Zweiter Weltkrieg

  • Ist doch ganz logisch, dass man deswegen bei uns eher schief guckt als bei anderen Laendern!


    Eigentlich nicht wirklich. Jetzt leben ganz andere Menschen als damals. Die "Wahrscheinlichkeit", wenn man das so sagen kann, ist also genau die gleiche wie bei Leuten, die sowas noch nicht erlebt haben.
    Es gibt ja das Milgram-Experiment (das auch in anderen Ländern als Deutschland ausgeführt wurde). Das zeigt ziemlich deutlich, dass die Obrigkeitshörigkeit ein generelles Problem des Menschen ist. Ich glaube nicht, dass man bei uns schiefer schauen muss als bei anderen Ländern, jeder Mensch kann Dreck am Stecken haben.


    Und eigentlich müsste es jeder gebildete Mensch, der den zweiten Weltkrieg und seine Auswirkungen kennt, besser wissen, egal ob Deutscher oder nicht. Denn wir waren alle nicht dabei und kennen es nur aus Erzählungen, das "muss" fürs Besserwissen reichen.

  • Zitat

    Und eigentlich müsste es jeder gebildete Mensch, der den zweiten Weltkrieg und seine Auswirkungen kennt, besser wissen, egal ob Deutscher oder nicht.


    Nunja, wenn ich eins mitbekommen habe, dann, dass in anderen Laendern nicht halb soviel vom zweiten Weltkrieg gelernt wird wie hier. Die Kenntnisse der meisten (bei uns uebrigens auch!) sind doch eher mangelhaft!

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Ich finde es eigentlich ganz gut, dass es solche Parteien gibt, die immernoch dieses Rechts-nationalistische Gedankengut vertreiben gibt (solange sie klein bleiben ;) ). Schlechte Beispiele sind eine gute Sache um für Unwissende mit dem Finger drauf zeigen zu können und zu sagen:"Guck, so ähnlich hat das auch mit dem ollen Österreicher angefangen und dann ist es ausgeartet!".


    Wenn ein Kind immer wieder mit dem Feuer spielen will und man versucht es tunlichst durch gutes zureden und dem fernhalten davon zu überzeugen, wird es, wenn es mal Feuer sieht, die Gefahr eiskalt unterschätzen. Verbrennt es sich dann, weiß es:"Feuer ist heiß, tut böse aua und man sollte die Finger davon lassen!". Ebenso halte ich das mit der NPD. Dient als Negativbeispiel, das jeder offen sehen kann und jeder mit etwas Hirn weiß:"Alter Schwede Jungs, ihr seid wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert!" Grade jüngere Generationen würden doch eventuell manche Grundideen des Nationalsozialismus gutheißen, ohne die negativen Fassaden zu sehen. NPD und Co. präsentieren diese Negativseiten aufs herrlichste. So kann man jeden Fragen:"Na, wieviele Freunde mit Migrationshintergrund hast du?" und wenn der dann sagt:"Na 4!" kannst du ihm sagen:"Alles klar, dann wähl mal die NPD und verabschiede dich von deinen Freunden, sei froh wenn sie noch in das Land ihrer Vorväter zurückkommen!". Der Witz ist, ein so ähnliches Gespräch hatte ich wirklich und der Typ war ziemlich perplex weil ihm erst dann klar wurde, dass genau das passieren würde. Danach hat er keine NPD-freundlichen Gedanken mehr gehegt.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Aus dem Grund bin ich auch mittlerweile gegen ein NPD Verbot, die schaden sich schon selber genug und dann weiss man wenigstens wo sie sind.

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  • Irgendwie versuchen wir dir zu erklären das die Politik die nach dem 1 Weltkrieg gefahren wurde einen Hitler erst ermöglicht hat. So besehen ist Europa natürlich mit schuld. Denn ohne diesen Versailler Vertrag der unrechtmäßigen Enteignung von Gebieten in denen Deutsche lebten wäre es wahrscheinlich zu diesem Krieg nie gekommen. Also England ,Frankreich sitzen da durchaus mit im Boot. Und das sollte man auch nicht beschönigen.


