Können Tiere träumen?

  • " Was träumen Tiere?


    Welchen Traum hattest Du letzte Nacht? Wieder so einen schrecklichen Alptraum? Oder hast Du geträumt, dass die Schule ausfällt? Egal was Du so träumst, träumen ist bei uns Menschen eine ganz normale Sache.


    Biologisch gesehen gehören Menschen in das Reich der Tiere. Demnach müssten doch eigentlich auch Hunde, Katzen oder unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, träumen. Etwa davon, dass der ganze Himmel voller Bananen hängt. Nun, darüber, ob und was Tiere träumen, haben sich Forscher schon Gedanken gemacht und dazu auch Experimente durchgeführt.


    Doch zunächst ein kleiner Umweg über den Menschen: Amerikanische Schlafforscher haben im Jahr 1953 beim Menschen etwas sehr Interessantes entdeckt. Wenn Testpersonen in so genannten "Schlaflabors" geweckt wurden, wenn sich gerade ihre Augen unter den Lidern schnell bewegten, konnten sie sich besonders gut an Träume erinnern.


    Die Forscher nannten diese Schlafphase auf Grund der raschen Augenbewegungen "REM-Phase". Das ist die Abkürzung des englischen Begriffes "Rapid Eye Movement" und heißt übersetzt: rasche Augenbewegungs-Phase. In diesen REM-Phasen träumt der Mensch intensiv. Das wurde durch weitere Untersuchungen bestätigt. In REM-Phasen ist der Bereich des Gehirns besonders aktiv, der für das Sehen zuständig ist. Und in Träumen sehen wir ja Bilder und ganze Filme.


    Zwischen 1960 und 1970 begannen Forscher, sich auch näher mit Tierträumen zu befassen. So genannte Hirnstrombilder von Ratten belegten auch bei ihnen REM-Phasen im Schlaf. Doch REM-Phasen treten nicht bei allen Tieren auf. Krokodile, Klapperschlangen oder Eidechsen träumen offenbar nicht. Bei Vögeln hingegen besteht der Schlaf zu einem Prozent aus REM-Phasen. Bei Säugetieren, wie Hunden oder Katzen, wurden im Schlaflabor deutlich längere REM-Phasen gemessen.


    Aus diesen Erkenntnissen schlossen die Forscher, dass die Fähigkeit zu träumen umso stärker ausgeprägt ist, je größer das Gehirn der Tiere ist. Die Schlafforschung bei Tieren hat nur ein Problem: Tiere können ihre Träume nicht erzählen. Das stimmt jedoch nicht ganz! Es gibt eine Ausnahme: Michael. Dieses Gorillamännchen hatte von Pflegern der amerikanischen Gorilla-Stiftung eine Zeichensprache erlernt. Und mit dieser einfachen Sprache hat er seinen Pflegern von einem Alptraum berichtet, in dem seine Mutter von Wilderern getötet wurde.


    Ob das nun stimmt sei dahingestellt. Aber für Tierträume gibt es noch andere Hinweise. Schlafforscher des amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston führten vor zwei Jahren ein Experiment mit Ratten durch. Sie untersuchten die Hirnaktivität von Ratten im Schlaf. Zunächst setzten die Forscher den Ratten Sensoren in den Kopf ein. Diese Sensoren waren über hauchdünne Drähte mit einem Computer verbunden.


    Während des Experimentes liefen die Laborratten durch ein Labyrinth, in dem sie an manchen Stellen Futter vorfanden. Die "Gehirndaten" wurden während der Futtersuche vom Computer aufgezeichnet. Daraus erstellten die Forscher eine Grafik. Nach der Futtersuche im Labyrinth fielen die total erschöpften Nagetiere schnell in eine REM-Schlafphase. Die Computer zeichneten weiterhin die Gehirndaten auf. Dabei entdeckten die Forscher etwas Sensationelles: Die im Schlaf der Ratten entstandene Grafik sah fast genauso aus, wie diejenige von der Futtersuche. Das bedeutet, dass Ratten im Schlaf fast das Gleiche wie am Tag noch einmal erleben.


    Auch Hunde zeigen im Schlaf deutliche Anzeichen dafür, dass sie träumen. Ihre Pfoten zucken und zappeln. Das sieht aus, als würden sie im Schlaf noch immer durch die Gegend rennen. Ihre Augen bewegen sich ebenfalls heftig hinter den geschlossenen Augenlidern. Sehr wahrscheinlich verarbeiten auch Hunde im Traum die Erlebnisse des Tages. Bei uns Menschen prägen sich durch den Traum die Erlebnisse des Tages stärker in unser Gedächtnis. Traumentzug führt zu Gedächtnisschwäche, sagen die Forscher.


