Sind tote Menschen gute Menschen?

  • Heyho,


    im Zusammenhang mit dem Tod von Michael Jackson stellt sich mir eine Frage: Sind alle Toten heilige? Wie bereits in dem entsprechendem Thread diskutiert wurde, soll man doch die schlechten Seiten Jacksons (Operationen, kleine Jungen usw.) außer Acht lassen und sich voll und ganz auf auf seine positiven Seiten konzentrieren: Seine Musik.
    Genauso ist es mit (fast) allen Toten: Sie werden auf ihren "guten" Seiten reduziert. Wohl zur sogenannten "Totenehre". Aber ist diese wirklich nötig? Sollte man nicht lieber frei heraus sagen können, was einen an einem Menschen gestört hat? Es wird wohl kaum jemand hier behaupten, Hitler sei ein guter Mensch gewesen, aber da ist er die Ausnahme. Wer findet einen berühmten Toten (der nicht schon seit 2000 Jahren das Zeitliche gesegnet hat), dessen schlechte Seiten deutlich aufgezeit werden. Vor allem bei Musikern gibt es zu Lebzeiten viele Skandale um Sex, Drogen usw., nach ihrem Tod jedoch sind sie nur noch die großen Künstler.
    Auch im privaten Umfeld. Man kann einem lebenden Menschen noch so übel nachreden (zB. Verwandte), aber wenn dieser tot ist, dann fällt es deutlich schwerer. Man lästert schließlich nicht über Tote. Warum ist das so? Und ist es sinnvoll?



    Und - Ist ein "positives" Ausschlachten der Medien eben dieses Todes nicht auch "unehrenvoll"? Schließlich geht es nur um Profit und nicht um die Ehre des Toten.


    LG
    Spire :winks:

  • Es geht sowieso nur ums Geld, egal ob tot oder lebendig. Wer wird Millionär, DSDS, Popstars, etc. immer geht es nur das Sch***geld. Sorry, aber da krieg ich n Hals bei.


    Nein, selbstverständlich kann man auch schlechte Sachen ansprechen bei einem Verstorbenen. Inwieweit nun Jackson pädophil war oder nicht, daß kann und wage ich nicht zu beurteilen. Letztlich werden wir doch nur mit dem Medienbrei gefüttert.


    Es gibt von den toten Hosen ein sehr schönes Lied zu dem Thema. Ich zitiere


    "wir nehmen Abschied in Liebe und in Dankbarkeit...er war doch nur ein A****loch, warum sagt niemand die Wahrheit oder ist das alles vergeben, vergessen und vorbei!"

  • Zitat

    "wir nehmen Abschied in Liebe und in Dankbarkeit...er war doch nur ein A****loch, warum sagt niemand die Wahrheit oder ist das alles vergeben, vergessen und vorbei!"


    Genau daran musste ich auch denken, als ich das Thema des Threads gelesen habe. :mrgreen:


    Ich behaupte einfach mal, dass das ein kulturelles Ding ist: Man sagt nichts Schlechtes über Tote. Punkt.
    Vielleicht hat das etwas mit dem Christentum zu tun, das uns ja durchaus alle hier (zumindest den größten Teil) iiirgendwie geprägt hat.


    Hinzu kommt, dass der Tod prominenter Menschen doch irgendwie eine Art "Welle" der Trauer auslöst - so war ich z.B. durch den Tod von Papst Johannes Paul II oder jetzt Jackson nicht wirklich traurig, aber die im TV gezeigte große Trauer anderer bewegt mich durchaus. Vielleicht wirkt Trauer wie ein "Weichzeichner", der die Ecken und Kanten eines Menschen verschwimmen lässt.


    "Stars" haben immer auch Schattenseiten - ob nun eine Mitgliedschaft bei Scientology, Sex'n'Crime, Drogen, ... es hat doch kaum einer keine Leichen im Keller. Das ist wohl ein Teil dessen, was den "Starruhm" ausmacht... dieses Verruchte, eben ganz und gar nicht perfekte...


    Ganz persönlich glaube ich, dass man auch - wenn man denn einen Bezug hat - um polarisierende Menschen trauern darf... und dass es auch okay ist, wenn man in der größten Trauer sich an die positiven Eigenschaften des Menschen erinnert, statt an die negativen. Das hat etwas mit Respekt zu tun.
    Und wer würde bei der Beerdigung des eigenen Opas schon gerne hören, dass der ein KZ-Wächter war oder so...? Ein Mensch kann Großes geleistet - und in anderen Bereichen menschlich versagt haben.

  • Ich weiß, Michael Jackson soll nur als Beispiel dienen, aber so weit ich weiß, ist es nicht erwiesen, dass er wirklich Kinder missbraucht hat. Was die Operationen betrifft.... Das erwähnte Ausschlachten seitens der Medien hat im Prinzip bereits vor seinem Tod eingesetzt, gerade bedingt durch die Missbrauchssvorwürfe und die Berichterstattung über seine "Schönheitsoperationen". Unehrenvoll und unmoralisch ist und war es sicherlich, zumindest teilweise bei enigen Medien.


