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Knurzhart

Geisterjäger

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1

Mittwoch, 13. Januar 2016, 00:25

Gender-Mainstreaming in der Sexualpädagogik

Hallo liebe Leute,

Ich habe so ein Thema nicht gefunden aber mich würde interessieren, was ihr dazu zu sagen habt.

Um konkrete Fragestellungen vorzugeben, falls jemand Bedarf an so etwas hat:

Was haltet ihr von Gender Mainstreaming im Allgemeinen?

Haltet ihr eine möglichst frühe sexuelle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen für sinnvoll oder ist das einer individuellen Entfaltung des Kindes eher abträglich?
Den Bezug zum Gender als soziale Identität würde mich im Besonderen interessieren, welche Meinung ihr da vertretet.

Was haltet ihr vom Christopher Street Day?

Ich werde später antworten, wenn ich mir eine Meinung gebildet habe, die ich vertreten kann!

Tina

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 09:55

Um ganz ehrlich zu sein musste ich mich jetzt erstmal schlau machen, was "Gender Mainstreaming" ueberhaupt genau ist, und wenn ich ehrlich sein soll halte ich es fuer so gut wie unmoeglich und auch ein klein wenig ueberfluessig! Das ist ja wie der Blick in die Glaskugel! "Was koennte denn schiefgehen fuer Maenner, fuer Frauen?" Hallo? Problempraevention in allen Ehren, aber das geht mir dann doch ein wenig zu weit, zumal mir das zur Gleichstellung eher ein wenig kontraproduktiv vorkommt, wenn ich das Stadtplanungsbeispiel fuer Wien lese. Wieso ist es "frauengerechtes Wohnen", wenn die Wohnung in Rufweite zu Kinderspielzonen sind. Gibt's keine Maenner, die die Kinder erziehen?

Zitat

Haltet ihr eine möglichst frühe sexuelle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen für sinnvoll oder ist das einer individuellen Entfaltung des Kindes eher abträglich?


Sexuelle Aufklaerung sollte sich nach den Beduerfnissen des Kindes richten. Wenn es fragt, sollte man keinen Bloedsinn vom Klapperstorch erzaehlen. Wenn es nicht fragt, sollte man ihm die Aufklaerung nicht aufdraengen.

Zitat

Den Bezug zum Gender als soziale Identität würde mich im Besonderen interessieren, welche Meinung ihr da vertretet.


Bevor ich mich dazu aeussere haette ich gerne etwas genauer erlaeutert, was Du mit "Gender als soziale Identitaet" meinst.

Zitat

Was haltet ihr vom Christopher Street Day?


Best Party ever!
Tina

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Corvus Corax (13.01.2016)

Mandukya

unregistriert

3

Mittwoch, 13. Januar 2016, 12:40

Hier meine Meinung, obwohl ich mich noch nicht sehr eingehend damit
beschäftigt habe. Bei meiner zugegeben kurzen Recherche kam
folgendes haraus.

Soweit ich das verstanden habe geht es darum, dass in der
Vergangenheit Mädchen im Kindergarten und in der Schule besonders
gefördert wurden, weil sie benachteiligt waren und deshalb
schlechtere Noten als die Jungs hatten. Das hat zwar in dem Sinn
gewirkt, dass die Mädchen dann tatsächlich bessere Noten bekamen als vorher,
aber die Jungs wurden immer schlechter. Nicht nur von den Noten,
sondern auch von den Verhaltensauffälligkeiten. Also sagten die
Pädagogen, es darf nicht sein, dass nun die Jungs einseitig
benachteiligt werden. Man überlegte, wie man das wieder ändern
könnte und kam zu der Meinung, Mädchen und Jungs müssten völlig
gleich behandelt werden. Zu dem Zweck bildete man mehr männliche
Erzieher aus, damit auch Jungs wieder ein geschlechtsspezifisches
Vorbild haben. Sie sollten auch wieder raufen dürfen ohne dass
sofort eine weibliche Erzieherin dazwischen geht und die Jungs
maßregelt. Statt dessen sollte ein männlicher Erzieher daneben
stehen und einfach nur aufpassen, dass die Rangelei nicht ausartet.
So sollten die Jungs in Zukunft selbst ihre Rangordung in der Gruppe
festlegen. Aber dann sind wir doch wieder bei genau den alten
Zuständen wie sie schon immer waren. Mädchen sind lieb und Jungs
müssen auch mal handfest streiten um sich aufs Leben vorzubereiten
damit aus ihnen keine Versager werden. Aber wie gesagt, ich habe
mich gerade eben kurz ins Thema eingelesen. Ein bißchen komplexer
als in den Zeitungsartikeln geschildert sollte das Konzept schon sein.

