• Zitat von "Irrwisch"

    eine Religion kann nicht ohne okkultistische Praktiken existieren.


    Doch.
    Der Islam kommt komplett ohne derartigen Hokuspokus aus.
    Im Islam gibt es keine Wunder, Gott redet nicht zu Menschen, es werden keine magischen oder magieähnlichen Riten durchgeführt, nichts in dieser Art.

  • Ach? Wird im Islam nicht gebetet, also ein Wesen einer anderen/höheren Ebene angerufen? Soviel ich weiß, tun die das sogar fünfmal am Tag. :) Außerdem gibt es da auch Engel und Dschinn (Dämonen). Gut, wie es bei deren Anrufung aussieht, kann ich jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen. Möchte ich aber auch nicht ausschließen. Die wenigsten "gewöhnlichen" Christen werden sich wohl auf Geister- oder Dämonenbeschwörung verlegen. Trotzdem gibt es das. Deshalb finde ich die Behauptung, es gäbe in Teilen des islamischen Glaubens keinen Okkultismus, etwas gewagt.

  • @Niesel - Ich stimm dir zu - Mohammed selbst hat doch mit Gott und Engeln gesprochen, gebetet wird auch, es gibt Zeremonien und Kinder Gott zu weihen, die Beschneidung, die Ehe-alles Formen des Okkultismus

  • Misk
    Nach Deiner Meinung betreiben auch die Christen oder andere Religionen keine okkultistischen Praktiken. Die meißten Christen begrenzen ihren Glauben auf beten. Aber allein das Segnen des Hauses (z.B. Heilig drei König) ist eine okkulte Praxis. Sag mal einem Christ, dass er Okkultist sei. Er wird Dich entweder auslachen oder verfluchen. Beten ist eine okkultistische Praktik.
    Allerdings wird es seit der "New-Age"-Bewegung (60er/70er) nicht mehr gern von Theologen so gehört. Das war noch anders, als der Okkultismus sozusagen noch in den Kinderschuhen steckte. Also mitte des 19.Jahrhunderts, als die populären Praktiken wie Gläserrücken usw "Sallonfähig" wurden. Da hatte die Kirche nichts dagegen, da auf diese Weise die Theorie einer Existenz einer unsterblichen Seele gefestigt wurde. (Schon seltsam, wie wandlungsfähig die Kirche ist, weil knapp 300 Jahre vorher für sowas ein Scheiterhaufen angezündet wurde.)
    Heute will die Kirche nichts mehr damit zu tun haben, weil ja bereits kurz nach dem Aufkeimen dieser "Kontakt"-Methoden einige Physiker und Psychologen unabhängig voneinander Erklärungsmodelle lieferten, die bewiesenermaßen Fakten sind.


    Zitat

    Im Islam gibt es keine Wunder, Gott redet nicht zu Menschen, es werden keine magischen oder magieähnlichen Riten durchgeführt, nichts in dieser Art.

    Hm? Dann frage ich mich, weshalb immer ein Teppich mitgeschleppt wird. Ernsthafte Gläubige haben sogar einen Kompass dabei. Warum soll jeder Moslem die Kaaba in Mekka siebenmal umschreiten? ... Das sind alles Maßnahmen, die eine Kontaktaufnahme beinhalten, und sei es, dass es für die "Ewigkeit" (nach dem Tod) ist. Okkulte Praktiken im Sinne des GLAUBENS.


    Ein "Ungläubiger", der möglicherweise eine Nahtoderfahrung oder ähnliches erlebte, ist ohne einem Glauben überzeugt und wendet möglicherweise okkulte Praktiken wie Ouija oder so an, um sein "Wissen" zu vertiefen. Er braucht keinen Glauben, da er "weiß", wie es ist zu sterben (als Beispiel).
    Jemand, der in so einer Situation war, der lässt Erklärungsmodelle wie Endorphine und Enkephaline nicht zu. Auch Sauerstoffmangel oder Reizungen der Sehrindenneuronen sind für NDE-Personen oft nicht plausibel genug. Für solche Menschen ist es ein ausreichender Fakt, ihr NDE-Erlebnis als gegeben zu sehen, ohne hinterher einen "Glauben" zu haben. Stattdessen beissen sie sich in ihrem "Wissen" fest und versuchen möglicherweise über okkulte Praktiken ihr "Wissen" zu vertiefen.

