Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, Prypjat

  • Hallo,


    Ich hab mich die letzten Tage mit dem Thema Tschernobyl und vor allem mit der Stadt Prypjat beschäftigt. Wie komm ich dazu?


    Wir sind aus geschäftlichen Gründen nach Moskau gefahren, mitm Zug, und haben eine Nacht in Ungarn verbracht (in Chernihiv).


    Des ist grob gesagt 80 Kilometer östlich von Prypjat. Und da hab ich mich mit ein paar Leuten die früher dort gelebt haben unterhalten (in Radebrechendem Englisch ^^).


    Also erst mal für alle die Prypjat nicht kennen:


    Prypjat ist eine Stadt in der Ukraine. Sie gehört zur Oblast Kiev und die Lage ist 51° 24′ N, 30° 3′ O. Prypjat hatte 50.000 Einwohner bis 1986.


    Prypjat wurde für die Familien und Arbeiter in dem Atomkraftwerk Tschernobyl gebaut. Die meisten Wohnungen und Häuser sind Reihenhäuser, Hochhäuser die für Massen von Menschen gebaut wurden. Natürlich lebten dort auch andere Menschen. Es gab Schwimmbäder, einen kleinen Freizeitpark, Restaurants usw.


    Die Katastrophe die am 26. April 1986 geschah will ich hier nicht anschneiden. Das wird zu Umfangreich, dazu gibt es einen extra Thread.


    Was das tragische an Prypjat war das es erst 36 STUNDEN nach dem Supergau im gerade mal 15 Kilometer entfernten Tschernobyl evakuiert wurden. Die Bewohner ließen alles was Sie besaßen zurück, denn man sagte Ihnen Sie dürfen in wenigen Tagen zurück.


    Dies war nie der fall. Es wurde 60 Kilometer entfernt eine neue Stadt gegründet und die Bewohner Prypjat wurden dorthin umgesiedelt. Viele von Ihnen leiden an den Folgen der Strahlung. Russland sprach lange Zeit offiziell von zwei Toten!!!!


    Prypjat ist heute eine Geisterstadt. Die Hauptstraße wurde dekonterminiert, so ist es möglich Sie im Rahmen einer geführten Tour teilweise zu besichtigen. Selbst das Riesenrad steht noch genau dort wo man es gelassen hatte.


    Das komplette verseuchte Areal kann in gewissen dekonterminierten Bereichen besucht werden, der Rest wird von einer Miliz bewacht.


    Hier ist mal eine Seite über die Stadt (Ihr könnt oben auf Deutsch umschalten) : http://pripyat.com/de/


    Und hier sind noch einige Bilder aus der Stadt:





    Bauernhof kurz vor Prypjat




    Was denkt Ihr darüber? War es nicht fürchterlich wie man mit den Menschen umgegangen ist?


    Also ich will vermutlich nochmal in die Ukraine, um die Stadt zu besuchen. Eine Tour zum Reaktor 4 machen. Hätte einer von euch Interesse mich zu begleiten, allerdings erst im Herbst nächsten Jahres?


    Mindreader

  • Ich finde die Geschichte rund um den Reaktor erschreckend und interessant zugleich.


    Durch das PC Spiel "Stalker" habe ich mich ein wenig mit dem Thema beschäftigt.


    Würde mir das auch alles gerne mal Live anschauen - momentan zeitlich ziehe ich allerdings andere "Urlaubs"orte vor.

  • Ja Stalke hab ich auch angezockt. Allerdings muss ich dazu sagen das die Geographie von Stalker absulut falsch ist. Stalker hat zwar einige wichtige Merkmale, Gebäude usw. aus der Realität kopiert aber auch vedammt viel einfach dzugefügt.


    Das gleiche gilt für Call of Duty 4. Des Hotel und des große Restaurant gibt es wirklich aber viele Sachen sind in der Ralität ganz anders.



