• Ich weiss, es ist sehr persönlich. Aber wem sollte es stören?


    1. Von mir denkt sowieso jeder jeden Schei**!
    2. Wird das meinen Vater sicher nicht stören, da er A) nicht ins Internet geht B) nicht alles verstehen würde, was ich schreibe und C) er mir wirklich egal ist
    und 3. Wirklich viele Leute hier haben Sachen, über die sie gerne reden würden, jedoch die Hemmschwelle diesbezüglich sehr hoch ist. Ich denke, wenn ich so offen rede, dann werden sich auch ein paar andere dazu überwinden offen und ehrlich zu reden.
    Andernfalls bin ich wieder einmal auf die Fre*se gefallen...

    Alles, was sich auf "ich/mich/mein" bezieht, kann/soll auf den Menschen allgemein bezogen werden, was impliziert, dass ich in vielen Aussagen von einem Normalfall, Normwert oder auch Durchschnitt ausgehe und diese(n) als Ausgangspunkt benutze. Somit ist - zumindest aus konstruktivistischer Sicht - die Aussagekraft der Erläuterungen trotz Einbeziehung empirischer Daten und Fakten a priori relativ zu betrachten. Je nach Wahrnehmungs-Cluster des Lesers sind sie völlig falsch oder richtig.

  • "Als Du schließlich zuhause warst und wieder schlechte Laune hattest, habe ich mit meinen Autos gespielt und mich gefreut, dass Du da warst. Ich ging zu Dir und spürte nur Desinteresse, mit einer unechten Liebe. Ja verblüffend, wieviel Kinder in meinem damaligen Alter verstehen....
    Jedenfalls hattet Ihr wieder gestritten. Ich habe es mir wieder anhören müssen, aber es war Routine und von daher nichts mehr besonderes. Anfangs jedenfalls...
    Obwohl meine Mutter darauf wert legte, dass ich nichts mitbekomme, konnte ich die Schreie, Beschimpfungen und das Werfen von Gegenständen hören."


    "Obwohl meine Mutter darauf wert legte, dass ich nichts mitbekomme,"


    Nach Außen wird heile Welt gespielt, "das wird schon wieder..,ist ja eigentlich ein "guter" Mensch...", niemand
    soll mitbekommen, was eigentlich jeder weiss,um gesellschaftlich "anerkannt" zu bleiben und die "Traumwelt" aufrecht zu erhalten.
    So, unter anderem, entsteht dann eine Co-Abhängigkeit. => Verzerrtes Wirklichkeitsbild, emotionale Desorientierung..
    Dass er, als du 12 warst wegging, ist einerseits "gesünder", oder hätte sich etwas geändert?

  • Hier geht es nicht darum was gesünder ist.
    Als Kind kann man seinen Vater hassen, aber man vermisst ihn auch, weil man wütend ist ihn hassen zu müssen.
    Ich verstehe den Beitrag nicht als Art Vorwurf, dass er gegangen ist, sondern weshalb er gehen musste*.


    Ich finde es nicht schlimm wenn sich hier mal jemand was von der Seele schreibt. Vielleicht hilft es irgendwie, gerade wenn man
    solche Gedanken auch mal anderen mitteilt und nicht immer nur seinem Tagebuch.
    Jeder Einzelne, der seine Gefühle veröffentlicht wird sich schon seine Gedanken darüber gemacht haben warum er es tut.


    Gruss,
    *Kati*



    *Es steht ausser Frage, dass es aus der Sicht eines "normal" aufgezogenen Erwachsenen für die betroffene Familie besser ist/war
    wenn er - in diesem Fall der Vater - geht.

  • @katish
    das "gesünder" steht ja nicht umsonst in Anführungsstrichen.
    ich meinte das auch in keinster Weise als,..hmm, kein plan, was du
    jetzt mir vorwirfst?
    Klar ist das schei**, aber als Alternative, sich die Fortsetztung des ganzen und
    den anschließenden Verfall anzuschauen, ist auch nicht... so prikelnd.
    Dann halt die verlinkten Nebenerscheinungen mal anzusprechen, erschien
    mir nicht so verfehlt. *sowas selber kenn*
    Ob überhaupt jetzt irgend ne antwort auf den post erwartet wurde?
    --wenn nicht---hab halt en goldenes händchen manchma---*grins*

  • Gut, dass nicht nur einer so einen Vater hat wie ich.
    Meiner verdient ebenfalls nicht das Wort "Vater".

    Ich hasse Lügen, die so schlecht sind, dass meine Intelligenz in Frage gestellt wird.


    Ich würde mich gerne geistig mit dir duellieren, aber ich sehe du bist unbewaffnet.

  • Hallo zusammen!
    Wollt nach etwas längererer Zeit auch nochmal was vcon mir hören lassen! ;)


    Zitat von "Pseudo1"

    2. Wird das meinen Vater sicher nicht stören, da er A) nicht ins Internet geht B) nicht alles verstehen würde, was ich schreibe und C) er mir wirklich egal ist


    Also ich denke das dein Vater schon einiges Verstehen würde. Auch wenn du nicht den Eindruck hast. Denn manchmal wollen Menschen vielleicht einfach nicht zugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben, auch wenn es ihnen durchaus bewusst ist.
    Du schreibst das er dir egal ist. Wenn ich ehrlich bin glaube ich nicht daran, denn dann würdest du diese Gedanken gar nicht hier reingestellt haben. Ich weiss nicht wie ich es erklären soll, ohne missverstanden zu werden, aber ich denke, dass du dich immer noch fragst wie er so sein konnte. Das zeigt ja das du dich zumindest noch mit dem Thema beschäftigst. Und dann kann es dir nicht so egal sein.


