Zwischen Himmel und Hölle

  • (War mir nicht sicher, ob es hierher passt, wenn nicht, bitte ich vielmals um Verzeihung)


    Kann man zu Gut für die Hölle und zu Böse für den Himmel sein?


    Schon als Kind bekommt man es oft so erzählt (vereinfacht dargestellt):


    In der Hölle sind die Dämonen und im Himmel die Engel.
    Gute Menschen kommen in den Himmel und böse in die Hölle.


    Wird man in der Hölle dann ("automatisch") zum Dämon und im Himmel zum Engel?


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    Nur angenommen es würde sich tatsächlich so (einfach) verhalten, wie würde dann die Antwort lauten?
    Was würde dann nach dem Tod mit einem passieren?

    Nam efficit hoc philosophia: medetur animis, inanes sollicitudines detrahit, cupiditatibus liberat, pellit timores
    denn das bewirkt die Philosophie: Sie heilt die Seelen, nimmt grundlosen Kummer, befreit von Begierden und vertreibt Ängste.

  • Vielleicht wirst du einfach so oft wiedergeboren, bis du dich zu einem davon entwickelst ;)


    Nein, ernsthaft: Himmel und Hölle waren doch immer nur Symbole, um den Menschen Angst zu machen. Als sie erkannten, dass das ganze nicht aufgeht, wurde die Vorhölle (Fegefeuer) eingeführt, in der Sünder ihre (nicht ganz so schlimme) Schuld büßen konnten, bevor sie dann doch noch ins Himmelsreich durften.


    Ergo: es wird doch heutzutage kaum jemand mehr an die wirkliche Existenz von Himmel und Hölle glauben, insofern erübrigt sich die Diskussion meiner Meinung nach...?

  • Auf jeden Fall sit doch diese Vorhölle, die du ganz richtig beschreibst der Zwischenschritt, oder? Wer "zu gut" für die Hölle ist, aber trotzdem nicht ohne Sünde (was auf die meisten zutreffen dürfte ;)) darf eigentlich nicht in den Himmel. Also muss er erst einmal seine "Strafe" absitzen (eben in der Vorhölle) und wenn es dann so weit ist und der Mensch von allen Sünden frei ist, dann darf er auch in den Himmel. So weit die Theorie...

  • Ich wollte damit noch sagen: nur weil sich die Leute das damals so ausgedacht haben, existiert sowas wie das Fegefeuer (und Himmel und Hölle) ja noch lange nicht. Das sind nur Erfindungen der Menschen, um sich physikalisch unerklärliche Dinge greifbar zu machen.

  • ich habe ja nie behauptet, dass es exisitiert. deshalb schrieb ich ja "angenommen es würde sich tatsächlich so verhalten"


    jaja.....alle kreter lügen...

    Nam efficit hoc philosophia: medetur animis, inanes sollicitudines detrahit, cupiditatibus liberat, pellit timores
    denn das bewirkt die Philosophie: Sie heilt die Seelen, nimmt grundlosen Kummer, befreit von Begierden und vertreibt Ängste.

  • Also wenn wir davon ausgehen das es eine christlichen Himmel gibt und eine chrstliche Hölle. Dann glaube ich nicht das man etwas dazwischen sein kann. Wie auch?


    Entweder Gott hält dich für würdig oder nicht. Ich glaube nicht das es in der christlichen Auslegung eine Version gibt in der man ein bischen würdig ist in den Himmel zu kommen oder ein wenig verdammt.


    Stells dir wie bei einer Skala mit 100 Pkt vor. Hast du mehr wie 49 HIMMEL weniger oder genau 49 HÖLLE.


    So würd ich das sehen.


    JE


  • Angenommen, Gut und Böse würde wie eine Waagschale funktionieren und jemand würde es schaffen "neutral" zu sein. Würde er dann in Versuchung geführt werden, damit es dann in Gut oder Böse geht? Oder einer Art Prüfung unterzogen werden, die dann entscheidet?

