Unglück bei der Loveparade 2010

  • http://www.sueddeutsche.de/pan…-bei-massenpanik-1.979214


    Heute hat es auf der Loveparade in Duisburg ein tragisches Unglück gegeben, bei denen 15 Menschen (heißt es zur Zeit) zu Tode kamen und dutzende teils schwer verletzt wurden.
    Bei einer Straßenunterführung die auf das Partygelände führte hat es eine Massenpanik geben in deren Verlauf die Menschen zu tode getrampelt und verletzt worden sind.


    Ich muss schon sagen die ersten Bilder waren sehr sehr schockierend. Ich hoffe das die die noch einmal mit dem schrecken davon gekommen sind, dieses Unglück mit der Zeit gut verwinden können, und empfinde tiefes Beileid für die Angehörigen der zu Tode gekommenen. Schlimm eine Gruppe guter Bekannter befindet sich auch dort vor Ort, ich hoffe es ist ihnen nichts passiert.


    Aber die schnelle entschlossene Reaktion der Rettungskräfte lief wohl tadellos ab, so das Hilfe sehr schnell vor Ort war, auch die Loveparadeplaner haben Umsicht bewahrt, als sie entschlossen haben das die Loveparade zunächst erstmal weitergeht, um eine weitere Panik der feiernden zu verhindern.


    Sowas ist sehr schlimm, aber bei so großen Veranstalltungen kann sowas immer passieren, auch wenn das sehr sehr traurig ist. :(


    Grüße Schatti

  • es war vorauszusehen, in anbetracht dessen, dass das gelände offiziell für 500.000 menschen zugelassen und über 1 million erwartet wurden.
    meine leute sind gott sei dank wohlauf und harren erst mal aus weil der hbf komplett gesperrt ist.


    Zitat

    aber bei so großen Veranstalltungen kann sowas immer passieren


    richtig, aber in dem fall war es menschliches versagen..
    in berlin waren es teilweise über 1,6 millionen menschen und es gab immer eine möglichkeit sich aus der masse in den tiergarten zurück zu ziehen um luft zu holen und es gab etliche wege um dort wegzukommen.



    ich hoffe das die organisatoren dafür verantwortlich gemacht werden und die zahlen nicht mehr steigen.

  • So ist es Dazee hab gerade mal in den Nachrichten gelesen, offenbar haben die Planer der Veranstalltung ziemlichen Mist gebaut so das erst die Vorraussetzungen für eine derartige Situation geschaffen worden sind, einfach Bockmist sowas.


    Zitat

    ich hoffe das die organisatoren dafür verantwortlich gemacht werden und die zahlen nicht mehr steigen.

    Das hoffe ich auch, aber es gibt bereits einige Berichte in denen von wesentlich mehr Toten und Verletzten die Rede ist, ich hoffe das diese nicht stimmen, und das es "nur" bei den bisherigen Zahlen von Toten und Verletzten bleibt, die ja schon furchtbar genug sind. Aber noch ist die Situation in einigen Details unklar :| .


    Grüße Schatti

  • Schlimm soetwas zu hören ! Ich wollte eigentlich auch mal hin ! Vorallem bei einem Fest ... und zudem noch beim Weltgrößten Fest zum Thema Frieden ist das eine niederschmetternde Nachricht.
    Bei einem Tunnel war es aber auch nicht anders zu erwarten, dass eine Massenpanik schlimm ausgehen würde. Da fände ich so offene Locations wie in Berlin besser. Da konnte man überall hin !
    Aber wie beim Eintritt eine Massenpanik ausbrechen kann, ist mir aber ein Rätsel. In den Nachrichten steht das viele dahin wollten .... aber Panik hat doch nichts mit Freude zu tun :denk: .... wo ich als erstes von der Panik gehört hab, dachte ich jemand wollte was in die Luft sprengen oder so .... man kennt ja die Szenarien die eine Panik auslösen können. Aber Freunde ?

  • Ich bin ca. 17.15 Uhr Richtung Duisburg gefahren. Als ich kurz vor der Duisburger Auffahrt zur A59 war sind ca. 20 Krankenwagen an mir vorbeigefahren. Das dachte ich noch nicht daran das es Tote gegeben haben könnte, eher die üblichen Alkoholleichen.


    Zu dem Zeitpunkt war die A59 Richtung Duisburger Innenstadt bereits gesperrt. Ich bin dann erstmal weitergefahren und habe eine andere Abfahrt genommen. Als ich 18:20 oder sor am Eingang zu der Veranstaltung war kam genau in dem Moment die Meldung das die Loveparade beendet sei. Da dachte ich mir dann, das wohl etwas schlimmeres passiert sein muß, weil man wird sie ja nicht gleich beenden nur weil ein paar Leute zuviel gesoffen haben.


