Hitler vor dem Ertrinken retten?

  • Also ich würde Hitler, egal ob als Baby oder als Erwachsener Mann im Jahre 1930, auf jeden Fall sterben lassen, oder wenn nötig töten. Ja, es wäre vielleicht jemand noch schlimmeres an die Macht gekommen, aber vielleicht auch nicht. Und da Hitlers Handeln Vielen Millionenen Menschen das Leben gekostet hat, hätte er es auch verdient zu sterben bevor er seine Pläne überhaupt umsetzen konnte.
    Ich meine folgendes, wenn ich im Wald stehe und finde ein Kind hinter dem zwei Serienmörder her sind und ich die Gelegenheit habe zumindest einen der Beiden zu töten, würde ich es tun. Es kann natürlich sein das der andere Mörder uns findet und uns tötet, aber vielleicht auch nicht. Vielleicht kommen wir gleich an eine Straße wo die Polizei schon wartet. Der Mörder den ich getötet habe hätte uns sicherlich erwischt, der andere nur vielleicht. Das ist das gleiche Prinzip wie in der "Wenn Hitler es nich getan hätte wäre ein Anderer gekommen" Debatte, nur kleiner gedacht.

  • Hmm...
    Würde ich Hitler retten?


    Eigentlich spriessen da tausend Gedanken in meinem Kopf hoch. Wenn ich weiss, was passieren wird, weshalb bin ich dann davon überzeugt, dass es nur geschehen kann, wenn ich ihn rette? Was wird passieren, wenn ich ihn nicht rette und jemand anders tut es doch? Und wenn ich ihn rette, wird dann tatsächlich alles so passieren, wie ich es sehe?


    Ok, ich glaube, wenn ich in dem Moment alle diese Gedanken in meinem Kopf hab, ersäuft er, bevor ich mich entschieden habe! :mrgreen:
    Aber ich glaube, ich würde ihn retten! Nur schon deshalb, weil sich ein solcher Akt vielleicht auf andere Auswirken könnte, moralisch korrekt zu handeln... Ich meine, gerade bei Hitler: Wie kann man moralische Korrektheit durch eine Amoralische Handlung erzwingen? Irgendwie hat das meiner Meinung nach selten geholfen, eine bessere Welt zu gestalten.




    mfg Vivajohn

  • Eine schwierige Frage. Ich denke, wenn ich wüsste was dieser Mann anstellt und ich hätte die Möglichkeit den Tod vieler, durch den Tod eines Einzelnen zu verhindern, wäre es, moralisch gesehen, wahrscheinlich "richtiger" Hitler ertrinken zu lassen. Wobei es sich wahrscheinlich falsch anfühlen würde, aber wahrscheinlich wäre es richtig. Wahrscheinlich, wahrscheinlich....
    Ob es den Völkermord verhindert hätte, ist natürlich schwierig zu beantworten..aber wenigstens der Völkermord durch Hitler wäre verhindert worden.

    "Man sollte nicht alles zu ernst nehmen, vor allem nicht sich selber."


    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

    Einmal editiert, zuletzt von Kassiopeia ()

  • Das ist auch meine Meinung. Denn auch wenn ein anderer Hitlers Platz einnimmt, hat man es immerhin versucht. Wenn man aber Hitler am Leben lassen würde, und er würde trotzdem den Völkermord in die Wege leiten, hätte man ewig Schuldgefühle weil man es nicht verhindern konnte. Es könnte aber auch sein dass Hitler nur deshalb den Zweiten Weltkrieg anfängt weil man ihn gerettet hat. Wenn man ihn retten würde und er verliert dabei z.B. sein Bein, und er dich ewig hasst, weil du ihn zu einem Leben als Behinderter verdammt hast, anstatt ihn sterben zu lassen, könnte es auch sein dass er seinen Hass auf dich an der Welt auslässt.


    http://www.br.de/radio/bayern2…-waere-Berlinger-100.html


    Ich hoffe der Link funktioniert wenn nicht, gebt es einfach bei Google ein, ist für dieses Thema nicht uninteressant.


