„Wenn du isst, was du bist“: Kannibalismus

  • Ich war etwas erstaunt darüber, dass ich hier im Paraportal noch kein Thema darüber gefunden habe und nahm mir aus aktuellen Anlässen vor, einen Bericht zu verfassen, beziehungsweise eine höchst ethische und moralische Frage aufzuwerfen.


    Um jedem das Mitdiskutieren zu ermöglichen, möchte ich zuerst einmal weit ausholen und grundlegende Dinge klären und festhalten - was natürlich meiner Einschätzung entspricht und daher auch von jedem anders wahrgenommen werden kann.



    Unter Kannibalismus versteht man den Verzehr von Fleisch eines Artgenossen; dies ist in unserer Gesellschaft verpönt und tabuisiert.
    Im Gegensatz zum Tier, ist die Instinktsteuerung beim Menschen erheblich eingeschränkt. Zur Reglung des Zusammenlebens und Sicherung des eigenen Verhaltens, benötigt der Mensch ethische und moralische Normen, die die Instinktreduktion ausgleichen…doch auch diese Regeln können vollkommen außer Kraft gesetzt werden.


    Das eigentliche Thema dreht sich nicht (wie der Titel vermuten lässt) um den freiwilligen Verzehr von Menschenfleisch, sondern um den unfreiwilligen. Als Diskussionsgrundlage gehen wir von folgendem Szenario aus, welches auf wahren Begebenheiten beruht:



    Ihr seid an Bord des Flugzeuges Fairchild mit 44 weiteren Passagiern, unter denen sich Familie und Freunde befinden. Das Ziel ist Santiago de Chile für ein Wochenende. Der Pilot kämpft mit eisigen Schneeschauern und Orkanböen zwischen den bis zu 6000 Meter hohen Andengipfeln. Die Crew will umkehren…doch dann kommt es wie es kommen musste:
    Die Fairchild zerschellt in etwa 4000 Metern Höhe an einem Berghang. Das Flugzeug rutscht die steile, vereiste Felswand hinunter und kommt auf einer schier endlosen Schneedecke zum stehen. Beim Aufprall sind bereits ein Dutzend der Fluggäste gestorben. Die überlebenden Insassen verlassen das Wrack. Es herrschen extreme Minusgrade, bis zu 40 Grad unter Null. Niemand weiß wo ihr euch befindet, auf welcher Höhe und wie weit ihr vom nächsten bewohnten Ort entfernt seid. Du zitterst und siehst dich um. Einige Freunde sind tot und wer verletzt ist, hat keine Chance – 5 weitere Passagiere überleben die Nacht nicht.
    Am nächsten Tag begrabt ihr Freunde und Verwandte im ewigen Schnee und hofft auf schnelle Rettung, doch die Suchflugzeuge der chilenischen Luftrettung können nicht hoch genug aufsteigen, um das abgestützte Flugzeug (das in einem Hochtal liegt) zu entdecken. Nachdem die Fairchild schon seit 8 Tagen vom Radarschirm der Flugüberwachung verschwunden ist, wird die Suche eingestellt – ihr hört die Meldung über ein Transistorradio. Die ersten Tage ernährt ihr euch von Schokolade, kleinen, genau rationieren Mengen Zahnpasta und trinkt Wein und Rasierwasser, welches ihr in einem Gepäckstück gefunden habt. Nach wenigen Tagen ist alles aufgebraucht und dann müsst ihr eine Entscheidung treffen.


    Entweder du gehst zu Grunde, oder…im Schnee liegen noch die Leichen der gut konservierten Insassen begraben. Brichst du, um zu überleben eines der größten Tabus der Menschheit und isst Menschenfleisch – das Fleisch deiner toten Freunde?


    ___________________________________________________________________________
    Wie würdet ihr nach dem Abstutz vorgehen? Welche Maßnahmen würdet ihr treffen, um zu überleben?

