Sinn der Religionen

  • Guten Morgen


    Hier haben wir das erste Debattierthema :)



    Über Religionen kann man bekanntlich streiten. Es gibt so viele unterschiedliche Religionen mit den verschiedensten Vorstellungen und Idealen, so das sich für fast jedes Weltbild eine entsprechende Religion findet. Doch gerade in der heutigen Zeit wird das Denken der Menschen immer materialistischer. Sind Religionen überhaupt noch zeitgemäss? Brauchen wir heutzutage noch Religionen, wo wir die meisten Dinge doch auch ohne Götter erklären können? Verursachen Religionen gar mehr Probleme als sie lösen?



    Viele Grüsse,
    Grey..

  • Hi,


    interessantes Thema! Religion hat, wie eigentlich alles, zwei Seiten.


    Die positive Seite ist die, dass Religion auch gleichzusetzen ist mit Gemeinschaft. Man glaubt an eine Sache (einen Gott) und fühlt sich so verbunden. Man trifft sich in einem Gebäude (Kirche, Moschee, Synagoge, etc.) und meditiert dort (ich finde zumindest, dass Gottesdienste eine Art Meditation sind). Religion verbindet also Menschen und setzt sie auch gleich. In einer Gemeinde ist jeder ein gleichwertiger Teil (zumindest in den meisten).


    Was die Religion natürlich in Frage stellt, ist die Wissenschaft. In früheren Zeiten wurden unerklärbare Dinge mit Gott erklärt. Das ist heute nicht mehr der Fall, die Wissenschaft kann heute die meisten Dinge rational erklären. Der moderne Mensch denkt einfach ganz anders, die Erklärungen der Bibel stellen ihn nicht zufrieden. Und so wirkt Religion immer märchenhafter, wenn man sich z.B. die Bibel betrachtet.


    Ich persönlich bin nicht sonderlich religiös, weil das mir alles zu dubios ist. Aber wenn ich manchmal über die Erde nachdenke: Was war vor dem Urknall? Was ist außerhalb des Alls? Das sind so Fragen, die mir so unerklärlich erscheinen und da frage ich mich manchmal, ob es da nicht doch irgendeine Kraft geben kann, einen Gott.

    Wenn jedermann mit mir übereinstimmt, habe ich stets das Gefühl, dass ich unrecht habe.
    Oscar Wilde

  • Ich glaube eigentlich an keinen Gott und versuch alles rein wissenschaftlich zu erklären bzw. rational zu sehen.


    Zitat von "Kryton"

    Und so wirkt Religion immer märchenhafter, wenn man sich z.B. die Bibel betrachtet.


    Bin ich ganz deiner Meinung.


    Was ich zum Beispiel an Religion nicht gut finde ist, dass man etwas dafür zahlt. Ich mein, eine Religion sollte ein Leitfaden sein, keine strikte Regel...und für einen Leitfaden in meinem Leben soll ich anderen Leuten etwas bezahlen?? Das sehe ich überhaupt nicht ein.


    Früher haben die Leute für Gebete was bezahlt (Ist auch heute noch so), oder für den Segen. Ich glaube kaum, dass ein Gott dich bestrafen wird, weil du ihm nicht dein letztes Geld gibst. Vielleicht habe ich auch ne ganz andere Vorstellung....aber ich mein, Gott braucht sicher kein Geld, wenn er allmächtig ist und so gütig, wie gesagt wird.


    Gruß,
    qod

  • Wenngleich die Bibel auch ein Fantasy-Roman ist, stehen jedoch ganz interessante und lobenswerte Sachen drinne. Ich erinnere nur an die Sprüche Salomos:


    Zitat

    Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag [...]


    Zitat

    Geh hin zur Ameise, du Fauler, sie an ihr Tun und lerne von ihr! Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte


    Solche Lebensweisheiten finde ich gut. Trotz dem ich selbst die Geschichte von der Auferstehung Jesu bezweifle und ich auch an keinen Gott glaube, ist das Buch jedoch eine recht interessante Lektüre die jeder zumindest ansatzweise mal gelesen haben soll.


