Zauberei im alten Ägypten - Ursprung der Zauberei ?

  • Gestern wurde ich aufmerksam auf dieses Thema durch eine Folge Akte X (Der unglaubliche Maleeni).


    In dieser Folge wurde das Thema "Dedi" angesprochen


    Dedi von Desnefru war ein altägyptischer Zauberkünstler.


    Ihm gelang laut einem Papyrus von circa 2400 v. Chr. (bekannt als Westcar-Papyrus) schon im alten Ägypten die Illusion,
    einen abgetrennten Kopf wieder anzubringen.


    Er lebte während der 4. Dynastie als Untertan des Pharaos Cheops (ca. 2604 - 2581 v. Chr.).
    Da dieser Pharao von dem Kunststück gehört hatte, rief er ihn zu sich.


    Der Pharao wollte Dedi sogar einen Sklaven zur Verfügung stellen.
    Dedi aber lehnte ab und köpfte nur eine Ente, eine Gans und eine Kuh.


    Danach "zauberte" er die Köpfe wieder an und die Tiere waren wieder lebendig.


    Zauberhistoriker bezweifeln, dass Dedi seine Wunder mit Tricktechnik bewerkstelligt haben könnte, sondern halten die Berichte für kreative Folklore.
    Zauberkunststücke, bei denen scheinbar Köpfe von Tieren abgetrennt und wieder angesetzt werden, sind erst seit wenigen Jahrhunderten bekannt.


    Eine Täuschung des Monarchs wäre zudem als Betrug bewertet worden und entsprechend riskant gewesen.


    Quelle: Klick



    Liegt der Ursprung aller Zauberkünste im alten Ägypten?


    Im Jahr 1839 erwarb die Engländerin Westcar eine Papyrusrolle aus der Zeit des späten Mittleren Reiches oder der Zweiten Zwischenzeit.
    Sie gab diese Rolle mit 12 erhaltenen Textkolumnen dem Ägyptologen Karl Richard Lepsius, der die Hieroglyphen jedoch nicht entziffern konnte.




    Erst 1890 gelang dies dem Ägyptologen Adolf Erman.


    Diese Aufzeichnung berichtet über den Zauberer Dedi, der damals angeblich 110 Jahre alt war, und vor dem König Kufu auftreten sollte.
    Dieser König fragte Dedi, ob er in der Lage sei, einem Menschen den Kopf abzuschlagen und auch wieder aufzusetzen.


    Dedi lehnte es ab, dieses Experiment mit einem Menschen zu machen; sondern er wollte es mit einem Tier tun.
    Der Magier schnitt einer Gans den Kopf ab, legte den Körper der Gans in die westliche Seite der Halle und den Kopf in die östliche Seite der Halle,
    beide Teile viele Meter voneinander entfernt.
    Er sprach eine geheimnisvolle Zauberformel, der Körper der Gans watschelte auf den Kopf zu,
    der Kopf sprang auf den Körper und im Nu war die Gans wieder hergestellt.


    Im Westcar-Papyrus findet man noch viele weitere Beschreibungen von Tricks, die der Zauberer Dedi vorgeführt hat.


    Quelle: Klick



    Soviel ich weiß liegt das Papyrus im alten Museum in Berlin.



    Zitat

    Zauberhistoriker bezweifeln, dass Dedi seine Wunder mit Tricktechnik bewerkstelligt haben könnte, sondern halten die Berichte für kreative Folklore.
    Zauberkunststücke, bei denen scheinbar Köpfe von Tieren abgetrennt und wieder angesetzt werden, sind erst seit wenigen Jahrhunderten bekannt.


    Das stellt doch die Übersetzung des Papyrus durch den Ägyptologen in Frage oder?



    Gruß, Phobo. :)

  • Interressantes Thema.
    Zauberei und Ägypten, dazu fällt mir spontan noch Moses ein, der sich ja mit ägyptsichen Zauberern einen "Wettkampf" geliefert haben soll.


    Zu Dedi:



    Zitat

    Zauberhistoriker bezweifeln, dass Dedi seine Wunder mit Tricktechnik bewerkstelligt haben könnte, sondern halten die Berichte für kreative Folklore.
    Zauberkunststücke, bei denen scheinbar Köpfe von Tieren abgetrennt und wieder angesetzt werden, sind erst seit wenigen Jahrhunderten bekannt.


    Ich denke, um das bewerten zu können, müsste man erstmal wissen, wie heutige Zauberer/Illusionisten es schaffen Körperteile (scheinbar) abzutrennen und wieder anzufügen. Sowas sieht man ja wirklich oft. Ich weiss leider nicht wie das funzt.
    Aber wenn dabei nicht alzu moderne Technologie zum Einsatz kommt und davon gehe ich aus, dann verstehe ich nicht wieso die Ägypter damals nicht solche illusionistsichen Tricks vollführen können sollen. Und das mit dem Betrug des Pharaos finde ich ei wenig spekulativ. Das Zirkuszauberer das publikum durch Tricks "reinlegen", weiss heute auch fast jeder und keiner fühlt sich dadurch betrogen sondern unterhalten ... naja.


    Aber ich könnte mir durchaus auch vorstellen, dass der altägyptische Trick auf echten übernatürlichen Fähigkeiten beruht, vielleicht einfach eine Form der Telepathie oder Suggestion.