  • Der Teppich ist nicht nötig. Er dient dem Abstecken des persönlichen "heiligen Raumes", daran ist nichts Magisches/Okkultes. Es ist nur eine Hilfe um sich bei der inneren Einkehr zu Gott etwas einfacher vom Alltag lösen zu können. Aber wie gesagt: Teppich muss nicht sein.


    Das Umkreisen der Kaaba ist kein magishcer Akt, es wird nichts Konkretes dadurch bewirkt.


    Das Christentum hingegen ist voller okkulter/magischer Praktiken. Das Zentrum der Messe, die Eucharistie, ist ein magischer Akt. Die Bittgebete und die damit vernundenen Rituale zur Erlangung persönlicher Vorteile, insbesondere wenn zu "Heiligen" gebetet wird, sind magische Rituale. Die Fingerspitzen von Geistlichen sind "geweiht", um magische Akte ausführen zu können. Usw, usf.


    Im Islam gibt es hingegen keine derartigen Dinge. Wo sie in islamischen Kulturen auftauchen, sind sie älter und werden praktisch immer von den religiösen Autoritäten abgelehnt. Bereits die islamischen Mystiker, die Sufis, sind seit ihrem ersten Auftauchen immer wieder als nicht-muslmisch bezeichnet worden, weil sie in mystischer verzückung nicht nur zu Gott beten, sondern auch glauben, mit Gott in Kontakt zu kommen. Was jedoch so laut Koran nicht sein kann, denn "Gott redet nicht zu Menschen".


    Der Islam ist zutiefst unmagisch, zutiefst unokkultistsich, der Islam ist eine rationale Religion.

  • Guten Morgen


    Tut mir leid, aber das stimmt so nicht.


    Zitat

    Der Teppich ist nicht nötig. Er dient dem Abstecken des persönlichen "heiligen Raumes", daran ist nichts Magisches/Okkultes. Es ist nur eine Hilfe um sich bei der inneren Einkehr zu Gott etwas einfacher vom Alltag lösen zu können. Aber wie gesagt: Teppich muss nicht sein.


    Laut der vorangegangenen Definition, ist Okkultismus nicht auch unbedingt gleich Magie. Gläserrücken zb ist auch kein magischer Akt, aber dennoch eine okkulte Technik.
    Und die innere Einkehr zu Gott könnte man schon als okkult ansehen, immerhin ist 'Gott' im Islam ein höheres Wesen.


    Den 'heiligen Raum' dagegen könnte man viel eher als magischen Akt bezeichnen ;)



    Viele Grüsse,
    Grey..

  • Keineswegs. "Heiliger Raum" ist zB nach HEILER (Die Religionen der Menschheit in Vergangenheit und Gegenwart, 2. Aufl. Reclam, Stuttgart 1959) Teil der Religonsausübung.
    So wie 'Heilige Zeit' etwa Gebetszeitpunkte festlegt. Dies sind Dinge zur inneren Besinnung (vgl.: re-ligio) die nichts mit okkultistischen Praktiken zu tun haben.
    Allerdings nutzen auch okkultistische Strömungen "heiligen Raum", aber hier sollte nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden.


    Im Islam ist zwar Gebet zu Gott ein Grundpfeiler des Glaubens, der ganz entscheidende Punkt dabei ist jedoch: Gott antwortet nicht. Das Gebet im Islam ist, anders als etwa Bittgebete im Christentum, nicht zweckgerichtet und somit letztlich absichtslos.
    Okkultistishe Praktiken hingegen sind stets mit Absicht verbunden.

  • Zitat von "Misk"

    Im Islam ist zwar Gebet zu Gott ein Grundpfeiler des Glaubens, der ganz entscheidende Punkt dabei ist jedoch: Gott antwortet nicht. Das Gebet im Islam ist, anders als etwa Bittgebete im Christentum, nicht zweckgerichtet und somit letztlich absichtslos.


    Das stimmt so nicht. Auch wenn Gott nicht antwortet, steckt trotzdem eine Absicht hinter den Gebeten. Man versucht dadurch, sich eine Eintrittskarte für das Paradies zu erbetteln. Das höhere Wesen (Gott) wird also mantraartig zugetextet, weil man sich dadurch eben Vorteile im Nachleben erhofft.


    Zitat von "Misk"

    Okkultistishe Praktiken hingegen sind stets mit Absicht verbunden.


