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Tina

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16

Dienstag, 31. März 2015, 12:24

Zitat

". Wie geht man mit Piloten um, welche um ihre Flugtauglichkeit fürchten müssen? Wie geht man zukünftig mit dem Tabuthema psychische Erkrankungen um?


Wenn Du mich fragst, gibt es fuer sowas nur eine Loesung:

Bei bestimmten Berufsgruppen muss eingefuehrt werden, dass der behandelnde Arzt direkt an den Arbeitgeber eine Meldung machen muss, ob sein Patient arbeitstauglich ist oder nicht.

Das ist natuerlich auch keine 100%ige Loesung, weil es immer noch genug Leute geben wird, die gar nicht erst zum Arzt gehen, oder es wird Aerzte geben, die die Situation falsch einschaetzen, aber im aktuellen Fall haette es moeglicherweise geholfen!
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Rônin

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17

Dienstag, 31. März 2015, 14:14

Er war arbeitsfähig und wurde auch so eingeschätzt. Was da dann im Inneren schwelt, hat damit ja nichts mehr zu tun und kann auch nicht abgefragt werden.
Aber pardon, das ist auch gut so. Ich will nicht in der Welt leben, in der random Leute freigestellt werden, weil nicht ausgeschlossen ist, dass sie Mordgedanken hegen könnten.
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18

Mittwoch, 1. April 2015, 06:15

Zitat

Er war arbeitsfähig und wurde auch so eingeschätzt.


Was ist mit den Meldungen, dass er Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigungen zerrissen haben soll? Waren die nicht aktuell? Fuer mich klang es so, als waere er krank geschrieben und ist dennoch geflogen.

Zitat

Aber pardon, das ist auch gut so. Ich will nicht in der Welt leben, in der random Leute freigestellt werden, weil nicht ausgeschlossen ist, dass sie Mordgedanken hegen könnten.


So war das auch nicht gemeint. Aber gewisse Berufsgruppen, die grosse Verantwortung tragen, muessten meiner Meinung nach bei psychischen Problemen eher krankgeschrieben werden als andere!
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19

Mittwoch, 1. April 2015, 08:52

Fuer mich klang es so, als waere er krank geschrieben und ist dennoch geflogen.


Ja, habe ich auch so aufgefasst!
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20

Mittwoch, 1. April 2015, 15:00

Er hatte zuvor Krankschreibungen verheimlicht, aber dass er vor diesem Flug eigentlich krankgeschrieben war und den Wisch gar zerrissen hatte, klingt eher nach Überdramatisierung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Germanwings…D.C3.BCsseldorf
Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass mehr und mehr Einzelhändler sich weigern, jetzt noch die Bild zu verkaufen. Angestoßen durch die neuerliche Hexenjagd gegen den Täter, teilweise sogar unter Verwendung der Facebook-Fotos völlig unbeteiligter Personen und der Behauptung dass darauf der Täter zu sehen wäre, ist das ne recht beispiellose Aktion.
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21

Mittwoch, 1. April 2015, 21:49

Zitat

Was ist mit den Meldungen, dass er Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigungen zerrissen haben soll? Waren die nicht aktuell? Fuer mich klang es so, als waere er krank geschrieben und ist dennoch geflogen.
Das hab ich eigentlich so auch mitgekriegt. Die Frage ist hier aber auch, weshalb er krank geschrieben war... das ist meines Wissens bisher noch nicht erklärt worden! Denn die Medien berichteten auch, dass ihm scheinbar eine Netzhautablösung drohte! Vielleicht hatte er eben nur deshalb eine Krankschreibung. Insgesammt waren seine psychischen Störungen möglicherweise gar nicht so schlimm, alleine gesehen. Erst die drohende Netzhautablösung mit dem Wissen, dass er damit durch das nächste Class 1 Medical durchfliegt, brachten ihn vielleicht zum "durchdrehen"...

Keine Ahnung! Aber ja, die Presse ist echt schlimm...

BTW: Hier in der Schweiz gibt es schon länger eine Lockerung des Arztgeheimnisses für den Strassenverkehr. Ein Arzt kann (nicht muss) eine Meldung an das Strassenverkehrsamt abgeben, dass Person xy aufgrund einer Behandlung/Erkrankung möglicherweise nicht mehr fahrtauglich ist. Faszinierenderweise existiert diese Lockerung nicht im Luftfahrtbereich. Aber das dürfte sowieso zum bürokratischen Horror werden: Was passiert, wenn ein schweizer Pilot, welcher in der Schweiz zugelassen ist, nur von einem deutschen Flughafen aus fliegt, bei einer irischen Fluggesellschaft, welche ihre Arbeitsverträge über eine englische Zweitfirma abwickelt? Wer wird nun also genau informiert? :?


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22

Samstag, 4. April 2015, 11:38

Zitat

Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass mehr und mehr Einzelhändler sich weigern, jetzt noch die Bild zu verkaufen. Angestoßen durch die neuerliche Hexenjagd gegen den Täter, teilweise sogar unter Verwendung der Facebook-Fotos völlig unbeteiligter Personen und der Behauptung dass darauf der Täter zu sehen wäre, ist das ne recht beispiellose Aktion.


