Der Sinn des Lebens

  • Santiago, ich gebe Dir von wissenschaftlicher Seite absolut Recht, und Du hast es sehr schön beschrieben.


    Aber es gibt noch vieles was sich der Wissenschaft entzieht, und eines davon ist die Erklärung nach dem Sinn des Lebens. Wobei ich denke, dass es nicht einmal die Aufgabe der Wissenschaft ist, diese Frage zu beantworten. Es ist viel mehr eine Frage die sich jeder für sich selber beantworten muss.


    LG

  • Sinn des Lebens. Also ich glaube an gar keine Religion wie du meintest mit Gott. Wir haben unseren Ursprung und sind nunmal so entstanden. Warum und Wieso das so passiert ist ist es nicht das einzigste auf der Welt über die man sich tot - denken kann. Ich denk mal jeder kann aus seinem Leben machen was er will. Entweder man nutzt es, oder eben nicht. Es gibt glaube ich keine bestimmte Vorgabe was du zu tun oder zu lassen hast, es bleibt immer noch uns überlassen.

  • Hallo zusammen!


    Zunächst einmal: Ich bin neu hier :|


    Die große "Sinnfrage" kam mir auch des öfteren in den Sinn. wie wohl jedem Menschen 8-)
    Habe festgestellt, daß ich mir die Frage nach dem Sinn des Lebens eigentlich nur dann stelle, wenn es mir schlecht geht, bzw ich Probleme habe.
    Also die schmerzhafte Frage: Warum das Alles?? Wozu soll das gut sein? Falls man irgendwann im Leben den Punkt erreicht, wo man sich einbildet, den Sinn des Lebens (für sich selbst) erfasst zu haben, ist es auch schon an der Zeit, den Löffel abzugeben... Oder? Kommt man niemals an diesen Punkt? Ich weiß es nicht.
    Ich denke, daß der Sinn des Lebens darin besteht zu LEBEN, ohne nach dem Sinn zu fragen! Denn wer hat uns eingeimpft, d
    aß es tatsächlich einen Sinn gibt, für das Drama oder die Komödie das/die sich "Leben" schimpft? Niemand, oder?
    Was wäre denn wenn unsere Existenz auf Erden lediglich ein "Zufall" ist? Der Mensch ist entstanden/hat sich entwickelt, aber MUSS das zwingend einen bestimmten Grund/Sinn haben? Lebt es sich nicht leichter, wenn man mal versucht sich vor Augen zu halten, daß (sorry für das blöde Beispiel)
    eine Qualle auch nicht nach dem Sinn ihrer Existenz fragt? Sie existiert einfach! Nun sicher, wir haben, im Gegensatz zur Qualle und sämtlichen andren "primitiven" Lebewesen, die Fähigkeit (den Fluch?) logisch denken zu können. Wahrscheinlich ist dies tatsächlich ein "Fluch", denn es macht die Farce, die wir Leben nennen nicht einfacher...
    Oder ist es nur eine gewisse Arroganz, die uns Menschen zu eigen ist, alles und jedes zu hinterfragen und zu glauben, daß unsere Existenz (im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren) etwas Besonderes ist?
    Ich bin Atheistin (Heidin) und grade deshalb hinterfrage ich oft den "Sinn" des Lebens... Wohlwissend und gleichermaßen illusionslos, hinsichtlich der Tatsache, daß uns diese große Frage niemals jemand beantworten kann und wird!
    Die Antwort liegt (wie immer) in uns selbst!

