Unglück bei der Loveparade 2010

  • Was mich einfach immer noch massloss sauer macht, ist dass die Sicherheitskräfte nicht den mumm hatten, selbst zu reagieren/entscheiden, als sie gesehen haben, dass da eine Katastrophe passiert, wenn sie nicht Notausgänge schaffen.


    Anscheinend haben viele Leute die Sicherheitskräfte angesprochen und sie angefleht, die Abschrankungen zu öffnen, weil bereits Menschen zertrampelt wurden. Die Antwort war, dass sie nur auf Anweisung von oben öffnen dürfen. Für mich ist das schon unterlassene Hilfeleistung! Die Männer waren ja nicht mal mit Funkgeräten ausgerüstet. Wie zur Hölle soll denn da kommuniziert werden.... :X

    Naja...die Frage ist halt ob das wirklich hilfreich ist/wäre.


    Öffnest du die Schranken bedeutet das nur, dass alle in ihrer Panik aus den Öffnungen drängen wollen und da passieren auch genug Dinge. Weil in der Panik fallen Menschen hin, andere rennen über diese drüber usw.

    Von 100 Menschen kann man sich 99 nicht aussuchen.


    ~~~


    Today I'll tell you a story about a man who drowned in the cold waters of the ocean after the loss of someone he loved. This is the story of a man who died twice.

  • Hey Ho :-)


    echt schlimm, was passiert ist und es hätte definitiv verhindert werden können, was das Ganze meiner Meinung nach noch verschlimmert. Die Schuld liegt definitiv beim Veranstalter und denjenigen, der das Ganze grünes Licht gegeben hat.
    Zu den Securities: Meist sind es, auch bei oder gerade bei solchen Massenveranstalltungen Laien und Fachpersonal. Viele haben wirklich keine Ahnung von dem, was sie da tun und bekommen kurz vor ihren Dienstantritt ihre Anweisungen und damit Basta! Oft reicht dies auch, denn in 90% der Fälle passiert eh nichts (so das Denken vieler). Dennoch kann man denen wenig Vorwürfe machen, denn diese bekommen ihre Anweisungen von der Einsatzleitung und diese bekommen ihr von den Veranstaltern und die muss man natrülich Folge leisten. Komme, was wolle. Natürlich ist in so einem Vorfall wie auf der Loveparade eigenes Handeln nötig, dennoch stehen viele im Druck und wissen warscheinlich nicht sich in so einem Fall zu verhalten. (da kann man noch so oft den 34a-Schein machen). Viele wussten sicherlich auch nicht, was genau sich an dem besagten Ort des Schrecken abspielte... und da war das sicherlich schon zu spät. Mehr oder weniger Securities hätten da auch nicht viel anrichten können, schließlich war das ja der einzige Ein- und Ausgang...


    MFG, Loxa

  • Klar, es ist im Nachhinein auch unmöglich zu sagen, ob es mit geöffneten Abschrankungen besser ausgegangen wäre und es ist natürlich in so einem Gedränge gut möglich, dass man den Ernst der Lage so weit aussen gar nicht erkennt. Allerdings wurden die Menschen ja auch gegen diese Abschrankungen gedrückt und spätestens da, hätte man meiner Meinung nach reagieren müssen.


    Wenn dies früh genug geschehen wäre und die Menschenmassen umgeleitet worden wären oder wie bereits mehrfach gesagt wurde gar nicht erst auf das Gelände gelassen worden wären wäre es bestimmt glimpflicher ausgegangen. Es dauerte ja auch eine Weile, bis die Menschen in Panik ausgebrochen sind. Mir ist schon klar, dass eine bereits in Panik geratene Menge nicht mehr zu kontrollieren ist.


    Es ist irgendwie ein bisschen wie mit dem (vermutlich) Querschnittgelähmten im brennenden Auto. Da rettet man auch, was noch zu retten ist und zerrt ihn aus dem Auto, auch wenn er dafür gelähmt ist. Vermutlich ist es aber genau so in der Natur des Menschen bei Schock gar nicht zu reagieren, wie vermutlich falsch zu reagieren.


