frage: spicker nach der schulaufgabe entdeckt, darf er mir ne sechs geben?

  • hallo leute,
    wir haben heut eine schulaufgabe in mathe geschrieben und ich hab mir auf die hand ne formel geschrieben (satz von sylvester) allerdings hab ich diesen 2 tage zuvor geschrieben damit ich den immer anschauen kann zum besser merken. allerdings war der stift wasserfest -.- ich hab dann auhc gar nicht mehr daran gedacht und ihn auch nicht benutzt in der schulaufgabe, vor allem stand die formel sowieso in der formelsammlung die wir auch benutzen durften und die formel war in der schulaufgabe nicht mal gefragt.
    circa ne stunde nachdem die schulaufgabe vorbei war hat es ein lehrer auf meiner hand entdeckt und möchte jetz gegen mich "verfahren" und es eben unserer mathe lehrerin sagen und so weiter. diese lehrerin die das entdeckt hat hatte während der schulaufgabe auch die aufsicht bei uns.


    darf man mir jetzt ne sechs geben bzw eben 0 punkte? theoretisch hätt ich es ja auch NACH der schulaufgabe drauf schreiben können das kann sie mir ja nicht nachweisen


    bitte um antworten =/
    danke

  • Das mit den Regeln kommt drauf an wo du wohnst.
    (Ich fände es übertrieben, aber so sind Lehrer halt manchmal):


    Sachsen:

    Zitat

    § 25 der Schulordnung Gymnasien (SOGY) bestimmt, dass der Fachlehrer die Note „ungenügend“ zu erteilen hat, wenn ein Schüler bei Leistungsnachweisen unerlaubte Hilfsmittel nutzt oder auf andere Weise täuscht“. Der Lehrer hat die Klassenarbeit also mit „ungenügend“ zu bewerten, ihm verbleibt kein Ermessen. Jede andere Entscheidung wäre rechtlich fehlerhaft.


    Baden-Württemberg:

    Zitat

    Ob ein Schüler mit Spickzettel in der Tasche sofort bei einer Klassenarbeit eine „Sechs“ kassiert, bleibt zunächst dem Lehrer überlassen. Allerdings besteht laut § 8 Abs. 6 der Verordnung des Kultusministeriums über die Notenbildung (Notenbildungsverordnung) auch die Möglichkeit, dass dem Schüler nur für einen Teilbereich der Arbeit Punkte abgezogen werden oder die Arbeit nachgeschrieben werden muss.


    Hessen:

    Zitat

    § 24 Verordnung über die Gestaltung des Schulverhältnisses unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit verschiedene Maßnahmen möglich. Diese reichen von einer Ermahnung der Schülerin oder des Schülers bis zu einer Beendigung seines Leistungsnachweises. Bei Beendigung kann der bearbeitete Teil der Arbeit, auf den sich die Täuschung nicht bezieht, anteilig bewertet werden. Genauso ist es möglich, eine Bewertung nicht vorzunehmen. Ggf. kann der Leistungsnachweis in diesem Falle nachgeschrieben werden. Die Wahl der Sanktion hängt dabei von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. In der Beendigung des Leistungsnachweises liegt begriffsnotwendig auch die Wegnahme der betreffenden Klassenarbeit.


    In Bayern dürfen Klassenarbeiten eingezogen werden, wenn das Kind nachweislich abschreibt.


    Mecklemburg-Vorpommern

    Zitat

    Im Rahmen von Klassenarbeiten und Prüfungen darf die Prüfung bei einem Täuschungsversuch für beendet erklärt werden. Denn in diesem Fall kann nicht mehr sicher gestellt werden, dass es sich um die Prüfungsleistung des betreffenden Schülers handelt.


    Berlin:

    Zitat

    Abschreiben oder ein Spickzettel in der Tasche ist ein Täuschungsversuch und kann mit „ungenügend“ (Note sechs) bewertet werden. Dazu darf auch die Arbeit zu Beweiszwecken weggenommen werden.


    Rheinland Pfalz:

    Zitat

    Laut § 72 (Täuschungshandlungen und ordnungswidriges Verhalten) der Übergreifenden Schulordnung darf ein Lehrer bei einem Täuschungsversuch den Schüler von der weiteren Prüfung ausschließen und die Arbeit als „nicht bestanden“ bewerten. Dem Schüler kann allerdings auch erlaubt werden, die Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen.


    alles andere kannst du auch hier nachlesen: http://www.focus.de/schule/sch…schulrecht_aid_28640.html


    Aber diese Regeln gelten eigentlich nur wenn während der Arbeit gespickt wird. Da der Lehrer das nur nach der Prüfung sah, hat er Pech gehabt und ein "Verfahren" sollte nicht möglich sein. :rotntong:

  • Einerseits ist es gerechtfertigt bzw. bei mir in der Klasse kam das auch mal vor, derjenige bekam dann ein Nicht beurteilt. Also garkeine Note, da nicht eroiert werden konnte wieviel der Schularbeit seiner eigenen Leistung entsprach.


    Andererseits verwirrt mich der Punkt, dass die Formel sowieso eingesehen werden durfte in der Formelsammlung. Was ist wenn du den Direktor aufsuchst?

    Von 100 Menschen kann man sich 99 nicht aussuchen.


    ~~~


    Today I'll tell you a story about a man who drowned in the cold waters of the ocean after the loss of someone he loved. This is the story of a man who died twice.

  • Hallo Andrejia,


    da ich selber mal an einer Schule als Lehrer tätig war kann ich dir da vielleicht eine Antwort geben.
    Grundsätzlich ist es so, das ein Täuschungsversuch direkt und unmittelbar nachgewiesen sein muss. Die bloße Vermutung oder das nachträgliche Finden eines Spickzettels reicht alleine nicht aus. In keinem Bundesland. Auch hier gilt die allgemeine Unschuldsvermutung bis zum Beweis. Sollte sich der Umstand nicht zweifelsfrei klären lassen, so steht es dem Fachlehrer jedoch frei, dich zusätzlich zu der geschriebenen Arbeit zu Prüfen. Dies darf er mündlich oder schriftlich tun.


    Da noch nichtmal der Fachlehrer, sondern eine andere Lehrerin die Formel auf deiner Hand entdeckt hat, hat sie eigentlich keine Chance das umzusetzen. Sollte da nochmal was kommen, kannst du mich gerne hier per PN kontaktieren, dann kann ich dir detailierter einen Rat geben.