    Dieses Argument klingt mir viel zu sehr nach historischem Fatalismus, nach dem Motto "es MUSSTE einen Hitler geben in Deutschland, weil die Franzosen und Engländer so böse zu uns waren".
    Also sind es am Ende doch wieder alles die Anderen Schuld, nur nicht wir(bzw. unsere Vorfahren).
    Es gab schon viele Völker, denen im Laufe ihrer Geschichte sehr viel schlimmer mitgespielt wurde als den Deutschen, die haben aber alle keinen durchgeknallten Diktator ins Amt gewählt um ihren globalen Rachefeldzug zu starten.

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  • Hallo zusammen,


    Zitat

    die haben aber alle keinen durchgeknallten Diktator ins Amt gewählt um ihren globalen Rachefeldzug zu starten


    Ich bezweifle ernsthaft, dass die Mehrheit der Deutschen mit der Wahl Hitlers einen "globalen Rachefeldzug" im Sinn hatte.
    Zu dieser Zeit traf Hitler mit seinem "Wahlprogramm" einfach den Zahn der Zeit. Die Mehrheit betrachtete die Auflagen des Versailler Vertrages als unangemessen. Hohe Arbeitslosigkeit und keine Perspektive taten ihr Übriges. Und dann kommt da einer an, der verspricht das alles besser werden kann und Deutschland zu alter Größe aufsteigt. Hinzu kam noch die "alte Garde" der Soldaten, die sich als "auf dem Schlachtfeld ungeschlagen" sahen und der Krieg nur verloren wurde weil die Politiker versagt haben.
    Zu einem gewissen Anteil kann man eine Mitschuld der WK I Siegermächte nicht ausschließen. Die Intention der Sieger war, denke ich, schon damals, dass von deutschem Boden kein Krieg mehr ausgehen sollte. Aber der Versailler Vetrag hat, aus meiner persönlichen Sicht, genau das Gegenteil bewirkt.


    Ich denke auch nicht, dass jeder "Mein Kampf" richtig gelesen, bzw. verstanden hat. Das Buch hat sich zwar angeblich verkauft wie "geschnitten Brot". Jedoch bezweifle ich das es ebenso aufmersam gelesen wurde.
    Das bedeutet für mich im Umkehrschluß, dass die wenigsten das genaue Ausmaß einer Wahl Hitlers überblicken konnten.


    Gruß :winks:
    Mottech

    "Die politische Absicht ist der Zweck, der Krieg ist das Mittel, und niemals kann das Mittel ohne Zweck gedacht werden."
    Carl von Clausewitz

  • Ich will es mal so ausdrücken: Doch, viele geschröpfte Länder der Geschichte haben auch mal wahnsinnige Diktatoren an der Macht gehabt. Ist gern in ehemaligen Kolonien zu beobachten, dass dort wirklich extreme Ansichten zum tragen kommen, was extreme Politik mit sich bringt. Allerdings fehlen dort oftmals die Möglichkeiten, die Deutschland grade als recht große Wirtschaftsmacht hat (auch nach dem WWI). Die demokratische Republik Kongo hat einfach nicht die Möglichkeiten, mal kurzerhand ein Heer von mehreren Millionen auszuheben und Tausende Panzer zu bauen. Deutschland hatte diese Möglichkeit und dadurch war Hitler eine größere Macht an die Hand gegeben, als wenn er jetzt Chef von Luxemburg geworden wäre.


    Und zu dem "Mein Kampf hat sich verkauft wie geschnitten Brot". Naja, fast jeder hat auch ne Bibel zuhause, aber gelesen hat man die ja deshalb nicht oder?


