Was passiert mit alten Grabsteinen?

  • Guten Tag,


    ich machs kurz: Hinter der Kirche in meinem Ort befinden sich sehr alte Grabsteine, die auf Paletten gelagert sind. Diese zwar schon so verwittert, aber man kann noch alles relativ gut ablesen. Oftmals sind die Leute im 19. Jahrhundert gestorben.
    Nun die Fragen:
    Ab wann wird eine Grabesstelle neu belegt?
    Was passiert mit dem alten Grabsteinen, dem letzten Überbleibsel eines Verstorbenen sozusagen.
    Würde mich echt mal interessieren.


    Grüße

  • Soweit ich das weiss zahlt man pro 25 Jahre "liegen", das kann man glaub ich beliebig oft verlängern,
    bzw. die Angehörigen!


    Sollte die Zeit um sein wird das Grab ausgehoben und für einen andern toten benutzt, die Reste werden glaube ich
    verbrannt und der Grabstein warscheinlich entsorgt.



    MfG Lexidriver

    Ich kenn keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg - es jedem recht machen zu wollen. "Platon"

  • ich weiß es ich habe jahre lang am friedhof gewohnt. ^^ wennn es keine angehörigen gibt werden manche grabsteine zu bauschutt oder zu neue grabsteine. oder zu flastersteine. darüber wird aber gerichtlich befunden. weil es können doch irgendwo verwante leben. weil es geht ja auch um die toten ehre. doch wenn sich keiner mehr meldet befügt die stadt darüber.es sei denn es ist recht künstlerisch dann kann es ein das er einfach zum ansehen an eine friedhofmauer umgesetzt wird. sowas gabs bei mir auch schon.

  • Also wir haben in Kiel einen relativ großen Friedhof und naja da ich da oefter drueber muss wenn ich einen Freund besuchen will , kenne ich mich dort etwas aus.
    Dort ist abgelegen ein riesen Terrain hinter Hecken und einem Tor (verschlossen*hust*)wo die Grabsteine auf einem riesen Haufen liegen ,kaputt,zerschlagen,einige noch heil.... usw ;)

  • Also ..ich erinnere mich daran, dass die Grabstelle meines Vaters nach 25 Jahren aufgelöst wurde.Von daher stimme ich der "Liegezeit" die Lexidriver erwähnte zu.
    Ich weiss auch noch, dass meine Mom den Grabstein mit nach Hause nahm..bzw ihn sich bringen lies :mrgreen:


    Der stand dann Jahrein Jahraus da irgendwo im Hof rum. An ner Mauer angelehnt und vegetierte vor sich hin.
    Ich hab natürlich auch mal gefragt warum sie den mit nach Hause geholt hat. Die Antwort war dann.. ich hab ihn damals doch auch bezahlt :roll:


    Müsst ich mal nachschauen..aber ich glaub der steht heut nimmer.

  • Also meine Oma hat den alten Grabstein von ihrer Mutter im Garten stehen.
    Konnte sie also mitnehmen, nach der Grabauflösung.

    Ich hasse Lügen, die so schlecht sind, dass meine Intelligenz in Frage gestellt wird.


    Ich würde mich gerne geistig mit dir duellieren, aber ich sehe du bist unbewaffnet.

  • Wir haben noch einen wunderschönen Alten Friedhof aus dem Späten 16 Jahrhundert.
    Als dieser Friedhof jedoch zu klein war entstand unser Hauptfriedhof die letzte Bestattung war 1958.
    Nun ist er nur noch ein Park, wo Tagsüber betrunkene sitzen. Aber rund 20% Der Alten Gräber stehen dort noch. Es gibt dort verschiedene Gräber von 1876 bis zum ersten Weltkrieg ein paar Gräber.


    Aber ich hab auch gehört das nach 25 Jahren das Grab entweder ausgelöst oder weitergeführt wird.


    Ghostie

  • Also ich leb in ner kleinen Gemeinde. Bei uns isses so das ein Grab prinziepell mal 25 Jahre so bleibt. Dann kann man es noch einmal um 15 verlängern und dann wird es aufgelöst. In manchen Gemeinden kann man noch länger verlängernt aber das ist Gemeinderecht (ergo überall etwas unterschiedlich).


    Dann wird der Grabstein entfernt. Wie schon gesagt, wenn Verwandte da sind müssen die den nehmen oder Entsorgen wenn nicht dann landet er auf dem Baustoffhof der Gemeinde. Meine Eltern hatten zum Beispiel die Grabsteine von einigen Großeltern bei uns im Obstgarten stehen.


