ADHS & Ritalin

  • Zitat

    An dieser Stelle frage ich mich, warum man diesen Herrn als Maß aller Dinge nimmt?


    Weil er derjenige war, der aus einem gewissen Verhaltensmuster bei Kindern eine Krankheit gemacht hat und auf die Idee gekommen ist, dass man es mit Medikamenten behandeln muesste/koennte. Wen sonst wenn nicht ihn willst Du da als Mass aller Dinge nehmen? Erst durch ihn wurden doch bei Kindern, die Konzentrationsschwaechen haben und die aktiver sind als andere Medikamente eingesetzt, denn was nicht als Krankheit gilt, wird auch nicht als solche behandelt.


    Ich weiss nicht was konkret er auf seinem Sterbebett gesagt hat, aber er hat wohl eingeraeumt, dass ADS eigentlich keine Krankheit ist. Sprich: diese Kinder sind eben aktiver und unaufmerksamer als andere. Gab's ja schon immer. Ich denke an meinen besten Freund aus Kindertagen, der hat sich in der Schule derartig gelangweilt, dass er nie zugehoert hat, immer nur Quatsch gemacht und wenn's ganz arg war einfach aufgestanden und aus dem Klassenraum gegangen ist. Heute hat er auch nen vernuenftigen Beruf gelernt, hat Frau und Kinder - voellig ohne Medikamente.


    Homosexualitaet galt ja auch mal als Krankheit und therapiebeduerftig. Auf gut Deutsch: bevor Du etwas behandeln kannst, musst Du es erstmal als Krankheit bezeichnen. Ob es dann wirklich eine Krankheit ist, sei dahingestellt.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Ja, nur worauf ich hinaus will:
    Nur weil jemand sagt: "Hallo schaut mal her, ich bin Mr. Wichtig und habe eine neue Krankheit entdeckt", wird die Welt sicherlich nicht anfangen, irgendwelche Leute mit Medikamenten vollzupumpen. Das war vielleicht früher so.
    Heute werden aber solche Theorien, Aussagen etc. wissenschaftlich überprüft. Und erst anschließend in den Katalog aufgenommen.
    Das heißt, man behandelt ja heut zu Tage nicht mehr ADS Menschen nur, weil irgendjemand mal diese Krankheit einfach nur entdeckt hat.
    Und man hört auch sicherlich nicht damit auf, nur weil er (oder sonst jemand) behauptet!! diese Krankheit gibts gar nicht.


    An dieser Stelle muss man sich natürlich auch fragen: Was ist eine Krankheit überhaupt?
    Ab wann muss eine "Krankheit" medikamentös behandelt werden...
    Zum Vergleich: Früher gab es ja auch schon Depressionen (was ja heute auch eine wissenschaftliche anerkannte Erkrankung ist) nur wurde diese a.) früher nicht diagnostiziert, da unbekannt, b.) später auch nicht medikamentös behandelt, da zwar bekannt, aber keine Medikamente dafür und c.) erst viel später mit Medikamenten behandelt...
    Natürlich muss man erst mal forschen und mögliche Therapiemöglichkeiten erarbeiten, um eine Krankheit mit Medikamenten zu behandeln...


    Und selbstverständlich gebe ich euch auch allen Recht: Ob eine Krankheit (egal welche) nun mit Medikamenten behandelt werden muss, oder nicht, steht noch mal auf einem anderen Blatt Papier...


    Um auf meine Frage von vorher einzugehen: Eine Erkrankung liegt unter anderem dann vor, wenn auch ein Leidensdruck vorliegt. Was ja bei Homosexualität auch nicht der Fall ist.. Deshalb hinkt der Vergleich auch ein wenig...
    Man könnte ja auch behaupten, alle die auf SM stehen, sind krank und müssen behandelt werden...



    Ich denke allerdings nicht, dass es ADS schon immer gab... Viele Krankheiten sind "hausgemacht".
    Der Mensch ist nunmal auch ein "Arbeitstier"... Früher musste man hart arbeiten um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Da gab es auch keine Maschinen die einem die Arbeit erleichtert haben, auch kein Auto um mal schnell zum Bäcker zu fahren, die Kinder mussten noch kilometerweit zu Fuss zur Schule etc.pp. => Sprich, wir waren alle ausgelastet. Waren froh wenn wir abends ins Bett gefallen sind.


