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Rônin

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1

Donnerstag, 28. Juni 2018, 15:12

Purge-Nacht: Jedes Verbrechen für zwölf Stunden legal

For 12 hours each year all crime is legal, except the murder of politicians, and all emergency services (law enforcement and medical) are unavailable.
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Purge

Die Purge-Reihe hat n ziemlich cooles Konzept - die Filme sind aber notorisch ranzig und nutzen das nicht wirklich aus. Jeder AskReddit-Thread zum Thema Purge wirft interessantere Plotlines aus als die Filme es tun.
Was würde passieren, wenn man ne Purge-Nacht in der Realität installieren würde? Würde das Gewaltverbrechen den Rest des Jahres über sinken?
In welchem Land würde es nicht überraschen, wenn sowas tatsächlich installiert werden würde?
Was würde ihr in der Purge-Nacht tun?
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Estebenjo

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2

Freitag, 29. Juni 2018, 21:05

Also ich versuche es mal aus psychologischer Sicht zu sehen und stelle jetzt einfach mal die Frage in den Raum, wieso man überhaupt verbrechen begeht?

Mir fallen da spontan zwei Hauptgründe ein. Um Dinge zu bekommen, die man sonst nicht haben kann, oder weil man eine psychische Störung besitzt, welche einen dazu verleitet. Das ist natürlich jetzt sehr verallgemeinert von mir, aber ich denke zum Großteil läuft es auf eines von beidem hinaus. Ein Drogendealer will sich über Wasser halten, ein Drogenkartell will seine Macht ausbauen und ein Triebtäter will seinen Trieben nachgehen. Das alles auf 12 Stunden im Jahr zu begrenzen halte ich für schwer utopisch. Der einzige Unterschied wäre, dass man es in dieser Nacht dürfte ohne ernsthafte Konsequenzen davon zu tragen und jeder der darauf keinen Bock hätte, wäre auf gut deutsch gesagt gefickt, sobald er ins Fadenkreuz einer Person kommt, welche halt mal Bock hat ein paar Leute über den Haufen zu schießen ohne dafür belangt zu werden. Das kann einem auch so passieren, aber ich glaube die Angst vor Strafe ist für viele noch ein Hindernis.

Natürlich kann man jetzt sagen, dass die Moral der Menschen einen davon abhält andere zu töten, auch wenn man es darf. Aber ganz ehrlich, der Mensch ist am Ende des Tages auch nur ein Primat und unsere niedersten Instinkte, wie z.B. töten lassen sich schneller animieren, als uns wahrscheinlich lieb ist. Dabei geht es nicht mal ums ziellose meucheln, aber wenn es dort jemanden gibt, den man aus welchen Gründen auch immer (vor allem Eifersucht) lieber ohne aktiven Stoffwechselvorgang sehen würde und das auch noch auf legale Weise...naja

Zählen zu Verbrechen auch Ordnungswidrigkeiten? Denn diese begeht man oftmals, ohne es sich bewusst zu sein.

Also ich denke mal es würde nicht weniger werden über das restliche Jahr. Die eine Seite würde losziehen, Plündern, Vandalismus begehen, vergewaltigen, morden, während der Rest sich versuchen würde so gut es geht zu verbarrikadieren, was naja, nicht überall so gut klappt. Ergo viele unschuldige Tote oder Traumatisierte durch andere Straftaten wie Vergewaltigung. Also lassen wir das mal besser.

Ich selber würde mich wahrscheinlich auch verbarrikadieren, aber je nachdem was bzw wer mir genommen würde, könnten sich bei mir auch so einige Schalter umlegen und ich würde Amok laufen, oder noch besser fahren...
"Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens


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3

Mittwoch, 4. Juli 2018, 12:10

Ich habe nur den 1. und 2. gesehen, da es zu dieser Zeit noch Videotehken gab.
Den 3. kann man auf Rakuten und XBOX/Filme nur kaufen ( Die anderen Anbieter abonniere ich nicht ).

