Internetabzocke

  • Jetzt ist es passiert. Meine Mutter hat sich auf eine Abzockseite routenplaner.de der Firma Webtains GmbH angemeldet.
    Sie hat sich aber nicht eingeloggt, und es gab kein Widerrufsrecht dass angegeben wird.
    So bald wir die Rechnung bekommen, werde ich wohl den Standardtext der Verbraucherzentrale absenden, aber jetzt bin ich mir nicht sicher, ob der hier wirkt, weil der mit dem Gebühren nicht unten klein stand, sondern auf der rechten Seite der Website. Allerdings hat die Seite den Eindruck gemacht, dass man die Daten für ein Gewinnspiel eingeben sollte.
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Und was soll ich sonst noch tun, außer dem Widerspruch zu senden?

    Der Flügelschlag eines Schmetterlings über der Karibik kann einen Wirbelsturm in China auslösen.
    Tötet alle Schmetterlinge!

  • Du hast immer das Recht, dem Vertrag (falls er überhaupt zustande gekommen ist) zu widersprechen.


    Hier ist mal eine gute Seite, auf der viel Wissenswertes steht.



    Abofallen im Internet



    Zum Widerspruch heißt es dort:


    "Was ist, wenn man man Widerspruch einlegt, aber die Mail kommt als "nicht zustellbar" (MAILER-DAEMON) zurück?


    Das ist nicht Ihr Problem, sondern das Problem des Anbieters. Wer Geschäfte per Fernabsatz macht ist dafür verantwortlich, dass er auch für Korrespondenz erreichbar ist. Das hat schon 2002 das Kammergericht Berlin entschieden. Für Sie als Betroffenen heißt das: Es genügt, wenn Sie Widerruf oder Kündigung auch wirklich abschicken. Erhalten Sie dann die Nachricht, dass Ihre Mitteilung nicht zustellbar ist, heben Sie die Nachricht (Mail, Fax, Ausdruck) einfach nur gut auf. Um mehr müssen Sie sich dann nicht mehr kümmern. "



    Also auf keinen Fall zahlen und nicht einschüchtern lassen.

  • Du solltest diverse Sachen beachten, bevor du was schreibst.


    1. Kam es zu einen Vertrag ? wahrscheinlich nicht, ohne Unterschrift oder Mündliche absprache.
    Daher NIEMALS etwas kündigen was es nicht zu kündigen gibt.


    Viele machen den Fehler, das sie kündigen, warum ? ohne vertrag, machst du das, sagt der Betrüger, das es zu einen Vertrag gekommen seis muss, da du ja kündigen wolltest.


    2. Die Reg. rückgängig machen oder bitten dies zu löschen ist immer der erste und beste Schritt. Per Mail oder Brief, wenn Mail, sreen machen.
    Sollten Rechnungen kommen, diese nicht bezahlen und zum Anwalt gehen, für 5-10€ nimmt sich jeder Anwalt etwas Zeit für dich und der Käse ist gegessen.


    Also, Rechte etc gibt es viele, du bist auf der sicheren Seite, du darfst nur keine Fehler machen, lass dich Fachlich beraten. Es gibt auch Foren wo sich Anwälte taumeln und fragen bzw. das Problem schildern kannst, dort wird dir umsonst schnell geholfen, Ansonsten gehe zum Anwalt deines Vertrauens.


    Dirk

  • Zitat

    Du solltest diverse Sachen beachten, bevor du was schreibst.


    1. Kam es zu einen Vertrag ? wahrscheinlich nicht, ohne Unterschrift oder Mündliche absprache.
    Daher NIEMALS etwas kündigen was es nicht zu kündigen gibt.


    Viele machen den Fehler, das sie kündigen, warum ? ohne vertrag, machst du das, sagt der Betrüger, das es zu einen Vertrag gekommen seis muss, da du ja kündigen wolltest.


    Warum soll das ein Fehler sein? Kein Abofallen-Abzocker geht von sich aus vor Gericht, weil er genau weiß, dass er da keine Chance hat.


    Außerdem kann man auch so widersprechen, dass man klar heraus stellt, keinen Vertrag geschlossen zu haben (Musterbrief vom Verbraucherschutz).



