Christliche Arroganz der westlichen Welt!

  • Es ist doch so, die Christen hier behaupten, sie haben alles Gott zu verdanken, Gott beschützt sie und so weiter, und ich habe mir Sachen von beinahe fundamentalistischen Gläubigen einer Freikirche angehört, dass die Kinder in Afrika hungern und sterben müssen wegen der Erbsünde und so ein Mist, weil die Eltern und deren Eltern ja okkult sind. Also wozu werden sie dann missioniert??
    Ich finde es sehr arrogant hier in der westlichen satten Welt zu behaupten, dass wir dass dem Christlichen Glauben zu verdanken haben.....haha. Und alle anderen sind arm, weil sie nicht glauben oder was?? Lasst uns diskutieren, aber nicht streiten oder beleidigen! Ich bin bis heute Atheist, und finde die Institution Kirche naja, villeicht finde ich die richtigen Worte, wenn hier jemand antwortet.

  • Also erstmal:


    Zitat

    Es ist doch so, die Christen hier behaupten, sie haben alles Gott zu verdanken, Gott beschützt sie und so weiter, und ich habe mir Sachen von beinahe fundamentalistischen Gläubigen einer Freikirche angehört, dass die Kinder in Afrika hungern und sterben müssen wegen der Erbsünde und so ein Mist, weil die Eltern und deren Eltern ja okkult sind


    Vorsicht: Du wirfst hier alles in einen Topf!
    Ich lebe in Bayern (einem sehr christlichen Bundesland ;) ) aber ich habe meiner Lebtag noch keinen Pfarrer predigen hören, daß in Afrika die Kinder wegen Erbsünden sterben müssen!
    Da bist Du wohl an sehr extreme "Gläubige" geraten, aber das, was die da von sich gegeben haben nun auf alle "Christen" umzulegen ist nicht richtig!
    Glauben ist immer eine Sache, die jeder für sich selbst ausmachen und entscheiden muß. Die Einen finden es gut und richtig, die Anderen eben nicht. Aber wenn man dann anfängt über dieses Thema zu diskutieren sollte man aufpassen, daß man selbst nicht zu den "Extremen" wird, die alle über einen Kamm scheren!


    Zum Zweiten:


    Ich verstehe noch nicht ganz worüber Du eigentlich genau reden willst!
    Darüber wie dumm und fehlgeleitet die Christen sind, wie falsch ihr Glauben ist oder wie?
    Auch da ist Vorsicht angesagt:
    Jeder Gläubige (egal ob Moslem, Jude, weiß der Geier wer) denkt doch, daß sein "Gott" und die damit verbundenen Handlungsweisen die einzig richtigen sind. Die Mayas z.b. haben sogar ihre eigenen Leute geopfert, weil sie ihren Göttern damit einen Gefallen tun wollten. Wir findens heute dumm, für sie war es normal.
    Also, willst Du nun über den Sinn von Religionen reden? Dazu haben wir schon einen Thread.
    Wenn es Dir nur um die Christen geht, dann muß ich sagen, empfinde ich dieses Thema eher als Hetzerei die rausgebrüllt wird ohne fundiertes Hintergrundwissen. Das fängt bei diesem Satz schon an:

    Zitat

    Ich finde es sehr arrogant hier in der westlichen satten Welt zu behaupten, dass wir dass dem Christlichen Glauben zu verdanken haben.....


    Nochmal: in meinem Umfeld gehen zumindest alle älteren Leute noch immer streng dem christlichen Glauben nach, aber ich habe noch nie jemanden von ihnen sagen hören, daß es ihnen besser geht, weil sie eben Christen sind, noch daß die restliche Welt ein schlechtes Leben verdient hat, wenn sie nicht dran glaubt.
    Natürlich sagt der christliche Glauben: "Bete und sei treu zu Gott, dann wird er seine schützenden Hände über dich halten!"
    .....aber sagt das nicht jeder Glauben?
    Denkst Du nicht, daß nicht auch ein Moslem nach den Richtlinien lebt: "Befolge die Anweisungen Allah´s und er wird Dir zugetan sein"?
    Und wenn wir schon so weit sind, empfinde ich die Auswüchse dieses Glaubens noch schlimmer, als die des christlichen Glaubens, denn die Christen haben nach den Kreuzzügen wenigstens aufgehört zu morden. Unter dem Etikett des Islam wird aber heute noch der "heilige Krieg" geführt und Menschen durch Terrorismus getötet!


    Ich hoffe ich konnte erklären, warum ich den Sinn dieses Themas nicht ganz verstehe.....
    Extremismus gab und gibt es in allen Glaubensrichtungen! Wenn dann müssen wir hier über den Glauben und dessen Sinn und Hang zum Extremismus generell diskutieren, aber hier nur die Christen anzuprangern, finde ich falsch, noch dazu, da hier Dinge in den Raum gestellt werden, die so nicht ganz richtig sind.
    Ich bin mit dem christlichen Glauben aufgewachsen, Zuhause wie auch in der Schule, aber solche Aussagen wie die oben erwähnten, wurden mir so nie übermittelt. (Und ihr könnt mir glauben, so wie in Bayern wird man wohl in keinem anderem Bundesland mit diesem Thema zugedröhnt :lol: )
    Deshalb sehe ich es fast als persönliches Anliegen (was ich selbst Glaube tut hier nichts zur Sache, nur soviel: was die Kirche und der Papst sagt, ist nicht das, was ich für mich als richtig empfinde), ein kleines bißchen für die Christen in die Bresche zu springen, damit hier keine falschen Ansichten entstehen!



    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Ich muss Ricya hier komplett zustimmen!
    Ich versteh auch nicht so recht was du mit diesem Thema hier bezwecken willst. Für mich klingt es ganz banal danach, einfach mal wieder unüberlegt auf dem Christentum rumzuhacken, weil das ja in letzten Jahren so schön in Mode gekommen ist (heute um 22:00 Uhr auf DSF: die Europameisterschaft im Christen-Bashen! oder wie? ;))
    Natürlich hat das Christentum (vor allem die oberen Etagen) hier und da ein paar ordentliche Seitenhiebe verdient, diese sollten dann aber gut durchdacht/ recherhiert und auch richtig platziert kommen.


    Ich finde es sehr arrogant hier in der westlichen satten Welt zu behaupten, dass wir dass dem Christlichen Glauben zu verdanken haben.....haha. Und alle anderen sind arm, weil sie nicht glauben oder was??

    Wenn man auch nur ein bisschen weiter denkt, als man einen Stein werfen kann, dann fällt einem doch zwangsweise auf dass dieses Gedankengut in jeder Religion vorhanden ist (natürlich nicht bei jedem, der die entsprechende Religion ausübt!).


