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Rônin

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16

Mittwoch, 29. August 2018, 16:39

Nope, er meint schon Mayer.

"I knew this day would come. Now that it's here, it seems so sudden, and at the same time as if it took forever.
I know this opponent well..."

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Black Crow (29.08.2018), Feynûri (29.08.2018)

SETImental

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17

Donnerstag, 30. August 2018, 03:53

Jo genau des völkchen meinte ich
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Black Crow

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18

Donnerstag, 30. August 2018, 08:57

Hab gehört die leben aktuell irgend wo in Argentinien glaub der Ort hieß:

Belgrano
Okay so jetzt mal wieder back to Topic:
Gibt sogar in Rußland noch Stämme die relativ Unberührt leben:
https://de.wikipedia.org/wiki/Indigene_k…sischen_Nordens
Sind zwar nicht ganz Unberührt von allem, jedoch könnte man diese Völker durchaus noch zu den "Wilden" zählen, da die Kontakte mit Fortschritt oft nicht oder nur mässig vorhanden sind.
grüße
Black Crow
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kleine Hexe

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19

Freitag, 31. August 2018, 16:59

Ich wollte hier noch etwas zum Thema Urvölker anfügen, was ich auf einer meiner Reisen erleben durfte und belästige euch daher mit einem überlangen Post :mrgreen:

Im 2016 war ich zum zweiten Mal in Tanzania und habe zwei verschiedene, relativ ursprüngliche Stämme besucht. Der erste davon waren die

Hadzabe

Mein Freund ist Fotograf und hat ein paar der besonderen Momente festgehalten. Hier findet ihr den Blog und die Fotos dazu...

Dieser Stamm lebt nomadisch in der Steppe von Tanzania, genauer gesagt in der Region des Lake Eyasi (ein Salzsee, bekannt für die Flamingo-Population und die umliegenden Zwiebelplantagen). Die Region ist nicht touristisch erschlossen und sehr abgelegen. Unser Guide meinte, er fährt ungefähr einmal im Jahr in diese Richtung.




Um 05.00 Uhr morgens versuchten wir mit unserem (lokalen) Guide die Hadzabe in ihrem «Dorf» aufzustöbern, was sich als sehr schwierig erwies. Die Anfahrt vom bereits abgelegenen Dorf am Lake Eyasi dauerte über eine Stunde, durchs Flussbett wohlgemerkt. Am ursprünglich kommunizierten Stammplatz waren sie zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr, sondern weitergezogen, nach einer etwas längeren Suche, tauchte plötzlich einer der Jäger vor uns aus dem Gebüsch auf.

Wir durften mit etwas Abstand beobachten, wie sie ums Feuer sassen, bis sie vom (getauschten) Gras einigermassen High und in Jagdlaune waren. Hanfkonsum (und -verkauf) ist übrigens auch in Tanzania illegal, kann jedoch nicht so weit kontrolliert werden oder wird bei den Hadzabe toleriert, weil sie sich quasi in einer gesetzlosen Zone aufhalten. Anscheinend wird geraucht, um die Geister der Jagd gütig zu stimmen (das ist ja auch bei vielen anderen Stämmen so). Die Laune besserte sich merklich unter den Jägern und sie waren dann urplötzlich bereit zur Jagd.

Wir sind also aufgesprungen und mussten im Laufschritt versuchen, die beiden Jäger nicht zu verlieren (wir waren alleine mit ihnen unterwegs). Nach langer erfolgloser Suche nach Beute und ein paar Schüssen ins Leere konnten sie doch noch zwei kleine Vögel erbeuten und waren extrem Stolz darauf, mir diese zu präsentieren. Ich war relativ froh, dass sie keinen Pavian erwischt hatten, das hätte ich wohl nicht so gut vertragen. Ich sollte die Vögel auch essen, wobei ich ablehnen musste. Die Federn und Füsse und auch die Eingeweide waren noch dran und von Bushmeat wird allgemein abgeraten, wegen den Krankheiten. Aus Sprachbarrieregründen war übrigens ein Junge aus dem Dorf dabei, der für uns übersetzte und er versicherte uns, dass sie nicht beleidigt sind, wenn wir das nicht essen. Als ich übrigens bemerkt hatte, dass ein Vogel noch zappelte (habe nichts gesagt aber man hat es mir angesehen), obwohl er bereits am Gurt hing, hat er ihm einfach in den Kopf gebissen. Die sind natürlich nicht zimperlich wie wir Touristen.

Der Stamm ist nicht kriegerisch (wie z.B. die Masai) sondern lebt als Jäger & Sammler ohne feste Behausung. In der Regenzeit werden ausgehöhlte Baobab-Bäume als Not-Unterschlupf benutzt. Meinem Eindruck nach leben sie wirklich noch sehr ursprünglich. Sie bilden aus Ästen und Büschen eine Art Labyrinth und wohnen darin, allerdings ohne Dach über dem Kopf. Sie tragen weitgehend Felle, haben aber natürlich auch durch den (zwar relativ minimen) Kontakt mit Touristen mal das eine oder andere T-Shirt oder kurz geschnittene Jeans an. Sie widersetzen sich den Auflagen, sesshaft zu werden und kennen keine Hierarchien.