    Es stimmt also nicht das man die Veranstaltung direkt normal weiterlaufen lies, für Leuten außerhalb des Geländes wurde sie schon viel früher für beendet erklärt. Hätte also durchaus sein können das einige von außerhalb den Leuten die im Gelände sind eine SMS schicken daß etwas passiert sein muß.


    Jedenfalls, wäre ich 45 Minuten früher losgegangen hätte es passieren können das ich 17:30, als das Unglück passiert ist, auch in diesem Tunnel gelandet wäre. Eigentlich wollte ich früher los, aber habe zu sehr getrödelt, im Nachhinein muß ich wohl sagen zum Glück.


    Mein Beileid den Opfern und den Angehörigen. Es muß schlimm sein wenn man jemanden durch so einen sinnlosen Tod verliert. Und das nur weil die Veranstalter zu unfähig waren das ordentlich zu planen. Ich hoffe daß da einige Kopfe rollen werden.


    Es hätte imo geholfen hätte man schlicht und ergreifend Eintritt verlangt hätte. Mit dem Geld hätte man mehr Sicherheitskräfte einstellen können und wenn etwas Geld kostet kommen natürlich auch weniger. Aber es ging wohl mal wieder nur darum das man schreiben kann "Die Loveparade war ein gigantischer Erfolg, es kamen 3 Mio Leute".


    Ich bin gespannt ob es nochmal eine Loveparade geben wird.

  • Ich glaube nicht, daß mehr Sicherheitskräfte von irgendwelchem Nutzen gewesen wären in einem völlig überfüllten Tunnel. Eine riesige Menschenmenge ist definitiv NICHT kontrollierbar, bricht eine Panik erstmal aus.


    Ich bin heilfroh, daß Bochum die Loveparade bei uns abgesagt hat. Es steht außer Frage, daß dies ein tragisches Unglück ist und natürlich gibt es erhebliche Sicherheitslücken und -mängel. Ich glaube auch, daß dies die letzte Loveparade war, denn letztlich war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis einmal so etwas passiert. Es ist nicht möglich über EINE MILLION Menschen zu schützen oder gar zu kontrollieren. Das ist ungefähr so, als ob ich jeden Tag mit einem Streichholz im Benzintank spazieren gehe.


    Wenn man überhaupt etwas aus diesem Unglück resümieren kann, dann vielleicht, daß man bei derart riesigen Veranstaltungen die Sicherheitsvorkehrungen erheblich höher ansetzen muß, daß man jeden erdenklichen oder auch nicht erdenklichen "Worst Case" in Betracht ziehen muß.


    PS:Ähnliches hätte theoretisch schon 1968 in Woodstock passieren können. Es ist für mich eher ein Zufall, wenn solche Sachen ausbleiben.

  • Sämtliche Leute (darunter auch Laien) haben prognostiziert, dass der Tunnel als einziger Zugang zum Gelände zu gefährlich sei und etwas passieren könne.


    Hier ein paar:
    „Die Bochumer haben aus Dortmund gelernt , da selbst bei der Dortmunder-Parade bereits das absolute Chaos in Bochum war . Mal sehen wie Duisburg nach der Veranstaltung spricht - big Fun !!! Das Chaos am Duisburger-Bahnhof ist ja aufgrund der Bahnhofskapazität vorhersehbar , aber nicht die Chaosgröße . Eigendynamik sowie weitere nicht abzuschätzende Parameter enthalten ein großes Risiko , was im Grunde gar nicht zu verantworten ist .“ (von Erbeck , am 20.07.2010 um 18:50)


    „230.000 qm für sagen wir mal 460.000 Menschen, das ergibt genau einen halben Quadratmeter pro Person. Und davon geht noch der Platz ab, den Bühnen brauchen und vor allem den die Floats brauchen. 460.000 Menschen sind wie Sardinen in der Dose, da kann sich keiner mehr bewegen. Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote - und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäunten Raum, das kann nicht gutgehen. Meine Kinder gehen nicht hin, sie verstehen das und teilen die Bedenken.“ (von MadCat , am 20.07.2010 um 20:33)


    „Das hört sich alles andere als „sicher“ an. Wie sollen auf das Gelände 500 000 Menschen und 20 Floats passen? Wahrscheinlich werden mehr als 1 Million Besucher kommen. Das kann dann gefährlich werden. Wissen die Verantwortlichen was sie da tun? Wenn in solche Menschenmengen bei dem beschränkten Raum mal eine unkontrollierte Bewegung entsteht, dann gibt es zu hauf Tote und Verletzte.“ (von Benno , am 20.07.2010 um 23:56)