  • Hallo Naveena,


    ich finde deinen Beitrag sehr schön geschrieben. Danke :thumbsup: .
    Der Sinn des Lebens aus der biologischen Sicht, ist natürlich Arterhaltung etc., nur mit dem reinem Existieren , gibt sich der intelligente Mensch sicherlich nicht zufrieden.
    Danach kommt zwangsläufig die Frage nach dem höheren Sinn unserer Existenz.
    Wieso gibt es uns überhaupt, wo liegt da der Sinn. Das Warum, darum geht es uns letztendlich.
    Und die für uns wichtigste Frage in diesem Kontext findet sich ganz automatisch: Was ist der Sinn meines eigenen Lebens ?
    Die Menschen sind oft geneigt ihrem Leben einen konkreten Sinn zu geben.
    Die einen finden ihn in dem sie ihr Leben voll und ganz ihren Kindern widmen. Andere suchen ihn in der Religion ( wohl auch, weil dann oft auch die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod im Hinterkopf bleibt ).
    Wieder Andere machen dies und wieder Andere das ... usw.
    Über die Frage nach dem Sinn des Lebens ( allgemein ) kann man endlos philosophieren.
    Die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens, findet sich, wie du so schön sagtest nur in einem selbst.
    Und ich möchte noch hinzufügen, wenn ich darf:
    Dazu muss man auch ab und an fähig sein, sich selbst zu zuhören ;)


    cu
    Nobby

    Womit man auch immer schreibt, das Wunder bleibt das Selbe:
    Schrift macht die Gedanken sichtbar, so dass man sie dauernd verfügbar hat.
    Da ist nichts als Text, Zeile für Zeile. Doch im Kopf entsteht eine ganze Welt, Voller Schönheit, Dramatik, Leidenschaft.
    ( Autor unbekannt )

  • Ich bin der Meinung, dass manche Menschen für die größeren Dinge im Leben zuständig sind, und andere halt für die kleinen, nicht aber das eine höhere Macht sie von Anfang an dafür bestimmt hat. Ich glaube zwar an Gott, weil ich mir so am logischsten erklären kann wie die Welt entstanden ist. Aber ich denke nicht, dass er jemanden "auserwählt". Wir leben einfach hier, und der Sinn des Lebens ist für jeden anders.
    Die einen wollen die Erleuchtung erlangen, die anderen einen spitzen Beruf und Erfolg damit, wieder andere wollen einfach nur gute Mütter/Väter sein.

  • Den Sinn des Lebens gibt es schon lange nicht mehr in der Welt der Menschen, denn der Sinn des Lebens von jenen bestimmt die sich die Welt zu eigen gemacht haben, denn sie bestimmen wie ihr zu leben habt. Wenn ihr den Sinn des Lebens verstehen wollt, beobachtet die Natur und ihr werdet verstehen was der Sinn des Lebens ist. Wenn ihr ihn denn noch nicht versteht habt ihr einen langen Weg vor euch. Sehr tiefsinniger Gedanke von mir. mfg Zweifler.

  • Was ich definitiv sagen kann, der Sinn des Lebens ist das Leben zu erhalten und weiter zu geben,
    bis vor fast einem Jahr war mein Leben völlig bedeutungslos so schien es für mich.
    Ich hatte mir sehr oft die Frage gestellt wieso sind wir eigentlich da?? Um Geld zu verdienen , Dinge zu erfinden?


    nein der wahre Grund ist um Leben zu schenken und es zu erhalten, als meine wunderbare Tochter zur Welt kam verstand ich es warum ich hier auf der Erde bin. Um sie zu beschützen und um Sie so für das Leben zu wappnen ,wenn ich mal nicht mehr da bin.


    Es gibt keinen anderen Grund wieso wir Menschen auf der Erde sind. Sondern nur für unsere Kinder.
    Denn das Leben war schon immer da , das Materielle nicht.


    In diesem Sinne,
    alles Gute.
    Exi

  • Zitat von Zweifler

    Wenn ihr den Sinn des Lebens verstehen wollt, beobachtet die Natur und ihr werdet verstehen was der Sinn des Lebens ist.

    Ist das aus einem Glückskeks?


    Ich bin hier auch mehr der Meinung, dass der Sinn (oder besser das Ziel) des eigenen Lebens nach Belieben definiert werden kann. Wenn man bedenkt, dass sämtliches Leben ohnehin nur durch eine Kette von Zufällen entstanden ist, ist es wohl ausschliesslich dem menschlichem Ordnungssinn zuzuordnen, nach irgendeinem Sinn zu suchen.
    Bei den Tieren ist das einfach, da hat man als Sinn einfach das definiert, was sie alle instinktiv tun, und das ist Fortpflanzung. Natürlich würden sie das auch tun, wenn Menschen dem ganzen keine tiefere Bedeutung zugeschrieben hätten. Beim Menschen selbst ist das schwieriger.


