Sterbehilfe - Pro und contra

  • Ist das nicht ein wenig OffTopic SilentBob?


    Hm Okay ich verstehe schon was Du Meinst. Dir geht es darum "Sterbehilfe" im Sinne von Abtreibung zu leisten in der Annahme Dein Kind könnte behindert oder Lebensunfähig sein.


    Dazu ein paar Dinge:


    Ich glaube jeder (und dazu zählen natürlich auch behinderte Kinder) hat ein Recht (!) auf Leben egal ob es in Deinen Augen nun Lebenswert ist oder nicht. Das kannst Du nicht entscheiden.
    Aber ich kann verstehen wo Deine Sorge liegt.
    Und sicher ist es auch schwer wenn das Kind evtl. so arg geschädigt ist dass es nicht einmal mitteilen könnte was es will und was nicht.


    Aber "nur" weil es schwer für Dich ist heißt es noch lange nicht, dass es lebensunwert für Dein Kind sein wird.


    Versteh Mich nicht falsch, ich kann gut verstehen was in einem vorgeht wenn man plant ein Kind zu bekommen, aber ein gewisses Risiko ist nun einmal dabei und es gibt ja mitlerweile Möglichkeiten vorab festzustellen ob das Kind irgend etwas hat schon bevor es auf der Welt ist.


    N.

    Bewahre uns der Himmel vor dem "Verstehen".
    Es nimmt unserm Zorn die Kraft, unserm Hass die Würde, unserer Rache
    die Lust und noch unserer Erinnerung die Seligkeit.
    (Arthur Schnitzler)

  • Oh, Sorry für Doppelpost aber:


    Das liest sich ja völlig blöd was ich da im oberen Teil geschrieben habe.
    Der erste Satz war nicht so gemeint dass man auf Gedeih und Verderb ein Kind zur Welt bringen sollte wenn man vorab schon weiß dass dieses schwer behindert sein wird.
    Diese Entscheidung - solange man sie noch treffen kann - obliegt allein den Eltern. Ob man es dann bekommen will oder lieber nicht.


    Nur fürs Verständnis.


    N.

    Bewahre uns der Himmel vor dem "Verstehen".
    Es nimmt unserm Zorn die Kraft, unserm Hass die Würde, unserer Rache
    die Lust und noch unserer Erinnerung die Seligkeit.
    (Arthur Schnitzler)

  • Hmmm sehr interessantes Thema und bei uns in der Schweiz auch wieder aktuell!


    erstmal...
    Gaz : ich glaube nicht, dass man sich durch Luftanhalten umbringen kann. Wenn du deine Luft tatsächlich solange anhalten kannst, bis dir schwarz vor Augen wird (was in den meisten Fällen nicht geht, da man den Reflex hat, Luft zu holen) und du ohnmächtig hinfällst, weiss dein Körper genau, was zu tun ist. Also keine Chance. ;-)


    Zum Abtreiben (obwohl offtopic) finde ich, dass es immer noch Unterschiede gibt zwischen einer Behinderung und einem nicht lebensfähigen Menschen. Das heisst, wenn im Vornherein feststeht, dass das Kind nicht lebensfähig ist, sprich nur wenige Stunden oder Tage leben kann finde ich es vertretbar. Falls noch kein eigenes Thema existiert: unbedingt anbringen!


    Zum eigentlichen Thema möchte ich folgenden aktuellen Fall aufzeigen:


    http://nzz.ch/nachrichten/zuer…erwuenscht__1.563730.html


    Im übrigen auch der Grund, weshalb ich zuerst ein Topic eröffnen wollte (gottseidank haben wir die Suchfunktion) ;-)


    Momentan steht da vor allem die Diskussion um den geeigneten Ort für diese Sterbehilfeorganisation. Kann verstehen, dass man das z.B. in einem Wohnquartier wo auch Kinder draussen spielen usw. nicht tolerieren kann, wenn man, wie in dem Beitrag erwähnt, die Leute vorher mit dem Rollstuhl reinfahren sieht und danach mit dem Sarg raus....


