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Knurzhart

Geisterjäger

  • »Knurzhart« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 15. März 2016, 18:55

Libertarismus; die Lösung oder doch der Stechschritt in den Abgrund?

Hallo liebe Leute,

seit längerem höre ich, dass der Libertarismus die Antwort auf die Frage ist, was nach dem momentanen System kommen soll und zu einer Lösung vieler heutiger Probleme führt, namentlich die Ausbeutung der unteren Gesellschaftsschichten durch die staatengedeckte "Elite".

Beim Libertarismus handelt es sich um eine Marktwirtschaft ohne Einflüsse von außen, also dem absoluten freien Markt. Libertaristen sind der Auffassung, dass ohne ein künstliches Eingreifen eines Staates die Wirtschaft sich dahingehend selbst organisiert, sodass jeder glücklich und zufrieden seinem Konsum fröhnen kann, sich ein gewisser Lebensstandard von selbst etabliert. Durch die Privatisierung sämtlicher Institutionen würde sich durch die Konkurrenz zwischen den Anbietern das bestmögliche Angebot für den Verbraucher herauskristallisieren.

Offensichtlich bin ich kein Freund dieser Auffassung aber ich würde gerne von euch hören, inwiefern ihr zum Libertarismus als mögliches System steht und ob ihr vielleicht sogar einige Argumente für oder gegen dieses System aufbringen könnt oder noch andere Vorschläge habt, das bisherige System besser zu machen als es ist.

Ich halte den Libertarismus für keine Lösung, da er ebenfalls auf Zwänge von außen beruht, nämlich dem Geld, woraus sich in mehr oder weniger langen Zeitperioden immer eine Diktatur entwickeln wird. Daher ist es keine Alternative und nicht wert umgesetzt zu werden. Der Ansatzpunkt, den ich suche, um viele Probleme unserer heutigen Welt, zum Beispiel die Ausbeutung der unteren Gesellschaftsschichten, die Zerstörung der Umwelt und viele mehr, zu lösen, ist nur in jedem Einzelnen zu finden. Durch einen Zwang von außen erreicht man Garnichts.

Nun ihr!
"To Paradise, the Arabs say, Satan could never find the way until the peacock let him in." -Charles Godfrey Leland

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Manetuwak (18.03.2016)

Aragon70

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2

Mittwoch, 16. März 2016, 01:40

Ich denke eine Marktwirtschaft ohne jeglichen staatlichen Einfluß, sollte das damit gemeint sein, wird dazu führen das Arbeiter vermehrt ausgebeutet werden, da der Konkurrenzdruck noch viel höher wäre. WIr würden zu den Zeiten der Früh Industrialisierung zurückkommen. 12 Stunden Arbeitstage und kein Urlaub.

Vielleicht könnte es in Kombination mit einem bedingungslosen Grundeinkommen funktionieren. Wenn die Arbeitsbedingungen zu schlecht sind arbeitet eben keiner mehr, also wären die Firmen gezwungen den Arbeitern entsprechende Bedingungen zu liefern damit diese freiwillig arbeiten.

Insbesondere denke ich würde so eine völlige Freiheit der Umwelt mehr schaden als jetzt, da keine Firma mehr in teure Umwelttechnologie investieren würde um noch weiter Kosten zu sparen. Die Erfahrung zeigt auch das den meisten Kunden ein geringer Preis wichtiger ist als das die Firma umweltfreundlich herstellt. Hätte der Staat nicht vorgeschrieben das Autos Katalysatoren haben gäbe es diese bis heute noch nicht, davon bin ich überzeugt. Und mit dem VW Skandal wäre eh schon bewiesen das Firmen alle Tricks versuchen gut dazustehen.

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Tina (16.03.2016), Manetuwak (18.03.2016)

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3

Freitag, 18. März 2016, 05:36

@Knurzhart
Du hast das richtig erkannt, der Libertarismus ist alles, aber keine Lösung !

Hier kann man sich so eine Spinnerpartei mal anschauen:

Zitat


Zitat

In seinem Buch Das Kapitalismus-Komplott beschreibt Janich die wirtschaftswissenschaftliche Österreichische Schule.[21]Darüber hinaus behauptet Janich, dass es mächtige Interessengruppen gäbe, die gegen eine freiheitliche Wirtschaftsordnung im Sinne der Österreichischen Schule opponierten. Er beschreibt, wie diese Interessengruppen Einfluss auf die Medien nehmen, um eine objektive Berichterstattung über bestimmte politische Ereignisse zu verhindern.[22] DieSüddeutsche Zeitung nennt Janich einen „rabiaten Verfechter des Libertarismus“, der Anarchie oder zumindest einen Minimalstaat fordere, auf dass der freie Markt dann auf gespenstische Weise irgendwie eine faire und effiziente Wirtschaftsordnung schaffe. Dieser Überzeugung lasse er viele Behauptungen folgen: etwa wenn er den Mythos der Geldschöpfung als den zentralen Systemfehler des Kapitalismus aufdecke. Während die erste Hälfte des Buches noch als unterhaltsam bewertet wird, wird die zweite Hälfte als im Ansatz gescheiterte Verschwörungstheorie beschrieben. So halte Janich den Leser für naiv und seine Überzeugungen für allgemeingültig. Am Ende bliebe „die These, das kapitalistische System sei ein riesiges Stück Propaganda, mit dem die ‚Weltregierung‘ einer Mafia gleich die Menschen zu beherrschen versucht. Hinter dieser ‚kommunistischen Weltverschwörung‘ verbergen sich angeblich auch die Eugeniker, die Pharmaindustrie, Otto Schily und sogar Angela Merkel.“https://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Jan…ei_der_Vernunft

Wie man aus diesem Artikel entnehmen kann, nimmt die Süddeutsche Zeitung das Buch des Libertären Oliver Janich ziemlich gnadenlos auseinander. Das Buch würde auch gut in den Kopp-Verlag passen. Janich redet von einer "Elite" die den einzelnen Menschen behindern wollen und ihn in ein "Sklavensystem" pressen !

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Geisterjäger

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4

Dienstag, 5. April 2016, 16:05

Das ist ja Anarchie für die Reichen :) Praktisch leben wir bereits in einer solchen Welt. Die globalen Märkte sind nur noch bedingt beeinflussbar und so manche Unternehmen können sich mittlerweile beinahe alles leisten. Passend zum Thema ein Auszug aus dem Interview von Wells mit Stalin.

Zitat

Wells: Aber es gibt doch sehr verschiedene Arten von Kapitalisten. Es gibt Kapitalisten, die nur an den Profit denken, nur daran denken, reich zu werden; aber es gibt auch solche, die bereit sind, Opfer zu bringen. Nehmen Sie z. B. den alten Morgan. Er dachte nur an den Profit; er war einfach ein Parasit der Gesellschaft; er häufte nur Besitz an. Doch nehmen Sie Rockefeller. Er ist ein glänzender Organisator; er hat vorbildlich demonstriert, wie man die Ölförderung organisiert. Oder nehmen Sie Ford. Natürlich ist Ford auf seinen eigenen Nutzen aus. Aber ist er nicht auch ein passionierter Organisator der Rationalisierung in der Produktion von dem Sie lernen? Ich möchte darauf hinweisen, dass sich in letzter Zeit in der Einstellung der englischsprachigen Länder zur UdSSR ein wichtiger Wandel vollzogen hat. Der Grund dafür ist erstens in der Position Japans und in den Ereignissen in Deutschland zu suchen. Aber es gibt daneben noch andere Gründe, die nicht aus der internationalen Politik erwachsen. Es gibt einen tieferen Grund, den nämlich, dass viele Leute die Tatsache erkennen, dass das auf dem Privatprofit basierende System zusammenbricht. Unter diesen Umständen dürfen wir, wie mir scheint, nicht den Antagonismus zwischen den beiden Welten in den Vordergrund stellen, sondern sollten uns bemühen, alle konstruktiven Strömungen, alle konstruktiven Kräfte, soweit eben möglich, auf einer Linie zu vereinen. Ich habe den Eindruck, dass ich weiter links stehe als Sie, Mr. Stalin, ich glaube, das alte System ist seinem Ende näher als Sie glauben.