    Zitat von Exilim

    gibt keinen anderen Grund wieso wir Menschen auf der Erde sind. Sondern nur für unsere Kinder.

    Denk an die ganzen Homos, Singles und kinderlosen Paare die es gibt - ich glaube nicht, dass die alle ihr Leben für sinnlos halten. Ich sage ja, der Mensch hat den philosophisch-psychologischen Begriff eines Lebenssinns erfunden, also kann er auch selbst seine Bedeutung definieren. Philosophie und Psychologie sind mit Absicht so schwammig; da kann man nämlich munter immer neue Fragen und ab und an auch Antworten erfinden, und bei eventuellen Fehlern darf sich niemand beschwerden. Dann kommt immer die Antwort, dass man ja keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Hallo Leute :D ,


    Das Thema ist zwar schon etwas älter, jedoch kann man eigendlich immer dazu schreiben, weil es steht's aktuell ist:


    Viele Forscher, Philosophen, Arme und Reiche stellen sich seit jeher eine Frage: Was ist der Sinn des Lebens? Die Beantwortung dieser Frage ist einer der größten Sehnsüchte für viele Menschen. Natürlich habe auch ich mir diese Frage gestellt und lange darüber nachgedacht: Gibt es überhaupt einen Sinn im Leben? Welchen Zweck erfüllt es? Hat es überhaupt ein Zweck?


    Meiner Meinung nach: Ja!


    Auch wenn man ungläubig ist und vermutet, nach dem Leben sei alles vorbei, gibt es bestimmte Dinge im Leben, welche erstrebenswert sind. Dessen erreichen man als Sinn bezeichnen könnte. Unter anderem sind hiervon hervorzuheben: einen guten Schulabschluss erreichen, einen guten Beruf erlangen, eine Beförderung erarbeiten, Liebe, Hochzeit, Kinder kriegen (was im biologischen Sinne wohl der einzigste Sinn ist (die Fortpflanzung)), den Kindern zu einer guten Zukunft verhelfen, Rente, einen schönen Lebensabend mit der Partnerin verbringen, usw. All dies sind Situationen, die sich jeder Mensch wünscht und demnach sein Ziel ist, welches zu erreichen gilt.


    Ich glaube noch weiterhin daran, dass man lebt, um Gefühle zu erleben. Seien es die der positive oder negative Art. Man lebt um Emotionen am eigenen Leib zu spüren. Sei es die Freude über Kai-Ulrichs Lottogewinn, die Schmerzen von Nina-Christine, als sie sich an einem scharfen Blatt Papier geschnitten hat, oder die brennende Trauer von Lisa-Marie, als sie von Herbert, der sie erst auf sanftesten Seidehandschuhen getragen hat, im Regen sitzen gelassen wurde. Ich glaube, wir existieren hier auf Erde, um Situationen praktisch nachzuspielen. Man kann sich das fast wie ein Schauspiel vorstellen: Hans hat mal wieder Lust der Ritter in schillender Rüstung zu sein, welcher eine strahlend, wie attraktive, Maid retten will. Also geht er auf die Bühne (die Erde) um dieses Bedürfniss auszuleben. Als das Stück vorbei ist (die Maid ist gerettet, die Rolle ist Tod), verlässt Hans wieder die Bühne (ins "Jenseits"?), um sich eine neue Rolle auszudenken. Diesmal hat er Lust auf einen spannenden Drama. So möchte er diesmal die Bäckerin Jasmin (jetzt mal eine Frau) aus Hamburg sein, welche viele schmerzvolle Augenblicke durchleidet. Also steigt Hans wieder auf die Bühne und wird zur Jasmin aus Hamburg, usw.