    Allerdings bin ich grundsätzlich PRO Sterbehilfe. Meine Eltern haben mir die Entscheidung abgenommen, falls sie mal "dahinvegetieren" sollten, d.h. nur noch mit Maschinen atmen, nicht mehr sprechen usw. wird sich ebenfalls eine Schweizer (?) Sterbehilfe einschalten und sozusagen die Maschinen abstellen. Ich denke in akuten Fällen, wo man nicht mehr Herr über sich selbst sein kann (eben auch Alzheimer usw.) sollte man solche Organisationen unterstützen. Ich würde auch nicht so leben wollen - und ich finde den Vergleich mit "Tierquälerei" absolut nicht abwegig. In solchen Organisationen werden ja auch nicht einfach Leute die "keinen Bock mehr haben" unterstützt sondern soweit ich weiss nur todkranke Menschen. Ich glaube auch bei aktiver Sterbehilfe muss der Patient die todbringende Dosis von Medikamenten selber zu sich nehmen. So wurde es zumindest mal in einer Sendung erklärt, die ich mir angesehen habe.


    Klar könnte man sich sagen: "Vielleicht ist in ein paar Monaten oder Jahren das passende und lösungsbringende Medikament da" Nur glaube ich nicht, dass man in solchen Situationen den Nerv hat, noch auf etwas zu warten. Ich finde man sollte die Menschen aber sehr seriös in diesen Dingen beraten und natürlich auch andere Hilfsprogramme anbieten. So dass der tolerierte Suizid praktisch der absolut letzte Ausweg ist.


    Es ist sicher nicht einfach, die einzelnen Fälle abzuwägen. Allerdings gibt es wiederum klare Fälle wo man sich sicher sein kann, dass der Mensch niemals wieder "leben" wird da er z.B. hirntot und im Koma ist. Es macht sicher vieles leichter, wenn das die entsprechende Person bereits während einer Krankheit oder vor dem Tod selber regelt. Sozusagen als Ergänzung zum Testament.


    Dazu noch eine Geschichte:
    Mein Onkel hatte mit 26 Jahren einen schweren Autounfall, bei der er sich am Schädel schwer verletzte und in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Er lag mehrere Monate im Koma und zeigte keine Verbesserung. Die Ärzte hatten ihn bereits aufgegeben und meine Grossmutter gefragt, ob sie nicht die Maschinen abstelllen möchte. Sie hat sich geweigert. Einige Zeit danach ist mein Onkel aufgewacht. Er musste alles wieder erlernen (sprechen, essen usw.), ist aber wieder völlig genesen (mit Ausnahme der Metallplatte im Schädel). Er hat danach eine Familie gegründet und zwei Kinder bekommen. Leider ist er vor 3 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Mit 46 Jahren - als ob man ihm nochmals eine Chance gegeben hätte (die er dann leider nicht mehr nutzen konnte). Deshalb halte ich es für nicht absehbar, wie man im persönlichen Fall, innerhalb der Familie reagiert.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Hallo,


    auch ich möchte etwas zum Thema Sterbehilfe sagen:


    Ich persönlich lehne Sterbehilfe ab, genauso ist es mit Selbstmord.
    Zur Sterbehilfe habe ich zu sagen, eigentlich ist Sterbehilfe nur dann zulässig, wenn sie nach dem Willen des Patienten geäußert wird. Doch ist der Wunsch/der Wille zu sterben , der lange Zeit vor der Krankheitssituation geäußert wurde (Patientenverfügung), zum Zeitpunkt der Erkrankung noch gültig? Was ist der Wunsch/der Wille eines Komapatienten und wie steht es bei sehr kranken Neugeborenen?
    Und zu Selbstmord habe ich zu sagen, was ja die Sterbehilfe mit einbezieht, wir Menschen haben eine Selbstliebe, die Selbstliebe zum Leben. Selbstliebe bedeutet, die Erhaltung des Lebens. Und genau aus dieser Selbstliebe möchte ich mein Leben beenden. Das ist ein totaler Widerspruch und nicht logisch. Unser Dasein verlangt nach dem Sein, sozusagen kann es gar nicht auf das Nichtsein und seine Selbstzerstörung gerichtet sein.