    Zitat

    es gab kein Widerrufsrecht dass angegeben wird.



    Im konkreten Fall vom "Routenplaner-Service" steht in den AGB:


    "3. Widerrufsbelehrung


    Widerrufsrecht

    Verbaucher können Ihre Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen ohne Angaben von Gründen schriftlich widerrufen.
    Die Frist beginnt erst nach Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht vor Vertragsschluss und auch nicht vor Erfüllung unserer Informationspflichten gem. § 312c Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 1Abs. 1, 2 und 4 BGB-InfoV sowie unserer Pflichten gemäß § 312e Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit § 3 BGB-InfoV. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs.


    Der Widerruf ist zu richten an:


    Webtains GmbH
    Julius-Lippold-Straße 18
    99817 Eisenach"



    Allerdings würde ich mir das Porto sparen und das ganze per E-Mail machen.

  • dann werde ich den Brief von der Verbraucherzentrale per Mail schicken und ggf. bis zum gerichtlichen Mahnbescheid warten und erst dann wieder reagieren.
    Was mich ein wenig stört ist dies:

    Zitat von "AGB"

    b. Der Kunde verpflichtet sich, Webtains GmbH monatlich einen Betrag in Höhe von 8,00 Euro für die Verschaffung des Zugangs zum Kundenbereich zu zahlen.


    und

    Zitat von "AGB"

    Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z. B. Zinsen) herauszugeben. Können Sie uns die empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf. Wertersatz leisten. Verpflichtungen zur Erstattung von Zahlungen müssen innerhalb von 30 Tagen erfüllt werden. Die Frist beginnt für Sie mit der Absendung Ihrer Widerrufserklärung , für uns mit deren Empfang.


    Nach obigen Punkt ist ja schon der Zugang dazu bezahlbar. Wir haben uns aber nicht eingeloggt.
    Naja, ich bin gespannt ob es bis zum Mahnbescheid kommt. Aber da kann man ja noch widersprechen.

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  • Den Widerspruch auf jedenfall zusenden, es reicht per Mail (ich würde aber zu einer elektronischen Empfangsbestätigung raten, bei den meisten Mailanbietern unter den Optionen einstellbar).


    Der Mahnbescheid wird kommen, ebenso die Androhung des Gerichtsvollziehers, dass ist bei derlei "Geschäften" Usus.
    Wichtig dabei ist, keinerlei Zahlung zu veranlassen und sich vom Rest nicht beeindrucken zu lassen.
    Die hören nach der Gerichtsvollzieherandrohung auf und suchen sich leichtere Opfer.

    "Was ist ein Wunder? - Es ist ein Vorwurf, eine stille Satire auf die Menschheit."
    Edward Young, Nachtgedanken


    Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr weniger zynisch zu sein ....
    ... aber ab und an, da täusche ich einen Sarkasmus vor ....
    .... nachdem ich vorher ewig lange ironiert habe.

  • Langsam wird es ernst. Ich dachte die haben schon aufgegeben, aber jetzt kam ein Inkassoschreiben. Zuerst dachte ich mir nichts dabei. Ich wollte einfach den Mahnbescheid abwarten, aber die haben ein Verweis auf folgende Seite gegeben.
    http://www.deutsche-zentral-inkasso.de/aktuelles.php
    Also scheint es Fälle gegeben zu haben, die für die User schlecht ausgegangen sind. Am Montag werde ich nochmal die Verbraucherzentrale anrufen. Beim ersten Mal haben sie mir Empfohlen ihr vorgefertigtes Schreiben an Webtains zu schicken was ich auch gemacht habe (mit Einschreben und Rückschein).
    Irgendwie bin ich jetzt ziemlich verunsichert, ich (oder vielmehr meine Mutter) habe keine Lust auf Gerichtskosten hängen zu bleiben.

