Tolkiens Welt: Der Herr der Ringe, Der Hobbit & Co.

  • Ich denke nicht, dass in jeder Fantasygeschichte soviel "Wahres" drinsteckt. Ich denke eine Fantasygeschichte ist in erster Linie eine Fantasygeschichte. Warum muss überall eigentlich eine geheime Botschaft versteckt sein? Warum kann eine Geschichte nicht einfach mal eine Geschichte sein?

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Das ist ja was ich versuche zu sagen. Tolkien hat keine Geheimen Hintergedanken, sondern wurde nur mehr oder minder unbewusst von seinen Erlebnissen von damals inspiriert. Mit geheimen Verschwörungen hat das ja nix zutun, sondern er hatte einfach das ganze einfließen lassen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Ich denke nicht einmal das, ich denke die "Überschneidungen" die du gefunden hast sind einfach hineininterpretiert. Mit dem interpretieren ist es aber das man nahezu überall etwas reininterpretieren kann wenn man es so möchte. Man könnte dort auch den Napoleonischen Kriegszug reininterpretieren oder sogar auch die Römer etc. Man muss sich halt nur die Richtigen Sachen herauspicken und es sich hindrehen bis es passt.

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  • Ich muss dafür ja nichts drehen damit es passt ;) Aber Interpretationen sind Interpretationen, da geb ich dir recht. Tolkien ist nunmal tot, man kann ihn nichtmehr fragen. Ich geb nur das zum Besten, was meiner Ansicht nach weit wahrscheinlicher ist, als dass eben Tolkien irgendwelche Gehimnachrichten verschickt hat, eben dass er sein Leben bis zu einem gewissen Punkt in den Büchern verarbeitet hat. Er bringt ein, was er gefürchtet und gefeiert hat, was er erlebt und was ihn fasziniert hat. Die anderen Geschichten zu Mittelerde haben auch oftmals Berührungspunkte zu Interessen und Erlebnissen Tolkiens, sei es nun die Entstehungsgeschichte, die er teilweise aus der nordischen Mythologie übernommen hat, oder anderes.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


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  • Um es mit den Worten von Krusty dem Clown zu sagen:


    H h h h hey Kids!


    Ich überlege mit dem Tabletop "Herr der Ringe" anzufangen. Ob Skirmish oder Ringkrieg is mir eigentlich Jacke wie Hose. Ich nehme mal an man spielt erst das eine und kommt dann zum anderen.


    ABER irgendwie finde ich weder Startboxen noch ein Regelwerk. Daher poste ich mal hier und hoffe irgendeiner von euch spielt und kann mir sagen was als Erstkauf sinnvoll wäre.


    Ich habe schon mal Warhammer 40K gespielt und da war es klar: Man braucht 1x Regelwerk, 1xArmee Regel und eine spezifische Menge an Soldaten. Aber bei Herr der Ringe... ich finde immer nur irgendwelche Themen set´s wie "Die Gefährten" oder "Eine unerwartete Reise".


    HILFE!

  • Nabend JE,


    Der Games-Workshop hat die Lizenzen für alle Teile gekauft und auch zu jedem der Filme Releases heraus gebracht. Ein einziges System gibt es also nicht, sonst macht man als Unternehmen ja leider keinen Gewinn.


    Ich kann dir nur empfehlen einen Besuch in einem der Läden auf dich zu nehmen, auch wenn's dauern wird. Dann kannst du einen der Mitarbeiter nach den Inhalten der einzelnen Regelwerke auszufragen und für dich dann zu entscheiden, welches dir am meisten zusagt.


    Ich hoffe dir geholfen zu haben

  • GW hat nach und nach immer neue Releases zu den Filmen rausgebracht und mittlerweile ist das aktuelle Regelwerk nicht mehr "Herr der Ringe", sondern "Der Hobbit".
    Da es das anscheinend nur in gebundener Form gibt und es im Gegensatz zu Warhammer derzeit keine "günstige" Einsteigerbox mit Softcover Regelwerk und Miniaturen gibt, müsstest Du für das Regelwerk allein 65 Euro abdrücken.
    Die einzelnen Bücher zu Herr der Ringe und den Streitkräften sind dann Erweiterungen des Regelwerks.