    Natürlich gibt es sehr viele Faktoren die ausschlaggebend waren für die Affinität des Volkes zu Hitler. Einmal war das sicher, dass die Franzosen Deutschland ja ausbluten lassen wollten. Zweitens wurde das deutsche Heer beschränkt, während alle aussenrum munter machen konnten was sie wollten (führt zu einem Gefühl der Bedrohnung, wenn man weiß nebenan sitzen nicht eben freundschaftlich gesinnte Nationen, die aber ne 10 mal so große Armee haben!). Die ersten Deutschen Panzer die zwischen den Kriegen entwickelt wurden hatten deshalb auch so elegante Tarnnamen wie "Leichttraktor" oder "Großtraktor". Alles landwirtschaftliches Gerät natürlich ;).
    Drittens würde ich auch sagen, dass es das Volk irgendwo gewurmt hat, dass sie sich 4 Jahre in einem blutigen Grabenkrieg befunden haben, der nichts gebracht hat, ausser jede Menge Leid auf beiden Seiten. Landgewinn war nicht in Sicht (im Gegenteil) und Reichtümer gabs auch nicht.
    Dem ersten Weltkrieg ging ja ein Wettrüsten vorran bei dem alle heiß drauf waren die neuen Waffen zu probieren. Beim zweiten Weltkrieg war das nicht viel anders! Panzer als neue Gerätschaften, neuartige Flugzeuge etc etc. Ich denke auch hier kann man einen Punkt fest machen, der zu überstürzten Handlungen hinreißen lies. "Wie, der da macht wieder Krieg gegen Polen und Frankreich? Find ich dufte, will mal unseren neuen Panzer 3 über die Franzosen walzen sehn!" so in etwa.


    Zudem gab es zu dieser Zeit bei jedem Volk in Europa ein noch viel viel ausgeprägteres Nationaldenken. Franzosen waren in erster Linie Franzosen keine Europäer (na gut die heute noch!). Aber das denken war halt bei jedem noch viel tiefer drin als es heute vielleicht ist und für mich ist es auch schwer vorstellbar jemanden zu hassen, nur weil er eine Nationalität hat, die sich historisch nicht mit meiner versteht. Franzosen hassen weil sie Franzosen sind? Nö, wozu? Franzosen hassen, weil sie sich komplett daneben benehmen und aufführen als gehörte ihnen die Welt? Klar, liegt aber dann nicht daran das das Franzosen sind, sondern einfach an ihrem Verhalten (ich spreche jetzt über eine kleine Gruppe bspw. heißt nicht das ich denke das alle Franzosen so drauf sind.)


    Ach hier kann man noch lange diskutieren.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
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  • Konquistadore


    Zitat

    Und zu dem "Mein Kampf hat sich verkauft wie geschnitten Brot". Naja, fast jeder hat auch ne Bibel zuhause, aber gelesen hat man die ja deshalb nicht oder?


    Hab ich auch so geschrieben. Wenn du also vielleicht noch mal nachlesen möchtest:


    Zitat

    Ich denke auch nicht, dass jeder "Mein Kampf" richtig gelesen, bzw. verstanden hat. Das Buch hat sich zwar angeblich verkauft wie "geschnitten Brot". Jedoch bezweifle ich das es ebenso aufmersam gelesen wurde.


    Was ich damit sagen will ist, dass die wenigsten in Deutschland überblicken konnten, dass sie einen "durchgeknallten Diktator" gewählt haben. Die Deutschen fanden (meine unmaßgebliche Meinung) in Hitler jemnaden, der ihnen wieder eine Identität gab. Und die Anfangserfolge des II. WK gaben ihnen ja Recht.


    Insofern gebe ich auch dir Recht. Bestimmt waren viele Deutsche von den schnellen Anfangserfolgen (Polen, Dänemark, Norwegen, BENELUX, Frankreich) auch begeistert. Gerade Frankreich war ja ein Symbol der Unterdrückung für die Mehrheit der Deutschen. Und jetzt kommt da einer an, der Frankreich in sechs Wochen besiegen kann. Das daraus natürlich eine gewisse "Hurra-Stimmung" entstanden ist bezweifle ich ja gar nicht.
    Ich bezweifle aber, dass Hitler genau und nur deswegen gewählt wurde. Weil die Mehrheit der Deutschen dieses "Weltmachtstreben" Hitlers gar nicht vollständig erkennen konnte! Und ich glaube auch nicht, dass der Mehrheit der Deutschen 1933 bewusst war welche Auswirkungen die "Machtergreifung" Hitlers haben wird.
    Zu diesem Zeitpunkt war ja auch noch keine Rede von Krieg, Völkermord, Hungerwintern, Flucht, Vertreibung und so weiter.