    „Die Bochumer haben soweit aus Dortmund gelernt, dass sie das lieber ganz gelassen haben. Und das wird sich Duisburg hinterher auch wünschen.“ (von „ein Lindener , am 21.07.2010 um 00:37)


    „Wenn man so eine Party stemmen will ,muss man auch den Platz dafür haben.Was ist das denn für eine Chaosplanug ,mir schwant schlimmes.“ (von wurm , am 21.07.2010 um 15:19)


    „Beunruhigende Zahlen: der einzige Zugang zum Platz hat eine Durchgangskapazität von 60000 Personen je Stunde. Wenn 400000 auf dem Gelände Platz haben, über 1 Million erwartet werden, wird hier schon ein gefährlicher Brennpunkt entstehen. Ich finde die Loveparade hervorragend, aber sie gehört nicht in diese Stadt.“ (von FriedLich53 , am 22.07.2010 um 07:58)


    Noch einmal - die Loveparade in Essen und Dortmund kann man NICHT miteinander vergleichen! Grund: in Essen war 2007 der GESAMTE Innenstadtbereich großräumig abgesperrt & die Raver konnten sich im GESAMTEN Innenstadtbereich FREI bewegen. In Dortmund waren bereits feste Laufwege vorgegeben und das LoPa-Gelände war eingezäunt und keine freie Bewegung möglich. Das war schon hart an der Grenze! Die Stimmung war mehr als gereizt & das auf einer wesentlich größeren Veranstaltungsfläche als uns Duisburg nun „serviert“. Es ist keine Loveparade mehr sondern ein schnödes Festival, mit einer maximalen Besucheranzahl auf einem fest abgesteckten Gelände. Warum diese max. Besucheranzahl für die max. 230 000 qm, die nur zur Verfügung stehen nicht bekannt gegeben wird, ist und bleibt mir aber ein Rätsel! Was will man denn hier provozieren? Aggression? Da hat sich die Stadt Duisburg ein schönes Ei gelegt - viel Spaß beim ausbrüten! Ich bleib lieber zu Hause!“ (von bimmelbommel01 , am 22.07.2010 um 14:56)


    http://www.derwesten.de/staedt…ind-schuld-id3279565.html


    Weitere Kommentare gibt es, auch von derwesten.de, hier:





    Und das war auch nicht schwer zu sehen! Siehe das von Dazee gepostete Bild (Der Gast, der sich bedankt hat, war übrigens ich. Dachte, ich wär angemeldet!)
    Und genau dies war auch dem Veranstalter bewusst bzw. musste bewusst sein.
    Wer die Hauptschuld trägt, möchte ich aber auch in keinster Weise beurteilen. Die Raver an sich tragen für mich aber keine Schuld. Solche Zustände sind menschlich und bei großen Veranstaltungen immer einzuplanen. Einen ähnlichen Fall gab es mal bei einer großen muslimischen Veranstaltung, wo viele ums Leben gekommen sind. Und ich bin mir sicher, dass es bei einer muslimischen Veranstaltung nicht soviel Alkohol und bewusstseinsverändernde Drogen im Spiel sind. http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/4606002.stm


    Der Tunnel an sich war m.E. keine Gefahrenquelle, sondern lediglich, dass das der einzige Zugang war und Polizei die Raver stundenlang dadrin gelassen hatte mit dem Wissen, dass es dort sehr stickig ist und von Abgasen nur so stinkt.
    Und auch der Feuerwehr gebe ich eine Mitschuld, weil sie zugelassen haben, einen Zugang zu schaffen, wo es keine Fluchtwege für eine derartig große Menschenmenge gibt. Die Massenpanik dadrin war nichtmals der worst-case. Stell dir mal vor, im Tunnel wär ein größeres Feuer ausgebrochen.
    Das Ordnungsamt hat ebenso beim OK geben, fahrlässig gehandelt.


    Und auch der Oberbürgermeister trägt für mich eine gewisse Mitschuld. Er ist der, der die LP nach Duisburg gebracht hat und das mit dem Wissen, dass die LP ein Jahr zuvor in Bochum wegen ähnlicher Sicherheitsbestimmungen ins Wasser fiel.