Ansonsten grandioser und spannender Verschwörungsthriller.

Allerdings geht es da nicht nur um die Erlaubnis zum Verbrechen sondern auch um eine psychologisch angelegte Verschwörung durch die die Bevölkerung dezimiert und kontrolliert werden soll.
Das wurde mir schon klar als am Anfang im 1. Teil darüber diskutiert wurde wie durch die Purge die Arbeitslosenguote sank.

Spätestens das Ende des 2. und mit den Trailern der folgenden Filme weiss man dass es da nicht nur um Anarchie allein geht, sondern offensichtlich werden die Menschen bis zur Purgenacht manipulitiert damit die dann zu dem Zeitpunkt auch durchdrehen.


Wenn das in der Filmreihe verstanden hat, machen die Filme auch erst Sinn.
Eine Purge in der Realität würde auch nur dann Sinn ergeben wenn eine Verschwörung wie im Film dahinter stehen würde.
Ansonten dürfte sich in einer einzigen Nacht nicht viel ändern:

Wer von Verbrechen lebt wird nicht bis zu dieser einzigen Nacht warten können, jemand der gerade einen besonders krankhaften Drang/Motiv hat auch nicht.

Potenzielle Opfer würden sich dann einfach verstecken und sogar mit geladener Waffe griffbereit einfach abwarten.

Rônin

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4

Mittwoch, 4. Juli 2018, 14:58

Wenn das in der Filmreihe verstanden hat, machen die Filme auch erst Sinn.
Das unterstellt mir in nem ziemlich naseweisen Ton, dass ich die Reihe nur deshalb getrasht hätte, weil ich sie nicht verstanden hätte. Allgemein Zeug in der Art von "Du magst das nur nicht weil du es nicht verstehst" zu denken deutet doch auf unfassbar geringe Selbst- und Fremdreflexion hin; ich kenne es eigentlich nur, dass man sich mit sowas zum Ziel von Spott macht.
Du hast eher den Unterschied zwischen nem Konzept und der Ausführung eines Konzeptes nicht verstanden. Das Konzept dieser Filmreihe ist spannend und sehr gut, und dazu gehört logischerweise auch der soziologische und realistisch dargestellte Hintergrund der Purge-Nacht.
N Konzept allein macht aber noch keine gute Story; das weiß auch jeder, der mal ne coole Idee hatte und daraus am liebsten ein Buch machen wollte. Die ganze Handlung fehlt an diesem Punkt noch. Das Enttäuschende ist ja eben genau, dass aus diesem interessanten Konzept z.B. in Teil 1 einfach mal ein House-Invasion-Thriller gemacht wurde, der deutlich weniger Substanz hat als Zeug wie Funny Games, Panic Room, The Strangers oder Green Room. Das Purge-Konzept ist eigentlich, abgesehen vom Intro, ziemlich irrelevant. Kein weiteres Element ist originell.
An diesem Punkt hätte es also auch gereicht, aus dem Purge-Konzept nen 20-minütigen dystopischen Kurzfilm zu machen, in dem wir Nachrichtenübertragungen betrachten die das Konzept einführen, und dann auf ne Familie schwenken, die den letzten Purge und ihre Meinungen dazu diskutieren (Sohn ist pro, Mutter ist contra) und sich vorbereiten. Der Film endet damit, dass der Sohn sich rausschleicht um gegen den Willen der Mutter zu purgen, und auf der Straße vor dem Haus sieht man die ersten Leute mit Masken.
Weiß der Geier; so in der Art halt. Die Elemente, die einen verstören und beunruhigen, sind alle in den Nachrichtenübertragungen, die auf nüchterne, routinierte Art etwas für uns sehr bizarres schildern, die Mutter liefert Ansichten, die die wahren Hintergründe mehr ins Licht rücken, und den mehr als durchschnittlichen Invasion-Thriller können wir uns sparen. Verdammt viele Konzepte würden besser als Kurzfilme funktionieren, aber Kurzfilme sind leider nicht sehr lukrativ, also leben wir in ner Welt, in der n großer Teil der modernen Filme 45+ Minuten Füllmaterial nach Schema F enthält, weil das mehr Geld einspielt. Gibt auch heute noch exzellente lange Filme (Blade Runner 2049), aber dafür braucht man halt auch Autoren mit ner artistischen Vision.
Daher auch wie gesagt meine Aussage, dass die Frage "Wie würde eine Purge-Nacht wohl bei euch ablaufen" in den meisten Foren deutlich interessante Plotlines hergibt als jeder der Filme.