    Zitat

    Die demokratische Republik Kongo hat einfach nicht die Möglichkeiten, mal kurzerhand ein Heer von mehreren Millionen auszuheben und Tausende Panzer zu bauen


    Stimmt! Da macht man das halt ein wenig anders. Google mal "Afrikanischer Weltkrieg"!!
    Ist aber eigentlich auch Bumms, weil der Vergleich gewaltig hinkt. Wir diskutieren ja immer noch über die Situation in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und nicht über "durchgeknallte Diktatoren" im Allgemeinen.
    Im Übrigen wurde die DR Kongo erst 1960 unabhängig. Also aus der vorgegebenen Ausgangssituation von "ehemaligen Kolonien" zu sprechen ist etwas weit hergeholt.


    In den 1930er Jahren gab es, soweit ich das überblicken kann, wenige bis gar keine Präzedenzfälle zu "durchgeknallten Diktatoren"! Die Deutschen wussten es also aus meiner Sicht einfach nicht wirklich besser. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das gutheiße. Aber versetzt man sich mal in die Zeit und die Situation, ist es durchaus nachvollziehbar, dass Hitler diesen Erfolg hatte. Und auch der anfängliche Rückhalt in der Bevölkerung ist für mich nachvollziehbar. Aber nicht weil die Masse der Deutschen das Bestreben hatte es "der Welt heimzuzahlen", sondern weil Hitler und seine anfänglichen Erfolge Balsam für die "geschundene deutsche Seele" waren.


    Gruß :winks:
    Mottech

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  • Napoleon ist ein Beispiel das vor den 30ern passiert ist. Ich sags mal so, er hat zwar keine bestimmten Volksgruppen gejagt, aber dass ist auch nur ein kleiner Teil vom Kuchen. Die Nazis haben systematsich unterdrückt und die Franzosen unter Napoleon haben auch gerne Völker unterworfen und unterdrückt. Ebenso fallen mir auf Anhieb Azteken und ähnliche Völker ein, die andere unterjocht haben und sie zu den Blumenkriegen gezwungen, um Menschenopfer zu bekommen. Also vorherige Beispiele gabs genug, als dass man nicht hätte absehen können, dass es garnicht so gut ausgeht, wenn man aufeinmal einen Militärschlag loslässt, sei das aus Rachegründen oder sonstigem.


    Zudem passt ehemalige Kolonien recht gut. In Asien sind auch viele Kolonien erst im 20 Jahrhundert von ihren Besatzern losgekommen, Kolonie ist ja kein Begriff der nur auf das 17+18+19 Jahrhundert passt.

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  • Man sollte auch nicht vergessen , das nach dem 1 Weltkrieg Europa vollkommen instabil war.
    Da sind massig Monarchien verschwunden, neueLänder entstanden.Von den unsagbar dummen Grenzziehungen der Siegermächte fange ich garnicht erst an.
    In Deutschland kam noch hinzu, das es ewig gedauert hat eine stabile Regierung zu instalieren. Das plus die hohen Reparationenzahlungen und eine marode Wirtschaft sorgten dafür, das Hilers Versprechen so dankbar angenommen wurden.
    Ach ja und in ganz Europa regierte die Angst vor dem Kommunismus.
    Es ist einfach so das die Siegermächte mit der Nachkriegsordnung den Grundstein gelegt haben für den nächsten Krieg.


    zitat von Marschall Foch „Das ist kein Frieden. Das ist ein zwanzigjähriger Waffenstillstand.“

    But now the rains weep o'er his hall,
    with no one there to hear.
    Yes now the rains weep o'er his hall,
    and not a soul to hear.

