Rechte in der Schule bezüglich Spicken

  • Hallo :),


    da meine Google-Recherche nicht viel gebracht hat, hoffe ich hier einige Antworten zu finden.


    Am Dienstag hatten wir in der Schule eine Prüfung. Am Montag hatte ich fast keine Zeit für diese Prüfung zu lernen, da ich einen Zahnarzttermin (Wurzelbehandlung -.-) hatte. Am Wochenende hatte ich auch nicht wirklich Zeit, da ich für ein anderes Fach lernen musste.
    Obwohl ich doch etwas lernen konnte, fühlte ich mich sehr unsicher, ob ich die Fragen beantworten kann, also habe ich mir einen Spickzettel angefertigt.


    Nun aber zum eigentlichen Problem:
    Noch vor der Prüfung (das Prüfungsblatt wurde noch nicht ausgeteilt!) hat der Lehrer bemerkt, dass ich “da” etwas hatte und hat es auch konfisziert und sagte ich bräuchte die Prüfung jetzt gar nicht erst anzufangen. Da ich aber darauf gepocht hatte, die Prüfung nicht destotrotz mitzuschreiben, wurde ich prompt zum Direktor geschickt, jedoch war dieser nicht anwesend.
    Zurück im Klassenzimmer stritt ich weiter mit dem Lehrer um die Prüfung mitzuschreiben, konnte ich dann auch, aber er würde es sich noch überlegen, ob er mir überhaupt eine Note geben würde.


    Zur Prüfung selbst: ich habe überall etwas hingeschrieben, was zum großen Teil auch richtig ist, nur eine Frage habe ich falsch beantwortet.
    Wie sieht es nun eigentlich mit der Rechtslage aus? Bin ich im Recht, doch auf das benotet zu werden, was ich geschrieben habe? Wäre ja so, als wenn ich gelernt habe. Da der Lehrer mir den Zettel vor der Prüfung abgenommen hat, hat er mich ja, in einem Sinn, davon abgehalten etwas Falsches zu tun, ich habe den Zettel ja nicht benutzen können und somit auch nicht während der Prüfung betrügen können. Eigentlich habe ich auch nicht aktiv betrogen, eventuell war ja nur die Absicht da, dies kann aber keiner beweisen. Ich kann ja selbst nicht sagen, ob ich den Zettel benützt hätte.


    Am nächsten Dienstag werden wir die Prüfung wahrscheinlich zurückbekommen. Falls ich nicht, oder schlecht benotet werde, gehe ich auf jeden Fall zum Schulpsychologen und frage diesen um Rat.
    Mein größtes Problem ist aber, was ich meinen Eltern sagen soll, da ich sie nicht enttäuschen will.
    Mit dem Lehrer zu reden hat absolut keinen Sinn, der ist stur wie S** und glaubt immer und überall Recht zu haben. Wenn es sein muss, würde ich sogar zum Direktor gehen. Auf jeden Fall lasse ich nicht so leicht locker.


    Ich hoffe jemand, kennt sich da etwas aus, da es ja kein üblicher Fall von Spicken während einer Prüfung ist.
    Auch und bitte keine Kommentare von wegen, ich hätte lernen sollen, das habe ich ja getan, so gut es eben ging, jedoch fühlte ich mich sicherer einen Zettel bei mir zu haben.


    lg
    BlackAngel

  • Zitat

    Erwischt dein Lehrer dich bei der Vorbereitung zur Täuschung (z.B. Vorbereitung des Spickzettels) hat dies normalerweise folgenlos zu bleiben. Die Vorbereitung einer noch nicht durchgeführten Täuschungshandlung kann nicht sanktioniert werden.


    www.das-rechtsportal.de/recht/sc ... rsuche.htm


    Mehr habe ich dazu jetzt auch nicht gefunden, aber vielleicht hilft es dir ja weiter :winks:

  • Ich würde keinen Sinn darin sehen, dich nicht mitschreiben zu lassen.
    Hätte er dich in der Prüfung erwischt, klar, dann kann er dir ne 6 hinknallen.
    Aber da er ja gar nicht wusste, ob du ihn auch wirklich zum spicken benutzen wolltest, kann er dich doch nicht vom schreiben abhalten.
    Erst recht nicht, wenn der Zettel eingesammelt wurde.


    Zitat


    Erwischt dein Lehrer dich bei der Vorbereitung zur Täuschung (z.B. Vorbereitung des Spickzettels) hat dies normalerweise folgenlos zu bleiben. Die Vorbereitung einer noch nicht durchgeführten Täuschungshandlung kann nicht sanktioniert werden

    (aus dem Link)


    Das ist ja so, als würde man jemand wegen Waffenbesitzes eine Strafe, wie die einer Mordstrafe, anhängt! :shock:


    Evtl. mal mit Vertrauenslehrer oder anderen Lehrern sprechen?
    Ist der Lehrer überhaupt dein Klassenlehrer? Beschwer dich einfach!


    Zitat

    Mein größtes Problem ist aber, was ich meinen Eltern sagen soll, da ich sie nicht enttäuschen will.


    Du lernst für dich, nicht für deine Eltern.
    Das müssten die doch auch verstehen, haben bestimmt auch mal was schlechtes geschrieben.