    -aqh

  • Na ja wen ich mal daran denke das es vor ein paar Hundert jahren noch Regelmässig war jeden Sonntag in die Kirche zu gehen, im Besten Sonntagsanzug so ist das heute nur noch an Ostern oder Weihnachten wenn den noch. Dann beachte man mal den Krieg der Religionen in den ganzen Ländern. Früher wurden Häufiger Christen gejagt als heute aber das ist doch schon Krank genug. Ich will jetzt hier nichts gegen den Glauben der Moslems sagen aber wen ich mir heutzutage die ganzen jungen Türken anschau dann denk ich "die werden wohl auch nich mehr an ihren Mohammed glauben" aber sobald man was sagt gibts ne große Fresse. :roll:


    Vom Christentum wende ich mich gerade ja ziemlich ab bin sogar dabei die Religion zu wechseln weil ich einfach denke das ich Versklavt werde. Ein Beispiel: Ich habe mir eine Meditationscd gekauft und bin in unsere Jugendgruppe gegangen um jemanden abzuholen. Ein Christ sah natürlich die Cd und meinte sofort pass auf beim Meditieren den Jesus ist die Mitte der Christen. Schön und Gut wen die behaupten das der Gott der einzige und Wahre ist für mich NEIN. Ich fühle mich zu sehr versklavt und bekomme eh nichts davon zu sehen wie Gnädig und Gut unser Herr ist. "Es gibt für jeden Menschen einen Plan" toll. *mal kurz die Nachrichten anschau und Zeitung reinguck* Gott hat ja ziemlich komische Pläne wen er Terroranschläge, Morde, Vergewaltigung und sowas zulässt. Und dann soll man jeden Tag schön Beten und ja hoffen das Gott mir ein Schönes Leben macht. Nun ja ich hoffe ich schweif nicht allzusehr vom Thema ab ich wollte nur meine meinung Preisgeben. Hoffe es fühlt sich keiner zu sehr Angegriffen.

  • Also ich empfinde Religion als eine Art Gesetz um den Menschen unter Kontrolle zu haben (wie z.b der Staat)
    Es gibt natürlich viele positive Aspekte die die Religion vereint,abhängig welche oder ob wir überhaupt eine Religionsart bevorzugen...
    Es ist meistens der gemeinsame Glaube an ein unsichtbares Wesen welches allmächtig ist und alles weiß etc.
    Doch oft stellt man sich die Frage (da in der Bibel z.B erwähnt wird das der Mensch einen freien Willen hat) : WENN ein Gott wirklich existiert, wieso lässt er oftmals immer die Menschen an sich glauben, die sich und ihr Leben (sogar bei sehr schlechten Umständen) akzeptieren!
    Meiner Meinung wird gesagt das wir einen freien Willen haben aber die Bibel spielt diesen freien Willen so runter,dass wir einfach lernen zu akzeptieren und somit vergessen zu kämpfen..
    aso mein erster post,sehr feines forum :)

    Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist..
    Die Weisheit des Alters ist dem Ungestüm der Jugend unterlegen.

  • Ich bin der selben Meinung wie meine Vorposter. ;)
    Eine Religion sollte ein Leitfaden sein,etwas an das man glauben kann.
    Deshalb habe ich mich auch konfermieren (Oh Mist weiß nicht mal ob ich es richtig schreib :roll: ) lassen.
    Nur wird dieser Glaube an eine Gute Sache nur zu oft und gern Missbraucht für private Zwecke.


    Ein Bespiel sind dafür die vielen Geldeinnahmen die sicher nicht nur für Spenden usw. eingesetzt werden.
    Es wird manipuliert was das Zeug hält. Nur die Dinge werden gepredigt, die das Haus der Religion für richtig hält und
    für seinem eigenen Nutze verwenden kann.
    Dies geschieht nicht nur im Christentum so, nein, ich glaube dies gibt es in nahezu allen Religionen die
    von einer höheren Klasse (Kirche/Vatikan ua.) kontrolliert wird. :evil:


    Ich bin der Meinung man sollte sich für seinem Glauben nichts verpflichten und das tun was man selber für richtig hält. 8-)


    Brandwein

  • Religionen können viele Funktionen haben welche ich sicher nicht aufzählen muss da jeder darauf kommt.