    In dem Sinne: diese dämlichen alten Ägypter! Hielten sich für was besseres, nur weil sie glaubten von Osiris, Horus und Co. ausgewählt zu sein. Was für arrogante Individuen! :ironie:


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Zitat

    Für mich klingt es ganz banal danach, einfach mal wieder unüberlegt auf dem Christentum rumzuhacken, weil das ja in letzten Jahren so schön in Mode gekommen ist (heute um 22:00 Uhr auf DSF: die Europameisterschaft im Christen-Bashen! oder wie? )
    Natürlich hat das Christentum (vor allem die oberen Etagen) hier und da ein paar ordentliche Seitenhiebe verdient, diese sollten dann aber gut durchdacht/ recherhiert und auch richtig platziert kommen.


    Sehr richtig! ;)
    (Ich sehe, mein Post wurde richtig verstanden :) )
    In jeder Religion gibt es Extremisten, schwarze Schafe, und auch sonstige Dinge, die nicht korrekt sind (wenn wir jetzt nur mal die Mißbrauchsfälle als Beispiel nehmen), aber deshalb die gesamte Religion und die Leute zu verurteilen, die sie ausleben, empfinde ich als ungerechtes Schubladendenken.
    Der christliche Glauben selbst, schadet keinem, genauso wie der Moslem, der dreimal am Tag nach Mekka betet, keinem Schwein etwas zuleide tut!
    Wütend werden muß man wenn, dann schon auf die paar, die aus der Rolle fallen, wie eben z.b. die Islamisten die durch Terror versuchen ihren "heiligen Krieg" durch zu setzen, oder eben Anhänger des christlichen Glaubens, die ihn zu ihren Zwecken umgemodelt haben um mit unsinnigen Parolen Leute auf ihre Seite zu ziehen (wie viele Sekten das eben tun).
    Aber deshalb die Gesamtreligion zu beschimpfen und somit auch die tausende Anhänger mit zu verurteilen, die nur friedlich daheim sitzen und beten, sorry, das geht nicht!
    Denn gerade mit solchen unüberlegten und unrecherchierten in die Welt hinaus gegröhlten Sätzen, entsteht doch gerade die Volksverhetzung, die schon so oft zu Kriegen geführt hat!
    Man darf nicht den Fehler machen, alle Anderen nach dem Maß von ein paar Hanseln zu messen, die nicht mehr alle an der Waffel haben und ins extreme Handeln! ;)


    Lg Ricya

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Zitat

    Da bist Du wohl an sehr extreme "Gläubige" geraten, aber das, was die da von sich gegeben haben nun auf alle "Christen" umzulegen ist nicht richtig!
    Glauben ist immer eine Sache, die jeder für sich selbst ausmachen und entscheiden muß. Die Einen finden es gut und richtig, die Anderen eben nicht. Aber wenn man dann anfängt über dieses Thema zu diskutieren sollte man aufpassen, daß man selbst nicht zu den "Extremen" wird, die alle über einen Kamm scheren!


    Es geht gar nicht so sehr um das "alle über einen Kamm scheren", als eher um die Auswirkungen von Religion an sich. Was heute landläufig als Christentum bezeichnet wird, ist ja im Grunde die Weichspül-Version (sozusagen ein "Perwoll-Christentum"), in dem die unangenehmen Seiten christlicher Dogmatik - Erbsünde, jüngstes Gericht, Höllenfeuer - dezent ausgeblendet werden. Die Erklärung, dass das Leid afrikanischer Kinder quasi selbstverschuldet sei, dürfte aber eine Randposition innerhalb der christlichen Lehre einnehmen. Andere Lösungsvorschläge zum Theodizee-Problem sind da beliebter. Das ändert aber nichts daran, dass christliche Lehre per se eben auch nicht kompatibel mit modernen Werten ist, solange man sie nicht so sehr verwässert, dass am Ende etwas herauskommt, was mit der ursprünglichen Religion nichts mehr am Hut hat.


    Zitat

    daß es ihnen besser geht, weil sie eben Christen sind, noch daß die restliche Welt ein schlechtes Leben verdient hat, wenn sie nicht dran glaubt.


    Die Höllenvorstellung ist ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens. Dabei handelt es sich eben im Grunde um genau das: eine Selektierung von wertem und unwertem Leben. Wohin Atheisten und Andersgläubige kommen, dürfte klar sein. Auch wenn es hiesige Exegeten nicht gerne hören: auch der Katechismus der katholischen Kirche bekräftigt die Vorstellung der Existenz einer Hölle ("Die Lehre der Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig dauert").


    Zitat

    denn die Christen haben nach den Kreuzzügen wenigstens aufgehört zu morden


    Auch das ist nicht wahr, die weiteren Schandtaten sind lediglich nicht so stark im kollektiven Gedächtnis verankert. Siehe Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums", Band 7-9.


    Zitat

    In jeder Religion gibt es Extremisten, schwarze Schafe, und auch sonstige Dinge, die nicht korrekt sind (wenn wir jetzt nur mal die Mißbrauchsfälle als Beispiel nehmen), aber deshalb die gesamte Religion und die Leute zu verurteilen, die sie ausleben, empfinde ich als ungerechtes Schubladendenken.


    Das Problem ist, dass heute landläufig in "gute (richtige) Religiöse" und "böse (falsche) Extremisten" unterteilt wird. De facto leben die "Extremisten" ihre Religion aber oft sehr viel konsequenter aus als die "liberalen Gläubigen", die unangenehme theologische Probleme oder Verse/Suren einfach ignorieren. Um überhaupt in der modernen Welt bestehen zu können, mussten sich die Religionen eben wandeln und der Ethik des Zeitgeistes anpassen - bezeichnend hierfür ist, dass der Anstoß zu modernen Entwicklungen quasi nie von religiöser Seite erfolgte -, aber die höhere Akzeptanz solcher "liberaler" und "aufgeklärter" Formen religiösen Lebens macht ebendiese noch nicht zu den theologisch richtigen, vice versa fundamentalistische Strömungen zu falschen Auslegungen der Religion. Da wird eben kurzerhand versucht, das alte Testament als niedliche Metaphersammlung abzuhandeln - ohne jede theologische oder geschichtliche Grundlage - und nur noch von der Nächstenliebe Jesu (für den das alte Testament verbindlich war, siehe Mt 5,17) zu sprechen. Dass das religionswissenschaftlich völliger Quark ist, braucht ja keinen zu interessieren - es macht den christlichen Glaube so angenehm mit dem modernen Weltbild konform. Selbiges gilt natürlich für "liberale" Koranexegeten, die kritische Stellen gerne mit "falscher Übersetzung" oder "aus dem Kontext gerissen" erklären...