    Was ist heute? Autos fahren uns von a nach b... Die meiste Arbeit wird von Maschinen erledigt. Und wenn wir mal frei haben, verbringen die Meisten den Tag vorm Fernseher und stopfen sich Süßígkeiten rein. => Sprich, wir sind eben nicht mehr ausgelastet...


    Tja, und manche kommen damit klar, für andere wird das zu einem Problem. Sie haben einen Energieüberschuss und Konzentrationsstörungen...
    (ADS ist ja nicht nur ein Problem das Kinder betrifft, es sind ja auch durchaus Erwachsene betroffen, wenn auch nicht so häufig)


    Das heißt: In meinen Augen haben wir diese Krankheit durch unser modernes Leben erst möglich gemacht...
    (das Selbe trifft in meinen Augen übrigens auch auf Burn Out zu (welche im Gegensatz zu ADS noch nicht einmal als Krankheit anerkannt ist! Stichwort: Depressionen))

    Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!

  • Zitat

    Um auf meine Frage von vorher einzugehen: Eine Erkrankung liegt unter anderem dann vor, wenn auch ein Leidensdruck vorliegt. Was ja bei Homosexualität auch nicht der Fall ist.. Deshalb hinkt der Vergleich auch ein wenig...
    Man könnte ja auch behaupten, alle die auf SM stehen, sind krank und müssen behandelt werden


    Ich sehe, Du weisst genau, worauf ich hinaus will. Und da sind wir auch schon beim Leidensdruck. Wer genau erfaehrt bei ADS einen Leidensdruck? Das Kind, oder doch eher die Eltern und Betreuer um es herum? Ich muss dazu sagen, dass ich absolut keine Erfahrung mit ADS-Kindern habe und es daher wirklich nicht weiss. Braucht das Kind also wirklich Medikamente, oder dienen die Medikamente nur dazu, es dem Umfeld leichter zu machen?

    Tina

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  • Nun, dass die Medikamente dazu dienen, allen das soziale Leben leichter zu machen,ist jawohl unbestritten. Allerdings sollte es Medikamente geben die keine Nebenwirkungen haben, würde ich diese durchaus verabreichen.
    Um es mal so zu sagen: Es gab schon immer Kinder die aufgedrehter und nerviger waren als andere. Vor 20 Jahren bekamen die dann den Arsch voll wenn sie was angestellt haben und damit war der Käse gegessen. Spätestens nach dem dritten mal Hintern versohlen für den gleichen Mist hat das Kind sich das gespart und die die das dann nochnicht kapiert haben kamen in irgendwelche Heime, weil die Eltern damit nicht klar gekommen sind das ihr kleiner Kasper ihnen so auf den Sack ging.


    Jetzt wird wieder jemand kommen:"Ein Kind schlagen ist auch nicht besser!". Ich sage ja auch nicht das Kinder schlagen die Lösung ist, allerdings muss Fehlverhalten einfach sanktioniert werden. Das kann sich darin ausdrücken das das Kind sein Lieblingsspielzeug weggenommen bekommt, ne Stunde früher rein muss vom spielen oder sonstiges. Allerdings habe ich nochnie jemand erwachsenen getroffen bei dem ich gesagt hätte:"Jo, ADHS Kind!". Jeder hat mal Phasen wo er ungeheuer aufgedreht und nervig ist, jeder hat mal ruhige Phasen. Das ist einfach menschlich bedingt.


