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Knurzhart

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16

Sonntag, 8. Juli 2018, 20:09

Zum letzten Stichpunkt: Das ist nur halb richtig. Das Erbgut verändert sich nicht als Anpassung an die Lebensumstände eines Organismus so à la Lamarck.
Was allerdings durch Umweltfaktoren beeinflusst wird, sind epigenetische Regulationsmechanismen, also die Expression bereits vorhandener Gene, die aktiviert oder deaktiviert werden kann. Die Anpassung läuft aber eben nicht auf Ebene der genetischen Informationen, sondern ne Ebene höher, als ne Art Feintuning. Sone Prägung kann wohlmöglich auch an die Folgegenerationen weitergegeben werden.

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Ungläubiger (08.07.2018)

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17

Sonntag, 8. Juli 2018, 23:44

Zum letzten Stichpunkt: Das ist nur halb richtig. Das Erbgut verändert sich nicht als Anpassung an die Lebensumstände eines Organismus so à la Lamarck.

Was allerdings durch Umweltfaktoren beeinflusst wird, sind epigenetische Regulationsmechanismen, also die Expression bereits vorhandener Gene, die aktiviert oder deaktiviert werden kann. Die Anpassung läuft aber eben nicht auf Ebene der genetischen Informationen, sondern ne Ebene höher, als ne Art Feintuning. Sone Prägung kann wohlmöglich auch an die Folgegenerationen weitergegeben werden.
Wow, bin hier echt von Fachleuten umgeben. Danke für die Korrektur. Das entschleunigt das Schneckentempo der ET natürlich wieder und macht die Planlosikeit deutlich. Kein Bauplan, kei n Ziel, keine Nachbesserung durch äußere Reize.

Vielen Dank an Euch alle für die Bemühungen, meinen Evolutionshorizont zu erweiteren.
Ich habe nun gelernt, dass es wichtiger ist, Fakten und Beobachtungen auszuwerten,
als wilde Spekulationen und Interpretationen in den Raum zu werfen. ;)
So ganz nebenbei ist das Thema der Datierung auch erledigt.

Beste Grüße,
Jo

Davy Jones

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18

Montag, 9. Juli 2018, 12:30

Zitat von »Ungläubiger«

Nur wie hat sich das Organ zum Standpunkt "nicht so komplex" hinevolviert.
"Nicht so komplex" ist immer noch so komplex, dass es funktioniert.

Zitat von »Ungläubiger«

Ja, das konnte ich wirklich nciht begreifen, wie man auf so eine Idee kommen kann. Ergo muss ja schon alles in einer gewissen Qualität ausgebildet sein, damit ein Lebewesen lebt.
Das komische ist aber, wie kann so ein großer Entwicklungssprung stattfinden. Hierzu gibt es ja keine Funde, an denen man das erkennen kann.
Zu einem hypothetischen Entwicklungssprung kann es gar keine Funde geben. Das bedingt sich ja selbst. ;)
Mit der Evolution von Organen hast du schon richtig erkannt, dass jedes Organ in einer Qualität existiert die Lebensfähigkeit voraus setzt.

Nehmen wir mal als Beispiel das Auge.
Es ist NICHT so, dass sich die Teile des Auges nach und nach entwickelt haben, bis irgend eine Art dann plötzlich damit sehen konnte. Also nix mit Halbfertig.
Eher ist es so, dass das Auge zuerst nur eine Hirndrüse war, die Licht wahrnehmen konnte. Für den Besitzer dieses Organs war das schon hilfreich und hat sein überleben gesichert. Durch zufällige Mutation wurde das Organ immer besser. irgendwann konnte der entfernte Nachfahre dann damit auch die Formen von hellen und dunklen Objekten auseinander halten. Dann konnte man Formen deutlich sehen, es kamen Farben hinzu, etc. Das Organ hat sich schrittweise verbessert, wurde komplexer. Aber es war halt nie unfertig. Zu jedem Zeitpunkt in der Entwicklung war es ein funktionales und für den Träger hilfreiches Organ.
Das kannst du quasi auf alles im und am Körper anwenden. Wir haben uns von sehr einfach, wenig komplexe Lebewesen entwickelt.

Zitat von »Ungläubiger«

Mutationen bringen Dinge hervor, die sich als positiv erweisen, z.B einen Schutzschild oder Panzerung.
Mutationen können Dinge hervorbringen, die sich als positiv erweisen. In vielen Fällen bringen Mutationen auch nur Mist hervor, der dann durch natürliche Auslese ausgesondert wird.
Aber hin und wieder ist eine Mutation dabei, die dem Träger hilft, ihm einen leichten Vorteil verschafft und er sich somit Fortpflanzt und die Mutation weiter gibt.