    Zitat

    Der christliche Glauben selbst, schadet keinem, genauso wie der Moslem, der dreimal am Tag nach Mekka betet, keinem Schwein etwas zuleide tut!


    Glaube schadet schon darum, weil er das eigene Denken unterbindet. Da ist die eigene Religionsinterpretation relativ egal, das geschieht zwangsläufig, sobald man religiöse Gebote nur darum befolgt, weil sie eben religiös vorgeschrieben sind. Ein Glauben im Sinne von "joa, es gibt irgendeinen Gott, aber er lässt mich tun was ich will" hat strenggenommen mit Religion (z.B. gemäß der Definition von Ninian Smart) nichts mehr zu tun. Religionen gehen immer mit eigenen Wertsystemen, Ge- und Verboten einher. Diese Normen sind meist Jahrtausende alt und schon deshalb in der Regel nicht mehr zeitgemäß; ihre Legitimation beziehen sie auch nicht aus einem gesellschaftlichen Diskurs, sondern aus dem Heiligkeitsanspruch der jeweiligen Schriften. Das ist eines der Grundprobleme von Religion, denn es macht diese Normen unflexibel und untergräbt damit letztlich gesellschaftlichen Fortschritt. Das gilt selbstverständlich auch für das Christentum, solange man es nicht nur auf die Nächstenliebe runterschraubt.


    Moslems beten nicht drei, sondern fünf Mal am Tag. Konsequente Auslebung des Islam beinhaltet unter anderem die Schari’a (religiöses Gesetz) mit drakonischen Hadd-Strafen wie Steinigung und Amputation, den Dschihad gegen das Dār al-Harb ("Haus des Krieges", die Länder aller nicht-unterworfenen Nicht-Muslime) und die Dhimma (Herrschaft des Islam über andere Religionen, die als Schutzbefohlene - Dhimmis - eine besondere Steuer zahlen müssen). Das alles ist im Koran festgeschrieben und kann mit dem Standardargument "hat mit dem Islam nichts zu tun" nicht beiseite gewischt werden. Selbstverständlich macht das nicht aus jedem Moslem einen potenziellen gewaltbereiten Theokraten, aber es widerlegt die populäre Idee, wonach alle unangenehmen Seiten von Religion den falsch interpretierenden Gläubigen und nicht der Religion selbst anzulasten seien. Das Gegenteil ist der Fall.


    Zitat

    aber hier nur die Christen anzuprangern, finde ich falsch, noch dazu, da hier Dinge in den Raum gestellt werden, die so nicht ganz richtig sind.


    Richtig, darum nun an den Threadersteller...:


    Zitat

    Ich finde es sehr arrogant hier in der westlichen satten Welt zu behaupten, dass wir dass dem Christlichen Glauben zu verdanken haben.....haha.


    Das ist keine Eigenheit der "westlichen Welt". Im Islam ist das ganze auch zu finden und sogar noch radikaler formuliert (-> Koran lesen. In nahezu jeder Sure steht, dass die Ungläubigen bekämpft werden müssen und auf ewig verdammt sind). Die Perfidie erreicht sogar im ach-so-kuschligen Buddhismus ihren Höhepunkt, denn die Reinkarnationslehre besagt, dass die jetzige Existenz auf das im letzten Leben angesammelte Karma zurückzuführen ist, heißt: Hugh Hefner hat sein ausschweifendes Leben verdient, weil er in der letzten Existenz ein dufter Typ war. Das hungernde afrikanische Kleinkind hat sein Schicksal auch verdient, weil es im letzten Leben was Schlimmes angestellt hat. Über Jahrhunderte bildete diese Denkweise in den östlichen Ländern die Grundlage der Ständesysteme und der Ächtung gesellschaftlicher Randgruppen.


    santiago

  • Ich sagte ja, dass ich von einem beinahe fundamentalistischem CHristen einer Freikirche mir sowas anhören musste. Es ging in dem Gespräch um Göttliche Gerechtigkeit, und fragte ihn, warum es denn Kindern in der ganzen Welt so schlecht gehen muss und sie so leiden müssen, und bekam die Antwort Erbsünde, und es sind okkulte Länder und so weiter, zu dem versuchte er mich auch zu bekehren mit Worten wie "du musst" und "du solltest..", also bin ich neugierig geworden, und schaute mir verschiedene Dokus an und fand herraus, dass es eine Art von anderem neuen CHristentum gibt in dieser westlichen Welt, der an fundamentalissmus aber absolutem Konservatismus grenzt, und die Aussage dass diese, nicht die Katholiken aus Beyern, alles Gott zu verdanken haben, dass es ihnen gut geht. Das finde ich arrogant, denn wir haben Glück gehat hier geboren zu sein, ich respektiere jeden Glauben und jeden Menschen, und dieser mit dem ich mich unterhalten hatte, den wollte ich auch respektieren, ging aber nicht, weil er mich nicht respektiert hat. Also, ich meine mit "CHristlicher Arroganz in dieser westlichen Welt" diejenigen, die glauben, dass sie ihr Glück und Reichtum ihrem Glauben zu verdanken haben, und alle anderen in der dritten Welt mit der Erbsünde leben müssen, bzw. okkult sind.
    Ich habe auch andere erfahrungen mit CHristen gemacht, gute, so ist das nicht gemeint, dass ich alle über einen Kamm schere. Es geht hier nur um den Gedanken dieser Menschen, die ihre Welt so sehen. Wie kann man so denken?

  • Wie kann man so denken?


    Gegenfrage: Wie kann man so wie Du denken?


    Du redest hier die ganze Zeit von fanatischen Christen, kein Wunder das Dir das sauer aufstößt. Ich bin selbst gläubig aber nicht extrem. Ich geh noch nichtmal jeden Sonntag in die Kirche. Geschweige denn regelt mein Leben mein Glaube. Er hilft mir weil er festen halt bietet und um mehr geht es eigentlich gar nicht in Religion. Ich glaub auch das über uns noch etwas größeres ist, ob es nun ein Mann mit weißen Bart ist oder was anderes. Für mich und viele andere Menschen (die halbe Weltbevölkerung) gibt es noch eine höhere Macht. Jeder sieht das anderes und geht seinen Glauben anders nach; Die einen beten, die anderen predigen und ein paar Verrückte entführen Flugzeuge oder sprengen sich in die Luft. 9/11 hat auch gezeigt wie schlimm islamistische Fanatiker sein können, aber trotzdem trifft das nicht auf jeden Islamisten zu! Die Kirche mit ihren Hexenverbrennungen, Machtmissbrauch, Kindermissbrauch etc. ist natürlich auch nicht unbescholten. Aber trotztdem alle in einen Topf werfen weil Du persönlich schlechte Erfahrungen gemacht hast find ich ziemlich unüberlegt.


    so on Dean

  • Zitat

    Was heute landläufig als Christentum bezeichnet wird, ist ja im Grunde die Weichspül-Version (sozusagen ein "Perwoll-Christentum"),


    Ja, schon, aber eben die "Weichspülversion" ist das, was von tausenden heute noch gelebt wird! Und deshalb:


    Zitat

    Die Erklärung, dass das Leid afrikanischer Kinder quasi selbstverschuldet sei, dürfte aber eine Randposition innerhalb der christlichen Lehre einnehmen.


