Hinter Kaifeck

  • Ich habe letztens von den Mordfällen auf dem Hof "Hinterkaifeck" in den 20er Jahren gelesen. Damal wurde eine sechsköpfige Familie auf dem Einödhof ermordet. Der Täter wurde nie gefunden. Habt ihr schonmal von den Mordfällen gehört? Es gibt echt unzählige Diskussionen zu dem mysteriösen Fall im Internet... wirklich gruselig. Das lässt mich garnicht mehr los. Im März kommt sogar der Film "Hinter Kaifeck" ins Kino, in dem die Mordfälle aufgegriffen werden...

  • Also ich hab grad mal ein wenig gegoogelt und alles kurz bei Wikipedia eingegeben und so relativ schnell relativ viele Infos bekommen. Ich fas mal kurz für dich die Fakten und Daten zusammen:


    Das Verbrechen geschah am 31. März 1922 (bzw. in der nacht zum 1. April)


    Der Täter schlug sechs Leuten (Bauer + Familie + Magd) mit einer Reuthaue den Kopf ein


    Der Mörder hielt sich nach der Tag noch einige Tage dort auf, erst am 4. April wird die Tat entdeckt.



    ... Hier ist der Wikibeitrag:


    de.wikipedia.org/wiki/Hinterkaifeck


    ... Hier ist die offiziele Website:


    www.hinterkaifeck.net/


    Mindreader

  • Hat den Film einer gesehen?? Ich hab ihn mir gestern im Kino angesehen und muss sagen das der wirklich sehr gut gelungen ist. Ich konnte an einigen Stellen gar nicht mehr richtig auf meinem Platz sitzen bleiben weil er so spannend ist.

  • Zitat von "Peaceville"

    Für alle, die den Hinterkaifeck Film mit Benno Fürmann im Kino verpaßt haben :


    Ab 16. Oktober kam der Film auf Blu Ray und DVD raus ...

    Ab 16.Oktober 2009 wird der Film rauskommen. Zur Erinnerung: wir haben noch nichtmal Oktober. ;)


    Der Film lohnt sich nicht.


    Bei "Hinter Kaifeck" lässt sich nur spekulieren. War es der Knecht, ein Streuner oder, allseits beliebt in Romanen, der Butler oder der Gärtner.


    Zur Verfilmung selbst muss ich sagen, dass ich mehr erwartet hätte. Der Titel hätte auch lauten können "Der Fotograph und sein Sohn". Mit "Hinter Kaifeck" hat der Film so gut wie gar nichts zu tun.


    Es geht nur um einen Fotographen, der mit seinem Sohn Tyll (wer nennt seinen Sohn so?) ins Kaff Kaifeck fährt. Ein paar Alpträume und fertig.


    Ich muss sagen, dass ich das Buch (ich kenne nur das von Leuschner) besser fand, als den Film. Liegt aber wohl daran, dass sich das Buch um den Mordfall "Hinterkaifeck" dreht und nicht um Erziehungsprobleme, die der Fotograph mit seinem Sohn hat (Zitat der ersten Filmminuten vom Vater zum Sohn: "Deine Mutter meinte gleich, dass du dich langweilst .").


    Fazit: Falscher Filmtitel mit dem Wunsch, dass der Film ähnlich wirkt, wie "The Village". Falscher Filmtitel, der auch hätte heissen können "Unsere kleine (Grusel-)Farm". Auf jeden Fall ein falscher Filmtitel!!! :evil:
    Endgültiges Fazit: Warten, bis er auf ARD oder ZDF läuft. Vielleicht RTL. Aber die "Blockbuster-Sender" werden sowas vermutlich nicht bringen. ... Wenn die DVD am 16.10.09 raus ist, dann läuft der Film drei Monate später irgendwo im Fernsehen (oder ist bereits in der TV-Movie mit DVD zu bekommen).

