Silverpilen & Co.: Geisterzüge

  • Quelle: Das Buch "Geister" von Paul Roland, tosa-Vrlg.


    In Londons U-Bahn, auch "The Tube" genannt, soll es an verschiedenen Stellen bis heute immer wieder zu Geistersichtungen gekommen sein. Die Spaetschicht (wo sind meine Umlaute geblieben??? Na ja, i-pad) wird daher von den Underground-Mitarbeitern auch "Friedhofsschicht" genannt.


    Als in viktorianischer Zeit die ersten Tunnel gegraben worden sind, wurden mehrere historische Friedhöfe, Kerker, Armengraeber, sowie Pestgruben aus dem 17. Jahrhundert zerstört. In den 1960er Jahren mussten die Arbeiten an der neuen Victoria-Linie unterbrochen werden, weil eine Bohrmaschine eine Pestgrube angebohrt und dabei die Leichen zutage gefoerdert hatte. Mehrere Arbeiter wurden dadurch traumatisiert.


    Auch die Geister verschiedener Selbstmörder und Unfallopfer sollen "The Tube" bevölkern.


    Mich würde interessieren, wer von Euch weitere Berichte aus Londons Untergrund kennt oder gar eigene Erfahrungen paranormaler Art dort gemacht hat.



    Zu Anfang hier zwei Berichte, nach denen anscheinend die Theaterkunst bleibende Spuren hinterlassen hat... ;)



    Das Personal von Covent Garden verlangte in den 1950ern die Verlegung in einere andere Station, nachdem ein groß gewachsener Gentleman im Gehrock mit Zylinder und Opernglas, der Kleidung nach aus der Zeit Edward VII., im Pausenraum erschienen war. Vermutet wird darin der ehemalige Teeplantagenbesitzer und Schauspieler William Terris, genannt "Breezy Bill", der 1897 vor dem Adelphi Theatre in Strand erstochen wurde. Die Station wurde anstelle einer Bäckerei errichtet, in der der Schauspieler auf dem Weg zu Proben gerne eingekehrt war.



    Die Station Aldwych wurde auf dem Standort des ehemaligen Royal Strand Theatre erbaut und soll von dem Geist einer sich nach Applaus sehnenden Schauspielerin bespukt werden.



    Wie gesagt, weitere BERICHTE und eigene ERFAHRUNGEN aus der Londoner Underground wurden mich fände ich sehr interessant...

  • Die Bezeichnung "graveyard shift" für Spät- und Nachtdienste ist im englischsprachigen Raum üblich und beschränkt sich keinesfalls auf die Londoner U-Bahn.

    Rise like Lions after slumber
    In unvanquishable number
    Shake your chains to earth like dew
    Which in sleep had fallen on you
    Ye are many - they are few.

  • Ich war schon einige Male in der Londoner U-Bahn, aber Geister habe ich dort nie erlebt und gesehen.... Hhmmm... ;)

    Warum produziert die niederbayerische Filmgruppe gern Filme?


    "Weil wir auch Extremsituationen im Film durchleben können, die wir aber im wirklichen Leben nicht erleben möchten".

  • Vielleicht hofft der mutmaßliche tote Schauspieler ja in besagtem Pausenraum auf nen Kaffee und Gebäck... :keks:



    Egal, hier die nächsten Stories, die ich in dem Kapitel über Geister in "The Tube" entdeckt habe:



    Die Nachtschicht soll von Phantomschritten, unerklärlichen Rap-Klängen und zuknallenden Türen berichten. Es heißt, auf den Bahnsteigen gehe der Geist eines Reisenden um, der es so eilig hatte, dass er das Gleichgewicht verlor und unter einen fahrenden Zug geriet.



    In Highgate sollen auf einem aufgelassenen und überwachsenen Gleisabschnitt, der nach Ausbauplänen 1941 ursprünglich zur Northern-Linie führen sollte, die Geräusche fahrender Züge zu hören sein.



    In Farringdon wiederum soll das "Kreischende Gespenst" umgehen, ein rachsüchtiges Lehrmädchen, das 1758 von ihrem Hutmachermeister und dessen Tochter ermordet worden sein soll.



    In Bank erscheint laut Buch der als "Schwarze Nonne" bekannte Geist von Sarah Whitehead, der Schwester eines Bankers, der Anno 1811 wegen Fälschung hingerichtet wurde. Der Name entstand, weil sie bis zu ihrem Tod 40 Jahre in schwarz gekleidet vor der Bank wartete, in der ihr Bruder gearbeitet hatte.