    Nam efficit hoc philosophia: medetur animis, inanes sollicitudines detrahit, cupiditatibus liberat, pellit timores
    denn das bewirkt die Philosophie: Sie heilt die Seelen, nimmt grundlosen Kummer, befreit von Begierden und vertreibt Ängste.

  • Wie soll man denn neutral sein?
    Entweder man macht etwas aufgrund guter oder schlechter Motivation.
    Zb : dem Bettler Kleingeldgeben,weil er einem leid tut -> gut
    den Bettler aufmischen,damit man sich besser fühlt -> schlecht
    ein verirrtes Knd helfen die eltern zu finden -> gut
    ein verirrtes Kind in den Keller sperren um es zu essen -> schlecht


    was sind die neutralen alternativen?
    dem bettler ignorieren? Ziemlich egoistisch, fänd ich eher schlecht
    das Kind ignorieren? also nciht helfen? ziemlich schlecht oder?


    Erkläre wie man sich neutral verhält (nightmare modus: ein ganzes Leben lang) und ich sag dir wie das dann entschieden wird.

    "Das Leben ist wie eine große Autobahn "


    "Jeder Freund Ist Am Anfang Ein Fremder"


    nach längerer Zeit wieder zurück^^

  • Zitat von "Para-Cid"

    Zb : dem Bettler Kleingeldgeben,weil er einem leid tut -> gut


    Mitleid = gut ????


    Ist Mitleid selbstlos, oder ist es nur ein Schein?
    Mitleid ist die Abhilfe seiner eigenen Ohnmacht und Ausdruck seiner eigenen Überlegenheit gegenüber dem Bemitleideten.

  • haha, genau diese Antwort habe ich erwartet.
    "Aber Para-Cid, Mitleid ist doch nie was gutes,weil nie selbstlos!"
    Nun sagen wir es mal so, welche gute Tat kann man nicht auf "Abhilfe seiner eigenen Ohnmacht und Ausdruck seiner eigenen Überlegenheit gegenüber dem Anderen." reduizieren?
    Wenn wir ehrlich sind gibt es in der Ntur keine witrkliche Selbstlosigkeit.
    Pflanzen haben schon ein Konzept hinter dem Nektar, und das heißt nicht "Nektar für arme Schmetterlinge" xD
    Wenn ich einem Mädel was aufhebe was ihr runtergefallen ist, kann das mehrere Gründe haben:
    Sie ist schön und ich wollte unter ihren Rock gucken, oder sie ansprechen aufgrund meiner Freundlichkeit. Vlt wollte ich es auch wegnehmen, gerade bei Geldscheinen wäre das möglich. Vlt ist das Mädel aber auch grottenhässlich und ich hoffe das meine Umwelt (und darunter vlt ein paar Mädels ),das sieht und mich gut einschätzen. Klingt nicht so toll, richtig. Aber es passiert eh oft unbewusst.
    Auch Freunde haben und ihnen helfen ist nicht selbstlos, oder wirst du deinem Kollegen beim 5ten Umzug helfen, wenn er dir nie hilft und nichtmal nen Bier ausgibt?


    Nun Speziell zu Minga78.
    Warum denkst du, ist Mitleid evtl etwas gutes für mich und warum beschreibst du es so negativ? Mitleid ist genau wie so vieles wertneutral, es ist zu bestimmten Anteilen angeboren um unseren Genen Vorteile bei der Verteilung zu ermöglichen.
    Das was eine Tat gut oder schlecht macht,ist der Kontext und die Einschätzung dieser Tat durch unsere Umwelt. Und momentan erscheint es zumindest mir so das Mitleid wieder gut angesagt ist in der Gesellschaft.

    "Das Leben ist wie eine große Autobahn "


    "Jeder Freund Ist Am Anfang Ein Fremder"


    nach längerer Zeit wieder zurück^^

  • Zitat von "Para-Cid"

    Warum denkst du, ist Mitleid evtl etwas gutes für mich


    Weil Du es schreibst.