  • Zu den Morden von Hinterkaifeck empfehle ich den äußerst lesenswerten Kriminalroman "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel, in dem die damaligen Vorfälle aufgegriffen werden:

    Zitat von "Wikipedia"

    Der Roman verarbeitet Details eines Mordfalls, der sich 1922 in der oberbayerischen Einöde Hinterkaifeck ereignete. Dieser Fall ist auch 1978 und 1997 von dem Autor Peter Leuschner bearbeitet worden, der im April 2007 eine Klage gegen die Autorin wegen Plagiats beim Landgericht München eingereicht hat. Diese wurde am 21. Mai 2008 abgewiesen.

    de.wikipedia.org/wiki/Tann%C3%B6d


    Die Autorin erhielt für ihr Romandebüt unter anderem den Deutschen Krimi Preis.

  • Zitat von "Gamma"

    Zu den Morden von Hinterkaifeck empfehle ich den äußerst lesenswerten Kriminalroman "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel,

    Dann empfehle ich im gleichen Zuge den Roman "Nachts, wenn der Teufel kam" von Will Berthold. Dieser Roman wurde auch verfilmt und beruht ebenfalls auf Tatsachen. Der Unterschied besteht darin, dass dieser Mörder nach jahrelangem Umtrieb gefasst wurde. Der Roman wurde nach Akten geschrieben, die die Nazis nicht mehr "entsorgen" konnten. Der Mörder selbst wurde aber gefasst.
    Bei "Tannöd" geht es zwar um den Mord von Hinterkaifeck. Aber bei gerademal 120 Seiten, von denen schon mindestens 8 Seiten nur Litanei aus einem Gebetsbuch sind, kann man nicht wirklich mehr von einem Roman oder einem Kriminalroman sprechen.


    Leuschner hat im übrigen Vorwürfe des Plagiats vor Gericht gebracht. Wurde allerdings abgewiesen. "Tannöd" ist ein Roman! Der "Mordfall Hinterkaifeck" aber nicht! Dementsprechend ist "Tannöd" nur etwas mit dem Begriff "inspiriert von wahren Begebenheiten". :?

  • Zitat von "Irrwisch"

    Aber bei gerademal 120 Seiten, von denen schon mindestens 8 Seiten nur Litanei aus einem Gebetsbuch sind, kann man nicht wirklich mehr von einem Roman oder einem Kriminalroman sprechen.


    Sorry, ich versteh nicht ganz worauf du hinauswillst.
    Natürlich ist "Tannöd" recht kurz. Aber es ist doch reichlich albern die Qualität eines Buches von der Seitenzahl abhängig zu machen.


    Der von dir empfohlene Roman "Nachts, wenn der Teufel kam" mag ja sehr interessant sein und ist vermutlich im Vergleich zu "Tannöd" ein Riesenwälzer, nur hat dieses Buch nicht das Geringste mit den Morden von Hinterkaifeck zu tun. Und nur darum geht es in diesem Thread!


    Zitat von "Irrwisch"

    Leuschner hat im übrigen Vorwürfe des Plagiats vor Gericht gebracht. "Tannöd" ist ein Roman! Der "Mordfall Hinterkaifeck" aber nicht! Dementsprechend ist "Tannöd" nur etwas mit dem Begriff "inspiriert von wahren Begebenheiten".


    Ich habe nichts anderes behauptet!

  • Dass der Film die "Kaifeck" Morde nach als Sprungbrett für ein Mystersy-Thriller benutzt, hat mich nicht gestört. Mochte die gesamte feindliche Dorf Stimmung und viele Momente, so dass mir der Film insgesamt gut gefallen hat. Benno Fürmann war als Vater recht überzeugend muss ich sagen...

  • Also ich habs jetz auch endlich mal geschafft mir den Film anzuschauen. Also nicht die Doku sondern den Film.


    Ähm und ich find den Film für einen deutschen Film richtig richtig gut. Weil, mal ehrich, wir deutschen machen nicht grad diebesten Filme aber der is recht nett. Vor allem die Szene am Anfang wo die Oma ihn so anflirtet LOLOL, da musst ich echt lachen. Cooler Film.