    Also ich sags mal so, Medikamente für die schwierigsten Phasen (wenn sie keine Nebenwirkungen haben): Würde ich machen! Bevors mir zuviel wird und ich am Ende da sitze und den Bälger am liebsten würgen würde, dann doch so.
    Wenn die Medikamente Nebenwirkungen haben: Der seelische Schmerz mal 2 Tage nicht Fahrrad fahren zu können mit seinen Freunden und gelangweilt in seinem Zimmer bleiben zu müssen, lässt irgendwann nach, aber die Erinnerung bleibt und das will das Kind nichtmehr. Also macht es nicht wieder den selben Unfug (dafür vllt anderen ;) )

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Jepp. Und genau da liegt natürlich auch das Problem.
    Viele pumpen ihr Kind mit Medikamenten voll um es ruhig zu stellen. (Bitte nicht falsch verstehen Silver, damit meine ich nicht alle)
    Was allerdings nicht heißt, dass es diese Krankheit nicht gibt...


    Selbstverständlich ist DAS das große Problem bei ADS.
    Auf der anderen Seite bedeutet das natürlich noch lange nicht, dass es diese Krankheit nicht geben würde.
    Wie gesagt, es gibt durchaus auch Erwachsene die an ADS leiden und sich medikamentös behandeln lassen.
    Erwachsene kommen in der Regel aber mit diesen Symptomen eher klar, deshalb ist das Erscheinungsbild dieser Krankheit bei Erwachsenen auch nicht bei Weitem so häufig wie bei Kindern.


    Wie gesagt, ich denke schon dass es
    a.) Diese Krankheit an sich gibt (unabhängig davon, dass es der Entdecker revidiert hat)
    b.) Das eine hausgemachte Krankheit ist
    c.) Und hier stimme ich mit euch überein: Es wird viel zu schnell zu Medikamenten gegriffen
    und d.) Das wurde hier noch gar nicht erwähnt: ADS wird viel zu oft diagnostiziert. Was natürlich daran liegt, dass es sich die Erwachsenen viel zu einfach machen möchten. Da gebe ich dir vollkommen Recht Tina.

    Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!

  • Zitat

    Also ich sags mal so, Medikamente für die schwierigsten Phasen (wenn sie keine Nebenwirkungen haben):


    Kennst Du Medikamente ohne Nebenwirkungen? Ich nicht! Grade das bei ADS in der Regel verschriebene Medikament, Ritalin, ist ne Hammerkeule, und die HAT Nebenwirkungen! Wenn ein Elternteil einem quirligen Kind eine Schlaftablette geben wuerde, gaebe es eine Gerichtsverhandlung wegen Kindesmisshandlung, aber wenn der Arzt Ritalin verschreibt und das Kind das Zeug regelmaessig bekommt, dann ist das okay, obwohl auf lange Sicht die eine Schlaftablette vermutlich nicht so viel Schaden anrichtet wie die langfristige Einnahme von Ritalin.


    Zitat

    Was allerdings nicht heißt, dass es diese Krankheit nicht gibt...


    Nochmal: ist es tatsaechlich eine Krankheit, oder ist es einfach nur unerwuenschtes Verhalten, und es wurde eine Krankheit dafuer erfunden, damit man das Verhalten medikamentoes unterdruecken kann? Welche gesundheitlichen Folgen (gesundheitlich, NICHT sozial!) hat es denn fuer das Kind, wenn es keine Medikamente nimmt?

    Tina

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  • Tina :

    Zitat

    ist es tatsaechlich eine Krankheit, oder ist es einfach nur unerwuenschtes Verhalten

    Ja, ich würde es als Krankheit sehen. Oder denkst du dass es sich gerade bei Erwachsenen die darunter leiden um irgendein "unerwünschtes Verhalten" handelt, was seitens der Freunde / Verwandschaft / Arbeitskollegen beseitigt werden sollte?
    Wenn Erwachsene also schon damit ein Problem haben, meinst du es geht da Kindern anders?


    Zitat

    Welche gesundheitlichen Folgen (gesundheitlich, NICHT sozial!)

    Sozial ist eine Sache... Allerdings vergisst du, das "Gesundheit" nicht nur aus einem "gesunden" Körper besteht (im Sinne von somatischen Erkrankungen) sondern auch aus einer "gesunden" Psyche besteht (psychische Erkrankungen)
    Und da denke ich schon, dass Kinder mit ADS auch psychische Probleme haben bzw. haben können.. Gerade weil das soziale Umfeld entsprechend mit diesen Kindern umgeht... Denke mal nur wie solche Kinder in der Schule behandelt werden... (Weil Mitschüler mit diesem Verhalten nicht klar kommen, aber insbesondere auch die Lehrer hier überfordert sind..) Da sind Probleme vorprogrammiert...

    Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!

  • Zitat

    Oder denkst du dass es sich gerade bei Erwachsenen die darunter leiden um irgendein "unerwünschtes Verhalten" handelt, was seitens der Freunde / Verwandschaft / Arbeitskollegen beseitigt werden sollte?


    Ich denke, dass es primaer tatsaechlich darum geht, und weniger um das Wohl des Kindes, ja.


    Zitat

    Wenn Erwachsene also schon damit ein Problem haben, meinst du es geht da Kindern anders?


    Ja, denke ich. Kinder haben mit solchen Energiebuendeln allgemein weniger Probleme als Erwachsene. Wie gesagt, es gab schon immer ADS Kinder, und die quirligen, energiegeladenen Klassenclowns sind selten die ausgegrenzten, die gemobbt werden, im Gegenteil.


    Zitat

    Und da denke ich schon, dass Kinder mit ADS auch psychische Probleme haben bzw. haben können..


    Jedes Kind koennte psychische Probleme haben. Ich hatte psychische Probleme und kein ADS. Ich wuerde nicht prinzipiell davon ausgehen ADS = psychische Probleme. Das muss man von Fall zu Fall sehen. Hier moechte ich gerne wieder die Verbindung zu Homosexualitaet ziehen - auch Homosexualitaet kann in entsprechendem Umfeld zu psychischen Problemen fuehren. Psychische Probleme entstehen selten aus einer Person allein, sondern meistens im Zusammenspiel mit der Umwelt.


    Zitat

    (Weil Mitschüler mit diesem Verhalten nicht klar kommen, aber insbesondere auch die Lehrer hier überfordert sind..)


    Ich denke die Mitschueler haetten weniger ein Problem. Aber Bingo, wir sind wieder bei den Erwachsenen.....also darf ich mich selbst zitieren:


    Zitat

    Wer genau erfaehrt bei ADS einen Leidensdruck? Das Kind, oder doch eher die Eltern und Betreuer um es herum?

    Tina

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  • Zitat

    Ich denke, dass es primaer tatsaechlich darum geht, und weniger um das Wohl des Kindes, ja

    Oh, das hast du jetzt falsch verstanden.
    Ich meinte die Erwachsenen die selbst an ADS leiden und auf Medikamente angewiesen sind...
    Das machen sie ja nicht "freiwillig", oder weil sie jemand ruhig stellen will...



    Ich gehe nicht prinzipiell davon aus, dass ADS = psychische Probleme bedeuten.
    Ich sagte "kann"... Schlechte Noten in der Schule, Druck von Lehrern und Eltern... Danach ne sch... Ausbildung (wenn überhaupt...)
    Ja, das kann auf Dauer zu Problemen führen...


    Und diesmal passt sogar dein Vergleich mit der Homosexualität... Natürlich kann es zu psychischen Problemen führen, wenn das soziale Umfeld eben entsprechend darauf reagiert.
    Hier hast du die Ursache - Wirkung - Kette
    Homosexuell - man wird ausgegrenzt - psychische Probleme...
    ADS - Druck und Belastung - psychische Probleme...


    Auf der einen Seite könnte man in diesen Fällen also sagen "nicht homosexuell, kein ADS" ergo keine psychischen Probleme.
    Selbstverständlich könnte man diese Kette aber auch schon in der Mitte durchbrechen. Toleranz gegenüber Homosexuellen.
    Besserer Umgang und Betreuung unserer Kinder ergo auch keine psychischen Probleme (leider geschieht dies allerdings viel zu selten!)


    Psychische Probleme entstehen eigentlich IMMER aus einer Wechselwirkung zwischen Umwelt und Person, es sei denn es handelt sich um somatisch bedingte psychische Störungen... Da kann man weder der Umwelt noch der jeweiligen Person "die Schuld geben".
    Allerdings kann die Umwelt ja auch nicht immer was dafür, dass manche Menschen mit psychischen Erkrankungen auf bestimmte Gegebenheiten reagieren. Klar liegt das letzten Endes mitunter auch an der Erziehung, der Kindheit, den Lebenserfahrungen etc.
    Aber das ist ein solch komplexes Thema...

    Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!

  • Zitat

    Ich meinte die Erwachsenen die selbst an ADS leiden und auf Medikamente angewiesen sind...


    Sorry, ich habe gerade mal die Liste fuer Symptome von ADS bei Erwachsenen durchgelesen und komme immer mehr zu dem Schluss, dass es eben keine Krankheit ist, sondern dass die "Betroffenen" einfach nicht das leisten, was sie in den Augen der Gesellschaft leisten sollten! Also pumpt man Medikamente rein. Hallo? Wo soll das enden? Es gibt auch Studenten, die leistungssteigernde Drogen nehmen (illegal uebrigens, wieso auch immer!), bis sie davon zusammenbrechen. Im Grunde ist das doch dasselbe!


    http://ads-bei-erwachsenen.de/index.php/symptome.html


    Mal ehrlich, nach dieser Liste scheine ich selbst betroffen zu sein! Zwar nicht in allen Punkten, aber doch in genug!


    Zitat

    Ich sagte "kann"... Schlechte Noten in der Schule, Druck von Lehrern und Eltern... Danach ne sch... Ausbildung (wenn überhaupt...)


    Jo, und ploetzlich hat jeder schlechte Schueler ADS! Und dann kriegt er halt Medikamente anstatt dass die Eltern sich vielleicht mal mit ihm hinsetzen und Hausaufgaben machen oder sich um ne gescheite Nachhilfe bemuehen!


    Zitat

    Besserer Umgang und Betreuung unserer Kinder ergo auch keine psychischen Probleme (leider geschieht dies allerdings viel zu selten!)


    Bingo. Da liegt doch der Hund begraben! Da sollte man ansetzen statt Rezepte auszuteilen!

    Tina

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  • Nein, selbstverständlich sollte man nicht jedem Schüler der schlechte Noten schreibt ADS diagnostizieren, ihn unter Drogen setzen und irgendwelche aufputschenden / sedierende Medikamente verabreichen. Keine Frage...


    Ich habe mich selbst glaub fünf Jahre intensiv mit Psychologie beschäftigt. Und als ich die ganzen Symptome zu den verschiedensten psychischen Erkrankungen durchgearbeitet habe, dachte ich auch das ich nach ICD an ca. der hälfte der psychischen Krankheiten leide. :mrgreen:
    Was natürlich nicht der Fall ist. Will sagen, es gibt diese Erkrankungen trotzdem... Auch wenn wir selbstreflektiv die Symptome durchgehen und meinen: Ups, das trifft ja auf mich zu.. Und auch das... Also, so streng sollten wir dann auch nicht zu uns sein...


    Und selbstverständlich sollte man IMMER zuerst sämtliche medikamentfreie Therapien ausreizen bevor man ein Rezept ausstellt. ;)
    Leider funktioniert unsere Welt nicht so. Medikamente sind günstiger und bribgen der Pharmaindustrie mehr Kohle. Gleichzeitig können wir es uns nicht erlauben sch.. teure Therapien für uns oder unsere Kinder zu zahlen, bzw. ihnen die Aufmerksamkeit geben, die sie immer bräuchten, weil auch hier muss iwo das Geld nach Hause gebracht werden. Ergo: sch.. Welt...
    Aber das ist selbstverständlich auch ein anderes Thema: Wie behandle ich Krankheiten richtig und was wäre dafür nötig / was müsste sich an unserer Gesellschaft ändern?



    Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind!

  • Was heißt, der Entdecker hat zugegeben, dass es das nicht gibt...
    Das leuchtet mir iwie nicht ein..
    Ich meine: Er hat ja scheinbar geforscht, sich mit gewissen Symptomen beschäftigt und dazu entsprechend ein Krankheitsbild "geschaffen" => ADS.
    Anschließend sagt er: ÄtschiBätschi ich habe mich nur wichtig gemacht ADS gibt es doch nicht...