  • Meiner Meinung nach der beste und intelligenteste Post im ganzen Thread. Ich gratuliere!


    Sie haben einen kurzen Applaus gewonnen! :clap:


    Würde ich direkt so unterschreiben.

    Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendbrot gibt. Freiheit ist, wenn das Schaf eine Heckler&Koch hat.


    Konquistadore: Mit einem großen Knall auftauchen macht eben viel viel mehr Eindruck als wenn einer angeschlurft kommt und sagt:"Jo, denne bin euer Gott, läuft!"

  • Wenn es 1930 ist, und es Hitler ist, dann wurde zumindest sein Buch "Mein Kampf" bereits veröffentlicht. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass ich sein Buch gelesen hätte, da zu der Zeit die Auflage sehr gering war. Desweiteren wäre die Frage, wenn ich an das Buch ran gekommen wäre, ob ich die 14 Reichsmark gehabt hätte. Und letztendlich wäre die Frage, ob ich das Buch richtig gedeutet hätte. (Ab 1936 gab es das Buch bei Standesamtlichen Vermählungen als Geschenk)
    Angenommen, ich hab das Buch nicht, dann hätte ich ihn gerettet. Angenommen ich hab das Buch gelesen und würde es quasi als eine Art SciFi sehen, so wie "1984" dann würde ich ihn auch retten. Würde ich es als "Bedienungsanleitung" sehen, dann wäre ich im Zwiespalt. Aber ich glaube, ich würde ihn retten.


    Das wäre so ähnlich, wie bei "Biedermann und die Brandstifter": tu ihnen was gutes, dann werden sie Dein Haus schon nicht anzünden.
    "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch war früher Pflichtlektüre. Und Spoiler: Sie haben das Haus in Brand gesteckt!!

  • Selbst wenn er durch seine Rettung ein besserer Mensch geworden wäre, stellt sich mir die Frage: Bleibt er das auch? Oder wird er später noch viel schlimmer und gefährlicher? Wenn Deutschland keinen Krieg angefangen hätte, Hitler aber trotzdem an die Macht gekommen wäre, könnte es sein dass er sich mit den Amerikanern über die Atombombe austauscht. Wenn er später wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällt, hätte er sicher einen atomaren Spaß mit der Welt, insbesondere mit den Juden.

  • Warum sollte er ein besserer Mensch werden? Wenn derjenige, der ihn rettet nicht gerade jüdischen Glaubens ist, weiß ich nicht, wie dies etwas an seinem Hass ändern sollte? Er hat ja "einfach" den, schon vor Hitler bestandenen, Antisemitismus aufgegriffen und nicht neu erfunden.
    Meiner Meinung nach hätte seine Rettung auch keine grundlegende moralische Veränderung in den Menschen bewirkt...wie sollte es das auch? Aber ich bin von falschen Begebenheiten ausgegangen...Hitler als Kind und das war er 1930 wohl nicht mehr.
    1930 und so weiter meine Meinung, hätte seine Rettung moralisch ggf. nur etwas in IHM verändert, wenn sein Retter jüdischen Glaubens gewesen wäre. Wobei dies auch nur eine Mutmaßung ist, da es so oder so sein könnte. Vielleicht hätte es dann auch nur etwas in Hitler bewirkt, den Antisemitismus hätte es weiterhin gegeben.
    Ihn zu retten, hätte lediglich zur Folge, dass ich mein Gewissen nicht belaste, mit einem direkten, durch mich verursachten, Tod. Seine Rettung führt aber im Verlauf zum Tod von MILLIONEN Menschen. Der Unterschied liegt nur in der Direktheit. Den Tod der anderen Menschen bekomme ich ja nicht direkt mit.

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    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

  • Ich haette ihn nicht gerettet, ich kann nicht besonders gut schwimmen. Gut ausm Schneider, oder?