    Was ich aber noch verdeutlichen möchte: Man muss kein Experte sein, um da schon im Vorfeld Sicherheitsmängel zu sehen. Dies ist geschehen, und sowohl Veranstalter, als auch OB, Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr haben letzendlich ihr OK gegeben. Das war von allen Seiten grob fahrlässig (völlig egal, wie vorher kritisiert wurde).
    Und nicht nur die Angehörigen der Verstorbenen haben mein großes Mitgefühl, sondern auch die Sanitäter vorort.
    Auf dem WDR gestern wurde mit einer Sanitäterin gesprochen, die gesagt hat, dass es schwer ist, unter solchen Bedingungen konzentriert zu arbeiten.



    Ich möchte aber auch nochmal auf die Pressekonferenz verweisen. die heute Mittag von Polizei, Sauerland (Oberbürgermeister) und McFit (Veranstalter) gegeben wurde.
    Die, in meinen Augen widerlichsten, Aussagen in Stichpunkte:


    "Das Gelände hatte Platz für 450.000 Besucher. Gekommen waren 150.000, davon 105.000 mit DB."
    Zum Kotzen, diese Lügerei!

    Die Menschenmasse VOR dem Tunnel.


    Ab 0:39, die Menschenmasse auf dem Gelände
    http://www.youtube.com/watch?v=1VwdsWDYH4s


    Hier eine Fotostrecke der ganzen Besucher von Spiegel-online.de:
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57495.html


    + die Menschmasse, die IM Tunnel waren, + die Menschenmasse die auf der anderen Seite im Tunnel waren und die Menschen am Bahnhof.


    Sind das 150.000?


    "Die Polizei hat keine Kameras laufen lassen."


    Eine Lüge!
    Zeugenaussagen können das Gegenteil bestätigen, dazu die Tatsache, dass die Polizei sonst auf jeder Loveparade, aber auch bei jedem Fußballspiel, auch an jedem Karneval in Köln, Düsseldorf und Mainz, und auch bei jeder risikoreichen Demonstration mitfilmt.



    "Das Gelände war größer, als das in Dortmund
    Ich kann zwar nicht das Gegenteil beweisen, ABER ich kann mit Fakten aus Duisburg kommen.
    Laut Spiegel-Online (Link gerade nicht zur Hand, wenn einer den Artikel findet, bitte posten!) hatte das Duisburger Loveparade-Gelände 250000m². Den unbestätigten Zahlen zufolge und bestätigten Prognosen zufolge wollten 1,4 Millionen Besucher zur Loverparade. Dies macht 0,17m² pro Besucher!! Da ist nichts mehr mit abfeiern und abtanzen!



    Frage: "Wieso gab es nur einen direkten Zugang zum Gelände und warum war dieser gleichzeitig auch der Tunnel?" Antwort: "Die Staatsanwaltschaft bestätigt sich mit der Katastrophe und deshalb können wir dazu momentan keine Angaben machen."
    Schlechter Scherz, oder? Was soll eine Antwort auf diese Frage die Ermittlungen stören?



    Noch etwas anderes: Gestern Abend wurde bei der Polizei die Notruf-Hotline eingerichtet. An sich eine Selbstverständlichkeit.
    ABER heute um 12 Uhr wurde diese wieder abgeschaltet!! 500.000 Menschen haben dort angerufen, 5.500 kamen letztendlich durch! (Quelle: WDR Extra)


    Die nächste Aussage stammt von einem Panikforscher. Ich zitiere:
    "Auch der Panikforscher Michael Schreckenberg verteidigte das Sicherheitskonzept, an dem er selbst beteiligt war. Der Tunnel sei groß genug ausgelegt gewesen, sagte er im WDR. Seinen Aussagen zufolge wurden vor der Veranstaltung viele mögliche Notfälle durchgespielt. "Es gibt aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten", fügte er hinzu." (Quelle: WDR)


    Unfug! Weder war der Tunnel groß genug (gab ja Leute, die wegen der Fülle zusammengebrochen sind), noch wurden mögliche Notfälle durchgespielt! Es gab keine Fluchtwege, bei einem Brand zB. wären möglicherweise zigtausend Leute verbrannt!


    Desweiteren haben die werten Bahnschaffner von DB die Raver, die nach der Tragödie nachhause wollten, penibel darauf geachtet, dass jeder ein Ticket hat! (Quelle: N-TV)




    Und ich möchte hier auch nochmal Eva Herman ansprechen, die m.E. wieder sehr böse Sätze von sich gegeben hat.
    http://www.mmnews.de/index.php…-und-gomorrha-in-duisburg
    (dauert etwas, bis sich der Link öffnet)



    Die Katastrophe hätte verhindert werden können. Und gerade deshalb ist sie für mich so ausserordentlich schlimm.
    Wer aber letzten Endes zur Rechenschaft gezogen wird, kann man sich ausmalen. Und ich gehe stark davon aus, dass Polizei und Feuerwehr mit einem blauen Auge davonkommen - leider.