    Ich persönlich betrachte es gerade bei Personen des öffentlichen Lebens so, dass durch ihren Tod ein Buch geschlossen wird. Man kann sicher sein, dass es keine neuen Skandale mehr geben wird und die Werke werden wohl tatsächlich der Teil sein, der am längsten Bestand haben wird.

  • Zitat

    Ist Adolf Hitler ein guter Mensch?
    Ist Sadam Hussein ein guter Mensch?


    Wie gesagt es gibt Ausnahmen. Aber worum es mir geht ist die Frage, wie wichtig es ist - und auch warum überhaupt- , dass die sog. "Totenehre" bewahrt werden soll.

  • wer kauft denn die ganzen Merchandising Produkte, die jetzt durch MJ`s Tod erscheinen werden,wenn man ihn nicht weiterhin "gut" vermarktet ?

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...

  • In vielen Alten Kulturen ist sind die Ahnen sehr wichtig und spiele eine entsprechend große Rolle. Bei den christen und in der westlichen Welt eher nicht so. Das gilt auch für das komplette Amerika und Europa.


    In folge das wir christen zwar unserer Toten Gedenken und Sie nicht ehren wie zum Beispiel Budhisten denke ich das uns auch die Ehre der Ahnen nicht so wichtig ist. In Asien wäre es für viele Menschen eine Beileidigung bis auf die Knochen wenn man etwas negatives über ihre Vorfahren bzw. Ahnen sagen würde.


    Aber hier? Ich denke man kann jeden Verstorbenen sehen wie er war. Entweder war er ein guter (also gerechter, sozialer, reicher, angesehener,...) Mensch oder er war ein eher schlechter (also unfreundlich, geizig, nervig,...). So bleibt er auch im Gedächtniss und entsprechend werden sich die Leute auch an Ihn erinnern und so nach seinem Tod über ihn reden.


    JE

  • Zitat

    Entweder war er ein guter (also gerechter, sozialer, reicher, angesehener,...)


    Also ich denke reiche Menschen sind nicht gleich gute Menschen ;)!
    Böser Fehler.


    Ich finde ,dass man verstorbenen aus Gründen des Respekts eine gewisse Amnesie zukommen lassen sollte ,auch aus Gründen des Respekts den Anverwanten gegenüber.
    Immerhin haben diese Leute ihr leben hintersich , man sollte vllt nich grade alles ins Gute kehren ,aber meiner Meinung nach sollte man sich eher an das gute im Menschen erinnern und nicht an seine Schandtaten.


    Mein Opa war auch ein verqueerer Mensch der sich manchmal echt einige Sachen erlaubt hat ,aber wenn wir ueber ihn sprechen nageln wir ihn nicht an seinem damaligen Alkoholkonsum fest sondern erinnern uns dadran wie er immer für alle das beste wollte.. o.ô


    Ich hoffe ihr versteht was ich meine.

  • Hi Skadi

    Zitat

    Immerhin haben diese Leute ihr leben hintersich , man sollte vllt nich grade alles ins Gute kehren ,aber meiner Meinung nach sollte man sich eher an das gute im Menschen erinnern und nicht an seine Schandtaten.

    solange es etwas gutes in demjenigen gab ...leider gibt es gneug Menschen , die keinerlei soziales Empfinden oder Emphatie in sich tragen und nur leben , um mit allen Mitteln zu herrschen zu zerstören und zu vernichten :evil:


    aber im Fall solcher Leute wie MJ ist es doch klar, warum dieser Rummel stattfindet ,man will noch weiterhin Geld mit ihm verdienen !CD´S,DVD´s,Bücher etc etc

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...

  • MJ ist eine Woche tot und schon beginnen die Rechtsstreitigkeiten um Rechte, Erbe, Wo und Was, Wer und wie viel?


    Ich finde das fürchterlich. Das die Leute nicht mal ein paar Tage warten können und der Familie Zeit zum Gedenken geben können, wobei es in diesem Fall Teile der Familie sind die sich wie die Geier um die Reste streiten. Fürchterlich.


    Zitat

    Also ich denke reiche Menschen sind nicht gleich gute Menschen


    Nein war auch nicht so gemeint. Also ich hatte das nicht nur auf Bankkapital bezogen. Sondern auf alles. Alos reich an freunden, reich an Erfahrungen.... So Sachen eben.


    Aber natürlich hast du recht, oft ist es leider eher das Gegenteil das Reiche Menschen nicht so tolle persönlichkeiten sind wie andere Zeitgenossen oder eben sehr Geizig und Verschlossen.