    Siehts du. Und damit wäre das Beten im Islam eben eine okkulte Praktik. ;)

  • Gebet, nennt man das doch, wenn man zu Gott spricht.
    Das unterscheidet sich nach obigem dann nicht bei den Religionen.
    Wenn Gott zu einem spricht, hat das nach meinem Wissen weniger
    mit Religionen zu tun. Das nennt man dann glaub ich Psychose. 8-)

  • Misk: Beantworte einfach diese Frage:
    Gibt es im Islam Engel? Ja/Nein.


    Oder baeantworte diese Frage:
    Ist Allah ein "allmächtiges Wesen"? Ist Allah "das mächtige Wesen schlechthin"?
    Ja / Nein


    Falls eine der beiden Fragen mit Ja beantwortet wird, so hat auch der Islam ähnliche Inhalte wie andere Religionen oder der Okkultismus. So einfach ist das.

  • @ Misk du widersprichst dir einfach selbst


    Zitat

    Er dient dem Abstecken des persönlichen "heiligen Raumes", daran ist nichts Magisches/Okkultes


    das Abstecken eines "heiligen Raumes" an sich lässt sich bereits als eine okkulte Handlung verstehen.


    Zitat

    Das Umkreisen der Kaaba ist kein magishcer Akt, es wird nichts Konkretes dadurch bewirkt.


    ein gläubiger Muslim erhofft sich durch die Pilgerreise die Läuterung seines Geistes vor "unreinen" Gedanken (Ausdrucksweise meines muslimischen Kollegen)


    du solltest dir dein Wissen über den Islam nicht nur aus Wiki holen, sondern dich vielleicht mehr mit anderen Quellen beschäftigen und mit gläubigen Moslems unterhalten -
    der Islam ist eine vielseitige Religion, von der man keineswegs sagen kann dass sie keine Okkulten Praktiken hat...
    Allein der Glaube an Engel und Dämonen ist ein okkultes Zeichen und im Islam vorherrschend

  • Zitat von "nieselpriem"

    Auch wenn Gott nicht antwortet, steckt trotzdem eine Absicht hinter den Gebeten. Man versucht dadurch, sich eine Eintrittskarte für das Paradies zu erbetteln. Das höhere Wesen (Gott) wird also mantraartig zugetextet, weil man sich dadurch eben Vorteile im Nachleben erhofft


    Ja, da hast du in gewisser Hinsicht nicht Unrecht.
    Ich hatte mich allerdings wohl falsch ausgedrückt, bzw nicht ganz zu Ende formuliert.
    Mit "Absicht" verbinde ich bei okkultistischen Praktiken ein diesseitiges Ziel.
    Also in der Art, dass man etwas macht, um durch dieses Tun hier im Diesseits ein Resultat zu erzielen. Zum Beispiel die Zukunft zu erblicken, dem Nachbarn die Krätze an den Hals zu zaubern, einen Dämon im Arbeitszimmer zu materialiseren, was auch immer. Auf jeden Fall ein diesseitiges Ergebnis ist es, das beabsichtigt wird. So auch bei den Bittgebeten: da wird um Heilung einer Krankheit gefleht, oder man betet zum Heiligen Florian, dass der Blitz doch bitte ins Nachbarhaus einschlage, etc.
    Bei dem islamischen Pflichtgebet wird jedoch kein diesseitiges Ziel anvisiert. Hier liegt, ähnlich wie beim meditativen Gebet in anderen Religionen, keine diesseitige Absicht vor, es gibt kein diesseitiges Ziel. Das Ziel ist vielmehr 'Gottesnähe'.
    Sicher - in der Volksfrömmigkeit wird Gottesnähe = Paradies als eine Art 'himmlisches Disneyland' angesehen, was keineswegs die Heilsvorstellung bzw Jenseitserklärung etwas gebildeterer Theologen oder Geistlichen ist, aber selbst diese naive Jenseitsvorstellung ist halt jenseitig, nicht auf ein diesseitiges weltliches Ergebnis gerichtet.
    Hier liegt der Unterschied zu okkultstischen Praktiken, die soweit ich das einschätzen kann, stets ein diesseitiges Ziel haben.

  • Ich schrieb:

    Zitat

    Misk: Beantworte einfach diese Frage:
    Gibt es im Islam Engel? Ja/Nein.