    Richtig,....Randposition, also die Gruppe, die den christlichen Glauben radikal auslebt, aber der Threadersteller hat nur lapidar "die Christen" gesagt und das stimmt so nun mal nicht! Und darum ging es mir!


    Zitat

    Die Höllenvorstellung ist ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens. Dabei handelt es sich eben im Grunde um genau das: eine Selektierung von wertem und unwertem Leben. Wohin Atheisten und Andersgläubige kommen, dürfte klar sein. Auch wenn es hiesige Exegeten nicht gerne hören: auch der Katechismus der katholischen Kirche bekräftigt die Vorstellung der Existenz einer Hölle ("Die Lehre der Kirche sagt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig dauert").


    Auch richtig, aber ist wie gesagt, bei anderen Religionen nicht anders! ;)


    Zitat

    Auch das ist nicht wahr, die weiteren Schandtaten sind lediglich nicht so stark im kollektiven Gedächtnis verankert. Siehe Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums", Band 7-9.
    Moslems beten nicht drei, sondern fünf Mal am Tag


    Zu diesen Aussagen......ad_santiago, nimm es nicht krumm, aber Du bist echt ein sogenannter "Korinthenkacker"! :roll:
    Von den "christlich verwässert-Gläubigen" bringt heute selten Einer einen Anderen um im Gegensatz zum Islam und nur darum gings in meiner Aussage.
    Und ob die 3, 5 oder 10 mal beten ist auch Jacke wie Hose, denn es war ein Beispiel von mir und keine wissenschaftliche Erklärung zur Auslebung des Islam. Jeder hat verstanden, was ich damit sagen wollte.
    Und Leute wie Du, die dann jedes Wort auf die berühmte Goldwaage legen, auch wenn es gesprächstechnisch völlig uninteressant ist, aber Hauptsache man hat mal wieder einen auf Besserwisser gemacht, nerven, denn die machen die eigentliche Diskussion mit solchen unnötigen Ausführungen nur zunichte, wie ich finde. Kannst jetzt sehen wie Du willst, aber manchmal ist :klugsch: erei einfach unangebracht! :roll:
    Sorry, wenn ich das jetzt so offen sage, aber ich finde echt, daß es die Diskussion in eine falsche Richtung lenken kann und das fände ich dann sehr schade! Denn um so Kleinigkeiten geht´s hier ja schließlich auch nicht, sondern um die Kernfrage, ob die Christen nun so schlecht sind, oder nicht!


    Zitat

    Glaube schadet schon darum, weil er das eigene Denken unterbindet.


    Sehe ich nicht so! Wenn ich jetzt die christlichen Gläubigen in meinem Umfeld sehe, gehen die ja ihrem Glauben freiwillig nach. Kein Mensch steht am Sonntag mit der MG hinter ihnen und treibt sie in die Kirche. Wo schadet es denen dann? Wenn die Oma von nebenan gerne am Sonntagmorgen die Kirchenbank drückt und ihren Rosenkranz umklammert, weil sie sich dann besser fühlt, weil sie denkt ihrem Gott einen Gefallen zu tun, warum denn nicht?
    So wie der christliche Glaube bei uns hier gelebt wird, schadet er sicher keinem, nicht mal in der persönlichen Freiheit. Es wird uns z.b. nicht (wie beim Islam) vorgeschrieben, was wir zu essen haben. Wir dürfen jedes Fleisch und jedes Lebensmittel essen. Keiner von der Gemeinde wird vom Pfarrer verfolgt, weil er keine Beichte ablegt. U.s.w.
    Und mal ehrlich, was ist denn schlimm daran, nach den 10 Geboten zu leben?
    Wenn es "persönliche Einschränkung" ist, nur weil ich mich dran halte, keinen Ehebruch zu begehen oder den Nachbarn nicht zu erschlagen, dann muß ich sagen....Herrjemine! :roll:
    "Du sollst nicht töten" oder "Du sollst nicht begehren eines anderen Weib" sind Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein dürften, egal ob nun mit christlichen Glauben oder ohne!


    Man sieht:
    das ist ein sehr komplexes Thema und mit einem:
    "Was denken sich die Christen bloß?" nicht so einfach abgetan.


    Zitat

    Es geht hier nur um den Gedanken dieser Menschen, die ihre Welt so sehen. Wie kann man so denken?


    Das kann ich nicht beantworten, weil solche Ansichten für mich einfach nur krank sind!
    Aber Gruppierungen die so abstruse Denkweisen haben, gibt es wie gesagt in jeder Religion! ;)


    Lg Ricya

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Nochmal, ich werfe nicht alle in einen Topf! Christliche Arroganz der Westlichen Welt, wie soll ich das mit meiner unbelesenheit erklären, denn anscheinend bin ich zu dumm um verstanden zu werden, also, ich will hier keine religiöse Grundsatzdiskussion auslösen, und es geht mir auch nicht um Flugzeugentführer oder Moslems. Ich redete von einem sehr konservativem und beinahe fundamentalistischem Christen, und von Dokus die ich mir anschaute, weil ich neugierig wurde. Christliche Arroganz nenne ich diese Überschrift, weil diese Leute sich nun mal Christen nennen. Wie soll ich euch mein anliegen und meine Überlegung nun begreiflich machen, also, diese bestimmten Gläubigen Christen meinen, dass ihr Glaube und Gott dieses gute Leben geschenkt hat, das sie in der westlichen satten Welt genießen (Amerika, Deutschland, usw), und gehen davon aus, dass in Ländern wie z.B. Afrika die Menschen bestraft werden wegen der Erbsünde und okkultem Glauben. Wie ist es also zu erklären? Wir alle leben hier im Wohlstand, ist das wirklich eine belohnung für irgendwas? Der unterschied zwischen Arm und Reich , denken diese konservativen sie sind besser durch ihren Glauben? Ich hab das gefühl ich werd einfach nicht richtig verstanden hier , vielleicht reicht meine Bildung einfach nicht aus, und bin verbal unfähig. Mich interessiert dieses Thema als Philosophischer Ansatzpunkt, nicht als religiöser.