    Liebe Grüße von TaekwonDoughnut, der sich für den langen Beitrag entschuldigt und sich für alle Leser bedankt

  • Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich jetzt unbeliebt mache, sehe ich die Loveparade durchaus kritisch. Ich bitte das nun losgelöst von den tragischen Ereignissen gestern zu betrachten.



    Was in der Tat richtig ist, ist daß die Menschen dort mehr als enthemmt sind, und der Drogen- und Alkoholkonsum extrem in die Höhe schnellt. Von barbusigen Frauen ganz zu schweigen. Hier auch mal ein paar "andere" oder "Schattenseiten" der Loveparade:


    http://www.rp-online.de/nieder…sen-Party_aid_885718.html


    http://www.ruhrbarone.de/loveparade-wird-abgesagt/


    http://www.welt.de/vermischtes…ica-Konzert-mal-vier.html


    http://www.tagesspiegel.de/kul…eigenen-leib/1890824.html


    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,84447,00.html


    In Berlin gab es bereits ebenfalls zwei Tote. Ich bin sicherlich kein Freund von Eva Herrmann, und einige (die meisten?) ihrer Äußerungen sind sicher unbedacht, nur leider spricht sie durchaus auch Wahrheiten an, die in der heutigen Zeit, wo politische Korrektheit weit über dem Verstand steht, gerne totgeschwiegen werden.

  • Was in der Tat richtig ist, ist daß die Menschen dort mehr als enthemmt sind, und der Drogen- und Alkoholkonsum extrem in die Höhe schnellt. Von barbusigen Frauen ganz zu schweigen


    Ja, das ist natürlich richtig, Dirk (und ein Grund, warum für mich persönlich die LoveParade kein Reiseziel wäre....nicht mein Ding! ;) )


    aber........


    1. war die Enthemmtheit nicht der Auslöser für Massenpanik
    2. Kann so etwas wie gestern (leider) auf jeder Großveranstaltung passieren (gab es ja z.b. auch schon Fußballstadien, etc. und da waren nicht die Drogen schuld!)


    Wenn man dem Alkohol und den Drogen im Zusammenhang mit dem Unglück gestern eine Schuld geben will (und das ist jetzt meine Ansicht der Dinge, so wie ich sie anhand von Zeugenaussagen, die heute so gegoogelt habe, bekommen habe):
    Anscheinend sind die ersten Menschen schon eine halbe Stunde vor Ausbrechen der Massenpanik umgekippt, weil es so eng wurde im Tunnel. Leute, die solchen dann helfen wollten wieder aufzustehen oder wieder Luft zu bekommen, wurden daran gehindert, weil stark alkoholisierte Besucher ohne Rücksicht und laut gröhlend, wegen der Wut nicht schnell genug reinzukommen, sie einfach zur Seite drückten.
    Und das muß ich sagen ist das allerletzte! Da bekomme auch ich einen Hals auf das Gesaufe und den Drogenkonsum, wenn ich wegen meinem vollgedröhnten Schädel nur noch aggressiv bin und Menschen rumschubse und beschimpfe, die nur Anderen helfen wollen!
    Aber, das ist eine Meinung die ich mir durch "angebliche" Zeugensichtungen gebildet habe. Selbst dabei war ich ja (Gott sei Dank nicht), deshalb kann ich logischerweise keine Garantie für den Wahrheitsgehalt übernehmen! ;)


    Zum Rest dieser Katastrophe kann ich nur sagen:


    Es ist mehr als traurig und erschütternd, daß so etwas in einem Land, daß vor Bürokratie, Regelungen, Gesetzen und Vorschriften nur so strotzt, überhaupt passieren kann!
    Wie unverantwortlich ist es denn, Herrgott nochmal, über eine Million Menschen durch einen einzigen Zugang auf einen Platz zu lassen, der nur für 500.000 Personen Platz bietet :?: Und, wie gesagt:
    Einem Tunnel!
    Bei so einer Veranstaltung, bei der mit so vielen Menschen gerechnet werden muß, kann es doch nicht angehen, daß es nicht mehr Zu-und Ausgänge gab :!:


    Und das Schlimme daran, Ihr werdet sehen, wenn Köpfe rollen, dann sowieso nur die Falschen, wie immer wenn offizielle Stellen (aktuell die Stadt Duisburg) daran beteiligt sind!
    Die wahren Schuldigen kommen immer mit einem blauen Auge davon!


    Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten, den Verletzten und den Zeugen, die dieses Erlebnis nie wieder vergessen werden!
    Und ich hoffe als Mutter zweier Kinder, die auch einmal in das Alter kommen werden, in dem sie solche Events besuchen werden.......daß ich dann niemals dort hinfahren muß um sie in einem Sarg wieder abzuholen, nur weil bei den ach so tollen Veranstaltern so entsetzlich geschlampt wurde :!:


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Ich stelle nochmal klar, daß es hier in erster Linie um das direkte Aburteilen von Frau Herrmanns Aussagen ging, ohne diese genauer zu reflektieren. Ich halte ihre Aussagen prinzipiell nicht für völlig unrichtig.


    Richtig ist natürlich, daß mit oder ohne Alkohol eine Panik spontan ausgelöst werden kann. Falls dies mißverständlich war, möchte ich das hiermit klarstellen.

  • Ich glaube es waren sogar 19 tote ( 11 Frauen, 8 Männer). ;l


    Was ich auch schlimm finde ist das die Loveparade trotzdem noch statt gefunden hat und einige Leute hat es 'nen Dreck interessiert was passiert ist.

    Dαss Glück ist im Grunde nicht's αnderes αls der mutige Wille, zu leben, indem mαn die Bedingungen des Leben's αnnimmt.' Mαurice Bαrrès (1862 - 1923)

  • Zitat

    Ich glaube es waren sogar 19 tote ( 11 Frauen, 8 Männer). ;l


    Was ich auch schlimm finde ist das die Loveparade trotzdem noch statt gefunden hat und einige Leute hat es 'nen Dreck interessiert was passiert ist.


    Ja mittlerweile sind es 19 Tote - 16 Menschen vor Ort und 3 weitere im Krankenhaus. Die Zahl der Verletzten war ja ursprünglich nur 100..nach den neusten Informationen sind es aber über 300! (Lass mich Lügen machen.....340 oder so).


    Und ich glaube nicht, dass es viele nicht interessiert hat. Ich vermute einfach, dass sie schlichtweg überhaupt nicht wussten was da los war!
    Stell dir mal vor, wenn sie das da auch noch rumgebrüllt hätten. Was meinst du was passiert wäre - Panik?

  • Möchte auch mein Bedauern aussprechen, ein schreckliches Ereignis.


    2 Punkte liegen mir am Herzen:


    1. Hat kommen müssen. Meines E.nach wurde der Punkt erreicht und überschritten wo die Spaßgesellschaft, die ja glaubt völlig ohne Regeln auskommen zu müssen brutal auf den Boden der Wirklichkeit zurrückgeholt wurde. Die Sicherheitssprecher, auch der Polizei, sagten ja das die Leute absolut nicht auf ihre Anweisungen gehört haben als die Situation anfing zu kippen. Eh klar, fast jeder völlig euphorisch, dabei aber total unzurechnungsfähig - obwohl man selber glaubt alles 100%ig im Griff zu haben.


    Jeder Polizist muss doch mit Bauchweh dortstehen wenn da tausende Leute, auf jeden möglichen synthetischen Schei_dreck drauf, vorrüberziehen. Denn das da nix großes passieren darf ist klar - ist jedes mal ein Hochrisiko.


    Hedonismus gut und schön, bin auch kein Kostverrächter - aber wenn Warner und Sicherheitsexperten mittlerweile im Vorfeld abgewunken werden weil sie als Spaßverderber oder Kleinkariert gelten - dann ist so ein Massenauflauf dehydrierter Euphorisierter mehr ein soziales Experiment als eine Veranstaltung - den Blaulichtorganisationen kann man auf jeden Fall die wenigsten Vorwürfe machen.


    2. Die Absperrgitter links und rechts vorm Tunnel !!


    Wenn ich mich entschließe sowas zuzulassen kann ich doch die Masse nicht auch noch einkesseln ! Das ist für mich ehrlich unfassbar. Eine Massenpanik kann immer passieren - ist die Masse erstmal in Bewegung lässt sie sich nicht mehr aufhalten - da brauchts Auslauffläche!


    Wir hatten in Ö auch vor rund 10 Jahren eine ähnliche Katastrophe:


    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,55451,00.html


    Lg
    donnie !

    Zum Sterbenden, der gerade noch die Antwort röcheln kann:
    "Was siehst du? Einen Tunnel? Ein Licht? Beides?"
    "Nur einen Idioten der zuviele Romane gelesen hat."
    Aus "Wanted", österr. Satire von 1999.