    Also im Prinzip so wie bei Warhammer, Du brauchst das Regelwerk, das Armeebuch und die Modelle.


    EDIT: Ich selbst hab es nie gespielt, deswegen kann ich es nur begrenzt beurteilen, aber ich glaube Wissbegierig hat recht, früher war das Modell so, das es eher einzelne Module gab, wenn ich die GW Seite aber richtig interpretiere, dann sind sie jetzt auf das Warhammer Modell gewechselt.

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  • Puh...


    also ich hab mich da jetzt mal rein gelesen. Is ja echt von den Spielsystem gar nicht sooo das geilste. Liegt wohl an GamesWorkshop und den HdR Lizenzen... will eben jeder vor allem Profit.


    Bei jedem "Update" gabs ein neues Spielset mit eigenen Spielregeln. Das heißt man muss immer direkt so ein Set kaufen. Und das große Regelbuch is nicht sehr anfänger freundlich. Für den Ringkrieg braucht man nochmal extra Regelbücher und das Armeebuch.


    Ich hab mir jetzt mal die Einsteigerbox und dazu noch Modelle von einer Armee meiner Wahl + Regelbücher bestellt und hab verblüffend schnell die 250 € geknackt.


    Pen and Paper is da wohl echt billiger...

  • Ich würds auch nicht unbedingt bei GW bestellen.
    Das System ist auf jeden Fall einsteigerfreundlicher und weniger komplex als Warhammer, nach dem was ich so gehört habe.

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  • Ich hab früher mal ne Zeitlang Warhammer 40K gespielt und das war gerade durch die vielen immer noch gültigen alten Figuren und Updates recht komplex. Selbst in den Regelheften waren oft nicht mehr alle Regeln zu finden und man musste immer nen Ordner mit schleppen...


    Ich bin ganz froh das die jetzt das System immer auf dne aktuellen Stand ändern. Wenn man da einfach dabei bleibt is es auf jeden Fall einfacher zu behalten.


    Auch von den Figuren her, man muss nicht immer mit großen Armeen und vielen verschiedenen charateren mit Sondernregeln spielen. Auch mit 30 / 40 Figuren kann man gut spielen. Gerade am Anfang besser.



    Die genialste Idee der letzen Tage übrigens:


    Ich besorg mir nen cooolen 3D Drucker.
    Dann Scan ich jede Figur einmal und erschaffe mir für wenige cent pro Modell eine RIESEN Armee!

  • Die genialste Idee der letzen Tage übrigens:


    Ich besorg mir nen cooolen 3D Drucker.
    Dann Scan ich jede Figur einmal und erschaffe mir für wenige cent pro Modell eine RIESEN Armee!


    Ja stimmt, wenn Du so um die 20000 Figuren damit druckst, könnte sich das sogar lohnen. Sofern jemand Deine Figuren kaufen möchte und nicht vorher die GW Polizei kommt.
    Ansonsten find ich die mindestens 10000 die für einen Drucker draufgehen der das ansatzweise hinkriegt und dann noch für den Scanner und die Plastikschnüre zum drucken was teuer.


    EDIT: Google mal Wayland Games.