  • Danke Herr Schneider für den Link bzw. das Zitat, hat mir auf jeden Fall geholfen. :winks:


    Zu Brandweins Frage:
    Nein, der Lehrer ist dieses Jahr nicht unser Klassenlehrer, war es aber letztes Jahr. Zurzeit haben wir auch schon so genug Probleme mit ihm (wir haben ihn in 2 verschiedenen Fächern), da er, im anderen, praktischeren Fach, seine Prüfungen so zusammenstellt, dass sie fast nicht mehr den Beispielen entsprechen, die wir uns zusammen angesehen haben. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.


    Erst mal Tee trinken und das Ergebnis abwarten :) dann entscheide ich wohin ich mich beschweren gehe, was ich auf jeden Fall tue, sofern es eine 6 oder ähnliches wird.


    Ich weiß, dass ich nicht für meine Eltern lerne, nur habe ich ein schlechtes Gewissen, da ich meinen Vater am Abend gebeten habe, alles einmal mit mir durch zugehen bzw. vorzulesen.


    lg
    BlackAngel

  • Naja, er könnte versuchen, dir mit versuchtem Betrug einen Strick daraus zu drehen. Inwieweit er damit durchkommt, ist fraglich und hängt zuerst einmal von der Einstellung deines Direktors ab. Natürlich kannst du auch bis vor die Schulaufsicht gehen. Aber ich würde mir an deiner Stellen überlegen, ob es das letztendlich wert ist.

  • Zitat

    § 45 Verfahren bei Täuschung und Täuschungsversuch
    (1) Die Schülerinnen und Schüler sind vor der Prüfung auf die Folgen von Täuschung und Täuschungsversuch hinzuweisen. Der Hinweis ist aktenkundig zu machen.
    (2) Benutzt eine Prüfungsteilnehmerin oder ein Prüfungsteilnehmer unerlaubte Hilfsmittel oder begeht sie oder er eine Täuschung, unternimmt sie oder er einen Täuschungsversuch oder leistet sie oder er der Täuschungshandlung einer oder eines anderen Vorschub, entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter nach Klärung des Sachverhalts und Anhörung der Prüfungsteilnehmerin oder des Prüfungsteilnehmers, der aufsichtsführenden Lehrkraft und der Fachlehrkraft möglichst noch am gleichen Tag über weitere Maßnahmen. Bis zur Entscheidung wird die Prüfung vorläufig fortgesetzt. Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann den Ausschluss von der Prüfung, die Wiederholung der Prüfung oder die anteilige Bewertung der Prüfungsleistung beschließen.
    (3) Abs. 2 gilt entsprechend in den Fällen, in denen die Täuschung oder der Täuschungsversuch erst nach Anfertigung der Prüfungsarbeit festgestellt wird.
    (4) Bei Ausschluss wird die Prüfung mit der Note “ungenügend” bewertet.


    Hessisches Kultusministerium, Abt. Schulrecht



    Also das ist jetzt hessisches Schulrecht. Da ich nicht weiß, in welchem Bundesland du wohnst, kann ich da jetzt natürlich auch nichts genaueres zu sagen. Google einfach selbst mal nach dem Schulrecht deines Bundeslandes, falls du nicht zufällig in Hessen wohnst.

  • Da er dich ja vor der Prüfung mit dem Spicker erwischt hat, kannst du ja immernoch sagen das du dir den Spickzettel als Merkzettel gemacht hast um besser lernen zu können. Zum Benutzen kamst du ja erst gar nicht. Der Lehrer muss dich bei der Tat ertappen.

  • Kurz vor der Arbeit ist es meiner Meinung nach erlaubt.
    Aber während der Arbeit logischerweise nicht.


    Also bist du im Recht und dein Lehrer nicht.


    Ps: Einer aus meiner Klasse hatte sich vor der Physikarbeit auch nochmal die Formeln angeguckt und der Lehrer sah das auch, sagte aber es wäre erlaubt, solange er den Zettel weglegt, wenn er die Arbeit auf seinem Tisch hat.

    Ich hasse Lügen, die so schlecht sind, dass meine Intelligenz in Frage gestellt wird.


    Ich würde mich gerne geistig mit dir duellieren, aber ich sehe du bist unbewaffnet.

  • Also der Lehrer hat absolut kein Recht dich durchfallen zu lassen oder sowas! Was du vor der Klausur machst, kann dem doch egal sein! Wenn, dann hätte er dich während der Klausur erwischen müssen...


    Hehe, ein Prof hat mal auf die Frage, ob wir eine Formelsammlung nutzen dürfen geantwortet: "Sie dürfen sich gerne eine Formelsammlung schreiben. Sie können sich auch einen Spicker schreiben und ähn liches... Aber benutzen dürfen sie das nicht..."(Halt wegen dem Lerneffekt...)


    Ebenfalls interessant ist es, dass man bei einem Spickversuch erwischt werden muss! Ansonsten darf der Lehrer/Prof dich nicht mehr durchfallen lassen! Selbst wenn du unter deine Klausur schreibst: "Ich hab die ganze Zeit gespickt" Hätte der kein Recht, du musst erwischt werden... ;)