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  • Ich hatte das auch mal, und war deswegen bei der Verbraucherzentrale. Hier haben die auch extra nen Anwalt der glaube ich einmal in der Woche dort die Leute berät. Mir hatte er das so erklärt das bei sowas kein Vertrag zustande kommt. Und wenn müssen die anderen nachweisen das auch du bzw deine Mutter sich dort eingeloggt hat und von ihr die Daten kommen, eine IP alleine reicht da nicht aus. Das beste ist in solchen Fällen wie schon gesagt von Anfang an zu ignorieren.
    Bei mir war das auch noch so das ich als Namen sowas wie jkgguiiugz eingegeben hab und die das in den Briefkopf gesetzt haben. :mrgreen:
    Verunsichert war ich trotzdem etwas und das ist die einzige Stärke die sie haben, die wollen Leute die Angst haben und schnell ohne zu fragen einfach bezahlen, wenn das nicht funktioniert lassen die einen auch schnell wieder in ruhe, denn es gibt wohl leider genug andere die das zahlen.


    Also macht euch da mal nich so einen Kopf und lasst euch das Wochenende vermiessen.

  • Zitat

    Du solltest diverse Sachen beachten, bevor du was schreibst.


    1. Kam es zu einen Vertrag ? wahrscheinlich nicht, ohne Unterschrift oder Mündliche absprache.
    Daher NIEMALS etwas kündigen was es nicht zu kündigen gibt.

    Frage: Wenn ich mit einem Anbieter für Webspace, Server etc. einen Vertrag abschließe muss ich auch keinen Vertrag unterschreiben, und dennoch ist der Vertrag gültig.
    Wie passt das mit deiner Aussage überein?

  • Hallo,


    sorry aber da hatte ich wohl selbst den Fehler gemacht den Mausbutton zu früh zu betätigen.
    Also hier noch einmal mit TEXT.


    Das auch ohne Unterschrift durchaus gültige Verträge zustande kommen können, habe ich als vater zweier Teenager schon selber feststellen müssen.
    Da gilt dann ein sogenannter "Taschengeldparagraph" nachdem im Rahmen des üblichen Taschengeldes auch Minderjährige bedingt geschäftsfähig sind.


    Und was für Jugendliche gilt, das gilt natürlich erst recht für Erwachsene.
    Auch wenn die Verbraucherminister ständig versuchen dem Mißbrauch zu erschweren, die Abzocker lassen sich immer neue Tricks einfallen um die zu umgehen.
    Also zu behaupten diese Verträge sind allesamt Null und Nichtig, weil sie nur "online" abgeschlossen worden sind, ist schlichtweg falsch.
    Andernfalls wäre jeder "Spasskauf" bei einem Auktionskauf ja ebenfalls folgenlos.


    Wenn der besagte Anbieter die Nutzungsbedingungen und die Folgekosten eines vertragsabschlusses auf der Webseite deutlich sichtbar platziert hat, und der Kunde durch Klicken auf mindestens ZWEI OK-Buttons bestätigt hat das er die AGB gelesen UND verstanden hat, dann ist Vertrag rechtm,äßig gültig und MUSS ordnungsgemäß innerhalb der Kündigungsfrist SCHRIFTLICH gekündigt werden.
    Eine E-Mail reicht zwar theoretisch aus, aber verlassen würde ich mich darauf lieber nicht, denn dazu ist noch kein letztinstanzliches Urteil gesprochen worden.
    Zu deutsch was ein Gericht in Berlin dazu sagt, muss noch längst nicht die Auffassung der Richer in anderen Ländern entsprechen, ein bundeseinheitliches Urteil darüber steht nach meinem Wissen noch aus.
    Wobei ein seriöser Anbieter sicherlich keine Schwierigkeiten macht, wenn man es sich rechtzeitig doch noch anders überlegt.

    Leider versuchen sich immer noch Abzocker als Trittbrettfahrer an die seriösen Anbieter anzuhängen, und versauen damit einer ganzen Branche den Ruf.
    Denn es ist an sich ja nichts Schlimmes, wenn für Leistungen ein Entgelt gefordert wird.
    Keiner von uns arbeitet freiwillig umsonst, aber im WWW soll nach Auffassung der meisten User anscheinend alles völlig kostenlos sein.
    Soviel Werbeeinahmen können die Millionen professionellen Seiten gar nicht haben um damit ihre Kosten zu decken.


