Jeder ist Religiös!

  • Habe heute in der Schule eine Riesen Diskusion gehabt... :roll:
    Mein Religionslehrer hat an die Tafel geschrieben:


    Jeder von uns ist Religiös!


    Naja ich selbst bin überhaupt nicht religös, und wenn ich ehrlich bin find ich das alles Schwachsinn... Meine Tischnachbarin (extrem religiös) meint zu mir das diese These voll zutreffe und auch ich sei religiös (ich müsste an irgendetwas glauben...), und ich natürlich nicht davon überzeugt...


    Mich würd mal interessieren was andere zu der These sagen,
    Freu mich auf eure Antworten


    Lg
    _Silver_

    Die Menschen sagen
    aber meinen das Gegenteil,
    Sie
    handeln
    und wollen doch was ganz anderes!
    Sie alle leben in ihrer Trugwelt, lügen, betrügen andere und sich selbst
    und doch will sich niemand eingestehen!

  • Kurz und knapp?
    Der Lehrer hat se nicht mehr alle am Zaun!
    Würde mich mal interessieren, wie er das begründen will.
    Oder denkt er, Atheismus sei nicht real existent?

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Interessante Frage!
    Religös im Sinne von Glauben, würde zutreffen! Jeder von uns hat wohl etwas, an das er glaubt: Sei es die Wissenschaft, für andere halt ein Gott und für die Dritten das Spagetthimonster! Aber jeder von uns glaubt an irgendwas, was doch nur erklären will, warum es uns gibt. Von daher, ich glaube ja. Jeder hat einen gewissen Glauben, wobei dieser nicht mal religös sein muss!

  • Ich denke, dass man auch Glauben und Religion auseinander halten muss.
    Die Dinge hängen imho nicht zwingend mit einander zusammen.
    Religion ist globaler, meint Riten, Bräuche, Floskeln, Phrasen... nicht zuletzt Gemeinschaft. Weitere Begriffe für mich in diesem Zusammenhang sind: Macht, Geld, Schuld, Sühne, Strafe, Belohnung, Ausgrenzung.


    Was hat das alles mit Glauben zu tun?
    Ich weiß, wenig wertfrei, meine Postulate.


    Antares

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Der Meinung war ich ja auch...
    Er meinte es sei eine Sache der definition, jeder glaubt an etwas und sogar Atheisten glauben (Sie glauben das es keinen Gott oder so gibt)
    Darauf meinte ich es sei schwachsinn,
    weil wenn ich glaube das es morgen regnet bin ich nicht automatisch religiös...
    Was auch erwähnt wurde ist, das wenn man etwas von seinem Leben erwartet dann sei man auch religiös...
    SO EIN SCHWACHSINN :roll:


    Un an die Wissenschaft glaubt man doch nicht, sonder man weiß etwas...
    Ich finde das Ist ein Unterschied...
    Ich denke man kann Wissenschaft und Religion nich auf eine Stufe setzen, weil früher war es ja so das man Wissenschaftler (z.B. Gallileo) mit dem Tod gedroht hat weil sie etwas bewiesen haben was nicht in ihre Bibel und in ihren Glauben gepasst hat...

    Die Menschen sagen
    aber meinen das Gegenteil,
    Sie
    handeln
    und wollen doch was ganz anderes!
    Sie alle leben in ihrer Trugwelt, lügen, betrügen andere und sich selbst
    und doch will sich niemand eingestehen!

  • Hallo,
    ich denke auch religiös, im Sinne jeder glaubt an Gott, trifft auf keinen Fall zu. Man kann doch nicht einfach sagen, dass jeder Mensch an Gott glaubt.
    Aber wenn man religiös im Sinne von jeder glaubt an etwas sieht, denke ich auch, dass das zu triff. An irgendwas glaubt sicher jeder.
    Ich persönlich verbinde das Wort religiös mit Religion, also den Glauben an Gott. Weiß nicht wie das den anderen geht. Also man kann ja nicht sagen, dass jetzt alles woran Menschen glauben eine Religion ist.
    Also ich glaub nicht an Gott oder an die Kirche, glaub allerdings an etwas anderes. Bin ich jetzt religiös, ich denke nicht.


    Grüßle
    Akascha

  • Der Unterschied zwischen Wissen und glauben ist ja schon enorm.


    Wissen ist das was man entweder selbst erfahren hat... oder was beweisbar ist...


    Glauben ist das unbeweisliche... im grunde nicht mehr als eine Annahme...


