 2er Entscheidungswege immer auf den Egoismus hin auflösen, wäre es völlig egal, wie ich mich entscheide. Es ist mir aber nicht egal! Und der Konflikt bleibt bestehen! Damit kann auch in beiden Entscheidungswegen den Egoismus (zumindest derjenige Anteil, welcher als "Selbsterhalt" auflösbar ist) ebensogut ausblenden. Da wären wir dann wieder in den Problematiken meines Eingangsposts, welche den Aspekt dieses Egoismusteiles nicht berücksichten. (und nicht wollen)


Ich lese gerade das Buch von Frau Benecke "Auf dünnem Eis. Die Psychologie des Bösen"..sie schreibt etwas über die "Kosten" einer Entscheidung, je niedriger die zu erwartenden Kosten (Schuldgefühle etc.), desto eher entscheidet man sich für das mit den geringsten Kosten, am Beispiel mit dem ertrinkenden Kind und den teuren Lederschuhen, bzw. dem Spendenbrief.
Im ersten Beispiel würde wahrscheinlich jeder, der gefragt wird sagen, wenn es um ein ertrinkendes Kind ginge, würde man ins Wasser springen, egal, ob die 500 Euro Schuhe dann Schrott sind; beim Spendenbrief, bei dem es darum gehen soll, Kinder vor dem Verhungern zu retten, fällt die Entscheidung leichter nicht zu spenden, weil die Schuldgefühle weniger groß sind. Kinder sterben dennoch, weil man die 30 Euro lieber für sich selbst ausgeben will.
Sie gibt an, und ich hoffe, ich erinnere mich richtig, dass dies ein evolutionär angelegtes Verhalten ist. Kind retten= Erhalten der Art/Familie (also die direkte Gefahr vor Augen); der Spendenbrief ist quasi "noch nicht angelegt" und daher auch nicht so behaftet mit Schuldgefühlen.
Ich denke, wir sind da wahrscheinlich einfach immernoch und weiterhin sehr auch an Instinkte gebunden und entscheiden auch instinktiv...Keine Ahnung, ob ich dein Problem nun damit getroffen habe? Wahrscheinlich nicht ;)
Ich müsste heute Abend nochmal im Buch nachlesen....
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