    Liebe Grüße Minga

  • Hi,
    Also ich bin für Sterbehilfe, denn meiner Meinung nach kann jeder Mensch selbst entscheiden wann und wie er sterben will, wenn er sterben will und ob er sich nun selbst umbringt oder jemand anderen das tun lsst ist für mich ziemlich egal. Da man, wenn man im Koma liegt nicht mehr selbst entscheiden kann was mit einem passiert fände ich es gut wenn jeder Mensch eine Erklärung abgeben müsste was man in einem solchen Fall mit ihm machen soll. Meiner Meinung nach hat jeder Mensch das Recht auf Leben UND auf Sterben.


    mfg loafer

  • Das Problem bei der Sache ist ja offt das diese Menschen nicht sterben wollen, sich aber nicht wehren können. Das solltest du bedenken. Würde die Sterbehilfe erlaubt, würde eine unglaubliche Welle an Morden losbrechen, bei denen irgendwelche Leute der Meinung sind sich als Herr über Leben und Tod aufspielen zu müssen.


    Gruß Beat

  • Soviel ich weiss, dürfen ja die Patienten selber entscheiden. Das heisst in den meisten Fällen sind sie ja bei Bewusstsein und nehmen den Cocktail selbst zu sich. Da kommt nicht die Organisaton von selbst und stellt einfach die Maschinen ab. Man kann glaube ich auch nicht für einen Familienangehörigen entscheiden.


    In der Schweiz ist es übrigens nicht verboten. Wir haben hier zwei bekannte Sterbehilfeorganisationen. Deshalb kommen teilweise auch Menschen aus dem Ausland um quasi in der Schweiz zu sterben.


    Aber ich denke es gibt in jeder Branche schwarze Schafe. Also wann Sterbehilfe dann eine, die überprüft wird und mit rechten Dingen zugeht.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Ich sehe das so: Erst mal gehe ich davon aus, das die betr. Person im Koma liegt. Wäre das nicht so kann man einer Totkranken auch ne Knarre in die Hand drücken und warten. Das kann man meines erachtens nicht als Sterbehilfe betrachten.


    1. Wenn man an X Schläuchen hengt und derzeit keine Heilungsmöglichkeiten bestehen finde ich es durchaus als vertretbar, die Maschinen abzustellen (Ich glaube Ärzte dürfen dad nicht, deswegen nur andere). Wer weiß wie diese Person leidet? Und man kann dann auch nicht ewig auf eine Heilungsmöglichkeit hoffen. - das zur nicht-aktiven-Sterbehilfe.


    2. Doch wenn es noch Hoffnung gibt (Heilmittel die es bereits gibt!) sollte man alles mögliche unternehmen um die betr. Person zu retten!


    3. Aktive Sterbehilfe heißt für mich nicht etwas abstellen, sondern etwas anstellen (z.B. Pistole), um die Person zu töten und das wäre ja nun Mord. Doch das schließt ja bereits 1. und 2. aus.


    MfG Mr. T

  • Dazu habe ich neulich einen interessanten Artikel in der Zeitung gelesen, ich habe ihn sogar im Netz gefunden.


    Letzter Ausweg Parkplatz


    STERBEHILFE. Schweizer Verein "Dignitas": Kampagnen machen es unmöglich, Räume zu mieten. Entsetzen in Deutschland.


    ESSEN:


    Der begleitete Selbstmord zweier 50 und 65 Jahre alter Deutscher auf einem Waldparkplatz in der Schweiz erregt die Gemüter.