  • Zitat:"Es wird uns z.b. nicht (wie beim Islam) vorgeschrieben, was wir zu essen
    haben. Wir dürfen jedes Fleisch und jedes Lebensmittel essen. "
    Also der Mensch den ich traf, hält sich an Essensregeln aus dem Alten Testament, und hat mich geschollten, wie ich Pferdewurst nur essen kann, das ist ein Heidnisches Ritual. Tschuldigung, ich hab das hier mit dem Zitieren noch nicht rausgekriegt.

  • Ich glaube :lol: , wir sollten ganz konkret unterscheiden, zwischen Glauben und Kirche !
    Glaube ist gut. Jeder Mensch braucht etwas an das er glauben muss, das ihm Halt und Richtung gibt.
    Deshalb bin ich der Meinung, dass jeder an das glauben soll, an das er glauben möchte, solange es ihn glücklich macht und nicht in irgend ein Extrem abgleitet.


    Es gibt den schönen Spruch: Jesus predigte das Himmellreich, gekommen ist die Kirche :mrgreen: .


    Die Kirche und um das geht es hier denke ich, ist für mich eine selbstherrliche Institution ( und das gild für alle religiösen Organisationen ), die sich oft anmaßt den Leuten sagen zu müssen was richtig und falsch ist,
    denn man kennt ja den Willen Gottes ( denn man hat ja den selbsternannten, unfehlbaren Vertreter Gottes in den eigenen Reihen ) und interpretiert ständig die Worte aus einem alten, tausendmal veränderten Buch,
    welches die heilige Schrift ( Bibel ) genannt wird, und als Gottes Wort gild ( zumindest waren die Worte darin von Gott inspiriert ... :roll: ).
    Unzweifelhaft hat die Kirche in heutiger Zeit auch gute, vor allem soziale Funktionen, das sei unbestritten und ich finde es ebenfalls völlig falsch, alle über einen Kamm zu scheeren.
    Die Basis der Kirchen haben mit Sicherheit ihre Existensberechtigung.
    Für mich liegt der Grund für solche extremen Meinungen, wie von I-Green, am Festhalten der völlig veralteten Ansichten und Dogmen der RKK, also am ignoranten Führungsstil der alten Männer in Rom, die einfach nicht die Zeichen der Zeit sehen wollen
    und aufgrund der Basis des Kirchenglaubens, nicht können und dürfen.
    Santiago hat es schon teilweise sehr gut dargestellt.


    Man verzeihe mir den Ausdruck: Für mich stinkt der Fisch Kirche vom Kopf her und nicht vom Schwanz aus.
    Doch die Basis und die Gläubigen bekommen es am meisten, oft unschuldig an der Situation, zu spüren, in dem sie alle über einen Kamm gescheert werden.


    cu
    Nobby

    Womit man auch immer schreibt, das Wunder bleibt das Selbe:
    Schrift macht die Gedanken sichtbar, so dass man sie dauernd verfügbar hat.
    Da ist nichts als Text, Zeile für Zeile. Doch im Kopf entsteht eine ganze Welt, Voller Schönheit, Dramatik, Leidenschaft.
    ( Autor unbekannt )

  • Christliche Arroganz nenne ich diese Überschrift, weil diese Leute sich nun mal Christen nennen. Wie soll ich euch mein anliegen und meine Überlegung nun begreiflich machen, also, diese bestimmten Gläubigen Christen meinen, dass ihr Glaube und Gott dieses gute Leben geschenkt hat, das sie in der westlichen satten Welt genießen (Amerika, Deutschland, usw), und gehen davon aus, dass in Ländern wie z.B. Afrika die Menschen bestraft werden wegen der Erbsünde und okkultem Glauben. Wie ist es also zu erklären? Wir alle leben hier im Wohlstand, ist das wirklich eine belohnung für irgendwas? Der unterschied zwischen Arm und Reich , denken diese konservativen sie sind besser durch ihren Glauben?


    Du sprichst hier aber schon wieder von extremer Glaubensauslegung bzw streng Gläubigen. Auf was willst Du eine Antwort? Warum sie so extrem (dumm) sind? Warum gibt es heute noch Menschen die den Nationalsozialismus gut finden? Warum gibt es Leute die Satan anbeten? Die Frage zu beantworten warum Leute extrem sind in Ansichten ist schwierig zu beantworten, aber am besten so einen Menschen fragen! Ich würd mal meinen Erziehung, Herkunft, Bildung und Lebensweg spielen eine große Rolle das Leute sich so entwickeln.
    Das einige glauben Arm und Reich, westliche Welt und Afrika von Gott so gemacht wurden zeigt eigentlich nur das jene Menschen die das Glauben eine Bildungslücke in Geschichte haben. Ich muss ehrlich sagen ich hab noch nie jemand gehört der gemeint hätte die Afrikaner sind an ihrem Unheil selbst schuld... Leute die das sagen müssen einen IQ unter 9 haben...


    Eigentlich sollte ja alles schon beantwortet sein (außer ich hab dich wieder nicht verstanden).


    so on Dean


    PS: Doppelposts bitte unterlassen, dafür haben wir eine Bearbeitenfunktion bei den eigenen Posts)

  • @ Dean: Liegt es an den Medien? Ich hab das Gefühl, dass sich diese Art von Christlichem Glauben immer mehr verbreitet, und glaub mir, eigentlich war dieser Mensch überhaupt nicht dumm, der das mit der Erbsünde gesagt hat. Als ich ihn nach langer Zeit wiedertraf, hab ich mich sogar gefreut, dass er seinen Weg gefunden hat, und Leute die ihn verstehen, aber je mehr ich in seine Gedanken eingetaucht bin desto mehr dachte ich, wow, wie untollerant und spießig!! Und diese ganzen Freikirchen die entstehen, und auch in Amerika immer konservatiever werden, sagen genausolche Sachen. Menschen leiden auf dieser Welt, weil sie nicht glauben, und mit der besagten Erbsünde leben. Ein Weltbild das ich als tolleranter Mensch nicht verstehen kann. Wie weit kann der Glaube einen Menschen treiben, und ich möchte hier bei diesen kons. CHristen bleiben. Ich finde das irgendwie gefährlich(?). Manche Prediger füllen ganze Fußballstadien, und reden von so altmodischen DIngen wie Dämonen, strafen Gottes und der Hölle, das es mir eiskalt den Rücken runterläuft. Es muss eine Art Gehirnwäsche sein, denn es wird fanatisch, und es wird gedacht, dass dies der einzige weg ist. Wir wissen ja, das der Mensch manipulierbar ist. Ich hoffe, dass dieser Gedanke des christlichen keine Überhand nimmt, ich sehe hier nicht nur Deutschland. Wir waren doch mit dem Gedanken der Nächstenliebe auf einem guten Weg.