    Und ja die Kirchen an sich legen meist sehr großen wert darauf ihre Schäfchen klein zu halten... bist du ein gutes Schaf solltest du weder Wissensdarang noch Kritikvermögen besitzen... sonst wird der Scheiterhaufen wieder eingeführt ;)


    Und ich glaube wirklich nicht, dass jeder von uns gläubig ist... obwohl der Mensch in seine allgemeinheit dazu neigt sich Götzen zu suchen... bzw. in seiner Unwissenheit über höhere Mächte einen Erklärungsversuch startet... die Wissenschaft ist also nicht umsonst der Feind der Religion...

  • Wenn man nach dem geht, dann bin ich eine nummer1 Kanidatin für den scheiterhaufen ;)
    Bin voll der kritische mensch, und mein job ist auch total gegen die Kirche ;)

    Die Menschen sagen
    aber meinen das Gegenteil,
    Sie
    handeln
    und wollen doch was ganz anderes!
    Sie alle leben in ihrer Trugwelt, lügen, betrügen andere und sich selbst
    und doch will sich niemand eingestehen!

  • Hehe mein Job ist auch daran beteiligt das Fundament der Kirche zu untergraben...


    Sei kritisch... das Leben ist zwar einfacher wenn man dumm der Menge hinterher stolpert aber es ist doch irgendwie freier und besser wenn man begreift was man tut und warum man es tut...

  • Religion bedeutet einfach, dass man irgendeine Art von Götzen anbetet. Einen oder mehrere ist in diesem Fall ohne Bedeutung.
    Somit zählt z.B. der Buddhismus nicht als Religion, sondern mehr als Philosophie; hingegen sind Menschen die den Satan anbeten, wieder als Religiös zu bezeichnen (Aber bei weitem nicht alle Satanisten glauben auch an Satan).
    An irgendetwas zu glauben reicht aber keinesfalls aus, um als Religiös zu bezeichnet werden. Dein Religionslehrer sollte sich hier mal anmelden, ich würde mich sehr gerne mit ihm über das Thema unterhalten! ;)


    --(====> Rônin <====)--

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • So,


    ich bin zwar nicht der vorher erwähnte Religionslehrer, aber auch einer, ich hoffe das reicht. Ich verstehe den Lehrer und was er ausdrücken wollte. Er hat das ganze nämlich auf eine philosophische Art und Weise gesehen. In der Philosophie gibt es die elementare Frage: "Was darf ich glauben?"


    Da diese Frage für alle Menschen gilt, kann man schon in gewisser Weise davon ausgehen das jeder Mensch an etwas glaubt. Daraus aber herzuleiten jeder sei religiös halte ich jedoch für weit hergeholt. Allerdings wird ihm dieses Dilemma durchaus bewußt gewesen sein, ich nehme an er wollte die Diskussion bewußt anregen und ins Rollen bringen. Insofern ist ihm bei dir genau das gelungen, er hat dich nämlich ans Nachdenken gebracht, Ziel erreicht, hihi. Sorry, wir Lehrer sind manchmal gemein.

  • Zitat

    elementare Frage: "Was darf ich glauben?"


    Aber ist es einem nicht freigestellt was ich glaube? Die Frage ist so als dürfte ich nur bestimmte dinge glauben die die gesellschaft mir vorgibt?...

    Die Menschen sagen
    aber meinen das Gegenteil,
    Sie
    handeln
    und wollen doch was ganz anderes!
    Sie alle leben in ihrer Trugwelt, lügen, betrügen andere und sich selbst
    und doch will sich niemand eingestehen!

  • Aus deiner sicht solltest du glauben an was immer du willst... Kannst mich für deinen Gott halten oder für irgend nen armen kleinen Menschen... wie immer du willst...


    Gesellschaftlich sieht das schon wieder anders aus...
    Vor allem in einer streng religiösen Gesellschaft geht es wirklich darum was du glauben darfst und was nicht... bzw. sogar was du glauben musst...


    Religionen können einem auch keine wirklichen Antworten geben probiers mal aus frag mal den Pfaffen:
    "Hey, Warum hat Gott das böse in die Welt getan? Sowas wie Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder?"
    Dann kommt sicherlich als Antwort sowas wie... "Gott gab uns das Böse damit wir das gute besser zu schätzen wissen!"

  • Darf einem denn vorgeschrieben werden was oder woran man glaubt?
    Find das irgendwie total absurd.
    Also ich weiß das in verschiedenen Gesellschaften die Kinder streng religiös erzogen werden, aber darf man das? Dann nimmt man dem Kind doch das entscheidungsrecht, oder?

    Die Menschen sagen
    aber meinen das Gegenteil,
    Sie
    handeln
    und wollen doch was ganz anderes!
    Sie alle leben in ihrer Trugwelt, lügen, betrügen andere und sich selbst
    und doch will sich niemand eingestehen!