    Naja Urlaub möcht ich da auch nicht machen. Aber ich würd mir gern dei Stadt anschauen. Und auch den Block vier. Ich habe Kontakt mit einem Russen der diese Touren mit Übernachtung etc. für 200,00 Dollar organisiert. Verutlich werde ich mich an Ihn wenden.



    Mindreader

  • So leere Städte haben schon was gespenstisches an sich. Kenne Stalker nur zum Teil, aber ich frage mich manchmal, welche Art von Mutation eventuell dort in der verlassenen Stadt rumkreuchen.


    Denn angeblich waren diverse Krabbenarten auch durch den Atomunfall mutiert und größer geworden. Ob dem wirklich so ist, oder ob das eine Mär ist, vermag ich leider nicht zu sagen.

  • Prypjat ,eine Staft in der Ukaine ,Nahe Kiev ,verstrahlt nun ... Als ich durch S.T.A.L.K.E.R. erfuhr ,das die Havarie durch einen Test des AKW erst passierte ,erfuhr ich schlags drauf ,das es weltweit üblich ist ,solche "Probeläufe" zu machen ...Da wird die etwaige Sicherheit der AKW bodenlos untermauert ... !!!

  • Naja diese Probeläufe, also ein Teilabschaltung der Kerne, ist ja an sich notwendig und es besteht kaum ein risiko. Das Problem in Tschernobyl war eine Verkettung von unglücklichen Zufällen und Ereignissen die zu dem Gau geführt haben.


    Naja so "krasse" mutationen wie in den Spielen findet man dort vermutlich nicht. In der Stadt selber leben sogar ca. 300 Menschen. Sogenannte Illegale, ehemalige Bürger von Prypjat die starke Strahlungsschäden erlitten haben. Die sind ja auch nich mutiert. Auch eine mehrere hundert Mann starke Miliz ist in dem Gebiet stationiert, denen wäre sicher auch was aufgefallen.


    Brandheiß:Brandheiß: Brandheißt:


    Ich steh im Moment wieder mit Raphael in Verbindung. Vom 7. - 10. Januar 2008 finden Fernsehaufnamen dort statt. Man kann also ganz billig nach Prypjat kommen (man mus lediglich Anreise bezahlen) und zwei Tage in Prypjat bleiben. Es wird eine Doku über die Stadt und den "neuen" Katastrophen Tourismus dort gedreht. Ihr kommt sogar vor die Kamera!


    Wer interesse hat melden!


    Mindreader

  • Ich liebe Geisterstädte, das hat etwas von einem Foto. Festgehaltene Zeit, surreal, bizarr und dennoch wunderschön. Dass Russland nicht grad die menschenfreundlichste Regierung besaß/besitzt ist kein Geheimnis. Korruption und Opportunismus herrschen dort in hohem Maße.


    Schade, dass ich erst jetzt erfahren habe, dass es eine "Tour" gab. Ich hoffe aber, Mindreader, dass du im Herbst dort hinfährst - ich würde liebendgern mitkommen!


    mfg, Clave

  • In Prypiat gibt es nicht mehr sonderlich viel zu sehen oder zu tun.
    Aber ich denke das Geisterstadt-Flair wird man da schon bekommen.
    Also soweit ich weiß gibt es noch ein paar relativ eingefallene Häuser,und einen Rummelplatz,der irgendwie ein oder zwei Tage nach dem Unglück eröffnet werden sollte.
    Sollen wohl ein paar Streifen jeden Tag durchlaufen,um zu gucken ob Plünderer da ihr Unwesen treiben.
    Auch wenn ich nicht weiß was da noch zu plündern sein soll.
    Und die Wache an der Grenze tut mir leid,die wird nicht zu alt werden.
    Naja für einen Tag wärs aber sicher mal interessant.

    Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
    [Hermann Hesse]

  • Prypjat wirkt auf mich sehr magisch. Ich mag einfach die Atmosphäre, wenn ih Bilder oder Videos von Prypjat sehe.
    Alles wurde einfach verlassen und vergammelt seelenruhig vor sich hin. Man stellt sich immer vor, wie es damals, belebt, aussah. Und nun das - mindestens genauso schön.