    Dies geht immer so weiter, bis Hans alle Möglichkeiten durchgespielt hat (was selbstredent seine Zeit dauert). Dann kann er sich gemütlich zurücklehnen und an seine frühere Rollen (Leben) zurückdenken. Vielleicht erlebt Hans in seinen Gedanken die gespielten Situationen (Lottogewinn, Blatt Papier, Versetzung, Held, Bäckerin) und die dabei gefühlten Emotionen (Freude, Trauer, Leid, Stolz) wieder. Natürlich ist Hans nicht der einzigste Schauspieler, denn dafür wäre die Bühne (die Erde) wahrhaft zu groß. Stattdessen gibt es Unzählige von Hans Sorte, welche genauso wie er immer wieder ihre Rolle auf die Bühne auftreten und vielleicht sogar im selben Stück wie er mitwirken (Schauspiel-Hanses Mutter, Vater, Verkäufer). Welchen Sinn das Ganze Schauspiel hat? Die Seele (Hans) hat keine langeweile ( ;) ) und vielleicht ist es ihr auch nicht möglich, außerhalb der Bühne Gefühle zu spüren.


    Ich hoffe ich konnte meinen Gedankengang verständlich erklären (und habe das ganze mit dem Modell nicht verkompliziert). Kann ich diese Überlegung beweisen? Die nüchternde Antwort: Natürlich nicht! Wüsste man wirklich den Sinn des Lebens, so bräuchte man hier auch nicht darüber zu schreiben. :)


    Liebe Grüße,


    Euer, in Gedanken schweifender, User


    WonneWolf :D

    "Liebe ist der schönste Brauch, man spürt Kribbeln im Kopf und Kribbeln im Bauch. Alles würde man für den anderen tun, kein Tag könnte man ohne ihn ruhn. Man weiß, man hat sie furchtbar gerne, ihr Blick ist wie ein Griff in die weitesten Sterne..." (WonneWolf'sche Bauernweisheit)

  • Hi WonneWolf! :)


    Mich würde interessieren wie du zu dieser Meinung gekommen bist? Hat sich diese Sichtweise mit der Zeit von selbst entwickelt oder auf einem anderen Weg? Das deckt sich nämlich zufälligerweise sehr genau mit der Vorstellung, die ich einmal in einem Buch gelesen habe.


    Grüße

    "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." - Winston Churchill
    "Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis." - Michael Niavarani, Kabarettist

  • Das ökonomische Sein bestimmt das Bewusstsein.


    In früheren Jahrhunderten, als das Leben hart und entbehrungsreich war, war die Welt ein Jammertal und der Sinn des Lebens war es, sich trotzdem nicht vom "rechten Weg" abbringen zu lassen. In der Hoffnung, man käme dann in den Himmel.


    Heute haben wir Wohlstand und viel Freizeit, in der wir uns nicht langweilen, sondern etwas erleben wollen. Also ist der Sinn des Lebens heute, Erfahrungen zu machen.


    Dieser Lebenssinn ist mir irgendwie zu sehr Produkt unserer Zeit, als dass ich ihm universellen Charakter zusprechen wollte.


    Ich glaube, den Sinn des Lebens findet man nicht. Man wird vom ihm gefunden :shock:

  • Hi WonneWolf! :)


    Mich würde interessieren wie du zu dieser Meinung gekommen bist? Hat sich diese Sichtweise mit der Zeit von selbst entwickelt oder auf einem anderen Weg? Das deckt sich nämlich zufälligerweise sehr genau mit der Vorstellung, die ich einmal in einem Buch gelesen habe.


    Grüße


    Hi vox noctis (die Stimme der Nacht?) :),


    Also ich habe diese/eine ähnliche Theorie in einem Jenseitsresort aufgeschnappt und darüber nachgedacht. Je mehr ich darüber grübelte, desto logischer wurde sie mir (Warum? Keine Ahnung, ich hatte es irgendwie im Gespühr ;)). Irgendwie wirkte die ganze Seite und Erklärung auf mich schlüssig und seriös (das besagte Forum gehört übrigens auch einen Autor. Vielleicht der selbe, wie der von dem du deinem Buch gelesen hast). Seid dem denke ich an vielen unterschiedlichen Situationen an die vermittelte "Lehre". So erwische ich mich immer wieder, dass ich in Gedanken mit meinem "Guide" (dem "Regisseur des Theaterstücks", welcher praktisch dafür sorgt, dass alles von statten geht, wie es im "Drehbuch" steht) rede (über dies und jenes), bzw. mich wegen einer Unangenehmen Situation bei ihm beklage, was natürlich auch nur mein Gewissen, bzw. ein im Gedanken stattgefundenes Selbstgespräch, sein kann. Es hilft auch einem ein wenig Trost zu finden, wenn man glaubt alles wäre von vornerein geplant. Oder auch die Angst zum lindern, so dachte ich, als im Urlaub die Bergbahn beunruhigend zu Wanken anfing: "Beruhig dich WonneWolf! Es ist unwahrscheinlich das dein Plan (Drehbuch) jetzt schon endet. Dir kann nichts passieren."