Sie essen Pflanzen wie z.B. Früchte des Baobab Baums, Honig und natürlich Fleisch von Tieren, welche sie selber mit Giftpfeilen jagen (Affen, Vögel, andere kleinere Tiere oder auch mal eine Antilope). Sie jagen ausschliesslich mit Pfeil und Bogen und das mit Präzision. Das Gift für die Pfeile wird anders als im Amazonas-Gebiet nicht z.B. aus Fröschen gewonnen, sondern aus einer bestimmten Pflanze, welche dann aufgekocht und in Teer-Form auf die Pfeilspitzen aufgetragen wird. Eigentlich ist die Serengeti jagdfreies Gebiet, die Hadzabe sind davon aber ausgenommen und müssen auch keine Steuern bezahlen. Feuer gemacht wird natürlich ohne Hilfsmittel – nur mit Holz und Reibung. Habe noch nie gesehen, wie jemand so schnell Feuer macht.

Sie sprechen eine Klicksprache und klicken mehr, je aufgeregter sie sind. :mrgreen: Sie sind vom Wesen her übrigens eher ungeduldig (vor allem mit Frauen) und auch sehr verschlossen, ausser sie möchten für die Gäste einen Vogel oder ähnliches Jagen, dann sind sie sehr stolz und möchten auch, dass man ein Foto davon macht. Einen Teil des Fleisches tauschen sie mit einem befreundeten Stamm (den Datooga) gegen Pfeile oder andere nützliche Dinge (meist aus Metall). Bis in jüngster Vergangenheit wurden auch noch Steinwerkzeuge benutzt, diese schleichen sich allmählich aus resp. werden gegen das getauschte Metall ersetzt.

Es wird wirklich noch das Tauschgeschäft in gegenseitiger Abhängigkeit gelebt. Wobei die Datooga völlig anders sind, auch menschlich.
Nach unserem Besuch bei den Hadzabe durften wir auch noch ein Dorf der Datooga besichtigen, wo wir von den Frauen mit offenen Armen empfangen wurden. Wir wurden herumgeführt und durften Mehl mahlen (natürlich nur ich als Frau), sie sind sehr offen und freundlich, auch wenn sie nur ihre Sprache sprechen. Sie leben von der Landwirtschaft und wohnen in einfachen Lehmhütten. Sie sind etwas näher an der Zivilisation (ich würde sagen der nächste Schritt Richtung Jungsteinzeit, wo die ersten Siedler sesshaft wurden). Sie ziehen nicht umher, ausser sie streiten mit den Masai (verfeindet) um Land. Sie haben noch viele ursprüngliche Bräuche behalten, wie z.B. dass sie einmal im Jahr eine Python mit Milch füttern, um die Erntegeister zu beschwören. Sie machen aus einfachen Metallstücken unheimlich schönen Schmuck. Das mitgebrachte Armband ist mir sehr ans Herz gewachsen, auch weil es eine Geschichte erzählt. Werde davon noch Fotos machen und hier einfügen.

Man geht ja davon aus, dass die Menschheit praktisch in Afrika entstanden ist.

genauer gesagt hier
Ich habe die Schlucht auch selber besucht. Allgemein empfinde ich in Afrika immer ein seltsames Gefühl des «nach Hause kommens» was so irgendwie wieder Sinn macht.

Obwohl ich mich zuerst widersetzt hatte, «Menschen schauen» zu gehen, bin ich sehr froh, dass ich da war und das erleben durfte. Wer weiss, wie lange sie noch so existieren können. Es war ein unheimlich spannender Einblick in unsere Vorgeschichte. Gerade die Hadzabe sind leider stark in ihrer Existenz (resp. in der heutigen Lebensform bedroht). Weitere Stämme, Trockenheit, die Zwiebelplantagen oder auch der Tourismus breiten sich immer weiter aus. Mit den Masai hatten wir auch schon ein paar interessante Erlebnisse. Mir sind sie jedoch nicht immer sympathisch. Oft sind sie sehr aufdringlich (weil auch weitaus mehr an Touristen gewöhnt). Die Masai leben übrigens auch als Nomaden (was bekannt sein dürfte). Weniger bekannt ist, dass sie ihre Toten für die Hyänen in die Büsche legen (sie kennen keine Bebräbnisse) und das ganze Dorf umziehen muss, falls der Körper nicht in der Nacht vom Tier geholt wird, weil dies als schlechtes Omen gilt. Die Hyänen werden übrigens aus diesem Grund auch nicht gejagt und gegessen. Masai halten sich sowieso recht strikt an Hühner und ihre Ziegen. Dies noch als Randnotiz. Natürlich sind auch die Masai einen Artikel wert, sie sind halt bloss bekannter. Da sie noch so ursprünglich leben, sind sie aber auch erwähnenswert.