    Doch ich bin der Meinung das der Kern jeder "ernsten" Religion darin besteht zu etwas zurückzukehren ob es nun Gott ist , das Nirvana , die Traumzeit oder die entwicklung (spirituelle) des Menschen ist letztendlich egal.
    Auch wenn die Menschen durch ihre unterschiedlichen Glaubensrichtung viel Böses anstellen was in so gut wie jeder Religion abgelehnt wird(!) so ist der Sinn fast immer der gleiche : Entwickle dich wie du willst ohne jemandem zu Schaden


    Auch Prinzipien wie Jenseits oder Reinkarnation sind vielleicht nur Hoffnungen an die man sich klammert doch immerhin bringen diese Hoffnungen etwas .. und was ist wenn jede Religion aus der Wahrheit entspringt jedoch nicht die ganze Wahrheit vereint sondern nur Teile des Großen ganzen ?


    Um religiös zu sein muss man kein Geld bezahlen , wer jedoch in einer Gemeinschaft religiös sein möchte zahlt nunmal eben Kirchensteuer oder so, wer nicht will muss ja nicht.


    Ich denke solang der Umgang hier nett und freundlich bleibt wird das hier eine nette Debatte :)


    MfG Phrenorium

  • Der Sinn der Religionen sollte eigentlich stets gutes beinhalten und auch so sein auch wenn der Anfang fast jeder Religion einen schwierigen Weg gegangen ist (Wiedergeburt Jesu, lasse ich mal außenvor...) . Doch Religion und das ist eigentlich nicht der Sinn, kann und wird missbraucht werden (siehe Extremismus, egal welcher Religion) und das ist nicht nur in einigen Religionen so, sondern in so gut wie allen. Aber vorneweg steht der Glauben.


    Denn der Glauben ist das worauf sich die Menschen jeher gestützt haben. Es gibt Dinge die auf dem Glauben beruhen und getan werden oder Dinge die mit dem Glauben verbunden werden. (hier der Glauben an... die 10 Gebote nur als leichtes Beispiel). Ohne diesen Glauben wären viele Menschen gezwungen andere Wege einzuschlagen was in manchen Fällen gar nicht mal schlecht wäre.


    Ohne Glauben keine Basis für ein beständiges oder gesichertes Leben, denn ob Religiös oder nicht oder einer Religion angehörend oder nicht, jeder Glaubt an etwas und da ist es egal ob es nun ein Attentat im Namen eines Gottes ist oder der Glaube an Wunder oder Gerechtigkeit. Denn je öfter man enttäuscht wird von seinem Glauben desto häufiger kann man sich wieder an ihm festklammern.


    Hat man ihn erstmal wird man ihn so schnell nicht wieder los (siehe Forum, nicht böse gemeint) ;)

    "Wahre Einsicht erwächst nicht aus Fachwissen, aus der Mitgliedschaft bei irgendeiner Clique, aus Doktrinen oder Dogmen - sie kommt aus den vorbewussten Intuitionen des eigenen ganzen Seins, aus dem eigenen Code."

  • Also ich als bekennender Atheist bin selbstverständlich der Meinung, dass Religionen in einer aufgeklärten, humanistischen Gesellschaft unzeitgemäß und überholt sind, da sie tatsächlich mehr Probleme verursachen, als sie lösen. Das gilt zumindest für die meisten der großen Weltreligionen. Leider sind weite Teile der Weltbevölkerung aber weder aufgeklärt, noch humanistisch. Eine wirkliche Daseinsberechtigung haben Religionen ebenfalls nicht. Ursprünglich waren Gesetzesreligionen (und darunter fallen eigentlich alle der Größeren und besonders die Monotheistischen) tatsächlich nichts anderes, als eine allgemeingültige Wertesammlung, quasi ein Regelwerk, welches das tägliche Leben bestimmte und normte. Das war zu Zeiten, in denen Stammeskriege die Regel waren, durchaus sinnvoll.