    Ehrlich gesagt fehlen mir fast die Worte es zu erklären, warum ich das glaube (Ich kann es kaum beschreiben, und auch bei mehreren Ansätze diesen Beitrag zu Verfassen fiel mir keine passende Formulierungen ein). Es hat sich, nach dem ich davon gelesen sein, immer weiter in mir eingebrand, und ich sah auch einen gewissen roten Faden z.B. in Beiträgen von Usern (ältere User werden sich noch an Martouf und Wingman aus dem AKE-Forum erinnern), die sich teilweise mit dem geschriebenen überlappen. Also beides: Gelesen und mit der Zeit entwickelt. Das könnte es ungefähr treffen.


    Nun hätte ich noch eine Frage an dich: Du schriebtest von einem Buch in dem eine ähnliche Sichtweise der Dinge beschrieben wurde? Wüsstest du zufälligerweise den Titel/Autor/Beides?


    Liebe Grüße,


    Eurer/Dein, um Worte ringender, User


    WonneWolf :) (der hofft nicht vom eigendlichen Thema abzuschweifen)

    "Liebe ist der schönste Brauch, man spürt Kribbeln im Kopf und Kribbeln im Bauch. Alles würde man für den anderen tun, kein Tag könnte man ohne ihn ruhn. Man weiß, man hat sie furchtbar gerne, ihr Blick ist wie ein Griff in die weitesten Sterne..." (WonneWolf'sche Bauernweisheit)

  • Ich möchte euren Gedankenfluss ja nicht unterbrechen, aber: die ganze Frage nach dem "Sinn des Lebens" ist durchaus sehr leicht zu beantworten. Der Sinn setzt eine sinnstiftende Instanz voraus; ohne Gott gibt es also keinen Sinn (und selbst mit Gott wäre es schwer vorstellbar, dass gerade der Mensch einen "Sinn" haben soll und eine Fliege z.B. nicht). Alle bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Mensch nicht mehr als ein Produkt am Ende einer natürlichen Kausalkette ist, sein Handeln demnach zwar eine Ursache, aber keinen Zweck hat - zielgerichtete Prozesse gibt es in der Natur nicht. Eine Seite vorher habe ich den Vergleich mit den Dinosauriern aufgestellt - welchen "Lebenssinn" hatten die?


    Wir sollten langsam von der Idee einer Sonderstellung des Menschen wegkommen. Wir sind nichts Besonderes. Wir sind eine Lebensform von vielen, wir sind ein Produkt der natürlichen Prozesse wie alles andere. Wenn ich einen Feuerstein gegen Eisen schlage, dann hat der Funken, der entsteht, keinen "Sinn". Er entsteht eben. Bei uns geschieht das auf höherem Level, aber es ist im Prinzip nichts anderes.

  • @ WonneWolf


    Das Buch heißt "Hände weg von diesem Buch" von Jan Van Helsing (eig. Jan Udo Holey). Weiters erwähnt er dies auch in seinem Buch "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann", welches ich aber nicht fertig gelesen habe. Ich weiß der Autor ist stark umstritten und ich glaube auch nicht alles, was er in seinen Bücher schreibt, aber manche Denkanstöße sind ganz nett und ein paar Sachen schreibe ich persönlich sogar einen gewissen Wahrheitgehalt zu.