    Der war erschrocken über die Nebenwirkungen. Evtl. hatte er gehofft das sich die Eltern besser kümmern. Ich hatte auch einen Zappel (so nannte man die damals) in meiner Klasse. War einer meiner besten Freunde. Heute ist er Kardiologe in Australien. Ohne Medikamente (OK, Einzelfall ;) ).


    An dieser Stelle frage ich mich, warum man diesen Herrn als Maß aller Dinge nimmt?


    Du bist wahrscheinlich noch nicht Vater......., Eltern können auf Grund der Fürsorge so unsäglich dumm sein.


    Man macht doch nicht eine Krankheit an der Aussage einer einzelnen Person ab? Auch wenn er der "Entdecker" war...


    Doch! Ist falsch und dumm, aber passiert. Beispiel: MMR Impfung (Masern Mumps Röteln). Ist absoluter Standard im Westen. 1998 kam eine Hirni-Gruppe um Dr. Wakefield auf die Idee, daß die Impfung Autismus auslösen könnte. Die Analyse bewertete die Anzahl von 12 (!) Fällen für den Beweis. Das ganze ist wissenschaftlich komplett zerflückt. Es gibt keinen Beweis, kompletter Humbug. Die Rate der Durchimpfung MMR ist in Großstädten in den letzten 10 Jahren um 30% gesunken (bitte selber googeln). Nur auf Grund dessen! Die Welt verblödet immer schneller!


    LG
    Ltkilgor

    Toleranz ist ein Beweis des Mißtrauens gegen ein eigenes Ideal.
    Nietzsche
    Es gibt Dinge, die sind so falsch, daß noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig ist.
    Karl Kraus

  • Sorry, ich habe gerade mal die Liste fuer Symptome von ADS bei Erwachsenen durchgelesen und komme immer mehr zu dem Schluss, dass es eben keine Krankheit ist, sondern dass die "Betroffenen" einfach nicht das leisten, was sie in den Augen der Gesellschaft leisten sollten! Also pumpt man Medikamente rein. Hallo? Wo soll das enden? Es gibt auch Studenten, die leistungssteigernde Drogen nehmen (illegal uebrigens, wieso auch immer!), bis sie davon zusammenbrechen. Im Grunde ist das doch dasselbe!


    http://ads-bei-erwachsenen.de/index.php/symptome.html


    Ist ja keine offizielle Seite. Kommt wohl eher aus dem Bereich Hartz4 ist geil! (Sorry! Zynisch und populistisch, manchmal brauch ich das ;) )
    Die Liste ist witzig. Aber auch gut! Trifft alles auf mich zu. Krieg ich jetzt Koks vom Arzt? Rock´n Roll!


    LG
    Ltkilgor

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  • Hallo zusammen,


    also die Diagnose AD(H)S wird auch in meinen Augen oft vorschnell gestellt, bzw. Kinder werden mit Medikamenten behandelt, wo es nicht nötig ist.
    Definieren wir erstmal, was die Krankheit überhaupt ist. Das ein Kind "zappelig" ist oder lebhaft ist noch kein ADHS, sondern nur ein mögliches Symptom. Alleine psychische Auffälligkeiten dürfen heute nicht mehr alleine herangezogen werden, um diese Diagnose zu stellen. Bei meinem Sohn z.B. wird jährlich ein EEG gemacht, sowie alle 3 Monate ein Blutbild. Außerdem hat er regelmässig Zeiten ohne Medikamention um sein "normales" Verhalten beurteilen zu können. Er wird alle 6 Monate jugendpsychologisch beurteilt und geht zur ERGO-Therapie die Bewegungstraining mit ihm machen.