    Der Gott oder die Götter von denen diese Religionen und somit auch die Regeln und Gesetze angeblich abstammten waren oftmals nur die Legitimation für diese von Menschen erstellten Richtlinien. Für einen einfachen Menschen war es nunmal leichter, sich an bestimmte Regeln zu halten, wenn er der Meinung war, diese würden direkt von einem Gott und nicht von einem fehlbaren Mitmenschen kommen. Dieser Umstand ersparte es dem Ersteller der Regel auch, diese näher zu begründen. Man sagte einfach "Gott hat das so entschieden". Und damit war dann alles erklärt. Gott anzuzweifeln war meist recht ungesund, was dann ebenfalls in den entsprechenden heiligen Schriften so vermerkt wurde. Hier könnte man jetzt auf das typische Bibelparadoxon verweisen. Angeblich ist die Bibel oder der Qur'an ja Gottes direktes Wort oder zumindest stark von ihm inspiriert. Wenn man jetzt fragt, wo dies geschrieben steht, so wird die Antwort stets lauten "In der Bibel / dem Qur'an". Hier legitimiert sich ein Buch sozusagen selbst, was im Grunde völliger Schwachsinn ist und deshalb auch nur innerhalb einer Religion so funktioniert. Aber Religion ist nunmal Opium für's Volk und funktioniert deshalb auch wunderbar, um ungebildetes Betvieh unter Kontrolle zu halten.


    In heutiger Zeit gibt es allerdings weit bessere Alternativen. Ein altruistisch geprägter Humanismus ist z.B. für alle Menschen gültig, ungeachtet ihrer Religion oder Abstammung. Das ist ein entscheidender Vorteil, den er allen Religionen voraus hat. Einzelne Religionen sind immer geschlossene Systeme, die nur innerhalb einer Glaubensgemeinschaft funktionieren und sich nach aussen in der Regel scharf abgrenzen und neben der Ablehnung anderer Glaubenssysteme oft auch deren Verfolgung propagieren. Das führt natürlich immer wieder zu Problemen, da schließlich nicht alle Recht haben können und der Mensch als Herden- und Gewohnheitstier eben zuerst der eigenen Herde folgt.


    Genau das ist auch das größte Problem des Glaubens. Wenn ich tatsächlich von einem bestimmten Glaubenssystem überzeugt bin, muss ich zwangsläufig davon ausgehen, dass alle anderen im Unrecht sind. Nur leider sehen die das, bezogen auf ihren eigenen Glauben genauso. Und einen wirklich gläubigen Menschen wird man rein mit Argumenten schwerlich vom Gegenteil überzeugen können. Da bleibt dann schlussendlich oft nur das gegenseitige auf den Kopp hauen.


    Aber es gibt auch rühmliche, wenn auch leider viel zu seltene Ausnahmen. Beispielhaft ist hier die karibische Inselgruppe Trinidad / Tobago. Durch eine jahrhundertelange Kolonialpolitik und einen regen Sklavenhandel haben sich hier die unterschiedlichsten Religionen auf engem Raum vermischt und doch ihre Eigenständigkeit behalten. So finden wir heute in dieser kleinen Republik Christen (Katholiken, Anglikale, Presbytherianer, Babtisten, diverse kleinere Christensekten), Hindus, Moslems, verschiedene afrikanische Religionen und Bahai in friedlicher und geradezu vorbildhafter Koexistenz nebeneinander. Auf Trinidad ist es sogar vollkommen normal, dass Moslems und Hindus gemeinsam mit Christen in einer Kirche beten. In beinahe jedem Hindutempel findet man eine Jesusstatue. Und die Moslems feiern zusammen mit allen anderen Gruppierungen den karibischen Karneval. Und der ist, wie sicher jeder weiß, alles andere als züchtig. In so ziemlich jedem anderen Teil der Welt wäre soetwas vollkommen undenkbar. Das Schulsystem ist dagegen vollkommen säkularisiert. Kinder aller Religionen und Abstammungen lernen völlig frei von religiösen Zwängen zusammen in Einheitsschulen. Ein besseres System ist eigentlich kaum denkbar.


    Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum es auf dieser kleinen Inselgruppe funktioniert und im Rest der Welt trotz vielfältiger Bemühungen schlicht unmöglich scheint. Vielleicht spielt die Isolation von der Aussenwelt, die sich auf Inseln nunmal nicht vermeiden läßt, eine Rolle. Man mußte sich zwangsläufig miteinander arrangieren, da man sich nicht aus dem Weg gehen konnte. Und gegenseitig die Köpfe einzuschlagen war auch keine Option, da man aufeinander angewiesen war. Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Sind nun die Religionen schuld an all den interreligiösen Streitigkeiten? Oder sind es vielleicht doch nur die Menschen? Wenn man diese Fragen endlich einmal klären könnte, wäre eine friedliche Koexistenz vielleicht auch weltweit endlich möglich. Mit einem solchen System könnte selbst ich mich als überzeugter Religionsgegner anfreunden. Aber solange Religionen vor allem ein Instrument der Machtausübung einiger weniger Privilegierter sind, wird das wohl Wunschdenken bleiben.

  • Hallo,


    also ich finde, dass die Religionen immer noch eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft erfüllen.


    1. Geben sie Menschen insbesondere wenn sie in schwierigen Situationen sind einen gewissen Halt. Wir müssen doch mal ehrlich sein. Wenn es einem so richtig dreckig geht, wer hat da nicht schon mal ein Stoßgebet gen Himmel gesendet.
    2. Die Religionen bringen immer mal wieder die Ethik in unserer Gesellschaft. Ich glaube, dass ohne die Religionen die Erde noch viel „Härter“ wäre.
    ….


    Das eigentliche Problem der Religion ist jedoch nicht der Glaube des Menschen und eine höhere Macht.


    Das eigentliche Problem meiner Meinung ist nicht die Religion oder der Glaube sondern was der Mensch, bzw. was die Kirche daraus gemacht hat und hier ist es egal welche Religion man her nimmt. Ob Christen, Juden, Moslems….


    Alle Predigen sie von Rücksicht, Menschlichkeit, Frieden…. aber was die Kirchen dieser Welt vorleben ist unter aller Sau.

  • Mir scheint, dass nicht der Glaube das Problem ist sondern das Bedürfnis, zu missionieren. Jeder Mensch hat das Recht zu glauben, wie und an wen er/sie immer will, es ist nicht gut, dem anderen den eigenen Glauben "aufzureden".


    Pierre

  • Erstmal möchte ich Niesel voll zustimmen. Übrigens ein sehr guter Beitrag ! :schleimer:
    Besser hätte selbst ich es nicht formulieren können :mrgreen: .


    Ich denke aber auch wie Pierre, dass ein wichtiger Grund für den Unfrieden in der Welt nicht die verschiedenen Religionen, also die Sache selbst ist, sondern deren Auslegung.
    Der Drang dem anderen seine Ansicht, seinen Willen aufzudrängen ( und willst du nicht mein Bruder sein, so ... ).
    Den jeder, besonders oft inspiriert durch die Religionsführer, meint die einzige Wahrheit, den einzig richtigen Gott, zu haben. Und je mehr Anhänger eine Religion hat, umso größer ist die Macht und der Einfluß gewisser Kreise.


    Das schlimme ist, dass du diesen Leuten nicht mit Logig, oder Argumenten beikommen kannst, denn die Schriften auf die sich immer berufen wird, sind zum großen Teil bewußt so formuliert, dass sie ausgelegt und interpretiert werden können, was im Prinzip nichts schlechtes ist, denn jeder soll sich seinen Glauben so zusammenbauen, für sich so auslegen, wie er möchte, ohne anderen zu schaden. Es wird aber dann zum Übel, wenn es missbraucht wird, um andere zu manipulieren und wieder anderen zu schaden usw.


    Das Problem ist meines Erachtens also nicht die Religion selbst, sondern ganz klar ( wie fast immer ) der Mensch.


    Gruß
    naHu

  • ich bin der Meinung, wenn es wirklich einen Gott und eine wahre Religion gäbe, dann müsste dieser Gott selbst uns erscheinen und uns seine Wünsche der Ausübung seiner Religion äußern...solang uns die Meinung Gottes von irgendeinem Menschen gesagt wird kann ich nicht wirklich daran glauben...

