Lohnt Zivilcourage überhaupt???

  • Ein jugendlicher Sprayer , der bei frischer Tat von einem Polizisten gesehen wird, will sich der Festnahme entziehen und flüchtet. Der Polizist holt ihn ein. Der Jugendliche wehrt sich ein wenig, worauf ihn der Polizist mit einem gezielten Faustschlag den Kiefer bricht.
    Die Klage des Jugendlichen wegen Körperverletzung wird abgelehnt, Schmerzensgeld gibt's auch nicht.


    In diversen Foren heißt es daraufhin : Bullenstaat! Polizeistaat!! Unrechtsstaat!!!




    Ein Kaufhaus-Detektiv läuft einem flüchtenden Dieb nach, es kommt zum Gerangel, der Detektiv schubst den schmächtigen Dieb mit großer Wucht. Der stürzt darauf hin die Rolltreppe hinunter und bricht sich das Genick. Exitus letalis!


    In den einschlägigen Zeitungen lauten die Schlagzeilen: Kaufhaus-Detektiv tötet Ladendieb! Freispruch!!



    Wäre eine solche Rechtsprechung besser? Meiner Meinung nach nicht.


    Und für jeden Einzelfall ein eigenes Gesetz zu machen geht auch nicht. Ein solches Rechtssystem wäre derartig mit Gesetzen überladen, dass es einfach nur noch albern wäre.

  • Niemand hat je davon gesprochen für jeden Einzelfall ein Gesetz zu erlassen, noch war die Rede davon "unverhältnismässige Mittel" oder sonstige übertriebene Gegenmaßen ungestraft zu lassen.


    Es wurde von mir lediglich der Wunsch geäussert, bestehende Gesetze zu überprüfen und Mängel zu beseitigen.


    Ich möchte im Rahmen einer vernüftigen Diskussion künftig darum bitten, (von mir) niedergeschriebene Sätze auch so aufzunehmen, wie sie niedergeschrieben wurden und auf Verzerrungen zu verzichten. Ich gebe mir Mühe beim formulieren meiner Texte und meine daher erwarten zu können, dass man sich auch die Mühe machen kann ebenjene Texte auch so zu verstehen.

    "Was ist ein Wunder? - Es ist ein Vorwurf, eine stille Satire auf die Menschheit."
    Edward Young, Nachtgedanken


    Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr weniger zynisch zu sein ....
    ... aber ab und an, da täusche ich einen Sarkasmus vor ....
    .... nachdem ich vorher ewig lange ironiert habe.

  • @ Aiden,


    in diesem Thread vertreten wohl ein halbes Dutzend Poster die gleiche Meinung. Und wie du sehen könntest, wenn du wolltest, habe ich niemanden persönlich angesprochen.
    Aber es mag natürlich sein, dass deine Idee von "Posts ernst nehmen" nicht meine Idee von "Posts ernst nehmen" ist. Ich nehme das Thema, was mich interessiert, jedenfalls ernster als die Posts der User. Oder eben auch ernster als deine Wünsche.


    Der schwache Punkt solch schöner Wünsche, wie du sie äußerst, besteht in der Tat in der praktischen Umsetzung. Es wird immer Unzufriedene geben, so lange den Richtern ein eigener Ermessenspielraum bleibt, innerhalb dessen sie ihre Fälle beurteilen können. Da wird es immer Bürger geben, die finden werden, dass die Urteile zu lasch oder zu hart seien.


    Es wird auch völlig zu Recht oft darauf hingewiesen, dass unsere gesetzlicher Strafenkatalog prinzipiell hart genug ist, wenn er nur richtig ausgeschöpft werden würde.


    Die einzige Möglichkeit, wenigstens einen Teil der Bevölkerung zufrieden zu stellen, liegt theoretisch nur darin, Gesetze nach ihrem Gusto zu machen und den Richtern möglichst keinen Ermessenspielraum zu gewähren. Und das würde wiederum zu einer Unzahl von Gesetzen führen.



    Ich hoffe, dass mit der etwas längeren Ausführung meiner Überlegung nun verstanden worden ist, was in meinem letzten Beitrag für mache noch unklar war.