    ADS bedeutet, das innerhalb des Gehirns ein Neurotransmitter zu wenig vorhanden ist. Die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspanne in der das Kind bewusst neue Inhalte aufnehmen kann, sind verkürzt.
    Man billigt einem normalen 10jährigen ungefähr 15min wirkliche Konzentrationszeit zum Lernen zu, danach sind die notwendigen Botenstoffe verbraucht und das Gehirn kann erstmal keine neuen Inhalte mehr speichern.
    Diese Depots werdem von alleine wieder aufgefüllt, in der Erholungsphase. In der Regel wenn das Kind spielt. Es wird unaufmerksam.
    Bei vorhandener ADS sind die Depots im Gehirn viel kleiner und schneller leer. Oftmals schon nach 3-5min. So ist Lernen kaum möglich. Medikinet oder Ritalin dämpfen nicht, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Sie sorgen dafür, das die Depots im Gehirn quasi auf Normalmass aufgefüllt werden, in dem sie verwandte Botenstoffe imitieren. Das sorgt dafür, das das Gehirn länger am Ball bleibt. Das Gehirn kommt quasi auf Normalbasis.
    Ist Krümel medikamentiert, ist er ein völlig normales, immer noch lebhaftes Kind und nicht im Dämmerzustand. Dann kann man sich mit ihm auch höchst angeregt über ein Thema ausgiebig unterhalten.
    Deswegen reagieren ADS Kimder z.B. auf Cola paradox. Das Coffein regt sie nicht an, sondern sorgt dafür das sie ruhiger werden. Unser Sohn schläft manchmal sogar von Cola ein. Problematisch am Coffein ist, das sich der Körper an Coffein gewöhnt. Medikinet erzeugt keinen Gewöhnungseffekt. Dosisanpassungen erfolgen nach Körpergewicht und Alter. Krümel dürfte z.B. bis zu 60mg am Tag bekommen, er bekommt 10mg als Depot über 8 Stunden.


    Leidensdruck? Ich habe durch meinen Sohn keinen Leidensdruck! Ich genieße jede Sekunde mit ihm, und liebe ihn so, wie er ist. Leidensdruck hat eher er. Er hat eher weniger Freunde in seinem Alter da er durch die Lernschwierigkeiten ungefähr 1 Jahr hinterher hängt. Bei Diskussionen oder Streitgesprächen unter Jungs fällt es ihm schwer länger am Ball zu bleiben. Dadurch werden ADS Kids oftmals als aggressiver wahrgenommen, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Emotionen sind schwer für ihn zu kontrollieren, da durch die fehlenden Botenstoffe keine Komtrolle durch das höhere Bewusstsein erfolgt. Er liebt total, ist aber auch richtig traurig oder wütend. Zwischenstufen sind sehr schwer für ihn, Warten auf etwas fast unmöglich. Aber damit kann man umgehen, deswegen würde ich ihn nie medikamentieren. Deswegen ist er in den Ferien immer frei von Medis und am Wochenende gibts nur 5mg.


    Manchmal hört er sehr schlecht, aber welcher 9 jährige hört schon immer?


    Btw, ich finde es immer schön, wenn Menschen über Dinge diskutieren, "von denen sie mal gehört" haben. Natürlich dürft ihr denken was ihr wollt, aber umter ADS leiden am meisten die Kinder.

  • Zitat

    Natürlich dürft ihr denken was ihr wollt, aber umter ADS leiden am meisten die Kinder.


    Es sollte in keinster Weise irgendein Angriff auf Dich sein, silver. Wie gesagt kenne ich mich mit ADS nicht wirklich aus, und deshalb ist es auch sehr gut, dass Du hier mitdiskutierst.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Silver wir sagen ja nicht, dass du deinen Sohn falsch erziehst oder wollen dir vorschreiben wie du es richtig zu machen hast (in unseren Augen). Ich sage nur, dass es schon immer Kinder gab die weniger Aufmerksam waren oder mehr aufgefallen sind als ihre Altersgenossen und man die damals auch auf den richtigen Weg gekriegt hat ohne Medikamente. Natürlich gab es da auch schon Ausnahmefälle bei dennen es nicht geklappt hat, aber das sind eben Ausnahmen. Ein Kumpel von mir war als Kind auch echt schlecht in der Schule und total aufgedreht, hat nicht aufgepasst und ist allen auf den Wecker gefallen. Heute ist er Rettungssani und hat sich da voll eingefügt, hat einigermaßen gute Noten gehabt bei seiner mittleren Reife und das alles weil seine Eltern ihm mal einfach verboten haben rauszugehn und zu spielen sondern gesagt haben:"So Junge und jetzt setzt du dich mal auf deine vier Buchstaben und schaust dir deine Schulsachen nochmal genau an!"