    Deshalb ist es auch verständlich, dass sich die Ratte in der Nacht den Weg im Labyrinth träumend ins Gedächtnis prägt. Tiere, zumindest die höher entwickelten, träumen offenbar das, was sie am Tag erlebt haben. Deshalb solltest Du Dein Haustier niemals ärgern, sonst bekommt es Alpträume.


    Dr. Alexander Stahr "


    http://www.tk-logo.de/aktuelles/them...etraeumen.html


    beweisvideo ^^

  • Zitat

    Zwischen 1960 und 1970 begannen Forscher, sich auch näher mit Tierträumen zu befassen. So genannte Hirnstrombilder von Ratten belegten auch bei ihnen REM-Phasen im Schlaf. Doch REM-Phasen treten nicht bei allen Tieren auf. Krokodile, Klapperschlangen oder Eidechsen träumen offenbar nicht. Bei Vögeln hingegen besteht der Schlaf zu einem Prozent aus REM-Phasen. Bei Säugetieren, wie Hunden oder Katzen, wurden im Schlaflabor deutlich längere REM-Phasen gemessen.



    Ich vermute, das man das REM nicht auf alle Tierarten übertragen kann.
    Haben die meißten Reptilien nicht eher Starre Augen?
    Deswegen denke ich nicht das diese z.B. während eines Traums anfangen hektisch zu gucken,
    da sie das im Wachzustand auch nicht machen. Wir Menschen haben schon die Angewohnheit unsere Pupillen schneller zu bewegen, wenn es hektisch wird.
    Deswegen tun wir dies auch in den Träumen

    That is not dead which can eternal lie,
    And with strange æons, even death may die.


    - Howard Phillips Lovecraft


    Es ist nicht Tod was ewig liegt,
    bis das der Tod die Zeit besiegt.

  • Zitat

    Ich vermute, das man das REM nicht auf alle Tierarten übertragen kann.
    Haben die meißten Reptilien nicht eher Starre Augen?


    Wie schon mein Vorredner es sagte, das stimmt nicht.
    Ich konnte das Rapid Eye Movement auch schon öfters bein meinem Reptil beobachten.
    Gerade bei dem Chamaeleon, wo die Augen sehr weit abstehen, sieht man oft die raschen Bewegungen unter den Lidern.


    Mal was anderes zu Zuckungen im Schlaf:
    Es gab oft die Behauptung das wenn man im Schlaf seine Extremitäten bewegt, hätte man schlecht geträumt.
    Jedoch gibt es andere Dinge die dazu führen, da wir im Schlaf zucken,
    wie z.B das Restless Leg Syndrom - RLS und das Periodic Leg Movement Syndrom - PLMS
    In wie weit das nun auf Tiere übertragbar ist, damit habe ich mich noch nicht befaßt.


    Grüße S.

  • Mein Hund ist auch gern mal lebhaft in seinen Träumen. Nicht so extrem wie der Hund aus dem Video, dass er sogar im Schlaf rum rennt, aber er kann einen auch erschrecken. Er rennt im Schlaf, zuckt, knurrt, bellt und schreckt auch mal hoch.


    Meine Kater sind nicht anders. Auch meine Wellensittiche die ich damals hatte, haben das zu stande gebracht.


    Können Tiere träumen? Ja.

  • Zitat von "Eiskalt"

    Traumentzug führt zu Gedächtnisschwäche, sagen die Forscher.


    Stimmt nicht. Es gab mal untersuchungen, bei denen getestet wurde, wie gut Personen im Schlaf lernen.
    Alle Personen mussten sich ein paar Wortpaare oder ähnliches merken. Der einen Gruppe wurde daraufhin
    im Schlaflabor der Tiefschlaf entzogen und der anderen der REM-Schlaf. Hinterher wurde getestet
    wie gut sich die Personen an die zuvor gelernten Wortpaar erinnern konnten. Das Ergebnis war,
    dass beide Gruppen gleich abschnitten. Sprich, der Entzug der REM-Phase schadet nicht der
    Gedächtnisleistung.
    Das kommt aus der Sendung "Quarks und Co.-Risiko Schlafmangel"
    wurde am 31. März gezeigt. Kann man sich hier downloaden.


    Zum Thema:
    Ich glaub auch, dass Tiere träumen können, wenn ich mir den Hund da so anschaue...

    Ich verlange nicht, daß der Kleinbürger seine Moral aufgibt, ich verlange nur, daß er mir meine läßt.
    (Jose Ortega y Gasset, span. Kulturphil., Soziologe u. Schriftst., 1883-1955)