    @ ad_santiago


    Ich kann deine Argumentation durchaus nachvollziehen. Rational gesehen ist deine Lösung wohl die einzig richtige, auf die man kommen kann. Außer natürlich man sieht das fortbestehen der Art zu sichern als Sinn des Lebens. ;)


    Ich persönlich finde, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens zum Teil eine Frage der Gesellschaft ist, wie es Herr Schneider erwähnte (ich denke zumindest, dass er es so meinte), zum Großteil bleibt es aber eine Glaubensfrage und kann so auch nicht universell, sondern nur individuell beantwortet werden. Denn wenn man stark gläubig ist und den Sinn des Lebens darin sieht, sich einen Platz im Himmel zu erarbeiten, dann kann man dies doch als Sinn des Lebens sehen. Das selbe gilt, wenn man so wie WonneWolf einen Sinn darin sieht Erfahrungen zu machen. Sobald genug Glaube dahinter ist, macht es für Einzelperson doch genug Sinn. So ist der Sinn des Lebens schlussendlich für jeden ein bisschen anders.


    Das wichtigste ist doch, dass es einen Sinn gibt für die Frage, ob es einen Sinn des Lebens gibt. Und den gibt es schließlich: Egal ob ein rationaler Mensch die Frage nach dem Sinn mit einem klaren "Nein" beantwortet, oder ein Gläubiger mit dem Sinn in den Himmel zu kommen usw. Schlussendlich bringt es demjenigen Klarheit, Trost und Zuversicht eine Antwort für sich selbst gefunden zu haben. Was für ein Sinn (oder welche Sinnlosigkeit) das schlussendlich dann ist, ist doch egal. Aus der Frage selbst erwächst etwas Gutes.


    Grüße

    "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast." - Winston Churchill
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  • Die Antwort auf die Lebenssinn-Frage ist keine Glaubenssache, sondern sie hängt ab von der Definition dieser Sinnfrage. Ich habe die drei verschiedenen Ebenen in den vorigen Beiträgen schon genannt: allgemeiner Lebenssinn, menschlicher Lebenssinn, individueller Lebenssinn. Das Erste und das Zweite ergibt sich aus der Sinnlosigkeit der Welt, das Dritte bewegt sich im Rahmen der individuellen Erfahrung, also der Art und Weise, wie wir unser Leben wahrnehmen. Nun unterliegt unsere Wahrnehmung nur zu einem gewissen Teil den äußeren Umständen, zu einem anderen hängt sie von inneren Faktoren ab, also der Art und Weise, wie ich von innen heraus mit dem Äußeren umgehe. Der individuelle Lebenssinn ist demnach etwas, über das wir entscheiden können: wir können den SInn für unser eigenes Leben selbst bestimmen. Natürlich ist auch das nicht ganz unproblematisch, aber lassen wir die Probleme erst mal beiseite. Da kein übergeordneter Sinn vorgegeben ist, kann Alles den individuellen Lebenssinn ausmachen; entscheidend ist nur, dass man es als Lebenssinn (-ziel, -zweck) akzeptiert. Dann lautet die Frage aber nicht "Was ist der Sinn des Lebens?", sondern "Was ist für dich der Sinn deines Lebens?". Es ist also - wie so oft in der Philosophie - ein Problem der mangelnden Begriffsgenauigkeit, das sich nur dadurch beheben lässt, dass man von vornherein das zu behandelnde Problem genau definiert. Meines Erachtens geht das am besten über Abgrenzung dieser drei Ebenen.


    santiago

  • Zitat


    Die Antwort auf die Lebenssinn-Frage ist keine Glaubenssache, sondern sie hängt ab von der Definition dieser Sinnfrage. Ich habe die drei verschiedenen Ebenen in den vorigen Beiträgen schon genannt: allgemeiner Lebenssinn, menschlicher Lebenssinn, individueller Lebenssinn.

    Natürlich hängt es von der Definition der Sinnfrage ab. Das heißt aber nicht, dass es die Möglichkeit der Glaubensfrage ausschließt. Ich hüte mich davor einen allgemeinen oder menschlichen Lebenssinn zu formulieren, denn das kann wohl keiner. Deshalb ist die Frage danach für mich auch wirklich sinnlos, was aber auch wieder nicht bedeutet, dass die ersten zwei Ebenen, wie du sie so schön betitelt hast, keinen Sinn haben können. Er ist uns in unserer jetztigen Situation nur sehr schwer bis gar nicht zugänglich, selbst wenn es einen gäbe. Damit möchte ich nur betonen, dass es falsch wäre die Frage um die ersten 2 Ebenen mit einer "Sinnlosigkeit der Welt" zu beantworten, da es keine Anzeichen für noch gegen einen Sinn auf einer der Ebenen gibt, die man nachweisen könnte.