Was die frühe sexuelle Aufklärung betrifft würde ich sagen, dass
man sich nach den Bedürfnissen der Kinder richten soll, wobei das in
der Schule wohl so individuell nicht möglich ist. Da gibt es den
Lehrplan und daran muss der Lehrer sich dann halten. Während
meiner Schulzeit hatten wir mit 14 Aufklärungsunterricht, das fand
ich in Ordnung. Aber das war 1974, seitdem ist viel Wasser die
Weser runtergeflossen wie man hier sagt. Da ich keine Kinder habe
weiß ich nicht, ob das heutzutage immer noch angebracht oder
bereits zu spät ist.

CSD ist okay, auch als Mahnung an Diskriminierung, nicht nur zum
feiern.

Den allgemeinen Gender-Mainstream wie ich ihn in der Verkörperung
von Conchita Wurst sehe finde ich übertrieben. Der gerade
verstorbene David Bowie hat das Spiel mit den Identitäten zwar zur
Kunstform erhoben, und nicht nur er, und auch jemand der außerhalb
des Rampenlichtes steht soll sich sexuell so orientieren wie er
möchte ohne dadurch Nachteile zu haben, aber im Moment kommt es
mir so vor, als wenn man/frau sich dafür rechtferigen muss ganz
normal und durchschnittlich zu sein. Das kann natürlich daran liegen,
dass sich eine Minderheit nun erstmal outet um öffentlich anerkannt
zu werden. Aber mich nervt es halt. Vor allem wenn Conchita Wurst in
einem Interview sagt, dass er/sie sich in so unbequeme Korsetts
zwängen muss um so schicke Kleider tragen zu können, dass er/sie
das nur mit Schmerzmitteln erträgt. Das kommt mir dann doch
ziemlich hohl vor.

Bezug zum Gender als soziale Identität? Meinst Du damit, wie sehr
das Geschlecht die soziale Identität beeinflusst? Ich kann da nur von
mir sprechen. Trotz aller Gleichberechtigung fühlte ich mit in erster
Linie als Frau und nicht als Neutrum oder eine "geschlechtliche
Doppelnatur". Und das finde ich für mich auch gut so. An dieser
Stelle möchte ich nochmal auf die Kindererziehung zurückkommen.
Ich glaube, man kann Kinder so erziehen, dass sie erstmal klare
Orientierungsregeln bekommen, was für Kinder wichtig ist, ohne sie
dabei fest auf ein bestimmtes geschlechtsspezifisches soziales
Rollenverhalten festzulegen. Ich bin zwar kein Pädagoge und kann
kein Konzept dafür vorlegen, aber ich denke, wenn man entspannt
daran geht, dann dürfte das kein Problem sein. Vor allem müsste man
dazu auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen. Es gibt
lebhafte Mädchen und schüchterne Jungs. Wenn nun im Kindergarten
2 Jungs oder ein Junge und ein Mädchen oder 2 Mädchen miteinander
raufen, müsste das lebhaftere Kind gebremst und das schüchterne
Kind ermutigt werden, unabhängig vom Geschlecht.

Soweit meine laienhafte unausgereifte Meinung.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mandukya« (13. Januar 2016, 13:20)


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Knurzhart (13.01.2016)

Knurzhart

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 13:16

Soweit ich das bis dato richtig verstanden habe, gibt es neben dem biologischen Geschlecht, das im Normalfall eindeutig ist, auch ein soziales Geschlecht oder Identität, also als was man sich fühlt. Meine Frage dazu: Inwieweit macht es Sinn, Kinder und Jugendliche mit dieser Sache zu konfrontieren und es ihnen beizubringen, dass Mann nicht unbedingt gleich Mann ist und vice versa bezüglich der Frau oder ob es besser ist, sie ihre eigenen Erfahrungen diesbezüglich machen zu lassen und worin die Ursache zu finden ist, als welches Geschlecht man sich identifiziert.