    Dabei wird durchaus kontrovers diskutiert, wer Schuld hat an diesem Tod, den viele als würdelos empfinden.
    Die Schweizer Sterbehilfe-Organisation Dignitas, die den beiden Deutschen die tödlichen Medikamente besorgte,
    beklagt sich über eine anhaltende Medienkampagne.
    Diese mache es ihr zunehmend unmöglich, Räume in Wohnungen oder auch Hotels bereitzustellen.


    So sei man leider gezwungen, an frei zugängliche Orte auszuweichen, sagte Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli.
    Vor allem in Deutschland bewerten Politiker, Theologen und Ärzte das Angebot der Sterbehelfer als sehr kritisch
    und sehen im Parkplatz-Tod nur einen weiteren Schritt in den totalen Zynismus.


    Tatsache ist: Für unheilbar Kranke, die über ihr weiteres Schicksal frei bestimmen wollen, ist Dignitas eine gängige Adresse,
    weil die hier praktizierte passive Sterbehilfe nur in der Schweiz legal ist.


    Passiv heißt: Wer erkennbar freien Willens ist und kundtut, dass er sterben möchte,
    erhält von einem Mitarbeiter des Züricher Vereins ein Betäubungsmittel und ein Glas Wasser.
    Beides muss der Sterbewillige ohne fremde Hilfe zu sich nehmen - alles andere wäre aktive Sterbehilfe, und die ist auch im Nachbarland verboten.


    Allein 2006 seien 195 Sterbewillige zu Dignitas gekommen, berichtet der Verein - darunter 120 aus Deutschland.
    Für das begleitete Sterben muss umgerechnet rund 4900 Euro gezahlt werden.
    Enthalten sind darin Kosten für die Vorbereitung des Selbstmordes, den Arzt, Behördengänge und schließlich die Einäscherung der Leiche.


    Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, warf Dignitas in einem Interview vor,
    "Geschäftemacherei unter dem Deckmantel der Nächstenliebe" zu betreiben.
    Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann betonte in der Hannoverschen "Neuen Presse", dies sei genau die Art eines menschenunwürdigen Sterbens,
    die in der Organisation Dignitas von vornherein angelegt gewesen sei.


    "Menschen sollten an der Hand eines Menschen sterben - und nicht durch die Hand des Menschen".


    "Menschenunwürdig und nicht akzeptabel", nennt auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion,
    Dieter Wiefelspütz, den Vorgang, während die Länder-Jus-tizminister von Union und FDP sich erneut für ein Verbot
    der geschäftsmäßigen Förderung von Sterbehilfe aussprachen, da ansonsten ein nicht unerheblicher Anstieg der Suizidzahlen zu befürchten sei.


    Deutscher Ableger will bald Präzedenzfall schaffen


    Die deutsche Sterbehilfe-Organisation Dignitate hat den Bundestag hingegen aufgefordert, endlich offen über Sterbehilfe zu debattieren.
    Das Thema dürfe kein Tabu mehr sein, sagte der Vizechef des Vereins, der Berliner Arzt Uwe-Christian Arnold.
    Arnold wies die Kritik von Politikern als pure Heuchelei zurück.
    "Wenn es in Deutschland vernünftige Regelungen gäbe, müsste kein verzweifelter Deutscher mehr in die Schweiz zum Sterben fahren",
    sagte Arnold.


    Es müssten gesetzliche Bedingungen geschaffen werden, so dass "Menschen mit gewissen Auflagen" geholfen werden könne.
    Dignitate wolle bald einem unheilbar kranken Patienten in Deutschland Sterbehilfe leisten, um damit einen juristischen Präzedenzfall zu erzwingen.