  • Das A und O der heutigen Zauberei ist die Ablenkung, habe ich gestern in der Folge Akte X erfahren.


    Aber war das damals auch schon das A und O?


    Was ist, wenn Dedi das wirklich konnte und das keine Zauberei sondern ein Wunder ist?


    Hat die Jahrtausend alte ägyptische Zauberei mit der heutigen Zauberei wie wir sie kennen überhaupt etwas gemeinsam?



    Zitat

    Zauberei und Ägypten, dazu fällt mir spontan noch Moses ein, der sich ja mit ägyptsichen Zauberern einen "Wettkampf" geliefert haben soll.


    Was denn für einen Wettkampf?


    Das Thema kenne ich nicht.



    Gruß, Phobo. :)

  • Ich hab die Stelle zu Moses mal zitiert.


    Zitat

    Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: Wenn der Pharao zu euch sagen wird: Weist euch aus durch ein Wunder!, so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn hin vor dem Pharao, daß er zur Schlange werde! Da gingen Mose und Aaron hinein zum Pharao und taten, wie ihnen der HERR geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab hin vor dem Pharao und vor seinen Großen, und er ward zur Schlange. Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberer rufen, und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten: Ein jeder warf seinen Stab hin, da wurden Schlangen daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. Abercdas Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.
    2. Moses, Kap 7, 8-13


    Klingt etwas schwer verständlich. Jedenfalls hat Aaron (der Bruder Moses) um den Pharao seine Macht zu beweisen seinen Stab in eine Schlange verwandelt. Die ägyptischen Zauberer am Hofe des Pharaos haben dies ihm nachgemacht, doch die Schlange von Aaron war viel stärker und hat die Schlangen/Stäbe der ägyptischen Zauberer verschlungen bzw. besiegt.
    So kenn ich die Geschichte. :-)


    Zitat


    Hat die Jahrtausend alte ägyptische Zauberei mit der heutigen Zauberei wie wir sie kennen überhaupt etwas gemeinsam?


    Mit Zauberei meinst du jetzt die "Trickzauberei"?
    Mit richtiger Magie hab ich mich jetzt nicht so beschäftigt und kanns auch nicht so 100% glauben. Wenn dann denke ich da eher an eine besondere Form von PSI oder ähnlichen Gedankenkräften. Aber das es nicht umbedingt Trickzauberei sein muss, könnte ich mir auch vorstellen.

  • Also, so schön er auch zu lesen ist, der Papyrus Westcar ist nichts weiter als eine Sammlung von Märchen voller Wundertaten. Die Rahmenhandlung spielt nur fiktiv unter Cheops, da der Text aus weitaus später Zeit stammt. Es sind ja auch gleich mehrere Zauberer unter mehreren Königen, von deren Können berichtet wird. Wobei ich die Episode mit dem Wachskrokodil vorziehe ;-)
    Gerade diese Fertigkeit, Wachsfiguren zum Leben erwecken zu können, taucht in der ägyptischen Literatur bei Zauberern immer wieder auf. Neugierigen kann man da die Setne Geschichten empfehlen, sowohl die bekanntere 1. als auch die unbekanntere 2. (in der es um einen sehr spannenden Wettstreit von Zauberern geht, der sogar noch bis zu einer Wiedergeburt andauert).
    Nichtsdestotrotz sind all diese Begebenheiten reine Märchen und keine Zaubertricks, die ein Alter Ägypter tatsächlich irgendwo vorgeführt haben mag. Die ägyptische Alltagsmagie beschränkte sich doch mehr auf Zaubersprüche, Amulette und andere Gegenstände, denen eine entsprechende "Macht" zugesprochen worde ;-)

  • Klingt sehr interessant was du da über die Zauberei im alten Ägypten schreibst. Glaubst du das denn wirklich :o ? Ich muss ja zu geben ich glaube an Magie und solche Sachen, aber das mit dem "Kopfa wieder ranzaubern" ist echt heftig.


    Wenn des Lebewesen gestorben ist, dann verlässt die Seele ja den Körper, das heißt also, der Zauberer müsste neben der Anbindung des Kopfes noch die Seele zurückholen. Wenn ich es mir recht überlege so abwegig ist das gar nicht, aber die Macht diie dazu notwendig ist, muss gewaltig sein. Ich bin mir aber sicher dass da was dran ist.

  • Hallo,


    das alte Testament ist zum größten Teil sowieso nur eine Zusammenwürfelung von, abgeschriebenen Geschichten ( z.B. die Sintflut stammt aus dem Gilgameschepos ) und rein erfundenen Geschichten, die im Laufe der langen Zeit immer wieder ergänzt wurden, oder etwas weggelassen wurde usw., je nach dem wie es gerade paßte und hatte u.a. auch politische Gründe.


    Z.B. die Geschichte mit dem Hirtenstab von Moses, würde jedem Schlangenbeschwörer in Indien nur ein müdes Lächeln abringen.
    Dieses sogenannte Wunder ist leicht erklärbar. Drückt man einer Schlange über längere Zeit auf den Nacken, wird ihr Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, ihr Kreislauf bricht zusammen. Kurz vor dem Exitus versteift sich die Schlange und wirkt dabei durchaus wie ein Stock. Läßt man die Schlange aber rechtzeitig vor ihrem Ende los, erholt sie sich wieder.


    Gruß
    naHu