  • WTF BBQ, da geb ich Valten recht! ;)
    Abgesehen vom vorletzten Satz, das klingt mir zu sehr nach historischer Notwendigkeit, aber das die Siegermächte nicht grad zu Frieden und Stabilität beigetragen haben, würde ich unterschreiben.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Rodion ()

  • Irgendwie versuchen wir dir zu erklären das die Politik die nach dem 1 Weltkrieg gefahren wurde einen Hitler erst ermöglicht hat. So besehen ist Europa natürlich mit schuld. Denn ohne diesen Versailler Vertrag der unrechtmäßigen Enteignung von Gebieten in denen Deutsche lebten wäre es wahrscheinlich zu diesem Krieg nie gekommen. Also England ,Frankreich sitzen da durchaus mit im Boot. Und das sollte man auch nicht beschönigen.


    Glaub mir, ich brauch keine Erklärungen von Kids! Ich kenne diese ganzen Theorien. Ist aber alles Theorie. Zum Teil sicher Fakt, zum Teil Verschwörungstheorie. Bunte Eintopfsuppe. Und was ist mit den 6 Millionen Juden? Das Thema umgehst Du permanent.


    Haben wir in Geschichte gefehlt ?


    Was soll das, Kid? Es geht hier um Deutschland und Hitler und nicht um USA/Japan.


    Da nahm ihn der SS-Mann auf die Schultern. Er trug meinen Opa zu seiner Stammkompagnie, legte ihn auf sein Bett und ging.


    Mehr hat mein Opa im Nachhinein nie von dem Kameraden erfahren.


    Ganz tolle Story :wut: . Kommen jetzt die Landser Stories? Lustiges Leben in der SS? Spaß nach Massenmord? Welchen Schaltfehler hast Du?



    Wo steht das hier?
    Wer hat das geschrieben?


    Wir diskutieren hier über militärische Teilsstrategien(Bombardierungen als Beispiel ) und eben Gründe für den Ausbruch des 2 Weltkriegs.
    Und nein, es war nicht so einfach wie es in Schulbücher geschrieben steht.
    Einge ganze menge Historiker sichten erst jetzt zugängliche Quellen um den Ablauf wie es dazu kam zu ergründen.
    Weil die Theorie Hitler wollte Krieg also bumm ist eben nicht mehr so haltbar.


    Das steht schon hier, nicht von Dir. Es gibt hier von einigen eine Tendenz, nach denen Hitler quasi in den Krieg getrieben wurde (übertrieben dargestellt!). Wenn Zitat, dann bitte auch in diesem Fall in Zukunft komplett.
    Welche Theorie ist denn haltbar? Er hatte doch alles in "Mein Kampf" geschrieben. Ihr versucht hier alle den WW2 abgekoppelt von der Judenverfolgung zu sehen, ein besonders kranker User steuert sogar lustige Landser-Strories von der SS bei. Aber die waren wohl auch ok???


    France National


    Front National. Hat mit dem Thema aber nichts zu tun.



    Und eigentlich müsste es jeder gebildete Mensch, der den zweiten Weltkrieg und seine Auswirkungen kennt, besser wissen, egal ob Deutscher oder nicht.


    Du siehst doch, das es nicht so ist.


    Es ist einfach so das die Siegermächte mit der Nachkriegsordnung den Grundstein gelegt haben für den nächsten Krieg.


    Und das ist eine Annahme/Meinung. Politisch sehr kontrovers in diversen Medien besprochen. Das ist auch gut so, aber eine allgemein schlüssige Antwort gibt es dazu nicht.


    WTF BBQ, da geb ich Valten recht! ;)
    Abgesehen vom vorletzten Satz, das klingt mir zu sehr nach historischer Notwendigkeit, aber das die Siegermächte nicht grad zu Frieden und Stabilität beigetragen haben, würde ich unterschreiben.


    Ich auch!