  • Zitat

    Ja, schon, aber eben die "Weichspülversion" ist das, was von tausenden heute noch gelebt wird!


    Richtig, und das ist auch gut so. Wenn schon Religion, dann bitte weichgespült. Nur: für diese Weichspül-Exegesen findet sich in der Regel keine theologische Grundlage, sie sind im religionwissenschaftlichen Sinn nicht richtig. Und darum geht es mir: du sagtest, nicht die Religion an sich ist schlecht, sondern das, was die Menschen daraus machen. Ich sage: nimmt man die Religion so, wie sie sich in den heiligen Schriften darstellt, dann ist sie inkompatibel mit den Werten einer modernen, demokratischen Gesellschaft. Um in der heutigen Zeit zu bestehen, entwickelten sich eben die Perwoll-Versionen der Religionen; die sind aber nicht richtiger als fundamentalistische Auslegungen - eher im Gegenteil, denn entscheidende Probleme werden einfach nicht tangiert oder mit merkwürdigen Argumentem ("is alles Metapher! dat meinte Gott nich wörtlich!") kleingeredet.


    Zitat

    ad_santiago, nimm es nicht krumm, aber Du bist echt ein sogenannter "Korinthenkacker"!


    Ricya, wie könnte ich dir etwas krumm nehmen? 8-)


    Zitat

    Und Leute wie Du, die dann jedes Wort auf die berühmte Goldwaage legen, auch wenn es gesprächstechnisch völlig uninteressant ist,


    Es ist vielleicht nicht fundamental wichtig für das Thema, aber bevor es jemand in seinem Unterbewusstsein speichert und sein Leben lang mit falschen Zahlen im Kopf herumläuft, kann ich das doch korrigieren, oder? ;)


    Zitat

    aber ich finde echt, daß es die Diskussion in eine falsche Richtung lenken kann und das fände ich dann sehr schade!


    Herrje, das war doch nur eine kleine Randnotiz in meinem Beitrag. In eine falsche Richtung wird die Diskussion erst gelenkt, wenn man da wieder 'ne Debatte draus machen muss. Nichts für ungut.


    Zitat

    Wenn ich jetzt die christlichen Gläubigen in meinem Umfeld sehe, gehen die ja ihrem Glauben freiwillig nach.


    Erst einmal ist "Freiwilligkeit" ein sehr problematisches Wort, denn die meisten Gläubigen werden nicht gläubig, weil sie's so toll finden, sondern weil sie etwas suchen, also aus dem Mangel an etwas heraus (Angst vor dem Tod, keine Orientierung) oder einfach durch die unhinterfragte übernahme kultureller Muster (Fortführung einer Familientradition). Abgesehen davon geht es mir nicht darum, ob jemand zum Glauben gezwungen wird oder nicht, sondern welche Geisteshaltung mit der Übernahme des Glaubens einhergeht. Das Christentum - auch so, wie es sich im Katechismus der Katholischen Kirche präsentiert - geht nunmal mit einer Reihe von Normen, Verboten und Geboten einher, die die theologische Grundlage für das Wertefundament der Kirche bilden - zum Beispiel in ihrer Haltung gegenüber Homosexualität, Kondomgebrauch, Abtreibung. Das ist das eine: soziale Normen, die aus der Religion abgeleitet werden, also aus einer Jahrtausende alten Schrift mit Heiligkeitsanspruch. Spätestens seit der Aufklärung gehen die Normen in der westlichen Welt aber aus gesellschaftlichen Diskursen und ethisch-philosophischen Überlegungen hervor; nur so konnte sich eine zeitgemäße und liberale Sozialethik entwickeln. Beide Modelle stehen in Kontrast zueinander: Die Übernahme religiöser Dogmen, die nicht begründet werden, kollidiert mit der bewussten Fehleranfälligkeit und dem diskursiven Charakter säkularer Moralphilosophie. Das selbe gilt für den weltanschaulichen Bereich: über die mögliche Existenz eines Gottes wird nicht nachgedacht, er wird einfach dogmatisch in den Raum gestellt. Die Rolle des Menschen in der Welt wird nicht hinterfragt, er gilt als Krone der Schöpfung. Dementsprechend war es nur konsequent, dass die Kirche über Jahrhunderte überzeugt war, die Erde müsse sich von allen anderen Himmelskörpern utnershceiden; es war konsequent, dass in den mittelalterlichen Mappa Mundi Jersualem das Zentrum der Welt bildete; und es war konsequent, dass sich Darwin durch eine Phalanx aufgebrachter Theologen kämpfen musste, die die evolutionöre Nebenrolle des Homo Sapiens nicht wahrhaben wollten. All das lässt sich herleiten aus der Orientierung an religiösen Schriften, die im oben erläuterten Sinn mit der einzig sinnvollen skeptizistischen Weltanschauung inkompatibel ist.
    Natürlich hat sich das heute etwas gewandelt und viele Gläubige sehen keine Kluft mehr zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen und ihrem Glauben. De Facto ist die Orientierung an der Bibel aber für jeden Christen gegeben, denn bei einem wirklich freien Nachdenken braucht man die gesamte Bibel und die christliche Heilsgeschichte überhaupt nicht. Sie müsste zu keinem Bereich des menschlichen Lebens herangezogen werden. Ihr Geschichtsbild wäre völlig irrelevant. Gott würde keine Normen kennen, ein Höllenfeuer gäbe es nicht, anything goes. Tatsächlich denken viele selbsternannte Christen so. Stellt sich nur die Frage: ist das noch Christentum? Ist das noch Religion?


    Zitat

    Wenn die Oma von nebenan gerne am Sonntagmorgen die Kirchenbank drückt und ihren Rosenkranz umklammert, weil sie sich dann besser fühlt, weil sie denkt ihrem Gott einen Gefallen zu tun, warum denn nicht?


    Ich habe nichts dagegen. Ich lasse jedem Menschen seine Religion. Ich sehe nur eine Kluft zwischen Religionen und freiem Denken, denn in "freien" philosophischen Überlegungen kann am Ende keine Religion herauskommen (sie bietet keinen erkenntnistheoretischen Mehrwert), umgekehrt überlagert die Religion mit dem dogmatischen Charakter ihrer Aussagen die Philosophie in zunehmendem Maße, je mehr Bereiche sie für sich in Anspruch nimmt. Erkenntnistheoretisch ist die Religion also eine Sackgasse, und so mussten alle Errungenschaften der modernen Zivilisation gegen den entschiedenen Willen der Religionen erkämpft werden.