    Schließlich South Kensington: Hier wurde nur eine einzige Geisterzugsichtung verzeichnet, im Dezember 1928. Ein Fahrgast behauptete, das Kreischen von Zugbremsen gehört und eine geisterhafte Gestalt in einer Smokingjacke aus der Zeit Edwards VII. und mit Schirmmütze (ob die wohl zu einem Smoking passt...?) gesehen zu haben, die sich an der Seite des Zuges festhielt, der gleich darauf im Dunkel des Tunnels verschwand.



    :nerdfun: :WTFOMG: :lied:

  • :sauger:
    Nachtrag zu WILLIAM "Breezy Bill" TERRIS:



    In den frühen 1960er Jahren war Jack Hayden Diensthabender auf dem Covent-Garden-U-Bahnhof.


    In der Woche vor dem Julfest war Hayden im Gemeinschaftsraum der Belegschaft, um Einträge in des Logbuch zu tätigen. Circa halb ein Uhr mittags öffnete sich die Tür und es erschien eine Gestalt, deren Kleidung an den Wechsel vom 19. Zum 20. Jahrhundert erinnerte mit traurigem Gesichtsausdruck. Hayden sprach den Fremden an: "Ich glaube, Sie haben sich verlaufen, Sir. Die Fahrstühle zu den Zügen sind oben."
    Der Besucher zeigte keine Reaktion. Als Hayden auf den Mann zuging, um ihm den Weg zu zeigen, löste der sich vor Haydens Augen einfach auf.


    Hayden Tat das Erlebte mit seiner Ermüdung ab, bis am darauffolgenden Montag ein Gepäckträger in dem Gemeinschaftsraum eine merkwürdige Gestalt erblickte, die Hayden beobachtete. Als diese Gestalt sich bei Eintreten des Gepäckträgers buchstäblich entmaterialisierte, fiel der Gepäckträger in Ohnmacht. Der Beschreibung nach war es die gleiche Gestalt, der Hayden begegntet war.
    Das Erlebnis hatte den Gepäckträger so erschüttert, dass er kündigte und schwor, den Bahnhof von Covent Garden nie wieder zu betreten.


    Hayden besprach die Angelegenheit mit Stationsvorsteher A. Jones. Beide wandten sich an die Zeitschrift "Psychic News".


    Man beschloss, in diesem Gemeinschaftsraum eine Séance abzuhalten. Daraufhin wurden Hayden mehrere Fotos vorgelegt (von der Séance?), auf denen WILLIAM TERRIS (s. Eingangspost) identifiziert wurde.
    Man nahm an, dass Terris während seiner Erscheinung einen Abendanzug trug und vermutete, dass er das nahegelegene Opernhaus von Covent Garden besucht hatte. :popcorn:
    Der Geist schien eine Vorliebe für Jack Hayden zu besitzen, der ihn etwa zwei Jahre lang fast täglich in einem anderen Teil des Bahnhofs sah. Haydens Versuche, mit Terris zu sprechen, schlugen fehl. Der Geist wirkte weiterhin traurig und von Tragik umhüllt.



    Schließlich wurde Jack Hayden befördert und verließ die Station, doch Mitarbeiter der Nachtschicht sahen die Erscheinung des Schauspielers (s. Eingangspost) noch recht häufig.



    Als Hayden dem Bahnhof später einen Besuch abstattete, traf er die Erscheinung wieder. William Terris erschien "wie aus Fleisch und Blut" und machte den Eindruck, auf Jack Hayden gewartet zu haben.



    Auch weiterhin gibt die Underground Rätsel auf.



    "The Tube" scheint gut überwacht. Allein pro Station gibt es durchschnittlich 25 Kameras die auf acht Monitore des jeweiligen Stationsvorstehers übertragen werden. Dennoch sind die Bahnhofsvorsteher gewohnt, jede Woche mehrere Beobachtungen zu machen, die sich als nicht erklärbar und scheinbar "spooky" darstellen.



    Im Kings Cross Controlling Center werden Züge als leuchtende rote Lampen dargestellt. Das Streckennetz der Underground weist etliche Geleise auf, die im Laufe der Geschichte der Underground stillgelegt worden sind und auf denen seitdem kein Zugverkehr mehr frequentiert.



    Trotzdem kommt es vor, dass in Bereichen fahrende Züge gemeldet werden, in denen seit Stillegung kein Zug mehr verkehrt oder verkehren kann.



    In Highgate beispielsweise sollen sich unerklärliche unheimliche Stimmen vernehmen lassen, die aus der oberirdischen Station zu kommen scheinen, deren Ursache sich allerdings noch nie zurückverfolgen lassen konnte.



