Neue Religion (Glaubensgemeinschaft) gründen, möglich?

  • Oah komm, auch der Buddhismus basiert auf einem transzendenten, göttlichen Prinzip. Wenn ich Manitou, die Kraft der Natur, anbete, bin ich ja auch religiös. Ist nicht schwer zu verstehen. Kein transzendentes Prinzip, keine Religion. Sonst wären unsere Gesetzesbücher ja auch religiöse Grundlage, weil sie Moral und Regeln vermitteln. Das allein reicht aber nicht.
    Sich das anzugucken ist ja zum Haareraufen grad.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Und was ist dann mit dem Buddhismus? Die glauben ja auch nicht an Gott bzw. Götter

    aber an ein transzendetales Prinzip, nämlich das Karma und das Prinzip der Wiedergeburt. Auch da werden Ethik und Moral von etwas "Höherem" abgeleitet. Wenn du den Glauben an etwas Höheres und Übernatürliches aus der Definition von Religion ausklammern willst, dann kannst du letztlich jede beliebige Vereinigung von Menschen als Religionsgemeinschaft bezeichnen, also auch deinen örtlichen Kaninchenzüchterverein.

    Das Glück des Forschers besteht nicht darin, eine Wahrheit zu besitzen, sondern die Wahrheit zu erringen.
    - Max Planck -

  • Es ist halt immer etwas tricky wenn man mit gefährlichen Halbwissen glänzen will. Mal ganz davon abgesehen gibt es beim Buddhismus durchaus Platz für Götter, sogar eine ganze Armee von denen, sogenannte Devas. Der Unterschied ist halt das sie nicht omnipotent sind.


    Aber versuch doch einfach mal eine Religion zu gründen, wenn es klappt winken dir nette Steuervorteile.

  • Also ich finde es auch nicht so einfach, eine neue Religion zu gründen, denn man kann sich ja nicht hinstellen und man muss der Wahrheit treu bleiben und meistens zentriert sich das um eine Person und ist dann subjektiv, finde ich. Also ich würde nicht gerne dafür bekannt sein, dass ich der Repräsentant einer singulären Wahrheit bin. Guckt mal, was Jesus (mit Nachnamen "Christus" ja auch noch wenigstens genannt) passiert ist! dem werden ständig irgendwelche Glaubenssätze und sogar eine Kirche auf die Fahne geschrieben, dabei hat er damit gar nichts zu tun, sondern das war das etwas zu weit gehende Projekt der Apostel und Petrus, sozusagen, ein Tor vom Himmel durch Einsetzen eines Papstes und die Gründung der Kirche damit zu begründen, aber eigentlich ist die Kirche eher das Projekt des Papstes und das Christentum ist beides zwar und hat auch mit Jesus zu tun, aber mit Absicht hat Jesus nicht dem Papst gesagt, er solle Homosexualität verbieten und wer das glaubt, dass es der Erhaltung unserer Spezies schädigen könnte, darf glauben, dass der Papst meint, naja, ich würde das sogar unterschreiben, wären nämlich alle Menschen komplett homosexuell, dann vermute ich definitiv den Untergang unserer Zivilisation, aber Jesus das unterzuschieben, da sieht man mal, was er davon hat, ins Zentrum einer eigenen Religion gerückt worden zu sein: ihm werden nun Sachen unterstellt, die sagt er gar nicht mehr.


    Ich habe auch nichts gegen die Kirche, aber etwas rationaler ist da der Buddhismus und auch wenn Buddha als erstes behauptete, dass die Seelen sich ins Nirvana verlaufen, verläuft sich da dann doch ständig der Buddhismus zum Dalai lama, aber das muss nicht schlimm sein, wenn eine inkarnierte Seele ständig ein Garant von Vertrauen und Zuversicht ist und singulär in Tibet um sich dadurch kontinuierlich wirken kann. Das ist eigentlich relativ rational, nicht wie die Spaltung des Islams, die das nun noch immer nicht geklärt hat, wer die Nachfolge Mohammeds ist (wahrscheinlich müsste er selbst dazu erstmal was gesagt haben, bevor diese "Meinungsverschiedenheit" sich auflöst, aber nachvollziehbar wäre es auch nicht mehr, ob nur Mohammeds Nachkommen den einzig wahren Kalifen stellen dürften) und auch wie das Christentum, das eindeutig keinen Dalai Lama hat.


    Dass Menschen immer im Mittelpunkt einer Religion stehen, das ist schon eher ungesund, finde ich, auch bei Scientology zum Beispiel. Die Zeugen Jehovas finde ich da schon cooler, weil da jeder mal die Apokalypse prophezeien darf und daher finde ich doch gesünder, an einen Gott für alle zu glauben, denn dann muss man nicht zwischen verschiedenen Menschen auswählen. Oder Götzen. Oder wie im Hinduismus: Göttern. Aber wenn es sein muss, dass ein Gott ein Mensch ist, dann übernehme ich das. So viel zum Thema von heute von mir zumindest; es sei denn, eine Antwort reizt mich heute schon oder überhaupt irgendwas, dass ich hierzu im Thread nochmal schreibe.


    Übrigens meine ich "Aber wenn es sein muss, dass ein Gott ein Mensch ist, dann übernehme ich das[.]" durchaus ernst und das ist kein Witz, denn entweder hört ihr auf, einzelne Menschen als Gott zu beschreiben oder ihr wisst gleich, dass ich es bin. Das ist durchaus eine zulässige Manipulation und wenn Menschen ein Spiel daraus machen, wer eher Gott ist, ich oder Jesus Christus, dann sage ich gleich ICH und das meine ich TODERNST und nicht etwa, weil ich mir nicht vorstellen könnte, dass viele in dem lieben Opferlamm, DAS JESUS war und in seiner Barmherzigkeit eher die kuschelige Romantik eines "Gottes, den sie sich wünschen" wohl auch finden oder finden würden. Nein, sondern weil man über so etwas keine Späße macht und ihr dürft gerne euren Originalschriften meinetwegen treu bleiben, aber ich akzeptiere keinen Verstoß gegen meine ersten 10 Gebote und es wird keinen anderen Gott neben mir geben und aber solltet ihr euch nie ein Bild von Gott machen und wer es doch tut und eine Ikone mehr liebt als mich oder Gott, von dem ihr euch kein Bild gemacht habt, der darf sich gerne als Sünder von mir behandelt fühlen dürfen, aber mit MIR nicht!

  • Wieso will jemand eine Religion gründen? Höchstens um sich aufzuspielen und alle Mädels abzukriegen. Ich behaupte, dass Religion von Menschen erfunden wurde, die in Saus und Braus leben wollen, ohne selbst etwas dafür zu tun. Die Menschheitsgeschichte ist voll von Beispielen: Katholische Kirche, ägyptische Priesterschaft (Echnaton und die Folgen), Maja und/oder Atzteken, hatten beide übelst Menschenopfer im Programm?

    Kein ernst zu nehmender Schamane, bereichert sich mit dem was er/sie tut. Eine spirituelle Dienstleistung ist keine, die nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten korrekt abrechenbar ist.