    Natürlich ist es möglich, dass es in deinem Fall eine extremere Situation ist, aber in den meisten Fällen ist es doch eher die Schuld der Eltern.


    Wie gesagt, nichts gegen dich oder deine Erziehungsmethoden, ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen und aus dem was ich mir so angelesen habe.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Sorry Konquistadore,


    Was du schreibst ist totaler Quatsch. Wie kann denn ein fehlender Botenstoff im Gehirn Schuld der Eltern sein? Ahnst du überhaupt, worum es geht?


    Es geht eben nicht um Verhaltenskondition, sondern darum, einem Kind ein normales Leben zu ermöglichen, in dem es auch Spielen kann und keinen Drill benötigt.


    Und vielleicht solltest du erstmal wirklich Fachbücher zum Thema lesen...

  • Wie bereits gesagt, ist es in deinem Fall eventuell anders, aber in den allermeisten Fällen ist es eben so wie beschrieben. Lies den Text ganz.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Zitat von Konquistadore

    ...ist es in deinem Fall eventuell anders...


    Erwartest du jetzt, das ich die klinischen Befunde meines Sohnes hier veröffentliche? Alleine das "eventuell" empfinde ich als Frechheit.


    Zitat von Konquistadore

    in den allermeisten Fällen ist es eben so wie beschrieben


    Ah, derweil du das so definitiv aussagen kannst, verfügst du also über empirisch gewonnene und bestätigte Daten, die zeigen, das bei einem Großteil der mit Ritalin/Medikinet behandelten Kinder keine hirnorganische Ursache vorliegt?
    Oder beruht deine Aussage lediglich auf, du denkst das so sein KÖNNTE, weil du weder über medizinische, noch über psychologisches Wissen verfügst, noch selber Betroffener bist und auch keine Kinder hast?


    Fakt ist, das ADS durch die richtige Diagnose nachweisbar ist. Und zwar mit belastbaren Fakten und Ergebnissen.


    Wo ich dir entgegen komme, ist das viele Eltern ihre verhaltensauffälligen Kinder gerne mit der Diagnose ADS entschuldigen. Ähnlich wie viele das hier mit ihren Rechtschreibfehlern und der vermeintlichen Diagnose Legasthenie tun.


    Was du jedoch tust, ist eine organische Ursache komplett zu negieren und zu unterstellen, es sei mangelnde Fürsorge / Schuld der Eltern. Das ist so, als ob du den Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom unterstellst, sie seien Schuld an der Behinderung ihres Kindes. Schlussendlich ist mein Sohn auch leicht behindert, denn seine Krankheit behindert ihn unbehandelt ein normales Leben führen zu können.
    Und mir geht echt die Hutschnur hoch, wenn ich Aussagen lese, denen jegliche Bewandnis fehlt.


    Zitat von Konquistadore

    ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen und aus dem was ich mir so angelesen habe


    Cool, dann werfe ich jetzt mal meine ganze Erfahrung in die Waagschale, nur als Lehrer, und sage, Dummquatsch was du hier loslässt. Reicht deiner Ansicht ja aus um dich zu widerlegen. Weil, meine Erfahrungen basieren ja auf einer wesentlich breiteren Basis als deine. Nicht nur als gewesener Lehrer sondern auch als jemand der rund 10 Jahre im Krankenhaus/Rettungsdienst gearbeitet hat und selbst ein betroffenes Kind hat.
    MEINE wirkliche Erfahrung sagt mir, du ahnst noch nicht mal, wovon du hier sprichst. Oder kannst du deine Meinung außer mit deinem EINEM Bekannten der jetzt einen Job hat wo man eine 1jährige Ausbildung zu macht und eher einen Hungerlohn bekommt, irgendwie belegen? Das Rettungskräfte für ihre Verantwortung völlig unterbezahlt sind, steht außer Frage. Aber zum Rettungsassistenten hat es dann nicht gereicht? (Sitzen in der Regel auf dem RTW, Sanitäter fahren Krankenwagen)