    Quelle: Klick



    Liebe Grüße. :)

  • Hi :winks:


    Mich würde es mal interessieren,wie einige hier zu diesem Thema stehen.
    Die Idee zu diesem Thema kam mir Gestern,als ich diesen Artikel gelesen habe :


    Zitat

    Rom/Mailand - Das Schicksal der seit mehr als 16 Jahren im Koma liegenden Italienerin Eluana Englaro ist juristisch wieder in der Schwebe.


    [url=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,569631,00.html]Quelle und Bericht[/url]


    Zu meiner Meinung selbst :


    Ja,ich bin für Sterbehilfe,wenn überhaupt keine Hoffnung mehr besteht.


    In einigen Ländern ist die Sterbehilfe erlaubt in einigen nicht.
    Was meint Ihr? Sollte es allgemein für alle Länder erlaubt werden ?


    Kleine Regel zu diesem Thema:


    Bitte Meinungen von Usern aktzeptieren und nicht beleidigend dann werden.
    Ich denke schon das wir hier eine sachliche Diskussion führen können.


    Lg Engelchen

    Mehr als die Vergangenheit interessiert
    mich die Zukunft,


    denn in ihr gedenke ich zu leben.


    *~'°*Albert Einstein*~'°*


    Nun,haben wir schon nachgeschaut wo ich war und was ich getan habe ? *lächel* :roll:

  • Ich denke da sollte man zwei Sachen unterscheiden.
    Also ob der Patient seinen Willen noch äußern kann, aber z.B. zu schwach ist um Suizid zu begehen, oder eben Leute die nicht dazu in der Lage sind wie z.b. eben die Komapatienten.
    Bei ersteres sage ich, dass jeder das Recht haben sollte auf den Tod. Natürlich sollte man gucken ob es psychatrische Gründe hat wie etwa bei Depressionen es wohl oft vorkommt und versuchen diese zu behandeln, aber wenn dem Menschen sowieso kein richtiges Leben mehr möglich ist und er unnötig leiden muss und sterben will, dann sollte man auch Sterbehilfe erteilen können. Diese Menschen werden es sich ja nicht einfach so dazu entscheiden, sondern auch an ihre Verwandten denken, die mit dem Tod nur schlecht umgehen könnten. Hinzu kommen vielleicht noch die gängigen Angstmachereien der Leute die sagen, dass Selbstmörder in die Hölle kommen.


    Bei Komapatienten und Menschen die sich nicht frei äußern können ist es wohl eine Ecke schwieriger. Da wird es wohl auf die Angehörigen hinauflaufen und da müsste man auch die Motive dieser kennen. Also eine eindeutige Festlegung ist wohl nicht sinnvoll, wohl eher eine individuelle Entscheidung von Gerichten.

    Der Flügelschlag eines Schmetterlings über der Karibik kann einen Wirbelsturm in China auslösen.
    Tötet alle Schmetterlinge!

  • von meiner moralischen seite natürlich sehr controvers.... aber ich geh mal wissenschaftlich ran, auch wenn mich dann wohl einige für pervers und gefühlslos halten:


    wenn die patienten jahrelang im koma liegen und nur eine SEHR kleine wahrscheinlichkeit existiert das die leute überhaupt erwachen, bzw. noch geringer, dass sie ohne behinderung aufwachen, so ist es wirtschaftlich verwerflich keine sterbehilfe zu leisten.
    die unterbringung und Pflege der Patienten kostet recht viel Geld, welches der Patient wohl nie wieder ins Gesundheitssystem einbringen kann und dadurch schadet er allen anderen des gesundheitssystems.
    Außerdem werden die angehörigen durch den schwebezustand wohl stark emotional belastet, wobei ein schneller tod wohl langfristig unproblematischer gewesen wäre. folglich schadet der patient also auch die familienmitglieder bzw. allen anderen indirekt über die familienmitglieder...


    so das war jetzt nur der wirtschaftliche aspekt.
    ich habe sehr wohl gefühle und würde auch nie allein über diesen aspekt urteilen wollen, aber ich bin der meinung, dass man diesen aspekt unter allen anderen auch erwähnen und bedenken sollte!