    Wobei ich sagen muss das er mich stellenweise an Silent Hill erinnert. Traumsequenzen, Nebelige Kleinstadt....
    Ach ja, und ich find das die bayerischen Dörfer gut getroffen sind. Denn genauso wie in Hinter Kaifeck schauts auch auf dem Dorf aus auf dem ich aufgewachsen bin.


    JE

  • Gamma

    Zitat von "Gamma"

    Sorry, ich versteh nicht ganz worauf du hinauswillst.
    Natürlich ist "Tannöd" recht kurz. Aber es ist doch reichlich albern die Qualität eines Buches von der Seitenzahl abhängig zu machen.

    Ich will nur darauf hinaus, dass ich ein 120-Seiten-Buch nicht als Roman sehe, sondern als Kurzgeschichte. Das hat nichts mit der Qualität des Inhaltes zu tun.


    Jagd Elite

    Zitat von "Jagd Elite"

    Ähm und ich find den Film für einen deutschen Film richtig richtig gut. Weil, mal ehrich, wir deutschen machen nicht grad diebesten Filme aber der is recht nett.

    Die Deutschen machen mittlerweile sehr gute Filme (z.B. "Männerherzen", "Maria, ihm schmeckts nicht", "Die Perlmutterfarbe" usw) , die teilweise sogar von Hollywood kopiert werden (z.B. Bella Martha).
    Bei "Hinterkaifeck" war ich eher enttäuscht, weil die Morde von Hinterkaifeck eigentlich nur Nebenschauplatz sind. Da hätte man den Fotographen auch nach London schicken können und als "Randschauplatz" die Morde von Jack the Ripper nehmen können.

  • Irrwisch

    Zitat von "Irrwisch"

    Ich will nur darauf hinaus, dass ich ein 120-Seiten-Buch nicht als Roman sehe, sondern als Kurzgeschichte. Das hat nichts mit der Qualität des Inhaltes zu tun.


    Wenn du das Buch für dich selber unter der Rubrik Kurzgeschichte einordnest, habe ich nichts dagegen einzuwenden. Schließlich sind die Grenzen zwischen den einzelnen literarischen Gattungen nicht immer klar abzugrenzen, wodurch eine Zuordnung in eine bestimmte Schublade, anders als man es uns in der Schule oft weismachen wollte, nicht immer möglich ist. Und ehrlich gesagt, hat mich eine solche Kategorisierung auch noch nie besonders interessiert.


    Im Fall von "Tannöd" will die Autorin ihr Buch aber anscheinend als Roman verstanden wissen, sonst würde nicht direkt unter dem Titel "Kriminalroman" stehen. Ausserdem kann ein Roman durchaus sehr kurz sein, eine Kurzgeschichte aber nicht mehrere hundert Seiten lang, mal ganz abgesehen von den Unterschieden im erzählerischen Aufbau.


    Aber wie bereits erwähnt, sehe ich das alles nicht so eng.


    Jagd Elite

    Zitat

    Ähm und ich find den Film für einen deutschen Film richtig richtig gut. Weil, mal ehrich, wir deutschen machen nicht grad diebesten Filme aber der is recht nett.


    Das kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Wie meinst du das genau?
    Nach einer längeren Durststrecke werden in Deutschland nämlich wieder richtig gute Filme gedreht.

  • Also ich muss Gamma recht geben was die Kurzgeschichte angeht. Eine Kurzgeschichte kann man vergleichen mit einem Foto, man weiß weder was vor oder was direkt nach der Aufnahme passiert nur der Moment ist interessant.


    Eine Kurzgeschichte bescheibt also nicht eine Kette von Ereignissen mit Geschichte mit Ausgang und Erklärung sondern knallhart nur eben einen Auszug. Oft ist nichtmal klar wer die Aktöre sind nur eben "tom" und "bob"... (z.B.). Auch wenn es Umfangreicher wird. Aber Tannöd ist ein Roman.