  • Kurz gesagt ja. Es gab schon solche Fälle (wenn ich mich nicht täusche gab es da doch einmal einen Flugzeug absturz in den Anden oder täusche ich mich?) Ich denke dass in solchen Extremsituationen, der Mensch sämtliche Moral fallen lässt. Ich denke (neben dem schnellen Tod durch die Kälte bei -40 °C :P) dass in einer solchen Situation jeder binnen weniger Tage auch ttal durchdreht. Ich würde es nicht gerne tun aber ich denke wenn das wirklich der einzige letzte Weg ist, würde ich das tun. Lieber verwerfe ich meine Moral weg, anstatt zu sterben.


    EDIT Cat:
    Hab ich ja oben in der Einleitung geschrieben: die Geschichte ist wirklich passiert (gibt auch einen Film darüber), aber was die Insassen wirklich getan haben werde ich erst nach einer ordentlichen Diskussion posten :)

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Ich würde nichts davon anfassen , bis ich kurz vorm Sterben bin , und dann würd ichs mir schmecken lassen :twisted: hehe 8-)

    Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall.
    Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll


    Zu unserer Besserung bedürfen wir eines Spiegels.

  • Über dieses Thema mit dem selben Szenario habe ich schon einige Unterhaltungen gehabt.


    Ich persönlich bin der Meinung das es in Extremsituationen nicht verwerflich ist so zu handeln, wie sieht das Gesetz das ganze eigentlich?
    Ich glaube aber auch das man sich in so eine Situation nicht wirklich hinein versetzen kann, und die psychische Belastung ist sicher enorm hoch.


    Aber ich denke der Selbsterhaltungstrieb "siegt" über kurz oder lang, und jeder wird zum Kannibalen.
    Zusätzlich zum Kannibalismus kommt noch erschwerend hinzu dass das Fleisch roh ist.
    Würde es auch nur irgend eine Möglichkeit geben das Fleisch zu garen, wäre der Ekel ein bisschen gemildert.(Meine Meinung)



    MfG Lexidriver

    Ich kenn keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg - es jedem recht machen zu wollen. "Platon"

  • Ich könnt voll schwer sagen ob ich meine Freunde oder meine Familie essen könnte. Aber wie manche sagen kann man sich auch nicht in die Situation hineinversetzen wo es heißt "Iss sie oder stirb!".


    Aus meiner Sicht (mit vollem Bauch im warmen Zimmer sitzend) würd ich aber momentan dazu tendieren auf Kannibalismus und Tod durch verhungern zu verzichten und auch wenns hoffnungslos erscheint auf einem aus Wrackteilen gebauten Schlitten einfach den Berg runterzudüsen. Egal ob ich dabei draufgeh...

    Von 100 Menschen kann man sich 99 nicht aussuchen.


    ~~~


    Today I'll tell you a story about a man who drowned in the cold waters of the ocean after the loss of someone he loved. This is the story of a man who died twice.

  • Hallo :)


    Also ich musste zwar kurz überlegen, denke aber, in so einer Situation siegt das Tier im Menschen und der Hunger bestimmt unsere Handlungen. Vermutlich würde ich auch Menschenfleisch essen, und wie silvercloud bereits sagte - Fleisch ist Fleisch.


    Zitat

    wie sieht das Gesetz das ganze eigentlich?


    Kannibalismus ist in Deutschland nicht explizit verboten, allerdings bringen meist die Umstände bis es dazu kommt (Stichwort: Kannibale von Rothenburg), also Tötung auf Verlangen, Totschlag, Mord o.ä. den Täter zur Bestrafung.


    Zudem kann Kannibalismus als Störung der Totenruhe im Sinne des §168 StGB bis zu 3 Jahre Gefängnis bedeuten.