    Zitat

    Und mal ehrlich, was ist denn schlimm daran, nach den 10 Geboten zu leben?


    Nichts, abgesehen davon, dass man sich im dritten Gebot zu Gehorsam gegenüber dem alttestamentarischen Gott verpflichtet, der Apostasie ausdrücklich bis in die vierte Generation sühnt und die Frau im zehnten Gebot zusammen mit dem Rind, dem Esel und dem Sklaven als Besitz des Mannes bezeichnet wird.
    Der Punkt ist aber: die Gebote sind überflüssig, denn sie haben zu unserer heutigen Welt nichts mehr beizutragen. Wer sich an den 10 Geboten orientiert, um ein guter Mensch zu sein, handelt demnach ja nur gut, damit Gott mit ihm zufrieden ist, und würde ansonsten gerne alle anderen Menschen missachten und umbringen. Kann so nicht hinhauen, oder? Unsere ethischen Werte beziehen wir also von woanders, darum brauchen wir auch keine Gebote, sondern Gedanken. Abgesehen davon besteht das normative Fundament des Christentums nicht nur aus Jesus und den 10 Geboten, außer, man lässt das restliche alte Testament gänzlich weg. Dafür gibt es aber keine überzeugende religionswissenschaftliche Grundlage. Wer meint, das alte Testament könne gut in einer modernen Gesellschaft bestehen, kann ja mal einen Blick in diese hübsche Seite werfen.


    Ich hoffe, es wurde klar, worauf ich hinaus will - Religionen kollidieren schon aufgrund ihres dogmatischen Charakters mit skeptizistisch-diskursiven Erkenntnissen und stehen damit dem freien Denken im Weg. Das ist ein grundsätzliches Problem.


    santiago

  • Zitat

    wir sollten ganz konkret unterscheiden, zwischen Glauben und Kirche !


    An sich richtig, ich würde es aber anders formulieren: Glaube und Religion. Für die Definition von Religion kann Ninian Smart herangezogen werden, demnach weist eine Religion sieben Dimensionen auf:
    1. praktisch und rituell
    2. erfahrungsgemäß und emotional
    3. erzählend und mythisch
    4. dogmatisch und philosophisch
    5. ethisch und rechtlich
    6. sozial und institutionell
    7. materiell


    Ein eher abstrakter Gottesglaube ist natürlich eine völlig andere Geschichte. Dagegen lässt sich nichts sagen. Problematisch wird es aber mit jeder weiteren dieser sieben Dimensionen...

  • Zitat

    Manche Prediger füllen ganze Fußballstadien, und reden von so altmodischen DIngen wie Dämonen, strafen Gottes und der Hölle, das es mir eiskalt den Rücken runterläuft. Es muss eine Art Gehirnwäsche sein, denn es wird fanatisch, und es wird gedacht, dass dies der einzige weg ist. Wir wissen ja, das der Mensch manipulierbar ist


    Sehr gut! jetzt sind wir beim richtigen Ansatz!
    Das sind aber wirklich Menschen der extremen Sorte und hat wie ich oben schon sagte, schon mehr mit Sektenverhalten zu tun als mit dem christlichen Glauben, den die Allgemeinheit hier in Deutschland lebt.
    Solche Prediger, glauben
    1. selbst daran, weil sie einfach verblendet und fanatisch sind. Und das bedeutet für mich, daß sie irgendwo einen Knacks haben müssen, denn ansonsten kann man doch im Jahre 2010 gar keine solche Einstellung mehr haben (zumindest nicht in unseren Breitengraden!) ;)
    2. Es sind in der Tat Obergurus, die sektenartige Gemeinschaften schaffen wollen, um sich daran zu bereichern, Macht besitzen wollen, ihrem Ego als Obermacker genüge tun wollen, etc.
    (Gründe gibt es ja genug)


    Jetzt stellt sich halt die Frage, warum gibt es Menschen, die sich solchen Predigern anschließen?


    Ich sehe den Grund heute wie damals, als Jesus durch die steinigen Straßen lief und viele Menschen fand, die sich ihm anschlossen, darin:


    einfach die Hoffnung auf Besserung.


    Hoffnung darauf, daß sich etwas ändern wird, wenn man diesen Weg einschlägt. Und ich behaupte, daß im Moment die Gefahr sogar sehr groß ist, daß viele Leute so einem "Guru" hinterlaufen, egal wie absurd seine Einstellung auch sein mag.
    Arbeitslosigkeit, Depressionen, finanzielle Probleme, einfach keine Aussicht auf Zukunft, allgemeine Unzufriedenheit, ja sogar Rassismus in mancherlei Hinsicht.......das alles können Gründe sein, warum sich immer wieder Anhänger für solche extremen Glaubengemeinschaften finden werden.


    Zitat

    Es ist vielleicht nicht fundamental wichtig für das Thema, aber bevor es jemand in seinem Unterbewusstsein speichert und sein Leben lang mit falschen Zahlen im Kopf herumläuft, kann ich das doch korrigieren, oder?


    Ja, das geht natürlich nicht! Das Ricya Schuld wäre an Falschinformationen zum Thema Moslems!
    :rotntong:


    Zitat

    Der Punkt ist aber: die Gebote sind überflüssig, denn sie haben zu unserer heutigen Welt nichts mehr beizutragen. Wer sich an den 10 Geboten orientiert, um ein guter Mensch zu sein, handelt demnach ja nur gut, damit Gott mit ihm zufrieden ist, und würde ansonsten gerne alle anderen Menschen missachten und umbringen.


    Quatsch! So war es nicht gemeint und das weißt Du auch! 8-)
    Ich meinte damit, daß es doch gar nicht so verkehrt ist, wenn Mensch sich an ein paar Gebote hält, wenn er sich dadurch besser fühlt und sich somit gleichzeitig auch an wichtige soziale Regeln hält. Du darfst nicht vergessen, wir reden von der "Weichspülversion". Also auch bei den Geboten! ;)


    Somit fällt das ja schon flach:



    Zitat

    die Frau im zehnten Gebot zusammen mit dem Rind, dem Esel und dem Sklaven als Besitz des Mannes bezeichnet wird.