Zu dem Punkt habe ich eine eindeutige Meinung. Ich halte eine sexuelle Aufklärung für wichtig. Die sollte aber primär im Elternhaus erfolgen. Für die Fälle, in denen die Eltern dem nicht nachkommen, sollte die schulische Sexualaufklärung mit der Pubertät, also dann, wenn es Zeit wird, zu beginnen. Vorher halte ich es für nicht allzu sinnvoll, da erst ab dem genannten Zeitpunkt eine sexuelle Orientierung und ein gesteigertes Interesse in sexuellen Kontakten besteht. Damit meine ich jetzt tiefergehende sexuelle Kontakte, dass Mann einen Penis und die Frau eine Vagina hat ist vollkommen natürlich und offensichtlich, das schadet keinem Kind wenn man es ihnen sagt, falls sie fragen. Dasselbe gilt für, wo die Kinder herkommen oder sowas halt. Genauso halte ich vermittelte Stereotype über Mann und Frau für sehr schädlich. Zum Beispiel, Männer müssen hart sein, dürfen keine Gefühle zeigen, Jungs spielen nicht mit Puppen usw und für Frauen, entsprechend, dass sie sensibler sind, Frauen sorgen für das Kind usw. Das sind einfach Verallgemeinerungen die so nicht richtig sind.

Ich glaube, dass es geschlechterspezifische Unterschiede gibt. Offensichtlich. Durch die genetischen Unterschiede folgen auch hormonelle und anatomische Unterschiede, die sich in einer unter anderem anderen Gehirnstruktur ausprägen. Diese genetische Präposition ist aber nur tendenziell und das jeweilige Spektrum der Geschlechter überlappt sich weitgehend. Daher halte ich es für falsch zu sagen, Mann ist so und Frau ist so. Zwingt man dem Kind ein Geschlecht auf, entstehen Konflikte, die sich später negativ ausprägen könnten. Eine vollkommene unisexuelle Erziehung erachte ich aber auch als falsch. Die Erziehung sollte sich nicht nach dem Geschlecht des Kindes richten, sondern nach seinen Interessen. Wenn die eigene Tochter also nur mit Bagger spielen will, sollte man sie lassen und nicht krampfhaft versuchen sie mit Puppen spielen zu lassen. Man kann es anbieten aber es sollte keinesfalls erzwungen werden.

Sollte man jetzt Kindern frühzeitig beibringen, was es alles für Gender (im sozialen Sinne) gibt, führt das nur zu Verwirrung und Problemen. Die Kinder wären verunsichert und würden wieder mit Stereotypen konfrontiert.
Fühlt es sich als Junge sehr feminin würde ihm vermittelt, es sei falsch, es wäre kein richtiger Mann, sondern irgendwas anderes nur nicht männlich. Das führt meiner Meinung nach zu Konflikten im Kind und damit wieder zu Problemen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Knurzhart« (13. Januar 2016, 13:52)


Mandukya

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5

Mittwoch, 13. Januar 2016, 13:24

@ Knurzhart
Was ich in meinem letzten Absatz vor dem Schlusssatz rüberzubringen versucht habe, deckt sich inhaltlich mit dem, was Du geschrieben hast. Bloß hast Du es besser und differenzierter ausgedrückt als ich.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mandukya« (13. Januar 2016, 13:30)


Knurzhart

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 13:26

Als ich anfing den Beitrag zu schreiben, war deiner noch nicht da. Es können also durchaus inhaltliche Dopplungen vorkommen. ^^

Mandukya

unregistriert

7

Mittwoch, 13. Januar 2016, 13:32

@ Knurzhart
An Dopplungen habe ich gar nicht gedacht, ich habe mich einfach nur gefreut, dass ich bei Dir meine eigenen Gedanken nochmal in besserer Form und ausführlicher nachlesen konnte.

Tina

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:11

Zitat

Soweit ich das verstanden habe geht es darum, dass in der
Vergangenheit Mädchen im Kindergarten und in der Schule besonders
gefördert wurden, weil sie benachteiligt waren und deshalb
schlechtere Noten als die Jungs hatten. Das hat zwar in dem Sinn
gewirkt, dass die Mädchen dann tatsächlich bessere Noten bekamen als vorher,
aber die Jungs wurden immer schlechter


Hae, was? :) In welchem Jahrhundert soll das so gewesen sein?

Zitat

Meine Frage dazu: Inwieweit macht es Sinn, Kinder und Jugendliche mit dieser Sache zu konfrontieren und es ihnen beizubringen, dass Mann nicht unbedingt gleich Mann ist und vice versa bezüglich der Frau oder ob es besser ist, sie ihre eigenen Erfahrungen diesbezüglich machen zu lassen und worin die Ursache zu finden ist, als welches Geschlecht man sich identifiziert.