    Die Gräber bleiben so. Da wird nix ausgehoben oder so. Nach 25 Jahren is da nimmer so viel übrig. Auch wird des ja net umittelbar mit auflösung sofort weiter vergeben.


    Hier mal als Beispiel die Verordnungen von Berlin und Bremen. Ansonsten an deiner VG anfragen.


    www.stadtentwicklung.berlin.de/u ... rdnung.pdf
    www2.bremen.de/info/stadtgruen/F ... rdnung.pdf


    JE

  • wird je nach freidhof unterschiedlich gahandhabt ...eienr hält sich mehr an die Vorschriften,andere weniger ,,so kann es schon vorkommen,beim freidhofBesuch über die gerade ausgebuddelten reste einer ausgehobenen neu belegten Grabstelle zu stolpern .,wo die alten reste einfach untergebuddelt werden ,weil zb der Sarg schon zerfallen ist .ist ja auch egal , Knochen sind ja biologisch abbaubar

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...

  • Hallo spooky92,

    also meistens werden Grabsteine wiederverwertet und recycelt. Das kann in ganz unterschiedlichen Gegenständen enden. So können aus Grabsteinen Treppen, Vogelbecken, Skulpturen, Bänke oder Gartenelemente entstehen. Oft werden Grabsteine aber auch für den Straßen- oder Mauerbau benutzt.


    Weitere Informationen kannst du aber auch im Ratgeber von http://www.grabsteinfinder.de finden. Das find ich persönlich ganz hilfreich.


    Grüße,


    Steph

  • Mal sehen, ob ich das aus meiner Zeit in der Friedhofsverwaltung noch geordnet aus meinem alten Gehirn bekomme.


    1. Liegezeit
    Kann je nach Stadt, Gemeinde und Ort varieren. Friedhofsverordnungen sind Ortsrecht, da kann die Nachbargemeinde ein ganz anderes haben.
    Im Allgemeinen werden Erdbestattungsgräber auf irgendwas zwischen 25 und 30 Jahren "vermietet".
    Bei Feuerbestattungsplätzen kommts auf den Ort an: Baumbestattung, Erdurnengrab, Urnenmauer usw. Allerdings werden der Einfachheit halber in den meisten Gemeinden die gleichen Vermietungszeiträume wie bei Erdbestattungen veranschlagt.


    Die "Wiederbelegung" eines Grabes kommt auf die Bodenbeschaffenheit an. Üblich sind Zeiten Zwischen 15 und 20 Jahren, dann kann der Grabplatz neu belegt werden.


    Zur Sache mit den Überresten. Die liegen auf jedem Friedhof rum. Wenn noch ein Großteil erhalten ist (was sehr selten vorkommt und meist ausschließlich bei sehr lehmhaltigen Erdreich), werden die nochmal ins Krematorium verbracht. Meistens buddelt der Friedhofsangestellte allerdings einfach nur nochmal 30 cm tiefer und vergräbt die dort.
    Hört sich Wüst an, aber auch Friedhöfe müssen kostendeckend arbeiten.


    2. die Alten Grabsteine
    Gehen - sofern noch Angehörige aufzutreiben sind - ganz normal in Familienbesitz über. Der Grabstein ist ja auch im Gegensatz zur Friedhofsfläche Eigentum des Käufers.
    Kann man niemanden ausfindig machen, kommt es drauf an: Manche Grabsteine sind historisch geschützt, die kommen dann auf einen Rasenplatz. Manche guterhaltenen werden auch wieder an Steinmetze veräussert, die meisten dürften allerdings irgendwo auf den Schutt wandern. Recyclen lohnt sich meistens nicht.
    Verkäufe von alten Grabsteinen an Privatpersonen finden - soweit ich weiß - nicht statt.


    3. Zu den Kosten
    Sterben war schon immer eine teure Angelegenheit. Man sollte dabei aber auch bedenken, dass man die Friedhofsbediensteten samt fortlaufender Kosten auf 20 bis 30 Jahre bezahlt. (Und Friedhöfe gepflegt zu halten ist nunmal ein Haufen Arbeit - und ein Knochenjob obendrein).

    "Was ist ein Wunder? - Es ist ein Vorwurf, eine stille Satire auf die Menschheit."
    Edward Young, Nachtgedanken


    Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr weniger zynisch zu sein ....
    ... aber ab und an, da täusche ich einen Sarkasmus vor ....
    .... nachdem ich vorher ewig lange ironiert habe.