    Na ja, zurück zum Thema.
    Wenn die Nutzumgsbedingungen klar erkennbar wareen und die Kenntnis der AGB in 2 Buttons mit O.K. bestätigt wurden, dann ist der vertrg gültig und hätte innerhalb des Widerspruchzeitraumes gekündigt werden müssen.
    Falls die Bedingungen und die Gebühren nicht eindeutig erkennbar waren, oder im Fels für den O.K.-Button die ausdrücklichen Hinweise darauf fehlten, dann ist der Vertrag ungültig.
    In diesem Fall muss man überhaupt nicht reagieren.
    Die "Drohbriefe" sollte man im Hinblick auf einen eventuellen Rechtstreit zwar nicht vernichten, aber selst wenn der "Inkasso-Unternehmer" in drohender Haltung vor der Tür steht und einen "gerichtlichen Zahlungsbescheid" präsentiert, dann sollte man den höflich aber bestimmt von dannen schicken.
    Einen Gerichtsvollzieher werden die Abzocker nämlich garantiert nicht mit der Eintreibung von dubiosen" Forderungen" beuftragen.
    Wenn der seine Kosten beim angeblichen "Schuldner" nmlich nicht eintreiben kann, dann holt der sich die eben vom "Gläubiger".
    Übrigens prüft kein Gericht die Rechtmäßigkeit der Ansprüche bei "gerichtlichen Zahlungsbescheiden", also sind die im Prinzip nicht einmal das Papier wert auf dem sie geschrieben stehen, solange man nicht auch bereit ist die Forderung auch tatsächlich einzuklagen.
    Wobei allein die selbst zu tragenden Gerichtsgebühren bei den "Kleckerbeträgen" höher werden als die angebliche Forderung.


    Ergo schickt man dan lieber "Moskau-Inkasso" oder deren "Bonsai-Ableger" los, die als "Privatunternehmer" auf Provisionsbasis arbeiten.


    Wir hatten auch mal zwei solche Typen (die trauen sich nämlich nirgendwo alleine hin) vor der Tür stehen.
    Meine Frau machte auf und wurde lautstark mitels eines angeblich "amtilchen Vollstreckungsbescheid" sofort bedrängt die Forderung SOFORT zu begleichen.
    Die Taktik ist wohl das offenbar viele Leute davor Angst haben die Nachbarn könnten mitbekommen das man angeblich Schulden hat, und deshalb lieber freiwillig zahlen um die Truppe schleunigst wieder loszuwerden.
    Selbst wenn man sich im Recht weiss, so könnte es ja sein das man beim nächsten " unangemeldeten Termin" nicht anwesend ist, und die Saubande den Wisch lächelnd dem Nachbarn aushänduigen.


    Na ja, was die beiden "Möchtegern-Kopfgeldjäger" nicht wussten, war die Tatsache das ich mit dem Sohn eines Freundes (zufällig frischgebackener Anwalt) im Wohnzimmer gerade eine Immobilienangelegenheit durchkaute.
    Bei unserer Intervention hatten die erst eine große Klappe und zogen dann nach ausführlicher recthlicher Belehrung und den Hinweis zukünftige Besuche notfalls behördlich untersagen zu lassen, recht kleinlaut ab.


    Wie gesagt, das gilt NUR für Verträge die aufgrund der Gestaltung der Website anfechtbar sind.
    Andernfalls schützt Unwissenheit nicht davor für sein handeln verantwortlich zu sein.


    Gruß


    Feelgood

  • Ich bin dafür dass sich da kein Verbraucherschutz einschalten sollte.


    Wer die AGB's bestätigt ohne sie gelesen zu haben ist meiner Meinung nach einfach selber Schuld wenn er zahlen muss.
    Man sollte sich schon erkundigen was für Verträge man da abschließt und nicht einfach so mal kurz drauflos klicken.


    Seht es doch einfach als Lehrgeld und lest euch doch in Zukunft die AGB's durch.
    Man braucht nicht alles lesen aber zumindest den Teil in dem das finanzielle geregelt ist.