Das Erwachsene immer so kompliziert denken in Dingen, die fuer Kinder ganz einfach und selbstverstaendlich sind! Was soll man ihnen da beibringen? Es reicht voll und ganz aus, nicht auszurasten, wenn Max mit Puppen spielen will, sich an Karneval als Prinzessin verkleiden moechte oder Pink liebt. Es reicht vollkommen, Kindern keine Rollenklischees beizubringen ("Sowas macht ein Maedchen/Junge nicht"), sondern sie einfach so sein zu lassen wie sie sind!

Ist im Grund ja das, was Du selbst auch schon gesagt hast.
Tina

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:16

@ Tina

Genau darum geht es mir auch. In meiner Empfindung und die ist subjektiv, spielt das Thema in der Gesellschaft eine immer größere Rolle, die sich schrittweise auch auf die Kinder beziehungsweise auf deren Erziehung ausweitet. Meiner Meinung nach ein Schritt in die falsche Richtung.

Schneemännchen

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:25

ich finde Gleichberechtigung muss in der Gesellschaft anfangen, also von unten nach oben! Nicht von der Regierung mit Gesetzen erzwungen werden.
Was nützen Gesetze, die eh schwachsinnig sind, wenn in der Gesellschaft immer noch eine Frau, wenn sie sich sexuell gleich verhält wie ein Mann die totale Schlampe ist,
während er zum Helden erkoren wird?
Oder wenn ein Mann der beschliesst Hausmann zu sein, in der Kneipe der Weichling ist? Solange wir dies nicht aus dem Kopf bekommen finde ich, nützen alle Gesetze nichts.
Solange ich nicht Ernst genommen werde als Fussball Fan, nur weil ich mit einem Trikot von Turbine Potsdamm herumlaufe, und man dann denkt, der hat keine Ahnung von Fussball,
nur weil ich Frauenfussball dem Männerfussball vorziehe, kann man nicht von Gleichberechtigung sprechen.
Und das kann man auch nicht mit Gesetzen ändern, sowas muss wie gesagt von unten nach oben passieren. Vom Volk muss das kommen.
Da nützten solche Aufklärungssachen in der Schule auch nicht viel. Denn was nützt es einem Mädchen in der Schule zu sagen, du kannst alles werden was ein Mann werden will, wenn sie
dann in der Gesellschaft für die gleiche Leistung nicht die gleiche Anerkennung bekommt wie ein Mann? Selbst wenn sie gleich viel Geld verdient, es muss doch auch die Anerkennung
die gleiche sein.
Es ist doch so, dass wir alle denken, unsere Sicht der Welt sei die richtige.
Obwohl es Menschen gibt, die genau das Gegenteil von uns sehen und fühlen, leben sie trotzdem ein gutes Leben.
Ich denke, jeder hat Recht, wir stehen alle nur an verschiedenen Ausgangspunkten und sehen daher eine ganz andere Sicht
der Welt, und der Geschehnisse.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schneemännchen« (13. Januar 2016, 14:30)


Knurzhart

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Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:29

Nur ist es unsagbar schwierig vorgefestigte Meinungen zu verändern. Vor allem wenn sie schon ein Leben lang erlernt und vorgelebt wurden. Ohne einen äußeren Anreiz wird das kaum geschehen.

Farbwechsel

Schrödingers Pony

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12

Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:36

Was haltet ihr von Gender Mainstreaming im Allgemeinen?


Allgemein finde ich es sinnvoll, sich bewusst zu machen, welche gesellschaftlichen Rollen Männer und Frauen in der Gesellschaft einnehmen können oder sollen. Ich halte es auch für sinnvoll, Jugendliche dahingehend zu sensibilisieren.

Zitat

Haltet ihr eine möglichst frühe sexuelle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen für sinnvoll oder ist das einer individuellen Entfaltung des Kindes eher abträglich?
Den Bezug zum Gender als soziale Identität würde mich im Besonderen interessieren, welche Meinung ihr da vertretet.


Ich weiß nicht, was daran nicht sinnvoll sein soll. Auch heutzutage gibt es noch viele Kinder, die nicht von ihren Eltern aufgeklärt wurden. Ich selbst wurde in der 3. Klasse aufgeklärt, da gab es auch schon ein Mädchen, das bereits ihre Periode hatte. Wenn die Kinder geistig in der Lage sind, es zu verstehen, halte ich das durchaus für sinnvoll. Die Kinder haben da auch eine ganz natürliche Neugier, was das angeht.
Auch die Kinder mit dem, was einen Mann und eine Frau ausmacht, zu konfrontieren, halte ich für sinnvoll. Ich hatte in der Grundschule, in der ich arbeite, den Fall, dass ein Junge sehr lange Haare hatte und auch gerne etwas weiblicher unterwegs war. Teilweise wurde er dadurch (sogar von den Lehrern) blöd angemacht. Wieso nicht solche Verhaltensweisen thematisieren?