Stalin: Wenn ich von Kapitalisten spreche, die nur auf Profit, nur auf Reichtum aus sind, will ich damit nicht sagen, dass diese Leute nicht das Geringste wert sind und zu sonst nichts taugen. Viele von ihnen verfügen zweifelsohne über große organisatorische Fähigkeiten, die ich nicht im Traume bestreiten würde. Wir Sowjetmenschen lernen nicht wenig von den Kapitalisten. Und Morgan, den Sie so unvorteilhaft charakterisieren, war unzweifelhaft ein guter, fähiger Organisator. Aber wenn Sie von Leuten sprechen, die willens sind, eine neue Welt zu schaffen, dann werden Sie sie allerdings nicht in den Reihen derer finden, die getreu der Sache des Profits dienen. Wir und sie stehen an zwei entgegengesetzten Polen. Sie haben Ford erwähnt. Natürlich ist er ein fähiger Organisator der Produktion. Aber kennen Sie nicht seine Einstellung zur Arbeiterklasse? Wissen Sie nicht, wie viele Arbeiter er auf die Straße wirft? Der Kapitalist ist an den Profit gekettet, und keine Macht der Welt kann ihn davon losreißen. Der Kapitalismus wird nicht durch Organisatoren der Produktion, nicht durch die technische Intelligenz beseitigt, sondern durch die Arbeiterklasse, weil die ebenerwähnten Schichten keine selbständige Rolle spielen. Der Ingenieur, der Organisator der Produktion arbeitet nicht so, wie er möchte, sondern so, wie er soll, er arbeitet in einer Weise, die den Interessen seines Arbeitgebers dient. Natürlich gibt es Ausnahmen; es gibt Menschen in dieser Schicht, die aus dem Rausch des Kapitalismus erwacht sind. Die technische Intelligenz kann unter bestimmten Bedingungen Wunder vollbringen und der Menschheit große Dienste erweisen. Aber sie kann auch großen Schaden anrichten. Wir Sowjetmenschen haben nicht wenige Erfahrungen mit der technischen Intelligenz. Nach der Oktoberrevolution weigerte sich ein bestimmter Teil der technischen Intelligenz, am Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuarbeiten; er widersetzte sich dieser Aufbauarbeit und sabotierte sie. Wir taten alles, was in unseren Kräften stand, um die technische Intelligenz in diese Aufbauarbeit einzubeziehen; wir versuchten es so und so. Es verging viel Zeit, ehe unsere ausgebildete Intelligenz sich bereit fand, das neue System aktiv zu unterstützen. Heute steht der beste Teil dieser technischen Intelligenz in der vordersten Reihe derer, die die sozialistische Gesellschaft aufbauen. Ausgehend von diesen Erfahrungen sind wir weit davon entfernt, die guten wie die schlechten Seiten der technischen Intelligenz zu unterschätzen; wir wissen, dass sie auf der einen Seite Schaden anrichten, auf der anderen Seite „Wunder“ vollbringen kann. Natürlich stünden die Dinge anders, wenn es möglich wäre, die technische Intelligenz mit einem Schlag der kapitalistischen Welt zu entreißen. Aber das ist Utopie. Gibt es unter der technischen Intelligenz viele, die es wagen würden, mit der bürgerlichen Welt zu brechen und sich für die Errichtung einer neuen Gesellschaft einzusetzen? Glauben Sie, dass es viele solcher Menschen, sagen wir in England oder in Frankreich, gibt? Nein, es sind nur wenige, die bereit wären, sich von ihren Arbeitgebern zu trennen und mit dem Aufbau einer neuen Welt zu beginnen. Außerdem, dürfen wir die Tatsache außer acht lassen, dass man, um die Welt zu verändern, im Besitz der politischen Macht sein muss? Es scheint mir, Mr. Wells, dass Sie die Frage der politischen Macht sehr unterschätzen, dass diese Frage in Ihrer Konzeption überhaupt nicht berücksichtigt ist. Was können diese Menschen auch mit den besten Absichten in der Welt tun, wenn sie nicht in der Lage sind, die Machtfrage zu stellen und selbst nicht im Besitz der Macht sind? Im besten Falle können sie die Klasse, die die Macht ergreift, unterstützen, aber sie können die Welt nicht aus eigener Kraft verändern. Dies kann nur eine große Klasse, die an die Stelle der Kapitalistenklasse tritt und statt ihrer zum souveränen Herrscher wird. Diese Klasse ist die Arbeiterklasse. Natürlich muss man die Hilfe der technischen Intelligenz annehmen; und umgekehrt, muss man ihr helfen. Aber man darf nicht glauben, dass die technische Intelligenz eine selbständige historische Rolle zu spielen vermag. Die Umgestaltung der Welt ist ein großer, komplizierter und mühevoller Prozess. Diese große Aufgabe erfordert eine große Klasse. Nur große Schiffe gehen auf lange Reisen.

Quelle: Stalinwerke
„Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“

„Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“

„Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung".“

Erich Fromm

Sleepy

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5

Dienstag, 5. April 2016, 22:49

Durch die Privatisierung sämtlicher Institutionen würde sich durch die Konkurrenz zwischen den Anbietern das bestmögliche Angebot für den Verbraucher herauskristallisieren.


Das ist die Theorie. In der Praxis dürfte man damit aber lediglich staatliche Monopole in private Monopole verwandeln. Die Markt-Bereiche die von staatlichen Institutionen abgedeckt werden eignen sich in den meisten Fällen nicht für die Art von Wettbewerb zwischen Unternehmen wie sie von der Theorie unterstellt wird.
Was du heute kannst besorgen, ist mit Sicherheit nicht derart wichtig, dass es sich nicht auch verschieben lassen würde!

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