    Zum Film:


    Also ich mein, klar, wir hatten jetz einige Filme die okay waren (kein Ohr Hasen, Die Perlmutterfarbe). Auch die Filme von Bully Herbig sind eigentlich nicht schlecht. Aber halt alles eher lustige Filme oder Dramen. Aber keine Thriller, Horrorfilme oder richtige Actionfilme.


    Natürlich kann jetz jeder der will sagen: Scheiß auf Horror, ich schau mir lieber Bully an. Aber das ist ja geschmackssache, weil mir gehts genau umgekehrt ^^.


    JE

  • Zitat von "Jagd Elite"

    Also ich muss Gamma recht geben was die Kurzgeschichte angeht. Eine Kurzgeschichte kann man vergleichen mit einem Foto, man weiß weder was vor oder was direkt nach der Aufnahme passiert nur der Moment ist interessant.


    Eine Kurzgeschichte bescheibt also nicht eine Kette von Ereignissen mit Geschichte mit Ausgang und Erklärung sondern knallhart nur eben einen Auszug. Oft ist nichtmal klar wer die Aktöre sind nur eben "tom" und "bob"... (z.B.). Auch wenn es Umfangreicher wird. Aber Tannöd ist ein Roman.

    Wenn ich ein Buch innerhalb einer Stunde durchlesen kann, dann ist es in meinen Augen eine Kurzgeschichte. Gut, mag Definitionssache sein. Für einen Roman möchte ich aber ca. 7 Tage á 3 Stunden haben (grob gesagt).


    Zitat von "Jagd Elite"

    Auch die Filme von Bully Herbig sind eigentlich nicht schlecht.

    Ich fand allein schon diesen "Western" grottenschlecht. Wie hieß der nochmal? ... Den "Taxi"-Film hab ich mal auf Pro7 angerissen, aber es war unerträglich. "Wicky" werd ich mir auf keinen Fall antun.

    Zitat von "Peaceville"

    Wenn man Hinterkaifeck mit Stuss wie Keinohrhasen vergleicht, sieht man erstmal wie gut der ist.

    Damit vergleichst Du Äpfel mit Birnen. ... Ähh, nein, Äpfel mit Karrotten. Vergleich "Hinterkaifeck" mit "Rothenburg". Das ist schon näher dran und wir wären wieder bei den Birnen.


    Zitat von "Jagd Elite"

    Aber keine Thriller, Horrorfilme oder richtige Actionfilme.

    Horror: "Alone in the Dark", "House of the Dead", oder, wenn man starke Nerven hat, "Daniel, der Zauberer".
    Thriller: "Das Experiment", "Die Apothekerin"
    Action: "Adrenalin"
    SciFi: "Moon 44"
    Mystery: "Joey"
    Das Problem ist nicht, dass die Deutschen nichts ordentliches auf die Beine stellen können. Das Problem ist, dass die deutschen Filmemacher dem Geld hinterherrennen, und das Geld gibt es nunmal nur in Hollywood.


    Aber wenn man jetzt so nach Hollywood schielt, haben sie auch keine Ideen mehr. Sie klauen von den Japanern (Ring, uvm.), Franzosen (3 Männer und ein Baby, uvm.), Spaniern ([rec], uvm.), Dänen(Brothers, und weil die Dänen nicht so viele Filme machen klauen sie dort weniger), Deutschen (Bella Martha, uvm.), Koreanern (301/302 [und hier ist sogar der US-Titel regelrecht frech: "10A/10B"], und noch ein paar andere), usw.


    Dafür, dass unsere Leute nach Hollywood rennen, machen wir immer noch verdammt gute Filme. (Mal abgesehen von dem Bully-Zeug. ... Ok, ist Geschmacksache. Aber ich hab im Kino bei diesem "Western", keine Ahnung, wie der heißt, nur zweimal geschmunzelt. Aber dafür hab ich bei diesem "Taxi"-Dingens-Film mal ausgiebig gelacht. Und das war während der Werbeunterbrechung. Da war ein guter Spot dabei.)