    Toleranz ist ein Beweis des Mißtrauens gegen ein eigenes Ideal.
    Nietzsche
    Es gibt Dinge, die sind so falsch, daß noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig ist.
    Karl Kraus

  • Ltkilgor Ich fänds ganz dufte, wenn du nicht irgendwelchen Usern "Schaltfehler" oder sonstiges unterstellst. Das SS Beispiel ist vielleicht etwas strange, aber meiner Erfahrung nach läuft es bei vielen Armeen/Soldaten eben so, dass dieses Kameradschaftsgefühl als was positives aufgenommen wird. Hat an und für sich garnix damit zu tun, ob das nun SS oder Bundeswehr oder US-Army oder Marines oder Bundesheer oder schlag mich tot ist. Ich find es ist ne witzige Annektode, die nichts mit dem Thema zutun hat. Ob die Jungs kameradschaftlich waren oder nicht, hat doch rein garnix mit der Uniform zu tun in der sie stecken.
    Zudem, nur weil du vielleicht ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hast, heißt das nicht das du die Weisheit mit Löffeln gefressen hast. Die Lehrmeinung wiedergeben, kann dir wohl fast jeder, aber ein Forum ist ja ein Ort an dem man zusätzlich seine Gedanken austauschen kann, die man sich selber macht.


    Nebenbei, ich find es eigentlich recht gut, dass hier viele Meinungen zusammenkommen und das Ganze (großteils) bisher ohne Beleidigungen abging.
    Die Angst vor dem Kommunismus sehe ich auch als ein Problem, aber weniger als Rechtfertigung. Ich weiß, Menschen neigen dazu wenn sie etwas fürchten sich dem genauen Gegenteil zuzuwenden, aber dennoch hätte es auch andere Wege geben können. Es gab damals ja auch mehr als Kommunismus und Faschismus, ebenso wie es im Kalten Krieg mehr als Kaptialismus und Komunismus gab.


    @mottech, sorry hab das etwas falsch gelesen mit "Mein Kampf". Mein Fehler, ich versuch mich mehr zu konzentrieren!

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
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    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Zitat

    Also sind es am Ende doch wieder alles die Anderen Schuld, nur nicht wir(bzw. unsere Vorfahren).


    1. hat das keiner gesagt


    2. Die NSDAP erzielte noch nicht einmal die absolute Mehrheit
    http://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_M%C3%A4rz_1933


    Hier davon zu sprechen die deutsche Bevölkerung stand geschlossen hinter Hitler ist absolut falsch. Demzufolge ALLEN Deutschen die Schuld an Hitlers Rassenwahn zu geben , und gleichzeitig alliierte Bombardierungen der Zivilbevölkerung damit zu rechtfertigen das alle Deutschen Schuld haben an Kriegsverbrechen Holocaust etc. dem kann man so nicht zustimmen. Heutzutage sind über 50% der Bevölkerung gegen den Einsatz der BW in Afghanistan. Ändert sich damit irgend etwas in der Politik ?


    Ltkilgor


    Zum ersten würde ich es begrüßen wenn du das KID weglässt. Zum einen bin ich Deutscher ( Bei uns heißt das Kind) und mag kein Dengelisch , zum anderen bin ich zu alt um als Kind noch durchzu gehen. Ist zwar nett gemeint , ( ich fühl mich gleich irgendwie besser :mrgreen: ) aber es trifft eben leider nicht zu. Aber danke :smokey:


    So zur(Waffen) SS sei gesagt , es war ein Elite Verband in dem später zahlreiche andere Nationen eintraten. Das die wie fast jeder Elite Verband auch an Verbrechen beteiligt waren ist unstrittig. Trotzdem kann man nicht alle in einen Topf werfen. es gab solche und solche genau wie heute.


    Zitat

    Was soll das, Kid? Es geht hier um Deutschland und Hitler und nicht um USA/Japan


    es geht in erster Linie um Kriegsverbrechen. Darunter zähle ich die Atombombenabwürfe selbstverständlich auch, genauso wie die Bombardierungen deutscher und die Belagerungen russischer polnischer etc. Städte
    denn sie haben eines gemeinsam. Nicht Kriegs entscheidend und richteten sich gegen die schwächsten.