    :lol:
    Damit bist Du wirklich aus dem Schneider. :) Diese Ausrede geht bei mir nicht, weil ich während der Bundeswehr den Silbernen Rettungsschwimmer machen MUSSTE.



    Hitler als Kind und das war er 1930 wohl nicht mehr.
    1930 und so weiter meine Meinung, hätte seine Rettung moralisch ggf. nur etwas in IHM verändert, wenn sein Retter jüdischen Glaubens gewesen wäre. Wobei dies auch nur eine Mutmaßung ist, da es so oder so sein könnte.

    Mal abgesehen davon. Und dass er es im Ersten WK nur zum Gefreiten brachte, später als Hochverräter im Knast landete, um dann tatsächlich Reichskanzler zu werden, obwohl er in Österreich Kunst studieren wollte. Also echt! Wenn irgendein Drehbuch-Autor so eine Geschichte verzapfen würde, dann würde man ihn hochkant aus dem Filmstudio rauswerfen.

  • Ich haette ihn nicht gerettet, ich kann nicht besonders gut schwimmen. Gut ausm Schneider, oder? :D


    Ich auch nicht; wäre wahrscheinlich eher mitersoffen...bin nie über das "Seepferdchen" hinaus gekommen...Rettungsschwimmer kann ich nicht...von daher ;)

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    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

  • Muss man bei der ganzen Sache nicht auch mitbedenken, dass man vielleicht garnicht weiß, dass es Hitler ist (Oder gehen wir von einer Zeitreise aus...habe den Threat nicht von anfang an gelesen)

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • Muss man bei der ganzen Sache nicht auch mitbedenken, dass man vielleicht garnicht weiß, dass es Hitler ist (Oder gehen wir von einer Zeitreise aus...habe den Threat nicht von anfang an gelesen)

    Wenn es sich nicht um Zeitreise handelt sondern man Hitlers Zeitgenosse ist, stellt sich die Frage eh erst nach seiner Machtergreifung. Ein ersaufendes Kind würde man retten; man fragt sich bei erster Hilfe normalerweise nicht "Könnte es sein, dass diese Person demnächst einen Genozid begehen wird".

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Eigentlich ist die Frage unwichtig, nach aktuellen historischen Kenntnisstand wäre eine Diktatur eh nicht aufzuhalten gewesen und der 2. WK wäre auch ohne Hitler losgebrochen (deutsch-polnische Spannungen mit Eskalationsgefahr, und dann wäre da noch Stalin) Auch der Holocaust war nicht nur auf ihn alleine zurückzuführen.

  • Der Krieg war nicht wirklich zu verhindern, aber die Diktatur schon. Eventuell, wenn nicht der Parkinsongnom drangekommen wäre, wäre die deutsche Bevölkerung schon mit der Wiederbesetzung des Rheinlandes und dem Anschluss des Sudetenlandes zu befriedigen gewesen und die Amerikaner hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht soviel Interesse was hier abgeht. Die Briten hätten eh die Füsse still gehalten, die Franzosen wären alleine nicht in der Lage gewesen. Die Staaten im Osten als Pufferstaaten für den Russen lassen, die Armee an den Grenzen lassen, auf den Ami hoffen....



    Ich sehe zumindest früh keinen Grund Hitler NICHT zu retten. Hätte er an einem Punkt in seinem Leben andere Einflüsse gehabt, als Judenhassende Idioten und Nazis wäre es eventuell garnicht soweit gekommen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Die Staaten im Osten als Pufferstaaten für den Russen lassen, die Armee an den Grenzen lassen, auf den Ami hoffen....



    Auf den Ami hoffen ist gut, der war vor Kriegsausbruch millitärisch unterentwickelt, eine Invasion in den USA und die wären aus dem Spiel gewesen, Zum Glück hat das der Japaner nicht so schnell erkannt.


    Wie weit jetzt Stalin gekommen wäre wenn Hitler den Lenin nicht hätte nach Rußland reisen lassen, ist natürlich auch noch eine andere Frage.