    Einmal editiert, zuletzt von donnie darko ()

  • Und ich glaube nicht, dass es viele nicht interessiert hat. Ich vermute einfach, dass sie schlichtweg überhaupt nicht wussten was da los war!
    Stell dir mal vor, wenn sie das da auch noch rumgebrüllt hätten. Was meinst du was passiert wäre - Panik?

    Gestern als ich SpiegelTV auf RTL geschaut habe, wurden Leute befragt, warum sie noch feiern würden und die antowort war, dass es nicht ihr Probelm wäre und dass sich sowieso niemand dafür interessiert.

    Dαss Glück ist im Grunde nicht's αnderes αls der mutige Wille, zu leben, indem mαn die Bedingungen des Leben's αnnimmt.' Mαurice Bαrrès (1862 - 1923)

  • mittlerweile heißt es, dass der platz selber für 250.000 ausgelegt war und 500.000 offiziell vom veranstalter angemeldet.
    es hieß auch, dass die veranstalter der meinung waren, die leute würden sich über die ganze stadt verteilen und haben auf dem weg zur eigentlichen veranstaltung an den seiten bühnen, mit dj's, aufgestellt in der hoffnung das einige dort kleben bleiben.
    das das fernab von jeglicher realität liegt bedarf keiner erwähnung, denn das zeigen die vorangegangenen jahre und der fakt das 2009 keine loveparade stattfand und somit damit gerechnet werden mußte das sogar noch ein paar mehr kommen würden, mit dem gedanken das man ja nicht wissen könne ob es noch einmal eine geben würde.


    die aussage mit den 150.000 wurde soweit korrigiert als das die herren sich eingestanden haben das das die zahlen bis 14 uhr waren. allerdings scheint mir auch das sehr gewollt zurecht gebogen wie alle anderen argumente bisher.


    Zitat

    sagten ja das die Leute absolut nicht auf ihre Anweisungen gehört haben als die Situation anfing zu kippen.


    wie sollen 1000de von menschen sich beruhigen wenn sie todesangst haben und total panisch sind? die polizei hatte nicht einmal die möglichkeit sich mit megaphonen gehört zu verschaffen weil diese einfach nicht vorhanden waren.



    alles in allem gefällt mir der unterton nicht das dort alle auf diversen illegalen substanzen waren. es ist klar das es dort einige gab die dort "unterwegs" waren aber die sind erfahrungsgemäß um die uhrzeit wo die lp schon seit einigen stunden lief nicht am ein oder ausgang sondern tanzen sich die seele aus dem leib.
    außerdem wirkt es so als wenn man denen die schuld ein wenig in die schuhe schieben möchte: "wenn ihr bei klarem verstand gewesen wärt, wäre das nicht geschehen". großer irrtum. jeder mensch wäre in der situation durchgedreht und hätte einfach nur raus gewollt. das ist der natürlich instinkt zu überleben!
    und diese fluchtmöglichkeit war dort NICHT gegeben.


    Zitat

    Was ich auch schlimm finde ist das die Loveparade trotzdem noch statt gefunden hat


    die lp war in vollem gange und ein abbrechen hätte vermutlich noch mehr panik und verletzte oder gar tote gebracht. ein weiterlaufen lassen war die einzig mögliche konsequenz in anbetracht der lage.

  • Zitat

    Meines E.nach wurde der Punkt erreicht und überschritten wo die Spaßgesellschaft, die ja glaubt völlig ohne Regeln auskommen zu müssen brutal auf den Boden der Wirklichkeit zurrückgeholt wurde


    Ich bin sicher kein Fürsprecher der "Spaßgesellschaft". Ich bin so ziemlich der spießigste Nachbar, den man sich vorstellen kann - wenn's nicht ruhig ist, wenn ich ins Bett will, reg ich mich auf. Aber: ich bin ein bedingungsloser Fürsprecher einer liberalen Gesellschaft, denn diese Freiheiten sind es eben, die uns von islamistischen Gottesstaaten oder kommunistischen Betonkopfgesellschaften abgrenzen. Das darf so weit gehen, wie es will, solange dabei niemand (unverhältnismäßig) zu Schaden kommt. Man muss die Loveparade nicht gut finden, man wird auch nicht gezwungen daran teilzunehmen - aber erstens ist sie Ausdruck einer Gesellschaft, die es sich erlauben kann, sich barbusig auf einen Wagen zu stellen und zu Technoklängen zu tanzen (und das ist durchaus eine Errungenschaft!) und zum zweiten hat das Konzept an sich nichts mit dem Unglück zu tun. DIe Schuld ist eben nicht vor allem bei den Ravern zu suchen, sondern bei den Organisatoren hinter den Kulissen - jenen, die das ursprüngliche, von Dr. Motte entwickelte Konzept zu einem reinen monetären Investment umfunktionierten und sich um die Belange der Besucher dabei (möglicherweise) nicht ausreichend kümmerten. Das Unglück kann genauso gut beim Weltjugendtag der katholischen Kirche passieren, wenn die zigtausenden Besucher auf engstem Raum zusammengepfercht werden.