wenn eine Verschwörung wie im Film dahinter stehen würde.
Ziemlicher Hot Take, es als Verschwörung zu bezeichnen, wenn Politiker etwas für ihre eigenen Interessen durchsetzen unter der Vorgabe, dass es gut für die Allgemeinheit wäre. Dann sind auch in diesem Moment verdammt viele Verschwörungen aktiv. Es wird ja auch im Film realistisch dargestellt, dass jedem denkenden Menschen klar ist, dass der eigentliche Zweck der Purge-Nacht sich vom offiziellen Zweck unterscheidet, und dass selbst einige Politiker das offen aussprechen und den Purge abschaffen wollen.
Es ist ja auch jedem denkenden Menschen klar, dass hohe Versprechungen in der Wahlphase nicht allein von der Liebe zum kleinen Mann motiviert sind. Jedesmal, wenn n Politiker fett Geld von ner Lobby einsackt, kann man sich sicher sein, dass er ne Ausrede findet, wieso seine Bemühungen für Konzern X gut für den Wähler wären. Das ist keine Verschwörung, würde ich sagen. Es ist nichtmal wirklich geheim; bestimmte Gruppen sprechen es einfach nur gepflegt nicht an.
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5

Mittwoch, 4. Juli 2018, 19:20

Dass ein reiner Pseudoreality-Film aus Newsübertragungen und Diskussionsbeiträgen nicht so spannend ist wie ein klassischer Thriller der die Purge aus der Perspektive eines Individiums zeigt, ist logisch und nicht verkehrt.
Andersherum würde es langweilig werden und die Reihe wäre gefloppt.

Man siehts ja auch im Horrorgenre dort ist man ja auch wieder vom Pseudoreality zum klassischen Horror übergegangen.
Erkennbar an Filmen wie die REC.-Reihe oder Sinnester der nur aus Trend und Investitionsgründen als Foundfootage angekündigt wurde aber als klassischer Gruselfilm trotzdem erfolgreich war, während die Blairwitchreihe ja eher enttäuscht hat.


Von Film zurück zur Purge:

Die Verschwörung dahinter würde nicht nur in den bekannten Interessen der davon profitierenen Lobbys bestehen, sondern auch daran dass die Bevölkerung zum mitmachen manipulitiert werden muss.
Da das wiederum geheim oder nicht richtig erkannt sein würde, wären wir auch automatisch wieder bei der Verschwörung.

Im Film konnte man ja auch erkennen dass die Purger das ganze recht fanatisch zelebriert haben, was ja auch auf eine Art der Hirnwäsche schliessen lässt.

Ruggi

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Freitag, 6. Juli 2018, 12:53

Ich denke auch nicht das dir Purge Nacht etwas an der allgemeinen Rate an Verbrechen und Co ändern würde.
Und das hierbei eher von Regierungsseite auf den wirtschaftlichen Aspekt abgezielt werden würde.
Weniger staatliche Kosten da zB. arbeitslose weniger werden, oder Selbstjustiz geübt wird wodurch nachher staatliche/städtische Organe nicht belastet werden.

Im Endeffekt haben sich die "neuen Gründerväter" also eher zu sehr Thanos Sicht der Dinge angenommen oder? :D
Damit alles besser wird muss das Leben reduziert werden.
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Grüße Ruggi

Das Chaos wird die Ordnung besiegen, da es besser organisiert ist. - Terry Pratchett

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