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kleine Hexe

Forenhexe

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Dienstag, 28. Juni 2016, 17:17

Kann freizügige Kleidung der Grund für sexuelle Übergriffe sein?

90%

Nein, das hat damit nichts zu tun (9)

10%

Ich bin nicht sicher, ob ein Zusammenhang besteht (1)

0%

Ja, wer sich freizügig kleidet ist selber Schuld

Möchte gerne eine Diskussion starten, welche mich heute im Gespräch mit einer Bekannten beschäftigt hat. Anscheinend hat da jeder so seine Ansichten. Es geht konkret darum, dass im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen auf Mädchen oder Frauen oft der Spruch fällt: "Hätte sie sich mal nicht so freizügig gekleidet, das hat die doch provoziert! "

Was meint ihr dazu?

Kann man Übergriffe mit freizügigem Verhalten oder eher mit freizügiger Kleidung des Gegenübers rechtfertigen? Ich finde nicht, würde aber meiner Tochter auch keine Hotpants oder Miniröcke mit 10 erlauben, wenn ihr wisst was ich meine. Das aber mehr aus dem Gedanken heraus, dass ich das einfach billig finde, wenn man rumlaufen muss, als ob man abends an der Strasse stehen würde.

Freizügige Kleidung reicht meiner Meinung nach nicht aus, um einem jungen Mädchen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Mich ärgert es, wenn es so im Nachhinein bei einem solchen Vorfall heisst, dass sie ja selber Schuld war. Damit es zu einer Vergewaltigung kommt, gehört dann auch noch ein gestörtes Individuum dazu, welches sich dann an der anderen Person vergeht.

Bei mir löst ein freizügiges Auftreten vielleicht Kopfschütteln aus, das war es dann aber auch schon. Ich kann mir schon vorstellen, dass kurze Röcke bei männlichen Zeitgenossen gewisse Gefühle auslösen können. Trotzdem spielt da wohl eine Rolle ob ein 30-Jähriger eine 25-Jährige anschmachtet oder ob ein Rentner einer 12-Jährigen mit heraushängender Zunge nachrennt.

In verschiedenen Religionen gilt es al unzüchtig, zu viel zu zeigen. Im Gespräch mit z.B. Muslimen habe ich beispielsweise schon oft gehört, dass ein Grund für die Verschleierung eben genau solche Übergriffe verhindern sollen. Man weiss halt oft nicht, ob das nur eine Ausrede sein soll um die Mädchen und Frauen nicht aufmüpfig werden zu lassen.

Ich würde behaupten, dass in den meisten Fällen die Kleidung eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn jemand eine Vergewaltigung verüben will, sind die Kleider schnell mal runter, egal was man anhat.

Würde mich interessieren, was ihr dazu sagt. :mrgreen:
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Rônin

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Dienstag, 28. Juni 2016, 17:49

Erwiesenermaßen kein Zusammenhang vorhanden; keine Debatte notwendig.
http://www.law.duke.edu/shell/cite.pl?14….+&+Pol%27y+125
"She was asking for it" gibts nicht. Es gab auch niemals irgendwas, was das Gegenteil suggerieren würde. Vergewaltiger suchen sich ihre Opfer nicht nach Kleidung aus.
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Irrwisch

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3

Dienstag, 28. Juni 2016, 18:17

gelöscht

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Irrwisch« (30. Juni 2016, 09:37)


Rônin

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Dienstag, 28. Juni 2016, 18:45

In Medien steht bei Vergewaltigungen nichts der Ethnien der Täter.
Wenn ein Verbrecher ne andere Hautfarbe hatte als weiße Tafelkreide nach ner Chlorbleiche, ist das innerhalb der Berichterstattung normalerweise der wichtigste Aspekt; ansonsten ist es tatsächlich eher egal.
Btw, diesen Thread zuerst für rechte Hetze nutzen und zum eigentlichen Thema nur sehr bedingt was sagen - Brillant, hast du fein gemacht; wie in eigentlich jedem anderen Thread seit einigen Jahren mittlerweile.
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Knurzhart

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Dienstag, 28. Juni 2016, 22:46

Um aus Rônin's Link zu zitieren:

Zitat

Sexual harassment is about power; therefore, a target who is dressed provocatively is not the ideal target for the would-be harasser, who appears motivated at least in part by his ability to dominate his victim. Provocative dress does not necessarily signify submissiveness but instead may be an indication of confidence and assertivenes


Dazu beschäftigt mich jetzt aber doch eine weitere Frage:
Kann es sein, dass die attraktiv gekleideten Frauen nicht angegangen werden, da sie keine Opferrolle repräsentieren aber durch ihre Erscheinung es vermehrt zu Übergriffen auf andere Frauen kommt, die der Opferrolle eher entsprechen? Besteht ein Zusammenhang zwischen der "Freizügigkeit" einer Gesellschaft und der Anzahl der sexuellen Übergriffe und wenn ja, welche Faktoren sind ebenfalls maßgeblich?
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Rônin

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Dienstag, 28. Juni 2016, 23:08