    Zitat


    Da kein übergeordneter Sinn vorgegeben ist, kann Alles den individuellen Lebenssinn ausmachen; entscheidend ist nur, dass man es als Lebenssinn (-ziel, -zweck) akzeptiert. Dann lautet die Frage aber nicht "Was ist der Sinn des Lebens?", sondern "Was ist für dich der Sinn deines Lebens?".

    Und genau das meinte ich. Nur auf einer individuellen Ebene kann man diese Frage beantworten, damit die Frage und die Antwort auch wirklich einen Sinn ergeben. Denn nur individuell gesehen können wir Argumente für oder gegen diesen oder jenen Sinn für uns selbst sammeln und so zu einer Antwort gelangen. Und auch nur so macht es auch Sinn, überhaupt eine Antwort auf diese Frage zu suchen, weil sie einfach nur auf dieser Ebene möglich ist. Natürlich gibt es dadurch so viele Arten der Beeiflussung und klarerweise kann man sich dann für einen beliebigen Sinn entscheiden. Aber ich denke solange ein gewisser Glaube hinter der Antwort nach dem Sinn steht, funktioniert er, und wenn es nur für jeden individuell ist. (Und so wird auch die Frage nach dem Sinn des Lebens zu einer Glaubensfrage.)


    Zitat

    Es ist also - wie so oft in der Philosophie - ein Problem der mangelnden Begriffsgenauigkeit, das sich nur dadurch beheben lässt, dass man von vornherein das zu behandelnde Problem genau definiert. Meines Erachtens geht das am besten über Abgrenzung dieser drei Ebenen.


    Da bin ich voll und ganz deiner Meinung.




    Zitat

    Natürlich ist auch das nicht ganz unproblematisch, aber lassen wir die Probleme erst mal beiseite


    Nein, lass sie bitte nicht beiseite. Ich würde mich freuen, wenn du ausführen könntest, welche Probleme du damit meinst. Natürlich nur, wenn es nicht zu sehr vom Thema abschweift.



    Ich hoffe, dass es nicht zu aggressiv klingt. Ich wollte nur nochmal klarstellen, was ich meine ;)


    Grüße

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  • Zitat von santiago

    Wir sind nichts Besonderes.

    Natürlich sind wir das. Jedes Lebewesen ist irgendwie besonders, aber wenn wir Rankinglisten erstellen, stehen wir bei einigen wohl ziemlich weit oben. Das menschliche Gehirn ist eins der erstaunlichsten Sachen, das es in der Natur gibt. Stell dich mal auf den Mond, und du wirst sehen, dass wir die Erde nachts zum Leuchten gebracht haben. Wir haben Gott schon lange überholt. Die Bibel hat kaum mehr was zu bieten was wir noch nicht können, und dafür haben wir uns noch ein paar coole neue Sachen ausgedacht.
    Ein Sinn existiert da immer. Wenn ein Mensch alleine in einer Hütte sitzt und den ganzen Tag einen Knopf drückt, dann ist sein Sinn eben, diesen Knopf zu drücken. Ganz rudimentär gesehen ist der Sinn von allem, ob es lebt oder nicht, eben das was es sowieso tut. Aber ein Mensch kann sich noch zusätzlich andere Sachen ausdenken. Ist doch toll. ;)

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    Send me ur dankest memes

  • Zitat

    Natürlich sind wir das.


    Gemeint ist damit natürlich: wir haben keine spezifische Qualität, die uns objektiv von anderen Lebewesen unterscheidet. Alles, was uns ausmacht - Bewusstsein, Intelligenz etc. - findet man in Vorstufen auch bei den Tieren. Der Mensch hat keine Qualität, wie sie etwa die Religionen postulieren; wir sind ein Neben-, kein Endprodukt der Evolution.