  • Die Aussage stimmt schon wenn man sie nicht auf Religion allein bezieht.


    Denn dann würden nur Nihilisten behaupten können sie würden an nichts glauben :mrgreen:

    Von 100 Menschen kann man sich 99 nicht aussuchen.


    ~~~


    Today I'll tell you a story about a man who drowned in the cold waters of the ocean after the loss of someone he loved. This is the story of a man who died twice.

  • Zitat von "Claxan"

    Denn dann würden nur Nihilisten behaupten können sie würden an nichts glauben


    Wenn man nur an Dinge glaubt, die knallhart bewiesen wurden, kann man doch durchaus von wissen sprechen. Ich glaube ja auch nicht an Marienkäfer, ich weiß aufgrund vieler Beweise und eigener Erfahrungen das sie existieren. Es gibt auf der Welt doch bestimmt genug Leute, die nur wissenschaftlich Anerkanntes als Realität akzeptieren.


    --(====> Rônin <====)--

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Zitat von "_Silver_"

    Darf einem denn vorgeschrieben werden was oder woran man glaubt?
    Find das irgendwie total absurd.
    Also ich weiß das in verschiedenen Gesellschaften die Kinder streng religiös erzogen werden, aber darf man das? Dann nimmt man dem Kind doch das entscheidungsrecht, oder?


    Aus meiner persönlichen Sicht gesehen darf man das natürlich nicht!!!
    Dir wird aber jeder orthodoxe Anhänger einer Religion gleich nen Stein an den Kopf werfen wenn du ihm versuchst das begreiflich zu machen.
    Dann kommen so Dinge wie... dem Kind den Himmel vorzuenthalten... usw.
    Meine Eltern waren so fair und haben mich entscheiden lassen... ich bin nicht mal getauft und hege auch keinen Wunsch in diese Richtung...

  • Zitat von "Sol"

    Aus meiner persönlichen Sicht gesehen darf man das natürlich nicht!!!




    Da muss ich dir absolut recht geben!
    ein Kind weiss nicht was z.B. katholisch oder evangelisch ist,
    deshalb kann man auch nie sagen "das ist ein katholisches bzw. evangelisches Kind"
    es ist z.B. das Kind, katholischer Eltern aber sonst nix. :)
    Ich denke davon profetieren die Religionen am meisten denn ein Kind das religös
    erzogen wurde wird später nur schwer von seinem Glauben ab zu bringen sein.

    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null...
    ...und das nennen sie ihren Standpunkt.

  • Zitat von "Thaddel"

    Ich denke davon profetieren die Religionen am meisten denn ein Kind das religös
    erzogen wurde wird später nur schwer von seinem Glauben ab zu bringen sein.

    Das kommt sehr darauf an, wie das Kind sonst erzogen wurde. Ein weltoffenes und intelligentes Kind wird schnell merken, dass an den Geschichten über Gott irgendetwas nicht stimmen kann; genauso wie es irgendwann auch von selbst erkennt, dass Weihnachtsmann und Osterhase nicht existieren. Kompetente Menschen sind es gewohnt zu argumentieren und (hoffentlich) zu erkennen, wenn Argumente nicht stichhaltig sind. Für Gottesglauben gibt es eben keine stichhaltigen Argumente.
    Ich kenne zwar einige sehr intelligente Gläubige, aber die sind empfänglich für Argumente und hegen auch gewisse Zweifel an ihrer Religion. Die Tiefgläubigen in meinem Umfeld dagegen zeichnen sich oftmals durch ausserordentliche Sturheit und Verkapptheit aus.


    --(====> Rônin <====)--

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Zitat von "Rônin"


    Ich kenne zwar einige sehr intelligente Gläubige, aber die sind empfänglich für Argumente und hegen auch gewisse Zweifel an ihrer Religion. Die Tiefgläubigen in meinem Umfeld dagegen zeichnen sich oftmals durch ausserordentliche Sturheit und Verkapptheit aus.


    --(====> Rônin <====)--




    Also denkst du das Intelligente Menschen eher zum Atheismus neigen als weniger gebildete?
    Ich glaube das wurde sogar mal wissenschaftlich belegt aber ich weiss nicht mehr wo ich das
    gelesen hab...
    Ansonsten kann ich von meiner Erfahrung mit religiösen Menschen sagen das auch eine
    eher konservative Lebenseinstellung eine Rolle spielt die schon von klein auf anerzogen wird.

    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null...
    ...und das nennen sie ihren Standpunkt.