    ... selbst wenn ich alle aspekte betrachte bin ich für eine sterbehilfe sofern eine "heilung" in 5 jahren... bei jungen menschen auch 10 jahre oder länger nicht erfolgt ist, sofern der patient nicht ausdrücklich etwas anderes gewollt hatte.
    bei nicht komatösen Fällen - in denen Patienten leiden müssen und eine Heilung nicht wahrscheinlich ist müsste der wunsch nach dem tod ebenso erfüllt werden, bevor die patienten überhaupt das volle ausmaß der krankheit erfahren müssen um daran zu krepieren.


    ich will nicht tiere mit menschen vergleichen, aber sobald das liebe haustier was man über alle liebt schwer krank ist und nur noch leidet, wird es eingeschläfert und findet "seine ruhe" auch wenn es zunächst für den besitzer recht schwer ist.
    Beim Menschen führt man jedoch eine ethische Diskussion und stellt dabei den gefühlszustand der menschen in den hintergrund.
    Medizinischer Ehrenkodex hin oder her, wenn der Patient leidet und nach dem Tod wünscht dann soll man es ihm gewähren und es als pflicht ansehen!

  • Interessantes Thema, weil ich mir nicht sicher bin, ob unter "Sterbehilfe" das Abschalten von "lebenserhaltenden Maßnahmen" gemeint ist. Aber im Großen und Ganzen bin ich derselben Meinung von Realist2.


    Warum ich aber das Abschalten von lebenserhaltenden Maßnahmen anspreche, ist, dass wenn Sterbehilfe genehmigt wird, auch ein "Zwang zur Sterbehilfe" im Gesetz verankert werden muss.
    Denn ich denke, wenn Angehörige ihren 96 Jahre alten Vater an Maschinen hängen lassen, dann hat es nichts mit Liebe zu tun, sondern nur damit, dass sie weiterhin die Rente einkassieren wollen. Wie oft besuchen sie ihn? Ein oder 2 mal im Monat?



    Off Topic:
    Letztens hatte ich einen Anruf wegen eines Abo-Upgrades. Habe dem Kunden gesagt, dass sich dann die Mindestvertragslaufzeit wieder auf 24 Monate verlängert. Dann meinte er: "Nee, dann lassen wir´s. Sie sehen ja mein Alter. Und den Kündigungsstreß will ich meinen Angehörigen nicht antun." Er war 86 Jahre alt. Ich mußte mich stark zurückhalten, um nicht zu sagen: "Bei Todesfall gibt es ein Sonderkündigungsrecht."

  • Ich verstehe nicht, warum es nicht endlich auch in Deutschland möglich ist, aktive Sterbehilfe einzufordern.


    Ich arbeite im Altenheim und sehe dort täglich die verschiedensten Fälle.


    Ich habe ein 102 Jahre alte Dame, die wohl alles andere vor sich sieht als den Tod. Sie liegt nur im Bett, ist blind, aber sterben käme für sie nicht in Frage.


    Dann hatte ich vor 2 Jahren einen sehr tragischen Fall. Die Frau war zwischen 65 und 70 Jahre alt (genau weiß ich es nicht mehr), lag im Bett, war von Krebs zerfressen und hatte Löcher im Fleisch, so tief, dass man Bänder und Knochen sehen konnte. Ich sage euch, das war kein sehr schöner Anblick. Und ich bin froh, dass sich diese Stellen an Orten befanden, welche die Frau nicht einsehen konnte.
    Sie hatte Schmerzen ohne Ende, war aber für alles was man tat so unendlich dankbar. Auch wenn man die Wunden versorgte, was bei ihr starke Schmerzen auslöste und bei dem ein oder anderen Kollegen den Würgereiz. Es war Sommer, es war heiß und es roch süßlich. Diese Frau verfaulte am lebendigen Leibe. Sie bat und bettelte, dass wir ihr doch was geben, damit sie einschlafen könnte und nicht mehr aufwachen würde.