    Zitat

    Die Sicherheitssprecher, auch der Polizei, sagten ja das die Leute absolut nicht auf ihre Anweisungen gehört haben als die Situation anfing zu kippen.


    Das ist völlig normales Verhalten bei einer Extremsituation, vor allem bei einer Massenpanik: dem eigenen Überlebenstrieb wird alles untergeordnet, das Gehirn kann die Situation nicht mehr richtig verarbeiten und reduziert seine Aktivitäten auf primitives Fluchtverhalten. Anweisungen nützen da nichts, man müsste hingegen versuchen, beruhigend auf die Teilnehmer einzuwirken und die Situation so weit als möglich zu entschärfen. Das ist aber nicht in erster Linie Aufgabe der Polizei, sondern speziell ausgebildeter Securities, die auf solche Situationen vorbereitet sind. Dass sich nicht jeder korrekt verhalten hat, ist klar - liegt aber nicht am Veranstaltungskonzept, sondern am menschlichen Wesen: homo homini lupus.
    Tatsächlich sind die meisten, die gestorben sind, nicht im Tunnel erdrückt oder niedergetrampelt worden, sondern sie starben beim Versuch, die Treppe oder den Masten hochzuklettern - was sie allerdings nur deswegen taten, weil sie dem Gedränge unten entkommen wollten. Es gibt genug Zeugenaussagen, die das bestätigen. Ursache ist also die extreme Raumnot, die schließlich zur Massenpanik und zum unberechenbaren Verhalten der Besucher führte.


    Zitat

    aber wenn Warner und Sicherheitsexperten mittlerweile im Vorfeld abgewunken werden weil sie als Spaßverderber oder Kleinkariert gelten


    Warner wurden im Vorfeld abgewunken, weil die Veranstalter die Sorgen nicht ernst genommen haben und glaubten, alles im Griff zu haben. Wie man den zahlreichen kritischen Stimmen im Internet entnehmen kann, die sich teilweise schon Anfang Juni über das unsichere Konzept beschwerten, handelte es sich zum großen Teil um Besucher der Loveparade - von "Spaßverderber"-Vorwürfen keine Spur:



    (Quelle: SpOn)


    Zitat

    den Blaulichtorganisationen kann man auf jeden Fall die wenigsten Vorwürfe machen.


    Wem man Vorwürfe machen kann, können wir hier in der Distanz sowieso kaum entscheiden. Das müssen die Ermittlungen klären. Ich wäre darum mit Schuldzuweisungen auch vorsichtig. Klar ist aber: der Platz war für eine derartige Besuchermasse vollkommen ungeeignet, die warnenden Stimmen im Vorfeld wirken nun geradezu prophetisch.


    Was Eva Herman da verzapft hat, ist einfach nur menschenverachtend. Dieses Ereignis nun auch noch politisch auszuschlachten, um dem Feind ("den 68ern") mal wieder eines reinzuwürgen und das eigene, aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Weltbild zu untermauern, ist erbärmlich. Und nein, sie hat damit nicht recht, auch kein "bisschen". Ihre indirekte Beurteilung des Geschehens als "Strafe Gottes" zeigt vielmehr, worin sich die extrem Konservativen aller Länder einig sind: Frauen an den Herd, jeden Tag ins Gotteshaus, immer adrett anziehen und vor sich hin frömmeln. Zum Kotzen.


    santiago

  • Hallo!


    Arbeite in Duisburg
    Wir sind hier alle geschockt! Bevor ich zur Arbeit heute ging bin ich an der Unglücksstelle vorbei..habe ein paar Blumen und Kerzen niedergelegt...


    Duisburg ist heute wie ausgestorben. Es ist ruhig..kein Lärm...die Büroräume sind so gut wie stumm...Uns fehlen hier einfach die Worte es ist eine Tragödie. Die Stimmung hier ist sehr depressiv...


    Mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen! Ich selber habe erst Samstag Abend von dem Unglück erfahren als mich meine Eltern fassungslos anriefen und mir davon erzählten. Ich war geschockt....Ich fahre so gut wie jeden Tag an der Stelle vorbei...Für mich wird mein Arbeitsweg nicht mehr derselbe sein!




    RIP