    Was haltet ihr von dem Vorwurf an den Bürgermeister? Von ihm wird ja jetzt der Rücktritt verlangt. :|

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Der Bürgermeister muß zurücktreten, daran führt kein Weg vorbei, und er sollte seine Pensionsansprüche dabei verlieren.


    Letztendlich war er derjenige der entscheiden konnte ob die Loveparade genehmigt wird oder nicht. Sicher hat jemand in seiner Position nicht über alles die Übersicht und verlässt sich manchmal sicher auf das was Mitarbeiter ihm so vorlegen, aber bei einem so derma0en wichtigen Mega Event wie der Loveparade ist es klar das er sich vorher ansieht was er da genehmigt und notfalls muß er auch das Rückgrat haben zu sagen "Nee, das funktioniert nicht, blasen wirs ab.".


    Da ja jeder Dahergelaufene sehen konnte daß das mit diesem engen Tunnel schiefgehen mußte kann von einem Oberbürgermeister erst recht erwarten daß er das erkennt, ansonsten ist er schlicht fehl am Platz. Es wird er bei anderen einfacheren und kleineren Dingen wohl erst recht versagen. Er ist natürlich nicht alleine Schuld klar, die Leute welche für die Sicherheit verantwortlich waren sind ebenfalls schuld. Es müssen alle die an der Planung beteiligt waren und keinen Widerspruch eingelegt haben irgendwie betraft werden.


    Eigentlich müßte es bei solchen Veranstaltungen doch so ablaufen. Es gibt ein Kremium an sagen wir mal 20 Sicherheitsbeamten im Stil der 12 Geschworenen. Leute die aus verschiedenen Ländern kommen, evtl. vom Land bezahlt werden und diese müssen einstimmig in geheimer Wahl diesem Plan zustimmen, ansonsten findet das Event nicht statt. Wichtig dabei ist das es geheim ist so daß jeder seine persönlche Meinung abgeben kann ohne das man ihn unter Druck setzt.

  • Naja die Aussage "Da ja jeder Dahergelaufene sehen konnte daß das mit diesem engen Tunnel schiefgehen mußte " halte ich für nicht richtig. Hier passt es natürlich mal wieder aber ich denke dass bei jedem grossen Event, sich Leute finden lassen, die vorher ein Unheil prophezeit haben. Sicher schmälert dass die Tragödie in keinster Art und Weise aber der OB hat mich Sicherheit weniger Schuld, als andere Prüfer und Behörden, sowie der Veranstalter. Und einfach mal spontan absagen ist auch nicht so leicht wie man es sich denkt, denn da hängt auch sehr viel Ansehen und Geld für die Stadt dahinter, dass man da nicht einfach sagen kann: "Ne lassen wir bleiben" wie bei einem Grillabend mit Freunden an dem es spontan regnet.

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Naja die Aussage "Da ja jeder Dahergelaufene sehen konnte daß das mit diesem engen Tunnel schiefgehen mußte " halte ich für nicht richtig.


    Wer bei einer früheren Loveparade dabei war, und diesen Tunnel gesehen hat, dem muß klar sein daß das die Chance sehr hoch ist das es dort, falls der Durchlauf nicht reibungslos klappt zu einer Katastrophe kommen kann. einfach weil es eben kaum eine Möglchkeit gab seitlich auszuweichen falls es enger wird.


    Es wäre vielleicht auch mit diesem Tunnel möglich gewesen es ohne Tote und Verletzte über die Bühne zu bringen, aber dann hätte man einen sehr hohen Aufwand betreiben müssen um das unter Kontrolle zu bringen.



    Hier passt es natürlich mal wieder aber ich denke dass bei jedem grossen Event, sich Leute finden lassen, die vorher ein Unheil prophezeit haben.


    Das stimmt schon, aber hier warens doch weit mehr kritische Stimmen als in Essen oder Dortmund.



