Alternativmedizin / Homöopathie

  • Stimmt du hast Recht, die Dosis ist natürlich noch geringer, hab ich glatt eine 0 vergessen.


    Dein Argument mit den lethalen Dosen kann ich so leider nicht gelten lassen. Ich gehe jetzt von den Substanzen aus, die in den von Teufelchen genannten Mitteln drin sein sollen. Und da liegt die Wirkgrenze nunmal viel höher. Außerdem muss man so eine Tabelle auch lesen können ;) , dort ist die Rede von der tödlichen Dosis pro Kilogramm Körpergewicht.


    Gehen wir von einem normalen Erwachsenen aus, kannst du die lethale Dosis gerne noch mit 60 bis 80 multiplizieren. Nehmen wir Botox mit 0,000000001 g/kg, dann sind wir bei 0,00000008 g/kg. Damit sind wir dann theoretisch im Bereich der Potenz D6.
    Dazu kommt die Art der Aufnahme und ob es in Reinform vorliegt oder gebunden ist.


    Ich bleibe daher bei meiner Aussage, dass die Verdünnungen in den Potenzen schon alleine dafür sorgen, dass Homöopathie nicht helfen kann.

  • Ich verstehe den Ansatz dass man dem Körper eine kleine Menge eines Giftes/Erregers gibt damit er Antikörper bildet. Wird ja auch bei manchen Impfungen so gemacht, aber wenn der Giftstoff bereits im Körper ist, was soll es bringen noch mehr davon reinzupumpen (auch wenn die menge verschwindend gering ist?

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Schau dir mal die Pockeninfektion an, als Beispiel. Die Erreger sind so effizient und schnell und infizieren Immunzellen, sodass kaum eine Immunantwort erfolgen kann. Die Impfung bestand dann zumindest früher aus den Pockenviren von Rindern, die im menschlichen Organismus keinen Havoc veranstalten und worauf er dann Antikörper bilden kann, die dann ebenfalls für die menschlichen Pockenviren wirken. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren vielleicht einige Homöopathika. Dabei sind dann der Krankheitserreger und der zugeführte Erreger nicht gleich aber ähnlich.

  • "Vielleicht" ist mir hier aber nicht aussagekräftig genug. Wenn man bedenkt, dass manche Menschen die Schulmedizin komplett ablehnen, dann ist "vielleicht" zu schwach. Und du implizierst ja auch, das Homöopathie ja vielleicht doch wirken könnte. Und das ist nun wirklich reproduzierbar widerlegt.


    Zitat von Knurzhart

    Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren vielleicht einige Homöopathika. Dabei sind dann der Krankheitserreger und der zugeführte Erreger nicht gleich aber ähnlich.


    Abgesehen davon geht ja ein Effekt, wie das Senken von Fieber, nicht auf gebildete Antikörper zurück. Fieber ist ja eigentlich sogar etwas positives. Der Körper erhöht die Temperatur, damit sich die Umgebungsbedingungen für Bakterien verschlechtern und außerdem laufen dann chemische Prozesse schneller ab. Moderates Fieber zu senken macht deswegen auch nicht unbedingt Sinn.


    Homöopathie behauptet aber ja, dass die positiven Eigenschaften des eigentlichen Stoffes durch das "Potenzieren" auf die sie umgebenden Moleküle übergehen. Dazu muss man sich auch den Vorgang des Potenzierens ansehen. Dabei muss das "Mittel" nicht nur verdünnt, sondern auch verschüttelt werden da ansonsten kein Wirkungsübertrag stattfindet


    Zitat von Wikipedia

    Ausgangsprodukt ist eine Urtinktur (Symbol: Ø), die zunächst im Verhältnis 1:10, das sind 1 Teil Urtinktur und 9 Teile Lösungsmittel (zusammen also 10 Teile, daher D-Potenzen), 1:100, das sind 1 Teil Urtinktur und 99 Teile Lösungsmittel (zusammen also 100 Teile, daher C-Potenzen) oder 1:50.000, das sind 1 Teil Urtinktur und 49.999 Teile Lösungsmittel (zusammen also 50.000 Teile, daher LM- oder Q -Potenzen) verdünnt und anschließend mit einer festgelegten Zahl von Schlägen geschüttelt wird. Diese Kombination aus Verdünnung und Schütteln wird jeweils pro Potenzierungsschritt durchgeführt.


    Das erinnert weniger an die Herstellung einer Arznei als mehr an die Zubereitung eines Zaubertranks.

  • @ Silvercloud


    Solange nicht jedes homöopathische Verfahren und Mittelchen getestet wurde, bleibe ich bei einem vielleicht. Ansonsten gehe ich vollkommen mit dir D'accord, dass man auf Homöopathie nicht bauen sollte.


    Diesen grundlegenden Ansatz, zu finden bei Wikipedia:

    Zitat

    Ihre namensgebende und wichtigste Grundannahme ist das von Hahnemann formulierte Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur, Hahnemann). Danach solle ein homöopathisches Arzneimittel so ausgewählt werden, dass die Inhaltsstoffe der Grundsubstanz unverdünnt an Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen (Symptome) hervorrufen könnten.

    halte ich nicht für falsch, wird ja auch in der Form in der Schulmedizin angewendet, zum Beispiel bei Grippeschutzimpfungen. Der Rest ist aber meines Erachtens nach wirklich nur schwurbeliges Rumgedönse ohne jeglichen Inhalt. Ich muss dazu sagen, dass ich nur oberflächlich den Wiki-Artikel zu Homöopathie gelesen habe.