    Außerdem denke ich (aber nicht nur in deinem Fall), dass man sich auch mal Fragen sollte warum manche Leute sich vielleicht auf einmal so stark verändern, gefühlskalt werden, oder agessiv sind. Ich hab so eine Veränderung bei meiner mutter festgestellt, kurz bevor die Ehe meiner Eltern in die Brüche ging. Ich muss zugeben, dass ich am Amfang nichts mehr mit ihr zui tun haben wollte, weil sie sich Dinge geleistet hat, die echt heavy waren. Aber nach der Zeit hatte ich ein bisschen mehr Abstand zu dem Thema und habe mich gefragt, was sie wohl dazu bewegt hat, sich so zu verändern. Ich denke mal das auch immer das Umfeld des Menschen eine Rolle spielt.


    Naja... vielleicht hab ich ja einen neuen Denkanstoß oder Anlass zu neuen Diskussionen gegeben. :)


    liebe grüße!

  • Mein Vater war auch mehr Genmaterialspender als Vater im eigentlichen Sinne.


    Alkohol, Medikamente und andere Drogen. Aggressivität, Angst, Co-Abhängigkeit meiner Mutter. Die "Hochsaison" seiner Aggressivität hat allerdings meine Schwester mitbekommen, zu meiner Zeit war er dann "milder", aber einfach keine Vaterfigur. Arbeitslos, faul (ein Trott aus schlafen und fernsehen), unternehmungsunlustig, nörgelnd und regelmäßig bis zu später Stunde auf Sauftour, aggressiv bei seiner Rückkehr, vergesslich am nächsten Morgen.


    Die Vaterrolle hat weitgehend unser Onkel übernommen, der uns auf Ausflüge und sonstige Aktivitäten mitgenommen hat. Ich hab seine Kinder sowie auch die Kinder anderer Familien beneidet, die einen (normalen) Vater haben, der arbeiten geht, der sie liebt, der seine Frau liebt,...


    Erst jetzt, ich bin 21, ist er (gut 1 Jahr) auf Entzug und findet langsam Freude an Hobby- und Kreativarbeiten. Mal sehen, was für ein Mensch dabei rauskommt. Vielleicht bekommt mein "Vater" noch eine Chance.


    Verzeihen kann ich, vergessen nie!

    >>> Hier könnte Ihre Werbung stehen <<<
    (Schützt die Erde! Es ist der einzige Planet mit Schokolade)

  • Ja es ist immer tröstend zu wissen das man nicht die einzige ist -.-"


    Mein vater war/ ist auch alkoholabhängig...


    als meine mutter schließlich mit uns auszog war ich erst 6 und hab das ganze nicht so recht kapiert, warum, wieso, weshalb...
    ich habe die ständigen streitereien und gewaltausbrüche für normal gehalten...ich habe mich jeden abend in den schlaf geheult.


    erst im nachhinein habe ich für voll genommen das da was anders war als bei anderen kindern.
    von da an war ich eifersüchtig auf andere Kinder "mit" Vater.


    Heute habe ich den Verdacht, das mein Vater noch ein paar andere Drogen konsumiert hat...
    Ich glaube er war Schizophren, er hat nämlich mit meinem großen Plüschhund geredet. Die Hubschrauber würden ihn verfolgen. Warum sie denn niemand sähe,...Zitat:"Ihr steckt doch alle mit drin" :roll:


    Eins muss ich ihm allerdings zugute halten. Er hat mich und meine Schwester nie geschlagen.
    Das ist aber auch das einzige...

  • Einen Vater habe ich nicht. Das sage ich schon lange jedem der mich danach fragt. Ich habe mit der Zeit gelernt zwischen "Vater" und "Erzeuger" zu unterscheiden. Desinteresse von Seiten des Erzeugers aus kenne auch ich nur zu gut. Als sich meine Eltern scheiden ließen war ich vielleicht 3 Jahre alt. Damals wurde mir gesagt, dass Mama und Papa sich nicht mehr lieb haben und damit war die Sache gehalten. Was folgte waren halt mehr oder minder regelmäßige Besuche jeden zweiten Sonntag. Eine Vater-Sohn Beziehung hat es nie gegeben. Und immer wenn mein Erzeuger einmal die Chance hatte da-zu-sein, hat er es gekonnt und sauber versaut. Irgendwann kam er dann nicht mehr. Kein Wort dazu. Also er dann auch keinen Unterhalt mehr zu zahlen hatte war er aus der Sache auch finanziell heraus.


    Wie ich damit umging war eigentlich immer recht trocken und realistisch. Es schmertze eigentlich nur am Anfang. Denn dann habe ich mich mit der Sache auseinander gesetzt. Scheinbar fühlte auch er sich nicht wirklich als Vater. Er hat seine "Erzeugerpflichten" erfüllt, nicht mehr und nicht weniger. Und genau das macht ihn einfach zum Erzeuger. Sollte jemand ernsthaft lust haben sich mit mir persönlich darüber zu unterhalten, dann einfach eine PN schicken.


    P.S: Ach ja, was ich allerdings aus der Sache mitnehmen konnte, auch wenn es abgedroschen klingt: Ich weiss jetzt, wie ich es NICHT machen werde!

    And this is not the time or place for us to speak like this
    Even if I had the thought I'd never dream of it
    So dry your hollow eyes and let's go down to the water