    In unserem Fall war es dann Morphium. Das hat ihr letzendlich auch geholfen zu gehen (siehe Komplikationen: Atemdepression). Sie ist mit einem Lächeln eingeschlafen.


    Es geht in diesem Fall nicht um Suizid sondern schlicht und ergreifend ein verkürzen der Leidenszeit. Menschen, die unheilbar krank sind und deren weiterer Lebensweg nur noch gepflastert ist mit Schmerzen und Dahinsiechens, denen sollte man die Möglichkeit geben, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.


    Wir geben uns in der Tierhaltung die Chance human zu sein und ein Tier zu erlösen, dessen Zustand nicht besser wird, sondern nur noch quälender. Warum man aber einem aussichtslos erkrankten Menschen nicht die Option offen hält, ist mir absolut unbegreiflich.


    Unsere niederländischen Nachbarn haben es schon längst erkannt und können es umsetzen.


    Und ich gebe offen zu: Ich wäre in der Lage, eine solche Spritze zu verabreichen, wenn mir noch mal dieser Fall begegnet, den ich oben geschildert habe!

  • Bevor ich Meinung hierzu äußere muss ich sagen das dieses Thema sehr vorsichtig betastet werden muss, und vor allem darf man hier nicht verallgemeinern.


    Ich bin für Sterbehilfe. Ich musste zusehen wie mein Opa fünf Jahre lang an Alzheimer vor sich hinstarb. Anfangs vergisst man dinge aus der Vergangenheit. Später ganz grundsätzliche Dinge wie zum Beispiel einen Arm zu Bewegen, den Mund zu Bewegen. Das Ende der Krankheit bedeutet der Körper vergisst zu Essen und zu Trinken und man muss Verhungern oder Verdursten. Wenn man künstlich am Leben gehalten wird verlern der Körper am Ende den Herzrythmuss zu halten und man stirb an einem Herzanfall.


    Wenn man zusehen musste wie ein geliebter Mensch verhungern musste möchte man alles tun um anderen dies zu ersparen.

  • ein schweres Thema.
    In Grundsatz sollte niemand Unnötig leiden müssen !
    Aber vorher müssen viele Punkte sicher gestellt sein.
    So das es auch nichtmal eine Ausnahme Regelung geben darf.
    Wie zB Komapatienten müssen selbst zu Lebzeiten schon eine Verfügung unterschreiben haben.
    Es muss eine Kommission von Externen Medizinern den Fall Einstimmig und unabhängig zustimmen .
    Auch muss bei Sterbehilfe eine Organtransplantation kategorisch verboten sein!
    Das sind so die Minimal Anforderungen die ich als Fundament brauchen würde um der Sache
    mit halbwegs gutengewissen zustimmen zu können.
    Auch müssen hier Glasklare Grenzen gezogen werden .
    Aber Wo fangen sie an und wo Enden sie ?
    Ich sehe in Hintergrund einfach die Gewähr das die Grauzone unmerklich Größer wird
    Das schleichend aus Humanitären auch Wirtschaftliche Abwägungen einfließen werden.
    Besonders in Hintergrund der " Neuen 2 Klassen Gesellschaft "
    Den grade dort ist heute schon Gesundheit eine Frage des Geldes.

    (Fast immer) Tolleranz in gegenseitigen einvernehmen . . .


    und wenn nicht erst noch mal bei einen Kaffee & Zigarillo drüber sinnen !!!

    Mit vorzüglicher Hochachtung . . .

  • Sterbehilfe ist okay wenn es für den Patienten wirklich keine Hoffnung mehr gibt - wozu unnötig sein Leben und Leiden verlängern...
    allerdings liegt dies im ermessen der Ärzte und ich will ehrlich gesagt mit keinem tauschen der diese Verantwortung tragen muss!