    Oder baeantworte diese Frage:
    Ist Allah ein "allmächtiges Wesen"? Ist Allah "das mächtige Wesen schlechthin"?
    Ja / Nein


    Aber sei es drum...


    Zitat

    Sicher - in der Volksfrömmigkeit wird Gottesnähe = Paradies als eine Art 'himmlisches Disneyland' angesehen, was keineswegs die Heilsvorstellung bzw Jenseitserklärung etwas gebildeterer Theologen oder Geistlichen ist, aber selbst diese naive Jenseitsvorstellung ist halt jenseitig, nicht auf ein diesseitiges weltliches Ergebnis gerichtet.
    Hier liegt der Unterschied zu okkultstischen Praktiken, die soweit ich das einschätzen kann, stets ein diesseitiges Ziel haben.


    Hier präsentiere ich dir Praktiken, die (angeblich) "überirdische Wesen diesseitig" beeinflussen sollen:
    www.youtube.com/watch?v=rMj3p4-Ma9U
    www.youtube.com/watch?v=V5C-VZN-lZQ
    www.youtube.com/watch?v=YTEshwPppFM
    Genug mit dem Gebrüll...


    Hierzu kannst ja mal Stellung nehmen:


    www.geisterarchiv.de/vorschau/ne ... 9d43a4c36b
    Ist ja selbsterklärend.


    www.enfal.de/z-geleit.htm
    Hier geht es darum, dass ein Moslem, der sich bedroht fühlt, "Schutz bei Allah" sucht. Zum Beispiel soll Allah ihn von seinen Ängsten befreien. Ein diesseitiges, weltliches Ergebnis.


    Hier noch etwas:
    de.wikipedia.org/wiki/Basmala

    Zitat

    Das Fleisch geschächteter Tiere, die ohne die Basmala getötet wurden, darf ein Muslim nicht verzehren, da es dann nicht halal ist.


    Ist das nicht auch eine diesseitige, weltliche Wirkung?

  • Zitat

    Hierzu kannst ja mal Stellung nehmen:


    www.geisterarchiv.de/vorschau/ne ... 9d43a4c36b
    Ist ja selbsterklärend.


    Elemente des Volksglaubens, die in der Regel stets von Aberglauben geprägt sind, finden sich immer wieder auch in den gelebten Alltagshandlungen und nationalen Traditionen der jeweiligen Völker. Diese Dinge sind jedoch nicht autochthon islamisch.
    Es bringt zudem wenig, wenn wir nun aus dem Zusammenhang gerissene Einzelerscheinungen uns um die Ohren schlagen. Nicht ohne Grund obliegt Koran-Exegese speziell ausgebildeten islamischen Theologen.

  • Zitat

    Elemente des Volksglaubens, die in der Regel stets von Aberglauben geprägt sind, finden sich immer wieder auch in den gelebten Alltagshandlungen und nationalen Traditionen der jeweiligen Völker. Diese Dinge sind jedoch nicht autochthon islamisch.
    Es bringt zudem wenig, wenn wir nun aus dem Zusammenhang gerissene Einzelerscheinungen uns um die Ohren schlagen.


    Die Frage ist doch, wo der Unterschied zum Christentum ist. :mrgreen: Oder ist das Christentum auch eine rationale Religion? Hattest du das nicht angezweifelt?


    Zitat

    Nicht ohne Grund obliegt Koran-Exegese speziell ausgebildeten islamischen Theologen.


    Du hast behauptet, der Islam sei eine rationale Religion. Richtig? Deswegen frage ich dich - als Islam-Fachmann - ja. Weil ich es nicht weiß. ^^


    Ist "Exorzismus" deiner Meinung nach rational? Ja / Nein


    Bestreitest du, dass es im Islam Engel / Dämonen geben soll?


    Bestreitest du, dass es im Islam Exorzismen gibt, bzw. sagst du, dass diese nicht Inhalt des Islams sind?


    Bestreitest du, dass die "Basmala" Glaubensinhalt des Islam ist?


    Bestreitest du, dass ein Moslem sich in Extremsituationen hilfesuchend an Allah wendet und um Beistand bittet? Bzw. gehört dies zu "Aberglauben"?


    -------
    Oder hab ich dich missverstanden und du bist von insgesamt 5 Punkten nur auf den Artikel vom Geisternet eingegangen?