    In Becontre soll sich eine Frau ohne Gesicht zeigen. Ein Passagier soll nach Sichtung einen schweren Schock erlitten und sich daraufhin in Psychotherapie begeben haben.



    Sehr unheimlich ist auch, was einem in der Bakerloo Linie geschehen können soll! Mehrere Fahrgäste: "Manchmal spürst du, dass jemand neben dir sitzt, doch du siehst es erst, wenn du durch die Fenster der gegenueberliegenden Scheibe blickst!"





    In diesem Sinne



    Euer





    Valmont :welcome: :lol:

  • gab vor einigen jahren mal eine interessante bbc dokumentation über den "spuk" in der londoner tube


    die doku besticht eher durch eindrucksvolle bilder und historische fakten, hat aber auch ein paar gute grusel storys.


    http://www.youtube.com/watch?v=8ZzHtxf9TNI


    http://www.youtube.com/watch?v=cXY4PGafn4A


    http://www.youtube.com/watch?v=cEGf9oADdQ8


    http://www.youtube.com/watch?v=tK8qtTitIDs


    http://www.youtube.com/watch?v=ytn8iyn7Nyk


    leider auf englisch, aber das wird für viele sicherlich kein problem dastellen.

  • Das hat zwar jetzt nicht direkt mit der UNDERGROUND zu tun, aber ich habe das Thema auch nicht per Suchfunktion entdeckt...


    Und für einen eigenen Thread gibt meine Recherche noch nicht genug her:


    Ich habe von einem mysteriösen GEISTERBUS gehört, der durch London fahren soll :smokey:


    :offtopic: , aber siehe oben...


    Wisst Ihr vielleicht mehr darüber?



    Euer



    Valmont

  • Da war ein roter Doppeldeckerbus, der mit irrsinniger Geschwindigkeit und fuer Muggel unsichtbar durch London rauscht und dort gestrandete Zauberer aufliest. Er hat auch einen Namen, der Fahrende Ritter. :)

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Da war ein roter Doppeldeckerbus,

    Wenn ich mich recht erinnere, dann war es ein lilafabener Triple-Decker. ;)


    Zur Londoner Underground:
    Das ist ein riesiges Geflecht aus Tunneln, Wirtschaftsräumen und Abzweigungen, die teils uralt sind. Das dort solche Geschichten entstehen ist nicht weiter verwunderlich.
    U-Bahnschächte gehören für mich zu den unheimlichsten Umgebungen überhaupt (gleichwohl sind sie auch sehr faszinierend). Es ist alles düster, aber wenn man während der Fahrt aus dem Fenster guckt, dann entdeckt man einiges: kreuzende Bahnen, Abzweigungen, Türen, Gitter und noch dunklere Gänge. Und man hört auch einiges an seltsamen Geräuschen.


    Und nochwas darf man nicht vergessen: London ist eine Großstadt und als solche bevölkert von skurrilen Gestalten. Dort ist es zwar seltsam, aber nicht ungewöhnlich, wenn ein Singender Typ in viktorianischen Klamotten dahergestelzt kommt. ;)
    Auch sowas ist Futter für Geistergeschichten...


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Oder es koennte moeglich sein, dass man sich ganz gerne Gruselgeschichten erzaehlt wenn mal der Strom ausgefallen ist.


    Und gerade in U-Bahn-Schaechten ist die Akustik besonders verwirrend, da kann man nie genau sagen, wo Geraeusche herkommen.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • Zitat

    Und gerade in U-Bahn-Schaechten ist die Akustik besonders verwirrend, da kann man nie genau sagen, wo Geraeusche herkommen.


    Das entspricht der Wahrheit, und in den meisten Fällen könnte dies auch der Ursprung sein. Allerdings lässt sich so nicht beweisen ob nicht doch einige Phänomene übernatürlicher Art sind.

  • Zitat

    Allerdings lässt sich so nicht beweisen ob nicht doch einige Phänomene übernatürlicher Art sind.


    Bisher wurde sowieso noch nie bewiesen, dass irgendein Phaenomen uebernatuerlicher Natur ist.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Zitat

    Ja, aus dem einfachen Grund, weil sie nie wieder auftraten. Was darauf schliessen laesst, dass sie nicht vorgekommen sind.


    Das wage ich zu bezweifeln. Nur weil es etwas einmal auftritt und dann nie wieder ist das noch lange kein Grund an dem Gehalt des Phänomenes zu zweifeln. Es gab schön öfter Leute bei denen die Erscheinungen andauerten bis diese weg aus dem Umfeld waren oder die sich einfach nicht mehr darauf eingelassen haben und dadurch den Blick dafür verloren haben.