  • Vielleicht liegt das Problem, dass sich Mensch nicht vorstellen kann, dass es nur eine göttliche Energie gibt, die jede Religion mit dem selbstgestrickten Mäntelchen bekleidet und einen eigenen (oder unendlich viele [ Hinduismus z.B.]) Namen gibt


    Pierre

  • Hm, also erstmal an Dienjenigen, die sich über die Kirchensteuer aufregen:


    Die Kirchensteuer gibt es unter anderem deswegen, weil damit vorhandene Kirchen restauriert und erhalten werden oder sogar neue gebaut werden. Das Gegenbeispiel hierfür ist unser Nachbarland Frankreich. Dort gibt es keine Kirchensteuer oder ähnliches. Was daraus resultiert lässt sich teils sehr gut erkennen. Viele Kirchen sind in einem schlechten Zustand. Viele der Leute, da bin ich mir sicher, die sich auch darüber aufregen dass sie Kirchensteuern zahlen (vllt. auch noch nicht), würden genau so meckern, wenn es ohne Kirchensteuer Zustände wie in Frankreich geben würde. Also bezahle ich gerne etwas, wenn ich dafür garantiert kriege, das von dem Geld unter Anderem die Gotteshäuser instand gehalten werden.


    Zum Thema Bibel:


    Es ist sehr schade, dass vielen Leuten die richtige Aufklärung in Sachen Religion fehlt. So sehen viele die Bibel nur als "Fantasy-Roman" oder ähnliches. Ich habe früher auch so gedacht. Das kommt daher das an vielen Schulen immer noch nicht nach neuesten Forderungen unterrichtet wird. Es gibt seit einigen jahrzehnten die Pflicht im Fach der katholischen Religion (ich weiß nicht ob es für die evangelische auch zählt) die Bibel im Zusammenhang der historisch-kritischen-Methode zu bearbeiten. Ich selbst habe bis vor zwei Jahren noch nie etwas gehört, obwohl ich auf einem Erzbistümlichen Gymnasium war.
    Mit dieser Methode lernt man die Bibel zu verstehen. Denn wer jedes Wort ernst nimmt und sich bei Jesu Geburt und Jungfrau Maria denkt "was ein Schwachsinn", der handelt fahrlässig und nicht wissenschaftlich!
    So ist zum Beispiel bewiesen, dass es sich bei der "Jungfrau" Maria um einen Übersetzungsfehler handelt. So wurde aus der jungen Frau Maria eben jene Jungfrau.
    Diese Methode lohnt sich nicht nur für Gläubige, sondern auch für jene Atheisten, um sich einmal tiefgreifende Gedanken über das Thema christliche Religion (ich beziehe mich auf das Christentum, weil ich über andere Religionen wenig Ahnung habe) zu machen. Ja, es lohnt sich auch für jene "Prometheus-Atheisten" ;)

  • @smiza


    Das mit den Kirchen in Frankreich ist ziemlicher Unsinn. Ich lebe hier seit 50 Jahren und kann Dir sagen, dass es in Frankreich nicht mehr verfallene Kirchen gibt als in Deutschland. Hier in unserer Stadt hat der conseil de fabrique, so wird die materielle Kirchenverwaltung genannt, viel Geld, um unsere Kathedrale in Schuss zu halten. Auch die ökumenische Kirche hier im Dorf hat keine wirklichen Probleme.


    Dagegen ist es Tatsache, dass in Deutschland die Kirchen viele soziale Einrichtungen finanzieren, die hier vom franz. Staat gemacht werden. So steht ein Kindergartenplatz für jedes Kind kostenlos zur Verfügung, und zwar nicht als Spielstätte sondern als Vorschule, mit ausgebildeten Lehrern.

    Pierre

  • @smiza


    Gott erhalte dir deinen Glauben an die Kirche ;) .


    Die Kirche beteiligt sich nur mit wenigen Prozent an kirchlichen Einrichtungen.
    Z.B. an der Erhaltung von Kirchen / Bauten, trägt die Kirche nur ca. 15% der Gesamtkosten. Den Rest trägt der Staat, also wieder wir.
    KIndergärten, Schulen etc. die unter der Leitung der Kirche sind und deren Namen im Namen tragen ;) , beteiligt sich die Kirche ebenfalls nur mit wenigen Prozent, der Rest trägt der Staat, also ... schon wieder wir.
    Nachweislich werden 90% der Kirchensteuer für innerkirchliche Belange verwendet und der Staat gibt jährlich weitere 14,7 Milliarden für Kirchenbelange aus.