Besteht ein Zusammenhang zwischen der "Freizügigkeit" einer Gesellschaft und der Anzahl der sexuellen Übergriffe
Nein. Das würde heißen, dass die Zahl der Vergewaltigungen steigen müsste, aber sie sinkt.
http://de.statista.com/statistik/daten/s…elle-noetigung/
Nochmals; die Wahl der Klamotten ist für nen Vergewaltiger irrelevant. Relevant ist eher Zeug wie "Ist sie alleine unterwegs". "She was asking for it" ist einfach nur ne beliebte Ausrede vor Gericht, die viel zu oft mildernd akteptiert wird. Grundsätzlich sollte der Einsatz dieser Taktik zumindest nem Anwalt verboten werden, spätestens seit der Verhalt komplett widerlegt ist. "Böse Geister haben ihn dazu getrieben" würde ja auch nicht akzeptiert werden. Es gab ohnehin eigentlich niemals Grund, daran zu glauben.
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Knurzhart

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Dienstag, 28. Juni 2016, 23:15

Ich kann die Statistik nicht betrachten. Was sind deren Inhalte ganz grob zusammengefasst?
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Tina

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Mittwoch, 29. Juni 2016, 07:23

Victim Blaming geht GAR NICHT!! Und wenn eine Frau splitterfasernackt rumlaeuft, hat sie trotzdem niemand gegen ihren Willen anzufassen. Fertig, aus! Es sagt ja auch keiner "Tja, wenn der Typ mal nicht so teure Jeans angehabt haette, waere er nicht zusammengeknueppelt und ausgeraubt worden!"

Zitat

Im Gespräch mit z.B. Muslimen habe ich beispielsweise schon oft gehört, dass ein Grund für die Verschleierung eben genau solche Übergriffe verhindern sollen. Man weiss halt oft nicht, ob das nur eine Ausrede sein soll um die Mädchen und Frauen nicht aufmüpfig werden zu lassen.


Man muss allerdings sagen, dass es wirklich so zu sein scheint, dass viele Maenner denken, sobald ein wenig Haut zu sehen ist, ist die Frau auf Sex aus. Das ist aber kein Problem der Frau, sondern des Mannes, und darf nicht dazu fuehren, dass die Frau sich zuhaengen muss!
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Mittwoch, 29. Juni 2016, 08:35

gelöscht

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Knurzhart

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Mittwoch, 29. Juni 2016, 11:50

@ Tina

Zitat

Victim Blaming geht GAR NICHT!! Und wenn eine Frau splitterfasernackt rumlaeuft, hat sie trotzdem niemand gegen ihren Willen anzufassen. Fertig, aus! Es sagt ja auch keiner "Tja, wenn der Typ mal nicht so teure Jeans angehabt haette, waere er nicht zusammengeknueppelt und ausgeraubt worden!"


Das steht doch außer Frage.



@Rônin

Zitat

Erwiesenermaßen kein Zusammenhang vorhanden; keine Debatte notwendig.

Dennoch müsste man mal aufdröseln, welchen Effekt die Kleidung hat, denn den hat sie. Menschen beurteilen andere Menschen nach ihrem äußeren Erscheinungsbild, in fast jeder Situation, nur hier soll das denn mal einfach nicht so sein?

Hier spielen meiner Meinung nach viele Effekte mit rein, die zum Teil gegenläufig sind.
Zumindest für den Straftatbestand sexueller Belästigung und Vergewaltigung ist freizügige Kleidung wohl eher ein Hemmnis, wie Rônin's Verlinkung herausstellt, da freizügig gekleidete Frauen nicht in das Opferschema eines submissiven Menschen passen und somit ist durch diesen Link auch bestätigt, dass die Wahl der Kleidung relevant ist.
Die Endkonsequenz entspricht allerdings nicht der allgemeinen Auffassung.

Würde das also heißen, wenn alle Frauen selbstbewusst und stark nach außen wirken, es keine sexuellen Übergriffe mehr gäbe?
Hier Frage ich mich, welchen Einfluss die Freizügigkeit einer Gesellschaft auf die Täter hat. Welches Maß ist der Sozialisierung der Täter beizumessen oder sind vielleicht sogar eher genetische Faktoren ausschlaggebend?
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Knurzhart« (29. Juni 2016, 11:59)


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Mittwoch, 29. Juni 2016, 20:20

Zitat

Und so wird man hier auch Mundtod gemacht, wie auch die Medien ihre Berichterstatter mundtod machen. Dankeschön. CU.
Ronins Kritik ist durchaus angebracht. Ich bin da etwas milder in meinem Urteil und gehe mal davon aus, dass du lediglich eine etwas verzerrte Wahrnehmung der Berichterstattung hast. Gerade bei diesem Thema habe ich im Verlauf der sog. "Flüchtlingskrise" etwas aufmerksamer hingeschaut und wirklich bei JEDEM Vergewaltigungsbericht eine ethnische Zuordnung des mutmaßlichen Täters gefunden.
Das Glück des Forschers besteht nicht darin, eine Wahrheit zu besitzen, sondern die Wahrheit zu erringen.
- Max Planck -

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