    Zitat

    Früher hat man auch Meerschweinchen gegessen


    In den meisten Andenstaaten noch heute der Proteinlieferant Nr. 1 :)


    cya


    ~€X~

    Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.
    -- George Bernard Shaw

  • Zu erwähnen sei noch, der Papst hat damals alles Insassen des Flugzeugs die Absolution erteilt, sie haben also keine Sünde begangen. Die Erhaltung des Lebens ist das höchste gut.


    Hab vor ein paar Tagen noch gelesen das in Rußland / Ural Menschenfleisch an ein Dönerrestaurant geliefert wurde. War eine DPA Meldung.


    Und noch eine Anmerkung: Was ist mit einer Birne die von einem auf einem Friedhof wachsenden Baum stammt? Birnbäume stehen oft auf Friedhöfen und die Wurzeln ziehen oft in die Särge und nehmen dort die Nährstoffe direkt auf. Also quasi Mensch, nur umgewandelt. Würde man sowas essen? Ich denke ich ja.

  • Kurz gesagt ^^ Ja ich würde es essen. Aus momentaner Sicht, denke ich natürlich mit Ekel daran :?
    Nur kann ich nicht sagen was ich denken würde wenn ich Hunger habe. Damit meine ich RICHTIGEN Hunger ^^ Den kennen wir ja alle nicht !!
    Nur wenn es anfangen würde zu riechen, hätte ich wahrscheinlich ein Problem damit auch hätte ich bedenken und angst mir bei dem "Gammelfleisch" was einzufangen. Aber man würde es wahrscheinlich trotzdem essen. In solch einer Situation zählt kein logischer Geadanke ^^


    Ich würde versuchen mir vor Augen zu halten, dass es in anderen Völkern "normal" ist den Verstorbenen zu essen.
    Habe das noch auf VHS :mrgreen: 'ne Doku...
    Stirbt jemand....höhlen sie Baumstamm aus halbieren ihn (den Baum^^) und legen Leiche rein, dann ab hoch auf einen Baum damit ^^...Nach Tagen wird Leiche wieder runtergeholt. Unten am Boden schmieren sich die Verwanten ihren Körper mit dem Leichenwasser ein und essen die Maden. Sozusagen die Weisheit des Verstorbenen wird gegessen. Da die Maden sich ja vom Leichnam ernährten und nun alles in sich tragen.
    Für uns kein schöner Gedanke nur ist es bei diesen Völkern "normal"....



    :winks:

  • Ich gehe mal davon aus, das fast jeder Mensch zum Kannibalen wird, wenn er ausser Sterben
    keine andere Möglichkeit hat.
    In allen grossen Hungersnöten ( Holodomor Ukraine,Der grosse Sprung vorwärts China) gibt es viele
    Berichte über Kannibalismus.
    Wenn es ums Überleben geht, wird der Mensch zum Raubtier....rrrrrrrrrrrrr

  • Es ist ja aber nicht so, dass jeder diese Möglichkeit im Hinterkopf hat. Wenn einem die Vorräte ausgegangen sind und man kurz vor dem Verhungern steht, muss einem erstmal die Idee kommen, seine Freunde wieder auszubuddeln und abzunagen.
    Wenn man dann anfangen würde an den Leichen rumzuknabbern, würde man sich wahrscheinlich erstmal erbrechen müssen wegen dem rohen Fleisch (sofern man das nicht gewohnt ist); das zusätzlich auch noch tiefgefroren ist, was die Sache nicht einfacher macht.
    Wegen dem ethischen Aspekt - ich glaube, das kommt auch auf die Person an. Gebraten würde es mir wahrscheinlich nichts ausmachen, das Fleisch zu essen (Wenn ich tot bin kann es mir schliesslich wurscht sein, wer was mit mir macht, also verletzt man damit ja nicht irgendjemandes Persönlichkeitsrechte), aber roh.... das kann ich tatsächlich überhaupt nicht beurteilen. Es braucht auf jeden Fall einen Haufen Überwindung, und man muss dem Tod schon so nahe sein, dass jegliche Ethik verschwunden ist.
    @ Cat:
    Dein Bild ist wirklich schockierend und irre eindringlich. Würde mich nicht wundern, wenn ich davon Albträume bekäme. :mrgreen:


    --(====> Rônin <====)--

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Rônin :
    Das du Albträume bekommst, war nicht meine Absicht :mrgreen: Ich wollte nur ein Bild zeichnen, was eindringlich ist und damit bezwecken, dass einem das Thema im Kopf bleibt - sich einfach mal intensiv damit beschäftigen. Außerdem wollte ich was für die Optik tun ;)



    Wenn es wirklich nötig wäre um zu überleben, würde ich das gleiche wie ihr tun (hab mir eigentlich gewünscht, dass sich mal Benutzer melden, die strikt dagegen sind). Wenn es möglich wäre, würde ich mich von Blättern oder sonstwas ernähren...aber findet mal in 4000 Metern Höhe Bäume oder Tiere.

    Zitat von "Rônin"

    Es ist ja aber nicht so, dass jeder diese Möglichkeit im Hinterkopf hat. Wenn einem die Vorräte ausgegangen sind und man kurz vor dem Verhungern steht, muss einem erstmal die Idee kommen, seine Freunde wieder auszubuddeln und abzunagen.


    In der Haut der Überlebenden würde ich auch nicht stecken wollen. Wie groß wohl die Empörung war, als jemand den ersten Schritt gewagt hat und die Idee vorschlug? Und wie lang und intensiv die Diskussionen über Grundsätze, Moral und Philosophie war? Vielleicht war der Hunger auch einfach so groß (und dann macht man sich keine Gedanken mehr über den Geruch oder ob das Fleisch schon schlecht sein könnte), dass kaum noch ein klarer Gedanke zu fassen war; ich kann's nicht sagen.


    Was mich aber im Moment am meisten daran beschäftigt: Die Gedanken der Überlebenden. Wenn man gerettet wird, wieder Zuhause in einem warmen Zimmer sitzt, eine heiße Tasse Tee trinkt und plötzlich schießt einem der Gedanke durch den Kopf... ICH habe Menschenfleisch gegessen - das Fleisch meiner Freunde. *schauder*


    Gehen wir gedanklich nochmal zum Absturz zurück:
    Was würdet ihr als erstes tun? Beispielsweise versuchen Feuer mit den Sitzen zu machen, nach Rettungsdecken suchen, die Toten ausziehen um sich selbst warm zu halten....etc.

  • Zitat von "Der Neue"

    1. Sry aber das ist irgedwie lächerlich, man kann sowas erst sagen wenn man wirklich in so einer Situation steckt und allein schon den Gedanken an solche höchst unmoralischen Fragen
    lässt mir ein Stirnrunzeln ins Gesicht zaubern.....( Nix gegen den Autor! )


    Das musst du mir erklären, warum ist das lächerlich? Und was genau?


    Zitat von "Der Neue"

    2. Was mich aber interessieren würde ob es dafür irgendwelche Gesetzte gibt die in solchen Situation Kanibalsismus verbieten.


    Exodus hat dazu schon was geschrieben:

    Zitat von "Exodus"

    Kannibalismus ist in Deutschland nicht explizit verboten, allerdings bringen meist die Umstände bis es dazu kommt (Stichwort: Kannibale von Rothenburg), also Tötung auf Verlangen, Totschlag, Mord o.ä. den Täter zur Bestrafung.


    Zudem kann Kannibalismus als Störung der Totenruhe im Sinne des §168 StGB bis zu 3 Jahre Gefängnis bedeuten.

  • Zitat

    Sry aber das ist irgedwie lächerlich,

    Was ist daran lächerlich?


    Zitat

    erst sagen wenn man wirklich in so einer Situation steckt

    Das glaube ich nicht.
    Warum sollte man sich darüber nicht unterhalten dürfen?
    Das sind doch reine "was wäre wenn"-Diskussionen.