    Noch mehr Zahlen gefällig ?


    Kirchensteuereinnahmen ( nur Steuern !! ), ohne Spenden, Erbschaften uvm. beträgt ca. 8-9 Milliarden Euro jährlich ( ohne die 14,7 Milliarden die wie oben erwähnt zusätzlich von Staat schon zugeschossen werden ). Von diesen 8-9 Milliarden Euro trägt der Staat, da die Kirchensteuer durch Kirchenaustritte rückläufig ist und die arme Kirche jammert, knapp 40%.

    Das nur so am Rande.


    Zur Bibel:


    Die Bibel wird fast jährlich neu aufgelegt. Warum wird, um bei deinem Beispiel zu bleiben, nicht korrigiert, dass es nicht irreführend Jungfrau Maria heißt, sondern junge Frau Maria ?
    Warum reden die Pastoren immer noch von der Jungfrau Maria in der Kirche, obwohl es doch falsch ist bzw. falsch übersetzt wurde ?
    Es gibt die Nürberger Aufklärungsbibel. In einer älteren Auflage steht so etwas z.B. nicht da drinne ?


    Warum wird das Wort Elohim im A.T., das man sowohl mit Gott, als auch mit Götter übersetzen könnte, in der deutschen Übersetzung immer mit Einzahl, also Gott übersetzt. Und das, obwohl an 1/2 Stellen Götter besser passen würde und vom Sinn her logischer wäre ?


    Tut mir leid, aber du solltest dich einmal besser informieren, ehe du in diesem Sinne eine Lanze für die Kirchensteuer, bzw. Kirche in speziellen Themen brichst.


    Zum Schluss noch eine kleine aber feine Geschichte, die ein Bekannter selbst erlebte:


    Er bewarb sich bei der katholischen Kirche um einen Job. Es war schon alles klar und im Prinzip hatte er den Job schon, als die letzte Frage kam: Sie sind doch selbstverständlich katholisch, oder ?
    Als er verneinte, was mit Entsetzen aufgenommen wurde, bekam er den Job doch nicht, da es zur Auflage gehörte, dem katholischen Glauben anzugehören, wenn man den Job wollte :cry: .
    Und das als Hausmeister :twisted: !


    Ich finde, so etwas ist der Hammer. Und das in unserer Zeit.
    Für mich ähnelt das fast einer besonderen Art des Rassismus, ... sorry aber ....


    Gruß
    naHu

  • Zitat

    Die Kirchensteuer gibt es unter anderem deswegen, weil damit vorhandene Kirchen restauriert und erhalten werden


    Wo breche ich eine Lanze für die Kirchensteuer? Ich sage nur dass die Kirchensteuer unter anderem dafür erhoben wird. Natürlich weiß ich dass die Kirchensteuer größtenteils dazu da ist um die Kirche als Institution zu unterhalten.
    Ausserdem bin ich nicht unbedingt "Kirchenfreundlich", das einzige was ich bedingungslos unterschreiben würde ist dass ich an Gott glaube.


    Tja, warum die Bibel solche Fehler immer noch besitzt weiß ich auch nicht. Jedoch ist diese von mir beschriebene historisch-kritische Methode seit dem zweiten vatikanischen Konzil offiziell in der kirchlichen Exegese zu betreiben.

  • Hallo!


    Vielleicht sollten wir hier unterscheiden zwischen "Religion" und "Kirche". Nur aus der Tatsache, dass (unter anderem) die katholische Kirche ihre Macken hat und in Deutschland (in anderen Ländern übrigens nicht) Kirchensteuer erhebt, kann man nicht schließen, dass alle Religionen Unsinn seien.


    Da ich persönlich sehr gläubig sind, stellt sich mir die Frage nicht: Die Religion ist Ausdruck des Glaubens. Über die Frage, WIE man diese Religion ausüben sollte, kann man natürlich streiten - aber das lässt sich für alle Weltreligionen in einem einzigen Thread nicht diskutieren.


    LG
    Fiona

    Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito
    bleiben will. (Albert Schweitzer)