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  • Shadow of War ist echt extrem non-canon. Das fängt mit Nerd-Zeug an wie dass die Übernahme Minas Ithils n paar Jahrhunderte nach hinten und Helm Hammerhands Geburt n paar tausend Jahre nach vorne verschoben wurde um ansonsten unmögliche narrative Twists einzubauen, und setzt sich mit auch oberflächlich bemerkbarem Kram fort - wie poetischen, kunterbunten Comedy-Orks mit Barden-Outfits und Chakra-Attacken aus Naruto.
    Außerdem ist Kankra hier nicht nur eine Gestaltwandlerin, sondern in ihrer menschlichen Form auch noch ne Goth-MILF; krieg das mal einer beim nächsten Rewatch der Filme aus dem Kopf. Und Sauron ist ein geschmeidiger Bishonen aus ner Vampir-Romanze für Teens. Und die beiden ficken.
    Ist gameplaytechnisch n exzellentes Teil, aber hat halt mit Tolkien über einige Begrifflichkeiten hinaus nichts zu tun. Hat auch keine Mittelerde-Atmo oder so.
    //Spirit of Carnan ist aber ne coole neue Figur die gut ins Legendarium passen würde, wenn Tolkien jemals ne interessante weibliche Figur geschrieben hätte, die in der Story nicht völlig passiv ist.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
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  • Es ist lustig, dass Tolkiens Schreibstil derartig urtümlich ist, dass sich teilweise darüber gestritten wird, ob er etwas wörtlich oder als Metapher meinte.
    Haben Balrogs Flügel?
    http://tolkiengateway.net/wiki/Balrogs/Wings
    Shadow of War windet sich da subtil drumrum, indem es Balrogs an- und ausschaltbare Flügel gibt. In Jacksons Film sind die Flügel permanent vorhanden.
    Ich wünschte, Tolkien wäre heute auf Twitter.
    In die heutige Zeit verfrachtet wäre er offensichtlich ne recht ungewöhnliche Person; ich frag mich, wie er diversen Kram beurteilen wurde.
    http://www.thetolkienforum.com…ns-political-views.23245/

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  • Nicholas Hoult in Tolkien (Mai 2019)


    mchpnjsp2uc21.jpg


    Ich bin sehr interessiert an diesem Film, aber frage mich, mit was die Laufzeit so alles gefüllt werden wird - ich mein, es gibt genug, aber der Film soll ja im Mainstream Geld machen. Theory of Everything (Hawking) und Imitation Game (Turing) waren ja beides Schnulzen in denen anderer Kram nur peripher behandelt wurde; scheint ein Muster in modernen Biopics zu sein.
    Tolkiens Wortgefechte gegen die Nazis sind lustig.
    In 1938 kommunizierte er mit einem deutschen Verleger, weil Der Hobbit auf Deutsch erscheinen sollte. Er wurde dann darum geben, erst seine Abstammung klarzustellen. Seine Antwort:

    Thank you for your letter. I regret that I am not clear as to what you intend by arisch. I am not of Aryan extraction: that is Indo-Iranian; as far as I am aware none of my ancestors spoke Hindustani, Persian, Gypsy, or any related dialects. But if I am to understand that you are enquiring whether I am of Jewish origin, I can only reply that I regret that I appear to have no ancestors of that gifted people. My great-great-grandfather came to England in the eighteenth century from Germany: the main part of my descent is therefore purely English, and I am an English subject - which should be sufficient. I have been accustomed, nonetheless, to regard my German name with pride, and continued to do so throughout the period of the late regrettable war, in which I served in the English army. I cannot, however, forbear to comment that if impertinent and irrelevant inquiries of this sort are to become the rule in matters of literature, then the time is not far distant when a German name will no longer be a source of pride.
    Your enquiry is doubtless made in order to comply with the laws of your own country, but that this should be held to apply to the subjects of another state would be improper, even if it had (as it has not) any bearing whatsoever on the merits of my work or its sustainability for publication, of which you appear to have satisfied yourselves without reference to my Abstammung.


    Da sind einige fiese Burner drin. Tolkien hatte offensichtlich auch eine wahnsinnige Gewalt über die englische Sprache.
    Lustig ist aber auch, dass so ne Antwort heuzutage eindeutig als Cringe- und Fedora-Material verstanden werden würde. Bisschen schade.
    Auch immer n interessantes TIL; Tolkien, Hitler und Anne Franks Vater waren 1916 alle als Fußsoldaten bei der Schlacht an der Somme anwesend.

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