    Zitat von "Para-Cid"

    dem Bettler Kleingeldgeben,weil er einem leid tut -> gut


    Zitat von "Para-Cid"

    Mitleid .... es ist zu bestimmten Anteilen angeboren um unseren Genen Vorteile bei der Verteilung zu ermöglichen


    Ist es das? Mitleid ist ja ein Begriff der Moral. Wird die Moral uns anerzogen oder ist sie angeboren?
    Dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen.


    Vielleicht verfolgt ja der Bettler mit seinem Betteln das Ziel, mit ihm mitzuleiden. Der Drang nach Mitleid ist dann eine Art Selbstgenuss. Genauso für den Mitleidenden, der durch sein Mitleiden Überlegenheit demonstriert. Mitleid ist dann eher etwas Egoistisches als Altruistisches.
    Ich unterscheide zwischen Mitleid und Mitgefühl!

  • Zitat von "Minga78"


    Weil Du es schreibst.


    ich schreibe aber auch in der nächsten Zeile das es wertneutral ist und das ich davon ausgehe das die Gesellschaft es gut findet.
    (Protip: Ich kann auch schreiben, dass ich Katzen toll finde und lügen)


    Zitat von "Minga78"


    Ist es das? Mitleid ist ja ein Begriff der Moral. Wird die Moral uns anerzogen oder ist sie angeboren?
    Dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen.


    Aha, wenn es nur Meinungen gibt, werden wir zu keinem Richtig oder Falsch kommen. Nun ich denke das auch ein Faktor des Altruismus in unseren Genen liegt, schließlich liegt ein Vorteil dessen in der Weitergabe von Genen (Entweder direkt oder über den Weg der Anerkennung einer Gruppe). Aber Moral an sich ist ein künstliches Produkt der Umwelt, das heißt aber nicht das Empathievermögen oder ähnliche Talente welche zum Mitleid beitragen, auch nur durch die Umwelt entstehen.


    Zitat von "Minga78"


    Vielleicht verfolgt ja der Bettler mit seinem Betteln das Ziel, mit ihm mitzuleiden. Der Drang nach Mitleid ist dann eine Art Selbstgenuss. Genauso für den Mitleidenden, der durch sein Mitleiden Überlegenheit demonstriert. Mitleid ist dann eher etwas Egoistisches als Altruistisches.
    Ich unterscheide zwischen Mitleid und Mitgefühl!


    Gut das du das unterscheidest, wenn du jetzt noch aufführst inwiefern sich beides für dich unterscheidet,könnte ich darauf eingehen.Mitleid ist mit jmd leiden? Mitgefühl mit jmd fühlen?
    Das hört sich für mich nach ein paar Überschneidungspunkten an.


    Un um nocheinmal auf den Kern zurück zu kommen, ich habe gesagt das keine unserer Taten wirklich altruistisch ist, ich habe gut und schlecht als zu prägende Begriffe durch die Gesellschaft hingestellt. Ich warte auch noch auf die neutrale Alternative,nach der ich in meinem ersten Post in diesem Thema gefragt habe. Und zu guter letzt,Minga78, könnte es sein das du Nietzsche magst? "Somit ist der Durst nach Mitleid ein Durst nach Selbstgenuss" (Nietzsche) klingt für mich irgendwie nach "Der Drang nach Mitleid ist dann eine Art Selbstgenuss"(Minga78). Sollte das der Fall sein, seine Vorstellung zu dem Begriff ist auch nur eine von vielen, und gerade von diesem Lieblingsphilosophen diverser Sozialdarwinisten halte ich nicht viel.

    "Das Leben ist wie eine große Autobahn "


    "Jeder Freund Ist Am Anfang Ein Fremder"


    nach längerer Zeit wieder zurück^^