    Sicher schmälert dass die Tragödie in keinster Art und Weise aber der OB hat mich Sicherheit weniger Schuld, als andere Prüfer und Behörden, sowie der Veranstalter.


    Er hat ja nun ein sehr geschickt formuliertes Interview gegeben wo er gesagt hat das er nicht zurücktreten kann weil er dann ja nicht bei der Aufklärung helfen kann. Er hatte vorher keinen Plan wie es organisiert war und will sich jetzt darum kümmert wo es zu spät ist. Das ist an Dreistigkeit fast nicht mehr zu überbieten.


    Tatsache ist, er ist das letzte Glied der "Befehlskette" und hat damit die Verantwortung. Wenn es so war das die Leute, welche seitens der Stadt für die Sicherheit verantwortlich waren, ihrer Aufgabe nicht nachgekommen sind ist er trotzdem Schuld, weil er dann die falschen Leute für diesen Job beauftragt hat. Er hätte bei geringen Zweifeln, immerhin hatte er alle Infos, eben noch weitere externe Leute dazuholen müssen die das nochmals gegenchecken.


    Natürlich kann er nicht alleine für schuldig befunden werden, es werden sich auch andere verantworten müssen.



    Und einfach mal spontan absagen ist auch nicht so leicht wie man es sich denkt, denn da hängt auch sehr viel Ansehen und Geld für die Stadt dahinter, dass man da nicht einfach sagen kann: "Ne lassen wir bleiben" wie bei einem Grillabend mit Freunden an dem es spontan regnet.


    Das kann ich schon nachvollziehen. Wenn es abgesagt worden wäre und man hätte das sehr gut begründen können, wäre das schon akzeptiert worden. Bochum hat man ja auch akzeptiert.


    Noch viel besser wäre natürlich gewesen, man hätte, bevor man vor Jahren großspurig ankündigt das die Loveparade im Ruhrgebiet statt findet und dann jedes Jahr in einer anderen Stadt, schonmal Gedanken gemacht ob das überhaupt möglich ist. Bevor sie in Essen war, war natürlich nicht direkt klar ob die Leute eine Ruhrgebietsloveparade akzeptieren, hätten ja auch nur ein paar tausend kommen können, dann hätte mans überall stattfinden lassen können.


    Aber man mußte es ab da. Und dann hätte man längst abwägen können wo sie nun stattfinden kann und wo nicht und ob überhaupt. In Essen hat es ja,relativ gut geklappt, also hätte man sagen können sie findet nochmal in Essen statt, wir kennen die Situation dort und die Engpässe sind bekannt.


    Man hätte bereits vor Jahren anfangen können ein brauchbares Gelände herzurichten und das von allen möglichen Leuten prüfen lassen. Wenn die WM oder die Olympiade statt findet werden ja auch schon ewig vorher Stadien gebaut und alles genauestens geprüft. Aber hier wirkts so als ob man 3 Wochen vorher überhaupt mal geprüft hat wo in Duisburg das stattfinden könnte.


    Ach ja, hier hat übrigens jemand den Hergang live gefilmt. Das wirkt beängstigend und man kann sich gut in die Stuation hineinversetzen.


    http://www.crankworld.de/archives/1125


    Man sieht hier auch das es Blödsinn ist die Katastrophe an Drogen oder Alkohol festzumachen. Genauso armselig ist es den Leuten vorzuwerfen sie hätten sich nicht an die Vorschriften gehalten und weil sie seitlich an diesen Gestängen hochgeklettert sind. Anfangs hieß es ja noch es wären nurz Sturzverletzte, ein armseliger Versuch so zu tun als wäre das Problem nicht der enge Tunnel gewesen.


    Die haben dort um ihr Überleben gekämpft und versucht irgendwie halbwegs heil da rauszukommen.


    Also ich bleibe dabei, der OB sollte gehen. Für die Ermittlung des Tatbestands braucht man ihn nicht. Man wird nun eh hunderte von Sicherheitsexperten von überall dran setzen, die werden alles bis ins Detail analyisieren und die werden sicher mehr Ahnung von der Materie haben als der OB.