    Zitat

    Ganz rudimentär gesehen ist der Sinn von allem, ob es lebt oder nicht, eben das was es sowieso tut


    Das ist nicht wirklich ein Sinn, es ist eben die Folge der gegebenen Umstände. Wie gesagt: der Sinn setzt eine sinnstiftende Instanz voraus, und wenn man von physikalisch-chemischen Kausalitäten ausgeht, dann gibt es zwar Ursachen, aber keinen Zweck, und damit auch keinen Sinn.


    Zitat

    Das heißt aber nicht, dass es die Möglichkeit der Glaubensfrage ausschließt


    Doch! Glaube ist keine ernstzunehmende erkenntnistheoretische Kategorie und kann darum komplett verworfen werden. Jede Form des Glaubens ist nicht mehr als der mühevolle Versuch, jene Lücken zu schließen, über die wir nichts aussagen können - nur dass sie eben mit Fantasie und nicht mit Erkenntnis gefüllt werden (Modell des für-wahr-Haltens).


    Zitat

    Damit möchte ich nur betonen, dass es falsch wäre die Frage um die ersten 2 Ebenen mit einer "Sinnlosigkeit der Welt" zu beantworten, da es keine Anzeichen für noch gegen einen Sinn auf einer der Ebenen gibt, die man nachweisen könnte.


    Es gibt ausreichend Anzeichen gegen einen Sinn, da nahezu alle beobachtbaren Phänomene auf Basis chemisch-physikalischer Kausalitäten erklärt werden können. Man braucht keinen Gott oder andere sinnstiftende Instanzen, um die Welt zu erklären, also sind sie nach Ockham zu verwerfen. Das ist der derzeitige wissenschaftliche Kenntnisstand. Natürlich schließt das die Existenz einer sinnstiftenden Instanz nicht aus (wenn auch ihr Raum immer kleiner wird!), aber es wäre töricht, aus dieser Nicht-Kenntnis heraus über einen objektiven Lebenssinn zu spekulieren, da unsere Überlegungen immer auf dem derzeitigen Kenntnisstand und nicht auf bloßer Spekulation basieren müssen. Spekulation, Fantasie, Glauben mag zwar attraktiv sein, bietet aber keinen Mehrwert an Erkenntnis.


    Zitat

    Nein, lass sie bitte nicht beiseite. Ich würde mich freuen, wenn du ausführen könntest, welche Probleme du damit meinst. Natürlich nur, wenn es nicht zu sehr vom Thema abschweift.


    Naja, ein bisschen schweift es schon ab. Genau genommen sind es zwei Probleme:
    1. Der persönlich gewählte Lebenssinn kann "falsch" sein, insofern, als dass er dem Leben nicht ausreichend Erfüllung bietet. Ist es mein Lebensziel, reich und berühmt zu werden, dann heißt das noch nicht, dass mich das Erreichen dieses Ziels auch glücklich macht - als alter Mann blickt man vielleicht verbittert auf ein Leben zurück, das einem erneut sinnlos erscheint. Das Problem entsteht zum größten Teil aus der Diskrepanz zwischen dem menschlichen Streben und der Absurdität der Welt. Erstes Lebensziel eines intelligenten Menschen sollte eigentlich die Dialektik dieses Problems sein. ;) Es wäre also ratsam, sich genau zu überlegen, ob der gewählte Lebenssinn tatsächlich erfüllend ist - Maßstab muss immer das begrenzte Leben sein.
    2. Ich kann zwar den Lebenssinn wählen, den ich will, aber ich kann nicht wollen, was ich will. Wahrscheinlich ist unser Wille nicht frei, unsere Entscheidungen demnach determiniert - welchen Lebenssinn wir wählen, hängt damit von den Umständen ab und nicht von jener ominösen Instanz, die wir als Willen bezeichnen. Es ist also nicht unproblematisch, zu sagen, jeder könne seinen Lebenssinn frei wählen - de facto ist das eben nicht der Fall.


    Zitat

    Ich hoffe, dass es nicht zu aggressiv klingt. Ich wollte nur nochmal klarstellen, was ich meine


    Nein, keineswegs! Ist doch eine vernünftige und sachliche Diskussion.


    santiago