    Zitat

    2. Was mich aber interessieren würde ob es dafür irgendwelche Gesetzte gibt die in solchen Situation Kanibalsismus verbieten.

    Hättest du alles gelesen wüsstest du es!!



    MfG Lexidriver

    Ich kenn keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg - es jedem recht machen zu wollen. "Platon"

  • Zitat von "CatOfDarkness"

    Was würdet ihr als erstes tun?

    Realistisch gedacht würde ich sagen: Erstmal erbrechen. Nicht auszuschliessen, dass durch den Absturz ein Schock verursacht wurde. Nachdem alle etwas ruhiger geworden sind, werden die Toten ausgeraubt - man geht ja davon aus, dass man davonkommen wird. Nachdem man ihnen alles abgenommen hat, begräbt man sie. Dann fangen die Streits an, weil ein paar Idioten nicht genug haben können.
    Aber sicher ist auch jemand vernünftig geblieben: Derjenige sammelt Ess- und Trinkbares, und versucht es zu rationieren. Immer wieder mal gibt es Streitereien, aber die Tage vergehen recht eintönig.
    ......

    Zitat von "CatOfDarkness"

    Und wie lang und intensiv die Diskussionen über Grundsätze, Moral und Philosophie war?

    Nach ein paar Tagen geht das Essen langsam aus, und obwohl immer wieder kleine "Expeditionen" gestartet wurden, hat noch niemand neues gefunden.
    Die erste, die den Gedanken hat die Toten wieder auszugraben, ist eine Frau mitte 30. Die ersten, die es tatsächlich tun, sind zwei Männer mitte 20. (Keine Ahnung warum, ich hab das im Gefühl) Mit spärlichem Feuer, das man mithilfe von Kleidern und Flugzeugsitzen unter historischen Methoden entfacht hat, werden die Toten angekokelt und abgeknabbert. Erst mal die Beine, schliesslich hat man kein richtiges Messer dabei. Für Philosophie interessiert sich hier keiner.
    Der, der vorher vernünftig war, protestiert natürlich angeekelt, und mit ihm ein paar andere. Aber was sollen sie tun? Schlussendlich buddeln sie auch nach Toten. Nur ein paar wenige hungern sich tatsächlich lieber zu Tode.........und werden dann auch gegessen.


    So ist meine Interpretation. Ich wäre einer derjenigen, die sich am Anfang prügeln. Am Schluss wäre ich dann einer der Standhaften, die aber schliesslich doch nachgeben.
    Was passiert, wenn keine Rettung kommt? Bringen wir uns dann gegenseitig um? Und dann? Selbstamputation?
    Will ich gar nicht drüber nachdenken.


    --(====> Rônin <====)--

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  • Du hast das ganz in eine Geschichte gewurstelt, ist es die Vorstellung wie alles abgelaufen sein könnte oder ist es das was DU tun würdest. Das ist ja der Hintergrund meiner Fragerei.

    Zitat von "Rônin"

    Mit spärlichem Feuer, das man mithilfe von Kleidern und Flugzeugsitzen unter historischen Methoden entfacht hat


    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meinst du, dass das bei -40°C einfach so klappt? Wie willst du das Feuer entfachen? Bei so vielen Passagieren ist bestimmt ein Raucher dabei, der ein Feuerzeug in der Jackentasche und alternativ im Handgepäck dabei hat (insofern es nicht verloren/kaputt gegangen ist). So würde ich auf jeden Fall ran gehen, wenn überhaupt. Eigentlich würde ich sowas wie Kleidung lieber nicht verbrennen wollen, man wird es sicher brauchen. Auch der Aufwand ist zu bedenken - lohnt es sich wirklich?

  • Zitat von "CatOfDarkness"

    Du hast das ganz in eine Geschichte gewurstelt, ist es die Vorstellung wie alles abgelaufen sein könnte oder ist es das was DU tun würdest.

    Im Prinzip ist es beides. Welche Rolle ich spielen würde, habe ich ja gegen Ende kurz angerissen.