Zitat

Was haltet ihr vom Christopher Street Day?


Mir persönlich ist es zu bunt da, aber allgemein finde ich das eine feine Sache.
I always let my imagination run away from me! Then it comes back... with cake!

Schneemännchen

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13

Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:44

mir fällt da ein Beispiel ein, Lara Gut hatte die Schiabfahrt gewonnen, und hat dann auf Facebook ein Bild von sich gepostet, in Unterwäsche. Sie wollte zeigen, wie stolz sie auf ihre Beine ist, die ihr den Sieg gebracht haben. Ich hab dann drunter kommentiert, wie schön ihre Beine sind.
Die nachträglichen Beiträge waren dann mehr so in die Richtung, woow zischen diesen Beinen möchte ich auch mal etwas stecken.
Und da ging mir ein Licht auf, solange Männer Frauen immer nur sofort in die eine Ecke stecken, und eine Frau wenn sie so ein Bild postet sofort zum Sex objekt wird, wird sich nichts ändern.
Aber ist nicht nur ein Fehler von den Männern, den die Frauen meinten, man müsse sich nicht so darstellen. Wieso nicht? Wieso darf eine Frau nicht ihre Beine zeigen, wenn sie damit etwas Aussergewöhnliches geleistet hat? Ich denke bei einem Mann wäre sowas kein Problem gewesen.
Da wird die Frau egal wie viel sie leistet nie Anerkennung für das bekommen was sie leistet, sondern immer nur in die eine Ecke gedrängt.
Und wie gesagt, ich denke nicht dass man sowas in der Schule ändern kann. Da muss man schon in der Werbung und eben im Sozialen Umfeld beginnen.
Ich hab mir geschworen, zu versuchen nächstes mal die Leistung anzuerkennen und nicht zu schreiben wie schön die Beine sind. Fängt ja bei mir an.
Ich kann ja da etwas ändern, indem ich die Leistung einer Frau anerkenne und nicht nur die Schönheit ihrer Beine. Das ist zwar viel Arbeit, aber nur so funktioniert es. Denke ich.
Es ist doch so, dass wir alle denken, unsere Sicht der Welt sei die richtige.
Obwohl es Menschen gibt, die genau das Gegenteil von uns sehen und fühlen, leben sie trotzdem ein gutes Leben.
Ich denke, jeder hat Recht, wir stehen alle nur an verschiedenen Ausgangspunkten und sehen daher eine ganz andere Sicht
der Welt, und der Geschehnisse.

Mandukya

unregistriert

14

Mittwoch, 13. Januar 2016, 14:47

@ Tina
Die Erklärung was Gender-Mainstream eigentlich ist habe ich auf www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html und den dort angegebenen Links gelesen.

@ Schneemännchen
Gesetzesänderungen können auch ein Umdenken bewirken. Bei Deinem Beispiel von einer Frau die sich sexuell offensiv verhält war es früher so, dass sie vom Gericht automatisch eine Mitschuld wenn nicht sogar die alleinige Schuld bekam. Das war ein Freibrief für Sexismus. Dann wurden die Gesetze geändert, Strafe drohte und daraus entstand ein Umdenken. Mit der Gesetzesänderung allein ist es natürlich nicht getan. Das von Dir geforderte Umdenken von unten muss Hand in Hand mit den Gesetzesänderungen gehen. Beides ist gleich wichtig. Deine Einstellung zu den Beinen von Lara Gut find ich - gut.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Mandukya« (13. Januar 2016, 15:05)


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Mittwoch, 13. Januar 2016, 15:13

@ Farbwechsel

Zitat

Auch die Kinder mit dem, was einen Mann und eine Frau ausmacht, zu konfrontieren, halte ich für sinnvoll. Ich hatte in der Grundschule, in der ich arbeite, den Fall, dass ein Junge sehr lange Haare hatte und auch gerne etwas weiblicher unterwegs war. Teilweise wurde er dadurch (sogar von den Lehrern) blöd angemacht. Wieso nicht solche Verhaltensweisen thematisieren?

Inwiefern ist das sinnvoll? Führt nicht gerade die Definition von Mann und Frau, auf Grundlage von stereotypischen Merkmalen, die erstmal gar nichts mit dem Geschlecht zu tun haben, zu dem Problem?
Ich möchte das ganz klar von der sexuellen, biologischen Aufklärung abgrenzen.

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