Ich kann jedem eine Reise in die Wiege der Menschheit ans Herz legen – es gibt nicht viel Schöneres als Ostafrika.

Quellen neben meiner persönlichen Erfahrung:
Hadzabe
Datooga
"Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
- Albert Einstein

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SETImental (01.09.2018)

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20

Samstag, 1. September 2018, 07:31

Wow persönliche erfahrungen kann denk ich kaum jemand in diesem bereich vorweisen, danke dafür :D
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21

Samstag, 1. September 2018, 09:36

Ich finde es ist auch noch ein Unterschied zwischen Urvölkern (wie die von mir beschriebenen Hadzabe) und den wirklich von der Aussenwelt völlig abgeschnittenen Stämmen, die doch in regelmässigen Abständen entdeckt werden. Schlussendlich definiert sich der Unterschied nur darin, seit wann sie Kontakt zur modernen Welt haben, das war ja nicht immer so.

Die Hadzabe waren von unserer Kamera und den Mobiltelefonen natürlich schwer begeistert und sie verstehen logischerweise auch nicht, wie das funktioniert. Bei den Masai ist es z.B. recht häufig so, dass vor allem junge Mädchen etwas Angst haben, sich fotografieren zu lassen weil sie erstens scheu sind und zweitens Angst haben, dass die Kamera ihnen die Seele stielt. Hatten mal ein lustiges Erlebnis in der Nähe vom Ol Doinyo Lengai (dem heiligen Vulkan der Masai), wo Kinder unserem Auto nachgerannt sind (weil sie da nicht so oft Touristen sehen) und dann als wir kurz aussteigen wollten um die Bäume zu fotografieren im Hechtsprung hinter Büsche gesprungen sind weil sie sich so fürchteten.

Natürlich sind sie schon länger in Kontakt mit der modernen Welt als andere Stämme. Und sie schlagen entsprechend auch direkt Profit daraus und möchten ihre Sachen verkaufen. Geld scheint allgemein eine riesen Anziehungskraft zu haben und wir Europäer schwimmen ja sowieso darin. Sie verstehen natülrich auch, dass man zwar Felle tauschen kann aber mit Geld trotzdem einfacher und schneller an wichtige Güter kommen kann. Auch wenn sie teilweise noch tagelang ins nächste Dorf laufen müssen.

Was mich auch extrem geflasht hat ist wirklich, wie einfach diese Leute leben und welche einfachen HIlfsmittel sie haben (eben z.B. die Pfeile, Werkzeuge usw.) Da sprechen wir wirklich von fast steinzeitähnlichen Zuständen. Was ich unglaublich spannend finde. Es ist sozusagen ein Blick in unsere Urgeschichte und das Live und in Farbe. Mich hat das extrem geflashed. Auch wenn es mich gleichzeitig fast traurig macht, dass es sofort touristisch ausgeschlachtet wird. Ist halt immer eine gegenseitige Abhängigkeit.

Das hier(zwar auf Englisch) finde ich recht spannend zum Thema, warum sie wohl in den letzten Jahren vermehrt Kontakt zur Aussenwelt suchen.

Und dort werden auch die Probleme geschildert, die solche Annäherungen mit sich bringen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir, also der Mensch an sich vom Urinstinkt her, immer seine eigene Haut retten will und Kontakt und Konfrontation im Prinzip eigentlich schon mal scheut. Wenn es hart auf hart kommt und jemand ins "Revier" eindringt schlagen wir dem anderen einfach mal den Schädel ein, bevor wir riskieren, dass er mit unseren Fellen oder Vorräten davon zieht. Es geht ja ums nackte Überleben und Vorsicht hat sich eigentlich immer besser bewährt als Nachsicht. Das liegt eigentlich genau so in unserer Natur. Nur der Fortschritt und die damit verbundenen Regeln und Gesetze verhindert das. Im Innern sind wir aber alle so. Teilen tun wir alle nicht gern, wenn wir ehrlich sind. Ich denke darin begründet sich die Aggressivität bei Teilen dieser Völker.

Sehr schlimm ist beispielsweise meiner Meinung nach auch die Übertragung nicht nur von Krankheiten, gegen die diese Völker keine Abwehr haben, aber auch die Zivilisationskrankheiten wie z.B. Alkoholismus. Bei den nordamerikanischen Indianern und auch bei den Aborigines ist das ein riesen Problem. Da sieht man dann, dass der Fortschritt, wie wir ihn in der westlichen Welt über Jarhtausende erarbeitet und uns langsam dran gewöhnt haben innert Kürze verarbeiten müssen, es aber nicht können. Die sind genau so überfordert mit unserer Welt wie wir mit ihrer.
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