    Zitat von "CatOfDarkness"

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meinst du, dass das bei -40°C einfach so klappt?

    Ich denke mal, solange das Feuer nicht nass wird, dürfte das kein Problem sein, wenn man das Nötige Werkzeug dafür hat; und das ist eben die Schwierigkeit. Es werden vielleicht sogar noch Flugzeugreste übrig sein, die eine Art windgeschützte Höhle bilden.

    Zitat von "CatOfDarkness"

    Auch der Aufwand ist zu bedenken - lohnt es sich wirklich?

    Wenn es, wie du sagst, 40 Grad Minus hat, ist Wärme sogar das Wichtigste. Mit der Kleidung hast du recht, das wäre dämlich. Aber auf die Dauer reicht Gruppenkuscheln nicht mehr aus, da muss schon ein Feuer her. Feuerzeuge jedoch kannst du in dem Fall vergessen, bei diesen Temperaturen sind die zugefroren.
    Und mit Pfadfindermethoden kenne ich mich nicht aus - vielleicht könnte man sich so eine Art Brennglas basteln, oder irgendwelche Flugzeugteile gegeneinanderschlagen, um Funken zu bilden. Vielleicht sind auch Leuchtraketen an Bord.


    --(====> Rônin <====)--

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  • Also das mit der Leuchtrakete ist schon mal ein guter Einfall. Müsste man in dem Fall nach unten abschießen, denn nach oben hat es keinen Sinn (dort werden wir ja durch die Rettungsflugzeuge nicht gefunden).


    Zitat

    Wenn es, wie du sagst, 40 Grad Minus hat, ist Wärme sogar das Wichtigste.


    Es ist voraus zu sehen, dass man die nächsten Tage nicht weg kommt. Wie sinnvoll ist es Feuer zu machen? Wenn es sehr gut läuft, hält das Feuer ein paar Stunden oder maximal einen halben Tag, bis das brennbare Material ausgeht. Wie gesagt, wenn es überhaupt brennt (die Luft ist dort oben sehr dünn, das wirkt sich sicher darauf aus). Aber dann sind die Körper erwährt und kühlen sehr schnell wieder auf die -40°C runter...bestimmt kein sehr angenehmes Gefühl.


    Man könnte Schnee schmelzen um ihn zu trinken, aber das lohnt sich auch nicht, weil es wieder einfriert.

  • Zitat von "CatOfDarkness"

    Es ist voraus zu sehen, dass man die nächsten Tage nicht weg kommt.

    Wir haben keine Ahnung, wie lang wir dort noch festsitzen. Und mit der fortschreitenden Kälte werden langsam die Extremitäten unbrauchbar - Dann schlägt das Herz langsamer, der Körper fällt in eine Art Koma. Als letztes beendet das Hirn seine Funktion, aber das bekommst du dann schon gar nicht mehr mit.
    Hört sich nicht nach Spaß an - Wärme ist also fast noch wichtiger als essen. Ohne Essen kann man recht lange überleben wenns sein muss, und trinken ist kein Problem: Eis kann man auch lutschen, das muss nicht aufgetaut werden. (Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob einem bei der Kälte nicht die Zunge kleben bleibt)
    Ich würde also definitiv versuchen, Feuer zu machen.
    Und um den Kannibalismus nochmal anzuschneiden: Es kostet schon Überwindung genug, die Leichen überhaupt erst auszugraben, geschweige denn, sie zu essen. Ich denke, dass ein Mensch - bevor er sich vollkommen in ein Tier verwandelt und das Fleisch roh isst - zuallererst versuchen wird, es zu braten. So sind die Menschen aus fortschrittlicheren Ländern nunmal, rohes Fleisch ist für uns erstens mal schwer verdaulich, und zweitens mal verschleiert der Bratvorgang die Tatsache, dass man gerade seinen besten Freund frühstückt.


    --(====> Rônin <====)--

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