  • Zitat von Knurzhart

    wird ja auch in der Form in der Schulmedizin angewendet, zum Beispiel bei Grippeschutzimpfungen


    Das ist schlicht und einfach falsch. Das wird so nicht in der Schulmedizin angewandt. Bei einer Impfung wird das körpereigene Immunsystem mit einem Krankheitserreger oder einem Gift bekannt gemacht, damit es schneller reagieren kann, wenn es danach erneut mit diesem Gift oder Erreger in Verbindung kommt.
    Der Ansatz von Homöopathie ist nicht das Immunsystem zu trainieren. Sondern die Symptome zu behandeln. Sprich das was wir wahrnehmen. Homöopathie behandelt als die Symptome, die Schulmedizin die Krankheit.


    Zitat

    Solange nicht jedes homöopathische Verfahren und Mittelchen getestet wurde


    Ich glaube die Auswertung von mehr als 1600 Studien ist doch schon sehr umfangreich. Und keine wirklich KEINE hat ein anderes Ergebnis gebracht als die, die durch Placeboeffekte vorhersehbar gewesen wären. Glauben darfst du natürlich gerne was du willst, aber damit besteht kein signifikanter Unterschied zu einer Religion.

  • silvercloud


    Meine Formulierung war schlecht. Ich meinte, dass es in ähnlicher Form, also auf Grundlage des Gedanken Gleiches mit Gleichem zu behandeln, in der Schulmedizin angewendet wird. Dabei beziehe ich mich auch eher auf die wörtliche Übersetzung von Homöopathie, und nicht zusätzlichen ideologischen Verbrämungen.


    Der Wirkmechanismus ist dabei einerlei, genauso der Zeitpunkt oder die Art und Weise der Applikation eines Wirkstoffes, welcher Art auch immer.

  • Wie soll es helfen wenn ein Giftstoff bereits im Körper ist, man mehr von diesem Giftstoff hinzu gibt? Ja in der Schulmedizin werden bei manchen Impfungen auch Erreger dem Körper zugeführt, damit dieser Antikörper bilden kann. Das macht man aber NICHT wenn man besagte Krankheit schon hat.


    in der Homöopathie macht man jedoch genau dies und das ist es was ich nicht verstehe.

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Es ist schon möglich sich nachträglich zu impfen bei bestimmten Erregern. Eine Impfung gegen das Rabiesvirus ist zum Beispiel noch bis zu 5 Tage nach der Infektion möglich (und mehr als Empfehlenswert). Auf der anderen Seite kann man sich auch nicht gegen alles impfen lassen, was schlecht für den Körper ist, so wie es die Homöopathie gerne würde. Hier kommt es immer darauf an wie der Erreger oder der Giftstoff im Körper auf physiologischer Ebene wirken.

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • @Selbermacher: Kannst du das bitte genauer und umfangreicher ausführen.
    Mit einer Bitte möchte ich dich dabei beladen: Verwende das Wort "Energie" nicht. Es ist schon inhaltlich belegt und sollte nicht falsch verwandt werden. Denn mit Energie hat Homöopathie rein gar nichts zu tun. Sorry.

  • Homöopathie nimmt Substanzen, die in materieller Form verabreicht bestimmte Wirkungen im Menschen auslösen und bringt geeignete Trägersubstanz damit in Verfahren in Kontakt, so daß diese Trägersubstanz, so die Annahme, dadurch in einer Weise verändert wird, die Erscheinungen entgegenwirkt, die denen ähnlich sind die die Substanz in stofflicher Form hervorrufen würde. Es ist also wenn man so will ein Ansatz der auf "feinstofflicher" Ebene ansetzt und dafür diese Trägersubstanzen verwendet.

  • Zitat

    Klassischerweise erfolgt diese dort durch Schütteln?


    Also muss man nach der Einnahme von homöopathischen Mitteln ganz doll huepfen, damit was passiert? Das erklaert natuerlich wieso das bei mir nicht funktioniert!

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Zitat von Selbstmacher

    Etwas, in dem der "Charakter" einer Substanz Ausdruck findet?


    Was ist denn der Charakter einer Substanz? Sorry, Menschen oder Tiere können eine Charakter haben, damit beschreibt man in der Regel die Verhaltenseingeschaften einer Person. Ein Stoff hat aber prinzipiell kein "Verhalten" da er nicht agiert sondern doof irgendwo rumliegt. Genau das ist das Eso-Geschwafel was klar denkende Menschen abstösst. Begriffe werden überall entlehnt um damit Dinge vermeintlich hochtrabend zu erklären. Und eigentlich redet man nur Unsinn.


    Du meinst also, weil man einen Stoff mit einem anderen Stoff zusammenschüttelt, gehen die Eigenschaften auf den anderen Stoff über. Und nicht nur dass, beim Übergang wechseln sie quasi ihr Vorzeichen und was sie eben noch auslösten bekämpfen sie nun. Und dieser Prozess des Übergangs, wie erklärst du den? Ich kann es dir abnehmen, er ist unerklärlich und hier scheitert eben die Homöopathie wissenschaftlich zu sein und die Magie fängt an. Und damit auch das Versagen.

  • Ein Stoff hat aber prinzipiell kein "Verhalten"


    Das ist Ansichtssache.

    Zitat

    Begriffe werden überall entlehnt um damit Dinge vermeintlich hochtrabend zu erklären.


    Es war ein Versuch diesen Ansatz zu erklären.

    Zitat

    Du meinst also, weil man einen Stoff mit einem anderen Stoff zusammenschüttelt, gehen die Eigenschaften auf den anderen Stoff über.


    In der Homöopathie geht man davon aus, daß dieser Kontakt etwas bewirkt, das dann Wirkungen bedingt.

    Zitat

    und hier scheitert eben die Homöopathie wissenschaftlich zu sein


    Nein.