    Und irgendwie fällt mir zu dem Thema gleich der Witz ein:


    "Mose stieg also mit den Tafeln der Gebote vom Berg herab. Er sprach zu der wartenden Menge: Gut Leute, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht:
    Die Gute, ich habe ihn auf 10 runtergehandelt.....die Schlechte: Ehebruch ist noch immer dabei!"
    ;)


    Ansonsten ad_santiago hast Du recht, das was heute an Glauben gelebt wird, hat nur noch wenig mit den Urspüngen zu tun.
    Aber man muß ja auch sagen: Gott sei Dank, denn es ist ja wirklich nicht mehr zeitgemäß!
    Und der andere Punkt dabei ist, daß sich die Kirche als solches auch umstruktieren muß und das nicht nur beim Christentum, auch bei anderen Glaubensrichtungen, weil sonst die Gläubigen irgendwann mal ausgehen werden! ;)


    Die Allgemeinheit wendet sich ja eher vom Glauben ab. (Bis auf die Ausnahmen, die Sekten beitreten, wie oben schon erwähnt)

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Ich denke, dass es für mich persönlich sehr einfach wäre, sich einfach
    diesen Regel hinzugeben und an Gott zu glauben, mit dem Gefühl, dass
    dann alles gut wird, ich in den Himmel komme, und somit das Beste für
    mein Kind getan habe, ohne kompromisse und Abzweigungen geradeaus diesen
    weg gehe, den ich von diesen speziellen fanatikern gehört habe. Gerade
    das macht es doch gefährlich oder? Ich glaube dass es in einer"
    normalen" evangelischen Kirche mehr Freiheiten gibt, z.B. die Evolution
    zu bejahen und zu sagen, es gab mal DInosaurier. Dies verneinen ja die
    konservatieven Fanatiker die ich hier meine. Tut mir leid, dass ich mich
    ganz am Anfang so allgemein ausgedrückt habe. Wie gesagt, es ist meiner
    Meinung nach viel zu einfach sich diesem hinzugeben als selbstständig
    durch dieses schwierige Leben zu gehen.
    Ich bin auf dieses Thema gekommen, weil ich einen Menschen nach langer Zeit wiedergetroffen habe, und er sagte mir er sei einer kleinen Kirche beigetreten, die hab ich auch im Internet finden können, und es gibt keine kritischen Äußerungen dazu zu finden,die finde ich eh ganz selten zu ähnlichen Themen. Schon eigenartig.Dieser Mensch war total verändert, und hat mich überhaupt nicht anerkannt, und seinen Leuten hat er von mir gar nicht erzählt. Danke für diesen interessanten Meinungsaustausch.

  • Zitat

    Gerade
    das macht es doch gefährlich oder?


    Jap! ;)


    Man muß sich vor Augen halten, daß gerade solche Menschen, die ich nannte als es ums Beitreten ins Sekten ging


    Zitat

    Arbeitslosigkeit, Depressionen, finanzielle Probleme, einfach keine Aussicht auf Zukunft, allgemeine Unzufriedenheit,


    ja gerade deshalb so anfällig für solche Glaubensgemeinschaften sind.
    Man tritt der Gemeinschaft bei, hat das Gefühl verstanden und unterstützt zu werden. Man gibt die Verantwortung die man für sein Leben hat auf und legt sie in die Hände der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft wird also in Zukunft lenken und das Denken und Handeln für einen selbst übernehmen. Das ist natürlich einfach! ;)
    Und auch Verlockend!
    Aber genau das ist auch die Gefahr dabei. Man gibt sich selbst auf, macht sich nur noch zum Werkzeug der Gemeinschaft!
    Das kann oft ein böses Ende nehmen, wie die Vergangenheit schon oft schockierend zum Thema Sekten gezeigt hat.


    Zitat

    Dieser Mensch war total verändert, und hat mich überhaupt nicht anerkannt, und seinen Leuten hat er von mir gar nicht erzählt.


    Das hört sich für mich schon komisch an. Es handelt sich demnach um eine Gruppe, die sich selbst abkapselt und mit Außenstehenden nichts zu tun haben will!
    Ein Punkt, der bei mir schon die Alarmglocken klingeln läßt!

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Sekten sind schon was gefährliches, da man nicht weiß wie weit das ganze geht! ich für meinen teil sage auch, dass ich Alles Gott zu verdanken habe, aber ich schreibe ihm nicht nur die positiven Dinge zu! Ein echt kluger Mann hat mal gesagt: "Die Fehler die wir machen zeigen, dass wir fehlbar sind und das ist menschlich!" Dieses Zitat bekomme ich oft von meinen Eltern zu hören :) Ich gebe Gott zum Beispiel leider viel zu oft die Schuld für Hungersnöte und Kriege, dabei ist der Mensch zu mindest an den Kriegen selber Schuld. Also wie man sieht ist die Ansicht der menschen sehr verschieden. Die, die sagen die Kinder in der dritten Welt wären selber schuld, suchen meiner Meinung nach nur nach einer Erlärung dafür, wollen aber gleichzeitig den unfehlbaren gott nicht beschuldigen, damit was zu tun zu haben und das hat er ja auch nicht... Es passiert halt einfach! Leider!


    gaaaanz liebe Grüße
    maddin

  • Diese Kirche nennt sich Ychtis- Gemeinde bzw Kirche, sie ist im Internet zu finden, und zeigt eigentlich ganz normale Programme und Kindernachmittage auf, anscheinend ist ein Freund von ihm z.B. mit den Essensregeln nicht ganz so streng, denn der Mensch den ich getroffen habe und dieser Gemeinde angehört ist kein Schwein, kein Pferd und so weiter, das steht irgendwo im AT und diese Regel hat Gott Moses verkündet. Er sagt er lebt nach dem AT, glaubt an Jesus, und so weiter, ist aber total konservativ, glaubt nicht an Evolution, usw. Am schlimmsten fand ich, dass er mich immer bekehrn wollte, dies stritt er aber immer ab, und behauptete er würde von sich und seinem Leben reden. Aber er schloss mich als Person immer mit ein wenn er von seinem Glauben sprach, z.B. muss ich mir ja mal Gedanken darüber machen, wenn ich nicht in die Hölle will, oder meine Tochter ist als schlechter Mensch geboren und nur Gott kann sie gut machen. Gott fehlt in meinem Leben an meiner Seite, und und und. So kann ich mich nicht mit einem Menschen über verschiedene Standpunkte unterhalten, wenn meiner immer als falsch gesehen wird, und so trennten sich unsere Wege wieder. Und wie gesagt, ich habe das Gefühl, dass sich diese Art von Glauben, dieses absolute breit macht, in Polen in Amerika in Deutschland.....Sekte? O man, wo ist der Unterschied zwischen einer Sekte und Freikirchen?