Zitat von »Ungläubiger«

Verbesserungen finden innerhalb der Lebensspanne eines Lebewesens statt, indem sich zum Beispiel Sehnen
und Knochen höherer Beanspruchung anpassen
Wie Knurzhart schon sagte: nein, da bist du bei Lamarck.
Nach Darwin (als der derzeit gängigen Theorie) hast du das Gen entweder, oder du hast es nicht.
Die Giraffe bekommt keinen langen Hals, weil die Blätter hoch am Baum wachsen. Nein.
Die Giraffe, die zufällig einen längeren Hals hat als die anderen kommt besser an die Blätter heran, kann sich satt fressen und kommt dann bei den Giraffen-Damen besser an als die halbverhungerten kurzhalsigen Nebenbuhler.

lg Davy
"Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

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Ungläubiger (10.07.2018)

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19

Dienstag, 10. Juli 2018, 01:02

Zu einem hypothetischen Entwicklungssprung kann es gar keine Funde geben. Das bedingt sich ja selbst. ;)

Mit der Evolution von Organen hast du schon richtig erkannt, dass jedes Organ in einer Qualität existiert die Lebensfähigkeit voraus setzt.



Nehmen wir mal als Beispiel das Auge.

Es ist NICHT so, dass sich die Teile des Auges nach und nach entwickelt haben, bis irgend eine Art dann plötzlich damit sehen konnte. Also nix mit Halbfertig.

Eher ist es so, dass das Auge zuerst nur eine Hirndrüse war, die Licht wahrnehmen konnte. Für den Besitzer dieses Organs war das schon hilfreich und hat sein überleben gesichert. Durch zufällige Mutation wurde das Organ immer besser. irgendwann konnte der entfernte Nachfahre dann damit auch die Formen von hellen und dunklen Objekten auseinander halten. Dann konnte man Formen deutlich sehen, es kamen Farben hinzu, etc. Das Organ hat sich schrittweise verbessert, wurde komplexer. Aber es war halt nie unfertig. Zu jedem Zeitpunkt in der Entwicklung war es ein funktionales und für den Träger hilfreiches Organ.

Das kannst du quasi auf alles im und am Körper anwenden. Wir haben uns von sehr einfach, wenig komplexe Lebewesen entwickelt.
Hallo, Davy!

Vielen Dank für Deine Zeit.

Evolution von Organen
Und am Beispiel des Sehorgans kann ich es relativ gut nachvollziehen, weil es tatächlich noch Tiere gibt, an denen man vereinfachte Lichtwahrnehmungsorgane feststellen kann.
Hierzu habe ich das Bärtierchen gefunden, das in der Forschung schon komplett auf den Kopf gestelllt wurde :D , um wissen zu wollen, wie es funktioniert, so ein urzeitlich einfach aufgebauter Körper.
Auf Wikipedia ist das Bärtierchen sehr gut bis ins Detail erklärt.
Hier finde ich sogar bei Atmungsorgan: Der Anteil an Sauerstoff, der benötigt wird, kann über die Haut im Gasaustausch ablaufen. Was für ein Wahnsinn :nerd: , beim Menschen wird 1 % über die Haut an Sauerstoff aufgenommen. Bei Insekten gibt es die Tracheen zur Aufnahme des lebenswichtigen Stoffs.
Irre, das Bärtierchen erklärt so manches, was Sinn und Zweck eines spezifischen Organs ist.
Prima, dann weiss ich nun, wo ich fündig werde, um meine Neugier zu stillen - in der MIKROBIOLOGIE kann ich bestimmt Antworten finden.

Grüße,
Jo

Davy Jones

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20

Freitag, 13. Juli 2018, 13:53

Zum Ur-Thema "Datierung von Fossilien" ist wohl noch der Begriff des Zombie-Taxons interessant und wichtig.
Dieses kann nämlich ein fieser Fallstrick sein.

Ein Zombie-Taxon (auch Zombie-Effekt) beschreibt ein Fossil, dass sich post mortem in eine jüngere Sedimentschicht bewegt. Durch Ausspülung, Erdbeben, etc.
So könnte Beispielsweise ein Fossil aus dem frühen Trias durch Erdbeben und Springflut in der späten Kreidezeit freigelegt worden sein. Wir finden das Fossil dann in der Schicht der Kreidezeit und sind verwirrt.

So sieht man, dass man sich bei einem einzelnen Fossilfund bei der Datierung nicht allein auf die Schicht verlassen kann, in welcher es gefunden wurde.

lg Davy
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21

Sonntag, 15. Juli 2018, 02:37

Ich habe davon gehört, dass Gebiete mit Erdplattenverschiebungen oder Gebirgeauftürmung die Erdschichten durcheinander bringen.
Die Ausspülungen oder Flutungen klingen allerdings auch sehr plausibel für wandernde Teile.

Dann sind die Erdschichten, wo man nur Einzelstücke findet, für den Paläontologen mit Vorsicht zu betrachten. Die Kohlenstoffkonzentration des umgebenden Sediments beeinflußt glaube ich das Fundstück durch Mineral- und Kohlenstoffaustausch. Dann ist die C14 keine verlässliche Datierung.

Wenn's gut läuft und die Einschlussschicht eine Fossilierung begünstigt, freut sich der Paläontologe :)
Die Substratschicht muss passen, und sie darf nicht instabil werden. Meistens soll's nicht passen.
Viele Ursachen können eine erfolgreiche Fossilierung zunichte machen.

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