Sehr guter Input - nicht ganz beispielslos aber fast. Die englische "SUN" hatte nach dem Stadiondrama von Hillsborough im englischen Sheffield einen schweren Stand (wie ich meine zu Recht). Die Sun startete damals eine Hetzkampagne gegen die Liverpooler Fans (welche ja selber betroffen waren) und die Polizei und Behörden vertuschten einiges. Es wurde unter anderem behauptet, dass die Fans auf die Toten uriniert hätten und andere Unsinnigkeiten. Bis heute kämpfen die Angehörigen für Gerechtigkeit. Erst vor ein paar Jahren wurde eine halbbatzige Entschuldigung publiziert. Die Sun wird dort trotzdem auf Ewig gemieden werden. Der Bevölkerungszusammenhalt in dieser eher "ärmeren" Arbeiterstadt ist unglaublich. Ich war selber im letzten Jahr dort und war beeindruckt von dieser Geschichte. Teilweise wird die Zeitung übrigens nicht mal an den Kiosken verkauft obwohl sie eine "Institution" wie die Bild ist und viele Leser erreichen könnte. Dieser Fall macht sehr deutlich, wie viel Unsinn die Presse verbreiten kann und wie fatal dies für die Betroffenen sein kann.Quelle

Zitat

BTW: Hier in der Schweiz gibt es schon länger eine Lockerung des Arztgeheimnisses für den Strassenverkehr. Ein Arzt kann (nicht muss) eine Meldung an das Strassenverkehrsamt abgeben, dass Person xy aufgrund einer Behandlung/Erkrankung möglicherweise nicht mehr fahrtauglich ist.


Hast du dazu eine Quelle? Gilt das nur für die Berufsfahrer? Ich habe ja auch einen Fahrausweis (seit ich 18 bin) und habe mit ungefähr 21/22 eine Sehstörung bekommen. Ohne Sehhilfe sehe ich keinen Meter weit. Dies wurde aber bis heute nicht im Strassenverkehrsamt gemeldet (müsste ja bei einer Neu-Beantragung des Führerscheins auf dem Ausweis erwähnt sein). Und dies obwohl ich mehrmals bei Augenärzten zur Abklärung war.
"Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
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23

Montag, 6. April 2015, 15:42

Zitat

Hast du dazu eine Quelle? Gilt das nur für die Berufsfahrer? Ich habe ja auch einen Fahrausweis (seit ich 18 bin) und habe mit ungefähr 21/22 eine Sehstörung bekommen. Ohne Sehhilfe sehe ich keinen Meter weit. Dies wurde aber bis heute nicht im Strassenverkehrsamt gemeldet (müsste ja bei einer Neu-Beantragung des Führerscheins auf dem Ausweis erwähnt sein). Und dies obwohl ich mehrmals bei Augenärzten zur Abklärung war.
Ja, hier mal ein z.B. ein Artikel vom kTipp . Dann hier ein Dokument des Bundes: Ein Leitfaden für die Bearbeitung von Personendaten im medizinischen Bereich . In dem Leitfaden gehts ab Seite 17 um die "Bekanntgabe von Gesundheitsdaten an Dritte", auf Seite 19 dann explizit um die Fahruntauglichkeit. Soweit ich das mitbekommen habe, ist die Praxis der Weitergabe vor allem bei den Spitälern gang und gäbe... Bei Spezialisten und privaten Praxen kommts schwer auf den Arzt an. Das ist also nicht nur für Berufsfahrer! Wahrscheinlich hattest du Glück und bist da rum gekommen! Wenn du heute zu einem Arzt gehst, zeigst du dem ja nicht deinen Führerausweis und dann geht der dann ja davon aus, dass du das schon lange hast und deshalb sowieso nur mit Sehhilfe fahren darfst... Sowieso gehts ja bei dir nur darum, wie du fahren kannst, nicht, ob du fahren kannst. Es wird vorwiegend bei Einlieferungen mit schwerwiegendem Hintergrund getan: epileptischer Anfall, Schlaganfall, Herzinfarkt, etc...

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Donnerstag, 11. Juni 2015, 09:35

So, noch ein kleines Update hierzu
Seit etwas längerer Zeit ist ein offizieller Zwischenbericht erschienen (Prelimenary Report). Den englischen gibt es hier , wen es interessiert.

Einige interessante Feststellungen:
1. Bereits beim Hinflug verliess der Captain einmal das Cockpit. Der Copilot wurde während dieser Zeit von der Flugüberwachung in den Sinkflug auf 35'000 ft gelotst. Rund 20 Sekunden (Nachdem er auf die Zielhöhe auf 35'000 ft einstellte) später hat er dann den Autopiloten auf 100 ft gestellt (Minimumeinstellung) ... Scheinbar verwarf der Copilot die Idee allerdings kurze Zeit später und stellte ihn zunächst auf 49'000 ft (Maximumeinstellung) und gleich wieder auf 35'000 ft. Er scheint hier bereits mit dem Gedanken gespielt zu haben, hat ihn dann aber wieder verworfen.

2. Kurz vor dem Aufprall registrierte der Flight Recorder einen manuellen Steuerinput des Copiloten, welcher aber zu schwach war, um den Autopiloten zu deaktivieren.


mfg Vivajohn

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