    JE

  • Ich finde grundsätzlich, das wenn sich einer wie ein Ar****och im Leben benimmt, oder anderweitig ein Fieser Type, nehmen wir zum Beispiel so jemanden wie Göbbels oder so.
    Und dieser Unmensch stirb, dann ist es eben nur ein fieses totes Ar***loch, mehr nicht.


    Das Leben ist dann vorbei, dieser Mensch hat es vorgezogen eine fiese Type zu sein, also änder sich in meinen Augen sein Status nach dem er den Löffel abgeben hat, kein bisschen.
    Oder würdet ihr behaupten Josef Stalin wäre ein guter Menschenfreund, bloß weil er er in seinem Grab verrottet? :| .


    Grüße Schattenmkanzler :winks:

  • Ja es ist halt das gleiche, sicher waren Stalin&Co ein sehr harter Vergleich, aber nichts desto trotz warst du im im Leben ein Schmutzsack(meine eigentlich Dre***sack^^), ändert sich das nicht, wenn du stirbst, dann bist du eben ein Toter Schmutzsack, so einfach ist das.


    Bei deinen zierten normalen Menschen, da ist es auch gleiche, ihre Fehler ändern sich kein bisschen wenn sie Tot sind, dann ist`s vorbei, und sie nehmen ihre Probleme und schlechten Seiten sprichwörtlich mit ins Grab, und daher die Aussage von meinem vorhergehenden Posting.
    Natürlich gilt das auch für die positiven Eigenschaften die dann leider mit dem betreffenden das zeitliche Segnen.


    Für mich hat sich Spires `Treadauftat nach der Frage angehört: "Ist der Tod so eine Art Generalvergebung?"
    Und da muss ich sagen, nein ist er nicht, aber wenn betreffender Mensch ein Schmutzsack war, dann ist er eben ein toter Schmutzsack, dann das zeitliche segnet kann es mir eigentlich auch egal sein, nicht war?.
    Naja direkt tanzen auf dem Grabe oder so würde ich nicht, das gehört sich ja zurecht nicht, Totenruhe und so.


    So jetzt hab ich dat nochens auseinander bussementiert, damit da auch keine Missverständnisse aufkommen, wenn dir meine Meinung nicht gefällt, dann ist das deine Sache, ich habe damit kein Problem :)


    Grüße Schattenkanzler :winks:

  • Grade am Beispiel Jackson sieht man ganz deutlich, wie gering die schlechten Seiten sind (Operationen, bei dem anderen ist man sich nicht sicher) im Gegensatz zu dem was er geleistet hat.


    Finde jedoch, dass es total übertrieben ist, was im TV läuft, selbst die Verwandten und "Freunde" scheinen ja nur ihren Teil abhaben zu wollen :(

  • Ja, definitiv, tote Menschen sind gute Menschen.
    Sie können ja keinen Schaden mehr anrichten, also sind sie gut. :mrgreen:

    99 % sind wissentschaftlich erklärbar - aber der eine Prozent ist das was uns glauben lässt


    (\ /)
    (**)
    (/ \) Das ist Hase. Kopiere Hase in deine Signatur und hilf ihm die Weltherrschafft an sich zu reissen
    .

  • Zitat

    Ja, definitiv, tote Menschen sind gute Menschen.
    Sie können ja keinen Schaden mehr anrichten, also sind sie gut.


    HA! Da sieht man es wieder, man kann alles aus der verschiedensten Perspektiven betrachten und immer was neues an einer Tatsache erkennen.....so hab ich das noch nicht betrachtet Skull, aber eigentlich haste Recht, und wird können froh sein das letztendlich selbst der größte Unmensch und das größte Menschenmonster ne Würmerfarm wird :mrgreen: .



    Aber gut, allen anderen Menschen den toten Normalos, sei aber der nötige Respekt zu zollen, ohne sie in den Himmel hoch zu loben, man sollte sie als Menschen in Erinnerung behalten und nicht etwa als übersteigerte heilige.


    Grüße Schatti :winks:

  • Hi Skadi


    Zitat

    ICH rede von NORMALEN Menschen die jeden Tag irgendwo verrecken.
    Und nicht von Stalin,Adolf und Konsorten!

    das waren ganz normale Menschen , wie es Millionen gibt ...nur werden die nicht durch andere Menschen in so hohe soziale positionen gehoben ,und fristen als Betrüger, vergewaltiger, Mörder,Zuhälter oder anderes antsoziales A***loch ihr Leben ,weil sie weder Jurist,Sportler oder sonstiger Prominenter General,noch Manager,noch politiker sind und somit nie eine hohe soziale Position erreichen udn damit mehr wahrgenommen würden ...was wäre den Mike Tyson ,wenn er nicht boxer wäre?! ein brutaler vergewaltiger (der noch im gerichtssaal sein opfer verhöhnte) und Totschläger :roll:

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...