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Samstag, 19. November 2016, 13:01

Sator-Quadrat




Hallo ihr Hasen,


gibt es hier jemanden, der die weltberühmte satorformel kennt, und weiss, ob sie eine fluch-oder segensformel ist? Ich glaube eher, dass es eine Segensformel ist, bin mir aber nicht 100 % sicher.
die formel heisst: " sator arepo tenet opera rotas".
Die wörtliche übersetzung lautet " der sähmann arepo hält mit mühe die räder".
Das ist glaub ich eine Metapher für gott, der alles zusammenhält, bzw schützt. Diese formel ist auch ein Wortpalindrom (bedeutet vorwärts und rückwärts gelesen genau dasselbe). Die früheste Überlieferung stammt aus dem ersten jahrhundert nach Christus aus pompeji, dort war es in eine säule geritzt. Dann muss noch gesagt werden, dass "arepo" rückwärts gelesen "opera" bedeutet, was "mit mühe" bedeutet.
diese zauberformel gilt als eine der verbreitesten zauberforneln des Abendlandes. Sie soll vor schadenszauber und feuer schützen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Kali« (19. November 2016, 13:08)


Djinnbeam

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2

Samstag, 19. November 2016, 15:19

Es verhält sich so nicht ganz korrekt, Kali und bis auf die genaue Bedeutung von "arepo" ist deine "Sator-Formel" bestens erforscht und erklärt. Nenn doch bitte erst einmal irgendeine Quelle, woher du diese Informationen hast.

1. Es ist keine Formel, es ist ein Rebus. Dieses Rebus lautet vollständig transkribiert: Sautran(e) va(le) / s(alutem) / d(icit) / rotas / opera / tenet / arepo / sator / A(ulus) N(---) O(---) / Sautran(e) / vale

2. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass ursprünglich zur Entstehungszeit irgend ein Teil dieser Inschrift von irgendwem als Formel für irgendwas genutzt wurde. Dass man später daraus eine Zauberformel gemacht hat...ich kenne Interpretationen, die es als Spottgedicht darstellen, im Sinne von: Gott hat 'n Rad ab. Und hier ist nicht der Gott der Christen gemeint, sondern Saturn/Mithras/Aion, als Wagen lenkender Sonnengott dargestellt.

3. Zu dem Zeitpunkt der Entstehung dieser Inschrift lief religiös folgendes ab: Der Gott der Christen spielte keine führende Rolle im römischen Reich. Im Gegenteil, Christentum wurde abgelehnt und verfolgt, konkurrierte es doch zu dem Zeitpunkt mit dem vorherrschenden Mithras-Kult. Letztlich hat sich dennoch das Christentum durchgesetzt, was der Sator-Rotas-Inschrift keinen sakralen Charakter bescheinigt, da es keine bis maximal wenig Hinweise auf christlich motivierten Ursprung gibt, aber viele Hinweise, dass es entweder mithraisch oder jüdisch/hebräisch motiviert ist.

4. Die meisten Deutungsversuche des Rebus beziehen die Pater-Noster-Auflösung mit ein, ignorieren jedoch völlig, dass diese Auflösung oder überhaupt Hinweise darauf nicht ein einziges Mal in der Nähe der Inschriften aufzufinden war. Dafür hat man an anderen Orten noch mehr solcher Rebus, die Palindrome enthalten, gefunden. Eines sogar auf griechisch. Man fand außerdem ein griechisches Alphabet sowie lateinische Buchstabengruppen, ebenso am gleichen Ort eingeritzt. Das bestätigt wesentlich deutlicher den verspielten Rätselcharakter, als dass es Hinweise auf Zauberei, Magie oder Okkultismus liefert.
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