  • Ja, ich war schon da.


    Ich war für drei Tage in Prypjat und umgebung. Allerdings immer nur ein paar Stunden in der "heißen Zone".
    Hab viel Bildmaterial auf meinen Platten. Allerings musst ich auch einiges wieder löschen... die Russische Regierung achtet sehr auf sowas.


    Naja stimmt nicht ganz. Es leben auch im Moment Menschen dort. Illegale, die dort geboren wurden oder schon an der Strahlenkrnakheit oder Krebs leiden die lieber in Prypjat sterben als wo anders zu leben.


    JE

  • Ja, stimmt.
    auch angehörige der Soldaten und Wissenschaftler.


    Wo kann man deine Bilder sehen?


    Die Russen wollen dies immer noch unter den Teppich kehren.

    Geisterstadt Prypjat: Wer hinfährt, sollte Bilder von Innere der Hochhäuser machen (Räume, Treppenhaus, Aufzüge, usw.)
    Oder besser noch: Nehmt mich mit.

  • Mhm also unter den Teppich kehren nicht umbedingt, als wir dort waren wurde uns auch offiziel von russischer Seite mitgeteilt das diese Menschen dort Leben. Allerdings hatte ich das Gefühl das die Russen diese schlecht machen wollten. Man sagte uns das es sich um Krminelle handele und das wir aufpassen müssen uns nicht mit denen abzugeben denn Sie würden uns Ausrauben. Keine Ahnung ob das stimmt, ich habe niemanden zu Gesicht bekommen.


    JE

  • Zwischen Ost und west ist es mal Angespannt


    was gibs da noch zu Rauben.
    Müll und Miliz bewacht es ja.

    Geisterstadt Prypjat: Wer hinfährt, sollte Bilder von Innere der Hochhäuser machen (Räume, Treppenhaus, Aufzüge, usw.)
    Oder besser noch: Nehmt mich mit.

  • Geld und Wertgegenstände von "Touristen". Aber das ist ja nicht nur in Russland so. Es gibt in jeder grossen Stadt "Gegenden in dennen man Nachts/als Frau/als Fremder/als Weisser/als Deutscher/ etc nicht herumlaufen sollte". Über die ganze Welt gibt es diese Warnungen, warum sollte es sie da slo nicht geben?

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • In Lebenden Städten.
    Ich rede von Prypjat.
    Als die Stadt leer war, kamen erst sie.
    Und das bevor die Miliz da war

    Geisterstadt Prypjat: Wer hinfährt, sollte Bilder von Innere der Hochhäuser machen (Räume, Treppenhaus, Aufzüge, usw.)
    Oder besser noch: Nehmt mich mit.

  • Also die Russen meinten zu uns dass die Leute die dort Leben eventuell zu den Touristen kommen um zu betteln oder zu stehlen. Also ich hatte das Gefühl as die Russen einfach nicht wollten das wir Kontakt mit den Leuten dort haben. Aber wie gesagt, da ich niemand gesehen habe hat sich das eigentlich auch erübrigt.


    Naja, aber um ehrlich zu sein... in einem Land in dem ein Sturmgewehr für 30 € zu haben ist trau ich keinen komischen Aussenseitern die in einer verstrahlten Stadt leben. Ohne jetz Vorurteile gegenüber solchen Menschengruppen zu haben...


    JE

  • Ja und Nein.


    Wenn ich ehrlich bin befürchte ich das von den ursprünglichen Bürer kaum noch einer lebt. Die die noch leben brauchen sicher ernste Ärtzliche betreuung, die es in der Stadt nicht gibt. Ich glaub da leben auch sonst ausgestoßene die eben dort einen Platz gefunden haben an dem Sie geduldet werden. Bzw. an den niemand kommt um sie zu vertreiben.


    JE