    Zitat

    Ihr versucht hier alle den WW2 abgekoppelt von der Judenverfolgung zu sehen


    Weil man es auch so sehen muss. Der zweite Weltkrieg ist nicht per se auf Hitler zurück zu führen. Wie schon gesagt , der Grundstein dafür wurde schon nach dem ersten dafür gelegt. Desweiteren ist es ja erst ein Weltkrieg geworden als England seine ( Unterjochten) Kolonien in das Spiel brachte. Vorher war es ein rein europäischer Krieg. Das macht es natürlich nicht weniger schlimm aber es gehört nun mal zur Wahrheit mit dazu. Im Endeffekt müssen die kleinen die Suppe der großen auslöffeln. Es ist immer irgendwie faszinierend wie einige wenige ganze Völker in den Abgrund treiben können. Pauschal könnte man sagen die Menschheit ist dämlich. :allesgut:

  • "Körperverletzung" war das Saufgelage, dass dieser Offizier SS mit meinem Großvater veranstaltete, vielleicht insofern, als mein Opa - ich kannte ihn noch lange und gut, wenn auch leider ZU kurz - nie ein "großer Trinker" war. "Schikane" ist dem SS-Kameraden wahrscheinlich nicht vorzuwerfen. Immerhin waren, wie ich die Geschichte kenne, BEIDE schon recht blau und kamen in vorgerückter Stunde auf die abenteuerliche Idee. Und wenigstens trug der Mann von der SS meinen Großvater hinterher in dessen Jaeger-Kompagnie... ;)



    Worauf ich damit hinauswill?



    Auch die schaurigsten Zeiten betreffend kann man nicht alle Personen über einen Kamm scheren, egal, zu welchen Einheiten sie gehörten (auch wenn es in diesem Fall recht unterschiedliche waren.) Hinter den Mitgliedern ALLER Einheiten, auch der heute noch so verrufenen, steckten und stecken immer Individuen, die einen waren sicher schrecklich, andere dafür umso freundlicher. Und viele - wie in diesem Beispiel - "allzu menschlich".



    Der landwirtschaftliche Lehrherr meines anderen Großvaters war beispielsweise Bernd von Kanne auf Breitenhaupt, "Milchkanne" genannt. Als SS-Gruppenführer im Rasse- und Siedlungshauptamt war er Chef des SS-Sippenamts und vorruebergehend auch des Lebensborn, dessen Mitbegründer er war. Als Agrarausbilder und auch sonst privat meinem Großvater stets sympathisch blieben die beiden bis zu Kannes Tod freundschaftlich sehr verbunden.



    Mit diesen persönlich-familiären Anekdoten wollte ich verdeutlichen, dass man mit Erörterung der historischen Dimensionen auch immer persönliche Wege und unterschiedliche Individuen erfasst.



    Euer



    Valmont. :sauger:

  • Valmont, so what? Hitler war ein grosser Tierfreund und liebte seine Schaeferhunde ueber alles! Trotzdem hat er Millionen von Menschen umgebracht. Was soll uns das jetzt also sagen?

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • Dass der Österreicher Tierfreund war, sollte man ihm bitte nicht vergessen...


    Quatsch, ich meine natürlich etwas anderes.


    Mein Opa (der mit dem SS-Mann saufen musste, Du erinnerst Dich dunkel) war Schweizer, der aufgrund familiärer Erwartungen (etwas kurz dargestellt) Deutscher wurde, um eine Fabrik in Essen zu übernehmen (komplizierte Geschichte). Der Erfolg war: Mein Opa wurde zur Wehrmacht eingezogen, blieb den ganzen Krieg bei der Truppe und die Fabrik wurde ausgebombt. Dass er Deutscher wurde war also völlig umsonst und nicht von politischer Überzeugung geprägt.


    Anderes Beispiel: Mein Vater kannte in unserer Norddeutschen Heimat zwei harmlose Jungs, zu seiner Zeit Bahnmitarbeiter und Malermeister, beide, wie mein Vater sie kannte, unpolitisch, die kurzerhand zu gewissen Einheiten GEZOGEN wurden: SA bzw. SS.


    Kurzerhand: Geschichtsaufarbeitung ist nicht immer so einfach wie gedacht (schwarz/weiß).